In der französischen Hauptstadt Paris spielten sich vor Kurzem Szenen ab, die für den unbedarften Beobachter wie eine Kriegszone wirken mussten. Doch für die großen Nachrichtensender, allen voran die öffentlich-rechtlichen Institutionen, war es scheinbar nur ein „ausgelassenes Feiern“. Während die Welt auf die Bilder brennender Autos, zertrümmerter Geschäfte und gewalttätiger Angriffe auf Einsatzkräfte blickte, klaffte eine tiefe Kluft zwischen der Realität vor Ort und der medialen Aufbereitung. Was in Paris geschah, ist kein Einzelfall, sondern das Symptom einer sich ausbreitenden Entfesselung von Gewalt in europäischen Metropolen, die zunehmend den sozialen Frieden bedroht.
Der Auslöser war das Champions-League-Finale zwischen Paris Saint-Germain und Arsenal. Man würde erwarten, dass ein solcher Sportevent Freude und Gemeinschaftsgefühl in die Stadt trägt. Doch stattdessen wurde die Nacht in Paris durch Randalierer in Gewalt, Feuer und Verwüstung verwandelt. Autos wurden mit Eisenstangen zu Schrott geschlagen oder kurzerhand in Brand gesetzt. Überall in der Innenstadt sah man Bilder, die man in einem modernen, zivilisierten Land nicht vermuten würde. Es waren Szenen von Vandalismus ohne Ende, bei denen die Polizei, die mit Tausenden Kräften vor Ort war, massiv attackiert wurde.
Die Parallelen zu den Zuständen, die wir hierzulande, etwa bei den Silvesternächten in Berlin oder anderen deutschen Großstädten erleben, sind dabei unübersehbar. Wenn Raketen horizontal auf Einsatzkräfte geschossen werden, wenn Feuerwehrleute in Hinterhalte gelockt werden, dann ist das nicht mehr das „ausgelassene Feiern“, das uns von offizieller Seite so gerne als harmlos verkauft wird. In Paris flogen Flaschen, Stühle und Feuerwerkskörper auf die Beamten. Es ist eine neue Dimension des Angriffs auf die staatliche Ordnung. Die Polizei musste Tränengas einsetzen, doch gegen die schiere Masse der Randalierer wirkte dies oft wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.
Dass die Geschäfte in Paris schon im Vorfeld ihre Schaufenster verbarrikadierten und die Innenstadt förmlich einigelten, spricht Bände über die Erwartungshaltung der Bevölkerung. Wenn ein „Fest“ bereits im Voraus dazu führt, dass sich eine Stadt militärisch absichert, dann hat das gesellschaftliche Zusammenleben bereits kapituliert. Man fragt sich unweigerlich: Wie tief muss unsere Toleranz gehen, wenn wir solche Zustände als Teil des modernen Stadtlebens akzeptieren sollen? Die Reparaturkosten, der enorme finanzielle Aufwand für den Schutz der Ordnung und der emotionale Schaden für die Anwohner sind immens.

Besonders erschreckend ist die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien. Während dort von „einigen Zwischenfällen“ gesprochen wird, liest man in den offiziellen Polizeiberichten von über 400 Festnahmen. Wie passt das zusammen? Wie kann man bei 400 Verhaftungen, verletzten Polizisten und brennenden Straßenzügen von einem „ausgelassenen Feiern“ sprechen? Hier zeigt sich ein tiefsitzendes Problem unserer Medienkultur. Oft scheint es, als ob die ideologische Verblendung wichtiger ist als die bloße Wiedergabe der Realität. Man möchte nicht wahrhaben, dass bestimmte Gruppierungen die öffentliche Ordnung in Europa als Spielwiese für ihre Aggressionen nutzen.
Es ist Zeit, unbequeme Fragen zu stellen. Wer finanziert diese Einsätze? Es sind die Steuerzahler. Während die Vereine, deren Anhängerschaft für solche Ausschreitungen verantwortlich ist, enorme Gewinne einfahren, bleiben die Kosten für die Sicherung der Innenstädte beim Bürger hängen. Man müsste die Verantwortlichen, seien es die Clubs oder die individuellen Täter, wesentlich härter in die Pflicht nehmen. Eine finanzielle Regresspflicht bei solchen massiven Einsätzen könnte dazu führen, dass Fußballvereine ein stärkeres Interesse an der Erziehung ihrer „Fans“ entwickeln, statt sich hinter dem Deckmantel des Sports zu verstecken.
Wir müssen zudem über die Ursachen dieser Gewalt sprechen. Wenn Menschen in Berlin, Köln oder Paris das Gefühl haben, dass sie ungestraft angreifen können, dass die Polizei nur zur Verteidigung da ist, aber nicht durchgreifen darf, dann sinkt die Hemmschwelle. Der soziale Frieden ist ein zerbrechliches Gut. Sobald wir anfangen, Gewalt zu verharmlosen, sie als „kulturelle Eigenheit“ oder „Frust der Jugend“ zu entschuldigen, verlieren wir den Boden unter den Füßen.
Dass in Hannover ein Raser zweimal durch eine Fußgängerzone rast und Menschen zur Seite springen müssen, während die Täter entkommen und kaum Aufklärung stattfindet, ist ein weiteres Mosaiksteinchen in einem Gesamtbild, das besorgniserregend ist. Die „bunte und moderne“ Gesellschaft, die uns immer wieder versprochen wird, scheint allzu oft mit einer „wilden und gesetzlosen“ Realität einherzugehen. Die Frage ist: Wollen wir in einer Welt leben, in der die Sicherheit des Einzelnen weniger wert ist als das Recht der Randalierer auf „ausgelassenes Feiern“?
Die Berichterstattung der Tagesschau und anderer Sender ist ein Armutszeugnis. Wenn der Kontrast zwischen der Dramatik der Ereignisse und der Wortwahl der Redakteure derart ins Absurde abdriftet, dann verliert ein Medium seine Berechtigung als Informationsquelle. Die Bürger merken das. Sie spüren, dass man sie für dumm verkaufen will. Dieses Misstrauen gegenüber den Medien ist die direkte Folge einer Politik der Verharmlosung. Wenn man die Wahrheit nicht mehr aussprechen darf, dann wird sie sich anderweitig Bahn brechen.

Es reicht nicht mehr, nur in den sozialen Medien zu kommentieren. Die Politik muss endlich aufwachen und erkennen, dass sie die Kontrolle über unsere Städte zu verlieren droht. Ein Land, in dem Polizisten Angst haben müssen, ihren Dienst zu verrichten, in dem Geschäfte in der Innenstadt wie Festungen aussehen müssen, ist auf dem besten Weg in den Niedergang. Wir brauchen klare Konsequenzen für Straftäter, wir brauchen eine Rückkehr zu Recht und Ordnung und vor allem brauchen wir eine Medienlandschaft, die wieder ehrlich zu den Menschen spricht.
Die Bilder aus Paris sind eine Warnung. Wenn wir heute zuschauen, wie Europas Metropolen brennen und dies als „Event“ abtun, werden wir morgen in Städten leben, die ihre eigene Zivilisation verloren haben. Sicherheit ist kein Privileg, sie ist die Grundlage für Freiheit. Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit, nur noch die Angst vor dem nächsten „Feier-Event“. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Werte und unsere Lebensweise verteidigen, bevor von dem, was wir einmal „Europa“ nannten, nur noch Schutt und Asche übrig bleibt.
Abschließend muss man sich fragen: Wo bleibt der Aufschrei der Politik? Wo bleibt die echte Empörung, die nicht nur bei kleinen Anlässen zelebriert wird, sondern dann, wenn es wirklich hart auf hart kommt? Wahrscheinlich ist die Antwort so ernüchternd wie die Berichterstattung selbst. Doch das sollte uns nicht davon abhalten, laut und deutlich die Wahrheit einzufordern. Paris brennt – und es ist unsere Pflicht, das nicht einfach hinzunehmen, sondern kritisch zu hinterfragen, wohin dieser Weg führen soll.
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