In den Fluren der politischen Macht in Berlin wird derzeit viel über Aufschwung und neue Konzepte gesprochen. Doch während die Regierungsparteien Begriffe wie „Wirtschaftswunder 2.0“ in den Raum werfen, zeichnen die nackten Fakten ein vollkommen anderes, weitaus düsteres Bild. Ein wirtschaftlicher Tsunami rollt über das Land, und er droht, die Grundlagen unseres Wohlstands und tausende Existenzen hinwegzuspülen. Was als Krise begann, hat sich längst zu einer schleichenden Katastrophe entwickelt, die von der Politik entweder ignoriert oder durch ideologische Scheuklappen verharmlost wird.

In einer bemerkenswerten Pressekonferenz hat die AfD-Bundestagsfraktionsvorsitzende Alice Weidel die aktuelle Lage mit einer Schärfe analysiert, die unter die Haut geht. Sie beschrieb die aktuelle Situation nicht als Betriebsunfall, sondern als eine Politik, die „willentlich und sehenden Auges“ den Standort Deutschland demontiert. Die Zahlen, die sie dabei vorlegte, sind alarmierend und dürften jeden alarmieren, der den Blick nicht bewusst vor der Realität verschließt. Allein für das Jahr 2026 werden rund 30.000 Unternehmensinsolvenzen prognostiziert. Wenn man bedenkt, dass wir 2025 bereits bei 24.000 lagen, wird die Beschleunigung dieser Abwärtsspirale deutlich. Besonders dramatisch ist die Entwicklung bei den Großinsolvenzen – also Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Millionen Euro. Seit 2021 hat sich ihre Zahl verdreifacht. Das ist kein statistisches Rauschen, das ist der Kollaps einer Industrienation.

Die Ursachen dafür sind hausgemacht, wie Weidel eindringlich betonte. Wir leiden nicht an einem Mangel an Unternehmertum oder Fleiß, sondern an einer Erstickung durch Politik. Zu hohe Energiekosten, absurde Bürokratiebelastungen und eine Steuerlast, die international kaum noch konkurrenzfähig ist, treiben unsere Firmen in die Enge oder direkt ins Ausland. Ein zentraler Punkt ist dabei die ideologiegetriebene Klima- und Energiepolitik. 30 Milliarden Euro kostet der Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energien allein in diesem Jahr – eine Summe, die den Unternehmen und den Bürgern an anderer Stelle schmerzlich fehlt.

Besonders perfide ist die CO2-Abgabe, die der Staat mittlerweile als Einnahmequelle für sich entdeckt hat. Knapp 22 Milliarden Euro flossen hier im vergangenen Jahr in die Kassen. Während sich einige Medienvertreter oder Regierungsanhänger über diese „Rekordeinnahmen“ freuen, als wäre es eine Jubelmeldung über ein erfolgreiches Geschäftsmodell, ist die bittere Wahrheit eine andere: Es sind 22 Milliarden Euro, die den deutschen Unternehmen direkt aus den Investitionsmöglichkeiten gezogen wurden. Geld, das eigentlich für die Erhaltung von Arbeitsplätzen oder die Entwicklung von Innovationen benötigt würde, wird abgeschöpft, um in staatliche Umverteilungsprojekte zu fließen. Das ist eine Politik, die die Kuh melkt, bis sie zusammenbricht, und sich dann über den ausbleibenden Milchertrag wundert.

Die Auswirkungen beschränken sich längst nicht mehr auf die Bilanzen der Unternehmen. An diesen Firmen hängen Existenzen. Wenn die Industrie schwächelt – und der Automobilsektor mit seinen fast einer Million Arbeitsplätzen ist hier nur die prominenteste Spitze des Eisbergs –, dann spüren das die Familien am Ende des Monats. Wenn Kredite nicht mehr bedient werden können, weil das Einkommen durch die Inflation und die steigenden Energiekosten aufgefressen wird, droht auch der Immobilienmarkt in eine Schieflage zu geraten. Es ist ein Dominoeffekt, der am Ende den sozialen Frieden gefährdet.

Was bräuchte es, um das Ruder noch einmal herumzureißen? Weidel und die AfD fordern ein Sofortprogramm, das den Namen auch verdient. An erster Stelle steht dabei ein radikaler Schlussstrich unter das gescheiterte Experiment der aktuellen Energiepolitik. Der Wiedereinstieg in die Kernkraft, die Nutzung heimischer Ressourcen wie Gas und Öl und vor allem die Rückkehr zu bezahlbarer Energie sind für die deutsche Industrie überlebenswichtig. Das Geschäftsmodell Deutschland basierte über Jahrzehnte darauf, günstig Ressourcen zu beziehen, diese mit technologischem Know-how zu veredeln und weltweit zu exportieren. Durch die ideologische Kündigung dieser Handelsbeziehungen – allen voran mit Russland – wurde dieses Geschäftsmodell mutwillig zerstört.

Die Politik der Altparteien wirkt vor diesem Hintergrund wie eine Mischung aus Realitätsverweigerung und ideologischem Starrsinn. Man sprengt moderne Kraftwerke in die Luft und feiert sich gleichzeitig für den Fortschritt. Man schafft Bürokratie-Monster und spricht von „Digitalisierung“. Die Bürger und Unternehmen zahlen den Preis für diese Politik – in Form von weniger Wohlstand, weniger Sicherheit und weniger Perspektive. Es ist ein Verrat an den Werten und der wirtschaftlichen Substanz, die Deutschland einst zu dem gemacht haben, was es war: ein Land, in dem Arbeit sich gelohnt hat und der Wohlstand breit verteilt war.

Man muss sich die Frage stellen, wie lange dieser Prozess noch ungebremst weitergehen kann. Die Insolvenzwelle ist erst der Anfang. Wenn die industrielle Basis erst einmal erodiert ist, lässt sie sich nicht so einfach wieder aufbauen. Know-how wandert ab, Talente suchen sich andere Standorte, und das Vertrauen der Investoren schwindet. Wir erleben derzeit den „Ausverkauf“ Deutschlands, und die Politik schaut dabei zu, als würde sie eine Naturkatastrophe beobachten, anstatt die Brandstifter zu sein.

Der Ausweg aus dieser Krise ist schmerzhaft, aber notwendig. Es erfordert den Mut, Tabus zu brechen und die eigene Ideologie in Frage zu stellen. Man muss anerkennen, dass die Energiewende in ihrer jetzigen Form gescheitert ist. Man muss Bürokratie abbauen, statt sie zu verwalten. Man muss Steuern senken, statt sie durch immer neue Abgaben zu ersetzen. Nur so kann Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und die Abwärtsspirale stoppen.

Es ist eine Frage der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Wollen wir ein Land hinterlassen, das von der Substanz zehrt und politisch verwaltet wird, oder eines, das wieder aus eigener Kraft wächst? Der „Tsunami“, von dem Weidel sprach, lässt sich nur aufhalten, wenn die Dämme der Vernunft wieder errichtet werden. Das erfordert einen konsequenten politischen Kurswechsel – weg von der ideologischen Weltrettung, hin zur Stärkung des heimischen Wirtschaftsstandortes.

Die Stimmen, die vor diesem Absturz warnen, werden lauter. Dass sie von den politischen Mitbewerbern in der Regel ignoriert oder als „falsch“ abgetan werden, ist bezeichnend für den Zustand der Berliner Debattenkultur. Man will die unangenehmen Fakten nicht hören, weil sie das eigene Kartenhaus der Argumente zum Einsturz bringen würden. Doch die Realität lässt sich nicht dauerhaft wegdiskutieren. Die Zahlen der Insolvenzen, die Zahlen der Arbeitslosen und die Zahlen der abwandernden Unternehmen werden eine Sprache sprechen, die am Ende auch die hartnäckigsten Ideologen zum Verstummen bringt.

Deutschland braucht jetzt keinen „Wirtschaftswunder-Talk“, sondern eine Wirtschaftspolitik, die wieder die Bedürfnisse derer in den Mittelpunkt stellt, die den Wohlstand erwirtschaften. Wir brauchen wieder Unternehmergeist statt Regulierungsirrsinn. Wir brauchen Energiepreise, die international konkurrenzfähig sind, statt grüner Träumereien, die uns in die Armut führen. Und wir brauchen Politiker, die wieder für ihre eigenen Bürger handeln, statt sich in internationalen Abkommen und ideologischen Netzwerken zu verlieren.

Die aktuelle Krise ist ein Weckruf. Wenn wir den Kollaps der deutschen Wirtschaft abwenden wollen, ist es fünf vor zwölf. Wir müssen aufhören, uns gegenseitig etwas vorzumachen, und den Tatsachen ins Auge sehen. Deutschland steht am Scheideweg. Die kommenden Monate werden darüber entscheiden, ob wir den Abstieg in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit akzeptieren oder ob wir wieder zu einer Kraft werden, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Es liegt an uns, diese Debatte einzufordern, auf die Missstände hinzuweisen und den Druck auf die Politik so lange aufrechtzuerhalten, bis endlich gehandelt wird. Die Substanz unseres Landes ist zu wertvoll, als dass man sie leichtfertig aufs Spiel setzen dürfte. Lassen wir nicht zu, dass Deutschland weiter sehenden Auges in den Abgrund steuert. Die Zeit zum Handeln ist jetzt – bevor von unserem Wirtschaftsstandort nichts mehr übrig bleibt als der Schatten dessen, was er einst war.