Es ist ein leiser, aber unaufhaltsamer Abschied, der sich derzeit mitten unter uns vollzieht. Wenn wir an Auswanderung denken, haben wir oft verklärte Bilder von abenteuerlustigen jungen Menschen im Kopf, die für ein Auslandssemester nach Australien gehen oder ihren Traum vom eigenen Café in Südeuropa verwirklichen wollen. Doch die Realität, die uns die neuesten, knallharten statistischen Zahlen schonungslos auf den Tisch legen, hat mit romantischer Selbstverwirklichung absolut nichts mehr zu tun. Wir sprechen hier nicht von einem temporären Tapetenwechsel. Wir sprechen von einer regelrechten Flucht. Einer Flucht der Leistungsträger, der klugen Köpfe, der harten Arbeiter und der gut ausgebildeten Akademiker. Es ist ein beispielloser demografischer Aderlass, der die Grundfesten unseres Wohlstandes massiv erschüttert und drängende Fragen an eine Politik aufwirft, die die Augen vor dieser unbequemen Wahrheit viel zu lange verschlossen hat.

Die nackten Zahlen sind schlichtweg schockierend und sollten jeden, der es gut mit der Zukunft dieses Landes meint, zutiefst alarmieren. Wir haben im vergangenen Jahr einen Netto-Wanderungsverlust von 97.000 deutschen Staatsbürgern hinnehmen müssen. Das bedeutet: Nahezu einhunderttausend Menschen mehr, die den deutschen Pass besitzen, haben Deutschland dauerhaft den Rücken gekehrt, als im gleichen Zeitraum zurückgekommen sind. Um diese abstrakte Zahl greifbar zu machen: Das entspricht der Einwohnerzahl einer kompletten Großstadt wie Trier oder Kaiserslautern, die sich einfach in Luft aufgelöst hat. Und dieser Trend beschleunigt sich in einem beängstigenden Tempo. Blicken wir auf das Vorjahr zurück, lag dieser ohnehin schon schmerzhafte Verlust noch bei 81.000 Personen. Ein Anstieg um fast zwanzig Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten ist kein statistischer Ausreißer mehr, sondern das Symptom einer tiefgreifenden, strukturellen Krankheit, die das wirtschaftliche und gesellschaftliche Herz Deutschlands befallen hat.

Wer sind diese Menschen, die unserem Land in Scharen den Rücken kehren? Es sind exakt jene Bürger, die das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden. Es ist der erfahrene Oberarzt, der nach endlosen 60-Stunden-Wochen voller bürokratischem Wahnsinn und mangelnder Wertschätzung resigniert aufgibt. Es ist die brillante Ingenieurin, die innovative Patente anmeldet, aber von der hiesigen Steuerlast geradezu erdrückt wird. Es ist der fleißige Handwerksmeister, der die ausufernden Abgaben und ständigen neuen Regulierungen für seinen kleinen Betrieb nicht mehr schultern kann. Sie alle eint ein tiefes Gefühl der Frustration. Sie fliehen nicht vor harter Arbeit – ganz im Gegenteil. Sie fliehen vor einem System, das harte Arbeit zunehmend bestraft, anstatt sie zu belohnen. Deutschland hält den zweifelhaften Weltrekord bei der Belastung von Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben. Wenn von jedem hart verdienten Euro, den ein Facharbeiter durch Überstunden generiert, am Ende fast die Hälfte vom Staat einkassiert wird, dann bricht der Leistungsgedanke irgendwann unweigerlich in sich zusammen.

Doch es geht schon lange nicht mehr nur um das bloße Geld auf dem Gehaltszettel. Die Gründe für diesen dramatischen Exodus sind vielschichtiger und berühren die elementarsten Bedürfnisse der Menschen: Sicherheit, Vertrauen in den Staat und Lebensqualität. Viele Auswanderer berichten von einem massiven Verlust der inneren Sicherheit. Berichte über zunehmende Gewalt auf den Straßen, über verfallende Infrastruktur, marode Schulen und ein kaputtgespartes Gesundheitswesen treiben die Menschen förmlich in die Resignation. Wenn der Staat zwar Rekordsteuern eintreibt, aber seine grundlegendsten Kernaufgaben – den Schutz seiner Bürger und die Bereitstellung einer funktionierenden Infrastruktur – nicht mehr in ausreichendem Maße erfüllen kann, kündigen die Bürger innerlich den Gesellschaftsvertrag auf. Sie ziehen die ultimative Konsequenz, packen ihre Koffer und suchen sich eine neue Heimat, die ihnen das bietet, was sie in Deutschland schmerzlich vermissen.

Die Sehnsuchtsorte dieser hochqualifizierten Wirtschaftsflüchtlinge sprechen Bände. An erster Stelle steht für viele Deutsche die benachbarte Schweiz. Ein Land, das für seine wirtschaftliche Stabilität, seine herausragende Infrastruktur, eine exzellente medizinische Versorgung und vor allem für einen tiefen Respekt vor individueller Leistung und Eigentum bekannt ist. Die Steuern sind moderat, die Löhne hoch, die Straßen sicher. Andere zieht es weiter in die Ferne, in die USA, nach Skandinavien oder gar in tropische Gefilde, wo sie mit ihrem Ersparten und ihren Fähigkeiten ein entspanntes, freies und vor allem sicheres Leben führen können, weit weg von der erdrückenden Bürokratie und der ständigen Bevormundung durch den deutschen Staat.

Was diese Entwicklung jedoch von einer bloßen Krise in eine existenzielle Katastrophe verwandelt, ist die fatale Wechselwirkung mit den zeitgleich stattfindenden Einwanderungsprozessen. Die nackte Wahrheit, die von politischen Entscheidungsträgern so oft hinter wohlklingenden Phrasen versteckt wird, lautet: Wir tauschen unsere Bevölkerung in einer wirtschaftlich verheerenden Art und Weise aus. Während uns die absoluten Leistungsträger in Scharen verlassen, verzeichnen wir gleichzeitig eine historisch beispiellose Zuwanderung. Doch die Menschen, die zu uns kommen, können die enormen Lücken, die die Auswanderer hinterlassen, nicht einmal im Ansatz füllen.

Es ist eine unbequeme, aber notwendige Feststellung: Die Mehrheit der Menschen, die derzeit massenhaft nach Deutschland strömen, bringt nicht die Qualifikationen mit, die unser hochkomplexer, technologisierter Wirtschaftsstandort dringend benötigt. Ein syrischer Flüchtling ohne formalen Schulabschluss kann den abgewanderten Herzchirurgen in München nicht ersetzen. Ein afghanischer Asylbewerber ohne Deutschkenntnisse füllt nicht die Lücke, die die ausgewanderte Software-Entwicklerin aus Stuttgart hinterlassen hat. Anstatt in den regulären Arbeitsmarkt integriert zu werden, rutschen erschreckend große Teile dieser neuen Zuwanderer direkt und oft dauerhaft in die sozialen Sicherungssysteme ab. Sie landen in dem, was kritische Stimmen immer häufiger als die “soziale Hängematte” bezeichnen. Unser ohnehin extrem strapaziertes Sozialsystem muss somit eine rasant wachsende Zahl von Leistungsempfängern alimentieren.

Und genau hier schließt sich der Teufelskreis, der Deutschland in den Abgrund zu reißen droht. Wenn die klugen Köpfe und starken Schultern das Land verlassen, bricht unweigerlich die Steuereinnahmebasis weg. Wer soll den gigantischen und stetig wachsenden Sozialstaat künftig finanzieren, wenn genau die Menschen, die jahrzehntelang die Hauptlast der Einzahlungen getragen haben, nicht mehr da sind? Die Rechnung ist so einfach wie gnadenlos: Weniger Netto-Steuerzahler müssen für immer mehr Sozialleistungsempfänger aufkommen. Die logische Konsequenz dieses desaströsen Missverhältnisses ist eine weitere, unausweichliche Erhöhung von Steuern und Abgaben für die wenigen Verbliebenen der schrumpfenden Mittelschicht. Diese erneute Belastung wird wiederum die nächsten Leistungsträger an den Rand der Verzweiflung und schließlich ins Flugzeug in Richtung Ausland treiben. Es ist eine toxische Abwärtsspirale, eine sich selbst erfüllende Prophezeiung des wirtschaftlichen Niedergangs.

Diese neuen Zahlen müssen ein lauter, unüberhörbarer Weckruf für das ganze Land sein. Sie sind das empirische Zeugnis einer Migrations- und Wirtschaftspolitik, die auf ganzer Linie gescheitert ist. Eine Politik, die nicht an den Bedürfnissen der eigenen Bürger, nicht an der wirtschaftlichen Vernunft und schon gar nicht an der langfristigen Überlebensfähigkeit des Standortes Deutschland gemessen wird. Wenn wir zulassen, dass Leistung systematisch bestraft und Untätigkeit staatlich subventioniert wird, untergraben wir das Fundament unseres Zusammenlebens. Die Frustration derer, die morgens früh aufstehen, hart arbeiten, sich an alle Regeln halten und am Ende des Monats kaum noch wissen, wie sie ihre steigenden Lebenshaltungskosten decken sollen, hat ein gefährliches Ausmaß erreicht. Sie fühlen sich von der Politik nicht nur im Stich gelassen, sondern regelrecht verhöhnt, wenn sie sehen, wie leichtfertig die Früchte ihrer harten Arbeit verteilt werden.

Es bedarf nun eines radikalen und sofortigen Kurswechsels. Deutschland muss wieder ein Land werden, das Leistung belohnt und Anreize schafft, anstatt sie im Keim zu ersticken. Wir brauchen eine drastische Senkung der Steuern und Sozialabgaben für die arbeitende Mitte, um den finanziellen Exodus zu stoppen. Wir brauchen einen entschlossenen Abbau des bürokratischen Monstrums, das Unternehmertum und Innovation im Würgegriff hält. Und wir brauchen eine ehrliche, restriktive und interessengeleitete Migrationspolitik. Ein Einwanderungsgesetz, das diesen Namen auch verdient und sich rigoros an den Vorbildern erfolgreicher Einwanderungsländer wie Kanada oder Australien orientiert. Wer qualifiziert ist, sich an unsere Gesetze hält und zum Wohlstand des Landes beitragen will, muss herzlich willkommen sein. Wer jedoch unsere sozialen Systeme ausnutzen will, muss konsequent abgewiesen werden.

Die Zeit der diplomatischen Ausreden und des Schönredens ist endgültig vorbei. Die Uhr tickt, und jedes weitere Jahr des Zögerns kostet uns Zehntausende unserer wertvollsten Mitbürger. Der Braindrain, der Verlust des intellektuellen und handwerklichen Kapitals, lässt sich nicht von heute auf morgen rückgängig machen. Ein Land, das seine Ärzte, Ingenieure, Handwerker und Unternehmer an das Ausland verliert, hat keine leuchtende Zukunft vor sich. Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen aufwachen und die Realität anerkennen. Wir müssen Deutschland wieder zu einem Land machen, in das die besten Köpfe einwandern wollen, und aufhören, ein Land zu sein, aus dem die eigenen Kinder verzweifelt fliehen. Wenn diese Kehrtwende nicht unverzüglich eingeleitet wird, wird aus dem leisen Exodus schon bald ein ohrenbetäubender Kollaps werden, dessen verheerende Folgen uns alle in den Abgrund reißen werden. Die Rettung unseres Heimatlandes duldet keinen einzigen Tag Aufschub mehr.