In der glitzernden Welt des deutschen Schlagers und der seichten Fernsehunterhaltung scheint die Sonne meist ununterbrochen. Doch über dem „Traumschiff“ ziehen derzeit dunkle Wolken auf, die selbst den erfahrensten Kapitän ins Wanken bringen könnten. Florian Silbereisen, der Mann, der seit Jahren die MS Amadea durch die Wohnzimmer der Nation steuert, sieht sich einer beispiellosen Welle der Kritik ausgesetzt. Das Kuriose dabei: Die Angriffe kommen nicht etwa von anonymen Internet-Trollen, sondern mitten aus dem Herz der Branche – von Menschen, die er teils seit Jahrzehnten zu seinen Weggefährten zählt.
Ein verlängerter Vertrag und ein bitterer Beigeschmack
Eigentlich gab es zuletzt gute Nachrichten für den 44-jährigen Entertainer: Sein Vertrag als Traumschiff-Kapitän Max Parger wurde verlängert. Ein Vertrauensbeweis des Senders, sollte man meinen. Doch kaum war die Tinte trocken, begann das mediale Dauerfeuer. Es wirkt fast so, als hätten viele Branchengrößen nur auf den Moment gewartet, um ihren angestauten Frust über die Besetzung des prestigeträchtigen Postens Luft zu machen.
Stefanie Hertel: Eine diplomatische Ohrfeige

Besonders schmerzhaft dürfte für Silbereisen die Reaktion von Stefanie Hertel (46) und ihrem Ehemann Lenny Lanner (51) sein. Auf die Frage, ob sie sich eine Rolle auf dem Traumschiff vorstellen könnten, reagierten die beiden erstaunlich reserviert. Anstatt die üblichen Höflichkeitsfloskeln zu bemühen, machten sie deutlich, dass ein Auftritt stark vom amtierenden Kapitän abhänge. Lanner legte sogar noch nach und schwärmte von Morten Hansen, dem Star der Dokuserie „Verrückt nach Meer“. Die Botschaft zwischen den Zeilen war unmissverständlich: Mit Hansen sofort, bei Silbereisen müsste man erst einmal gründlich nachdenken. Eine Spitze, die tief sitzt, da Hertel und Silbereisen denselben beruflichen Hintergrund teilen.
Vernichtendes Urteil von Sky du Mont
Noch deutlicher und weitaus weniger diplomatisch äußerte sich Schauspiel-Legende Sky du Mont (78). Der Grand Seigneur des deutschen Films sparte nicht an harten Worten. Laut du Mont habe Schauspielerei zwar nicht immer nur mit reinem Talent zu tun, aber zwingend mit Ausstrahlung. Sein Urteil über Silbereisens Präsenz vor der Kamera: „Null Ausstrahlung“. Es ist eine fachliche Demontage, die Silbereisen als Schauspieler schlichtweg die Existenzberechtigung abspricht. Wenn ein Mann wie du Mont ein solches Urteil fällt, wiegt das in der Branche schwerer als jede schlechte Einschaltquote.
Satire und Häme: Stefan Rab setzt noch einen drauf

Als wäre die Kritik der Fachkollegen nicht schon genug, geriet Silbereisen auch noch ins Visier von Altmeister Stefan Rab (59). In einem Parodieclip wurde der Schlagerstar gnadenlos durch den Kakao gezogen. Durch satirische Neumontagen von Fernsehausschnitten wurden Begriffe wie „Drogen“ und „Knast“ in den Kontext von Silbereisens Person gerückt. Auch wenn es sich um Satire handelt, zeigt es doch, wie sehr das Image des „Schwiegermutter-Lieblings“ mittlerweile Kratzer bekommen hat. Silbereisen ist zur Zielscheibe für Spott geworden, der weit über die üblichen Witze über Volksmusik hinausgeht.
Das Schweigen des Kapitäns
Florian Silbereisen selbst schweigt bislang zu der harten Kritik. Doch das Raunen hinter den Kulissen wird lauter. Hat sich der Publikumsliebling durch seinen rasanten Aufstieg und die Omnipräsenz im Fernsehen zu viele Feinde gemacht? Ist der Neid auf den lukrativen Traumschiff-Posten der wahre Grund für die Meuterei? Fakt ist: Die Zuschauer stehen (noch) zu ihrem Kapitän, doch die soziale Isolation innerhalb der eigenen Branche könnte langfristig gefährlicher sein als sinkende Quoten.
Diese geballte Ladung an Ablehnung zeigt, dass die Fassade der großen Schlager-Familie endgültig Risse bekommen hat. Für Florian Silbereisen wird die nächste Fahrt des Traumschiffs keine reine Vergnügungstour werden. Er muss nun beweisen, dass er nicht nur Stürme auf hoher See, sondern auch den Gegenwind der eigenen Kollegen überstehen kann. Eines ist sicher: Diese bösartigen Angriffe aus den eigenen Reihen dürften länger nachwirken als jede Schlagzeile in der Regenbogenpresse.
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