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Akte Jens Salaw – Ein mysteriöser Tod und verdächtige Spuren Teil 1/2 T

Akte Jens Salaw – Ein mysteriöser Tod und verdächtige Spuren Teil 1/2  

Im Februar 2020 verschwindet Jens Salaf nach einer ausgelassenen Karnevalsparty in der Eifel. Erst anderthalb Tage später wird die fast nackte Leiche des 21-jährigen auf einem Ackernah eines Bauernhofes in Monschaen gefunden. Schnell geht die Ermittlungsbehörde von einem tragischen Unglücksfall aus. Doch vor allem bei Familie und Freunden bleiben Zweifel an der offiziellen Theorie. Jens Eltern geben nicht auf.

 In ihrer verzweifelten Suche nach der Wahrheit wenden sie sich im Jahr 2025 an das Institut für angewandte Kriminalistik und Forensik in Duisburg, das die bisherigen Ermittlungen forensisch untersucht und neu bewertet hat. Exklusiv in wahre Verbrechen spreche ich mit dem Leiter des IFK Marius Richter und seine Assistentin Stefanie Plugehenze darüber, was ihre Analyse an den bisherigen Annahmen bestätigt oder in Frage stellt.

 Wir reden über eine konkrete Tathypothese, die sich aus dem forensischen Strafgutachten ableitet und darüber, welche nächsten Schritte sich daraus nun für die Staatsanwaltschaft ergeben könnten. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, Freunden von Jens und auch seiner Mutter einige Fragen zu stellen. Warum habt ihr entschieden, euch an das IFK zu wenden? Was hat euch an dem offiziellen Anmittlungsergebnis zweifeln lassen? Weil wir gehofft haben, dass durch die Bearbeitung des EFK für uns wichtige Punkte bzw. Fragen geklärt werden

können, welche uns von den Behörden als Todesursachen unseres Jens genannt wurden. Wie war die Zusammenarbeit für euch mit dem IFK? Hervorragend, vor allen Dingen im kommunikativen Bereich. Wir wurden über alle Ecken umgehend informiert. Was erhofft ihr euch durch die Einreichung des Gutachens bei der Staatsanwaltschaft Aen? Das nun nach fast 6 Jahren die Staatsanwaltschaft ermitdiet.

Und gibt es aus eurer Sicht ein gerechtes Urteil für die Täter? Ein gerechtes Urteil für uns wäre, wenn die Leute, die etwas mit dem Tod unseres Sohnes zu tun haben, mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft würden. In diesem Podcast geht es um wahre Kriminalfälle, deren Hintergründe und das Zusammentreffen von Ermittlern, Opfern und Tätern.

 Es geht aber auch um die Frage, inwi weit diese Verbrechen unser heutiges Rechtssystem geprägt haben und welche Lehren wir als Gesellschaft aus diesen ziehen können. Wahre Verbrechen hörst du jeden Donnerstag kostenlos und überall, wo es Podcast gibt. Ich bin Alex, das ist mein Podcast und willkommen zu Wahre Verbrechen.

 Bitte beachte die Triggerwarnungen in der Folgenbeschreibung. Du hörst Teil 1, ein mysteriöser Tod und verdächtige Spuren. Ja, und damit herzlich willkommen zu Wahre Verbrechen. Ich bin sehr gespannt, was Steffi und Marius Richter uns zu dem Fensf noch zu erzählen haben. Das ist auf jeden Fall eine ganze Menge. Vielen Dank fürs Kommen.

 Ihr wart ja vorgestern bei Stern TV und habt über den Fen Salaf berichtet, was auch noch mal eine riesengroße Welle ausgelöst hat. Ja, herzlich willkommen Marius Richter und Steffi Plug. Henze vom Institut für angewandte Kriminalistik und Forensik in Duisburg. Haben wir sehr gerne gemacht, Alex, danke. Danke für die Einladung. Bevor wir gleich mal in den Fall starten, der ja ziemlich komplex auch ist, würde ich sagen, stellt euch einmal kurz vor.

Ja, also Marius Richter, ich bin so ein bisschen der Headoff an unserem Institut. Ich war viele Jahre im Polizeidienst aktiv, habe viele Jahre beim LKA große Ermittlungskommission geleitet, habe ja sowohl den Bereich der Wirtschaftskriminalität, aber auch Kapitalverbrechen bearbeitet, einige Mordkommissionen habe dort auch ganz spannende Erfahrungen machen dürfen, so dass sich im Grunde genommen meine gesamte Erfahrung letztendlich auf diese Zeit stützt.

 M ich habe 2019 das Institut gegründet, einfach aus dem Gedanken heraus, dass man irgendwie eine andere Art der Fallbearbeitung platzieren kann mit der viel stärkeren Ausprägung von Kompetenzen und dieses Expertenteam dann je nach Fallkonstellation eben mit den entsprechenden Kompetenzen auszustatten, um jegliche Fallmöglichkeiten auch vernünftig zu bearbeiten.

 Und letztlich ist es ja so, dass wir das ist ja nun auch kein großes Geheimnis. Es gibt einfach viele, ich sag jetzt mal, Fehlentwicklung in solchen komplexen Fällen. Das kann natürlich sowohl für die Betroffenen, die Beschuldigten, aber auch für Angehörige dann letztlich zu wirklichen Enttäuschung führen oder auch wirklich zu dramatischen Folgen, so dass wir eigentlich ja unterschiedlich mandatiert werden.

 Entweder bestärken die Seite der betroffenen Beschuldigten, die möglicherweise zu Unrecht beschuldigt werden, oder wir stehen auf der Seite von Angehörigen, die möglicherweise Opfer zu beklagen haben und letztendlich da auch keine vernünftige Unterstützung bekommen. Mhm. oder nicht die Unterstützung, die sie gerne hätten im Zusammenhang mit der Bewältigung von solchen äh Ereignissen.

Also, das ist so der der Schwerpunkt, den wir machen und den machen wir sehr gerne. Und dann kann ich direkt mal zu Steffi drüber schwenken, die äh jetzt auch seit einigen Monaten ein fester Bestandteil unseres Instituts ist und ich bin wirklich auch sehr, sehr froh, dass sie bei uns ist, weil sie einfach wirklich sehr viel mitbringt, um da auch uns in der Sache ganz weit nach vorne zu bringen.

 So, Steffi, jetzt bist du an der Reihe. Danke schön, Marius. Ja, mein Name ist Steffi. Viele kennen mich vielleicht schon. Ich bin nämlich eigentlich oder war früher mal aktive Podcasterin. Das ist jetzt so ein bisschen eingeschlafen. Ich bin aber immer noch leidenschaftliche True Crime Autorin. Also ich schreibe für externe True Crime Produktion und ja auch Bücher.

 Und seit August 2025 gehöre ich auch als Assistentin von Marius zum Kernteam des Instituts für angewandte Kriminalistik und Forensik. Ja, danke für die Vorstellung und Marius, du hast ja jetzt schon ein bisschen darüber berichtet, ne, was so die Kernaufgaben von eurem Institut oder von deinem Institut ist, dem IFK. Und ich würde dich noch mal fragen, was macht das IFK einzigartig? Das ist es ja tatsächlich auch, wenn ich jetzt richtig informiert und recherchiert habe, dann ist das IFK tatsächlich das einzige kriminalistische Institut, das so arbeitet, ja, wie ihr.

Ja, also was vielleicht das Besondere ist, um überhaupt die Arbeit zu machen, die wir machen, musst du eigentlich schon so eine Karriere gemacht haben oder muss man zumindest die Erfahrung gehabt haben wirklich viele, viele Jahre in kriminalpolizeilichen Ermittlungsdienst tätig zu sein. Es ist auch wichtig dann Kommission geleitet zu haben, weil man einfach dann weiß, wie man die Bearbeitung von solchen Fällen konzipiert.

 Dann ist es auch wichtig zu wissen, wie Staatsanwaltschaften mit solchen Sachverhalten umgehen, wo sie Schwerpunkte legen. ist ganz andere Sichtweise, die wir annehmen. Mhm. und äh versuchen die dann eben in unsere Arbeit mit einzubauen. Ja, wir arbeiten im Bundelnom ähnlich wie eine kriminalpolizeiliche Fachdienststelle oder wie eine Mordkommission.

 Wenn wir jetzt uns auf den Fall von Ien Sala fokussieren, da haben es tatsächlich so gemacht, dass wir sehr sehr intensiv eben nicht nur die Akte zunächst studiert haben, äh analysiert haben, bewertet haben und festgestellt haben, dass da einfach sehr viele Dinge nicht gemacht worden sind, aber auch das soll jetzt auch nicht als Kritik dann geäußert werden äh hinsichtlich der polizeilichen Arbeit.

Es gibt für alles einen Grund, aber wir haben tatsächlich festgestellt, es gibt einfach Dinge, die in diesem Fall nicht gemacht wurden. Und das ist dann der Ansatz gewesen, dass wir es machen. Das heiß äh neben diese Strafakten Forensik, wie wir sie im Prinzip namentlich auch geprägt haben, also diesen diesen Part der Untersuchung der entsprechenden Akte, der Bewertung der Ergebnisfassung zu dieser Akte kommt neuer Bereich, nämlich der Bereich der Nachmittlung.

 und dieser Nachmittlung sind genau also deren Bereich, der eigentlich die meiste Arbeit dann macht, weil man äh beispielsweise neue Zeugen befragen muss, weil man dort die ganzen äh Beweise, Sachbeweise zunächst einmal überhaupt feststellen, erkennen muss, die dann auswerten muss. Wir haben dazu auch, wenn wir jetzt elektronische Beweise haben, also sprich irgendwelche Laptops oder irgendwelche Datenträger, dann haben wir schon die Möglichkeit, das IT-forensisch auch untersuchen zu lassen.

 Wir haben einen festen IT-forensit in unserem Team, der da auch sehr sehr, ja, ich sag jetzt mal auch sehr sehr gut aufgestellt ist auch der arbeitet gleichermaßen auch für Ermittlungsbehörden und nimmt auch Aufgaben wahr für Ermittlungsbehörden in dem IT-forensischen Bereich. So, das alles, was wir dann machen, ist im Grunde das soweit vorzubereiten, dass wir am Ende wie hier in diesem Fall von Jens einen Gutachten haben, das sehr umfänglich ist mit vielen Anlagen.

 Alles in allem wird dann an die Staatsanwaltschaft, an eine zuständige Staatsanwaltschaft weitergereicht und wir versuchen auch dann das noch weiter zu begleiten. Also, um jetzt das nur noch mal auf einen kleinen Punkt zu bringen, ich weiß, ich rede natürlich ziemlich viel um diese ganze Geschichte, damit das so ein bisschen den Zuhörern auch irgendwie klar ist, was wir so machen.

 Es gibt schon gewisse Institute in Deutschland, die sich so mit Teilbereichen befassen. Also es gibt ja z.B. Die rechtsmedizinische Institute, die befassen sich so mit den rechtsmedizinischen Fragen. Wenn es in einem solchen Fall darum geht, jetzt bestimmte Befunde noch mal zu erklären oder die Befunde noch mal zu bewerten, dann gibt es auch Unterschied.

 Es gibt auch chronologische Institute, die sich jetzt, ich sag mal, aus der kriminologischen Sicht vielleicht mit den Täterverhalten befassen, die vielleicht auch da gewisse Dinge antizipieren, aber es gibt nicht dieses Institut, was wirklich auch alles in einem übernimmt, ohne die eigentlich gedachten Ermittlung eine Kriminalpolizei spiegelt und dann aber auch in einer sehr sehr detaillierten Art und Weise so weit voranbringt, dass man eigentlich der Staatsanwaltschaft Ermittlungsansätze bietet, dass man neue Beleg liefert. Ja, so etwas gibt es

nicht. Ich glaube in USA gibt’s solche Unternehmen, die so etwas anbieten. Das ist aber schwierig solche zu engagieren und solche einzubetten. Das deutsche Rechtssystem oder europäische Rechtssystem, weil sie einfach nach US-amerikanischen Rechtsnormen da eigentlich Schwierigkeiten hätten, das hier auch im gleiche Maße in Deutschland umzusetzen.

Mhm. Ja, es es es bedarf eine gewissen Vorbereitung so etwas überhaupt umzusetzen auch in rechtliche Hinsicht, in praktische Hinsicht, in kriminalistische Hinsicht und ja, das braucht einfach gewissen gewissen Aufwand und ja, eine gewisse Intensität, um da hinzukommen. Aber wichtig ist vielleicht auch noch mal zu sagen, dass wir Ergebnis offen arbeiten.

Was meinst du damit? Na ja, dass wir den Mandanten natürlich vorh schon sagen, dass wir zu dem Ergebnis kommen können oder auch halt zu einem anderen. Also, es gibt keine keine Gefälligkeitsgutachten oder so. Mhm. Das ist vielleicht noch mal ganz wichtig zu beton. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Deswegen ist Steffi so wertvoll für uns.

Sie ist sie denkt echt immer immer noch ein Stückchen weiter. Also Gefälligkeitsgutachten dürfen wir natürlich nicht machen, sonst sind wir unglaubwürdig. Aber alles, was wir an Ergebnissen haben, das flust wirklich nach der kriminalistischen Spurenlehre. Wir machen einen Verdachtsschöpfungsprozess von A bis Z, der wirklich auch überprüfbar, nachvollziehbar ist.

 Da darf also auch nicht irgendwie etwas reingebracht werden, das nicht reinpasst. Also es hat alles wirklich eine vernünftige Basis und folgt der kriminalistischen Spurenlehre. Von daher alles hat so seine entsprechende Richtigkeit und auch sehr wichtig, da habe ich ja mit Steffi auch schon auf der gesprochen, da geht’s ja im Prinzip oder wie du ja auch schon gesagt hast, nicht darum, die Polizeiarbeit, die Ermittlungsarbeit schlecht zu reden, sondern einfach noch mal ein Ansatz zu finden, noch mal zu gucken, wurde alles abgefragt, wurde alles ermittelt oder

gibt’s da doch noch Wege, die im Dunkeln geblieben sind und vor allem werden wir jetzt auch speziell Salafall merken oder auch hören wie weit ihr da eigentlich in dem Fall auch noch mal vorgedrungen seid. Hierzu noch eine ganz kurze Frage und eine kurze Antwort. Wie steht die Polizei? Wie steht die Staatsanwaltschaft zu deiner Arbeit? So habst du das Gefühl, dass ihr da in einer großen Konkurrenz steht? Wirst du nicht ernst genommen oder könnt ihr gut zusammenarbeiten? dass wir nicht ernst genommen werden, das kann ich denke ich ausschließen. Wir

haben in der Zwischenzeit schon so viele Gutachten verfasst und diese Gutachten sind auch immer eingesetzt worden, sind auch in der Staatsanwaltschaft bewertet worden, sind vor Gericht äh eingesetzt worden und man weiß schon um die Qualität der Arbeit. Es ist nicht so, dass wir wirklich als Konkurrenz zu polizeilichen Arbeit stehen.

Mhm. Wir ergänzen die polizeiliche Arbeit und versuchen dann auch Dinge herauszuarbeiten, die die Polizei nicht gemacht hat. Alex, vielleicht nur noch mal ganz kurz, weil das ist häufig das Thema. Man fragt sich, warum hat die Polizei das nicht vorher schon irgendwie erkannt und warum hat die Polizei oder ist Polizei diesen Weg nicht gegangen? Ja, und das ist eine unglaublich wichtige Erfahrung, die wir aus diesen letzten sechs Jahren ziehen können, nämlich, dass die Polizei häufig in der ersten Phase schollen und das haben wir auch in

dem Fall ihren Zahl auf, dass sie in der ersten Phase eine erste Verdachtsbrägung bekommen und das ist einfach auch ein Phänomen, das jeder von uns kennt. Wenn du dir z.B. neues Auto kaufst, dann siehst du dein Auto plötzlich immer wieder auf den Straßen fahren und denkst mal das habe ich vorher gar nicht so oft gesehen.

 Ich nehme das jetzt also immer wieder wahr. Das ist dieses Phänomen, diese selektiven Wahrnehmung und ähnlich fällt es sich letztlich bei den polizeilichen Ermittlung. Das heißt, wenn du eine mit einer festen Annahme mit einer Tathypothese hineingehst in so ein Fall, dann siehst du plötzlich immer nur die Dinge, die deine Hypothese stützen und nicht widerlegen und die punktierst du viel stärker aus.

 Das heißt, am Ende bist du auch davon überzeugt, dass deine Fallhypothese exakt zu der Beleglage passt. Und das ist ja das, was Steffi auch angedeutet hat. Wir steigen nicht bei einer Tathypothese ein. Wir versuchen nicht eine Tathypothese schon früh zu verfestigen, sondern wir steigen immer über die entsprechenden Spuren, über die Belege, über die Beweise und unsere Hypothese ist so dynamisch, dass wir wirklich diese Hypothese im durch jeden durch jede neue Erkenntnis, die wir gewinnen, wieder anpassen können, verändern können. Wir müssen es da

wirklich disziplinieren. Das ist bei der Polizei häufig eben auch noch dadurch nicht so ausgeprägt, weil die Polizei hat einen extrem hohen Vorgasdruck. Das habe ich ja selbst erlebt. Also es gibt einfach unheimlich viele Fälle, die ein Sachbearbeitet kann polizeilicher Sachbearbeitet zu bearbeiten. Ja, du hast den Faktor Zeit und eben die Menge an Fällen und das bringt dich eigentlich auch in die Not, das irgendwie zu strukturieren und händelbar zu machen.

 Deswegen gehst du schnell in die Hypothese und ich w so blöd, dass auch klingt ja bei einem bei einer Schlägerei vor zwei Gruppen. Also diejenigen, die zuerst sich an die Polizei wenden und dann der Polizei n ihr Herz ausschütten, selbst wenn sie die Initiatoren einer solchen Schlägerei waren, sind dann erstmal die Opfer wahrscheinlich, die haben schon von vorne rein die Opferrolle und das wird ja, das setzt sich wirklich in solchen Verfahren auch durch. Das ist unfassbar.

Mhm. Äh und die eigentlichen Opfer, die dann plötzlich zu Tätern gemacht werden, die haben keine Chance mehr das irgendwie zu revidieren, weil alle Maßnahmen laufen jetzt dann nur noch aus diese Hypothese heraus und diese selektive Wahrnehmung führt letztlich dazu, dass du nur noch Spuren aufnimmst, die deine These bestätigen und das ist der große Fehler, der in vielen Verfahren gemacht wird.

Ja, spannend. Vielen Dank noch mal fürs für die Erklärung und eure Arbeit hört sich ja auch nach sehr sehr sehr viel Aufwand an. Wir sind ja hier in einem True Podcast. Wir hören oft von Ermittlungen und auch von der Größe dieser Ermittlungsteams. Vor allem, wenn es auch um ein Kapitalverbrechen geht. Wie groß ist euer Team im EFK? Wir haben ein Kernteam von vier bis fünf Personen, aber weil du tatsächlich jeden Fall individuell betrachten musst und je nach Fallkonstellation brauchst du immer wieder andere Kompetenzen und wir haben

immer Zugriff auf Rechtsmediziner. ITF ist ist bei uns immer fest im Team, aber wenn du jetzt in in Wirtschaftschen reingehst, da brauchst du ein Buchhalter, brauchst du vielleicht ein Experten für SAP, da musst du jemanden haben, der sich mit Datech besonders gut auskennt. Also je nach Fallkonstellation und Auswertebedarf macht es einfach keinen Sinn ein komplett festes Team zu halten.

 Also das so wie KPMG auf eine Payroll mit 50 Mitarbeitern im Ermittlungsbereich agiert. Ja, und sobald du die dann beauftragst kommen 15 Mann und zehn davon sorgen nur für die Organisation. Ja, also das ist dann einfach schwierig. Das kannst du eigentlich auch nicht verkaufen. Und ich finde auch du kannst wirklich in kleinen Teams eng abgestimmt mit unterschiedlichen ja ja Kompetenzen prnanter punktueller auf diese Themen auch zugehen und die dann auch erarbeiten.

 Das ist ja unsere Philosophie. Und Steffi, du bist ja von Beginn an am Jens Salafil mit dabei mit Marius Richter zusammen. Habt ihr euch den Fall angeguckt? Wir hören ja gleich mehr. Was sind deine Aufgaben im IFK? Also, ich kümmere mich um eigentlich alle organisatorischen Dinge, die so anfallen und ich unterstütze Marius natürlich bei der Bearbeitung, der Bewertung und der Analyse der Fälle.

Jetzt speziell im in dem Jens Salafall habe ich die Angehörigen und die Zeugenbetreuung gemacht. Ja. Und Steffi, kannst du uns malzen, wie es jetzt dazu kam, dass Jens Familie sich bei euch gemeldet haben. Wie ist der Fall am Ende im EFK gelandet? Also, ich habe Marius und das EFK über den Doppelmod von Pico kennengelernt.

 Da haben wir schon zusammengearbeitet. Allerdings bin ich erst später dazu gekommen, da war das Gutachten eben schon erstellt. Wir haben da auch schon, wie Marius ja vorhin schon sagte, wir begleiten die Fälle, gerade solche Fälle, die ja so komplex sind, äh meistern eben auch noch mal nebenbei weiter sozusagen.

Es kommt ja immer mal, dass man sich austauscht, ne? Und genau das haben wir eben gemacht, daher kannte ich ihn. Und dann habe ich im Sommer 2025 ein Beitrag bei SternTV gesehen. Habe da das erste Mal von dem Fall von Jens gehört. Ich kannte den Fall vorher überhaupt nicht und habe mir aber gedacht, ging ja schon irgendwie ein bisschen wild, würde sich wahrscheinlich ein zweiter Blick auf jenen verlohen.

 Und äh es gibt eine Facebook-Gruppe, die heißt Trauer um Jens. Vorher war das Suche um Jens. Da haben sich die Leute damals organisiert, als er als vermisst galt und haben da eben die Suchen koordiniert und als dann eben klar war, dass dass er nicht mehr lebt, hat man die umbenannt und äh in dieser Gruppe sind auch die Eltern aktiv von Jens.

 Dann habe ich einfach ein Post verfasst, habe gesagt, es gibt diese Möglichkeit in Deutschland solche, wenn man Fragen hat oder Zweifel hat, das noch mal kriminalistisch unabhängig prüfen zu lassen. geht eben an diesem Institut und daraufhin haben die Eltern sich dann bei Marius gemeldet und ähm das war dann quasi auch mein Einstieg in den Fall und im IFK wirklich von Anfang an, dass ich das dann eben mitbegleiten durfte, weil Marius, denke ich mal, aus dem Fall von Pico dann eben gemerkt hat, okay, ich bin da, ich kann ja gut organisieren, ne? Das ist halt so, ich

interessiere mich für die Dinge. Ich habe mir viel angelesen, viel gelernt und genauso bin ich dann halt eben von durfte ich von Anfang an den Fall dann mit begleiten. Steffi ist da wirklich sehr gut strukturiert. Das ist immer ganz wichtig, dass du da in dem Bereich eine wirklich klare Struktur hast.

 Und für mich war es klar, ich konnte den Fall nicht alleine machen, weil der Fall auch schon echte Wellen geschlagen hat in den sozialen Medien. Es war klar, dass wir unheimlich viele Personen befragen und nach befragen müssen. Das war auch klar, dass ich da Steffi zwingend brauchte. Sie hat unglaublich gute Zugänge geschaffen zu den potenziellen Zeugen.

Hat da eine extrem gute Vertrauensbasis aufgebaut und war dadurch bedingt auch immer ansprechbar. Es ist übrigens ohnehin ja so eine so eine Grundvoraussetzung. Man muss sich in diesen Themens auch wirklich gut miteinander verstehen und man muss auch wissen, du kannst da nicht nur jetzt irgendwie zwischen 14 und 16 Uhr anrufen, ja, sondern das ist ja so, dass man mit so einem Pfall, da geht man mit ins Bett und steht morgens mit auf und zwischendurch fällt ja auch noch mal was ein. Das heißt, das ist nicht ar

typisch, dass man dann tatsächlich plötzlich mal nachts noch malinander telefoniert und dann noch mal ein Aspekt berücksichtigt, weil das ist ein Prozess und Steffi, die hat also ein ganz festen Bereich eben in diesen Ermittlungen übernommen. Ja, das ist schon eine gewisse Gabe, die Steffi da mitgebracht hat.

 Das sind Dinge, die ich auch früher meine Ermittlungskommission ähm zwingend brauchte, nämlich Kollegen, Beamte, die auch irgendwie auch diese Empathie bringen und auch entsprechend eine Vertrauensbasis aufbauen können, weil darüber funktioniert das ja auch, weil dann öffnen sich die Hinweisgeber und die Zeugen, die ja, die haben einfach die wissen, man geht mit ihnen um, man nimmt die Dinge auch ernst, die man dort vorbringt.

 Das ist schon ein wichtiges Paket, was da dazu gekommen ist. Und ich habe gesagt, ohne Steffi kann ich diesen Fall nicht machen, weil genau das ja ganz großer Bereich eben ja des des Kontakbaus, des Unterhaltens des der Kontakte, die ja diese ehrliche Art auch dieses dieses vertrauensvolle, das ist das, was Steffi echt dann super super mit reingebracht hat und uns das auch sehr viel weitergebracht hat.

 Ich kann es tatsächlich auch nur bestätigen, zwar aus meiner bescheidenden Sicht als True Crime Podcast auch nur genau die Zusammenarbeit mit Steffi, da kann ich eigentlich auch nur Marius auch noch mal zustimmen. Also ich habe selten eine Person kennengelernt, wenn überhaupt die ja sich mit Kriminalistik, mit dem deutschen Strafrecht so gut auskennt und wirklich einen großen Überblick schaffen kann.

 Deswegen herzlichen Glückwunsch auf jeden Fall noch mal an dich, Steffi, für den Erfolg auch, den ihr jetzt in dem Fall feiern könnt, wenn man das so sagen darf. Kommen wir jetzt aber noch mal kurz zurück zu den Eltern von Jens. Du hast ja erzählt, du hast dich bei ihm gemeldet, hast sie auf das Institut aufmerksam gemacht.

 Dir sind ja am Bericht von Stern Ungereimtheiten aufgefallen. Sind diese Ungereimtheiten in den Anmittlungen den Eltern auch aufgefallen? Ja, das war ja das große Problem. Die Eltern konnten sich viele Dinge nicht erklären. Da gehen wir nachher noch mal genau drauf ein, aber z.B. die fehlende Kleidung war so ein Punkt.

 Dann hat es sie sehr belastet, dass sie nicht wussten, wann ihr Kind gestorben ist. Also, der Todeszeitpunkt wurde weit gestreckt, quasi vom Tag seines oder vom Zeitpunkt, wo man weiß er verschwunden ist bis zum Auffinde Zeitpunkt. Das heißt, sie wussten, die Uhrzeit kannten sie erst recht nicht, aber sie wussten noch nicht mal den Tag.

 War es jetzt der 21.2., war es der 22.2. Sie wussten es nicht. Und sie hat natürlich immer die Befürchtung gehabt, weil sie ja auch eben wussten, wie ihr Kind äh sich verhält, hatten sie halt immer die Befürchtung gehabt, dass er eben da nicht selbstverschuldet zu Tode gekommen ist, sondern dass er jemand seine Finger mit im Spiel hatte und das sind halt Fragen, die sie umgetrieben haben und auf die sie halt Antworten haben möchten.

 ist ja auch ganz klar, du kannst ja, ich glaube, mit so einer Sache kannst du ohnehin nicht abschließen, wenn dein Kind ums Leben gekommen ist, aber wenn du dann noch nicht mal weißt, wie es passiert ist, wann ist es passiert, warum ist es passiert, dann ist das ja ist das ja einfach eine Endlosschleife. Da kommst du ja ist ja ein Albtrraum, aus dem du einfach gar nicht mehr aufwachen kannst, ne? Und ich kann mir auch vorstellen, dass die Zusammenarbeit mit Jens Eltern sicherlich auch sehr emotional war.

 Wie hast du das empfunden? Also äh das Thema ist natürlich für die Familie emotional. Wir dürfen es nicht an uns rankommen lassen, weil dann verlierst du ja deine Objektivität. Das wäre fatal. Ich muss aber sagen, dass ich die Zusammenarbeit als sehr angenehm empfunden habe, weil die Eltern es ähm einfach sehr einfach gemacht haben, auf sie zuzugehen und man konnte sie jederzeit ansprechen.

 Also natürlich hat man gemerkt, dass innerhalb der Familie das Thema sehr emotional belastet ist. Ist ja auch logisch, aber die Zusammenarbeit war, ich würde sagen, einfach oder Marius? Also, sie haben es einem einfach gemacht, auf sie zuzugehen, richtig? Als sie sich dazu entschlossen haben, mit uns in der Sache weiterzugehen, hatten sie leider schon gewisse Enttäuschung erlebt.

 Muss man ja deutlich sagen. Es ist ja so, wenn du in mit so einem Fall in die Öffentlichkeit gehst, dann bieten sich alle möglichen Helfer an, die auch zaubern können mit unter, ne? Nein, Spaß beiseit, das ist tatsächlich so, du hast immer dann auch Menschen, die die Situation ausnutzen. So.

 Und das ist etwas, was für uns immer ganz wichtig ist, dass wir auch wir haben langes Erstgespräch geführt mit ihnen zu Hause und haben dann auch erklärt, wie wir es was wir machen, wie wir vorgehen wollen. Haben also wirklich eine Vertrauensbasis aufgebaut, die dann Steffi letztendlich für uns war immer wichtig, dass wir dass sie immer ansprechbar ist für die Eltern, weil äh sie natürlich gleich immer wieder hin und her gelissen waren.

 Ja, es gibt auch ein Berater von der von der Familie, die natürlich gesagt haben, seid vorsichtig, nicht, dass das wieder passiert, dass euch da wieder jemand enttäuscht oder macht euch irgendwelche Hoffnung. Es ist hochsensibler Bereich, aber insgesamt haben wir, glaube ich, recht gut und recht schnell das Vertrauen gewinnen können und Steffi hat dann also wirklich diesen Kontakt auch wirklich konsequent fortgeführt und hat auch immer mehr Gespräche geführt und ja und so so sind wir in diese Fall äh Bearbeitung dann auch eingestiegen

und das war schon das Schlagwort. Jetzt tauchen wir langsam tiefer in den Fall ein. Marius, du hast einleitend von der Strafakten Forensik gesprochen, ein Begriff, den du ja auch geprägt hast. Ich denke, das kann man so sagen. Kannst du uns jetzt noch mal kurz abholen, was stellen wir uns unter Strafakten Forensik vor? Ja, den Begriff habe ich tatsächlich geprägt.

 Es war immer die Frage, wie wie geht man wie nähert man die solchen Fällen? Auch in diesem Fall gibt’s eine Ermittlungsakte, wo die Polizei alle Ermittlungsschritte verschriftlicht, alle Maßnahmen etc. Alles, was dort an Erkenntnissen geworden wird, geht ihn normales in eine solche Ermittlungsakte rein. Die ist dann nachher auch Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens.

 Man spricht ja auch immer bei solchen Akten von Aktenwahrheit, Akten Klarheit. Das heißt, du musst wirklich alles damit einbringen. Die Akte spiegelt im Prinzip das gesamte Entmittlungsverfahren wieder. So. Und ähm die Strafakten vorwärn sie bezieht sich genau auf diese Akte, nämlich ist ein mehrstufiger Prozess, nämlich als einmal die Akte zu intensiv zu lesen, aufzunehmen, zu analysieren, dann zu bewerten, festzustellen, was ist gemacht worden, welche Schritte sind gegangen worden, wie ist der kriminalistische Verdachtsschöpfungsprozess auch anhand

der vorliehenden Spuren belegbar? Gibt es da möglicherweise Abweichungen, die nicht erklärlich sind in der Akte? gibt es Sprünge in der Akte oder oder das so der erste Bereich und der zweite Bereich der Strafakten fornig ist dann der Bereich der Nachmittlung. Du stellst immer fest, dass in jeder Akte es ist eigentlich wirklich durchweg kann zu sagen, in allen Akten gibt es irgendwelche Dinge, die nicht sauber durchermittelt sind oder wo du siehst, dass da irgendwelche Defizite sind, wo du siehst, dass da möglicherweise noch

Untersuchungen erforderlich sind. So, das heißt, du kommst dann in die zweite Phase der Starwakten vor gesamter Bereich der Nachmittlung und die Kombination aus den Dingen, die du in Akte schon vorfindest und aus dein Bereich der Nachermittlung und das Ergebnis wird in Form eines Gutachtens dann abgefasst, wo alles detailliert auch dargelegt ist und aufgeschlüsselt ist. Das ist die Strafakten vor den.

Also, es hat eine gewisse Wissenschaft, das ist häufig so, dass man Dinge vielleicht mit einem anderen mit einer anderen Perspektive dann auch anders sieht. Ja, ich weiß selbst wenn man in so einem Fall arbeitet als Kriminalbeamter, du bist jeden Tag eigentlich immer in dem gleichen Ablauf, dann übersieht man Sachen.

 Jemand, der da objektiv noch mal von anderen Seite drauf schaut, das noch mal verstehen will und dann da der sieht dann wieder Dinge, die man korrigieren kann, korrigieren muss. Wie gesagt, wir nutzen das ja nicht, um jetzt der Polizei zu zeigen, wie schlecht sie arbeitet, denn das ist nicht der Fall. Und auf jeden Fall von den Saal gab es wirklich viel viel Kritik auch an den Dingen, die in der Akte gemacht worden sind, aber diese Kritik ist dann äh aus meiner Sicht nicht immer angebracht, weil gerade der Jensala Fall ist eigentlich auch so

typisch für Fälle, die am Ende mit dem Todesfall enden. Er sind plötzlich nicht mehr da. Man fragt sich, wo sie sind. Das heißt, du hast dann eine vermissten Sache und aus polizeiliser Sicht stellt sich das als Gefahren abwage da. Wenn du die Menschen, die anderen, die angehörigen, Freunde befragst, ja, und versuchst da in dem Bereich aktiv zu sein, dann stellst du andere Fragen, als wenn du die stellen würdest, wenn du wüsstest, dass er schon tot ist und du dann in einem kürzlichen Todesermittlungsverfahren bist, ne? Weil

da bist du schon möglicherweise im Strafverfolgung und hier bist noch in der Gefahrenfel. Die Gefahrenfel geht immer vor der Strafverfolgung. Das heißt, die Befragungen, die im Rahmen dieser gesamten vermissten Sache dann äh stattgefunden haben, die bezogen sich lediglich auf die vermissten Sache. Und da ging es eben daran festzustellen, mit wem war zusammen das letzte Mal? Wer hat i das letzte Mal gesehen, in welcher Verfassung war er? all diese Themen, die eben interessant sind, die der Polizei helfen, ihn zu ja lokalisieren, ihn ihn

vielleicht auch noch mal lebend zu finden und ihm dann zu helfen, ich sag mal, aus der Situation herauszuhelfen. Und äh nach dem Auffinden äh des Leichnamens fängt eine komplett neue Lage an und eine komplett neue Lagebewertung. Und da stellt sich die Frage, gehst du in den Bereich, wo du dir die Frage stellst, ist das ein Tod, den er alleine verantworten muss oder kann durch sein Verhalten, vielleicht durch seinen Zustand, durch die Alkoholisierung, die er äh offensichtlich ja hatte, also das dann die nächsten Mal und dann fragst du

dich, oder gibt es möglicherweise ein Fremdverschulden? Gibt’s jemanden, der das äh möglicherweise wie auch immer begünstigt hat? Ja, und die Polizei entscheidet, muss ja auch entscheiden, muss ja dann irgendwie in der in dem Fall sagen, okay, wir gehen jetzt davon aus, es ist niemand anders schuld an dem Tod von Jens nur Jens alleine, dann hast du diesen allein verschuldeten Fall und dann enden auch die Ermittlung.

Danke schön Marius. Steffi, kannst du uns malzen, wie seid ihr im Fall von Jens vorgegangen? Wie seid ihr eingestiegen? Genau. Maris hat ja gerade schon erzählt, wir hatten ein Erstgespräch mit den Eltern, wo wir uns erstmal alles angehört haben und Marius eben dann den Eltern erklärt hat, wie jetzt der weitere Ablauf ist, dass es halt eine ergebnisoffene Ermittlung sein wird, dass er aber nachdem, was er eben weiß sagen konnte, ja, wir können da auf jeden Fall helfen und Gewissheit bringen. Also, sie werden auf jeden Fall

mehr wissen, wenn wir mit den Ermittlungen fertig sind, als sie jetzt wissen. Und dann haben wir die Akte mitgenommen. Ich habe die dann digitalisiert, also wir hatten ja keine Ermittlungsakte, das war ein Todesermittlungsverfahren und das habe ich ähm digitalisiert. Dann hat Marius die Akte angefangen auszuwerten und dann ging das so sukzessive, dann hat man guckt, okay, welche Zeugen sind für uns interessant, mit wem müssen wir sprechen, wo brauchen wir noch Expertisen? Ja, also das war im Prinzip so der Vorgang ganz grob

zusammengefasst, ne? Ja, aber hört sich jetzt schon, auch wenn es grob zusammengefasst ist, sehr zeitintensiv an. Wie lange habt ihr jetzt an dem Fall gearbeitet? Also, wir waren Ende August 2025 das erste Mal bei den Eltern und richtig eingestiegen in den Ermittlungen sind wir dann im Oktober.

 Also, es waren dann quasi 3 Monate, die wir dann aber wirklich intensiv an dem Fall gearbeitet haben. Also 247, da gab’s kein Wochenende, da gab’s, wie Marius schon sagte, wenn dann nachts um 11 Uhr dir noch was eingefallen ist, dann musst du hat man da noch mal telefoniert. Also, das waren dann wirklich 12 Wochen richtig Arbeit.

 Und da habe ich noch gedacht, also wenn ich bei Polizei arbeiten würde, da hast du ja mehrere Dinge, die du tun musst, mehrere Fälle. Wir hatten jetzt das Glück, wir konnten uns auf einen Fall konzentrieren, aber das ist das ist ein Wahnsinn gewesen, wirklich. Also Privatleben war da aber nicht viel, ne? Hast ja gemerkt, ne? Wir haben auch nicht gesprochen, wenn du angerufen hast.

 Alex, was willst du? Das stimmt. Du warst schon sehr involviert. Jetzt hast du ja grob angeschnitten, wieso euer Arbeitsalltag aussah. Wir erfahren jetzt noch ein bisschen mehr. Das sind natürlich nicht nur Akten, die euch angeguckt habt. Ihr wart sehr oft vor Ort. Ihr habt mit Personen gesprochen, mit Angehörigen gesprochen.

 Eure Arbeit hat mich schon sehr, sehr stark an die einer Mordkommission erinnert und ich sehe da auch nicht große Unterschiede. Kann man das so sagen? Ja, also Mordkommission ist ja auch ein eine sehr intensive fokussierte Ermittlungsarbeit in einem Team. Da schaut auch keiner auf die Uhr. Dein gesamter Alltag ist darauf ausgerichtet, in diesem Fall zu arbeiten.

 Gehst nach Hause, um eigentlich nur noch zu schlafen und es ist sehr intensiv. Auch jede Spur wird bearbeitet, also meistens in Teams. Ich habe jetzt dann mit Steffi als Team die Sachen, das ist immer wichtig als Team bearbeitet. Das hat ja auch den einen Charakter natürlich der Objektivierung. Ja, weil jeder hat vielleicht eine andere Art Dinge aufzunehmen. Wenn du z.B.

 die Befragung jetzt die anschaust, wir haben die immer als Team gemacht. Äh wir haben die Befragung aufbereitet mit einem Fragekatalog. Wir haben die Zeugen, das waren ja nun mal auch oder sind auch Zeugen im Sinne des Stadtprozessrechts auch entsprechend schon mal vorsorglich belehrt hab. Wir haben also wirklich formell das alles sehr an eine Vernehmung durch die Polizei oder durch die Staatsanwaltschaft angepasst. Mhm.

damit wir das auch wirklich verwerten können und dass das auch im Nachgang auch durch die Staatsanwaltschaft bewertet werden kann. Du arbeitest in Teams, arbeitest in Mordkommission auch immer in Teams, äh du hast Komplexe abzuarbeiten, je nachdem in welchen Spurensicherung oder du bist im Bereich der Ermittlung oder im Bereich Vernehmungsteams oder was auch immer.

Ja, du hast also da verschiedene Zuständigkeiten und da haben wir jetzt in diesem Fall eigentlich immer uns dann die Misskonzeption, die wir dann auch immer wieder dann noch mal angepasst haben, je nach Lage, aber wir haben das eine kleine Mordkommission gehabt tatsächlich. Ja, ich bin sehr gespannt darauf, was ihr im Jens Salafall herausgefunden habt und wir hören uns mal an, was am 21.

 Februar 2020 passiert ist. Jens und ich kannten uns einige Jahre rückblickend würde ich sagen, dass die Freundschaft sich ziemlich schnell und vertrauensvoll aufgebaut hat bis hin zu besten Freunden aus meiner Sicht jedenfalls und der war vom Charakter her ein sehr offener, lebensfrohr und vor allem auch verantwortungsbewusster Mensch.

Donnerstag, 20. Februar 2020. Gemeinsam mit seinen Freunden feiert der 21-jährige BWL-Student Jens Salaf ausgelassen Karneval. Am Vormittag glühen die Freunde vor. Am Mittag machen sie sich dann auf den Weg nach Lamersdorf ins Festzelt. Jens ist wie immer gut drauf. Er genießt es, Zeit mit seinen Kumpel zu verbringen.

 Nach einem schweren Autounfall drei Jahre zuvor ist ihm wahrscheinlich mehr als allen anderen seiner Freunden bewusst, wie kostbar solche Momente sind. Am Abend geht es weiter in die Tenne nach Eicherscheid. Um kurz vor 0 Uhr macht sich Jens gemeinsam mit einem Freund zur Haltestelle auf und steigt in den Discobus 1, der ihn zum Haus seiner Eltern nach Kaberg bringen soll.

Sein Freund kann nicht ahnen, dass er der letzte aus dem Freundeskreis ist, der Jens Salaf leben zieht. Jens setzt sich rechts neben den Busfahrer. Die beiden kommen ins Gespräch. Der Busfahrer wird später sagen, dass Jens einen müden, aber keinen betrunkenen Eindruck auf ihn gemacht habe. Während seiner Zeugenbefragung durch das EFK gibt der Mann zu Protokoll.

 Ich fragte ihn, wo er hin müsse. Er antwortete, dass er eigentlich nach Kaiter Herberg fahren müsse, wo er wohnt. Im gleichen Atemzug sagte er aber auch, dass er aber im Konsten aussteigen würde, um eine Freundin oder eine Bekannte in Mützen nicht zu treffen und dort weiterzufeiern. Gegen 10 Uhr steigt Jens gemeinsam mit 10 bis 12 weiteren Personen an der Haltestelle Breite Straße in Konzen aus.

Hier verlieht sich die Spur des jungen Mannes. Jens und ich kannten uns schon seit der frühen Kindheit. Ich bin 2001 nach Kalb gezogen und in sein Elternhaus war zwei Häuser weiter. Von daher hat man sich früh kennengelernt und die Freundschaft zueinander ist so im jüngeren bis mittleren Jugendalter entstanden.

Wir sind zusammen öfters Bus gefahren und da ist dann halt mehr Freundschaft entstanden. Mit Jens konnte man alles machen. war ein ein sehr netter Mensch und mit dem konnte man halt auch wie das Sprichwort so sagt Kühlschubsen gehen. Jens war ein fröhlicher, aufgeweckter Mensch, der hatte immer klar seine Meinungen.

 Also für ihn gab es immer nur ein Ja und Nein. Und da blieb es auch immer bei. War immer hilfsbereit spontane Sachen zu haben und ja einfach ein sehr sehr toller Freund. Und wir haben ja gerade gehört, dass Jens gemeinsam mit seinen Freunden Karneval gefeiert hat. Und Steffi, ist es euch gelungen, den Ablauf des Abends bzw.

 des Tages zu rekonstruieren? Ja, definitiv. Also, wir wissen, dass Jens am Vormittag des 20.2.2020 2020 von seinem Stiefvater zu einem Freund gebracht wurde. Dort hat er sich schon mit einer Gruppe von Freunden getroffen. Sie haben ein bisschen vorgeglüht, Shisha geraucht, Musik gehört, also hatten wirklich eine gute Zeit. Sie sind dann Richtung Nachmittag äh haben sich dann auf dem Weg gemacht in das Festzeit nach Lammersdorf.

Haben dort eben auch gefeiert und am Abend sind sie dann in die Tenne nach Eicherscheid gefahren. Das ist auch ein Veranstaltungsort. Da wurde dann auch noch mal gefeiert und dann gegen 0 Uhr hat Jens dann beschlossen, dass er den Abend beenden möchte und hat sich dann eben auf dem Weg zum Busplatz gemacht, gemeinsam mit einem Freund und ist dort in den Bus eingestiegen.

 Also, das können wir sicher rekonstruieren. Wir wissen sogar, wann er eine letzte Mahlzeit zu sich genommen hat und Wasser gegessen hat. Das konnten wir auch rekonstruieren. Also der Ablauf des Tages können wir lückenlos nachvollziehen, was dort passiert ist, weil halt auch immer Personen bei ihm waren, ne? Mhm.

 Marius konntet eh herausfinden, warum Jens in Konsten ausgestiegen ist, weil sein Freund ging ja davon aus, dass er nach Hause fährt, also nach Kalter Herberg und das wären von Konsen, wo er ausgestiegen ist, mindestens noch 30 Minuten Busfahrt gewesen. Wir konnen das nicht feststellen, ne? Das ist auch eine kleine Blackbox für uns, aber wir haben natürlich gewisse Vermutungen und diese Vermutungen gehen ja auch in Richtung des Motivs für diese Tat, von der wir auch ausgehen, dass es sich um eine ja eine Delikt haben, eine eine Straftat vorliehen haben. Wir haben

allerdings und das hat Steffi ja schon angedeutet unseren Schwerpunkt auch so ein wenig auf diese Bereiche gelegt, die wir auch sauber nachvollziehen können. Und das war eben das verlassen der Tennel, der Weg zum Rusparkplatz, die Busfahrt an sich und das Ausstiegsszenario spricht, wer ist in den Bus mitgewesen? Wer ist da in Konsten ausgestiegen? Weil wir uns natürlich die Frage gestellt haben, jemand muss uns zumindest Angaben machen zu dem, was Jens danach gemacht hat, aber glaubhafte Angaben wohl gemerkt. Also haben wir gesagt, wir

müssen auch eine Strategie anwenden, um möglichst viele Personen zu mobilisieren, sich bei uns zu melden, die auch zu diesem Zeitpunkt diesen Bus benutzt haben und in diesem Bus auch wahrgenommen haben, dass Jens dort ist und uns auch sagen können, wer ist ausgestiegen in Konzen. Das war so der Weg, wie wir glaubten, dass wir die Möglichkeit haben, eher herauszufinden, was Jens dort eigentlich vorhatte.

 Das ist uns ganz gut gelungen. 10 bis 12 Personen sind ausgestiegen. Das war auch die Erkenntnis, die wir dann im Zuge der Befragung gewinnen konnten. Und von diesen 10 bis 12 Personen haben wir sechs Personen identifizieren können. Wir haben mit zwei, drei Personen telefoniert. Wir haben sie nicht persönlich befragt.

 Das war aber auch nicht die Absicht, weil das sind ganz ganz wichtige Zeugen für die Polizei. Das heißt, wir wollten jetzt nicht mit unseren Fragen da möglicherweise schon irgendwelche Antworten vordenken lassen. Wir wollen eigentlich, dass die Polizei diese Zeugen, sag jetzt mal so, so bekommt, äh so mit denen auch reden kann, wie es eigentlich für die Ermittlung erforderlich ist, unvereingenommen und nicht schon mit irgendwelchen Fragen belastet und irgendwelche Antworten vorgedacht in dort einzubringen.

 Und wir haben also auch nur kurz telefoniert, wir haben gefragt, ja, ihr seid eingestiegen, ihr seid ausgestiegen. Mhm. Ja. Und wer war da? Welchen Weg seid ihr gegangen? So, das war’s. Wir haben also ansonsten versucht keine Fragen noch irgendwie zu formulieren, die dann tatsächlich jetzt mal irgendwelche gewünschten Antworten hätten bringen können, weil das wollen wir nicht, ne? Ja, aber noch mal um auf warum er in Konst ausgestiegen ist.

 Also wir haben aber zumindest eine die Aussage vom Busfahrer, die ja dahingehend sehr interessant war. Also der Busfahrer war ja für uns sowieso ein sehr wichtiger Zeuge, weil er ja eben auch den Zustand von Jens beschreiben konnte, weil die sich unterhalten haben kurz. Mhm. Und er hat ja geäußert, dass Jens ihm erzählt hat, dass er zwar nach Kalter Herberge fahren müsste, weil er dort wohne, aber er hätte ihm im gleichen Atemzug auch gesagt, dass er ein Konsten aussteigen würde, um eine Freundin oder eine Bekannte in Mützen nicht zu treffen

und um dort weiterzufeiern. Also, wir wissen nicht, wer diese Freundin war, aber das ist zumindest mal ein Verdacht, dass er da irgendwie noch jemanden treffen wollte. Ja, wenn ich sage, dass das für uns so eine Blackbox ist, dann bedeutet das nicht, dass wir da keine Erkenntnisse haben. Aber für uns ist immer wichtig aus journalistischer Sicht, dass wir das, was wir an Informationen haben, zumindest von einer anderen Seite her belegen und beweisen können.

 Ja, also, dass du dass du auf jeden Fall eine Aussage hast, die du aber überprüfen kannst und jemand anders bestätigt das auch, so dass du eine Gegenprobe hast, dann ist das für uns eine gesicherte Information. Aber wir haben nur die Aussage des Busfahers, ja, und wir haben sie nicht noch irgendwie durch eine andere Aussage unterlegen und bestätigen können.

 Ja, wir haben Hinweise, aber diese Hinweise müssen noch weiter entwickelt werden und weiter gearbeitet werden. Deswegen wir stellen mal fest, wenn wir die Dinge tatsächlich auch von anderen Seiten hier noch mal unterstützend bestätigt bekommen, dann haben wir auch eine gesicherte Beleglage. Hast du eine Idee, warum Jens in Konsen ausgestiegen ist? Er hat an dem Abend oder bei der Verabschiedung selber nicht geäußert, wo er hinfahren will oder ob er bestimmte Ziele hatte.

 Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass er nach Hause fährt. Das war auch die Absprache oder jeder hat sie gesagt, dass wir jetzt nach Hause fahren und warum er halt in Konsten ausgestiegen ist, wissen wir halt bis heute nicht. Das ist die große Frage. Eine Idee, warum den Konsten ausgestiegen ist, habe ich nicht, aber es muss was gewesen sein, was wirklich einen wichtigen Grund hatte, bzw.

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