SIE WAR NIE WIRKLICH WEG … Der unfassbare Fall zum Verschwinden der Bonnie Haim … T
SIE WAR NIE WIRKLICH WEG … Der unfassbare Fall zum Verschwinden der Bonnie Haim …

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Jeder Fall, über den wir hier sprechen, ist schrecklich, denn am Ende geht es immer um ein wahres Verbrechen, darum, dass Menschen getötet werden, darum, dass Menschen spurlos verschwinden und es geht auch immer um diejenigen, die mit ihrer Trauer zurückbleiben und oftmals auch mit ihrer
Ungewissheit, mit dem schrecklichen Gefühl, wenn ein Fall nicht aufgeklärt werden kann, vielleicht nie zu erfahren, was wirklich passiert ist. Und all das ist schon grausam genug. Allein diese Vorstellung, es vielleicht niemals zu erfahren. Aber was ist eigentlich, wenn es diese Ungewissheit gar nicht gibt, weil jemand ganz genau weiß, was passiert ist und es auch ausspricht.
In meinem heutigen Video sprechen wir über eine Frau, die scheinbar ein ganz normales Leben geführt hat. Anfang der 90er Jahre lebt sie mit ihrem Ehemann und ihrem kleinen Sohn in einem ruhigen Vorort von Jacksonville. Sie geht zur Arbeit, trifft sich mit Freunden und nach außen hin wirkt das alles erst einmal ruhig und geordnet.
Doch am 6. Januar 1993, nur wenige Tage, nachdem sie zusammen mit ihrer Familie Weihnachten gefeiert hat, verschwindet die 23 Jahre alte Bonnie Him plötzlich spurlos. Und während man noch über ein freiwilliges Verschwinden von Bonnie diskutiert und spekuliert, gibt es jemanden einen Augenzeugen, der ganz genau zu wissen scheint, was mit ihr passiert ist.
Ein Augenzeuge ist für die Polizei meist von unschätzbarem Wert, denn als jemand, der ein Verbrechen direkt beobachtet haben will, kann er sehr wahrscheinlich nicht nur den Ablauf der Tat beschreiben, sondern sich darüber hinaus möglicherweise auch an Details erinnern, die sonst niemand kennt und damit im besten Fall helfen, einem Täter schnell auf die Spur zu kommen.
Doch was, wenn dieser Augenzeuge gerade einmal 3 Jahre alt ist? Was ist in der Nacht von 6 auf 7. Januar 1993 wirklich mit Bonnie Him geschehen und was wissen wir über die Zeit, bevor sie so plötzlich verschwand und über die danach? Ein Telefonat, ein zurückgelassenes Auto, eine gefundene Handtasche, forensische Spuren, die Fragen aufwerfen, aber zunächst keine klaren Antworten liefern.
und ein kleiner Junge, der auch später als erwachsener Mann nie aufhören wird, um Gerechtigkeit zu kämpfen. Über all sprechen wir in meinem heutigen Video. Bonnie Lyn Pescuchcio kommt am 20. Mai 1969 im schottischen Greenhock, einer Hafenstadt an der Westküste Schottlands zur Welt. Nach ihrer Geburt jedoch kehrten ihre Eltern Robert und Patricia.
Bonys Vater Robert arbeitete damals fürs Militär wieder in die Vereinigten Staaten zurück, wo Bonnie in einer sehr großen Familie zusammen mit ihren fünf Geschwistern, vier Schwestern und einem Bruder in Florida aufgewachsen ist. Und innerhalb dieser Geschwisterkonstellation hat Bonnie offenbar auch eine ganz besondere Rolle eingenommen, nämlich die der Friedensstifterin, immer darum bemüht, Streit zu schlichten und zu vermitteln.
Als mittleres Kind war sie immer diejenige, die für Harmonie gesorgt und versucht hat, jeden mit Liebe und Verständnis zu begegnen. So beschrieb es eine von Bonys Schwestern, Veronica, später. Und diese Aussage passt auch sehr gut zu dem, was viele andere Menschen, die Bonnie kannten und ihr nahe gestanden haben, über sie zu sagen hatten.
Nämlich, dass sie ein äußerst sanftmütiger, ruhiger und fürsorglicher Mensch gewesen ist, der nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen wollte, sondern er durch seine freundliche und zugewandte Art auffiel. Mitte der 80er Jahre besucht Bonnie dann die West NASA High School in Callahan im Nordosten Floridas.
Und ganz genau dort lernt sie dann auch den ein Jahr älteren Michael Ray Himken. Einen jungen Mann, der ihr Leben maßgeblich beeinflussen sollte, denn schon im September 1987. Bonnie ist gerade 18 Jahre alt, da heiraten die beiden. Und Bonnyys Familie mochte Michael wohl sehr gerne und sie hielten ihn anscheinend auch für den richtigen Mann an der Seite ihrer Tochter.
Und auch wenn die beiden zu diesem Zeitpunkt wirklich noch sehr jung gewesen sind, so waren sie eben bis über beide Ohren ineinander verliebt und sich anscheinend auch sicher eine gemeinsame Zukunft aufbauen und ihr Leben miteinander teilen zu wollen. Nach der Hochzeit zieht das Paar in ein hübsches Haus an der Dolphin Avenue, einer ruhigen Wohngegend am nördlichen Ende der Stadt Jacksonville.
Und es dauert jetzt auch nicht lange, da vergrößert sich die Familie, als im Jahr 1989 Bonnies und Michaels Kind, ihr Sohn Aaron, zur Welt kommt. Und Bonnie ging wohl voll und ganz in ihrer Rolle als Mutter auf. Ich hatte euch ja bereits vorher beschrieben, dass sie von Natur aus ein äußerst fürsorglicher und warmherziger Mensch war und genau das zeigte sich jetzt auch umso mehr im Umgang mit ihrem Sohn.
Denn Menschen, die Bonnie nahe standen, berichteten später, dass Aon bei ihr immer an erster Stelle kam, wie liebevoll sie sich um ihren Sohn gekümmert hat und alles daran setzte, ihm ein stabiles Umfeld zu schaffen. Aber Bonnie hat es darüber hinaus auch geschafft, den Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern.
Gemeinsam mit ihrem Mann Michael nämlich arbeitet sie in einem familieneführten Betrieb, einem Baumaterial und Baustoffhandel in Jacksonville, der von Michaels Tante Iven Heim und deren Ehemann geführt wird. Während Michael dort eine Position im Management inne hatte, kümmerte sich Bonnie um die Buchhaltung des Betriebs und dabei war sie außerordentlich zuverlässig, fleißig und sie hatte auch ein enges Verhältnis zu ihrer Chefin, also zu Michaels Tante Ivanheim, der Bonnie sehr nahe stand.
Und ja, nach außen hin wirkt das Leben der Hmes wie das so vieler anderer junger Familien Anfang der 90er Jahre auch. Man hat sein erstes eigenes kleines Häuschen. Das erste Kind ist da. Man geht seiner Arbeit, seinen täglichen Routinen und Verpflichtungen nach und alles scheint in Ordnung zu sein. Doch wieo oft ist das, was man von außen glaubt zu sehen, am Ende dann nicht das, was sich hinter verschlossenen Türen wirklich abspielt? Denn die Tatsache, dass Bonnie und Michael nicht nur zusammen gelebt, sondern auch zusammen
gearbeitet haben, führte dazu, dass es immer öfter Meinungsverschiedenheiten, Spannungen und Auseinandersetzungen gab, wobei dabei Michaels Verhalten gegenüber Bonnie auch eine zentrale Rolle gespielt haben soll, denn Michael wurde unter anderem auch von seiner eigenen Tante Eveinheim, für die er ja auch gearbeitet hat, später als manchmal mal sehr aufbrausend und vor allen Dingen Bonnie gegenüber als kontrollierend, laut und aggressiv beschrieben, wobei die Situation, wie Evain später ebenfalls schilderte, einmal so eskaliert sein
soll, dass Michael nach einem Streit mit Bonnie draußen auf dem Parkplatz vor der Arbeit die Autotür zuschlug, während Bonnie ihre Hand noch im Türrahmen hatte, woraufhin Bonnie dann an sichtlich aufgelöst mit Tränen in den Augen wieder zurück ins Büro gelaufen ist. Ihre Fingernägel waren durch das Zuschlagen der Tür anscheinend auch abgebrochen gewesen und das Ganze war ein Vorfall, der Michaels Tante Iin im Gedächtnis geblieben ist und der auch in gewisser Weise die Dynamik innerhalb der Beziehung von Michael und Bonnie
offenbart hat, die durchaus, um es mal vorsichtig auszudrücken, beunruhigend war. Im Laufe des Jahres 1992, Bonnie und Michael sind inzwischen 5 Jahre miteinander verheiratet und ihr Sohn Aaron ist 3 Jahre alt, da hat sie offenbar beschlossen, ihren Mann zu verlassen und sich zusammen mit ihrem Sohn ein eigenes Leben aufzubauen.
Und es gab tatsächlich auch Hinweise darauf, dass Bonnie dahingehend konkrete Pläne hatte und auch damit begann, diese langsam umzusetzen. Später wird sich nämlich herausstellen, dass sie ohne dass Michael zunächst etwas davon wusste, ein eigenes Bankkonto eröffnet hat, wobei sie sich die Kontoauszüge für dieses Bankkonto nicht nach Hause, sondern stattdessen in ihre Firma an ihren Arbeitsplatz hat schicken lassen, um genau das vor Michael besser verheimlichen zu können.
Doch das gelang Bonnie nicht, denn Michael findet eines Tages einige Kontoauszüge auf ihrem Schreibtisch in der Firma und soll darüber außer sich vor Wut gewesen sein, dass seine Frau hinter seinem Rücken Geld zur Seite gelegt hat. Dennoch gibt Bonnie nicht auf. Statt ein weiteres Konto zu eröffnen, beginnt sie ab jetzt Bargeld beiseite zu schaffen und übergibt dieses Geld einer Freundin, die es für sie aufbewahrt und Bonnie ist dabei äußerst konsequent.
Später ist die Rede von über $, die sie im Laufe der Zeit zusammengespart hat. Geld, das für einen Neuanfang für sie und Aaron gedacht war. Aber neben dem Geld, das Bonnie jetzt also weiterhin heimlich zur Seite legt, trifft sie auch noch andere Vorbereitungen, die durchaus den Schluss zulassen, dass es ihr mit ihrer Entscheidung Michael zu verlassen durchaus ernst gewesen ist. Z.B.
sieht sie sich zwei Wohnungen in der Stadt Jacksonville an, wobei sie dann kurze Zeit später für eines der Apartments auch eine Kaution hinterlegt hat. Sie unternimmt Schritte, ihren inzwischen dre Jahre alten Sohn Aaron genau in dieser Gegend in einer Vorschule anzumelden. Und ich habe bei meiner Recherche auch gelesen, dass Bonnie anscheinend vorhatte, am 23.
Januar 1993 in genau dieses Apartment, für das sie ja bereits Kaution hinterlegt hatte, auch einzuziehen. Und dieser 23. Januar ist deswegen so ein interessantes Datum, weil es offenbar von Bonnie gezielt ausgewählt worden ist, denn später wird sich herausstellen, dass Michael an diesem 23.
Januar außerhalb der Stadt einen Geschäftstermin gehabt hat und somit sehr wahrscheinlich nicht zu Hause gewesen wäre. Bonnie war also vorbereitet. All ihre Handlungen, das zunächst geheime Konto, das Beiseiteschaffen von Bargeld, die neue Wohnung, die gezahlte Kaution, die Anmeldung ihres Sohnes in der Vorschule, die Planung, die mutmaßliche Planung ihres Umzugs am 23.
Januar, all das zeigt, dass Bonnie sehr wahrscheinlich einen Entschluss gefasst hat. Doch zur Umsetzung ihrer Pläne sollte es nicht mehr kommen, denn nur wenige Wochen vor diesem 23. Januar wird sie spurlos verschwinden. Am 7. Januar 1993 ruft Michael Hay gegen 7 Uhr morgens an seinem Arbeitsplatz im Baustoffhandel an und meldet dort einem Kollegen, dass weder er noch seine Frau Bonnie heute zur Arbeit kommen werden.
Michael sagt, dass es in der vergangenen Nacht zwischen ihm und Bonnie zu einer Auseinandersetzung gekommen ist, in deren Folge Bonnie das Haus verlassen und seitdem nicht mehr zurück nach Hause gekommen ist. Seit so gut. Doch das Ganze klang doch etwas seltsam, denn Bonnie war äußerst zuverlässig, was ihre Arbeit anging.
Sie war immer pünktlich und gewissenhaft und dass sie jetzt einfach mitten in der Nacht ihr Haus verlässt und am nächsten Tag nicht zur Arbeit erscheint, ohne irgendjemanden Bescheid zu sagen, das klang so gar nicht nach ihr. Und dann ist dann noch etwas. Michael soll am Telefon anscheinend nicht sehr beunruhigt über diese Tatsache gewesen sein, was ja durchaus bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass die eigene Ehefrau mitten in der Nacht das Haus verlässt, stundenlang nicht nach Hause kommt und auch jetzt am frühen nächsten
Morgen nach wie vor nicht da ist. Doch Michael war anscheinend nicht recht beunruhigt, denn wie sich herausstellen sollte, hatte er bis dahin auch noch nicht die Polizei hinzugezogen. Doch ganz genau die, die Polizei, wird jetzt ganz bald genauer gesagt noch am selben Tag sehr wohl über Bonys Verschwinden in Kenntnis gesetzt.
Denn ein Mitarbeiter des Red Roof in, ein Hotel, das sich in der Nähe des Jacksonville International Airport, also des Flughafens der Stadt befindet, findet beim Entsgen des Abfalls in einer Mülltonne hinter der Hotanlage eine Handtasche. In der Handtasche befanden sich neben Bargeld und Kreditkarten auch der Führerschein einer gewissen Bonnie Hay, einer Frau also, die seit Stunden spurlos verschwunden zu sein scheint.
Und nach dem Fund der Handtasche wurde dann eben auch die Polizei verständigt, die kurze Zeit später am Red Roof in Hotel angekommen ist. Wobei ich an dieser Stelle sagen muss, dass mir bei meiner Recherche nicht abschließend klar wurde, ob jetzt der Mitarbeiter des Hotels, der Bonys Handtasche im Müll gefunden hat, das Jacksonville Police Department informiert hat über seinen Fund oder aber ob der Hotelarbeiter irgendwie mit Michael in Kontakt getreten ist und ihn darüber informiert hat, dass man die Handtasche seiner Frau
gefunden hat und Michael dann die Polizei in Kenntnis setzte. Aber wie auch immer, Michael fuhr dann offenbar auch direkt zum Hotel, zum Flughafen und traf dort auf die Polizisten. Er gab an, dass Bonnie in der Nacht zuvor mit ihm einen Streit hatte, dass sie das Haus verließ und seitdem nicht wiedergekommen ist.
Doch Michael irritiert auch jetzt wieder mit seinem Verhalten, denn in Bonys Geldbeutel, der sich in ihrer Handtasche befand, fand man einen für ihre Verhältnisse relativ hohen Geldbetrag von etwa 150$. Und Michael machte anscheinend den Eindruck, als würde er sich viel mehr dafür interessieren, wie sie zu so einem hohen Geldbetrag eigentlich kommt, als dafür, wo seine Frau abgeblieben ist.
Michaels Tante Ivan Hay sagte später, dass Michael während er mit der Polizei sprach, eigentlich nicht viel über Bonnie und über ihr Verschwinden gesprochen hat, sondern sich eben viel mehr gefragt hat, wie sie an diese ungefähr 150$ Bargeld kommt. Niemand hat etwas von Bonnie gehört oder gesehen, seit sie angeblich viele Stunden zuvor in der Nacht von sich aus freiwillig ihr Haus verließ.
Doch das hier etwas ganz und gar nicht stimmen kann, lässt nicht nur ihre gefundene Handtasche in der Mülltonne vermuten, sondern auch ihr Auto. Denn dieses wird jetzt nicht weit vom Redroof in Hotel entfernt auf dem Langzeitparkplatz des Flughafens von Jacksonville von der Polizei entdeckt. Bonys blauer Toyota Camry steht dort scheinbar ordentlich geparkt und sieht auf den ersten Blick unauffällig aus.
Keine eingeschlagenen Scheiben, keine sichtbare Beschädigung von außen. Doch als man sich jetzt als nächstes im Inneren des Fahrzeugs umsieht, fallen den Polizisten vor Ort Details auf, die eher dagegen sprechen, dass Bonnie selbst am Steuer saß, als das Auto dort geparkt wurde. Der Fahrersitz nämlich ist auffällig weit nach hinten geschoben, was darauf hindeutet, dass eine größere Person als Bonnie es gewesen ist dort gesessen und den Wagen gefahren hat.
Im Fußraum der Fahrerseite findet man im Bodenbereich Sandrückstände und darin einen klar erkennbaren Schuhaabdruck. Der Abdruck kann einem Sportschuhmodell der Größe 10, in Deutschland wäre das die Größe 43, zugeordnet werden, was erneut darauf hindeuten könnte, dass nicht Bonnie diejenige war, die ihn dort hinterlassen hat.
Doch auch wenn die Spuren im Inneren von Bonny Auto durchaus verdächtig sind und Fragen aufwerfen, so gab es anscheinend erst einmal keine Hinweise darauf, dass sie einem Raub zum Opfer gefallen ist. Denn warum sollte ein Täter, dem es darum geht, Beute zu machen, die Handtasche seines Opfers in einer Mülltonne entsorgen, ohne vorher Wertgegenstände, Bargeld oder auch Kreditkarten darauszustehen? Und auch die Tatsache, dass sich in ihrem Auto trotz der auffälligen Details mit dem Sand, dem Schuhadruck und dem zurückgeschobenen Fahrersitz offenbar
keine sichtbaren Spuren eines Kampfes oder ähnliches gezeigt haben, lässt nicht unbedingt darauf schließen, dass Bonnie in ihrem Auto überfallen oder angegriffen worden ist, zumal ihr Wagen ja auch jetzt nicht an einer verlassenen Landstraße irgendwo im Nirgendwo aufgefunden worden ist, sondern abgestellt sauber abgestellt, mitten auf einem Parkplatz eines gut frequentierten Flughafens, der nur 5 Meilen von ihrem Zuhause entfernt war.
Die Abstellsituation des Toyota wirkte also eher bewusst und nicht überstürzt oder planlos. Michael Hay gibt gegenüber der Polizei also an, dass er und Bonnie einen Streit hatten in der zurückliegenden Nacht und dass sie dann gegen 23 Uhr das Haus verließ. Michael räumt zwar durchaus ein, dass er und seine Frau Probleme miteinander gehabt haben, dass die Ehe nicht perfekt war, aber er macht gleichzeitig klar, dass er mit ihrem Verschwinden nichts zu tun hat und Michael sagt sogar, dass er versucht hat Bonnie zu suchen. Nachdem sie
nämlich nach 23 Uhr einige Stunden schon verschwunden war, hätte er seine Mutter Carolyn angerufen und sie gebeten zum Haus zu kommen, um auf Aaron aufzupassen, während er selbst in sein Auto stieg und in der Gegend herumgefahren ist, um nach Bonnie Ausschau zu halten. Und Michaels Mutter Carolyn hat das anscheinend gegenüber der Polizei auch bestätigt, dass sie ins Haus gekommen ist, um auf ihren Enkelsohn aufzupassen und dass Michael mit dem Auto wegfuhr und nach etwa einer dreiviertelstunde wieder zurückkam,
allerdings ohne Bonnie gefunden zu haben. Und als Bonnie dann aber einige Stunden später um 7 Uhr am frühen Morgen nach wie vor nicht zu Hause war, da hätte er Michael eben dann am Arbeitsplatz angerufen und gesagt, dass beide heute nicht kommen werden. Und kurze Zeit später hat man ja dann am selben Tag eben noch ihre Handtasche und auch ihr Auto gefunden.
Erschreckenderweise muss man sagen, gab es trotz der Umstände rund um ihr Verschwinden. trotzdem, was man bisher schon alles gefunden hat, Menschen, die der Ansicht waren, dass Bonnie tatsächlich freiwillig gegangen ist und auch nicht mehr zurückkommen möchte. Darunter z.B. auch ihr eigener Vater. Bonnys Vater, Robert äußerte nämlich später, dass es immer wieder vorkommen würde, dass Frauen ihre Männer bzw.
ihre Familie verlassen und dass er nicht glaubt, dass Michael in das Verschwinden seiner Tochter involviert gewesen ist. Und auch Michael selbst sagte in einem Fernsehinterview, indem er unter anderem seinen kleinen Sohn Aon Schoitzen hatte, sinngemäß, dass auch er der Ansicht sei, Bonnie habe ihn verlassen, weil sie nicht mehr glücklich war.
Doch auf der anderen Seite gab es auch viele Menschen in Bonys Freundes und Bekanntenkreis, die da ganz anderer Meinung gewesen sind. Und das ist ja auch durchaus nachvollziehbar, dass Bonnie ihren kleinen Sohn zurücklassen und einfach so sang und klanglos verschwunden ist, war kaum vorstellbar. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass sie weder ihr Auto noch ihre Ausweisdokumente, z.B.
auch ihren Führerschein, bei sich hatte, denn der befand sich ja nach wie vor in ihrer Handtasche, die man in einem Müllcontainer gefunden hat. Bei ihren Ermittlungen, die jetzt beginnen, findet die Polizei aber darüber hinaus auch heraus, dass Bonnie eigentlich nur Stunden vor ihrem Verschwinden am Abend des 6. Januar noch Pläne hatte.
Sie wollte um 20 Uhr zu Michaels Tante Ivan Heimfahren, um die Organisation für die Babyparty einer gemeinsamen Kollegin zu organisieren und weiter zu besprechen. Doch Bonnie ist nie bei Evain aufgetaucht. Stattdessen berichtet diese jetzt der Polizei in ihrer Aussage: Bonnie habe sie am Abend des 6.
Januar gegen 20:30 Uhr aufgelöst angerufen und nicht nur die Verabredung abgesagt, sondern Evain auch unter Tränen erzählt, dass sie und Michael einen Streit hatten. Iin hat Bonnie in diesem Telefonat angeboten, sie später noch einmal anzurufen, dass die beiden miteinander reden können, wenn Bonnie jemanden zum Reden braucht.
Aber Bonnie hat das anscheinend abgelehnt und stattdessen gesagt, dass sie und Iin ja morgen, also am nächsten Tag, alles noch einmal besprechen könnten. Doch wie wir wissen, ist es dazu nie gekommen, weil Bonnie ja kurze Zeit später angeblich freiwillig das Haus verlassen hat und seitdem verschwunden ist.
Und während jetzt also weiterhin darüber spekuliert wird, ob Bonnie etwas zugestoßen ist oder aber ob sie doch von sich aus freiwillig untergetaucht sein könnte, entschließt man sich auf Seiten der Polizei zu einem ungewöhnlichen Schritt. Denn zu diesem Zeitpunkt ist eine Sache völlig unbestritten. Die [räuspern] Heimes hatten kurz vor Bonys Verschwinden in der Nacht von 6. auf 7.
Januar Auseinandersetzung, einen Streit. Das hat nicht nur Bonnie selbst am Telefon gegenüber Even Hey erzählt, auch Michael hatte das ja in seiner Aussage bei der Polizei durchaus eingeräumt und zugegeben, dass er und Bonnie gestritten haben. Doch am späten Abend dieses 6. Januar 1993 waren eben nicht nur er und Bonnie im gemeinsamen Haus an der Dolphin Avenue, sondern noch jemand anders.

Jemand, der möglicherweise etwas gesehen oder gehört haben könnte. Der dreieinhalb Jahre alte Arenheim. Zwei Tage nach Bonnys Verschwinden am 8. Januar 1993 wird Aaron darum von einer Expertin des Child Protection Teams, einer Frau namens Brenda Matters, befragt. Wobei man sich das nicht vorstellen darf wie eine übliche Befragung.
Es ist mehr eine Unterhaltung, die mit dem kleinen Aaron in einem geschützten Raum geführt wird. Doch es dauert eben gar nicht lange, da äußert Aaron gegenüber Brenda Mads jetzt Dinge, die nicht nur äußerst verstörend, sondern auch hochexplosiv sind. Daddy hört Mommy. Daddy shot Mommy. Daddy could not wake her up. Daddy hat Mami weh getan.
Daddy hat Mami erschossen. Daddy konnte sie nicht mehr aufwecken. Das erzählt Aaron Heim, Brenda Mers unter anderem in diesem Gespräch. Laut Aarons Angaben soll sein Vater Michael seiner Mutter Bonnie also nicht nur weh getan, sondern sie auch erschossen haben. Und Aaron beschreibt mit dem Wortschatz, den er als dreieinhalb Jahre altes Kind eben zur Verfügung hat, auch was offenbar danach geschehen ist, bzw.
was er wahrgenommen hat, nämlich, dass sein Vater seine Mutter nicht mehr aufwecken konnte. Daddy could not wake her up. Detective Robert Hinson sagte später in einem Beitrag für die Serie Unsved Mystery: Nachdem was uns das Kind an diesem Tag erzählt hat, war meine einzige Schlussfolgerung, dass es einen Streit gab und dass Michael Hay seine Frau getötet hat, dass er ihren Körper anschließend wegbrachte und ihr dreieinhalb Jahre alter Sohn alles mit angesehen hat.
Michael Hay besaß ein paar Turnschuhe, deren Größe und Profil zu dem Abdruck gepasst haben, den man in Bonys Wagen im Fußraum der Fahrerseite gefunden hat. Und er besaß darüber hinaus auch eine Schusswaffe, ein Gewehr Kaliber 22. Doch das alles reicht jetzt trotzdem erst einmal nicht aus, um Michael Hy eines Verbrechens anzuklagen, denn dafür fehlen entscheidende Beweise.
Zwar hatte man sich auf Seiten der Polizei wohl direkt nach Bonys Verschwinden in ihrem und Michaels Haus sehr wohl umgesehen, aber dabei keine Spuren gefunden, die darauf hingedeutet haben, dass ein Verbrechen stattgefunden hat. Z.B. hat man keinen gesicherten Tatort feststellen können, keine Blutspuren.
Man hat auch keine Waffe gefunden, die man direkt mit einem Verbrechen in Verbindung hätte bringen können und es gibt keine Leiche, weswegen man eben forenzisch auch nicht eindeutig nachweisen kann, dass hier überhaupt ein Tötungsdelikt stattgefunden hat. Und was Aaron angeht und das was er gesagt hat, auch hier tun sich für die Ermittler Schwierigkeiten auf, denn Aon war im Jahr 1993 eben erst dreieinhalb Jahre alt und es kann am Ende nun einmal nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden, ob er nicht in irgendeiner Art und Weise beeinflusst worden ist, das zu
sagen, was er gesagt hat. Es gab in seinen Aussagen auch viele Andeutungen und Bruchstücke. Seine Erinnerungen könnten dementsprechend vor Gericht, falls man sie überhaupt zulässt, von einer Verteidigung gleich aus mehreren Gründen angegriffen werden. Doch auch wenn der entscheidende Beweis gegen Michael Hay fehlt, so stand jetzt offenbar trotzdem die Frage im Raum, ob der kleine A in der Obhut seines Vaters nicht in Gefahr sein könnte aufgrund dessen, was er gesagt und woran er sich aus der Nacht von 6. auf 7. Januar
erinnern konnte. Soweit ich das bei meiner Recherche verstanden habe, verlor Michael kurze Zeit später dann tatsächlich das Sorgerecht für seinen Sohn und Aaron kam zunächst in die Obhut seiner Tante Liss, der Schwester seiner Mutter. Zwar durfte Michael seinen Sohn zunächst noch zweimal die Woche sehen, allerdings berichtete Lis dann, dass die Besuche seines Vaters Aaron stark belastet haben, weswegen diese dann auch eingestellt worden sind.
Und nachdem Aaron von einem Gericht als besonders schutzbedürftiger Zeuge eingestuft wurde, wird er auch offiziell unter staatlichen Schutz gestellt und kommt dann im Alter von 5 Jahren in eine Pflegefamilie, wobei Aarons Pflegeeltern Ronnie und Jean Fraser ihn dann im Jahr 1999 adoptiert haben. Michael sind seine elterlichen Rechte also entzogen worden.
Ausonheim wird Aaron Fraser und in den Jahren, in denen er jetzt bei seinen Adoptiveltern aufgewachsen ist, soll Aaron weiterhin immer wieder über seine Erinnerungen aus der Nacht von 6. auf 7. Januar 1993 gesprochen haben und in den Jahren, die jetzt vergehen, lebt Michael auf der anderen Seite so schines sein Leben mehr oder weniger normal weiter.
Irgendwann zieht er aus seinem und Bonys gemeinsamen Haus an der Dolphin Avenue aus und vermietet es ab dem Jahr 2000 immer wieder, wobei Michael im Mietvertrag ausdrücklich festgehalten hat, dass in seinem Garten keine baulichen Veränderungen und auch keine Grabungsarbeiten stattfinden dürfen. Er heiratet dann auch irgendwann erneut und zieht mit seiner neuen Frau Ann im Jahr 2004 nach Telehassi.
Doch auch wenn man damals im Jahr 1993 nicht genug Beweise hatte, um Michael Hay eines Verbrechens anzuklagen, bedeutet das nicht, dass in den Jahren, die seitdem vergangen sind, nichts geschehen ist. Im Jahr 2004 kam es nämlich zu einem Zivilverfahren gegen Michael, also zu einer Klage, bei der es nicht darum geht, wie in einem Strafprozess jemanden zweifelsfrei etwas nachzuweisen, sondern viel mehr darum, ob jemand zivilrechtlich für den Tod eines anderen Menschen verantwortlich gemacht werden kann.
Nicht im Sinne einer Gefängnisstrafe, sondern im Sinne von Haftung und Schadensersatz. Und dieses Verfahren, zu dem Michael Hay im übrigen nicht vor Gericht erschienen ist, um sich zu verteidigen, endet damit, dass er sehr wohl für den Tod seiner ersten Frau Bonnie haftbar gemacht wurde, mit der Konsequenz, dass sein Sohn Aaron nicht nur finanziellen Schadensersatz erhalten, sondern auch im Zusammenhang mit diesem Zivilurteil später das Haus an der Dolphin Avenue zugesprochen bekam und im Jahr 2014 Aon ist inzwischen 25 Jahre alt, da kehrt er
dann auch genau dorthin zurück in das Haus, indem er seine Mutter Bonnie vor nun mehr 21 Jahren zuletzt gesehen hat und das jetzt ihm gehört. Kurz nach seinem Einzug beginnt Aaron dann auch damit das Haus und das Grundstück auf Vordermann zu bringen. Er räumt auf, er repariert, er renoviert und dabei stehen jetzt vor allem auch Arbeiten an einigen Marode gewordenen Anlagen im Garten an, die inzwischen nicht mehr funktionieren.
Doch schon kurz, nachdem Aon mit der Arbeit im Garten begonnen hat, steht er auch schon vor einem Problem, denn beim Aufbrechen einer Betonplatte tritt ein Wasserleck auf, was ihn dazu zwingt, die Platte komplett zu entfernen, die sich im Bereich der Außendusche im Garten befindet. Und unter dieser Betonplatte sieht Aaron, nachdem er sie entfernt hat, jetzt etwas, dass er zunächst nicht zuordnen konnte, nämlich einen großen Müllsack, in dem sich etwas Rundes befand.
Er öffnet den Sack und begreift, dass es sich dabei um den oberen Teil eines menschlichen Schädels handelt. Als die Polizei in Begleitung der Spurensicherung kurze Zeit später gegen 13 Uhr an diesem Sonntag, den 14. Dezember 2014 an der Dolphin Avenue ankommen, wird das Haus und auch der Garten großräumig abgesperrt und eine systematische Untersuchung des Gartens eingeleitet.
Bei weiteren Grabungen wird dabei das Erdreich jetzt Schicht für Schicht abgetragen, wobei man dabei äußerst vorsichtig und methodisch zu Werke geht, damit Spuren oder Knochenfragmente nicht beschädigt oder übersehen werden. Unter der Betonplatte findet man in den kommenden Tagen die stark zersetzten undskelettierten Überreste einer Frau, bei der es sich, wie sich in der Gerichtsmedizin nach einem DNA Abgleich herausstellen wird, um die seit 21 Jahren vermisste Bonnie Him handelt.
Der Pathologe stuft die Todesart von Bonnie Hay in der Gerichtsmedizin als Tötungsdelikt ein. Und auch wenn die Todesursache, also wodurch genau Bonnie starb, nach so langer Zeit nicht mehr eindeutig festgestellt werden konnte, so gab es doch Hinweise, die in eine ganz bestimmte Richtung gedeutet haben. Zusammen mit ihren skelettierten Überresten fand man nämlich auf Seiten der Spurensicherung im Erdreich bei der Grabung im Garten auch eine Patronenhülse Kaliber 22.
Und an Bonys Beckenknochen wurde in der Gerichtsmedizin eine kreisförmige Defektstelle festgestellt, die durchaus mit einer Schussverletzung vereinbar war. Und wir erinnern uns zurück, damals im Jahr 1993 hat die Polizei ja auch ermitteln können, dass Michaelheim ein Gewehr Kaliber 22 besessen hat, wobei man eben jetzt eine Patronenhülse genau dieses Typs im Garten im Erdreich fand.
Nachdem im Dezember 2014 also Bonnie sterbliche Überreste gefunden und die gerichtsmedizinische Untersuchung abgeschlossen war, wird Michael Rayheim am 24. August 2015 in North Carolina, wo er inzwischen lebt, festgenommen und dann auch wegen Mord des zweiten Grades angeklagt. Und als sein Prozess im April 2019 in Jacksonville beginnt, plädiert er auf nicht schuldig.
Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war Bonys Verschwinden in der Nacht von 6. auf 7. Januar 1993 keinesfalls freiwillig, sondern das Ergebnis eines eskalierenden Streits, in dessen Verlauf sie von ihrem Ehemann Michael umgebracht worden ist. Bonnie hatte und dafür gab es viele starke Indizien vorgehabt, Michael zu verlassen, den gemeinsamen Sohn mit sich zu nehmen und sie hatte ja dahingehend auch konkrete Schritte unternommen.
In der Theorie der Anklage kam es sehr wahrscheinlich unter anderem ganz genau darum, am Abend des 6. Januar zu einem Streit und Michael hat Bonnie umgebracht, weil und so formulierte es wohl auch der zuständige Staatsanwalt vor Gericht, dass in seinen Augen die einzige Möglichkeit gewesen ist, um sie davon abzuhalten zu gehen, indem er sie umgebracht hat.
Aber abgesehen davon sprach auch das, was man direkt nach Bonnys Verschwinden gefunden hat, also ihre Handtasche und auch ihr Auto am Flughafen dafür, dass diese Spuren von Michael gelegt worden sind, dass er derjenige war, der noch in der Nacht, nachdem er sie umgebracht hat, ihren blauen Toyota auf den Parkplatz am Flughafen fuhr und dass auch er derjenige war, der ihre Handtasche dann in diesen Müllcontainer hinter dem Hotel warf.
sehr wahrscheinlich in der Hoffnung, dass die Handtasche ohnehin nicht gefunden wird und dass es dann so aussieht, als sei Bonnie mit allem, was für sie wichtig ist, Bargeld, Kreditkarten, Ausweis, Führerschein und so weiter freiwillig verschwunden. Da der Flughafen ja nur etwa 5 Meilen von Bonys und Michaels Zuhause entfernt war, besteht durchaus die Möglichkeit, dass nachdem er die Handtasche entsorgt und das Auto sicher abgestellt hat, sich zu Fuß auf den kurzen Weg zurück nach Hause gemacht hat. Wann allerdings Michael Bys
Leiche im Garten vergraben und dann unter dieser Betonplatte versteckt hat, das konnte man natürlich nicht mehr ermitteln. Es kann durchaus sein, dass das noch in derselben Nacht stattgefunden hat. Es ist aber durchaus auch wahrscheinlich, dass er das erst später gemacht hat, dass er ihre Leiche erst einmal versteckt hielt und dann erst später im Garten vergrub.
Denn die Polizei kam ja nach Bonny Verschwinden in ihr und Michaels Haus und hat sich dort auch umgesehen. Man hat damals nichts gefunden, was auf ein Verbrechen hingedeutet hätte. Also keine Blutspuren, keinen Tatort im Haus, wo man irgendwie sagen hätte können, da ist etwas seltsam, das müssen wir uns genauer anschauen.
Das alles gab es nicht. Aber deswegen kann es trotzdem durchaus sein, dass Bonnie zu dieser Zeit schon im Garten vergraben gewesen ist, dass das einfach eben nur übersehen wurde, entweder, weil man sich im Garten nicht genau genug umgesehen hat oder aber, weil Michael das alles gut versteckt hat, sodass das eben niemanden auffiel, aber es ist eher wahrscheinlich, dass er ihre Leiche erst einmal versteckt hielt und dann später dort vergrub.
Ein Motiv, eine Gelegenheit, ein Streit am Abend des 6. Januar kurz vor Bonys Verschwinden. Michaels Schuhabdruck in ihrem Wagen. Der zurückgestellte Fahrersitz. Bonnie sterbliche Überreste, die in ihrem eigenen Garten auf Michael Hys Grundstück in der Erde gefunden worden sind. Die Patronenhülse Kaliber 22, die ebenfalls mit ihren sterblichen Überresten im Erdreich sichergestellt werden konnte.
Die Tatsache, dass Michael seinen Mietern, denen er ab dem Jahr 2000 immer wieder das Haus an der Dolphin Avenue vermietet hat, klar machte im Mietvertrag festgehalten, dass keine Grabungs oder Umbauarbeiten im Garten durchgeführt werden dürfen und Aarons Aussage: seine Erinnerungen daran, was er damals als Kind als kleines Kind beobachtet haben will.
In den Augen der Anklage ist das eine sehr starke Indizienkette. Und weil wir ohnehin gerade schon bei Aaron sind, auch er saß im Prozess gegen seinen Vater im Zeugenstand. Er sprach dort wohl über seine Kindheit, wie traumatisch der Verlust seiner Mutter und auch das, was erlebt hat, für ihn gewesen ist. Er sprach über die Therapie, die er später gemacht hat und auch darüber, wie er die Überreste von Bonnie dann im Jahr 2014 gefunden hat.
Die Verteidigung auf der anderen Seite argumentierte, dass es keinen eindeutigen Beweis für die Schuld ihres Mandanten geben würde und dass die Staatsanwaltschaft ihre Anklage rein auf Indizien aufgebaut hätte. Auch Michael Hay selbst saß in seinem Prozess dann im Zeugenstand und hat noch einmal berichtet, dass Bonnie freiwillig von sich aus nach dem Streit gegangen wäre, dass er sie geliebt hat und ihr niemals etwas hätte antun können.
Außerdem sagt Michael unter Eid auch noch aus, dass sein damals dreieinhalb Jahre alter Sohn Aaron am Abend dieses 6. Januar, als er und Bonnie diesen Streit hatten, schon längst im Bett war und geschlafen hat. Und damit deutet er natürlich an, dass das, was Aaron gesehen haben will, woran er sich glaubt, erinnern zu können, nicht wahr sein kann.
Aber wie auch immer, im April 2019 jedenfalls wird Michael Rayheim von den Geschworen, die wohl nicht einmal zwei Stunden gebraucht haben, um zu einem Urteil zu kommen, wegen Mord des zweiten Grades an seiner ersten Frau Bonnie schuldig gesprochen und zu lebenslangehaft ohne reguläre Möglichkeit auf Bewährung verurteilt.
Im Laufe der Zeit kam wohl immer einmal wieder der Verdacht auf, bzw. We es gab dahingehend Gerüchte, dass Michael Hay nach dem Mord an seiner Frau möglicherweise Hilfe gehabt hat, etwas zu inszenieren und auch Bys Körper zu vergraben, zu verstecken. Und über viele Jahre hinweg kursierten auch Aussagen, die wohl ebenfalls Aaron zugeschrieben worden sein sollen, wonach er als Kind immer wieder sagte, dass seine Großeltern, also Bonnys Eltern, beim Verstecken ihrer Leiche geholfen hätten.
Bonys Vater hatte ja seinen Schwiegersohn immer verteidigt und auch öffentlich gesagt, dass er davon ausgeht, dass seine Tochter freiwillig verschwunden ist und nicht zurückkommen will. Jedoch muss man klar festhalten, dass für eine Beteiligung von Bonys Eltern es keinerlei Belege gegeben hat und dass sie offenbar auch nie strafrechtlich verfolgt oder angeklagt worden sind.
Bonnie Hay war erst 23 Jahre alt, als sie verschwand und neben der Tatsache, dass sie eben nicht verschwunden, sondern von ihrem eigenen Ehemann ermordet wurde, ist mit das Verstörendste an diesem gesamten Fall, daß sie nie weg war. Jahre lang lag sie nur wenige Meter von ihrer Haustür entfernt, versteckt unter einer Betonplatte im Garten.
Und dass sie nach so langer Zeit ausgerechnet von dem einen Menschen gefunden wurde, den ihr Verlust am allermeisten getroffen hat, ist etwas, dass man eigentlich gar nicht glauben will, so schrecklich ist es. Aber andererseits konnte durch den Fund ihrer Überreste nach so langer Zeit ihr Mörder doch noch zur Rechenschaft gezogen werden.
Ja, meine Lieben, damit sind wir am Ende dieses wirklich unglaublichen Falles angekommen und ich persönlich habe keinerlei Zweifel daran, dass Michael Hay seine Frau Bonnie im Laufe eines Streites erschossen. anschließend versucht hat, ein freiwilliges Verschwinden zu inszenieren und sie dann später im Garten vergraben hat. Und ich ganz persönlich glaube auch Aaron.
Ich glaube, dass er damals als Kind wiedergegeben hat, woran er sich erinnern kann und darum glaube ich auch, dass er am Abend bzw. in der Nacht von 6, auf 7. im Januar 1993 sah, wie seine Mutter gestorben ist. Aber was denkt ihr über diesen gesamten Fall? Wie ist eure Meinung dazu? Schreibt mir genau das, eure ganz persönliche Meinung und Einschätzung unten in die Kommentare.
Ich bin wie immer sehr gespannt, was euch durch den Kopf geht und zu welchem Schluss ihr am Ende kommt. Damit verabschiede ich mich jetzt für heute von euch, meine Lieben. Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Tag und hoffe, wir sehen uns dann ganz bald im nächsten Video wieder. Bis dahin macht’s gut. M.