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Wahre Verbrechen I Der letzte Anruf vor dem Tod I True Crime Dokumentation – Ty – Part 3

Am Ende war es nicht der Mythos, der tötete. Es war der Mensch, Fritz Hmann. Und während der Werwolf aus den Sagen verschwindet, wenn die Sonne aufgeht,  bleibt die menschliche Grausamkeit eine Realität. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Max Spalleck. Und mein Name ist Diane Helscher. [applaus] [applaus]  Vielen Dank.

Danke schön. [applaus] Also hier vorne die Leute, die nicht Serienkiller gehört haben, vielleicht seid ihr beim nächsten Mal doch dabei. Neue Folgen gibt’s immer am Donnerstag. Wir würden uns sehr sehr freuen. [applaus] Ihr seid super. [jubel] [applaus] Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.

Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.  Unsere heutige Geschichte beginnt und endet in der brasilianischen Stadt Santa Rita do Sabi. Dort lebt einer der aktivsten und gleichzeitig unbekanntesten Serienkiller aller Zeiten. Sein Name ist Pedro Rodriguez Fio und er wurde im Laufe seines Lebens wegen 71 Morden verurteilt.

Fast alle seine Opfer waren Kriminelle. Die Polizei war sich aber nicht über Philius Vorliebe für das Töten von Kriminellen bewusst, als sie ihn 1973 das erste Mal wegen Mordes verhaftete. Die Polizisten und Polizistinnen setzten ihn mit einem anderen Straftäter zusammen in den Polizeitransporter. Als die Beamten zum Wagen zurückkamen, war nur noch einer der beiden Männer am Leben.

Hi, ich bin Diane Helscher. Und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller oder einer berühmten Serienkillerin mit ihrem Leben, ihrer Psyche und ihren Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten.  Ein Spotify Original von Parcast.

In dieser Einzelfolge befassen wir uns mit Pedro Rodriguez Filio, alias Killerpiti. Petro Rodriguez Filio, auch Pedrinho Matador oder Killer Peiti genannt, ermordete zwischen 1968 und 2003 71 Menschen in Santa Rita, Brasilien. Er tötete mindestens 47 seiner Opfer während seiner 30 Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung im Jahr 2007 wurde Philio 2011 erneut verhaftet wegen Verbrechen, die er hinter Gittern begangen hatte.

Seit seiner letzten Entlassung 2016 lebt Philio zurückgezogen in Brasilien. Weil Philio seine Mitinsassen ermordet hatte, nahmen ihn die Leute irgendwann als eine Art südamerikanischen Dexstar wahr. Er war ein Serienkiller, der sich an einen Kodex hielt. Er nahm nur Kriminelle ins Visier, von denen er glaubte, dass sie den Tod verdient hätten.

Doch wie wir im Laufe dieser Folge zeigen werden, war Filz der Wohlwollende Serienkiller von nebenan, als den ihn einige seiner Unterstützer und Unterstützerinnen gerne darstellen. Petro Rodriguez Fil am 17. Juni 1954 auf einer Farm in der Nähe von Santa Rita zur Welt. Santa Rita liegt im Südosten Brasiliens und gehört zum Bundesstaat Minasch Jeris.

Filo bedeutet Sohn und dementsprechend hieß auch Rodriguez Vater Pedro Rodriguez. Wir werden ihn hier zum besseren Verständnis immer Rodriguez Senior nennen, wenn wir von ihm sprechen.  Felio war das älteste von 14 Kindern. Sein gewalttätiger Vater verprügelte seine Mutter so schlimm während der Schwangerschaft, dass Philio mit einem Schädelbruch zur Welt kam.

Die Verletzung ist bis heute an einer kleinen Delle an seinem Haaransatz zu erkennen. Philio hat seinen Vater zwar nie explizit für seine späteren Verbrechen verantwortlich gemacht, die Misshandlung durch Rodriguez Senior trug aber sicher nicht zu einem guten und stabilen Aufwachsen in behüteter Atmosphäre bei.

Selbstgewalttätig wurde Felio laut eigener Aussage zum ersten Mal um das Jahr 1967, als er 13 war. Seiner eigenen Erzählung zufolge geriet er in eine Schlägerei mit einem älteren Cousin. Es eskalierte, als Philio den Jungen gegen eine Zuckerrohrpresse stieß. Die Berichte darüber, was genau mit Philius Cousin passierte, gehen auseinander.

In einigen Quellen heißt es, dass er unverletzt blieb. In einem späteren Interview sagte Philio selbst jedoch, dass der Arm seines Cousins zwischen die Walzen geriet. gestorben ist der Junge jedenfalls nicht. Dieser Vorfall zeigte aber, dass Fili schon als Jugendlicher kaum Hemmungen hatte, extreme Gewalt anzuwenden. Nachdem er seinen Cousin verletzt hatte, merkte Philio, dass er Lust hatte, jemanden umzubringen.

Er betrachtete den Vorfall mit der Zuckerrohrpresse als seinen ersten versuchten Mord. Bei einer FBI Studie zu Gewaltverbrechern gaben 59% der Befragten an, dass der erste Auslöser ihrer Gewalt ein Konflikt mit einer Frau war. Damit wäre Felio in der Minderheit. Er hat nie von irgendwelchen Problemen mit seiner Mutter oder seinen Schwestern berichtet.

Es gibt auch nichts, was im Rahmen von Beziehungen oder Sex auf eine Zurückweisung durch ein Mädchen oder eine Frau hindeutet. Seine Beweggründe oder Verbrechen waren soweit bekannt ist, nie sexueller Natur. Die FBI Studie benennt auch andere häufige Faktoren für Gewaltverbrechen. Dazu gehören finanzielle Probleme, Arbeitslosigkeit, Eheprobleme, rechtliche Probleme, körperliche Verletzungen, der Tod einer wichtigen Person oder die Geburt eines Kindes.

Bei Philio spielte keiner dieser Faktoren eine Rolle. Er scheint in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmeserienkiller zu sein, wobei man berücksichtigen muss, dass sein Fall nie so gründlich analysiert wurde wie die vieler bekannterer Mörderinnen und Mörder. Unser Wissen über sein Leben und über sein Wesen ist dementsprechend  begrenzt.

Man weiß aber, dass Philio kurz nach dem Vorfall mit seinem Cousin die Schule abbrach mit 13. Also, es gibt keine Berichte darüber, ob Fili ein besonders guter oder schlechter Schüler war. auch über Prügeleien, Bullying oder Mobbing an der Schule ist nichts bekannt. Als Philio aus der Schule raus war, lebte er weiter zu Hause.

Man kann also davon ausgehen, dass er einen Job finden und irgendwie anders helfen wollte, seine Familie zu unterstützen. 1968, als Philio 14 war, arbeitete sein Vater in der Kleinstadt Alfenas. Er war als Wachmann an einer Schule beschäftigt. In diesem Jahr wurde Rodriguez Senior beschuldigt, Essen aus der Cafeteria gestohlen zu haben.

Der Vizebürgermeister der Stadt, der für die Schule verantwortlich war, setzte ihn vor die Tür. Philios Vater sagte, dass er unschuldig sei. Philio hielt das alles für eine große Ungerechtigkeit. Er besorgte sich eine Schrotflinte und erschoss den stellvertretenen Bürgermeister von Alfenas. Damit hatte er mit nur 14 Jahren seinen ersten Mord begangen.

Danach passierte nichts. Weder Philio noch sein Vater wurden verhaftet.  Es scheint, dass es der Polizei nicht gelangen, den Fall zu lösen. Es ist wahrscheinlich, dass Philio allein handelte, ohne seine Familie in den Mord einzuweihen. Er lebte sein Leben zu Hause weiter, als wäre nichts passiert. Einen guten Monat nach dem Mord entschloss sich Philio, den Mann zu jagen, den er für den wirklichen Essensdieb  hielt.

Er zog mit derselben Schrotflinte los und erschoss einen anderen Schulwachmann, den er im Verdacht hatte. Nach dem zweiten Mord floh Filiio aus seiner Heimatstadt. Die beiden Morde blieben jahrelang ungeklärt. Es ist nicht bekannt, warum Philio die Stadt verließ und bei wem er unterkam. Man weiß nur, daß er nach Sao Paulo wollte. Schon 1960 lebten in Sao Paulo fast 5 Millionen Menschen.

Es [schnauben] war die größte Stadt Brasiliens und 1968 für den zweifachen Mörder Felio der perfekte Ort zum Untertauchen. Er ließ sich östlich von Sao Paulo in Mojidash Crues nieder. Als er sich eingelebt hatte, wandte er sich einem neuen gefährlichen Gewerbe zu. Der Teenager fing an in Häuser einzubrechen und alles zu stehlen, was er verkaufen oder tauschen konnte.

Irgendwann nahm er sich nur noch Häuser von Männern vor, die er für Drogendealer hielt. Das hatte einen Grund. Risikominimierung. Philio dachte sich, dass Drogendealer bei einem Einbruch niemals die Polizei rufen würden, einfach weil sie die Polizei genau wie er so weit wie möglich von sich fernhalten wollten.

Die Sache eskalierte jedoch, als sich ein versuchter Einbruch in einen Mord verwandelte. Angeblich hatte Felio einen Drogendealer getötet, als er dessen Haus nach Wertgegenständen durchsuchte. Es gibt nicht viele Informationen über den Vorfall, genau wie über Philios Morder. Seine Opfer werden in vielen Berichten leider oft als große graue Masse abgehandelt.

Mit ihren Identitäten und Geschichten hat sich bisher kaum jemand befasst. In manchen Fällen sind nicht mal ihre Namen bekannt. Philios Leben bestand aber nicht nur aus Dieb, Mord. Um 1940 lernte der 16-jährige eine junge Frau namens Maria Abareida Olympia kennen. Sie zogen zusammen und machten Heiratspläne. Doch die Hochzeit fand nie statt.

Eines Abends wurden Maria und Filengang überfallen. Filo konnte entkommen, aber Maria hatte nicht so viel Glück. Die Gangmitglieder überwältigten und töteten sie. Doch anstatt zur Polizei zu gehen, schwor Philio Rach. 1971 spürte der 17-jährige Pedro Rodriguez Fileng auf, die seine Freundin Maria getötet hatte.

Es ist nicht bekannt, wie viele Gangmitglieder er angriff oder wie er diejenigen identifizierte, die an Marias Ermordung im Jahr zuvor beteiligt gewesen waren. Man weiß jedoch, dass Felio Anhänger fand, die seine Rachepläne unterstützten. Zusammen fanden sie heraus, dass der Mann, den sie für Marias Mörder hielten, dabei war, seine eigene Hochzeit zu planen.

Philio und vier andere Männer stürmten die Hochzeitsfeier und richteten ein Blutbart an. Sie erschossen sieben Menschen und verletzten 23 weitere Schwer. Philio tötete den Mann, auf den ergesehen hatte, den mutmaßlichen Bandenchef. Er erschoss aber auch unschuldige Hochzeitsgäste. Nach dem Überfall gelang ihm die Flucht und die Polizei hatte keine Ahnung, wer für die Morde verantwortlich war.

Wie wir schon bei seinen vorherigen Morden gesehen haben, beschränkte sich Fio nicht nur auf gewalttätige Kriminelle. Er war auch bereit, Leuten nachzustellen, die die Ehre seiner Familie verletzt hatten. Kurz nach dem Hochzeitsmassaker erfuhr Philio, dass eine seiner Cousinen schwanger war.

Es wäre eigentlich ein Grund zum Feiern gewesen, nur dass sich der Vater des Kindes weigerte, Philios Cousine zu heiraten. Filo reagierte sofort und erschoss den Mann. Die Kriminologen Ronald Holmes, Stephen Holmes und  James the Burger haben Selenkiller nach ihren Motiven kategorisiert. Ein Typus in der Reihe ist der sogenannte missionarische Killer, der Menschen tötet, von denen er glaubt, dass sie den Tod verdient hätten.

Felio passt in dieser Kategorie, weil er Menschen ins Visier nahm, von denen er glaubte, dass sie ihm Schaden zugefügt hatten. Hinzuk kam, dass seine kriminellen Opfer gefährliche Männer waren, die alle wehrhaft bzw. in der Lage waren, sich zu verteidigen. Philios Größe ist nicht genau bekannt, aber seine Spitznamen Pedrinho oder Piti lassen vermuten, dass er schon immer höchstens durchschnittlich groß oder sogar etwas kleiner war.

Das könnte erklären, warum Filo es besonders am Anfang vorzog, seine Opfer zu erschießen. Eine Schusswaffe war schnell und effektiv einsetzbar, unabhängig von der Größe und Kraft des Schützen. Und weil es missionarischen Killern nur darum geht, ihre Opfer zu töten und nicht etwa sie zu foltern, sind Pistolen und Gewehre bevorzügte Waffen für diese Art von Mörder.

Philius einzigartiger Fokus auf Kriminelle könnte eine Rolle dabei gespielt haben, warum die Öffentlichkeit nicht so hart mit ihm ins Gericht ging wie mit anderen Serienmördern. Außerdem hat er seine Opfer nicht verstümmelt oder irgendwelche Rituale an ihnen vollzogen, nachdem er sie getötet hat. Außer in einem Fall.

1972 hatte der 18-jährige Pedro Rodriguez Filio, schon mindestens 10 Menschen getötet. Wie sich herausstellte, war er jedoch nicht der einzige in seiner Familie, der zu mordfähig war. 1972 tötete Philios Vater Rodriguez Senior, seine Frau mit 21 Messerstichen. Danach zerstückelte Rodriguez Senior die Leiche mit einer Machete.

Glücklicherweise wurde er sofort gefasst und verhaftet. Wie schon erwähnt, war Rodriguez Senior schon lange gewalttätig gewesen. Er hatte Filios Mutter über 18 Jahre lang misshandelt. Der Mord hatte also eine klare Vorgeschichte. Es ist nicht bekannt, ob Rodriguez Senior jemals ein Motiv für die Tat angegeben hat.

Bei häuslicher Gewalt geht es jedoch häufig um Kontrolle und Dominanz. Ein Mord ist dann am wahrscheinlichsten, wenn eine Frau versucht zu gehen und sich vom Missbrauch ihres Partners zu befreien. Der missbräuchliche Partner nimmt den Mord als Mittel wahr, um die Kontrolle über sein Opfer zurückzugewinnen. So könnte es auch bei den Rodriguez gewesen sein.

Der 18-jährige Philio fand schnell heraus, dass sein Vater seine Mutter umgebracht hatte. Philio war ein Mörder, der oft aus Rache tötete und jetzt wollte er sich an seinem Vater rächen.  Das Gefängnis, in dem Rodriguez Senior 1972 saß, war nicht mit modernen JVAs zu vergleichen.

Es recht nicht, was die Besuchssähle anging. Die Gefängnisse waren hoffnungslos überbelegt, unterbesetzt und unterfinanziert. Es gab kein Plexiglas, das die Besucher und Besucherinnen von den Insassen trennte. Keine Metalldetektoren, keine Wachen, keine Zeugen oder Zeugen. Es gab also nichts, was Philio hätte aufhalten können. Philio schmuggelte ein großes Messer ins Gefängnis.

Als er mit seinem Vater allein war, ging er auf ihn los und stach auf ihn ein. Er tötete ihn mit 22 Messerstichen. Die Anzahl der Stiche war kein Zufall. Fo wusste, dass sein Vater seine Mutter mit 21 Messerstichen ermordet hatte. Er stellte also sicher, dass sein Vater es schlimmer traf, wenn auch er. Symbolisch. Nachdem Philio seinen Vater getötet hatte, soll er ihm das Herz herausgeschnitten und davon abgebissen haben.

Er hat kurz auf dem Bissen herumgekaut und ihn dann wieder ausgespuckt. Dann warf er das Herz auf den Boden und verließ das Gefängnis. Philio hatte die Entlassung seines Vaters gerecht und den Tod von Maria. Er hatte für die Ehre seiner Cousine gemordet und jetzt hatte er sich für den Mord an seiner Mutter gerecht. Beim Mord an Rodriguez Senior kamen viele Dinge zusammen, die Philio zum ersten Mal machte.

Er hatte bis dahin noch nie ein Messer benutzt und noch nie einen Mann im Gefängnis getötet. Er hatte noch nie eine Leiche geschändet und er war noch nie kannibalistisch  gewesen. Man weiß nicht genau, warum Philio den Mord an seinem Vater so blutig gestaltete. Er selbst sagte später nur, dass er es getan habe, um sich besser zu fühlen.

Es kann sein, dass er sich für die Misshandlungen rchen wollte, die er selbst durch seinen Vater erfahren hatte. Vielleicht wollte er aber auch nur Vergeltung für das Leiden seiner Mutter. Irgendwie gelang es Filo jedenfalls seinen Vater zu töten und unbehelligt aus dem Gefängnis zu fliehen. Philio blieb bis 1973 in der Gegend um Santa Rita und Sao Paulo.

Er pflegte Freundschaften und Beziehungen zu Frauen. Gleichzeitig mordete er in alarmierendem Tempo weiter. Er benutzte vor allem Schusswaffen, entwickelte aber auch eine Vorliebe für Messer. Philo konzentrierte sich weiter auf Männer, die er für Kriminelle hielt. Dabei hielt er sich nie lange damit auf, Beweise für ihre angebliche Kriminalität zu finden.

Er spürte sie auf und tötete sie schnell und gnadenlos. Später behauptete Philio, dass er nie einer unschuldigen Person Leid zugefügt habe. In den 5 Jahren, zwischen 1968 und 1973 hat er aber mindestens 24 Menschen getötet. Es ist zu bezweifeln, dass er dabei wirklich in der Lage war, in jedem einzelnen Fall über die Moral seiner Mitmenschen zu urteilen.

Am 24. Mai 1973 verhafteten zwei Polizeibeamte Filo wegen Mordes. Er war 19 Jahre alt. Die Einzelheiten zu dem Mord sind nicht bekannt. Man glaubt aber, dass die beiden Polizisten einfach nicht wussten, mit wem sie es zu tun hatten. Sie legten Philio Handschellen an und setzten ihn in den Polizeitransporter.

Aber Philio war nicht allein. Kurz vor Philios Verhaftung hatten die Polizisten einen mutmaßlichen Vergewaltiger festgenommen. Die Polizisten mussten noch mit etwas anderem beschäftigt gewesen sein. Sie verriegelten den Transporter also und ließen die beiden Männer allein. Als sie zurückkam, sahen sie, dass Philio den anderen Mann getötet hatte mit bloßen Händen.

Das war ein erster Vorgeschmack auf die nächsten 30 Jahre in Pedro Rodriguez Philius Leben.  Brasilien hat seit jeher große Probleme mit Polizeigewalt, überfüllten Gefängnissen und der Misshandlung von Strafgefangenen. Viele Gefängnisse waren und sind extrem gefährliche Orte, sowohl für die Inhaftierten als auch für das Wachpersonal.

Oft gibt es nicht mal Gefängniskleidung. Hygieneartikel oder Matratzen. In den unterbesetzten und überfüllten Gefängnissen, die Philot über die Jahre durchlief, gab es immer wieder Kämpfe und Aufstände. Die wenigen Wachen, die es gab, konnten die Gefangenen kaum kontrollieren. Mit einem Anstieg der Gewaltverbrechen in der zweiten Hälfte des 20.

Jahrhunderts verschlimmerte sich die Situation zusätzlich. Die Gefängnisse wurden noch gefährlicher und wie in den USA suchten viele brasilianische Strafgefangene Schutz in Gefängnisgangs. Filo hatte sich jedoch nie offen zu irgendeiner Gang bekannt. Er orientierte sich angeblich nur an seinem eigenen Moralkodex und tötete weiter Mitgefangene.

Das Gefängnis gab Filiio die Möglichkeit in unmittelbarer Nähe seiner nächsten 47 Opfer zu leben. Als die Polizei Philio 1973 für 30 Jahre in Haft steckte, hatte sie die Welt nicht von einem Serienkiller befreit. Sie hatte ihn entfesselt. Einige von Filios Unterstützerinnen und Unterstützern glauben, dass man es ihm moralisch zugute halten sollte, dass er im Gefängnis ausschließlich andere Kriminelle und nie das Wachpersonal attackiert hat.

Und vielleicht stimmt das sogar, aber abgesehen davon, dass es an Philios Art von Selbstjustiz nichts gibt, was moralisch vertretbar wäre, muss klar gesagt werden. Philius Mitgefangene waren nicht nur verurteilte Mörder und Vergewaltiger, es waren auch Leute in Haft, die auf ihren Prozess warteten. Und in Brasilien konnte es Jahre dauern, bis man vor Gericht kam.

Bis dahin blieb man in uhhaft imselben Gefängnis wie alle anderen. Viele Insassen konnten erst nach mehreren Jahren zurück zu ihren Familien, obwohl sie völlig unschuldig waren. Für Philio spielte das keine Rolle. Er tötete wahllos jeden, der es seiner Meinung nach verdient hatte. Ein Psychologe, der mit Philio gearbeitet hat, sagte, er habe so häufig gemordet, dass der Akt des Tötens keine emotionale Wirkung mehr auf ihn habe.

Für Philio sei es, als würde er eine Zigarette rauchen. Es seh eine Sucht, inklusive Entzugserscheinungen, wenn er lange niemanden ermordet habe. Bei Philio war es ähnlich wie bei anderen Serienkillern, die jedes Mal eine Art Abkühlungsphase durchliefen, nachdem sie einen Mord begangen hatten.

Ob Felio zwischen den Morden im Gefängnis so etwas wie Reue oder Selbstzweifel empfand, ist nicht bekannt. Man weiß nur, dass er weiter  tötete. Die einzige Reaktion der Justizbehörde war, ihn einfach in ein anderes Gefängnis zu überstellen, nachdem er zehn Mitgefangene ermordet hatte. Es scheint, dass sonst so gut wie nichts unternommen wurde, um es Felio schwerer zu machen, an seine potenziellen Opfer heranzukommen.

Unter diesen Opfern waren tatsächlich ein paar Mörder. Dieser Umstand ermöglichte Esphilio manchmal sein Handeln unter dem Vorwand zu rechtfertigen, dass er etwas für das Gemeinwohl getan habe. Er konnte sich als ein Mann Bürgerwehr präsentieren und unterschlagen, dass er selbst ein Serienkiller war, der mindestens 47 Gefängnisinsassen auf dem Gewissen hatte.

Dass Filo bewußt versuchte, sich in der Öffentlichkeit als Recher der Schwachen und Machtlosen hinzustellen, wird unter anderem an seinem Verhältnis zu einem seiner berüchtigten Zeitgenossen deutlich. Franzisco de Assis Pereira alias The Park Maniac. 1998 lauerte Pereira Frauen auf, die allein in einem Park in Sao Paulo unterwegs waren.

Er sprach die Frauen an und stellte sich als Scout für eine bekannte Modelagentur vor. Als die Frauen mit ihm mitgingen, vergewaltigte und ermordete er sie. 2002 wurde Pereira wegen Vergewaltigung und Mord in Fellen zu 274 Jahren Gefängnis verurteilt. Als der 48-jährige Philio von dem Park Maniac hörte, versprach er ihn eines Tages umzubringen.

Er sagte, dass er im Namen der ermordeten Frauen Rache üben wolle. Bevor Felio jedoch die Chance hatte, Pereira zu treffen, wurde er von anderen Insassen angegriffen, was schließlich in einem Gefängnisaufstand mündete.  Insassen initiierten manchmal Aufstände als Mittel, um Einzelpersonen oder rivalisierende Gangs anzugreifen.

Pereira überlebte den Aufstand von 2002 aber und kam kurz darauf in eine psychiatrische Einrichtung. Felio bekam nie die Chance, Pereira zu töten.  Später wurde Philio noch einmal in einem Interview gefragt, wie es um sein Versprechen stehe, den  Park Maniac zu ermorden. Zunächst sagte Filio, dass er nicht über diesen Teufel  sprechen wolle.

Kurz darauf sagte er aber, dass er Perera nicht leiden könne,  weil er unschuldige Menschen ermordet habe. Dann schüttelte er scheinbar vor Trauer und Fassungslosigkeit über den Tod von  mindestens sieben Frauen den Kopf. Es war der perfekte Moment für ihn, sich als noblen und  wohlwollenden Killer zu präsentieren, der mit Monstern wie Pereira überhaupt nicht zu vergleichen  war.

Auch wenn er den Park Maniac nicht ermordete, machte es sich  Filie zur Angewohnheit für andere den Racheengel zu spielen. 2016 sagte er in einem Interview, dass er mindestens zehn Strafgefangene getötet habe, um anderen Gefangenen zu helfen oder sie zu beschützen. Er sagte, dass manche  Männer nicht mal gewusst hätten, wie man ein Messer hielt, geschweige denn, dass sie selbst jemanden damit getötet hätten.

Also habe er die Morde für sie übernommen. Doch je mehr Menschen Felio im Gefängnis tötete, desto mehr Feinde machte er sich auch.  Man weiß nicht in welchem Jahr es passierte, aber eines Tages taten sich fünf Insassen zusammen und attackierten Filio. Im darauffolgenden Handgemenge tötete Philio zwei von ihnen und verletzte die anderen drei schwer.

Filios Gesicht blieb nach dem Angriff dauerhaft vernarrt.  Die Männer hatten allen Grund wütend auf Felio zu sein, denn wie schon gesagt, er hat nicht nur verurteilte Mörder und Vergewaltiger getötet. Viele Gefangene in Brasilien waren noch nicht mal offiziell  angeklagt, obwohl sie schon in Haft saßen.

Und Filo gab sogar zu, auch andere Männer  getötet zu haben, die wegen weniger schweren Verbrechen in Haft saßen. Einmal tötete sogar einen Zellengenossen, weil er oft und laut schnichtte. In einem anderen Fall hat Philio einen Mann erstochen, den er zu diesem Zeitpunkt erst ein paar Sekunden kannte.  Auf die Frage, warum er den Gefangenen getötet habe, antwortete er, daß er sofort gewusst habe, dass er den anderen nicht mögen würde.

In seinen späteren Interviews gestand Filio, dass das Töten von Kriminellen ihm einen Kick gegeben hatte. Seine bevorzügte Mordmethode war, die Männer zu erstechen oder auf sie einzuhacken. Dieses Geständnis bringt uns jedoch zurück zu einem immer wiederkehrenden Widerspruch in Filius Motivation und Selbstwahrnehmung.  Auf seinem Arm hat er den Satz: “Ich töte zum Vergnügen” tätowiert.

Auf der anderen Seite behauptete er immer wieder seine Morde zu bereuen.  In einem Interview sagte er, dass er sein kriminelles Leben begonnen habe, ohne darüber nachzudenken. Wenn er damals gewusst hätte, was er aufgrund dieser Entscheidung alles durchmachen würde, hätte er diese Menschen nicht getötet.

In dem Interview ließ er es so klingen, als ob sein komplettes mörderisches Leben auf einer Impulsentscheidung  in seiner Jugend brute. So ganz geht dieses Bild aber nicht auf, weil er ja über Jahrzehnte  im Gefängnis weitermordete, ohne sein Handeln zu hinterfragen.  Es fällt schwer ihm zu glauben, dass es nach dem ersten oder zweiten Mord nie wieder ein zurückgab.

2003 Jahre nach seiner Verhaftung wurde der 49-jährige Pedro Rodriguez Philio wegen Mordes an 71 Menschen verurteilt. 47 dieser Morde ereigneten sich in Haft. Philio pralte jedoch, dass er in Wirklichkeit über 100 Menschen getötet habe. Er wurde zu 128 Jahren Gefängnis verurteilt. Diese Strafe wurde allerdings später auf 400 Jahre erhöht.

Natürlich wird niemand 400 Jahre alt. Die hohe Strafe sollte nur die Schwere seiner Verbrechen verdeutlichen. Eine lebenslange Haftstrafe bedeutet in Brasilien 30 Jahre. Länger darf niemand im Gefängnis bleiben.  Das galt auch für Philio, egal ob das Gericht ihn nun zu 100, 400 oder 500 Jahren verurteilt hatte.

Wegen der Morde im Gefängnis bekam aber noch mal eine außergerichtliche Strafe von vier Jahren dazu. Nachdem er also 34 Jahre abgesessen hatte, wurde Philio 2007 entlassen.  Sein kriminelles Leben war aber noch nicht vorbei. Nach 34 Jahren Gefängnis wurde der 53-jährige Philio am 24. April 2007 entlassen. Mit Narben im Gesicht und Tattoos am ganzen Körper stellte er sich den Fragen der Presse.

Er behauptete einige seiner Morde zu bereuen. Später gab er aber auch zu, dass es ihm an Tagen, an denen er nicht mordete, besonders schlecht gegangen sei. Philio erzählte den Medien, dass er diesen Teil seines Lebens hinter sich lassen wolle, was ihm schwer gefallen sein dürfte, wenn man bedenkt, dass seine Mordlust angeblich ein suchtartiger Drang war.

Die Öffentlichkeit konnte sich also nur fragen, ob Filiio wirklich in der Lage sein würde, sich davon abzuhalten, jemals wieder zu töten. Nach seiner Entlassung arbeitete Philio als Haushälter auf einer Farm in der Nähe von Balneario Camboriu, einem Küsten im Bundesstaat Santa Katharina im Süden Brasiliens.

Seinen Chef beschrieb ihn als gut gelaunten, extrovertierten Typen. Seine Nachbarinnen und Nachbarn sagten, dass er ein ehrlicher und lustiger Mensch sei. Trotzdem bestand immer noch die Gefahr, dass Filo von seinem kriminellen Leben eingeholt wurde. Und tatsächlich am 15. September 2011, mehr als 4 Jahre nach seiner Entlassung wurde der 57-jährige Felio erneut festgenommen wie so viele ehemalige Gefängnisinsassen in Brasilien.

Überraschenderweise wurde er aber nicht wegen Mordes verhaftet. Filo wurde einen Gefängnisaufstand und Freiheitsberaubung zur Last gelegt. Die Straftaten stammten noch aus seiner Haftzeit und obwohl es sich um Verbrechen handelte, die er angeblich vor Jahren begangen hatte, wurde er vor Gericht gestellt und verurteilt.

Er musste zurück ins Gefängnis. Philio war so beliebt bei seinen Nachbarinnen und Nachbarn, dass sie weinten, als sie von seiner Verhaftung erfuhren. Sein Chef sagte, dass er ihm seinen alten Job zurückgeben würde, wenn er wieder rauskam und auch Philios Freundin versprach auf ihn zu warten. 2015, gut 4 Jahre später, bekam der 61-jährige Philio noch einmal die Möglichkeit mit den Medien zu sprechen.

Bei einem dieser Interviews sagte er, dass es viele Arten von Psychopathen gäbe. Er zeugte nacheinander auf die Reporterinnen und Reporter im Raum und sagte, dass sie alle mindestens ein bisschen psychopathisch sein. Ein Reporter fragte Filo daraufhin, ob er denn ein größerer Psychopath sei als andere.

Philo stimmte zu, zumindest was seine früheren Jahre anging. Heute sei er aber kein Psychopath mehr. Laut dem Forscher Peter Wronski nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass Psychopathinnen und Psychopathen sich an die Regeln und Normen in einer Gesellschaft gewöhnen mit dem Alter zu. Er mutmast, dass das auch einer der Gründe ist, warum manche Selmörder einfach verschwinden, ohne je gefasst oder identifiziert zu werden.

2016 wurde Pedro Rodriguez Felio aus der Haft entlassen. Als er nach seinen Zukunftsplänen gefragt wurde, sagte der 62-jährige nur: “Ich will in Frieden alt werden und sterben ohne Polizei, die mich stört und ohne Feinde, die mich stören. einfach nur in Frieden leben, bis meine Zeit gekommen ist. Soweit bekannt ist, wurden Filios Wünsche erhört.

Der Mann, der 71 Menschen ermordet hat, lebt heute ein ruhiges Leben als Haushälter im Süden von Brasilien.  Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast.

Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion Wieb Geachter  Winter Chris Guse, Suholder, Carli Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwatau.

Vielen Dank an Julien Buirot.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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