Wahre Verbrechen I Der letzte Anruf vor dem Tod I True Crime Dokumentation – Ty – Part 2
Hätte auch jemand anders sitzen können, der gesagt hat nach 200 Spuren, die Chance, dass da was trifft, ist so gering, ich höre auf. Der hat nicht aufgehört. Und äh und genau dieser dieser Ethus, die die Kollegin äh beim LKA an Tag gelegt hat, genau den wollen wir auch leben. Wir wollen nicht aufhören. Die Arbeit der Kriminalpolizei ist getan, aber die Beamten wollen auch jetzt nichts dem Zufall überlassen.
Sie vermitteln Ursula B einen Kontakt zum weißen Ring. Seit 1976 unterstützt diese Hilfsorganisation bundesweit Kriminalitätsopfer und deren Angehörige. Ich habe die Information von dem Herrn Jörg Albert bekommen, der mich angerufen hat, weil unsere Außenstelle mit der Kriminalpolizei in Erchaffenburg ein sehr gutes Verhältnis hat, hat mich informiert und gesagt, du wir haben einen Altfall geklärt, wenn du dich noch dran erinnerst.
Hecher Wald und das war mir noch ein Begriff. Äh, wir bitten dich, wir haben schon mit der der Frau äh B gesprochen, nimm bitte mal Kontakt zu ihr auf. Die brauche etwas Unterstützung im Vorfeld des ganzen Verfahrens und auch dann die Wege äh wenn es um Anwalt geht oder um die Beteuung bei der Gerichtsverhandlung.
Genau wie Ursula B kann sich jedes Kriminalitätsopfer an den weißen Ring wenden. Wolfgang Schwarz trifft sich mit ihr zu einem Erstgespräch. Schnell ist dem erfahrenen Betreuer klar, wie er Ursula B unterstützen kann. Der Täter Jürgen R. hat nur die Vergewaltigung eingestanden. Diese Tat ist verjrt.
Nur für den Mordversuch könnte der Täter noch verurteilt werden. Also in dem Fall äh war es tatsächlich bis zum Schluss offen. Man, es ging um das Mordmerkmal, liegt ein sogenannter Verdeckungsmord vor. Das heißt, äh wollte der Täter äh seine Spuren verwischen, um nicht ermittelt zu werden, als vorangegangene Straft hat die Vergewaltigung.
Äh, das wäre ein Mortmerkmal gewesen, wenn jetzt das Gericht der Meinung ist, äh das Mmerkmal ist nicht erfüllt, weil die Beweise nicht ausreichen, um das jetzt entsprechend zu dokumentieren, dann wäre dem Gericht keine andere Wahl geblieben, als einen Freispruch auszusprechen. Der Weiße Ring vermittelt Ursula B einen erfahrenen Fachanwalt für Strafrecht als Nebenklagevertreter.
Aufgrund der Schwere des Delikts werden die Anwaltskosten vom Staat übernommen. Am Dienstag den 22. Mai 2018 beginnt in Schafenburg der Prozess. Das Justizgebäude wird da gerade umgebaut. Die Verhandlung findet in einem Container statt. Ursula B lässt es sich nicht nehmen, persönlich bei dem Prozess anwesend zu sein.
Wolfgang Schwarz und ihr Anwalt stehen ihr zur Seite. Im Gerichtssal habe ich ihn das erste Mal wiedergesehen. Ich hätte ihn nicht erkannt. So sehr hatte er sich verändert. Die Zeit hat ihn gezeichnet. Gut, älter geworden sind wir alle. Ich wollte ihn zeigen, ne? Per Blick Kontakt. Ich bin hier. Du hast es nicht geschafft. Aber ich hatte die Stärke eher nicht.
Also er hatte die ganzen Verhandlungen nur unter eigentlich so unter sich geguckt. Er konnte nicht in er hat auch nichts gesagt, er hat mich nicht angeschaut, er hat einfach nur da gesessen. Am Freitag den 25. Mai 2018 soll das Urteil fallen. Vier Tage lang sitzt Ursola B ihrem einstigen Peiniger nur wenige Meter gegenüber.
Und das war auch der erste Augenblick, wo ich mich nicht mehr geschämt habe, weil ich gesehen habe, du musst dich schämen, nicht ich. Also auch wieder ein Schritt und hingucken, weitermachen. Man sitzt wartend, das heißt Urteilsverkündung 9:15 Uhr. da sitzt im Zuschauerraum, wartet, dann geht die Türe auf, dann kommen die fünf Richter, also die drei Berufsrichter und die zwei Chefen das Publikum und alle Anwesenden stehen auf.
Es ist ja ein Moment, wo auch richtig Spannung im Raum liegt und dann fängt ja der Vorsitzende ganz schnell an. Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil und dann kommt erstmal eine gewisse diese diese 2 D Sekunden, wo man vielleicht noch nicht weiß, wie geht’s aus, die sind wahnsinnig spannend. Die also diese diese Anspannung kann man glaube ich gar nicht beschreiben und auch für mich war es damals wirklich, weil ich ja gewusst habe, ein Freispruch.
Es gab in dem Fall eigentlich keine Alternative. Entweder eine lebenslänglich oder zumindest eine ganz ganz langjährige Haftstrafe ohne Bewährung oder ein Freispruch. Und ein Freispruch wäre, glaube ich, aus meiner Sicht für die Frau B ein eine Katastrophe gewesen. Und als es dann hieß, geht folgendes Urteil, der Angeklagte wird wegen versuchtem Hort zu lebenslangehaft verurteilt.
Und diese Last, die dann von den Schultern abfiel, im Wesentlichen natürlich bei Frau B. Das habe ich also schon gespürt, dass dann plötzlich so eine Erleichterung da war. Ja. Ein Glück und das war wirklich sehr, sehr positiv auch für mich. 30 Jahre nach der Tat hat die Gerechtigkeit Jürgen R. eingeholt. Frühstens nach 15 Jahren, wenn er 70 Jahre alt ist, kann die Strafe ausgesetzt werden.
Also, ich habe ja im Vorfeld gedacht, mein Leben ist gut und es ist natürlich es ist tatsächlich es ist noch mal besser geworden. Ich habe keinerlei schlechte Stimmung mehr. Es ist noch mal, ich habe einen Abschluss finden können. Ich muss nicht mehr darüber nachdenken. Es beschäftigt mich nicht mehr. Ich drehe mich nicht mehr um, ich habe dieses Radar nicht mehr um mich rum.
Ständig aufpassen zu müssen. Es ist irgendwas erledigt. Es ist es ist ein Neubeginn. Es war ein kompletter Neubeginn. Ein neues Leben, neues normales Leben. Es ist wirklich, es ist alles leichter. Es ist schön. Bei der Kriminalpolizei in Aschafenburg gibt es mittlerweile Arbeitsgruppe Altfälle.
Der Fall von Ursula B war die Geburtsstunde dieser Coldase Unit. Auch für sie selbst bedeutet die Überführung des Täters eine neue Zeitrechnung. Zunächst hat sie die schreckliche Tat wie durch ein Wunder überleben. Jetzt hat mit der Verurteilung des Täters das dritte Leben von Ursula B begonnen. Der Fall Unterweger ist deshalb so besonders in der gesamten österreichischen Kriminalgeschichte.
Einerseits, weil ihm Elf Frauenmorde zur Last gelegt wurden, [schnauben] andererseits, weil er eine besondere Stellung in der österreichischen Gesellschaft hatte. Er war Mitglied der Society, der Schikaria, hat gerne einen weißen Anzug getragen. Er hat also Aufmerksamkeit gebraucht und er Regenwohl um jeden Preis.
In den Monaten April Mai sind praktisch im Wochentakt äh Prostituierte verschwunden. Die einen haben ihm für einen Serienmörder gehalten, die anderen waren von seiner Unschuld überzeugt. Wien im Jahr 1991. Innerhalb weniger Wochen verschwinden in der Stadt vier Prostituierte. Sie fallen einem grausamen Serienmörder in die Hände.
Zunächst ahnt niemand, wohin die Spur des Täters in der österreichischen Hauptstadt führt. Zu dem Autor und verurteilten Mörder Jack Unterwegger. Hofrat Josef Siska leitete früher die Wiener Mordkommission. Er nahm als Gutachter am Verfahren gegen Jack Unterwegger teil und erinnert sich noch gut an die Zeit, als der Fall die Schlagzeilen beherrschte.
Der Fall Unterweger ist deshalb so besonders in der gesamten österreichischen Kriminalgeschichte. Einerseits, weil ihm elf Frauenmorde zur Last gelegt wurden, [schnauben] andererseits, weil er eine besondere Stellung in der österreichischen Gesellschaft hatte. Er war ein Teil der Schicke Mickei Gesellschaft.
April 1991. In der Nähe des Wiener Westbahnhofs befindet sich damals ein beliebter Standplatz für Prostituierte. Vier Frauen werden hier zum letzten Mal lebend gesehen. In den Monaten, April, Mai sind praktisch im Wochentakt Prostituierte verschwunden und waren zunächst nicht mehr auffindbar. Die Polizei hat versucht, die Öffentlichkeit zu mobilisieren, hat äh Fotos von ihnen äh veröffentlicht, sie auch zur Verhandlung ausgeschrieben, aber es gab einfach kein Lebenszeichen von Ihnen.
Pfingstmontag 1991 macht dann ein Wanderer im Schottenwald bei Wien eine Entdeckung. Der Wanderer wunderte sich, als er sich auf der Kreuzeichenwiese befand, über einen unangenehmen Geruch, hielt Umschau und entdeckte nur oberflächlich zugedeckt durch Äste und Laub eine Frauenleiche. Diese Frauenleiche war im Bauchlage, war nackt.
Er hat sofort die Polizei äh verständigt. Die Tote kann recht schnell als die 25 Jahre alte Sabine M identifiziert werden. Sie ist eine der Prostituierten, die aus der Jonstraße verschwunden war. Sie übte auch einen Beruf aus Verkäuferin in einem Geschäft aus, war allerdings heroinabhängig und ist der Prostitution des nachgegangen, weil sie ihre Such finanzieren wollte.
Die Obduktion ergibt Sabine M. wurde mit ihrer eigenen Kleidung ertrosselt. Weshalb die Frau überhaupt mit einem mutmaßlichen Freier aus der Stadt heraus in den Wald gefahren ist, kann die Polizei nicht herausfinden. Ende Mai und Anfang August 1991 werden dann in den Wäldern rund um Wien zwei weitere Prostituierte Tod aufgefunden.
Karin E, 25 Jahre alt, er drosselt mit ihrem eigenen Oberteil. Silvia Z. 24 Jahre alt. im Wienerwald bei Wolfsgraben gefunden. Das vierte Opfer, die 25 Jahre alte Regina P, wird erst im April 1992 entdeckt, ebenfalls im Wiener Wald. Die Fahndung nach verschwundenen Jacken, die zwei der Toten getragen haben, bleibt zunächst ohne Erfolg.
Das Sicherheitsbüro hat alle Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, auch äh nicht nur die Presse, sondern direkte Ansprache von äh Prostituierten, die äh befragt wurden zu Wahrnehmungen, die auf einen Täter hätten führen können, aber es gab da keine Ergebnisse, die brauchbar waren. Sie ist schließlich eine Phase wieder eingetreten, wo die Ermittlungen stockten und nicht weitergekommen sind.
Ein wichtiger Hinweis kommt dann von einem pensionierten Ermittler aus Salzburg. Er findet es auffällig, dass mindestens drei der Prostituierten mit einem sogenannten Henkersknoten erdrosselt wurden und erkennt einen Fall, der Ähnlichkeiten aufweist. Den Mord an der 18 Jahre alten Margret S. Im Dezember 1974 wurde Margret S.
im Häischen Easbach mit einem BH erwirkt. Der Täter wurde anschließend zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch seit 1990 ist der Mann wieder auf freiem Fuß. Mehr noch, er gehört seither zur Wiener Prominenz. Der Exhäftling und Autor Johann Jack Unterwegger. Doch nicht nur wegen dieses Mordes hatte der pensionierte Salzburger Ermittler bereits mit Unterweger zu tun.
Er kannte ihm deshalb so gut, weil er ihm in der Haft in der Justiz Rüzugsanstalt Stein äh schon stundenlang vernommen hat und zwar zu einem äh Mordfall an einer jungen Frau in Salzburg. Es handelt sich dabei um den Mord an der jugoslawischen Gastarbeiterin Marza Horwart aus Salzburg. Ihre Leiche wurde am 1. April im Salzzachsee gefunden.
Der Salzburger Ermittler befragt Jack Unterweger damals ausführlich zum Mord an der Gastarbeiterin Mar Jahr 1973. Auch sie wurde mit einem sogenannten Henkersknoten dranguliert. Unterweger hat sich auf nichts eingelassen. Keine Aussagen, die sachdienlich waren, von sich gegeben, aber der Kriminalbeamte war davon überzeugt, dass Unterweger auch für diesen Salzburger Frauenmord in Betracht kam.
Nachgewiesen wird Unterweger der Mord an Mar Horvart nie. Dafür wird er wegen des Mordes an Margret H. aus Hessen Ende 1974 inhaftiert und 1976 vom Landesgericht Salzburg zu lebenslange Haft verurteilt. In den Jahren danach ist Jack Unterwegger ein mustergültiger Häftling. Er holt seinen Schulabschluss nach, beginnt zu schreiben.
Sein Buch Fegefeuer oder Die Reise ins Zuchthaus wird zum Bestseller und findet unter österreichischen Intellektuellen große Beachtung. welche vermeint haben, dass sie es jetzt mit einem durchaus begabten Literaten zu tun haben, der äh eine Distanz zu seiner Tat gefunden hat, man kann sagen, geläutert gewesen ist und ähm man sollte eigentlich dieses Talent nutzen und nicht äh hintergittern lassen.
äh die Proponenten [räuspern] äh und Betreiber der Entlassung von Unterweg aus der Haft waren also ganz prominente äh Vertreter der österreichischen Kunst und Kulturszene. Ein psychologisches Gutachten bescheinigt schließlich Unterwegers vermeintliche Wandlung. Am 23. Mai 1990 wird Jack Unterwegger vorzeitig aus der Haft entlassen.
Namenhafte Intellektuelle wie der spätere Nobelpreisträger Günther Krass und Elfriede Jellinek feiern ihn als ein Musterbeispiel der Resozialisierung. Die Medien hofieren ihn und er wird zum Frauenhelden. Hat dutzende One Stand. Alle feinsäuberlich festgehalten in einem persönlichen Notizbuch. Er war Mitglied der Society, der Chikaria, hat gerne einen weißen Anzug getragen mit roter Nelke, auffälliges Auto gefahren mit dem Wunschkennzeichen Check 1.
Er hat also Aufmerksamkeit gebraucht und er Regenwohlen um jeden Preis. Kann es sein, dass dieser beliebte Mann im Jahr nach seiner Haftentlassung wirklich vier Prostituierte getötet hat? Noch bevor das eingehend überprüft werden kann, reist er auf Journalist ins Ausland. Unterweger hat dann im Auftrag des ORF eine Reise nach Los Angeles unternommen, wobei sein Thema gewesen wäre, die sozialen Unterschiede zwischen arm und Reich in dieser Stadt äh zu beleuchten, darüber zu berichten.
Während sich Unterweger in Los Angeles aufhält, verschwinden dort drei Frauen von einem Straßenstrich. Die Prostituierten Schen E, Irine R und Sherry L. Sie werden kurz nach ihrem Verschwinden Tod aufgefunden. Das FBI stellt charakteristische Übereinstimmungen darin fest, wie der Mörder die BHs seiner Opfer geknotet und als Trosselwerkzeug benutzt hat.
Wieder sind Frauen unter Anwendung eines Henkerknotens umgebracht worden. Nach seiner Rückkehr ist Jack Unterwegger weiterhin ein gernesehener Gast in der Wiener Gesellschaft. In der Zwischenzeit hat aber bereits eine Änderung der Ermittlungsbehörde stattgefunden, als nicht mehr nur das Wiener Sicherheitsbüro, sondern auch andere Polizeidienststellen aus Österreich, wo ebenfalls äh Prostituierten geschehen waren, zu einer Sonderkommission zusammengeschlossen wurden.
Und die Folge war, dass man äh versucht hat, zunächst einmal Informationen über das Leben von Unterweg zu sammeln. Das heißt, wann war er, wo äh wie waren seine Reisen? War er in der Nähe eines Tatortes oder gar Tatort? Die Sonderkommission stellt fest, Jack Unterwegger war in der Stadt, als im Oktober 1990 und im März 1991 in Graz die beiden Prostituierten Brunhilde M.
und Elfriede S. getötet wurden. Im Dezember 1990 wurde auch in Bregen eine Prostituierte Tod aufgefunden. Heide H. Wieder war Unterweger in der Nähe und selbst für einen Sexualmord in Prag kommt der vermeintlich resozialisierte Straftäter in Frage. Im September 1990 wurde dort die 26 Jahre alte Verkäuferin Blanca B.
mit ihrer eigenen Nylonstrumpfhose ertrosselt. Der Promiautor gilt jetzt als Hauptverdächtiger für elf Frauenmorde in Österreich, der damaligen Tschechoslowakei und in den USA. Die äh Verhaftung konnte allerdings nicht sofort vollzogen werden, weil aufgrund eines Lecks in der Polizei, vermutlich im Graz, die Tatsache, dass ein Haftbefehl erlassen wurde, ähm bekannt wurde.
Auch Unterweger hat davon erfahren. Und was eigentlich nachvollziehbar ist, weil er ja schon eine langjährige Haftstrafe verbüst hat, sofort die Flucht angetreten. Er setzt sich zusammen mit seiner 18 Jahre alten Freundin in die USA ab. Im Februar 1992 wird er in Miami aufgespürt und verhaftet. Er wurde nach Österreich gemeinsam mit seiner Freundin Bianca M äh zurückgebracht und befand sich dann bis zu seinem Prozess im Jahr 94 ständig in Untersuchungshaft, wobei diese Zeit genutzt wurde, um weitere Indizien gegen ihn zu sammeln.
Am 20. April 1994 beginnt am Landesgericht in Graz der Prozess gegen Jack Unterwegger. Das Medieninteresse ist enorm. Der Angeklagte gibt sich selbstbewusst. Auch Dr. Josef Siska nimmt als Gutachter an dem Verfahren teil. Es ist nicht meine Aufgabe gewesen äh darüber zu befinden, ob Ja. Unterweger Täter oder Nichtäter ist, sondern ausschließlich die äh Qualität der Ermittlungsarbeit der Behörden.
Mein Ergebnis ist damals gewesen, dass trotz aller Bemühungen der Polizei Ermittlungen nicht vollständig äh erfolgt sind und dass daher ein Ergänzungsbedarf bestanden hätte. Das Verfahren gegen Jack Unterwegger vor dem Landesgericht in Graz ist ein reiner Indizienprozess. Am 29. Juni 1994 wird er in neun der Angeklagten Mordfälle schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Antreten wird Unterweger dieser Strafe aber nicht mehr. In der Nacht nach der Urteilsverkündigung hat ein Check Unterweg in seiner Zelle mit der Kordel seiner Trainingshose, die er angehabt hat, sich erhängt und damit ist aufgrund der Bestimmungen der Strafprozessordnung das Verfahren beendet, allerdings nicht rechtskräftig, markaber und doch aufschlussreich.
Stranguliert hat sich Unterweger mit einem ähnlichen Henkersknoten wie bei seinen Opfern. Er war Häftling, er war Autor, er war Serien und Selbstmörder. Der Falljck Unterweger bleibt einmalig in der Kriminalgeschichte. Wie viele Frauen er wirklich getötet hat, konnte nie abschließend geklärt werden. Hallo, ich hoffe ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest.
Mein Name ist Diane Hilscher und wir wollen euch heute eine Sonderfolge, eine ganz besondere Folge vorspielen. Und zwar haben wir im wunderschönen Kino Babylon in Berlin eine Livehow gespielt und da gab es den Fall von Fritz Harmann und dieser Fall passte sehr gut an diesen Ort, weil er aus dieser Zeit ist, aber hört hier gleich selbst.
Und ansonsten wollen wir uns total bedanken natürlich an alle die die da waren. Es war so ein schöner Abend. Das macht so viel Spaß auch ähm mit euch ins Gespräch zu kommen, zu wissen, wer ihr seid, wann ihr uns hört. Also, das war wirklich sehr, sehr schön und vielleicht sehen wir uns bald mal wieder bei so einem Event. Ansonsten jetzt ganz viel Spaß mit der aktuellen Sonderfolge und am Sonntag geht’s dann regulär weiter.
Begrüßt auf der Bühne vom Podcast Serienke Diane Helscher und Max Spallett. [applaus] Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem mit auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.
Dieser Podcast ist nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Jugendliche sollten von ihren Eltern begleitet werden. Werwölfe, Vampire, das sind Kreaturen aus alten Legenden, Wesen, die uns in der Dunkelheit auflauern. Sie faszinieren uns, weil sie uns Angst machen. Sie faszinieren uns, weil sie sich vor uns ternen können. Sie verbergen ihre wahre Natur.
Sie verstecken das Abgrundtief böse hinter einem ganz normalen menschlichen Gesicht. Aber in der Realität ist das anders, denken wir. Wir wollen unbedingt glauben, dass wir hier die Monster erkennen können, bevor es zu spät ist. Aber die Geschichte lehrt uns etwas anderes. Es gibt Werwölfe, die nicht nur im Mythos existieren.
Es sind Männer, die unseren Glauben ausnutzen, das Böse zu übersehen, wenn es nur freundlich lächelt oder uns Hilfe anbietet. Diese Männer lassen die Maske erst fallen, wenn es für uns für eine Flucht zu spät ist. Einer dieser Männer war Fritz Harmann. Er begann 198 mit einer Serie von Verbrechen, die Deutschland für immer verändern sollte.
Er vergewaltigte und ermordete mindestens 24 Jungen und Männer und brachte das Grauen über die Stadt Hannover. Das Unfassbare an diesem Fall ist nicht nur die Anzahl der Opfer, es ist auch die Dreistigkeit des Täters. Denn während er mordete, arbeitete er gleichzeitig als Informant für die Polizei. Er ging im Präsidium ein und aus.
Die Beamten hielten ihn für einen harmlosen, vielleicht etwas einfältigen Helfer. Haman sah nicht böse aus. Er war sanftig und wirkte eher schüchtern. eben die Art von Mensch, an der wir jeden Tag auf der Straße vorbeigehen, ohne ihn zu bemerken. Quasi ein Niemand. Doch seine Taten waren so grausam, dass sie ihm einen Platz in der Kriminalgeschichte sicherten.
Die Presse und die Bevölkerung gaben ihm Namen, die ihre Angst widerspiegelten. Man nannte ihn den Werwolf von Hannover oder noch treffender, den Vampir. Und diese Namen waren keine Übertreibung. Er tötete seine Opfer oft auf eine Weise, die an wilde Tiere erinnerte. Er biss ihnen den Kehlkopf durch wie ein Wolf, der seine Beute reißt.
Guten Abend, mein Name ist Diane Hilcher und mein Name ist Mark Spalleck. Ihr hört und seht Serienkiller. Applaus. [applaus] Ein Podcast von Bosepark Productions nach einem Spotify Original. In jeder Folge tauchen wir ein in die Gedanken und den Wahnsinn von Serienmördern. Um zu verstehen, wie ein Mensch zum Werwolf wird, müssen wir an den Anfang seiner Geschichte zurückkehren.
Fritz Hmann wurde 1879 in Hannover geboren. Er war das jüngste von sechs Kindern. Die Familie war tief gespalten. Fritz wurde von seiner Mutter verhätschelt und verwöhnt, aber sein Vater Olliann verachtete ihn, diesen zu kleinen, feingeraten Sohn. Und Olli war ein autoritärer Mann, ein Tyran. Olli terrorisierte die gesamte Familie.
Er war ein stadtbekannter Schürzenjäger und hatte zahllose Affären. Er kümmerte sich nicht um die Gefühle seiner Frau. Er schrie sie vor den Kindern an. Er [räuspern] erniedrigte sie. Aber seine schlimmste Grausamkeit hob er sich für seinen jüngsten Sohn auf. Fritz war anders als seine Brüder. Schon als kleiner Junge bevorzugte er Dinge, die sein Vater als Feminin abtat.
Er machte Handarbeiten, spielte mit Puppen und zog sich manchmal die Kleider seiner Schwestern an. Das tat er alles viel lieber als Fußball spielen. Sein Vater empfand nur Verachtung dafür. Er konnte nicht akzeptieren, dass sein Sohn weich war. Er nannte es unnatürlich und er reagierte mit Gewalt. Wenn Olli seinen Sohn beim Spielen mit Puppen oder in den Kleidern seiner Schwestern erwischte, schlug er zu.
Er beschimpfte ihn, er prügelte ihn. [räuspern] Dieser Missbrauch traumatisierte den Jungen Fritz. Er entwickelte ein stark verzerrtes Bild einer abscheulichen Männlichkeit. Für den jungen Fritz wurde Männlichkeit untrennbar mit Gewalt verknüpft. Macht bedeutete anderen Schmerzen zuzufügen. Fritz hasste seinen Vater.
Er sollte ihm diese Brutalität niemals verzeihen. Und schon als Kind zeigte Fritz dann auch eine sadistische Seite. Er begann das Erlebte weiterzugeben. Er fesselte seine Schwestern im Spiel. Dann beobachtete er fasziniert, wie sie kämpften, um sich zu befreien. Ja, er genoss ihre Hilflosigkeit. Nachts schlich er aus dem Haus.
Er lief zu den Häusern der Nachbarn und klopfte an die Fenster, nicht um zu spielen, sondern um sie zu erschrecken. Er wollte ihre Reaktionen sehen. Er wollte Angst sehen. In der Schule war Fritz eher unauffällig, ruhig, fast unsichtbar, aber er war kein guter Schüler. Lehrer berichteten, dass er auf Tag träumte und geistig abwesend war.
Und deswegen musste er auch eine Klasse zweimal wiederholen. Und auch in der Schule gab es keinen Schutz für ihn. Er sagte später aus, ein Lehrer habe ihn missbraucht, als er 8 Jahre alt war. Details nannte er nie. Sollte das stimmen, war es sicherlich ein weiterer Stein in der Mauer, die seine Seele verdunkelte. Als Jugendlicher begann er zu rebellieren.
Die Phase des ruhigen Kindes war vorbei. Er verlor jedes Interessean Bildung. Disziplin war ihm fremd. Die Scham über ein die Scham über sein Anderssein und die Frustration über die Gewalt zu Hause verwandelten sich in Wut. Psychologen wissen heute: Scham ist ein gewaltiger Träger für Wut. Wenn wir uns schämen, reagieren wir defensiv.
Fritz wurde dazu gebracht, sich für fast alles an sich selbst schuldig zu fühlen. Er spaltete seine Gefühle ab. Wut und Schuld kämpften in ihm gegen ihn und übernahm schließlich seinen Geist. Mit 14 suchte er einen Ausweg. Er wollte weg von der Schule, weg von seinem Vater. Er begann eine Lehre als Schlosser, aber er hielt nicht durch.
Nach wenigen Monaten brach er ab. Im Jahr 1895 traf er eine Entscheidung. Er trat dem Militär bei. Er war erst 15 Jahre alt. Damals war das möglich und überraschenderweise blühte er dort auf. In der strengen Struktur der Armee fand er einen Halt. Er passte gut zu den anderen jungen Männern und ernahm das Training sehr ernst.
Zum allerersten Mal in seinem Leben bekam er Anerkennung. Er verließ Hannover und seinen tyrannischen Vater. Fritz wirkte zunehmend körperlich stark und drahtig. Auffällig war seine Stimme. Er sprach weich, fast heiser. Später beschrieben Detektive sie als alte Frauenstimme. Er legte sich ein Verhalten wie eine Maske zu.
eine angenehme, fast unterwürfige Art zu sprechen und sich zu bewegen. Nein, er wirkte nicht wie ein gewalttätiger Mensch. Das sollte ihm später helfen, jeden Verdacht von sich abzulenken. Niemand traute diesem Mann etwas Böses zu. Ein klassisches Merkmal von Psychopathen, dass der amerikanische Psychiater Hervy Cley später in seinem Standardwerk The Mask of Sanity beschrieb.
Klei fand heraus, dass Psychopathen oft über eine oberflächliche Freundlichkeit verfügen. Sie lernen menschliche Reaktionen zu imitieren, ohne sie wirklich zu fühlen. Diese Fähigkeit nennt man in der Kriminologie das soziale Kamäelon. Und Harmann nutzte genau diese Maske der Harmlosigkeit, um seine Opfer in Sicherheit zu wiegen und die Behörden zu täuschen.
Aber sein militärisches Glück war nur von kurzer Dauer. Nach 5 Monaten brach er bei einer Übung zusammen und verlor das Bewusstsein. Die Ärzte standen vor einem Rätsel. Zunächst diagnostizierten sie eine Angstneurose. Später änderten sie die Diagnose auf einen Zustand äquivalent zu Epilepsie. Mit 16 wurde er als Dienstuntauglich erklärt und entlassen.
Für Fritz war das eine Katastrophe. Er musste zurück nach Hannover, zurück in das Haus seines Vaters, zurück zu dem Mann, der ihn hasste und den er hasste. Das Dunkle sollte sich weiter in ihm ausbreiten. Tagsüber arbeitete er widerwillig in der Zigarrenfabrik seines Vaters. Er hasste es. Er fühlte sich eingesperrt.
Aber nachts begann er ein Doppelleben zu führen. Er begann auf die Jagd. zu gehen. Er streunte durch die Stadt. Er lauerte in Kellern und dunklen Gassen. Er suchte nach Opfern, die schwächer waren als er. Er wartete auf Jungen, die alleine spielten oder Besorgungen machten. Er lockte sie in dunkle Ecken. Erst fasste er sie an, dann eskalierte sein Verhalten.
Wie viele Jungen er in dieser Zeit missbrauchte, weiß niemand genau. Fritz behauptete später, dass er diese Verbrechen täglich beging. Die Opfer schwiegen meist aus Scham, aus Angst. Es war das späte 19. Jahrhundert. Über solche Dinge sprach man nicht. Doch 1896 brach ein Junge das Schweigen und ging zur Polizei. Fritz wurde verhaftet und kam für ein paar Monate ins Gefängnis, aber direkt nach seiner Entlassung verging er sich an weiteren Jungen und wurde 1897 wieder verhaftet.
Diesmal landete der 17-jährige in der Psychiatrie. Ein Psychologe namens Dr. Schmalfuß untersuchte ihn und sein Urteil war vernichtend, unheilbar geistes gestört. Fritz wurde in eine Anstalt eingewiesen, ohne die Aussicht jemals wieder entlassen zu werden. Er hasste die Anstalt. Er fühlte sich wie ein Tier im Gefängnis.
Seine Wut auf die Gesellschaft wuchs ins Unmessliche. Nach wenigen Monaten gelang ihm die Flucht und er setzte sich in die Schweiz ab. Moment, ich muss mich anders hinsetzen. So. Jahre später kehrte er unter falschem Namen nach Deutschland zurück. Die Polizei war damals schlecht organisiert. Seine Akte war vergessen oder verloren gegangen und er konnte tatsächlich ein neues Leben beginnen.
Er versuchte normal zu wirken. Er [räuspern] verlobte sich sogar mit einer Nachbarstochter Erna Löwt. Irgendwann wurde sie schwanger, trieb jedoch ab. Aber die bleiben noch mal. Das war nicht schön. Es geht noch mal besser. Er versuchte normal zu wirken. Er verlobte sich sogar mit einer Nachbarstochter Erna Löwt.
Irgendwann wurde sie schwanger, trieb jedoch ab. Die beiden blieben aber verlobt. Es war eine Fassade, denn die Wut und die Sucht nach Gewalt waren nie weniger geworden. Im Jahr 1900 triebär. Er diente ein Jahr lang in Frankreich und liebte es, aber im Oktober 1901 brach erneut zusammen. Diesmal lautete die Diagnose Dementia Prok.
Das kennen wir heute als Schizophrenie. Wieder wurde er entlassen, wieder medizinisch untauglich. Er hatte jetzt drei verschiedene Diagnosen. Epilepsie, unheilbar, geistesgestört, Schizophren. Die damalige Medizin hatte keinerlei Ansätze damit umzugehen. Zurück in Hannover eskalierte der Konflikt mit seinem Vater.
Olli behauptete, Fritz simulieren nur, um nicht arbeiten zu müssen. Fritz schäumte vor Wut und drohte offen, seinen Vater zu töten. Er wurde immer gewalttätiger. Ein Gericht ordnete erneute Untersuchung an. Diesmal sagte ein Psychologe Fritzar, ich sag es noch einmal noch mal schön. Ein Gericht ordnete erneute Untersuchung an.
Diesmal sagte ein Psychologe Fritz sei zwar moralisch minderwertig, aber psychisch nicht krank. Ein fataler Irrtum. Damit entging er der erneuten Einweisung in die Psychiatrie und blieb auf freiem Fuß. Sein bürgerliches Leben zerfiel nun endgültig. Seine verlobte Erna warf ihn raus, nachdem er sie öffentlich einer Affäre bezichtigt hatte.
Er hatte jetzt niemanden mehr. Fritz rutschte komplett in die Unterwelt ab. In den Jahren 1905 bis 1913 hielt sich Fritz mit Kleinkriminalität über Wasser. Sein Leben bewegte sich zwischen Freiheit und Gefängnis. Diebstahl, Einbruch, Betrug, erschreckte von nichts zurück. Er wurde sogar zum Grabräuber. Dann lernte er eine Frau namens Frau Gulisch kennen.
Zusammen mit ihr und ihrem Sohn stahl er nachtsile von Grabsteinen, um sie zu verkaufen. Er hatte jeden Respekt vor dem Leben und dem Tod verloren. 1913 wurde er schließlich zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Er saß die Strafe ab, während außerhalb der Mauern der Erste Weltkrieg tobte. Fritz verpasste den Krieg, den er so gerne mitgekämpft hätte.
Und pünktlich zum Kriegsende im Jahr 1918 wurde er entlassen. Im August 1918 kehrte er nach Hannover zurück. Ich sag mal, habt ihr uns hier Fehler eingebaut? Hier ist ein falscher Satz. Ich habe ihn richtig gelesen. [gelächter] Es war doch Absicht, oder? Das hätte jetzt niemand gemerkt, wenn du es nicht gesagt h Ich weiß, aber hier steht ging er kehrte nach Hannover zurück.
Ich wollte das mit euch teilen. [gelächter] Sowas machen die mit uns. Er ging und kehrte. Ja, ihr seid einfach zu perfekt. Was soll ich sagen? [gelächter] Fishing for Compliments hier. So, also ich fange noch mal an. Ging er kehrte falsch. Im August 1918 kehrte er nach Hannover zurück. Deutschland lag am Boden. Der Krieg war verloren, das Kaiserreich zerbrochen.
Armut und Chaos regierte die Straßen. Der Hauptbahnhof von Hannover wurde zu Fritz Hammanns neuem zu Hause, zu seinem Jagdrevier. Der Bahnhof war voller gestrandeter Existenzen. Da waren Kriegsheimkehrer, Flüchtlinge, Ausreißer. Alle suchten Zuflucht in der großen Bahnhofshalle. Harmann spezialisierte sich auf eine Gruppe.
Junge, männliche Ausreißer, die alleine reisten, Jungen, die niemanden hatten. Er sprach sie an und wirkte vertrauenswürdig. Er versprach ihnen das, was sie am dringendsten brauchten, eine Unterkunft und eine warme Mahlzeit. Doch sobald sie in seiner Wohnung waren, verwandelte sich der Mensch in ein Monster.
Er verschloss die Tür und vergewaltigte sie, aber er tötete noch nicht. Zumindest wissen wir von keinem Mord vor 1918. In dieser Zeit baute sich Hmann ein Geschäft auf. Er handelte mit gestohlenen Waren auf dem Schwarzmarkt. Nach dem Krieg fehlte es an allem. Zucker, Zigaretten, Fleisch, alles war wertvoll. Ja, und hier kommt einer der absurdesten Aspekte dieser Geschichte.
Die Polizei in Hannover war personell unterbesetzt und verzweifelt. Fritz Hammern erkannte das und bot sich als Lösung an. Er wurde Polizeispitze, ein Informant. Sein System war perfide. Er kaufte Diebesgut von anderen Kriminellen. Dann verriet er diese Verkäufer an die Polizei. Die Polizei führte daraufhin Ratzchen durch und verhaftete die Diebe.
Aber Fritz Hmann ließen sie immer wieder laufen. Er war ja ihr Mann. Mit jeder Information gewann er das Vertrauen der Beamten mehr. Bald hatte er Narrenfreiheit. Die Beamten am Bahnhof kannten ihn. Sie sahen weg, wenn er Jungen mitnahm. Sie dachte, er helfe der Polizei bei Ermittlungen. Er hatte jetzt quasi Polizeischutz und freien Zugang zu seinen Opfern.
Sein neues Doppelleben berauschte ihn. Er fühlte sich unantastbar. Im September 1918, als Fritz 39 Jahre alt war, überschritt er die letzte Grenze. Er traf den 17-jährigen Friedel Rote in einem Caffée am Bahnhof. Rote war von zu Hause weggelaufen. Hmann gab sich als Detektiv aus. Er sagte, er könne helfen.
Rote war naiv und vertraute dem älteren Mann. Hammer nahm Rote mit in seine kleine schmutzige Einzimmerwohnung. Dort verbrachten sie einige Zeit zusammen. Sie rauchten und unterhielten sich. Rote stellte Harmann sogar seinen Schulfreunden vor. Er dachte, er hätte einen Freund gefunden. Doch [räuspern] an einem Abend im September änderte sich die Stimmung.
In der Wohnung wurde Fritz Hammern plötzlich aggressiv und bedrängte Rote sexuell. Rote wollte das nicht und wehrte sich. Die Zurückweisung machte Hmann wütend. Er drückte den Jungen nieder und vergewaltigte ihn. Und mitten im Akt passierte etwas in Hamans Kopf. Er entblößte seine Zähne. Wie ein tollwütiges Tier biss er zu direkt in den Hals des Jungen.
[räuspern] Jetzt er fetzte seinen Kehlkopf und biss ihm die Luftröhre durch. Friedel Rote hatte keine Chance. Er erstickte qualvoll an seinem eigenen Blut. Fritz sagte später aus, der sexuelle Akt habe einen Mordtrieb in ihm ausgelöst, ein Liebesbiss, wie er es später nennen sollte, ein unkontrollierbares Verlangen, Fleisch zu zerreißen.
Was danach geschah, zeugt von unfassbarer Kaltblütigkeit. Fritz stand über der Leiche, aber er war nicht geschockt oder panisch. Gesundheit. Da würde ich jetzt gerne noch mal machen, [gelächter] weil die Stimmung zerstört. Also, wir sind jetzt hier gerade, also jetzt brauchst du ein Wasser, mein Freund. Bittte schön.
Was danach geschah, zeugt von unfassbarer Kaltblütigkeit. Fritz stand über der Leiche, aber er war nicht geschockt, er war nicht panisch. Er kochte sich erstmal einen starken schwarzen Kaffee. Dann begann er die Leiche zu zerstückeln. Er schnitt den Jungen auf, entfernte das Fleisch von den Knochen und brach das Skelett.
Teile der Leiche verpackte er in einem Koffer und vergrub sie auf dem Friedhof den Kopf, aber behielt er. Er wickelte ihn in Zeitungspapier und versteckte ihn dann hinter dem Ofen in seiner Wohnung. Und dort lag der Kopf wochenlang. Rotes Freunde schöpften Verdacht, als Friedel verschwand. Sie gingen zur Polizei und entzählten von dem Detektiv.
Dann führten sie die Polizei schließlich zu Haranns Wohnung. Die Polizisten zögerten. Harann, ihr Informant, als sie auf Druck der Eltern schließlich doch die Wohnung stürmten, fanden sie Harmann mit einem anderen Jungen. Dieser war gerade 13 Jahre alt und halb nackt. Fritz Harmann war panisch. Er wusste, der Kopf von Friedel Rote lag nur wenige Meter entfernt hinter dem Ofen.
Wenn sie den Ofen verrücken würden, wäre es vorbei. Aber der leitende Offizier hatte keinen Befehl zur Durchsuchung. Sie nahmen Haman fest wegen Unzucht, aber sie untersuchten die Wohnung nicht und fanden so also auch nicht den Kopf hinter dem Ofen. Haman wurde verurteilt, flüchtete sich aber vor der Strafe. Über ein Jahr lang lebte er im Untergrund und in dieser Zeit traf er den Menschen, der sein Schicksal besiegeln sollte.
Sein Name war Hans Granz. Freunde, ist schon lustig auch. Nachher gehen wir eure ganzen Namen durch. Da wollen wir mal sehen, ob da auch was Lustiges dabei. Sein Name war Hans Granz. [gelächter] Wirst du es jemals zu Ende bringen können? Ich schon. Ihr hab Zeit. Wie gesagt, der ganze Bums hier ist den ganzen Abend gemietet.
[gelächter] Ihr müsst morgen arbeiten, ich nicht. Okay. Sein Name war Hans Granz. Er war erst 18 Jahre alt, ein Ausreißer wie die anderen am Bahnhof. Er lebte auf der Straße, verkaufte seinen Körper für Geld und Granz hatte gehört, dass ein gewisser Herr Hmann männliche Prostituierte suchte. Fritz Hammern nahm Gran sofort mit, als sich die beiden begegneten, aber es blieb nicht bei einer Nacht.
Zwischen dem brutalen Mörder und dem jungen Mann, der Sex gegen Geld anbot, entwickelte sich eine intensive Beziehung und sie wurden ein Liebespaar. Hmann war besessen von Granz. Er vergötterte ihn. Er sagte später: “Hans sei wie ein Sohn für ihn gewesen. Er wollte jemanden, um den er sich kümmern konnte.” Doch die Beziehung war giftig.
Sie stritten ständig. Hans verachtete Hmann in der Öffentlichkeit und nutzte ihn aus. Er liebte es, den älteren Mann zu manipulieren. Sie stritten so oft und laut, bis Haman Granz schließlich aus seiner Wohnung warf, aber nach ein paar Tagen bettelte er den Jungen wieder an, zu ihm zurückzukommen.
Er brauchte einfach die Bestätigung. Ja, er brauchte Gran. Es gab einen Vorfall, der zeigt, wie krank diese Dynamik war. Nach einem Streit, weil Granz Haman bestohlen hatte, wollte sich Haman an ihm rächen und tat das Unfassbare. Er tötete einen Jungen, vermutlich namens Hans Keimes. Hmann legte ein Taschentuch mit den Initialen von Granz tief in den Hals der Leiche.
Er wollte ihm den Mord in die Schuhe schieben, aber der Plan ging nicht auf. Gran saß zur Tatzeit wegen Diebstahls im Gefängnis, hatte also ein Alibi. Aber trotz dieses Mordes, trotz des Verrats, kamen die beiden wieder zusammen. Beide verbanden eine tödliche Abhängigkeit. Wir schreiben das Jahr 1923. Die Inflation in Deutschland erreichte ihren Höhepunkt.
Das Geld war nichts mehr wert. Die Moral zerfiel und Fritz Hmann eskalierte. Im März 1923 tötete er Fritz Franke, einen jungen Mann, den er am Bahnhof getroffen hatte. Hmann nahm ihn mit in die Wohnung. Dort bis er ihm die Kehle durch. Nach eigener Aussage fühlte Hamann keine Schuld. Er rechtfertigte es vor sich selbst. Er wollte nicht töten.
Er wurde nur von einem Drang übermannt, der Drang eines Triebtäters. Psychologen nennen das Erotophonophilie, also Lustmord. Hans Granz kam kurz nach dem Mord an Franke in die Wohnung. Er sah Fritz über der nackten Leiche stehen. Granz war nicht schockiert. Er fragte nur kühl: “Wann soll ich wiederkommen?” Später sahen zwei Frauen aus der Nachbarschaft Hans Granz in der Kleidung von Fritz Franke.
Sie schöpften Verdacht und gingen zur Polizei. Doch der Polizist, bei dem er sie meldete, war Detektiv Müller Hammanns Kontaktmann. Müller glaubte den Frauen nicht. Er hielt Harmann für unschuldig und die Untersuchung wurde sofort wieder eingestellt. Das war das grüne Licht für Haman. Er konnte machen, was er wollte.
Niemand würde ihm etwas anhaben. Die Polizei war auf seiner Seite und so begann er wie am Fließband zu morden. [räuspern] In den folgenden Monaten tötete immer häufiger Wilhelm Schulze, Roland Hoch, Hans Sonnenfeld. Die Namen wurden zu einer langen Liste und selbst Harmann verlor den Überblick. Gleichzeitig begann ein düsteres Gerücht die Runde zu machen.
Haman handelte nämlich mit Fleisch. Nachbarn sahen ihn oft mit schweren Paketen das Haus verlassen, aber sie sahen ihn nie Fleisch hineinbringen. Er verkaufte es als Hackfleisch in Dosen oder Tüten. Es war billig und die Leute hatten Hunger. Er behauptete, es sei Pferd oder Schwein und sagte, er habe es von einem Fleischer namens Karl.
Ja, aber ein Ladenbesitzer wurde misstrauisch. Er fragte Haman immer wieder nach diesem Karl, doch Haman wich aus. Eines Nachts folgte der Ladenbesitzer Haman heimlich. Er folgte ihn zum Fluss Leine und dort sah er, wie Hmann im Schutz der Dunkelheit schwere Säcke ins Wasser warf, wie er sie über den Rücken in den Fluss wurtete, so dass es laut platschte.
Am nächsten Tag ging der Ladenbesitzer zur Polizei und erzählte, was er gesehen hatte. Die Beamten durchsuchten Hamans Wohnung, aber sie fanden nichts. Keine Beweise, keine Spuren. Aber Hmann spürte, dass es gefährlich für ihn wurde. Also zog er um in eine Dachgeschosswohnung in der roten Reihe, mitten in der Altstadt von Hannover.
Und dort unter dem Dach ging das Morden weiter. Er tötete den Sohn seines neuen Nachbarn. Ehrenberg. Er [räuspern] war süchtig nach der Entgrenzung und nach dem Töten. Und er sprach von nun an über seine Methode von dem Liebesbiss. Jeder Junge, der seinen Weg kreuzte, war in Gefahr. Im Jahr 1923 wurden allein in Hannover 600 Jungen als vermisst gemeldet.
Nicht alle gingen auf Harmanns Konto, viele liefen einfach von zu Hause weg und tauchten unter. Aber die Zahl zeigt das Chaos, in dem er operieren konnte. Die Stadt lebte in Angst. Man sprach von einem Werwolf, der nachts umherging. Und Haman sammelte Trophäen. Er behielt die Kleidung seiner Opfer. Hunderte von Anzügen, Mäntel und Hosen.
Einen Jungen, Fritz Wittig, tötete er aus einem banalen Grund. Hans Granz hatte Wittigs Anzug gefallen. Harmann tötete den Jungen, um Granz den Anzug schenken zu können. Ein Menschenleben für ein Stück Stoff. Im Mai 1924 begann schließlich Das ist auch ein falscher Satz. Nee, stimmt. Ah, jetzt versteht. Manchmal ist das so, man liest das und dann denkt man sich aber auch schon spät.
Nein, [gelächter] nein, nein. Quatsch. Nein, noch mal schließlich und endlich. Ja, ja, ja. Im Mai 1924 begann schließlich und endlich das Ende von Fritz Hmann. Spielende Kinder fanden einen menschlichen Schädel am Ufer der Leine. Er war angespült worden. Die Polizisten untersuchten ihn und taten ihn zuerst nur ab. Sie sagten, es sei ein Streich von Medizinstudenten, [räuspern] aber zwei Wochen später fanden die Jungen einen Sack mit Knochenfragmenten.
Die Polizei zögerte immer noch. Schließlich wurden die Bürger von Hannover wütend. Im Juni organisierten sie sich selbst. Mehr als 100 Menschen durchsuchten das Ufer der Leine. Und was sie fanden, war ein Massengrab. Hunderte Knochenfragmente zersägt und zerhackt. Die Morde waren nicht mehr zu leugnen. Und endlich handelte auch die Polizei.
Sie ließen den Fluss ausbaggern und fanden über 500 weitere menschliche Knochen, Schädel, Rippen und Oberschenkel. Die Beweise waren erdrückend. Das musste ein Serienmörder sein. Fieberhaft überprüfte die Polizei ihre Akten. Sie suchten nach Sexualstraftätern, nach passenden Mustern, nach Übereinstimmungen mit bekannten Personen.
Hmann tauchte immer wieder auf. Er wohnte in der Nähe des Flusses und war vorbestraft. Aber sein Freund, Detektiv Müller, weigerte sich weiterhin zu glauben, dass sein Fritz dazu fähig wäre. Misstrauen machte sich unter den Kollegen breit. Die Leitung der Polizei traute den eigenen Leuten nicht mehr. Also holten sie Spezialisten aus Berlin.
Berlin. [gelächter] [applaus] Die Berliner Ermittler verkleideten sich als mittellose Arbeiter und begannen Harmann zu beschatten. Am Bahnhof sahen sie ihn mit einem Jungen namens Karl From und warteten ab. In dieser Nacht versuchte Hmann wieder seinen alten Trick. Als ein Streit zwischen den beiden eskalierte, schleppte er den Jungen zu uniformierten Polizisten am Bahnhof.
Er beschuldigte ihn des Betrugs mit falschen Papieren. Er dachte, die Polizei würde den Jungen einsperren und ihn dann später laufen lassen, wie immer. Doch diesmal hörte die Polizei dem Jungen zu. Karl From war traumatisiert. Er erzählte das Unfassbare. Er war zuvor in Hamans Wohnung gewesen, wo Haman ihn missbraucht hatte.
Er hatte ihm ein Messer an die Kehle gehalten und gefragt: “Hast du Angst zu sterben?” Das reichte den Polizisten endlich. Am nächsten Morgen, dem 22. Juni 1924 wurde Fritz Harmann verhaftet. im Verhör. Der Werwolf war endlich gefasst. Moment, jetzt bist du dran. Das war eine dramatische Pause. Ich bin so in so Feuer voll.
Ich weiß, ist ja auch spannend, aber jetzt bitte. Im Verhör gab sich Hmann zunächst arrogant. Er kannte sie Situation und dachte, er käme wieder raus aus der Geschichte wie all die Male zuvor. Doch diesmal war die Polizei gründlicher. Kennt ihr das, wenn man was erzählt, man macht eine kurze Pause und der andere sneak da sofort rein. So. So.
[gelächter] [räuspern] Forensiker, wie mach den das jetzt? [gelächter] Entschuldigung, [räuspern][schnauben] wir haben hier einen Fall zum Abschluss zu bringen. Forensiker untersucht, erklärte noch mal. [gelächter] Ich [applaus] liebe meine Kollegen. Darf ich jetzt? Weil da sitzt ja noch ein zweiter Regisseur, ne? Nicht, dass der jetzt auch noch mal lustig sein will.
Nee. [gelächter] Forensiker untersuchten seine Dachgeschosswohnung. Sie fanden Blut, viel Blut. Es war tief in die Dielen gesickert, klebte an den Wänden und seine Matratze war vollgesogen. [räuspern] Haman behauptete immer noch, es sei Tierblut vom Fleisch von seinem Lieferanten Karl. Dann fanden sie seine Sammlung, die Trophäen, die Kleider, die sich im Keller stapelten.
Berge von Mänteln, Hosen, Hemden. Die Polizei stellte die Kleidung im Präsidium aus. Verzweifelte Eltern kamen aus dem ganzen Land, um die Sachen ihrer vermissten Söhne zu identifizieren. Der entgültige Durchbruch gelangt den Ermittlern mit dem Anzug von Franz Wittig. Die Polizei fand ihn bei Hans Granz. Zusätzlich übergab Hmanns Vermieterin einen Mantel, den er ihr anstatt der Miete gegeben hatte.
Vorher hatte er die Namensschilder herausgetrennt. Auch dieser Mantel hatte einem seiner Opfer gehört. Aber Hmann blieb bei seiner Version. Wie sich Jahrzehnte später herausstellte, griffen die Beamten dann zu unerlaubten Vernehmungsmethoden. Sie stellten Schädel in seiner Zelle auf, beleuchteten die Augen mit rotem Licht und sagten ihm: “Nun würden die Seelen der Opfer ihn holen.
” Schließlich brach Haman zusammen und legte ein Geständnis ab. Ein Geständnis, das tagelang dauerte. Er gestand das Vergewaltigen, das Morden. Er gestand das Zerstückeln. Und er beschrieb detailliert, wie er die Körperteile im Fluss entsorgt hatte. Aber er suchte immer noch Ausreden und betonte wieder und wieder, er wollte nicht töten.
Es war eine tollwütige sexuelle Leidenschaft, die ihn überkam. Er wollte als Opfer seiner Triebe gesehen werden, nicht als kaltblütiger Mörder. Und er nannte die Zahl seiner Opfer, irgendwo zwischen 50 und 70. Er genoss es sichtlich, die Polizisten zu schockieren und machte sich darüber lustig, dass er die Morde direkt unter ihren Nasen begangen hatte.
Und er riss Hans Granz mit in den Abgrund. Er gestand, daß Granz von allem wusste, daß er ihn ermutigt hatte, dass er Fleisch gegessen hatte und so wurde Hans Granz als Komplize verhaftet. Der Prozess begann im Juli 1924. Es war ein internationales Medienspektakel. Journalisten aus der ganzen Welt reisten nach Hannover.
[schnauben] Die Stimmung in der Stadt war aufgeheizt. Lychjustiz lag in der Luft. Im Gerichtssaal wirkte Hmann entspannt, fast gelangweilt. Er rauchte Zigarren während der Verhandlung und machte Witze. Er beschwerte sich nur über eines. Es seien zu viele Frauen im Raum, das störte ihn. Wenn ihm Fotos seiner Opfer gezeigt wurden, winkte er ab.
Ich erinnere mich nicht, aber klagen Sie mich ruhig an, es ist mir egal. Er zeigte keinerlei Reuer. Ja, unterbrach sogar die Staatsanwaltschaft, schrie sie an, nannte sie Lügner, besonders wenn es um das Fleisch ging. [räuspern] Die Frage, ob Hmann Menschenfleisch verkauft oder gegessen hat, ist bis heute nicht geklärt.
Ärzte sagten im Prozess aus, dass das gefundene Fleisch in seiner Wohnung kein Menschenfleisch war, aber der ominöse Schlachter Karl wurde nie gefunden. Haman selbst bestand darauf, dass er die Helse seiner Opfer nicht komplett durchgebissen hatte. Er wollte nicht als Kannibale gelten. Das war die einzige Grenze, die er zog.
Mörder ja, Kannibale nein. Der Prozess und Haman selbst waren eine unmenschliche Belastung für die Angehörigen der Opfer. Der Prozess dauerte nur zwei Wochen und das Urteil stand eigentlich schon vorher fest. Fritz Hmann wurde wegen 24 Morden für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Als das Urteil verkündet wurde, nahm Haman es ruhig auf. Er nickte nur.
Granz allerdings brach hysterisch zusammen. Er schrie und kollabierte, aber Haman hatte noch eine Überraschung für ihn bereit. Am Vorabend seiner Hinrichtung schrieb Haman einen Brief dort. Wieder rief er seine Aussage gegen Hans Granz und aufgrund dieses Briefes bekam Granz einen neuen Prozess und das Todesurteil wurde aufgehoben.
Er bekam stattdessen 12 Jahre Haft wegen Beihilfe. Am 15. April 1925 wurde Fritz Hmann zum Richtplatz geführt. Es war früh am Morgen. Er zeigte keine Angst. Seine letzten Worte waren: “Ich bin schuldig, aber ich will als Mann sterben. Ich bereue, aber ich fürchte den Tod nicht.” Dann fiel das Fall bei der Geotine. Nach seinem Tod wurde sein Gehirn entnommen und untersucht.
Man suchte nach einer physischen Ursache für das Böse. Und tatsächlich fanden sie etwas. Spuren einer Hirnhautentzündung. Meningitis. Das könnte die Erklärung für seine Aussetzer beim Militär gewesen sein. Vielleicht hatte das die Krankheit sein Gehirn geschädigt. Vielleicht war dies sogar der Beginn für seinen Wahnsinn gewesen.
Sein Kopf wurde in Form Aldehüt konserviert. Er stand als makabres Exponat bis zum Jahr 2014 in der Göttinger medizinischen Schule. Erst dann wurde er eingeächert und anonym bestattet. Fritz Hamann bleibt einer der schrecklichsten Serienmörder des 20. Jahrhunderts. Seine Taten schockierten die Welt und traumatisierten eine ganze Generation in Deutschland.
Der Fall hatte auch politische Folgen. Die Nazis missbrauchten Harmans Homosexualität später für ihre Propaganda, um Hass gegen Homosexuelle zu schüren. Der Werwolf von Hannover, ein Monster, das hinter einem freundlichen Gesicht lauerte. ein Mann, der das System austrixte und seine Opfer direkt unter den Augen der Polizei tötete.
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