Verschollen in Panama I Kris Kremers und Lisanne Froon T
Verschollen in Panama I Kris Kremers und Lisanne Froon

Zwei junge Frauen verschwinden spurlos im Dschungel Panamas und zurückbleiben Fragen, Widersprüche und ein Rucksack voller Rätsel. Die Journalisten und Autoren Anette Nenner und Christian Hardinghaus haben vor Ort recherchiert, mit Zeugen gesprochen, Lücken im offiziellen Bericht vorgelegt und ein Buch geschrieben.
Verschonnen in Panama, die wahre Tragödie von Pianista Trey. Zusammen gehen wir in dieser vierteiligen Dokoreihe dem Fall auf den Grund. Schritt für Schritt, Bild für Bild, Wort für Wort. Du hörst Folge 1. Im April 2014 verschwinden die beiden Niederländerinnen Lisan Fron und Chris Kremers während eines Ausflugs auf dem Pianister Trail in Panama.
Zehn Wochen lang wird nach den beiden Studentinnen gesucht. Es ist die größte Sucheaktion der panarischen Geschichte. Offiziell wird ihr Tod als Unfall eingestuft, doch zahlreiche widersprüchliche Indizien lassen Zweifel an dieser Theorie aufkommen. Die Familien haben sich mit der Unfalltheorie abgefunden, während die Wahrheit über das Schicksal der beiden Frauen weiterhin ein ungelöstes Rätsel bleibt, dem sich ein nett Nenner und Christian Hardinghaus in ihrem 2024 erschienenen Buch Verschollen in Panama die wahre Tragödie von Pianister Trey
Widman. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen und besonderen Episode von Wahre Verbrechen. Ich bin Alex, das ist mein Podcast und ich freue mich für diesen Fall drei besondere Gäste begrüßen zu dürfen. Erst einmal hallo an Steffi, du bist kein Unbekannt in diesem Podcast. Du hast dich viel mit dem heutigen Fall beschäftigt und am Skript gearbeitet.
Schön, dass du dabei bist. Ja, hallo und danke für die Einladung. Sehr gern. Kommen wir nun aber zu meinen beiden anderen Gästen. Hallo Annet Nenner und hallo Dr. Christian Hardinghaus. Ihr beide habt euch auf die Spuren von Chris und LAN gemacht, wart in Panama vor Ort, seid die Gerichtsakten Seite für Seite durchgegangen. Euer Ziel war es bzw.
ist es immer noch das Verschwinden und den Tod der beiden Niederländerinnen aufzuklären. Auf Grundlage eurer Recherchen und Ermittlungen ist das Buch verschonnen in Panama, die wahre Tragödie von Pianister Treay entstanden, welches 2024 erschienen ist. Mit anderen Worten, ihr seid näher an dem Fall dran als irgendwer anderes.
Würdet ihr euch kurz vorstellen und uns erzählen, wie euch kennengelernt habt und wie ihr auf den Fall Chris Kremers und Land Fron aufmerksam geworden seid? Äh, hi Alex, hi Steffi, hallo Anette. Ähm ja, ich bin Christian, freue mich dabei zu sein und schöne Einleitung. Ähm ich kann kurz erzählen, dann schließt Anette vielleicht noch an.
Ähm, also ich bin äh ja äh hauptberuflich auch Schriftsteller mittlerweile und schreibe viele interessante Bücher und Geschichten. Äh vor allen Dingen, also welche, die mich dann auch flashen oder wo ich weiß ähm sie interessieren viele Leute, also menschliche Schicksale. Ich schreib viel über den Zweiten Weltkrieg.
Ähm und ähm ich habe ein Buch geschrieben über Kriegspropaganda. ähm und wollte mich abends immer so ein bisschen äh entspannen, dass ich vom Thema Krieg wegkomme. Und da ich nicht mehr groß dann aus dem Haus gehe, habe ich dann den True Crime Podcast für mich gefunden. Nicht nur euren, sondern äh einige zum Entspannen.
Und äh so bin ich auf den Fall von Chris Kremers und Lisan Frenh aufmerksam geworden, der mich wie viele viele viele viele tausende und zehntausende andere Menschen auf der Welt nicht mehr losgelassen hat. Was mich eben wundert, weil ich gerade weil ich mit so viel Zeitzeugen so aus Kriegen gesprochen habe und meine immer schon alles gehört zu haben, ähm ist das ein Ding gewesen.
Ähm ja, ich bin da nicht habe auch regelrecht Albträume bekommen ähm am Anfang und äh ja, da ich eben auch ähm promoviert bin in Propaganda und Manipulationsforschung, war mir sehr sehr schnell klar, dass das ein Fall ist, wo sehr viel manipuliert wird. Das zieht sich durch den ganzen Fall und ähm das fängt in Panama an und endet hier in deutschen äh Foren und äh da wollte ich was machen.
Also, ich habe gedacht äh wenn man da was äh klarstellen oder aufklären kann, natürlich wollte ich auch wissen, wer der Täter ist oder was da passiert ist. Ich wusste, dass ich nicht nach Panama gehen kann, weil ich äh gerade zwei kleine Jungs äh habe. Ich kann hier nicht lange weg. Äh, also Jungs bedeutet Söhne in diesem Fall. Ähm und äh ich spreche auch keinen Spanisch oder so gut wie keinen Spanisch.
Äh und ich wusste, da da muss man trotzdem vor Ort recherchieren und habe einfach dann mal geguckt, weil es mich so geflasht hat, da was zu machen. Wen kenne ich, der Zeit hat, keine kleinen Söhne hat und spanisch spricht. Und dann habe ich mich an meine alte Bekannte Anette erinnert und habe sie einfach drauf angesprochen und sie war ziemlich schnell überzeugt und damit gebe ich dann gerne weiter an Anette, die ihren Eindruck schildert.
Ja, hallo, ich freue mich auch, dass ich hier bin. Ähm, also ja, Christian hat mich gefragt äh vorletztes Jahr im Frühling oder Anfang des Jahres, ob ich Interesse habe mit ihm an dem Fall zu arbeiten. Also ähm ich war da gerade in Mexiko, da ich seit 5inhalb Jahren ähm reise ohne festen Wohnsitz und ähm ich war dann sozusagen sowieso um die Ecke und ähm war begeistert oder ja beeindruckt von dem Fall eben aus dem Grund, weil ich auch sehr viel alleine reise und sehr viel in Lateinamerika schon alleine gereist bin und gerne im
Regenwald ähm mich aufhalte und so hat der Fall mich fasziniert und ja äh Also, ich bin die zweite Autorin von dem Buch und nebenbei Lektorin und ja, so hat es ziemlich schnell geklappt mit der Zusammenarbeit. Ich bin von Mexiko dann über Costa Rica nach Panama eingereist und habe mich dort auf die Spuren von den zwei begeben und war insgesamt 5 Monate dann vor Ort.
Sehr spannend. Also 5 Monate Recherche vor Ort hast du dann betrieben? Ja, insgesamt ist 2023 3 Monate und dann haben war ich wieder in Deutschland und wir haben ähm während der Recherche rausgefunden, dass wir noch nicht alles erledigt hatten vor Ort und haben dann zusammen entschieden, dass ich noch mal hinfliege und dann war ich 2024 noch mal zwei Monate dort.
Spannend. Also für euch beide ja dann aber auch die erste Investigativrecherche, sage ich jetzt einfach mal so vor Ort und äh dann auch an einem wahren Kriminalfall so nah dran zu sein oder? Für mich war es die erste Recherche vor Ort, ja oder? Na ja, ich habe ähm ich habe schon früher für ein Lokalmagazin geschrieben und da ich weiß nicht, ob man das wirklich Recherche nennen kann, wenn ich dort Leute befragt habe und an Norte gegangen bin, aber so in dem Rahmen, in dem Ausmaß wie jetzt mit Panama, habe ich vorher noch keine
Recherche gemacht. Also, ich muss äh dann sage ich dazu, ich bin schon viele viele insgesamt 20 Jahre als Journalist auch tätig gewesen und habe auch eine journalistische Ausbildung und unterrichte auch an einer Journalistenschule und habe durchaus auch schon investigative Themen gemacht, aber ähm äh sowas in der Größenordnung natürlich nicht.
Und äh außerdem ähm war ich ja auch mehr so der der Kopf zu Hause, weil ich ja nicht in Panama war. Ähm mein Auftrag war aber alles mit Annette immer durchzusprechen. Wir haben jeden Step abgesprochen. Da konnte ich natürlich auch von meiner Erfahrung äh ihr viel äh sagen, was was sie tun kann und was nicht. Und ähm ich hatte halt die Akten hier, wir haben ja die originalen Gerichtsakten, die so heißbgehrt sind, aber kaum jemand bisher gesehen hat.
Das waren einmal 2600 und dann hatten wir noch eine zweite Akte für über einen anderen Fall, der damit verknüpft ist. Äh Spanisch musste erstmal alles übersetzt werden und die habe ich hier durchgeackert und durchgearbeitet, so dass wir sehr gut parallel arbeiten konnten, dass ich gesagt habe, hier wohnt Zeuge und da ist jemand.
Und ähm dann habe ich Karten gemacht und äh ja, Anette so auf die Wege geschickt zu den Leuten, ne? Und äh das hat sie sehr sehr gut gemacht. Und ähm für mich ist sie äh also sie ist sowieso eine gute Schreiberin, was einen Journalisten schon ausmacht, eine neugierige Person, eine offene Person und äh hat durchaus die Qualitäten, ne? Und ähm ich habe ihr dann natürlich Tipps gegeben, wie man ähm nach journalistischen Maßstäben äh gewisse Dinge einzuhalten hat, wie man mit Verdachtsberichterstattung umgeht.
Und ähm das war einfach so ein absolut gutes Team, ne? Dafür hat sie mir eben alles übersetzen können, was mit Spanisch zu tun hat. Ich hätte auf die Leute gar nicht zugehen können, aber es kann man sich teilweise schon so vorstellen, dass sie auch manchmal so ein Knopf im Ohr hatte oder ich wusste genau, wo sie ist und konnte immer eingreifen und ähm so ist das schon eine eine gemeinsame große Investigativrecherche, ja, würde ich sagen.
Und wenn man das Buch gelesen hat, dann kommt man auch nicht umhin zu sagen, Anette, du bist unglaublich mutig. Ja, also wirklich eine sehr so eine mutige Frau. Also, das fand ich sehr sehr beeindruckend. Danke schön. Ja, das hat sich äh also das höre ich öfter und ich freue mich natürlich da drüber.
Ähm ich sehe das jetzt mit einem Zeitabstand auch so. Währenddessen ähm hat sich das gar nicht so sehr nach Mut angefühlt. Also, es war es ist, da ich ja Christian im Rücken hatte, so also auf positive Art. Ja. Wir haben alle Schritte besprochen. Ich habe mich nie alleine gefühlt, außer ja, ich war im Wald und hatte keinen Empfang.
Das war dann schon manchmal ein bisschen gruselig, aber sonst war das sehr ähm alles durchdacht und ähm so hat sich das für mich gar nicht so unheimlich gruselig angefühlt, wie es wie es wie ich es jetzt aber selber auch aus der zeitlichen mit dem zeitlichen Abstand sehe. Ja, und natürlich haben wir auch am Anfang nicht das ganze Wissen gehabt, was wir jetzt haben.
Ähm, sondern ich bin da ja mit viel viel weniger Wissen dran gegangen und hätte ich alles so gewusst, wie ich es jetzt weiß, hätte ich manche Dinge natürlich auch anders gemacht oder vielleicht gar nicht gemacht. Und ich hatte auf jeden Fall mehr Angst, obwohl ich hier im sicheren Deutschland saß. Also ähm weil ich wusste zu gewissen Verabredungen, ne, sie ist jetzt schon am ersten Tag äh oder am zweiten Tag oder sehr früh ist sie mit dem, der über den sprechen wir ja gleich, Feliciiano, der im ganzen Internet für den Mörder gehalten wird, ist sie gleich mit hinter
den Berg gegangen, ganz alleine und nur ich wusste bescheid. Ich hatte irgendwelche Notfallnummern natürlich, was ich machen muss, wenn sie nicht wiederkommt, aber ich konnte mir nicht sicher sein, ob also wir waren uns eigentlich sicher, dass er damit nichts zu tun hat, aber äh ztausende Leute sind sich ganz sicher, dass er ein Mädchenmörder ist und ähm dann dann zu wissen, dass Anette jetzt mit ihm Ja, und dann kommt der Anruf nicht und ich sitze und sitze und sitze und sitze und guck die ganze Zeit auf das Handy,
ob wieder Empfang ist, ob sie da ist und dann bist du irgendwann war ich kurz davor vor, dass ich jetzt müsste ich ihre Schwester mal anrufen. Ja, aber dann zum Glück kam sie wieder und äh dann habe ich ja Philiciano auch kennengelernt und äh dann fühlte man sich irgendwann sicherer.
Aber diese Steps, die sie gemacht hat oder überhaupt ja auch ähm diese Wege zu gehen und durch den Dschungel auch abseits von den Trails und dann auf ultra heftige Giftschlangen zu stoßen. Ja. Und sie hat da keine Angst vor, das wäre für mich, also das hätte ich gar nicht mitgemacht. Hätte ich zu Hause bequemer, ne Christian? Ja. Na ja, ja, ja.
Also ich finde, man hört auf jeden Fall jetzt schon raus, was für eine Arbeit hinter dem Projekt verscheu in Panama die wahre Tragödie von Pianista Trash steckt. Was sie da zu Papier gebracht hat, hat unheimlich viel bewegt in dem Fall. Dazu kommen wir später noch mal. Und ohne jetzt schon alles vorwegzunehmen, starten wir mal in den Fall rein und ihr holt uns dann an den einzelnen Station ab und erzählt davon, wie es vor Ort war, wie die Recherche war, was in den Akten stand, was rausgekommen ist, worüber ihr gestolpert seid und ich denke, es wird
auf jeden Fall für uns, für Steffi und mich auf jeden Fall noch mal, aber auch für alle anderen Hörer und Hörerinnen sehr interessant werden. [Musik] Der heutige Fall führt uns nach Panama, ein schmales Bandparadies, das Nord und Südamerika miteinander verbindet. Panama ist bekannt als ein Land der Gegensätze, ein Ort, an dem moderne und uralte Natur wie zwei ungleiche Geschwister nebeneinander existieren.
An der Pazifikküste ragen die impulsanten Wolkenkratzer von Panama Stadt in den Himmel, während einige Kilometer entfernt in die Gene Fischer ihre Netze durch die ruhigen Buchten der Karibik ziehen. Panama ist Abseitz des Betons und Stahls grün, soweit das Auge reicht. Regenwälder mit dichten Baumriesen und moß überwucherten Wurzeln liegen wie ein Teppich über dem Land.
Hoch oben in den westlichen Bergketten auf etwa 1200 m liegt Bukette. Ein kleines Städtchen, das sich an die grünen Hüge des Hochlands schmiegt. Hier scheint ewiger Frühling zu herrschen. Tagsüber erwärmt die Sonne die üppigen Hänge, während am Abend kühle Nebelschwaden durch die Täller ziehen und sich wie eine Decke auf das schlafende Städchen legen.
Wanderwege führen durch die steilen Hänge der Berge, vorbei an klaren Flüssen und Wasserfällen, die aus dem Nichts zu entspringen scheinen. Am Horizont tront der Vulkan Baro, der höchste Punkt Panamas, dessen Gipfel bei Sonnenaufgang einen seltenen Blick auf zwei Ozean erlaubt. Doch Bukette ist mehr als nur seine Natur.
Die Menschen, die hier leben, sind ein Spiegel der Vielfalt Panamas. Hier treffen Einheimische auf Auswanderer, die sich in den kühlen Höhen ein neues Zuhause geschaffen haben. Aber auch zahlreiche Urlauber zieht Bukette Jahr für Jahr in seinen Bann. Hier, wo klares Wasser durch die Flüsse rauscht und der Duft der Kaffeeplantagen die Luft erfüllt, finden Touristen Ruhe, Abenteuer und die Magie einer scheinbar unberüten Natur.
Auf all das freuen sich auch die 21-jährige Chris Kremers und ihre ein Jahr ältere Freundin Lisanne Fron, als sie am 15. März 2014 eine Passagiermaschine am Flughafen Shipol in Amsterdam besteigen. Chris hatte an der Hochschule Utrecht kulturelle und soziale Bildung nebst Kunst studiert. Lysanne hatte ein Psychologiestudium absolviert.
Während dieser Zeit lernten sich die beiden Niederländerinnen bei ihrem Nebenjob in einem Restaurant kennen. Fortan verband Chris und Lisanne eine enge Freundschaft. Nachdem beide erfolgreich ihren Bachelorabschluss gemacht hatten, begannen auch schon die Vorbereitungen für ihren sechswöchigen Trip in das Mittelamerikanische Land.
Ihr Plan war es, sich vorbeginn des Masterstudiums eine kleine Auszeit zu gönnen, die sie aber mit sozialem Engagement verbinden wollten. Deshalb wandten sie sich an die Reiseagentur Head andere Reizen, mit denen sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen wollten. Vom Flughafen Schipol in Amsterdam geht es für Chris und Lisanne jetzt zunächst in das US-amerikanische Houston, bevor sie nach rund 14 Stunden Flugzeit am 15.
März ging 21 Uhr auf dem internationalen Airport Juan Santa Maria in San Jose landen. Die Nacht verbringen Sie in Costa Rigas Hauptstadt, bevor Sie am kommenden Tag mit einem Bus bis zur Grenze nach Panama fahren. Von dort geht es mit dem Taxi nach Almirante, der Hauptstadt des Distrikts Almirante der Provinz Bockers der Torro in der Republik Panama.
Von hier aus bringt eine Fähre Chris und Lisanne auf die Karibikinsel EA Colon. Die kommenden zwei Wochen werden Sie hier mit einem Grundkurs in der spanischen Sprache fit gemacht. Das soll es Ihnen erleichtern, ihren vierwöchigen Freiwilligen Dienst in einer Kindertagestätte in Bukette zu verrichten. Am 29. März 2014 ist es endlich soweit.
Um 8 Uhr treten Chris und Lüsanne ihre Reise in das rund 170 km entfernte Bukette an. Am Nachmittag kommen die beiden jungen Frauen an der Sprachschule Spanish by the River in Altu Bquette an. Annette, du warst viele Wochen vor Ort in Panama und bist sozusagen auf den Spuren von Chris und Lanne gewandert. Kannst du uns ein bisschen was zu dem Städtchen Bukette, der Natur und den Menschen, die dort leben, erzählen? Klar, gern.
Ähm ja, also ich habe Bukette wirklich sehr lieben gelernt, da ich dort so lange war und ich habe mich immer sehr wohl gefühlt. Allerdings war es am Anfang, als ich ganz frisch dort ankam, ein bisschen ein seltsames Gefühl. ähm natürlich auch wegen der Geschichte, von der ich ja wusste und ähm ja, aber aber dennoch, also ich bin schon sehr sehr viel in in Lateinamerika gereist, auch allermeistens alleine.
Und der Grund, warum ich Lateinamerika so mag, sind hauptsächlich die Menschen, die sind so freundlich und offen und unbeschwert auf eine gewisse Weise. Ähm ja und das war in Bokette, also es habe ich persönlich in Bukette die ersten Tage und Wochen nicht so wahrgenommen. Ähm ich erinnere mich z.B. wie dort war dann die Feria del Florcy del Café.
Also, das ist so eine Blumenmesse. Ähm, da ist jeden Abend ja sind da Aufführungen und da war eine Bühne aufgebaut, wo eine Band gespielt hat und das war wirklich ähm sehr fröhliche Musik, aber es hat keiner getanzt und ich dachte noch ja in Kolumbien z.B., wo ich vor ein paar Jahren war, da hätte hätte die ganze Stadt getanzt zu dieser Musik. In Bok hätte ist nichts passiert.
Ähm, also mir kamen die Leute ein bisschen ernster, zurückgezogener vor als in den meisten anderen Orten äh in Südam in Lateinamerika und es hat mich total verwirrt. Hast du das zu dem Zeitpunkt schon mit dem Fall in Verbindung gebracht oder hast du es einfach als eine Eigenart betrachtet? Ich habe mir da keine klare Meinung gebildet.
Also ich mir mir ist es aufgefallen und ich dachte ja, es kann gut sein, dass das mit dem Fall zusammenhängt. Mein das ist ähm das war dann gerade 9 Jahre her. Ich wusste, dass immer noch viel spekuliert wird und ich dachte, okay, die Menschen dort reden wahrscheinlich auch immer noch drüber. Also, es ist einfach eine schlimme Geschichte.
Der Ort ist ja auch nicht groß. Ähm, ich dachte, der ist wahrscheinlich noch präsent und hat vielleicht die Menschen dort irgendwie ja beeinflusst in auch was ich dann im täglichen Leben so zeigt. Ähm, ich habe dann mit einer anderen Freundin gesprochen, die auch in Panama lebt, an einem anderen Ort und die hat gesagt, ihr ist es in in ganz Panama schon aufgefallen, was vielleicht auch mit der Geschichte zusammenhängt.
Ja, der große Einfluss der Amerikaner und so weiter. Ähm, aber jedenfalls ist, also ich habe mir da keinen klaren Reim gebildet, aber mir ist es aufgefallen, dass die Leute ein bisschen zurückgezogener waren, nicht ganz so offen. Wenn ich allerdings auf die einzelnen Personen zugegangen bin, darüber erzähle ich ja später noch, auf die Zeugen z.B.
die waren alle super freundlich und so habe ich dann nach einer nach dieser anfänglichen Verwirrung habe ich mich dann aber sehr sehr wohl gefühlt, weil alle super freundlich waren. Ich hatte eine schöne Unterkunft mit einem tollen Garten und die Natur ist in Bette ja einfach unglaublich schön. Also es ist ein ein Bergdorf auf 1000 m Höhe.
Überall sind Blumen, kleine Bäche, die durch den Ort fließen und ähm es ist einfach von der Landschaft her sehr, sehr schön. Deshalb kann ich ähm eigentlich nur positives über den Ort berichten. Und ähm ist denn relativ schnell klar geworden, warum du jetzt vor Ort bist oder bist du erstmal angekommen und hast irgendwie erstmal versucht, dich da selbst auch ein bisschen einzuleben und zu gucken, wie kannst du mit den Menschen vor Ort z.B.
jetzt auch diesen schrecklichen Fall besprechen? Wie bist du davor gegangen? Also, wir am Anfang war der Plan, dass ich mich einfach mal so umhöre und wir dachten, es geht ein bisschen schneller, dass ich dort Kontakte knüpfe oder dass mir die Leute erzählen und ähm deshalb und da es da nicht so schnell und gut geklappt hat, habe ich immer wieder verlängert.
Also, ich hatte habe dreimal meinen Flug umgebucht, um mehr Zeit zu bekommen. Statt wie ursprünglich geplant im Mai, bin ich dann erst Mitte Juni zurückgeflogen und ähm ja, also die Leute haben mir nicht sehr offenherzig davon erzählt, äh wenn ich mich einfach umgehört habe in Cafés oder bei Wanderungen. Ich habe immer probiert, das Gespräch dann da drauf zu lenken und es hat nicht so gut funktioniert, weil ich habe mich natürlich sehr zurückgehalten mit der Begründung, warum ich danach frage.
So, Christian und ich hatten ausgemacht, dass wir eher Undercover recherchieren oder ich vor Ort und deshalb habe ich nicht gesagt, warum ich dort bin. Ich habe dann auch oft gesagt, wenn Leute nachgefragt haben, dass ich Reisebloggerin bin und über die Wanderwege dort schreibe und da in dem Zuge natürlich auch über Chris und Lisanne berichten muss, da das untrennbar dort mit den Wanderwegen zusammenhängt und aber aber dass wir wirklich ein Buch vorhaben zu schreiben, das habe ich nicht so direkt gesagt.
Mhm. Chris und Lisanne sind jetzt in Panama angekommen und ich würde sagen, wir hören uns mal an, wie es den beiden jetzt ergangen ist, nachdem sie in Bkette oder alte Bukette angekommen sind. [Musik] Zwar hat die Sprachschule Spanish by the River auch ein eigenes kleines Hostel, aber Chris und LAN hatten sich während der Planung ihrer Reise dafür entschieden, bei einer Gastfamilie unterkommen zu wollen.
Gastmutter Miriam, die mit ihrer Familie nur 300 m von der Sprachschule entfernt in einem beengten Häuschen wohnt, hol Chris und Lanne kurz nach ihrer Ankunft bei Spanish by The River ab. Am kommenden Tag erzählen die Holländerin Mario, welche Spanish by The River in Vertretung leitet, und ihre neue Praktikantin, die 25 Jahre alte Deutsche Eine, den beiden Freundinnen in einem kleinen Vortrag von den schönsten Wanderruten der Region.
Sie lassen Chris und Lisanne wissen, dass sie diese Ausflüge über die Sprachschule buchen können, die mit dem erfahrenen Touristenführer Feliciano Gonzales zusammenarbeitet. Die Tour über den Pianister Traily, den im weiteren Verlauf noch eine dramatische Bedeutung zukommen soll, erwähnt die Leiterin der Sprachschule nur am Rande.
Chris und LSANE interessieren sich aber ohnehin vor allem für die Lost Waterfords, die Kaidera Hotsprings und den Vulkan Baru. Nach dem kleinen Willkommensvortrag erklärt Mariollein Chris und Lanne den Weg, den sie am nächsten Tag nehmen müssen, um zur Kita Aura zu gelangen. Die beiden jungen Frauen entscheiden sich für die Spätschicht und Mariolein, die ihnen versichert, dass mit der Kita Leitung alles abgesprochen sei, sagt Ihnen, dass Ihr Dienst am Montag um 13 Uhr beginne.
Den restlichen Sonntag verbringen Chris und Lüsanne damit, ihre neue Heimat auf Zeit zu erkunden. Zwischen 16 Uhr und 17:30 Uhr halten sich die beiden Niederländerinnen bei ihrer Gastmutter auf, bevor sie das Haus nochmals verlassen. In einem Supermarkt besorgen sie sich Snacks und Getränke und Lüsanne deckt sich mit Hustenbonbons und Arzneien ein, da sie bereits seit dem Tag zuvor eine Erkältung plagt.
Am kommenden Tag, es ist der 31. März 2014, sind Chris und Lüsanne pünktlich um 13 Uhr an der Kita Aura. Doch Leiterin Maria G. Die beiden Niederländerinnen in unwürschem Ton wissen, daß sie keine Praktikantinnen gebrauchen kann. Für Chris und Lysanne muß ich die schroffe Mitteilung wie ein Schlag in die Magengrube anfühlen.
Sie haben sich so auf ihren Einsatz in der Kindertagestätte gefreut, haben für die kleinen Geschenke dabei und extra spanische Lieder gelernt, die sie zusammen mit ihren Schützlingen singen wollten. Und jetzt das. Wie konnte das nun passieren? Was Chris und Lisanne zu diesem Zeitpunkt nicht wissen können.
Maria G wird später bei ihrer polizeilichen Aussage einräumen, dass sie noch nie etwas von Spanish by the River gehört habe. Und Christian, in eurem Buch verschon in Panama beschreibt ihr die unerwartete Absage der Kita für eine Praktikumsstelle als tragisches Schlüsselereignis. Kannst du uns noch etwas detaillierter von dem Ereignis berichten? Ja, also ähm tatsächlich ähm die Ferienzeit in Bockas ist äh in in Bockas Toro ist vorbei und bisher ist alles irgendwie gut gelaufen und ähm sobald sie in Bett sind, fangen eigentlich die Mysterien schon an und
vor allen Dingen ähm dann am 31. ja, ähm als dieses Praktikum anäh fangen sollen, aber auch schon vorher ist aus den Tagebüchern zu entnehmen, dass Lisan sich also plötzlich völlig unwohl fühlt. Ähm man liest das manchmal so, als hätte sie eine Vorahnung. Also, sie fühlt sich mit den Nerven wirklich am Ende und weint und will nach Hause und will da nur weg.
Äh, also es scheint alles nicht gut zu laufen und dann kommt eben dieses diese große Tragödie dazu, dass sie das nicht bekommen, wofür sie eigentlich dort hingegangen sind, nämlich diese Praktikumstelle. Ja, und äh nun kann man sich in den Akten sehr sehr viel einlesen über ja, die niederländische Polizei hat auch äh ermittelt, wie das alles dazu kommen konnte.
Und ich habe natürlich die ganzen E-Mails, es sind wirklich sehr viele, den ganzen E-Mailkontakt zwischen Chris und Lisanne und dem Reisebüro hätte andere Reisen äh die das organisiert hat durchgelesen und dem versucht irgendwie nahzukommen, wie kann das eigentlich sein. Ja, also sie haben sich irgendwann im September 2013 an das Reisebüro gewandt, das eben versprochen hat, ihr hier kann man Urlaub mit Freiwilligen Arbeit verbinden und dafür haben sie sich sehr interessiert und wollten erst noch Costa Rica eigentlich auch Guatemala war im Gespräch und
irgendwann ähm sind sie dann auf Panama gekommen, weil es oft zu viele Ansprüche gab. Also, sie konnten noch überhaupt kein Spanisch und in vielen Einrichtungen hätte man schon ein gewisses Level sprechen müssen und so hat sie das Reisebüro irgendwann auf Panama gebracht und äh dort hat man eben Bukett gefunden.
Das war dann irgendwann im November 2013 schon, dass das klar war, dass sie nach Bett gehen und sie konnten sich dann aus mehreren Einrichtungen was aussuchen und dann haben sie gesagt, die Kita ähm Aura, also wir sagen mal Kita Aura, das reicht. Kita Aura ähm haben sie sich ausgesucht und das war dann auch fest, also schon Ende 2013 war den das fest zugesichert, auch schon das Datum 31.
03 kann man da anfangen und das ist, denke ich, dann so ein knappes halbes Jahr vorher äh eine Sache, auf die man sich verlassen kann oder will als jemand, der die Reise bucht. Ja. Äh und ich erlebe auch Chris und Lisanne, vor allen Dingen Lisanne in diesem E-Mail Kontakt als jemand, der sehr genau plant, alles wissen will.
Ähm sie hat auch um Skype Telefonate mit den ähm Reisebüroangestellten gebeten. Es ging dann um Impfungen oder Visa oder alles mögliche wollte sie vorbereiten und sicher sein. Und ähm es gab dann Februar 2014 auch noch mal einen großen Bestätigungsbrief. ähm was also wie alles ganz genau abläuft und auch eben da am 31.
03 um 13 Uhr beginnt oder am 31.03 die Zeit konnten Sie sich dann noch noch mal aussuchen. Am 31.04. ist festgebucht Kit Aura und äh davon sind sie halt ausgegangen und äh ja, so wie du es gerade schon dargestellt hast, haben sie sich entsprechend angezogen, so wie sie sich anziehen wollten. Auch dafür gab es Bestimmung.
äh die das Reisebüro vorher schon mitgeteilt hat und sind dann dort abgewiesen worden. Und tatsächlich ähm sagt die äh Kitain später bei der Polizei, nachdem sie ja verschwunden sind, ähm dass sie davon nichts wusste von einer Praktikumsstelle. Es hat sie niemand angesprochen. Ähm diejenigen, die das geregelt haben sollten, das war ja die Schule Spanish by The River, kannte sie nicht.
Die Schulleiterin kannte sie nicht und sie hat eben zum ersten Mal überhaupt davon gehört, dass da Praktikanten ähm arbeiten sollten eben an dem Tag, wo sie gekommen sind. Und äh das hat sie natürlich dann abgelehnt und äh die Mädchen nach Hause geschickt. Ja, und so fing die Tragödie an. Und ich sage deswegen äh sagen wir Schlüsselereignis, weil ja erst diese Absage dazu geführt hat, dass sie einen Alternativplan machen mussten und das war dann der Pianista Trail.
Ja, und hätte es das nicht gegeben, äh wären sie diesen Trail nicht gelaufen. Und ähm ja, so so sage ich. Also, da gibt’s noch viel mehr. Ich glaube, wir sprechen gleich noch über ein paar Einzelheiten. Ähm, aber jetzt allgemein schon mal vorher festzagen, war ist uns das sehr wichtig, ähm, dass diese Mysterien oder diese es zieht sich dann ja wie ein roter Faden durch den Fall.
Es kommt eben scheinbar ein Zufall zu dem anderen immer wieder, immer wieder. Und das geht da los. Also mit dem mit der Absage der Kita läuft alles falsch, was nur falsch laufen kann. Undte, du hast ja Mayolin während deiner Panamareise kennengelernt und kannst du dir erklären, warum sie dein Gesprächsangebot abgelehnt hat? Also, ich habe dafür keine eigene Erklärung, aber sie hat mir erklärt, dass sie nichts mehr mit dem Fall zu tun haben will.
Mir kam es sofort, dass sie trotzdem offen ist für weitere Recherchen, weil sie hat mir, also so generell, weil sie hat mir viel Glück für die Recherche gewünscht, aber sie möchte damit nichts mehr zu tun haben. Ähm, das war fanden wir natürlich sehr sehr schade, weil diese Absage der Kita Aura hat natürlich erst dazu geführt, dass Chris und Lisande den Pianistatell gewandert sind und deshalb hätte hätten wir, also es wäre ja auch für die Schule dann gut gewesen, eine Begründung dafür ähm zu haben.
Genau. Es wäre jetzt interessant gewesen zu wissen, hat’s jetzt zwischen der Sprachschule, also wo hat’s jetzt gehakt zwischen der Sprachschule und der Kita Aura? Also hat da einfach keine Kommunikation stattgefunden, ist die untergegangen? Ich meine Mariollein war ja jetzt auch die stellvertretende Leitung.
Ich weiß nicht, vielleicht konnte sie das auch gar nicht wirklich nachvollziehen, was vorher abgesprochen war, obwohl sie ja sagt andererseits zu Chris und Lisanne, dass der Praktikumsplatz ja fest zugesagt wurde. Also irgendwo ist sie da ja auch irgendwie doch sie muss schon gewusst haben. Ich glaube auch, dass sie dass sie gewusst haben muss, was da vorher besprochen wurde und dass sie wahrscheinlich auch sich oder sie hätte wahrscheinlich irgendeine Erklärung gehabt, warum das nicht geklappt hat, aber sie sie wollte mir die nicht sagen und ähm ja, das ist
natürlich sehr schade. haben uns da ein bisschen erhofft, dass wir Licht ins Dunkel bringen können, aber genauso Ingrid hat also die die Chefin der Schul der der Schule hat ein Gesprächsangebot mit mir abgelehnt und ähm beide haben sich da komplett zurückgezogen und haben auch mir gesagt, dass sie nicht noch mal von mir angeschrieben werden wollen und somit habe ich das dann auch gelassen.
Also ich habe da nicht weiter gebohrt. Ähm, was aber allerdings aufschlussreich war, war ein kurzes Gespräch mit Sigried. Für alle, die jetzt das nicht wissen, das war ist auch eine Holländerin, die damals in Bkette gelebt hat, äh ganz in der Nähe von Chris und Lisanne und die beiden waren bei der Massage bei Sigret.
Also sie war damals Masseurin und sie hat auch hinterher in Inter oder ein paar Fragen beantwortet zu dem Verschwinden und sie hat auch gesagt, sie möchte eigentlich nichts mehr mit dem Fall zu tun haben, weil er sie sehr ähm sehr trifft, also sie ja sehr da drunter leidet immer noch, was passiert ist.
Ähm, aber sie war dann trotzdem recht offen und hat mir auch viel Glück bei der Recherche gewünscht und hat gesagt, sie glaubt auch, dass da vieles nicht mit rechten Dingen zuging. Und ähm das war also sehr aufschlussreich und deshalb umso ja umso mehr schade, dass dass Mayolin sich nicht äußern wollte. Ja, wir sehen da so ein bisschen die Verantwortung bei der Schule dieses dieses Rätsel aufzuklären, aber das ist halt nicht passiert und wir haben auch keine Begründung eben bekommen, warum.
Ihr habt dem vorletzten Tag vor dem Verschwinden von Chris und Lisanne ein eigenes Kapitel in eurem Buch verschollen im Panama gewidmet und das war sehr sehr spannend. Ist es euch denn gelungen, den vorletzten Tag nachzuvollziehen und vor welcher Herausforderung hat euch die Rekonstruktion gestellt? Ja, das ist ja eben schon das Kernthema an diesem Tag, die Absage.
Also von dem Tag wissen wir, dass sie morgens gefrühstückt haben bei ihren ja bei ihrer Gasteltern mit der Gast Trester Jailit, die sie noch gesehen hat am Frühstück. dann wissen wir nicht, was sie äh äh gemacht haben. Wir wissen dann nur, dass sie dann um 13 Uhr an dieser Kita waren. Ähm zwischendurch sind dann eben kuriose Dinge passiert, die ich dann jetzt so ähm nachrecherchieren konnte, weil ich ja die Akten hatte, weil die wurden ja alle befragt.
Ja, gerade auch die Kit Leitung, die wurde sehr oft befragt, die ist auch zweimal vorgeladen worden und da widersprechen sich eben ganz konkret diese Aussagen. Also laut Mario Mario Line, die ja in Stellvertretung dort verantwortlich war, hatte sie die Kita Aura noch zwei Tage vorher angerufen, bevor Chris und Lisan dort anfangen und hat hat noch mal gesagt, alles klar, die Mädchen kommen.
Ähm, die Kitaitung sagt, das stimmt nicht. Hier hat keiner angerufen. Ähm, was aber passiert ist, Marioline ist ähm an diesem vorletzten Tag um 10 Uhr morgens zur Kita hingefahren. Sie sagt mit Ain, mit der Praktikantin zusammen. Ain sagt, sie war nicht dabei. Also, ihr seht, das sind schon einfach alles Unstimmigkeiten. Und die Kitain sagt auch, ja, da wäre eine Frau an diesem Morgen um 10 Uhr in die Kita gekommen, die sehr gut Spanisch sprach. äh alleine.
Das wird dann also Mario Line gewesen sein und hätte sie gefragt, ob sie Praktikanten beschäftigen will. Ja, das war also der erste Zeitpunkt, wo sie zum ersten Mal was davon gehört hat. Dann hat sie der Mario gesagt, nee, brauchen wir nicht. Wir beschäftigen keine Praktikanten, haben wir schon dre Jahre nicht mehr gemacht und hat sie wieder weggeschickt.
Und ähm Mayoline sagt äh aber, dass sie es gar nicht verstehen kann. Sie hätte plötzlich eine äh Absage bekommen von von Maria. Ähm da weiß man eben nicht, was man glauben soll. Auf jeden Fall ähm laut Mayoline hat sie dann natürlich versucht Chris und Lisan zu erreichen, um ihnen zu sagen, sie können da nicht arbeiten und das hat nicht geklappt.
Sie hat sie also auf ihren Telefon nicht erreicht äh und auch die Gastmutter nicht erreicht. Und dann, wie es der Zufall will, wollte Mayolin an diesem Tag nach David. Das ist eine Nachbarstadt, ich glaube eine Stunde entfernt, ne? Ähm und ist mit dem Bus äh äh nach David gefahren und hat dann von dem Bus aus Chris und Lisan gesehen, die gerade auf dem Weg waren zur Kita.
Dann hat sie aber gesagt, sie hat auch nicht mehr versucht anzurufen, weil es im Bus so laut war und äh hat dann einfach äh ja das geschehen lassen, konnte ja eh nichts mehr ändern. Also hat Eilin auch nicht mehr angerufen, weil es im Bus eben zu laut war und so sind Chris und Lisan eben zu der Kita hingegangen und konnten vorher nicht ähm ja benachrichtigt werden.
Und dann ist es eben auf dieses aufeinandertreffen gekommen und natürlich war dann Maria Kuh, die die Kitaitung ziemlich verwirrt. Ja, gerade eben war noch eine Frau da und der hat sie gesagt, die Mädchen brauchen nicht kommen und dann kommen die Mädchen und sagen auch hier, wir wollen arbeiten. Also war sie dann irgendwann auch ein bisschen genervt und ähm ja, das sind im eben dann diese merkwürdigen Sachen auch, dass Mariollein dann ausgerechnet wegfährt und die Mädchen nicht erreichen kann.
Dann wissen wir auch von Mayolinein, dass die Mädchen dann also nach der Absage zur Schule zurückgekommen sein müssen. Dort haben sie niemand angetroffen, obwohl Eilen eigentlich hätte da sein müssen. Ähm, das weiß Maria Marolein auch nur, weil sie ihr einen Zettel geschrieben haben. Wir waren um 1 Uhr da, wir sind von der Schule abgewiesen worden, wir können dich nicht erreichen.
Was sollen wir machen? Äh, bitte Rückruf. Und ähm dann hat sich Mayoline eben am Abend um 18 Uhr, als sie von David wiederkam, hat sich bei ihnen gemeldet. Da waren sie gerade bei der Massage bei Siger und haben gesagt, hat ihr gesagt, ja, sie weiß auch nicht, äh das hat nicht geklappt. Die hat ihr plötzlich abgesagt, die Kita.
Ähm, aber Eilen wird dann morgen für euch versuchen, eine neue Kita zu finden und äh deswegen kommt ihr morgen 9 Uhr in die Schule und dann versucht Eilen was Neues zu finden. D hat sie aber auch gleich gesagt, aber ich bin nicht da, ich habe einen Notfall in Costa Rica und muss schon um 7 Uhr morgens das Land verlassen. Okay.
Was natürlich auch wieder sehr strange ist, denn die Schulleiterin ist ja auch in Costa Rica und jetzt muss die Vertretung auch nach Costa Rica und alles wird der Praktikantin Ain überlassen, die keinen Spanisch spricht und auch gerade erst genauso lange da ist wie Chris und Lisan nämlich drei Tage. Ja. und die muss die Schule managen und die soll jetzt auch noch dieses Problem managen.
Ich meine, ich weiß nicht, wie oft das in dieser Schule vorkommt, dass so kuriose Dinge passieren, dass die Mädchen äh die fest geplant haben, dort arbeiten zu können, ihre Stelle nicht kriegen und dann geht Marolein weg und Ingrid ist auch weg und Ain nicht spanisch sprechend, kaum älter als Chris und Lisan soll das alles regeln.
Ähm ja, das sind diese kuriosen äh ähäh Dinge und äh das war der war mehr oder weniger der äh vorletzte Tag und die Kuriositäten gehen dann eben nahtlos weiter am nächsten Tag. Das hätten die ja gesehen, dass sie da mehrfach angerufen worden sind und da Anrufe verpasst haben. Konnte man das rekonstruieren, ob diese Anrufe tatsächlich getätigt wurden? Nee, das hat keiner äh kontrolliert und ähm ähm es ist auch nicht ganz einfach nachzuvollziehen, inwi weit jetzt Chris und Lisan auf ihren Handys überhaupt angerufen werden konnten, also per
Internet und WhatsApp natürlich. Ähm, aber ähm es gibt verschiedene Aussagen darüber, ob sie lokale Nummern äh hätten annehmen können. Ja, sie hatten äh auf jeden Fall niederländische ähm SIM-Karten und keine panamaischen. Möglicherweise hat das auch zu Problemen geführt. Ähm, aber wie gesagt, sie hat ja auch Miriam nicht erreicht auf ihrem Handy und äh ja, warum das nicht klappt.
ähm ist ein Rätsel. Ja, kann man natürlich immer noch sagen, ist alles Zufall, kann passieren, kann passieren. Ja, es ist dann einfach im im Endeffekt ist das die die die Vielzahl von einem Ding, was nicht klappt zum nächsten, wo man irgendwann sagen muss, das kann alles kein Zufall sein mehr. Ja, auf jeden Fall hat man das Gefühl, ähm, dass sie da total aufgelaufen sind und das, wo Lisan gerade schon sowieso nervlich am Ende war und auch Eilen war ziemlich überfordert, die ja, wie gesagt die Schule managen sollte und ähm das hat
hat dann das Reisebüro in Holland später auch der Schule sehr stark vorgeworfen. Ja, der Ingrid und der Mayollein, wie das dann sein kann, dass die beide nicht da sind und der Praktikantin äh äh das überlassen. Ja, natürlich ging es dann um Sachen äh in Verantwortung. Ja, also die sind also da, können nicht arbeiten, wissen nicht, was sie machen sollen und können dann natürlich auf dumme Ideen kommen, gerade wenn dann niemand da ist, der Verantwortung hat.
Ja, und äh ja, das ist natürlich auch für die nicht schön darüber zu reden. Ähm, aber selbst die Polizei dann in den Niederländen konnte nicht tatsächlich wirklich feststellen, wer denn überhaupt diese Praktikum Praktikumsstelle dort organisiert hat, ne? Also, das ist bis heute nicht aufgeklärt und deswegen hätten wir gerne mit Ingrid und Mayolin gesprochen.
Also wie gesagt, Mayolin war ja auch in den Stellvertretung da. die wird sicherlich nicht äh im im November das organisiert haben. Das wird jemand anderes von der Schule gemacht haben, wahrscheinlich die Schulleiterin, aber die hat sich dazu nicht geäußert und so können wir nicht aufklären, was da äh schiefgelaufen ist. Und eben da das eben so ein tragisches Ereignis ist, ja, ähm was eben da überhaupt erst zum Pianister Trail geführt hat, finden wir, dass das sehr wichtig gewesen wäre, den Grund zu kennen, ja, warum äh das nicht stattgefunden wird und warum alle außer
Landes sind und äh die Praktikantin das alleine machen muss, die ja gar nicht irgendwie ja, also die hätte ja gar nichts dazu sagen können. Wenn Chris und Lisan sagen, wir laufen den Pianista Trail, dann kann die gar nicht irgendwie sagen, macht das nicht oder das ist einfach scheiße gelaufen.
Richtig scheiße gelaufen. An dieser Stelle machen wir einen kleinen Sprung zum Mittwoch, dem 2. April 2014, 8 Uhr. Ein grüner Geländewagen kommt vor der Sprachschule Spanish by the River zum Stehen. Am Steuer sitzt der erfahrene Tourguide Feliciano Gonzales. Der 58-jährige möchte an diesem Tag die deutsche Sprachschulpraktikantin Alin Chris und Lüsanne zu einem gebuchten Ausflug zur Erdbeerfarm Fingerlas Princess abholen.
Während Alin pünktlich am Treffpunkt erscheint, lassen Chris und Lysanne auf sich warten. vergehen 15 Minuten, bevor Feliciiano und Alin beschließen, zum Haus von Gastmutter Miriam zu gehen. Vielleicht haben die beiden jungen Frauen einfach nur verschlafen, denken sie. Zu diesem Zeitpunkt kann Feliciano nicht ahnen, daß die Tatsache, dass er und Ailin nach Chris und Lanne in ihrer Unterkunft schauen, später derart verdreht und unrichtig wiedergegeben wird, dass er von zahlreichen Internetdetektiven für einen skrupelosen Doppelmörder
gehalten wird. Und Anette, du hast Feliziano ja persönlich kennengelernt. Kannst du uns etwas über ihn erzählen? Was ist Feliziano für ein Mensch? Also Feliciano ist ein wirklich ein sehr offener Mensch. Das fällt sofort auf. Äh bevor ich ihn persönlich kennengelernt habe, habe ich ihn wie im Buch beschrieben auf dem Pianistail zufällig getroffen und das war ich habe dann sofort Christian angerufen, als ich auf dem Mirador war, weil das für uns so eine aufregende Sache war.
Ja, ich wollte ja, wir wussten, ich wollte mit Felix ja nur sprechen. Ähm, wir waren uns noch nicht so ganz klar, wie ich äh mit ihm Kontakt aufnehme. Und dann laufe ich am 1. April 2023 den Pianister Trade alleine und oben äh am Fass am Mirador ähm begegne ich ihm dann. Und ich bin so ein bisschen gestrauchelt, weil da ist es sehr rutschig und matschig und er hat mich, er ist dann sofort zu mir gesprungen und hat ähm mich am Arm gehalten, dass ich nicht, dass ich nicht umfalle und hat dann gefragt, ob ich alleine bin. Und er hat mich
angelächelt. Also er hat einfach ein offenes Gesicht und er und genauso ist sein Wesen sehr offen und ähm das ja, das hat sich dann hinterher bestätigt, als ich ihn kennengelernt habe. Wir waren ja dann Tee trinken, haben die Wanderung besprochen. Ich habe dann sehr viele Wanderungen mit ihm gemacht. Er ist wirklich ein sehr offener, sympathischer Mensch und ähm ich finde es bewundernswert, dass er sich seine Offenheit und Unvoreingenommenheit bewahrt hat, weil so viele heftige Anschuldigungen gegen ihn im Internet stehen und ja auch

Wandergäste, die ihn buchen, dann die Touren canceln manchmal, wenn sie dann sehen, um wen es sich handelt und trotzdem geht er auf jeden so unvoringenommen zu und für ihn ist es einfach das größte mit den Touristen den Pianistatell zu wandern. Dann ich habe ihn mal gefragt, ob ihm das nicht langweilig wird, weil er wirklich ja fast jeden Tag läuft und er hat gesagt, nee, weil es sind ja jeden Tag andere Leute, die er dadurch kennen lernt und für ihn ist es einfach seine seine Leidenschaft, diese Natur und ähm die
fremden Kulturen, die da nach Pokette kommen, unter einen Hut zu bringen mit seinem Rufen. Das finde ich total bewundernswert. Also, es ist es war schon manchmal äh ja, klingt jetzt vielleicht blöd, aber nicht so ganz leichter, die Objektivität zu bewahren. Aber ich habe da viel mit Christian auch drüber gesprochen und als ich ihm am Anfang gesagt habe, ja, Feliciano ist einfach so ein sympathischer Mensch, er hat immer gesagt, Vorsicht, hier nicht anfreunden.
Und ähm das das ist ja, also das ist es, ich würde sagen, es ist mir gelungen. Also, es wird ja jetzt oft im Internet auch laut, ja, nur weil die beiden den sympathisch finden, heißt es nicht, dass er nicht der Täter ist. Und diesen Vorwurf kann ich wirklich zurückweisen, weil das der ist völliger Quatsch. Also ähm er ist ein sympathischer Mensch, das sagt auch jeder.
Und so viele Leute haben mir auch hinterher, also seit des Buch draußen ist geschrieben, sie sind mit Feliciano gewandert und er ist einfach so ein netter Mensch. Aber ich habe natürlich alles geprüft. Also ähm er hat ein Alib, das habe ich mir zeigen lassen. Dokumente vom Krankenhaus. Wir haben die Akten auch noch mal ein Hinblick auf Feliciano durchgeackert.
Ich habe mit der Kriminalpolizei über ihn gesprochen, die hat mir bestätigt, dass da dass er nie verdächtigt wurde und zwei verschiedene Anwälte habe ich auch gefragt. Also, es ist nicht nur einfach mein Bauchgefühl, nämlich eben das Bauchgefühl, um zur Frage zurückzukommen. Er ist ein sehr offener, netter, authentischer Mensch, würde ich sagen.
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