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Falsche Freundin vergiftet Doppelgängerin | Der Fall Olga Tsvyk T

Falsche Freundin vergiftet Doppelgängerin | Der Fall Olga Tsvyk  

Es ist Januar 2014. Nicht nur hat gerade ein neues Jahr begonnen. Die 33 Jahre alte Olga Zwick beginnt auch ein ganz neues Leben. Die Ukrainerin hat ihr altes Leben in Europa hinter sich gelassen. Der Job in einer Reisagentur ist gekündigt, ebenso wie die Wohnung in Kiev.

 Von ihrer Familie hat sie sich verabschiedet, auch wenn das nicht leicht war, aber Olga hat einen Traum, der sie nicht loslässt. Ein Traum, den zumindest damals noch viele Europäer haben. Einmal in den USA, am allerbesten in New York City. Es ist hart, sich in einem neuen Land einzugewöhnen. Auch Olga weiß sicherlich, dass auf amerikanischen Boden große Herausforderungen auf sie warten dürften.

 Doch was Olga in ihrer neuen Heimat erleben wird, geht weit hinaus über Probleme mit Visa bei der Job oder Wohnungssuche. Olga wird in das Fadenkreuz eines perfiden Mordkomplots geraten. Die Tatwaffe, ein Stück Käsekuchen. Momentan zeichne ich viel und dabei kann man gut nebenher was hören. Und da kommt Bookbeat ins Spiel.

 Mittlerweile gibt’s da mehr als eine Million Titel und da ist immer was Gutes dabei. Ich lade mir die Hörbücher auch immer runter, dann kann ich das Handy auf Flugmodus stellen und werde nicht von Nachrichten, E-Mails oder was auch immer gestört. Und gleichzeitig spart man natürlich auch noch Datenvolumen. Und immer wenn ich euch Bookbeat vorstelle, habe ich einen Buchtipp für euch.

 Heute möchte ich noch mal auf dunkle Sühne von Karen Slaughter hinweisen. Mittlerweile habe ich das Buch zu Ende gehört und bin wirklich extrem begeistert. Im Buch geht es um eine Polizistin, die das Verschwinden von zwei Mädchen aufklären soll und eines der Mädchen ist die Tochter ihrer besten Freundin. Das ist emotional natürlich herausfordernd.

 Dazu kommt aber auch noch, dass sie eigentlich jeden Verdächtigen zu kennen denkt, denn der Fall spielt in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt. Das Buch startet zwar etwas langsam, aber wenn es Fahrt aufnimmt, dann richtig. Am Ende will man neben der Auflösung des Falles auch wissen, wie es mit der Polizistin und ihrer Familie weitergeht, eben weil die Charaktere einfach so komplex und nachvollziehbar geschrieben sind.

 Sollte euch das Buch nicht zusagen, könnt ihr natürlich auch einfach auf Bookbeat durch die verschiedenen Genres stöbern, einen Titel gezielt suchen oder euch etwas vorschlagen lassen. Und mit dem Promocode in Solito könnt ihr Bookbeat für zwei Monate kostenlos testen und in so viele Hörbücher reinhören, wie ihr möchtet.

 Die Auswahl ist wirklich riesig. Den Link dazu findet ihr auch in der Infobox. Einfach drauf klicken und loshören. So und jetzt zum heutigen Video. Das erste Jahr in den USA für Eger Zwick alles andere als einfach. In New York City reicht es erstmal nicht, aber immerhin landet sie schon mal im Bundesstaat New York. Dort möchte die 33-Jährige erstmal Stück für Stück Fuß fassen.

 Sie findet einen Job als Babysitterin, bei dem sie sich erstmal ein finanzielles Polster aufbauen kann. Wie bei so vielen Einwanderungsgeschichten geht auch bei Olga die rosarote Brille schnell verlor. Die Arbeit ist anstrengend und die triste Vorstadt in New York ist deutlich weniger aufregend als ihre alte Heimat Kiev und noch dazu ist es genauso kalt und grau wie dort.

Ein bisschen Halt findet sie in einer Onlinemeinschaft mit Gleichgesinn. Hol hat sich über Social Media mit anderen Mitgliedern der osteuropäischen Community vernetzt, die in die USA emigriert sind. Für sie wird eine zufällige Facebook Bekanntschaft ein richtiger Glücksgriff. Ihre Online Freundin Marina kann ihr nämlich ein Zimmer zur Untermiete in New York City besorgen.

 Marinas Onkel Alec hat ein Zimmer in einem gemütlichen Tahaus frei. Durch diese Zufallsbekanntschaft kann Olga endlich den langersehnten Step nach New York City machen. Als Immigrantin ist es echt hart, sich in der Stadt durchzuschlagen, aber Olga schafft es. Sie hält sich über Wasser, indem sie Wimpern Extensions anbietet.

 Der Job als Kosmetikerin reicht, um sich das Zimmer in Queens zu finanzieren. Zudem ist sie in Big Apple viel besser mit der russischsprachigen Community vernetzt. Das hilft Olga sehr, denn eine neue Sprache zu lernen ist gar nicht so leicht, wie wir alle wissen. Sie hat mit dem Englischen noch einige Probleme. Auch wenn der Alltag hart ist, scheint sich spätestens 2016 alles langsam einzugrooven.

 Olger hat ein russischsprachiges Umfeld, einen Job, den sie gern macht und ein Zimmer in einem der beliebtesten Stadtteile überhaupt. Dafür, dass sie erst zwei Jahre in den USA ist, läuft es eigentlich richtig gut. Zu einigen Kunden baut Olga sogar ein freundschaftliches Verhältnis auf, z.B. spielt zu Victoria Nasirofe.

 Sie kommt ab März 2016 alle paar Wochen in den Salon, um sich von Olga die Wimpern machen zu lassen. Während der Beautybehandlung reden die beiden Frauen über Gott und die Welt. Sie teilen ihren neuen Wohnort, ihren kulturellen Hintergrund und einige Interessen. Wzigerweise sehen sich die beiden auch noch echt ähnlich.

 Und vor allem ist Victoria selbst vor kurzem aus Russland in die USA gezogen und kennt die Struggles rund um den Papierkramm Anträge und Behördengänge nur zu gut. Beide Frauen fiebern dem Tag entgegen, an dem sie endlich ihre Greencard erhalten, die ihn den unbefristeten Aufenthalten der neuen Heimat erlaubt. Victoria wohnt mit ihrem Freund im Stadtteil Brooklyn.

 Sie lädt Olga öfter mal ein, sie könne die beiden mal besuchen oder mit ihnen feiern gehen, aber Olga hat darauf nicht allzu große Lust. Nicht weil Victoria nicht sympathisch ist, aber sie hat einfach echt eine ganze Menge zu tun. Und manchmal kann Victoria schon ein wenig überdreht sein und nerven. Sich alle paar Wochen ausführlich mit ihrem Salon zu unterhalten und zu updaten ist schön, aber in ihrer Freizeit muss Olga nicht unbedingt Zeit mit ihr verbringen.

Als am 27. August 2016 ihr Handy klingelt, geht Olga sofort ran. Ihr Vermieter Ali meldet sich. Er erzählt, eine Freundin von Olga sei gerade in der Wohnung aufgetaucht. Als er das Handy weiterreicht, ist Victoria dran. Sie erklärt, ihr Handyakku sei leer. Deshalb sei sie auf einem Sprungchnell bei Olga zu Hause vorbeigekommen.

 Victoria sagt, sie habe einen kleinen Wimpern Notfall. Zwar hatte sie erst drei Tage vorher ein Termin bei Olga, aber irgendwas hat da mit den Extensions wohl nicht geklappt und für ihren bevorstehenden Strandurlaub in Mexico soll alles sitzen. Das ist aus Sicht der Kundin verständlich. Olga findet es trotzdem ein bisschen krass, dass Victoria dafür direkt zu ihr nach Hause gekommen ist.

Sie macht grundsätzlich keine Beauty Treatments in der Wohnung. Zu Hause ist zu Hause und ihr Arbeitsplatz ist ihr Arbeitsplatz. Eigentlich, aber Victoria ist ja so etwas wie eine Stammkundin und irgendwo auch ihre Freundin. Also verspricht Olga sich am nächsten Tag Zeit für sie zu nehmen, um alles für den Urlaub aufzufrischen.

 Sie gibt ihr okay, dass Victoria am nächsten Tag einfach noch mal bei ihr zu Hause vorbeikommen kann. Das Wimpern auffüllen können die beiden dann hoffentlich schnell dort erledigen. Victoria bedankt sich und verspricht am nächsten Tag vorbeizuschauen und ab da n das Unheil seinen Lauf. Am 28.

 August bereut Olga wahrscheinlich schon ein wenig Victoria überhaupt kurzfristig einen Hometermin gegeben zu haben, denn ihre Kundin taucht einfach nicht auf. Erst zwei Stunden nach der verabredeten Uhrzeit steht sie bei Olga auf der Mathe. Immerhin hat sie als kleines Dankeschön für den kurzfristigen Termin etwas mitgebracht. Eine kleine Box mit Käsekuchen.

 Eine aus den vielen angesagten Bäckereien von New York City, wie sie erklärt. Eigentlich hat die Plastikbox Platz für vier Stücke, aber Victoria sagt, sie konnte sich einfach nicht zurückhalten. Der Kuchen sei so unglaublich, dass ich schon auf dem Weg ein Stück gegessen habe. Victoria bittet Olga einen Tee für die beiden aufzusetzen und offenbar hat Victoria der Kuchen auf dem Weg schon so richtig gut geschmeckt, denn während Olga C kocht, verputzt Victoria noch zwei weitere Stücke des Käsekuchens.

Aber wenigstens ein Stück von dem Fancy Kuchen lässt sie für ihre Freundin übrig. Alles andere wäre ja auch schlechter Stil gewesen oder ein noch schlechtere als ohnehin schon. Na ja und Olga greift natürlich zu. hat sie eigentlich nicht, aber irgendwie gebietet es dann doch der Höflichkeit wenigstens mal zu probieren und eigentlich ist das mitbringen Sie ja auch eine echt nette Geste, aber während Victoria nach ganzen drei Stücken bei bester Laune ist, scheint Olga der Käsekuchen irgendwie auf den Magen zu schlagen. Schon nach ein paar Minuten

wird ihr übel. Es dauert nicht lange, bis sie sich heftig übergeben muss. Victoria reagiert hilfsbereit. Sie verspricht Olga zu helfen und ein paar Papiertücher zu holen, um das Ganze aufzuwischen. Aber dann wird Victoria schwarz vorha. August kommt Alex in seine Wohnung im New Yorker Stadtzeil Queens zurück.

 Er war die Nacht über außerhalb und schaut aus Gewohnheit, ober vielleicht zu Hause ist. Die junge Ukrainerin wohnt zu diesem Zeitpunkt seit ein paar Monaten bei ihm zur Untermiete. Die zwei verstehen sich ganz gut. Ale geht zu Olgas Zimmer und sieht sie reglos auf dem Bett liegen in nichts als Spitzenunterwäsche.

Im Zimmer ist es unfassbar warm. Obwohl es ein heißer Augustag ist, läuft die Heizung auf voller Stufe. Ihre Haut ist blass, so blass, dass Ale nur ein Gedanke durch den Kopf schießt, dass Olga tot sein muss. Schnell trifft ein Notarzt ein. In der ruhigen Wohnstraße sorgt das Ganze natürlich für mächtig Aufregung.

 Ein Nachbar berichtet, er habe noch am Morgen eine andere Frau auf dem Grundstück gesehen. Sie habe ihm erzählt, dass sie Olga besuchen würde, weil sie krank sei. Die Frau hatte sogar Hühnersuppe für sie dabei. Olga selbst habe der Nachbar den ganzen Tag nicht gesehen, die sich herausstellt aus dem einfachen Grund, dass sie in einem nahezu komzösen Zustand bewusstlos auf ihrem Bett lag.

 Aber Gott sei Dank lebt Olga. Sie reagiert zwar Waage auf Geräusche und Berührungen, aber sie kann weder die Augen öffnen noch sprechen. Als sie gerade von den Sanitätern abtransportiert wird, klingelt ihr Handy. Alec hat in der Zwischenzeit auch seine Nichte Marina angerufen. Marina sieht den eingehenden Anruf auf Olgas Handy und nimmt ihn kurzerhand entgegen.

Victoria ist dran und er fährt nun von der schwer verstörten Marina, was gerade geschehen ist. Victoria ist natürlich total geschockt. Marina hält das Gespräch kurz. Sie möchte direkt ins Krankenhaus hinterherfahren, um bei Olga zu sein. Sie kann nicht wissen, dass Victoria die letzte Person war, die Olga am Vortag gesehen hat.

 Sie weiß auch nicht, dass es Victoria war, die der Nachbar am Morgen erneut auf dem Grundstück gesehen hat. Und noch weniger weiß sie, dass sie ihr gerade einen gewaltigen Vorsprung gegeben hat. Im Krankenhaus sieht es erstmal kritisch aus. Für eine kurze Zeit fällt Olga sogar ins Koma. Die Ärzte müssen um ihr Leben kämpfen, aber das tun sie mit Erfolg.

 Der Zustand der Ukrainerin kann sich tatsächlich stabilisieren. Sie ist total durch den Wind, aber körperlich ist soweit alles in Ordnung. Alle Tests und toxikologischen Gutachten sind unauffällig. Olga kann gar nicht begreifen, was genau eigentlich passiert ist. Ihre letzte Erinnerung ist, dass sie sich übergeben hat, nachdem sie den Käsekuchen gegessen hat und dass Victoria da war, um ihr zu helfen.

 Und dann wurde für Olga alles schwarz. Sie versteht nicht, wie sie überhaupt ins Bett gekommen ist, wo Alex sie gefunden hat. geschweige denn, wie sie aus ihren Klamotten rausgekommen ist. Sie ist nicht ganz sicher, dass sie zuletzt einen Jogginganzug getragen hat und sicherlich nicht ihre beste Unterwäsche, in der Alex sie gut 24 Stunden später aufgefunden hat.

 Hat Victoria sie etwa aus und umgezogen? Das will sie natürlich so schnell wie möglich klären, auch um zu wissen, weshalb sie überhaupt so einen langen Blackout hatte. Also ruft Freundin Marina noch mal bei Victoria an oder versucht das wenigstens. Victoria hat Olgas Nummer inzwischen aber blockiert. Als Marina es mit ihrer eigenen Nummer versucht, kommt eine Fehlermeldung.

 Kein Anschluss unter dieser Nummer. Inzwischen ist auch Olgas Schwester Irina aus der Ukraine angereist. Sie hat sich sofort in den Flieger gesetzt, als sie gehört hat, dass ihre Schwester in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Für den Krankenhausaufenthalt braucht Olga ein paar Papiere. Ehrensach, dass Irina in die Wohnung fährt und dort ein paar Dinge zusammenpackt.

Obwohl Irina noch nie zufort dort gewesen ist, kommt ihr irgendetwas an dem Zimmer direkt komisch vor. Es ist gar nicht die Wohnung selbst, aber rund um Olgas Bett liegen mehrere weiße Tabletten verstreut. Und so sehr Irina auch sucht, sie kann weder Olgas ukrainischen Pass noch ihre Papiere von den US-Behörden finden.

 Alle persönlichen Dokumente ihrer Schwester sind weg. Sie checkt das Ganze übers Telefon noch mal mit Olga gegen, aber sie besteht darauf, dass alle Unterlagen in ihrem Zimmer sein müssen. Während des Gesprächs stellt sich heraus, dass noch mehr aus ihrem Zimmer verschwunden ist. Ihre Handtasche, einiges an Kleidung, ein Ring aus Echtgold, selbst ihr Parfum.

 Und zusätzlich zu den Unterlagen fehlen auch noch 3000 US-Dollar Bargeld. Für die Auswanderin Olga ist das ein Vermögen, zumal sie gerade im Krankenhaus liegt, was in den USA richtig schnell richtig teuer werden kann. Und ihr ist klar, dass für den Diebstahl nur eine Person verantwortlich sein kann, Victoria. Und so langsam dämmert es Olga, dass es Victorias Käsekuchen ist, der dafür verantwortlich ist, dass sie im Krankenhaus gelandet ist.

Was Olga aber nicht weiß, ist was alles hinter Victoria steckt. Denn auch wenn ihr vielleicht jetzt schon glaubt, die komplette Story erahnen zu können, vertraut mir, es kommt noch krasser. Olga und Irina entscheiden sich für das einzig Richtige. Sie schalten am 2. September 2016 die Polizei ein. Erstmal vor allem, um den Diebstahl anzuzeigen.

Aber sie erzählt natürlich auch von ihren Verdächtigung gegenüber Viktoria und davon, dass sie vermutet, dass der Käsekuchen von ihrer Schulteran war, dass sie fast gestorben wäre. Zu diesem Zeitpunkt ist die 35-Jährige gerade frisch aus dem Krankenhaus entlassen. Sie hat ein unfassbar traumatisches Erlebnis hinter sich und wirkt dementsprechend noch immer etwas weggetreten.

 Es hilft wahrscheinlich auch nicht, dass sie nicht Akzent oder fehlerfrei Englisch spricht. Der Polizist, der ihre Anzeige aufnimmt, sieht zwar auch ganz klar, dass bei Olga etwas nicht stimmt. Für ihn wirkt die ganze Story aber total w für ihn kommt es eher so rüber, als habe die Frau ein Drogenproblem. Natürlich ruft er dem Krankenhaus an, indem sie sich behandeln lassen, um ihre Geschichte zu überprüfen.

 Dort wird ihm jedoch die Auskunft verweigert. Die Begründung, medizinisch sensible Daten könne man nicht einfach so rausgehen. Das klingt wie ein Formfehler in der Kommunikation, hat für Olga aber krasse Folgen, denn die Ermittlung wegen der vermeintlichen Vergiftung kommen erst einmal ins Stocken. Die Anzeige wegen Diebstahls wurde zwar aufgenommen, aber mehr passiert auch erstmal nicht.

Ach Olger lässt nicht locker und kann die Polizei letztlich überzeugen, die Plastikbox mitzunehmen, der Victoria den Käsekuchen vorbeigebracht hat. Olga ist sicher, dass man bei einer neuen Untersuchung im Labor etwas in der Verpackung finden wird und sie wird richtig liegen. Erstmal muss Olga aber wohl oder übel wieder anfangen zu arbeiten.

 Irgendwie muss sie ja das Geld für ihren Lebensunterhalt, die gestohlenen Sachen und den Krankenhausalt zusammen bekommen. Also steht sie schon ein paar Tage nach dem vermeintlichen Mordanschlag wieder im Salon. Die osteuropäische Community in Brooklyn ist gut miteinander vernetzt und eine von ihren Kundinnen erzählt der noch immer total verstörten Olga, dass einem guten Freund von ihr vor kurzem etwas ganz ähnliches passiert sei.

 Ihr bekannter Ruben Borokov hat auf einer russischen Dating Webseite eine Frau kennengelernt. Sie lebte genau wie er in New York, hatte in ihrem Profil stehen, dass sie gern kocht und sah super aus. Dementsprechend hat Ruben sich sehr über ein Match gefreut. Nach einem ersten gemeinsamen Abendessen auf Rubenskosten wollte sich seine neue Dating Bekanntschaft dann revangieren und hatte ein Fischgericht für ihn zubereitet.

Nach nur einem Bissen wurde er direkt bewusstlos. Es ging total schnell, genau wie bei Olga und dem Käsekuchen. Als Ruben wieder zu sich kam, fehlte Bargeld und seine Kreditkarten waren belastet mit Einkäufen, die er selbst nicht getätigt hat. Das Delirium von Ruben hielt ganze zwei Tage an. Erst dann hat sein Date ihn zu seinem Geschäft gebracht, dass er in Brooklyn führt.

 Die Angestellten dort haben sofort einen Notarzt gerufen. Als dieser eintraf, war die Frau aber schon über alle Berge. Ruben hat sie nie wiedergesehen. Der Name dieser Frau Victoria Nasirova. Genau wie bei Olga war Rubens Zustand zwar kritisch, die toxikologischen Gutachten aber total sauber. Man hat nie herausgefunden, was zu seinem Blackout geführt hat.

Dem kommt die Polizei erst auf die Schliche, als endlich die Untersuchungsergebnisse der Kuchenpackung vorliegen. Denn darin befindet sich etwas, auf das Olga und Ruben im Krankenhaus gar nicht getestet werden konnten, weil es die Substanzen den USA eigentlich gar nicht gibt. In der Plastikbox findet man Rückstände von Fenaz.

 Das ist ein starkes Benzo Diazin, das in Russland entwickelt und vertrieben wird. Es hat Angst und krampflösende, muskelrelaxierende und schlafördernde Eigenschaften. Hier in Deutschland ist es als kontrollierte Substanz eingestuft, weil es nicht nur zu schwerer Abhängigkeit, sondern auch zum Tod führen kann. Vor allem in Kombi mit anderen Medikamenten oder Alkohol ist das richtig gefährlich und in Kombination mit Hitze.

 Und die Heizung in Olgas Zimmer lief ja auf Hochtur trotz der ohnehin heißen Temperaturen des New Yorker Sommers. Jetzt stellt sich heraus, das Zeug war nicht nur in dem Käsekuchen, sondern auch in den Tabletten, die Irina in Olgas Schlafzimmer gefunden hat. Als dem zuständigen Chefmittler klar wird, was wirklich hinter der Geschichte von Olga steckt, entschuldigt er sich aufrichtig bei ihr.

 Sie hat die ganze Zeit die Wahrheit gesagt und hat richtig gelegen. Victoria hat sie wirklich vergiftet, weil Ruben hat sie es zuvor offensichtlich auch schon versucht. Und da Victoria noch immer auf freiem Fuß ist, bedeutet das, es könnte weitere Opfer geben. Davon, dass die Polizei New York City gerade auf der Jagd nach einer Giftattentäterin ist, ahnt Herman Weisberg nichts.

 Er ist schon länger aus dem Polizeidienst ausgeschieden und hat sich stattdessen als Privatdetektiv im Big Apple selbständig gemacht. Und seit Ende 2016 arbeitet er an einem besonders türkischen Fall, genauer an einem Mordfall. Seine Klientin Nades kommt aber eigentlich aus Russland, wo ihre Mama auch noch lebt oder lebte. Denn obwohl die beiden eigentlich täglich Kontakt hatten, konnte Nadjes ihre Mutter von einem Tag auf den anderen nicht mehr erreichen.

 Das muss eine absolute Horrorsituation sein. Man ist quasi am anderen Ende der Welt und verliert mit einem Kontakt zur wichtigsten Bezugsperson. Als Nadjersta ihre Mutter aller nicht mehr erreichen kann, weiß sie sofort, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Seit ihrer Auswanderung haben Mutter und Tochter 8 Jahre lang jeden einzelnen Tag miteinander telefoniert.

 Allah war in Russland immer für ihre Tochter in Amerika erreichbar, rund um die Uhr. Vor ihrem Verschwinden hat alla ihrer Tochter oft am Telefon von Victoria erzählt. Victoria Nasirova. Sie hat sich sehr über die ungleiche Freundschaft zwischen ihrer Mutter und dieser Victoria gewundert, aber sie hatten den höchsten Zöhen von Victoria gesprochen und sie ihre beste Freundin genannt.

 Und was blieb der Tochter in tausenden Kilometer Entfernung anderes übrig, als auf das Urteilsvermögen ihrer Mutter zu vertrauen? Im Herbst 2014 hat alle ihrer Tochter erzählt, dass ihre beste Freundin Victoria bald in die USA fliegen würde. Aller selbst kann nicht über den großen Ozean reißen, aber sie verspricht Jeser, dass Victoria sie in New York treffen und ein paar Geschenke übergeben wird, die aller für ihre Tochter ausgesucht hat.

 Darunter zwei hochwertige Echtpelzel. Zudem soll Victoria Nadeser umgerechnet 6000$ Bargeld mitbringen. Sie hat weder ihre Pelzmensel noch die 6000$ jemals gesehen und vor allem hat sie nach dem 4. Oktober 2014 nie wieder etwas von ihrer Mutter gehört. Nades ist daraufhin selbst nach Russland gereist und hat dort ihre eigenen Ermittlung angestellt.

 Sie wusste, wo ihre Mutter im Haus immer Bargeld und andere Wertgegenstände versteckt hielt und dieses Versteck war komplett leer geräumt. Vor dem Haus ihrer Mutter ist sie auf Victoria getroffen. Victoria habe sie sofort in den Arm genommen und immer wieder gesagt, sie lebt. Sie lebt. Und das bevor Nater überhaupt ihre Vermutung geäußert hat, aller könnte etwas zugestoßen sein.

 Nicht gerade die Art, sich weniger verdächtig zu machen. Weil die Polizei nicht schnell genug war, stellte Nadesha Selbstermittlung an. Mit ein paar Bestechungstricks besorgt sie sich Aufnahmen von Verkehrskameras in der Nähe des Hauses ihrer Mutter. Sie ist all diese Aufnahmen ganz allein durchgegangen und hat somit im Alleingang den Job einer kompletten Mordkommission gemacht.

 Und das auch noch richtig gut, denn auf einem Foto fiel etwas auf, dass ihr das Bluten in den Adern gefrieren lassen hat. Die Bilder sind vom 5. Oktober, von dem Tag, ab dem Nadesta aller nicht mehr erreichen konnte. Das Bild zeigt ein Autor, das Victoria an genau dem Tag von einem Verlei gemietet hat. Auf dem Beifahrersitz des Wagens ist eine Person zu sehen.

 Die Aufnahme ist zwar etwas pixelig, aber es sieht so aus, als wäre die Beifahrerin zusammengesagt, als wäre sie gar nicht mehr am Leben. Nades hat keinen Zweifel daran, dass die Frau am Steuer Victoria Nasirova und das auf dem Beifahrersitz ihre Mutter Allah ist. Sie konnte die Polizei davon überzeugen, dass Victoria ihrer Mutter etwas angetan haben muss und dass sie sich mit ihrem Vermögen aus dem Staub gemacht hat.

 Die russische Polizei hat daraufhin die Handydaten von Victoria geprüft und mit denen von alle abgeglichen. Die Daten führen die Ermittler zu einem Dorf in dessen Nähe Victoria aufgewachsen ist und dort wurden die sterblichen Überreste von Allah gefunden. Ihr Leichn war nicht vollständig, Bein und Armknochen fehlen.

 Zudem wurde sie verbrannt. Und jetzt besteht kaum Zweifel mehr daran, wer dafür verantwortlich sein könnte. Victoria wurde zu einem Verhör vorgeladen. Sie erklärt der Polizei, das sei alles ein ihrzop. Sie sei alleine in dem Auto gewesen. Dass man ganz eindeutig eine Person auf dem Beifahrersitz sehen kann, hat sie geflissentlich ignoriert.

 Victoria hat sich dazu einverstanden erklärt, einen Lügendetektortest zu machen, aber sie kam nicht in Untersuchungshaft. Während der Test ausgewertet wurde, durfte sie gehen und diese Chance hat Victoria genutzt. Als die russische Polizei ein Haftbefehl gegen Mordes erlassen hat, hatte Victoria das Land schon verlassen.

Nadesta blieb nichts anderes übrig, als zurück in die USA zu fliegen und einfach zu hoffen, dass Inspol das Ganze regeln kann, bis sie auf Facebook aus reinem Zufall ein Profil vorgeschlagen bekommen hat und zwar das von Victoria. Nadesta konnte sehen, dass Victoria doch noch in die USA nach New York City gekommen ist.

Ob Victoria gar nicht weiß, dass sie wegen Mordes gesucht wird oder ob es ihr einfach egal ist, ist unklar. Jedenfalls postet sie fröhlich Bilder von Urlauben, Partys und ihrem Leben im Big Apple. Daraufhin kontaktierte Nades den Privatdetektiv Herman, um ihr dabei zu helfen, Victoria ausfindig zu machen. Mit der Social Media Präsenz von Victoria hat Herman einen guten Stock an Ausgangsmaterial, das er durchforsten kann.

 Obwohl sie international wegen Moris gesucht wird, versteckt sie sich nicht. Im Gegenteil, sie postet regelmäßig auf Facebook und lässt auf ihrem öffentlichen Profil alle an ihrem extravaganten Lebensstil teilhaben. Vor allem ein Selfie von Victoria hilft dem Privatdetektiv immens weiter. Eigentlich ist es eine ganz harmlose Aufnahme, die Victoria in einem Auto zeigt.

 Allerdings trägt sie darauf eine Sonnenbrille und darin spiegelt sich die Konsole des Autos. Es gelingt Herman in mühevoller Kleinarbeit nur anhand dieses Fotos herauszufinden, was für ein Wagen Victoria fährt. Außerdem kann er anhand ihrer Facebook Likes abgrenzen, in welchen Restaurants und Geschäften sich die gesuchte Mörderin herumtreibt.

Nachdem die Infos ausgewertet sind und er eingegrenzt hat, wo nach Victoria gesucht werden kann und mit welchem Auto sie unterwegs ist, dauert es nicht lange, bis er sie tatsächlich findet. Auch wenn ihr selbst hoffentlich nicht von Interpol wegen Mordes gesucht werdet, ist das Ganze vielleicht ein guter Reminder, vorsichtig mit dem zu sein, was ihr postet.

 Die Hermans hervorragende Detektivarbeit zeigt, gibt man auch mit Simplen Selfies vielleicht mehr über sich Preis, als man sich bewusst ist. In diesem Fall zum Glück, denn dank des Einsatzes von Nades und Hörman kann Victoria am 20. März 2017 in Brook festgenommen werden. Da sie von Interpol gesucht wird, nimmt man sie sofort mit aufs Revier.

 Und da stellt sich heraus, dass Victoria auch noch wegen eines anderen Delikts gesucht wird, wegen des Diebstahls bei Olga Zwick. Victorias Wohnung findet man nicht nur Olgas Papiere, sondern auch ihren gestohlenen Goldring und ihre Handtasche. Die Ermittler, die sich darum gekümmert haben, bekommen natürlich sofort Bescheid.

 Und vor dem Hintergrund des Mordes an alle ergibt auch die Käsekuchenvergiftung jetzt natürlich. In ihrer Heimat hat Victoria mutmaßig schon mal gemordet, um sich das Eigensum einer anderen Person unter den Nagel zu reißen. In New York wollte sie das offenbar noch mal tun, wobei die Polizei glaubt, dass sie es in diesem Fall auf mehr als nur Geld abgesehen hatte, nämlich auf Olgas Identität.

Deshalb hat Victoria auch Olgas Papiere mitgenommen und die beiden Frauen sehen sich wirklich verblüffend ähnlich, vor allem auf dem Passfoto und Victoria hat anders als sie gegenüber Olga behauptet hat, nie eine Greencard bekommen. Ihr US-Visa war dabei auszulaufen. Dann hätte sie sie zurück nach Russland gemusst und da wurde sie ja wegen des Mordes an aller gesucht und wäre wahrscheinlich noch am Flughafen festgenommen worden.

 Um das zu vermeiden, wollte sie offenbar Olga umbringen und unter ihrer Identität weiterleben. Auf der Verpackung des Käsekuchens wurde auch die DNA von Victoria gefunden. Damit ist endgültig bewiesen, dass sie es war, die das Kuchenstück für Olga vergiftet hat. Sie hat sogar daran gedacht, selbst zwei unpräparierte Stücke direkt vor Olga zu essen, damit alles ganz normal wirkt.

Am Morgen nach dem Giftanschlag kam sie noch mal mit Hühnersuppe zurück, wie der Nachbar ja beobachtet hatte, vermutlich um Olga weiteres Fenerzeppam in Form von Tabletten zu geben, um sicherzugehen, dass die Dosis fatal ist. Wegen der internationalen Verstrickung und dann wegen der Pandemie dauert es viele Jahre, bis Victoria endlich vor Gericht steht.

 Erst im Februar 2023 ist es soweit. Victoria Nasirova wird wegen versuchten Mordes an Olga Zwick angeklagt. Sie streitet diese Vorwürfe ab. Auch mit dem Mord an all, der in ihrer russischen Heimat vorgeworfen wird, habe sie nichts zu tun. Übrigens wurde wohl auch der Hund von Victorias New Yorker Freund vergiftet, aber auch damit will sie natürlich nichts zu tun haben.

Der russische Mordfolk kann nicht in den USA verhandelt werden. Die Aussagen von Nadeser dürfen auch nur begrenzt als Indizien aufgeführt werden. Aber die Beweise dafür, was Victoria Olga angetan hat, reichen schon für eine Verurteilung aus. Victoria wird zu einer Freiheitsstrafe von 21 Jahren verurteilt.

 Nach ihrer Entlastung wird sie zudem weitere fünf Jahre unter behördlicher Beobachtung stehen. Das Gericht ordnet Victoria als eine gefährliche Frau ein, die einen diabolischen Plan ausgehackt hat. Zu der behördlichen Beobachtung wird es wahrscheinlich trotzdem nicht mehr kommen, denn sobald Victoria ihre Haftstrafe in den USA abgesessen hat, wartet auf sie die Abschiebung nach Russland und dort noch immer ein Mordprozess wegen aller.

Als sie nach dem Urteil aus dem Gerichtssal abgeführt wird, flüstert sie Olga und Nadesa auf der Zeugenbank noch ein euch zu. Die beiden saßen während des gesamten Prozesses nebeneinander. Auch wenn der Mordjesas Mutter nicht vor einem US-Gericht geklärt werden kann, war sie die ganze Zeit da. Sie und Olga sind inzwischen beste Freundinnen.

 Olga sagt, als sie Nadesta kennengelernt habe, habe es sich angefühlt, als würden sie sich schon ewig kennen. Beide Frauen haben also in den USA trotz ihrer schrecklichen Erlebnisse doch einen Neuanfang gefunden und einander. Olga lebt auch heute noch in den USA. Auch wenn ihr mehr Steine in den Weg gelegt wurden, als man sich vorstellen kann, hat sie es geschafft, sich in ihrer neuen Heimat zu behaupten.

Inzwischen lebt sie in Westp Beach in Florida. Sie arbeitet noch immer als Kosmetikerin, allerdings in ihrem eigenen selbstgegründeten Studio. Es sieht so aus, als habe sie sich nach all dem Trauma endlich das Leben aufgebaut, von dem sie geträumt hat. Was für ein heftiger Fall, oder? Auch wenn Victoria noch nicht wegen des Mordes an alle angeklagt werden konnte, ist Jes froh darüber, wie die Dinge gelaufen sind.

Die Gewissheit, dass Victoria für die nächsten Jahre im Gefängnis sein wird und niemanden mehr weh tun kann, reicht ihr. Schreibt mir eure Gedanken zu diesem Fall gerne mal in die Kommentare. Ganz nebenbei unterstützt ihr auch so den Kanal, denn jegliche Interaktion erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Video Leuten vorgeschlagen wird, die Insolito noch nicht abonniert haben.

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