Wahrheit oder Lüge? – Die tödliche Jagd der Hannah Payne T
Wahrheit oder Lüge? – Die tödliche Jagd der Hannah Payne

Dienstag, 7. Mai 2019. Harsfield Jackson International Airport Atlanta im US-Bundessad Georgia. Der Verkehr rund um die Innenstadt ist an diesem Tag dichter als üblich. Ein LKW beladen mit Batterien steht in Flammen. Einsatzkräfte sperren mehrere ein und Ausfahrten, während sie versuchen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Zwischen den vielen Fahrzeugen fährt auch Terry Robinson über den Clark Howl Highway. Der Strafverzugsbeamte hat heute frei. Nachdem er einige Besorgungen erledigt hat, ist er nun auf dem Weg nach Hause, um die letzten warmen Sonnenstunden zu genießen. Die Ampel vor ihm springt gerade auf rot, als Terry sieht, wie ein roter Dodge Coter Pickup plötzlich beschleunigt und über die Haltelinie schießt.
Er hält den Atem an, als der Wagen nur knapp einem schwarzen Jeep ausweicht und anschließend in das Heck eines Kleinlasters kracht. Stanley Kimble, der Fahrer des Kleinlasters, steckt mit weichen Knien aus seinem Fahrzeug. Körperlich bleibt er unverletzt. Und auch Hammer Pain, die Fahrerin des schwarzen Jeeps, der dem Dodge Decur knapp entgangen ist, lenkt ihr Auto an den Straßenrand, atmet tief durch und steigt schließlich ebenfalls unversehrt aus.
Terry Stanley und die 21-jährige Henner Pay gehen gemeinsam zum Wagen des Unfallverursachers. Die Front des Pickups ist schwer beschädigt. Rauch tringt unter der Motorhaube hervor und aus dem Wrack laufen Flüssigkeiten, die sich als dunkle Pfützen auf dem Asphalt sammeln. Der Fahrer ist der 62-jährige Kenneth Heing.
Erst nach einigen Minuten gelingt es ihm aus dem zerstörten Fahrzeug zu steigen. Zwar scheint er körperlich unverletzt, du hast sein Verhalten irritiert die Zeugen. Er taumelt um seinen roten Dodge Dakota. Murmelt unverständliche Worte. und wirkt vollkommen desorientiert. Terry und Henna greifen beide zum Handy und verständigen die Polizei.
20 Minuten vergehen, ohne dass ein Streifenwagen auftaucht. Terry ruft erneut den Notruf an. Er macht sich Sorgen um Kamoth Hearing. Terry arbeitet seit Jahren in einer Einrichtung, in der kranke Häftlinge versorgt werden. Und auch wenn er nicht genau einschätzen kann, was dem 62-jährigen fehlt, steht für ihn fest, dass Kenneth dringend ärztlicher Betreuung bedarf.
Während Terry der Dispatcherin also schildert, dass der Mann einen stark verwirrten Eindruck macht, steigt Kenneth plötzlich wieder in sein demoliertes Fahrzeug, zieht die Tür zu und startet den Motor. Noch bevor jemand eingreifen kann, heute der Dodge de Coder auf und schießt unter den fassungslosen Blicken der Umstehenden davon.
Niemand hätte es für möglich gehalten, dass der Pickup nach dem heftigen Aufbre überhaupt noch fahrbereit ist. Und doch gelingt es Kamth Hearing den Wagen erneut in Bewegung zu setzen. “Mach ein Foto vom Kennzeichen schnell”, ruft Terry Stanley und Hann Paint zu. Die 21-jährige, die gerade erneut mit einer Dispatcherin der Notrufzentrale spricht, springt in ihren schwarzen Jeep, startet den Motor und fährt dem fliehenden Unfallfahrer hinterher.
Sie ist überzeugt, dass Kenneth Hearing betrunken ist. Später wird sie behaupten, Terry habe ihr das gesagt. Er selbst bestreitet das. Es gelingt dir, dem Dodge Decoder aufzuschließen und der Dispatcherin das Nummernschild durchzugeben. Die Mitarbeiterin der Notrufzentrale, die Henna Pain bereits zuvor ausdrücklich geraten hat, den Mann nicht hinterher zu fahren, fordert sie jetzt erneut auf, zum Unfallort zurückzukehren.
Eine Streife sei bereits dorthin unterwegs. Doch Henner ignoriert die Aufforderung. Er ist betrunken. Ich nicht. Es tut mir leid, aber ich werde nicht aufhören, ihm zu folgen. Er baut sonst noch einen Unfall. Ich bleibe hinter ihm, bis der Polizeibeamte hier ist, erklärt sie. Ich möchte, dass Sie zum Unfallort zurückkehren.
Ein Beamter trifft jeden Moment dort ein, sagt die Dispatcherin, ohne zu wissen, dass Henner Pain ihren Jeep längst an der Kreuzung von Forest Parkway und Riverday Road gestoppt und Kenneth ausgebremst hat, als er nach rechts auf eine einmütende Spur abbiegen wollte. Die beiden befinden sich nun rund 1,6 km vom ursprünglichen Unfallort entfernt.
Mit dem Handy in der Hand steckt Henner Pain aus ihrem Jeep und marschiert entschlossen zur Fahrerseite des roten Dodge Dakota. Zwischen ihr und dem 62-jährigen Kennis entbrennt ein hitziger Streit. In der Auseinandersetzung fällt ihr Telefon auf die Fahrbahn. Henner greift jetzt unter ihre dunkelblaue Bluse, wo sie ihre Waffe in einem Holz trägt und zieht sie.
Immer wieder schreit sie: “Steig aus dem Auto aus.” Zwischen vorbeirauschendem Verkehr und Henners Schrein hört die Mitarbeiterin der Notrufzentrale plötzlich einen lauten Knall. Hen Paint bückt sich nach ihrem Handy und schreit: “M’, Mam! Er hat gerade den Abzug meiner Waffe gedrückt, während ich sie in der Hand hatte.
Am anderen Ende hört sie die erschöpfte Stimme der Dispatcherin. “Ich habe ihnen doch gesagt, sie sollen ihm nicht nachfragen. Er hat meinen Jeep gerammt”, kreischte Henner, bevor sie mit fester Stimme verlangt. “Sagen Sie den Polizisten, er soll sofort herkommen. Officer Richie vom Clayton County Police Department trifft nur wenige Minuten später ein.
Kaum steigt aus seinem Streifenwagen rufen mehrere Autofahrer, die angehalten haben, um die Szene zu beobachten, dass die junge Frau beim schwarzen Jeep gerade einen Mann erschossen habe. Und inzwischen hat Henner Pain ihre dunkelblau Bluse gegen einen rosafarbenen Kapuzpulli getauscht. Das Oberteil war ihr während der Auseinandersetzung mit Kenis bis zum Bauchnabel aufgerissen.
Officer Richie läuft zu ihr. Henner klemmt die Handy zwischen Ohr und Schröter und reicht ihm schweigend ihre Waffe, den Griff nach vorn. Währenddessen sagt Kenneth kaum noch ansprechbar auf seinem Fahrersitz zusammen. Die Kugel hat ihn in den Unterbauch getroffen. Eintreffende Rettungskräfte befreien Kenneth aus dem Fahrzeug und beginnen sofort mit lebensrettenden Maßnahmen.
Währenddessen redet Henner auf die umstehenden Zeugen ein. Sie fordert sie auf, am Ort zu bleiben und gegenüber der Polizei zu bestätigen, dass Kennethy angegriffen und dabei ihre Waffe ausgelöst habe. Nachdem die Sanitäter den 62-jährigen stabilisiert haben, bringen sie ihn in die nächste Klinik. Doch jede Hilfe kommt zu spät.
Kannthing überlebt die Begegnung mit Henner Pain nicht. Kurz nachdem der Krankenwagen abgefahren ist, legt Officer Richie der jungen Frau Hanschellen an. und setzt sie auf den Rücksitz seines Streifenwagens. Inzwischen treffen weitere Beamte ein und beginnen damit, die Aussagen und Personalien der zahlreichen Zeugen aufzunehmen, die das Geschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beobachtet haben.
Officer Richy belärt Henner Pain währenddessen im Streifenwagen über ihre Miranda Rechte, über das Recht zu schweigen und das Recht auf anweitlichen Beistand vor einer Aussage. Henna bestätigt, dass sie die Belehrung verstanden hat, doch sie redet ununterbrochen weiter. Sie behauptet, Kenis habe nach ihrer Waffe gegriffen, während sie versuchte, sie wegzuziehen und dabei habe er den Abzug berührt und sich selbst angeschossen.
Aber warum trägt Henner Pain überhaupt eine Waffe bei sich? Henna arbeitet bei einer Immobilienverwaltung. Sie zeigt potentiellen Mietern die Objekte des Unternehmens und achtet darauf, dass bestehende Mieter ihre monatlichen Zahlungen pünktlich leisten. Durch Ihre Tätigkeit trifft sie regelmäßig auf fremde Personen und führt sie durch Lehrstände Immobilien.
Gelegentlich transportiert sie auch größere Bargeldbeträger. Diese Mischung aus Verantwortung und potenziell unsicheren Situationen ist schließlich der Grund, warum Henner beschließt, einen Waffenschein zu machen. Kaum, dass sie die gesetzlich vorgeschriebenen 21 Jahre erreicht hat, die Mues Bundessad Georgia für das Führen einer Waffe förderlich sind.
K Heing [gelächter] ist 62 Jahre alter zerstört. Seine Frau erzählt, er sei ein liebevoller Partner gewesen, ein Familienmensch durch und durch. jemand, auf dem man sich immer verlassen konnte. Sie lächelt, wenn sie über ihn spricht, vor allem über seine Art zu arbeiten. Kenneth packt überall mit an, repariert, baut und tüftet.
Er ist Mechaniker, hat schon Klimaanlagen zusammengebaut und unzähige Dinge instand gesetzt. Er war vielleicht kein Meister in einem bestimmten Fach, aber er konnte einfach alles, sagt sie. Der rote Pickup, mit dem er an diesem Tag unterwegs ist, gehört eigentlich seinem Vater. Im Inneren finden die Polizisten später allerlei Werkzeug, dass Kenis für seine Bastelarbeiten braucht und Spritzen auf dem Beifahrersitz.
Er ist Diabetiker, muss regelmäßig Insulin spritzen. Terry Robinson, der ja in einer medizinischen Einrichtung für erkrankte Häftlinge arbeitet, sagt der Polizei später, dass er genau dieses verwirrte Verhalten schon oft bei Menschen mit starkem Unterzucker gesehen hat. Für ihn wirkte Kenneth überhaupt nicht betrunken, eher so als bräuchte er dringend medizinische Hilfe.
Auch die Witwe sagt später, dass Kenis ganz sicher nicht aus Leichtsinn weggefahren wäre. Ihr Meinung nach war er unterzuckert und wollte einfach nur schnell ins Krankenhaus. Sonst hätte er nie versucht vom Unfallort zu flüchten, sagt sie. Die Rechtsmedizinerin kann später nicht mehr genau sagen, wie hoch oder niedrig Kenneth Hearings Blutzucker war, als er starb.
Sie erklärt, dass der Wert nach dem Tod automatisch abzinkt. Man kann also nicht mehr eindeutig nachvollziehen, ob er unterzuckert war. Aber das toxikologische Gutachten zeigt ganz klar, er hatte weder Alkohol im Blut noch irgendwelche Drogen genommen. Zusammen mit dem, was Terry Robinson beobachtet hat und den Aussagen der Zeugen am Unfalltag, spricht vieles dafür, dass Kenis dringend medizinische Hilfe gebraucht hätte.
Fest steht für die Rechtsmedizinerin aber eines. Die Schussverletzung im Unterbauch ist ganz eindeutig die Todesursache. Nur wenige Stunden nach dem tödlichen Schuss sitzt Henner Pain in einem nüchternen fascalen Verhörraum. Zwei Detectives des Clayton County Police Department hören aufmerksam zu, während sie ihre Version der Ereignisse erzählt.
Zuerst schildert Henner, wie es überhaupt zu dem Unfall zwischen Kamth Hearing und Stanley Kimbell auf dem Clark Howighway gekommen ist und warum sie sich danach entschlossen hat, dem flüchtenden Fahrer hinterherzufahren. Sie sagt, sie sei mit ihrem Handy in der Hand zur Fahrerseite des Dodge Dec gegangen und habe Kemth gesagt, dass sie gerade mit der Notrufzentrale telefoniere und die Dispatcherin angewiesen habe, dass alle Beteiligten zum Unfallort zurückkehren sollen.
In diesem Moment, so behauptet sie, habe Kenneth nach ihrem Handgelenk gegriffen, sodass ihr Handy auf die Straße gefallen sei. Durch das offene Fenster habe es dann ein Gerangel gegeben, während Kenneth auf dem Fahrersitz saß. Dabei sei auch ihre Bluse gerissen. Die ganze Zeit habe Kennis geschrien. Wer bist du? Ich kenne dich nicht.
Was willst du von mir? Und plötzlich, so sagt Hen Pain, habe Kennis wieder aufs Gas getreten. Der Dodge sei nach vorne geruckt und direkt ins Heck ihres schwarzen Jeeps geknallt. Ihr Wagen stand zu diesem Zeitpunkt leicht schräg vor dem Pickup, weil sie ihn ja vorher ausgebremst und so zum Stehen gebracht hat.
Dann, so erzählt sie weiter, habe Kamth Hearing zu ihr gesagt, er habe etwas für sie. Während sie jetzt aber weiter mit ihm rang, habe sie deshalb ihre Waffe aus dem Holz gezogen. Sie habe ihn gewarnt und gesagt, dass sie bewaffnet sei. Doch Hearing habe erneut nach ihrer Hand gegriffen und dann hätten beide um die Waffe gekämpft.
Der Lauf habe dabei immer wieder zwischen ihr und Camis hin und her gezeigt. Henner sagt, sie glaube nicht, daß ihr Finger dabei am Abzug war, aber nun sieht es so aus. Die Waffe, die Henner Pain bei sich trug, hatte einen doppelten Sicherheitsmechanismus. Hinten am Griff sitzt ein Hebel, der nur reagiert, wenn man ihn fest mit dem Handbein drückt.
Und zusätzlich gibt es am Abzug selbst noch einen kleinen Sicherungshebel, den man erst mit dem Zeigefinger drücken muss, bevor sich überhaupt ein Schuss lösen kann. Die Ermittler gehen davon aus, dass Henner Pain deshalb sagt, sie habe den Finger nicht am Abzug gehabt, weil sie ganz genau weiß, wie ihre Waffe funktioniert. Hätte sie eingeräumt, den Finger am Abzug gehabt zu haben, dann hätte sie beide Sicherungen aktiv überwinden müssen.
Erst den Hebel am Griff drücken und dann den kleinen Sicherungsgriff am Abzug. Ohne diese beiden Schritte hätte sich kein Schuss lösen können. Nach ihrer Darstellung also soll Kenis Hearing selbst die Sicherung gelöst und den Abzug gedrückt haben, während sie beide um die Waffe rangen und der Lauf nach unten durch das geöffnete Fenster auf ihn zeigte.
Nach dem Verhör werden Paines Verletzungen fotografisch dokumentiert. Am Nacken hat sie einen leichten, aber sichtbaren Kratzer. Ihr Handgelenk ist gerötet und etwas geschwollen und an der Lippe, so sagt Pain, habe sie eine Platzwunde. Auf den Fotos sieht man allerdings nur eine kleine rötliche Stelle an der Oberlippe, eher wie eine leicht aufgekratzte Hautstelle als eine echte Platzwunder.
An Pains rechter Wange zieht sich eine deutliche Rötung bis hoch zum Jochbein. Sie sagt, sie habe Sorge, dass ich daraus ein blauer Fleck entwickeln könnte. Ihre Nägel und die Nagelbetten wirken auf den Bildern ziemlich mitgenommen. Hann Pain erklärt, dass ihr während des Gerangels mehrere Akkrünige abgebrochen sein und während sie im Verhörraum gewartet habe und sie die Losemodellage störte, habe sie den Rest mit den Zähnen abgezogen.
Eine junge Frau, die ihre Kollegin nach Feierabend nach Hause fahren wollte, meldet sich erzeugen bei der Polizei. Sie sei direkt hinter Pains Jeep auf dem Forest Parkway gefahren. Sie berichtet, wie Henner Pain den Dodge Decnitten habe, als dieser sich auf der Abbiegespur befand. Sie habe außerdem gesehen, wie Pain wütend aus ihrem Fahrzeug sprang, auf Kennis Heings Auto zulief und wie die beiden sofort in einen heftigen Streit gerieten.
Mehrere Zeugen sagen aus, dass Henner Pain in dieser ganzen Situation ganz klar diejenige war, die den Ton angab. Einer der zahlreichen Zeugen ist Cameron Williams. Er war an diesem Tag ebenfalls auf dem Forest Parkway unterwegs und konnte aus dem Beifahrerfenster seines Autos eine kurze Videosequenz aufnehmen. Auf dem Video sieht man, wie Pain sich mit der Waffe in der Hand vom Dodge Decater wegbewegt.
Dann bückt sie sich, um etwas vom Boden aufzuheben. Cameron erzählt, dass er im ersten Moment dachte, sie wolle die Patronenhöse einsammeln. In Wirklichkeit hebt sie aber ihr Handy auf, um der Notrufzentrale zu sagen, Kennis habe sich selbst in den Bauch geschossen. Und jetzt kommt der Klug. Diese Handyaufnahme zeigt eindeutig, dass Henner Pain vor dem Schuss mit der Waffe in der rechten Hand und mit dem Finger am Abzug einen Schritt vom Fahrzeug wegmacht. Damit passt ihre Behauptung.
Camh habe die Waffe gehalten und sich selbst erschossen, schlicht nicht zusammen. Das Video bringt ihre Darstellung komplett ins Wanken. Nach der Tat schauen sich die Spurensicherer den Innenraum des roten Dodge Decater ganz genau an. Zwischen all dem Durcheinander finden sie mehrere Dinge, die auf den ersten Blick Henner Pains Darstellung stützen könnten, dass Kenis nach etwas gegriffen habe, um sie zu verletzen.
Im Wagen liegen Werkzeuge, eine schwere Taschenlampe und auch ein Messer. Das Messer befindet sich hinter dem Beifahrersitz zusammen mit vielen anderen Gegenständen. Die Staatsanwaltschaft hätte es zwar grundsätzlich vermöglicht, dass Kenis das Messer hätte erreichen können. Gleichzeitig betont sie aber, dass es eben nur eines von vielen Werkzeugen ist und dass es keinerlei Beweise außer Pains eigener Aussage dafür gibt, dass Kenis überhaupt nach einem Gegenstand greifen wollte.
Gegen die 21-jährige Henner Pain wird schließlich ein Haftbefehl erlassen, unter anderem wegen Mordes und Freiheitsberaubung. Insgesamt mus sie sich acht Anklagepunkten stellen. Im schlimmsten Fall droht sie eine lebenslange Haftstrafe. Ihr Anwalt Metaka kämpft mit allem, was er hat.
Er ist überzeugt, dass Penu helfen wollte und in eine Situation gekommen ist, die völlig aus Kontrolle geraten ist. Noch vor Prozessbeginn reicht er eine ganze Reihe von Dringlichkeitsanträgen ein. Taka versucht in den Anhörungen darzustellen, dass seiner Pain um ihr Leben gefürchtet habe und deshalb zur Waffe griff. Er behauptet außerdem, daß wichtige Teile der Notrufmitschnitte absichtlich weggelassen worden sein, um ihn seine Verteidigung zu erschweren.
Und sogar die Videoaufnahme, die Cameron Williams gemacht hat, die für alle anderen eher gegen Pain spricht, wertet Taka als Beweis dafür, dass seine Mandantinuldig sei. Und am Ende schafft es Mataka tatsächlich, dass Henner Pain gegen Kortion aus dem Gefängnis kommt. Sie muss eine elektronische Fußfäße tragen und ab 21 Uhr zu Hause sein.
Bis zum Prozess ist sie an diese strengen Auflagen gebunden. Für Kemthings Familie ist diese Entscheidung aber kaum zu fassen. Sie versteht nicht, wie die junge Frau freikommen konnte. Sie ist überzeugt, dass die Tat rassistisch motiviert war. Henner Pain ist weiß. Kenis Heering war Afroamerikaner. Für die Angehörigin liegt der Verdacht nah.
In der Bevölkerung sorgt der Fall für heftige Diskussionen. Viele stellen sich auf die Seite der Familie, andere verteidigen Henner Pain. Der Fall speitet wortwörtlich die Öffentlichkeit. Pains Eltern weisen die Vorwürfe gegen ihre Tochter entschieden zurück. “Es tut uns leid, was passiert ist”, sagte ihre Mutter.
Und wir fühlen mit der Familie von Mr. Heing. Aber Henna ist nicht der Mensch, als dem man sie darstellt. Sie ist eine liebevolle, fürsorgliche junge Frau, die keine Hautfarben unterscheidet. Sie ist ein wunderbarer Mensch und jeder, der sie einmal persönlich trifft, wird das auch erkennen. Im März 2020 trifft die Covid-19 Pandemie auch Georgia mit voller Wucht.
Von einem Tag auf den anderen steht das Leben Kopf. Und auch die Gerichte laufen plötzlich nur noch im Notbetrieb. Als gegen Ende des Jahres dann endlich der erste Verhandlungstermin für Henner Paint festgesetzt wird, sie trägt zu diesem Zeitpunkt noch immer die elektronische Fußfessel, passiert dann aber das Unfassbare.

Ihr Anwalt Mataker taucht nicht auf. Die Richterin ist schlichtweg genervt. Sie sagt offen, dass sie dieses Verhalten als Missachtung des Gerichts wertet und kündigt an, sich bei der Anwaltskammer über Taker zu beschweren. Es sei nicht das erste Mal, dass es Probleme mit ihm gebe. Tak wiederum behauptet, er habe einen Schlaganfall gehabt und sei im Krankenhaus behandelt worden.
Die Richterin greift zum Telefon, ruft persönlich in der Klinik an und bekommt bestätigt, dass Taka [gelächter] dort tatsächlich Patient ist. Und so wird der Terbin wieder verschoben. Und noch einmal und noch einmal. Erst im Dezember 2023, also 4 Jahre nach Camth Hearings Tod, kommt die Jury endlich zusammen und der Prozess gegen Henner Pen beginnt.
Mehrere Menschen, die den Vorfall gesehen haben, sagen aus. Jeder von ihnen hat die Szene aus einem anderen Blickwinkel wahrgenommen und bei allen war ein Teil der Sicht irgendwie verdeckt. Genau das führt dazu, dass sich einige Aussagen widersprechen. Eine Zeugin sagt z.B. sie könnte sich erinnern, dass Henner die Waffe direkt nach dem Aussteigen aus dem Jeep gezogen habe.
Alle anderen Zeugen berichten aber, dass Henner die Waffe erst in der Hand hatte, als sie schon an der Fahrertür des Dodge Decers stand. Und ob sich der Lauf der Waffe beim Schuss nun innerhalb oder außerhalb des Fahrzeuges befand, konnte niemand sicher sagen. Für Metaka ist das ein gefundenes Fressen. Er geht die Zeugen im Kreuzverhörregelerecht an, stellt endlose Fragen, hakt immer weiter nach.
So lange, bis die Befragten gereizt wirken und auch die Staatsanwaltschaft spürbar die Geduld verliert. Aber genau das ist seine Strategie. Was er allerdings nicht weggumentieren kann, sind die zentralen Punkte, die alle Zeugen übereinstimmend nennen. Alle sagen aus, dass Pain schon beim näher kommen an den Truck wütend und aggressiv wirkte und alle berichten, dass sie gesehen haben, wie Pain nach Kennis schlug.
Damit bleibt von Henner Pains Aussage: “Sie habe sich nur gewährt, weil Kenneth Hearing versucht habe, sie ins Auto zu ziehen, praktisch nichts mehr übrig. Alle Zeugen sind sich noch in einem weiteren Punkt einig. Nachdem sich der Schuss gelöst hatte, zeigte Henner Pen keinerlei Regung, kein Schock, kein Versuch, Kennis zu helfen.
Sie kniet sich nicht zu ihn, leistet keine erste Hilfe. Stattdessen wechselt sie erst einmal ihr Oberteil, telefonierte herum und sprach auf die Umherstehenden ein. Die Rechtsmedizinerin sagt aus, daß sie bei Kennethy Ring keinerlei Blauflecken gefunden hat, die darauf hindeuten, dass er geschlagen oder anderweitig mit stumpfer Gewalt verletzt worden wäre.
Für Mataka ist das sofort ein Ansatzpunkt. Er argumentiert, der fehlende Befundse genau zu dem, was Henna Pain behauptet, dass es ein Kampf um die Waffe gewesen sei, bei dem sie nicht körperlich auf Kennis eingeschlagen habe. Auch Henna Pain, inzwischen 25 Jahre alt, nimmt schließlich selbst im Zeugenstandplatz.
Zuerst beantwortet sie die Fragen ihres Anwalts. Sie erklärt, sie habe geglaubt, Terry Robinson sei ein Polizist, kein Strafverzugsbeamter. Er habe sich ihrer Aussage nach als Polizist vorgestellt und ihr gesagt, sie soll ein Foto vom Nummernschild machen. Dadurch, so mein Pain, habe sie gedacht, sie sei quasi dazu aufgefordert worden, dem Deutsch Coer zu folgen.
Erst viel später habe sie erfahren, dass Terry überhaupt keine Befugnisse hatte, ihr Anweisungen zu geben. Terry Robinson selbst widerspricht dem Entschieden. Er sagt, er habe sich nie als Polizeibeamter ausgegeben und schon gar nicht habe er Pain jemals dazu aufgefordert, Kenis Hearing zu folgen. Henner erzählt weiter, sie habe Kennis nur gefolgt und habe ihn nicht verfolgt.
Und die Warnung der Dispatcherin, dass sie ihm nicht hinterherfahren solle, habe sie angeblich gar nicht mitbekommen. Im Zeugenstand schildert sie die Situation so, wie sie es schon kurz nach der Tat getan hat, mit einer kleinen, aber entscheidenden Ergänzung. Für sie sei der Moment, in dem Chemis aufs Gas trat und ihren Jeep rammte, der Wendepunkt gewesen.
Sie sagt, er habe gleichzeitig versucht, sie in sein Auto zu ziehen. Und auch wenn sich der Dodge Dec bei diesem Ruck nur ein paar Schritte nach vorne bewegte, habe sie in diesem Augenblick gedacht, sie würde sterben. Solange ihr eigene Anwalt sie befragt, wird Henner Pain ruhig, klar und gut vorbereitet. Doch sobald die Staatsanwältin ins Kreuzverhör geht, verdient sie die Fassung.
Sie widerspricht ständig, akzeptiert keine der Argumente der Anklage und geht sogar soweit zu leugnen, trotz erneut abgespielter Tonaufnahme, dass die Dispatcherin sie ausdrücklich aufgefordert hatte, die Verfolgung abzubrechen. In seinem Schlussplidoer versucht Mataka die Jury davon zu überzeugen, dass Hen Pain einfach jung, unerfahren und gutgläubig gewesen sei.
Jemand, der nur helfen wollte und dabei völlig überfordert wurde. Die Staatsanwältin spricht zum Schluss ebenfalls direkt zur Jury. Sie erinnert die Geschworenen daran, wie Henner Pain sich im Notrufgespräch und später im Kreuzverhörer gezeigt hat, als jemand, der überzeugt war, alles besser zu wissen als die anderen.
Nach nur zwei Stunden Beratung kt die Jury zurück. Das Urteil ist eindeutig. Hannah Pain wird in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Die Richterin verkündet anschließend das Strafmaß. Hen Pain erhält eine lebenslange Haftstrafe mit der Möglichkeit auf Bewährung. Zusätzlich kommen 8 Jahre für die Freiheitsberaubung von Kenis Hearing hinzu und weitere 5 Jahre, weil sie während eines Verbrechens eine Schusswaffe benutzt hat.
Diese zusätzlichen Strafen laufen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Hen Pain muss sie also Stück für Stück absetzen. Für Henner Pain bedeutet das Urteil mindestens 43 Jahre Gefängnis. Erst danach kann sie überhaupt zum ersten Mal einen Antrag auf Bewährung stellen und wenn es soweit ist, wird sie 68 Jahre alt sein.
Nach der Urteilsverkündung tritt die Bezugsstaatsanwältin von Clayton County vor die Kameras. Sie erklärt, dass sowohl die Familie Hearing als auch die Familie Pain inzwischen Morddrohungen erhalten haben und zwar in einem Ausmaß, dass sie gezwungen habe, Ermittlungen einzuleiten. Wenn wir herausfinden, wer dahinter steckt, werden wir strafrechtlich dagegen vorgehen. Es reicht.
Diese Familien haben genug durchgemacht, sagt sie deutlich. Dann spricht sie über die Stimmung im Land. Amerika muss heilen. Die Familien brauchen Zeit, um zu heilen. Und damit ist ihnen nicht geholfen, wenn völlig fremde Menschen jetzt ihr Leben bedrohen. Und zum Schluss richtet sie noch einen letzten, fast schon resignierten Satz an die Öffentlichkeit.
Wir haben vier Jahre lang darüber gesprochen, nachgedacht und versucht zu verstehen, warum Kenis Hearing sterben musste. Aber nur Henner Pain weiß, warum sie es getan hat. Und wir werden es wohl nie erfahren, denn im Zeugenstand hat sie uns nie die Wahrheit gesagt und ihre Geschichte immer wieder verändert.
Und lass uns noch mal gemeinsam einen Schritt zurückgehen. Es soll jetzt nicht darum gehen, alles noch einmal nachzuerzählen, sondern darum, was dieser Fall über ja menschliches Verhalten, über Stress, Wahrnehmung und Verantwortung erzählt und vielleicht auch darüber, warum genau solche Fälle uns länger im Kopf bleiben als andere.
Wie schnell kann aus helfen Überforderung werden? Was verraten die 911 Calls über die innere Dynamik in diesem Fall? Und warum war das Urteil so eindeutig? Was wäre passiert, wenn nur ein kleiner Faktor anders gewesen wäre? Für mich ist der Fall Henner Pain auf jeden Fall kein klassisches Beispiel von böse Absicht.
Er ist eher ein Fall über Verantwortungsgefühl, dass ich langsam ja so verselbständigt. Man kann gut sehen, dass dieser schleichende Rollenwechsel, also von ich beobachte nur hin zu “Ich melde das jetzt der Polizei und schließlich eben zu “Ich muss das jetzt lösen” stattgefunden hat und das passiert nicht in einem einzigen Moment.
Das ist mehr wie ein innerer Film, der sich entwickelt. Man ist z.B. Zeuge von etwas und plötzlich denkt man, man müsse das jetzt irgendwie lenken. Aber entscheidend ist genau hier Zivilcourage bedeutet nicht unbedingt die Rolle der Polizei zu übernehmen. Zivilcourage heißt unterstützen und nicht eskalieren. Ich glaube, dieser Fall zeigt ziemlich klar, wie schnell eben genau diese Grenzen verschwimmen kann.
Wenn man sich jetzt die 911 Cords anhört, wirkt das fast wie eine dokumentierte Entwicklung von Henners innerer Anspannung. Man hört, wie die Leitstelle versucht, Ruhe in die Situation zu bringen. Die Dispatcherin sagt wiederholt und sehr klar, dass Henner Camfs nicht verfolgen soll. Sie soll ihn nicht konfrontieren, sie soll Abstand halten, sie soll warten, sie soll beobachten.
Und genau das ist eben standardisiert. Die Leitstelle will verhindern, dass Zeugen selbst in Gefahr geraten oder eben impulsiv handeln. Und trotzdem merkt man im Verlauf eben etwas entscheidendes, denn die Sprache verschiebt sich. Was einer neutralen Beobachtungsrolle, in der Henner Pania war, wird eine aktive Rolle. Henner sagt Dinge wie ich fahre jetzt hinterher, ich kann ihn stoppen und das zeigt, dass sich ihr inneres Gefühl von Verantwortung erhöht.
Die Psychologie hat dafür auch einen Begriff und zwar Subjective Responsibility Spike. Also mit anderen Worten, Menschen überschätzen in Stresslangen ihre eigene Rolle, wenn sie das Gefühl haben, sie sein gerade der oder die einzige, die etwas tun können. Ja, und warum kippen solche Situationen so schnell oder wieso können sie so schnell kippen? Da spricht man z.B. von einem Tunnelblick.
Also die Wahrnehmung fokussiert sich auf ein Ziel und blendet eben Nebenfaktoren aus. Oder Kontrollbedürfnis, also der Wunsch eine chaotische Situation in den Griff zu bekommen verstärkt sich. Und man spricht auch von Adrenalinschieben, also die körperlichen Stressreaktionen, beschleunigen Entscheidungen und eben jetzt in diesem Fall auch die Waffen präsenz, denn sobald eine Waffe da ist, verändert sie automatisch die Risikostruktur.
Dieser letzte Punkt ist entscheidender, als oft klingt, denn eine Waffe schafft Handlungsspielraum, aber auch eine große Verantwortung. Sie vermittelt oft unbewusst ein Gefühl von Handlungsfähigkeit. Das kann dazu führen, dass Menschen riskante Situationen eher zulassen oder sogar selbst herstellen. Und im Fall Henner Pain war die Waffe nicht der Auslöser, aber sie war ein Faktor, der die Eskalation überhaupt erst möglich gemacht hat.
Hier würde ich jetzt beiden Bogen zum Thema Wahrnehmung nehmen, zum Thema Rollenbilder und zwar auch im gesellschaftlichen Kontext. Ich möchte das vorsichtig und reflektiert machen, ohne jetzt in schwarz-weiß Deutungen zu rutschen. Jeder Mensch hat ja innere Bilder davon, wie andere Menschen wirken. Das hat nichts mit bewussten Verurteilen zu tun, sondern eher mit erlernten Mustern, mit Medienerfahrungen und dem sozialen Umfeld.
In vielen Berichten über den Fall Henner Pain sieht man, wie stark die öffentliche Wahrnehmung von Rollenbildern geprägt ist. Und das ist wirklich spannend, denn Henner Pain wurde als jung und emotional überfordert dargestellt. Über das Opfer wurde dagegen häufig weniger gesagt. Das ist ja jetzt nicht unbedingt ein Vorwurf an die Medien, aber es ist ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich Menschen in Erzählungen gewichtet werden.
Das kennen wir ja im True Crime schon oder in True Crime Formaten schon. Da wird ja auch oft drüber diskutiert, dass viel zu viel über die Täter gesprochen wird als über die Opfer. Das passiert gar nicht zwingend bewusst. Es spielen natürlich verschiedene Faktoren da eine Rolle, aber wenn man recherchiert und man erfährt eben über eine Person mehr, man kann mehr erzählen, man erfährt mehr Hintergrundwissen als über die andere, dann verschiebt sich das Gewicht eben, ne? Aber jetzt noch mal zum Fenner Pain.
Solche Wahrnehmungsunterschiede, die wir ja auch feststellen, können Entscheidungen in Stressmomenten beeinflussen. Wenn ich jemanden z.B. als potenziell flüchtend sehe, statt als vielleicht hilfebürftig, agiere ich einfach anders. Und so hat es Hard Pain eben auch gemacht. Deshalb lohnt sich natürlich auch immer einen Blick von außen, nicht um zu urteilen, sondern um vielleicht auch in einer Situation zu verstehen.
Die Aussage soll jetzt aber keinsterweise Henner Pain schützen bzw. ihre Verurteilung in Frage stellen, sondern einfach nur im allgemeinen noch mal verdeutlichten, wie Situation eben auch entstehen und wie Situationen unterschiedlich wahrgenommen werden. Viele, die den Fall zum ersten Mal hören, fragen sich ja, warum Henner Pain eigentlich auch so hart verurteilt wurde.
Da fällt auf der Begriff Mice Murder und das bedeutet nicht Vorsatz im Sinne von ich plane jemanden zu töten, sondern es wird ein bewusst riskantes Verhalten an den Tag gelegt, dass das Leben eines anderen in ernsthafte Gefahr bringt. Juristisch war das auf jeden Fall sehr entscheidend, denn Henna hat die gefährliche Lage aktiv geschaffen.
Sie wurde mehrfach gewarnt, sie hat einen unbewaffneten Mann gestellt und es gab keine Notwehrsituation. Das Gericht sagt also im Grunde, du hast eine Situation erzeugt, die lebensgefährlich wurde. Hier greift ein automatisches Prinzip dann, denn wenn während einer schweren Straftat z.B. in diesem Fall eben auch Freiheitsberaubung und Bedrohung mit einer Waffe, ein Mensch stirbt, trägt die auslösende Person die Verantwortung auch ohne Tötungsabsicht.
Und das ist in Amerika bzw. im amerikanischen Strafrecht eben auch irgendwo besonders. Vielleicht erklärt sich jetzt auch, warum die Jury so schnell mit ihrer Entscheidung war, denn die Beratung dauerte ja nur rund 2 Stunden. Das ist ungewöhnlich kurz, aber eben mit Hinblick auf dem, was wir eben gehört haben, auch verständlich bzw.
Also für viele verständlich. Die 911 Cords widersprechen der Selbstverteidigungsversion von Henner Pain und die Verfolgung ist dokumentiert. Die Eskalation ist klar zuzuordnen und es gab keine objektive Bedrohung für Henner. Sie wurde dann verurteilt, lebenslang mit Bewährungsmöglichkeit. Das ist bei Mis Mörder das leichteste mögliche Urteil und das heißt, das Gericht hat keinen Extremrahmen gewählt, sondern den gesetzlichen Standard.
Und trotzdem ist es ja eine gravierende Strafe. Dazu kommen ja eben noch die zwei aufeinander folgenden Strafen, die sie absetzen muss für Henner Pain, also eine Lebensentscheidung für die Familie des Opfers, ein symbolischer Abschluss, hoffentlich. Was ich aber auch spannend finde und da ähm stolpert man auch öfter mal drüber, wenn man den Fall recherchiert, wenn man sich mit dem Fall beschäftigt.
Und zwar sind das sowas wie Reven Szenszenarien, also kleine Variablen, die große Unterschiede schaffen können. Das sind natürlich auch nur Perspektiven, die nichts relativieren sollen, sondern einfach nur zeigen sollen, wie fragil eben auch solche Situationen sind. Vor allem auch jetzt eben dieser Fall Henner Pain, die eigentlich einen flüchtigen Verkehrsteilnehmer stellen wollte und am Ende dann eben zur Mörderin wurde.
Und da stellen sich natürlich Fragen, was wäre z.B. Wenn Henner nicht bewaffnet gewesen wäre, ohne Waffe hätte die Lage ja fast sicher nicht denselben Verlauf genommen. Es hätte weniger Handlungsdruck gegeben, es hätte weniger Kontrollgefühl gegeben und die Eskalationsgefahr wäre auch sehr viel geringer gewesen. Die Waffe war aber nicht der Grund der Entscheidung, aber sie war eben ein Beschleuniger zu dem, was am Ende passiert ist.
Oder was wäre, wenn sie gar nicht erst hinterher gefahren wäre? Also, ne, wenn sie sich gedacht hätte, ich bleibe stehen, dann wäre die ganze Kette nie gang gekommen. Oder was wäre, wenn sie die Situation als medizinischen Notfall erkannt hätte? So ne, der Mann ist verwirrt, vielleicht geht es ihm schlecht.
Ja, und du verstehst vielleicht jetzt, wo das hingehen kann, ne? Was wäre wenn? Aber es zeigt, Henner hätte zich andere Wege gehen können. Helfen heißt auch nicht immer handeln. oft heißt helfen auch einfach abwarten oder beobachten, ne, um die Situation erstmal zu erkennen und natürlich auch zu melden. Mde der Polizei, meldes der Feuerwehr oder auch Verantwortung, ne? Verantwortung ist kein spontaner Impuls.
So, Verantwortung ist bewusstes Innerhalten, ein bewusstes umgehen mit einer Situation. bewusst werden kann einem auch, dass jede Eskalation immer mit einem einzigen Moment beginnt, indem man auch inhalten kann und man auch stoppen kann. Und letztendlich sprechen wir von einem tragischen Ausgang mit zwei zerstörten Leben und vielen offenen Wunden.
Henner Pain sitzt weiterhin im Gefängnis. Frühstens im Alter von 68 Jahren hat sie überhaupt erst die Möglichkeit auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen zu werden. Anders als die Familie von Kennis, anders als die Familie des Opfers, denn die muss damit leben, dass sie eben ein liebes Familienmitglied verloren haben.
Ja, und ich verabschiede mich jetzt aus dieser Folge bei dir und du weißt, ich bin immer sehr, sehr gespannt darauf, was du bei den Fall denkst. Deswegen schreibe gerne in die Kommentare bei Instagram, Spotify, Apple Podcast, Podimo. Also überall kannst du mittlerweile ja auch mit diskutieren, was den Fall angeht. Darauf freue ich mich wirklich sehr.
Guck da gerne mal bei Ware Verbrechen vorbei und ja, lass ein paar Daumen nach oben da. Ich freue mich aber auf jeden Fall auf die nächste Folge. Ich freue mich darauf, wenn du wieder einschaltest, ja, und auch vielleicht dich bei der Live zu sehen, aber bis dahin pass gut auf dich auf und bis ganz bald. Ciao.