News

Hinter den Kulissen von „Die Bachelors“: Ist der freiwillige Ausstieg nur ein cleverer PR-Fake von RTL? T

Hinter den Kulissen von „Die Bachelors“: Ist der freiwillige Ausstieg nur ein cleverer PR-Fake von RTL?

Die aktuelle 16. Staffel der Kult-Dating-Show „Die Bachelors“ sorgt in der deutschen Fernsehlandschaft derzeit für so viel Wirbel, Gesprächsstoff und emotionale Achterbahnfahrten wie kaum eine andere Ausgabe zuvor. Im Zentrum dieses heftigen Mediensturms steht Sebastian Paul, einer der beiden diesjährigen Rosenkavaliere, der die Zuschauer und die Produktion gleichermaßen in Atem hält. Seit Wochen reißen die hartnäckigen Gerüchte über einen vorzeitigen, freiwilligen Abbruch des Kölner Junggesellen einfach nicht ab. Der vermeintliche Grund für diesen spektakulären Schritt klingt dabei wie aus einem modernen Märchen entsprungen: Sebastian soll sich angeblich so unsterblich in seine Favoritin Paulina verliebt haben, dass er den Entschluss gefasst haben soll, das TV-Experiment vorzeitig zu beenden. Keine weiteren Dates mehr, keine zeremoniellen Rosenvergaben, sondern nur noch sie allein. Während romantische Anhänger der Sendung und treue Fans weltweit auf ein großes, emotionales Happy End hoffen, wittern abgebrühte Brancheninsider, Medienexperten und ehemalige Teilnehmer der Show ein völlig anderes Drehbuch hinter den Kulissen. Die große und spannende Frage, die sich ganz Deutschland stellt, lautet: Ist hier wirklich die große Liebe im Spiel oder handelt es sich um eine perfekt inszenierte Show?

Bereits in der siebten Episode bekamen die treuen Zuschauer einen intensiven Vorgeschmack auf das bevorstehende emotionale Chaos. Sebastian weigerte sich in einer Szene kurzerhand, die begehrten Rosen an die verbliebenen Frauen zu verteilen, und schickte seine Kandidatinnen kurzerhand vorübergehend nach Hause. Laut detaillierten Berichten der Bild-Zeitung, die bereits vor Monaten exklusiv über diesen ungewöhnlichen Vorfall spekulierte, soll Sebastian der Produktion unmissverständlich mitgeteilt haben, dass er seine Traumfrau bereits gefunden habe und deshalb nicht weitermachen könne. Sollte sich dieses hartnäckige Gerücht bewahrheiten, wäre dies ein absolutes und einmaliges Novum in der gesamten Geschichte des erfolgreichen RTL-Formats. Einen freiwilligen Ausstieg aus echter, tief empfundener Liebe gab es vor den laufenden Kameras in all den Jahren noch nie. Für die verantwortliche Produktion bedeutet ein solcher Schritt kurz vor dem anstehenden Finale den absoluten Supergau. Da es zu diesem späten Zeitpunkt in dem Spiel logistisch und konzeptionell unmöglich ist, einen neuen Bachelor nachrücken zu lassen, müsste Tim Reiz, der zweite Rosenkavalier der Staffel, die verbleibenden Rosen vollkommen alleine verteilen und die Show zu Ende bringen.

Einer, der diesen süßen Worten von der großen Liebe im Fernsehen absolut keinen Glauben schenkt, ist Daniel Völz. Der 41-Jährige, der im Jahr 2018 selbst als Bachelor vor der Kamera stand und das Haifischbecken der Dating-Formate bestens kennt, findet in einem Gespräch mit dem Berliner Kurier sehr deutliche und kritische Worte. Für ihn hat die ganze Inszenierung einen ganz anderen Beigeschmack. Er erklärt unmissverständlich, dass das Ganze für ihn nach purer Aufmerksamkeit schreit, nach dem Motto, dass alle hinschauen sollen und das Format dadurch maximal interessant gemacht werden muss. Völz vermutet dahinter eine kalkulierte Schützenhilfe von außen, um die Quoten zu stabilisieren. Der Grund dafür liegt für ihn auf der Hand: Die aktuelle Staffel muss sich in Sachen Einschaltquoten gegen die übermächtige Konkurrenz behaupten, wie etwa die parallel laufende Fußballweltmeisterschaft. Man müsse sich als Sender und Produktion angesichts solcher Quotenbringer ernsthaft fragen, wie man dagegen ankämpfen kann. Zwar glaubt der ehemalige Rosenkavalier nicht zwangsläufig an ein komplett frei erfundenes Drehbuch von vorne bis hinten, wohl aber an sehr gezielte und steuernde Manipulationen beim Schnitt der Sendung. Vieles davon sei zwar nicht direkt zensiert, aber es fallen im Schnittprozess extrem viele essenzielle Inhalte weg, die es den Zuschauern unmöglich machen, ein wirklich schlüssiges und faires Urteil zu fällen. Zudem berichtet Völz von einem massiven psychologischen Druck, den die Macher im Hintergrund auf die Protagonisten ausüben, sollte sich ein Bachelor in einer Situation einmal unentschlossen zeigen. Ein anderer Vorgänger habe ihm einst gestanden, wie die Produktion ihn damals zur finalen Entscheidung drängte. Es wurde ihm klipp und klar gesagt, dass es nicht darum gehe, dass er sich verliebe, sondern dass es ein reines Spiel sei und am Ende zwingend eine Gewinnerin geben müsse.

Ein etwas differenzierteres und emotionaleres Bild zeichnet dagegen der ehemalige Kandidat Felix Stein, der ebenfalls seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Zirkus rund um das Dating-Format machen durfte. Auch ihm sind die anhaltenden Spekulationen und Gerüchte um Sebastian natürlich nicht entgangen. In einem Interview zeigt er sich grundsätzlich sehr verständnisvoll für die Situation. Er betont, dass, wenn so etwas wirklich passiert und am Ende zwei Menschen glücklich zueinander finden, es umso besser sei, da dies schließlich der Hauptgrund ist, warum man sich überhaupt auf ein solches Abenteuer einlässt. Stein weiß aus eigener und schmerzlicher Erfahrung ganz genau, wie extrem belastend die emotionale Situation vor Ort sein kann. Er selbst dachte damals während der Dreharbeiten aufgrund seines Sohnes ernsthaft über einen vorzeitigen Ausstieg nach, doch das wurde den Zuschauern im Fernsehen letztlich gar nicht gezeigt. Das Team habe das damals so gut gelöst, dass es ihm am Ende zwar gut ging, doch die Ernüchterung blieb. Nach dem freiwilligen Ausstieg seiner damaligen Favoritin Paulina und dem extrem schnellen Beziehungsaus mit der eigentlichen Finalistin Seima blickt er heute sehr skeptisch auf die Zeit zurück. Seine persönliche Skepsis ist im Laufe der Jahre nur noch weiter gewachsen. Er ist überzeugt davon, dass Liebe zwar absolut passieren kann, die Menschen bei solchen TV-Formaten jedoch aus sehr unterschiedlichen und oft strategischen Gründen mitmachen. Er selbst sei jedenfalls einfach nicht der Typ Mensch, der sich vor laufenden Fernsehkameras unbeschwert verlieben könnte.

Und was sagt der verantwortliche Sender selbst zu den schweren Vorwürfen der gezielten Manipulation und den allgegenwärtigen Gerüchten? RTL gibt sich wie gewohnt gewohnt schmeichelhaft, defensiv und hält sich bedeckt. Über die verschiedensten Theorien rund um den Bachelor und seine Entscheidungen wird schließlich seit der allerersten verteilten Rose kontrovers diskutiert, und wahrscheinlich wird sich daran auch in Zukunft niemals etwas ändern, heißt es in einem allgemeinen und wenig überraschenden Statement des Senders. Zu konkreten Handlungsabläufen, vertraglichen Verpflichtungen oder dem angeblichen Ausstieg äußert sich der Kölner Sender prinzipiell überhaupt nicht. Ob Sebastians verweigerte Rosenvergabe nun tatsächlich der mutige Beginn einer echten Liebesrebellion gegen das starre System ist oder ob es sich lediglich um das Ergebnis eines genial eingefädelten PR-Schachzugs handelt, um die eigenen Einschaltquoten gegen König Fußball zu retten, wird sich erst in den kommenden Wochen im großen Finale zeigen. Eines steht nach all diesen Enthüllungen jedoch vollkommen fest: Die glänzende Fassade der vermeintlich perfekten Datingwelt hat aktuell so tiefe Risse bekommen wie noch nie zuvor in der Geschichte des deutschen Reality-Fernsehens.

You Might Also Enjoy