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Als der Farmer über die alte deutsche Dachdeckertechnik lachte – bis nur sein Dach im Sturm hielt

imageDer Hagel dauerte keine zehn Minuten. Danach hatte Lester Danmeer kein Dach mehr. Die alten Holzschindeln auf seinem Wohnhaus waren zerschlagen. An manchen Stellen sah man von der Küche aus den Himmel. Auf dem Kornspeicher daneben sah es nicht besser aus. Es war Anfang Juni, vier Wochen nach dem Ende des Krieges in Europa.

 Eine Farm südlich von Saintsville, im Südosten von Ohio. Niedrige Hügel, Eichenwald, Weiden für das Vieh und an den flachen Hängen der Winterweizen noch grün. In vier Wochen war er reif. Dann mußte er geschnitten, gedroschen und in den Speicher gebracht werden. In einen Speicher ohne Dach und nasses Korn kauft keine Mühle.

 Dann Meer war 56. Am nächsten Morgen fuhr er nachesville und wollte Blech kaufen. Wellblech, wie es hier jeder Farmer nahm. Blech gab es nicht. Der Stahl ging seit drei Jahren in den Krieg. Neue scheln auch nicht. Das Sägewerk schnitt Kisten für die Armee. Der Händler hatte ein paar Rollen Teerpappe und die waren am Mittag verkauft.

Der Hagel hatte die halbe Gegend getroffen. Dann Mia kam mit einer alten Plane zurück. Er band sie mit Stricken über das Haus. Seine Frau stellte Eimer in die Schlafkammer. Drei Tage später stand ein Lastwagen aus dem Lager auf dem Hof. Zehn Mann kletterten von der Pritsche. Deutsche auf dem grauen Zeug stand, was sie waren. PW Kriegsgefangene.

Dann mir hatte sie schon im Mai bestellt für den Mais und für das Heu. Der Wachsoldat hieß Gilbert Konze, 42, Brille, vor dem Krieg Postbeamter in Akron. Für die Front hatte ihn kein Arzt durchgelassen. Er zählte die Männer und zeigte auf das Maisfeld gleich hinter dem Hof. Verständigen konnte man sich nur über einen Mann.

 Menno Treue, dann Meers Knecht, 66. Seine Großeltern hatten zu Hause noch Deutsch gesprochen. Sein Deutsch war alt und breit, aber es reichte. Unter den Zehn war einer, der in seinem Leben mehr Zeit auf Dächern verbracht hatte als auf Feldern. Jost Hambach, 38 Jahre alt, Dachdeckermeister aus Würzburg am Main. Dort hatte er sein Handwerk gelernt und mit 27 die Meisterprüfung gemacht.

 Dann holte ihn die Armee. Er ging, weil er mußte. In Heidingsfeld blieb seine Frau Kunigunde. Seit dem Winter hatte er nichts von ihr gehört. Ende August 1944 geriet er im Tal der Rene in amerikanische Gefangenschaft. Die Alliierten waren an der französischen Mittelmeerküste gelandet. In zwei Wochen nahmen sieben tausend deutsche Soldaten gefangen.

Die Häfen am Mittelmeer dienten jetzt dem Nachschub der Alliierten. Jedes Schiff, das dort Munition und Mehl ablut, hatte danach leere Laderäume. In ihnen fuhren die Gefangenen über den Atlantik. In derselben Woche kam Rosco Blain auf die Farm. 60 Jahre alt, klein und breit, Hemd und Hände voll hellem Lebensstaub.

Er war Vorarbeiter in der Ziegelei von New Lexington einige Meilen weiter südlich. Ich höre, du suchst ein Dachläster. Ich suche Blech. Blech hat keiner. Ich habe Ziegel. Bei uns wird seit dem Krieg kaum noch gebrannt. Auf dem Hof liegen Stapel zweiter Wahl. Die Farbe ungleich, die Kanten abgestoßen.

 Dicht sind sie trotzdem. Ich lasse sie dir billig. Dann Meer schüttelte den Kopf. Gebrannter Lehm. Rosco, das ist ein Kirchendach. So etwas legt man auf ein Rathaus oder auf ein Gericht. Mein Haus ist aus Holz. Das Zeug drückt mir die Wände auseinander. Und wer soll es decken? Hier kann das keiner. Blane hatte eine Kiste mit Mustern auf dem Wagen.

 Flache Ziegel unten rund, oben zwei Löcher für Nägel. Die Gefangenen kamen gerade vom Feld zum Wasser an der Pumpe. Joost sah den Ziegel in Blines Hand. Erkannte die Form. In Franken liegt sie auf fast jedem Haus. Dort heißt sie Biberschwanz, weil das runde Ende aussieht wie der Schwanz eines Bibers. Er blieb stehen, den Becher in der Hand und wartete, bis Konse ihn ansah.

Troyer stand am Trog. Sagen Sie dem Farmer, ich bin Dachdecker. Solche Ziegel lege ich seit 20 Jahren. Troyer übersetzte. Kunse sah Donmer an. Dannmeer sah den Gefangenen an. Der Er sagt, er hat es gelernt. Dann frag ihn, was so ein Dach wiegt. Gut, 50 kg auf jeden Quadratmeter, sagte Joost. Troyer übersetzte.

 Bline rechnete es in Pfund um. Dann Meer pfiff durch die Zähne. “Da hörst du es, Rosco. Die Sparren muß man verstärken”, sagte Joost. Sparren sind die schrägen Balken, die ein Dach tragen. Das geht. Darf ich es zeigen? Eine Ecke am Speicher ganz unten. Dunmia sah zum Weizen hinüber. Er hatte kein Blech und keine Pappe. Und der Juli kam.

“Eine Ecke”, sagte er. Heute Nachmittag ist es Unsinn, reißt er sie selbst wieder ab. Kunze stellte eine Bedingung. Der Mann blieb dort, wo er ihn vom Feld auss sah. Hammer und Säge kamen aus Danas Schuppen. Jost nagelte fünf Latten quer auf die Sparren, dicht untereinander. Latten sind die dünnen Hölzer, auf denen die Ziegel liegen.

 Dann legte er die Ziegel aus Blins Kiste. Unten an der Traufe der unteren Kante des Daches eine doppelte Reihe, darüber die nächste um einen halben Ziegel versetzt, darüber die dritte. In jeden Ziegel schlug er zwei Nägel. “Zu Hause hat der Ziegel hinten eine Nase aus Ton”, sagte er zu Troyer. “Damit hängt er an der Latte. Der hier hat Löcher, dann eben Nägel.

 So deckt man in Franken. Es heißt Doppeldeckung. An jeder Stelle liegen zwei Ziegel übereinander und jede Fuge ist verdeckt.” Dann mir kam am Abend. Er griff nach einem Ziegel in der mittleren Reihe und zog. Der Ziegel rührte sich nicht. Zwei Nägel hielten ihn und auf seinem oberen Ende lag die nächste Reihe. “Ein Sturm will ein Dach abheben”, sagte Jost und Troyer übersetzte Satz für Satz. Er saugt von oben.

 Er sucht eine lose Kante. Pappe ist ein einziges großes Stück. Hebt er eine Ecke, hat er alles. Hier findet er nur kleine schwere Stücke und jedes steckt unter dem Nächsten. Und Hagel? Ein großes Hagelkorn zerschlägt auch einen Ziegel. Da verspreche ich nichts. Aber dann ist ein Ziegel kaputt, nicht das Dach. Dann Meer zog noch einmal.

 Dann schob er beide Hände in die Taschen. Zuerst das Haus, dann den Speicher. Er kriegt zwei von seinen Leuten und Menno hilft. Wenn der Weizen reif ist, will ich ein Dach sehen. Kunzer nahm die Mütze ab und setzte sie wieder auf. Drei Mann oben, solange ich sie vom Mais aussehe. Das Werkzeug schließe ich abends selbst ein und heute Abend frage ich im Lager.

Im Lager hieß es, der Farmer zahlt, also decken sie. Amerika baute seine Lager dort, wo Arbeiter fehlten. Im Herbst kam Joost nach Camperry in das Hauptlager am Eriise. Im Frühjahr schickte man ihn weiter in das Zweiglager Cambridge im Südosten des Staates. Die Gefangenen dort arbeiteten in einem Lazarett der Armee.

 Im Juni gab das Lager eine Gruppe für einige Wochen an Farmer ab. Jeden Morgen kam der Lastwagen, jeden Abend fuhr er zurück. Auf dem Hof schlief keiner von ihnen. Am nächsten Morgen kam Blanes Lastwagen mit der ersten Fuhre, dann mit der zweiten. Latten und Nägel brachte er mit. Sie lagen seit Jahren in der Ziegelei für Dächer, die keiner mehr bestellte.

 Für das Wohnhaus allein brauchte es rund 5000 Ziegel, acht Tonnen. Die Stapel im Hof sah man von der Straße aus und auf der anderen Seite der Straße wohnte Silas Warner. Warna war 53. Auch ihm hatte der Hagel das Dach zerschlagen, aber er hatte in Seinesville noch Theppappe bekommen. In zwei Tagen hatte er sie aufgenagelt. Jetzt lehnte er an Danm Zaun.

Acht Tonnen Lehmläster auf einem Holzhaus und ein Deutscher klebt sie dir drauf. Rosco wird seinen Ausschuss los und du schläfst bald im Keller. Danmeer antwortete nicht. Beim Futterhändler in Saintsville nannte man sein Haus schon die Kathedrale. Er wollte nicht der Mann sein, der sich von einem gefangenen gebackenen Schlamm aufs Haus legen ließ.

 Aber Blech gab es immer noch keins. Oben rißen Jost und die zwei Männer die alten Schindeln ab. Darunter kamen die Sparren zum Vorschein, dünn und weit auseinander, gebaut für ein leichtes Dach. Dann Meer gab die Bretter eines alten Schuppens her. Wo die Sparren weit frei lagen, nagelte Jost ein zweites Holz daneben. Unter die Mitte kam ein Pfosten, das kostete zwei Tage.

In der zweiten Nacht regnete es in das offene Haus. Am Morgen stand dann Mi Frau im Hof und sah keinen an. Der Weizen am Hang war nicht mehr grün, er wurde fahl. Dann die Latten. Jost sägte zwei Kerben in ein Stück Holz. Das war sein Maß. Er legte es an. Treuer hielt die Latte. Ein Gefangener nagelte.

 Latte um Latte von unten nach oben. Konze stand am Rand des Maisfelds. Von dort sah er sieben Männer zwischen den Reihen und drei auf dem Dach. Am fünften Tag lagen die ersten Reihen Ziegel. Es ging langsam und langsam war das Wort, das dann mir nicht hören wollte. Am Abend stand er unten an der Leiter. Im Westen lag eine Wolkenbank über den Hügeln.

Frag ihn, warum er alles doppelt legt. Eine Lage, halb so viele Ziegel, halb so viel Zeit. Jost stieg herunter, bevor er antwortete. Bei einer Lage läuft das Wasser durch jede Fuge. Das ist ein Sieb. Dann hält die Plane genauso gut. Doppelt heißt doppelt so lange. Der Weizen wartet nicht. Sie entscheiden, aber ein halbes Dach decke ich nicht gern, nicht einmal für einen Fremden.

Troyer übersetzte es langsam, dann mir wurde rot. Sag ihm, es ist nicht sein Dach. Es ist meins. Und im Mais ist noch Platz für ihn. Jost nickte. Er wartete. Dann Meer sah auf die Wolken, dann auf die Eimer, die seine Frau auf die Veranda gestellt hatte. “Doppelt”, sagte er. Aber schneller. Am heikelsten war der Ortgang.

 So heißt die seitliche Kante des Daches am Giebel. Dort greift der Wind zuerst an. Blin hatte halbe Ziegel mitgeliefert. Jost setzte abwechselnd ganze und halbe, damit die Kante gerade abschloss. Der letzte Ziegel jeder Reihe bekam einen Nagel mehr. Warna sah es vom Zaun aus. Er nagelt jeden Ziegel Einzelnläster, bis der fertig ist, ist ein Weizenstroh.

Der Weizen war jetzt gelb. Zuletzt kam der Firstst, so heißt die oberste Kante, an der die beiden Seiten des Daches zusammenstoßen. Solange er offen war, lief jeder Schauer ins Haus. Im Westen stand wieder die Wolkenbank. Blin hatte dafür halbrunde Ziegel geliefert. Jost setzte sie in Mörtel aus Kalk und Sand.

 Am Abend desen Tages war das Wohnhaus gedeckt. Der Lastwagen brachte die Männer zurück nach Cambridge. Dort wurde Post verteilt. Für Jost war ein Brief dabei. Der erste seit dem Winter. Am nächsten Mittag regnete es. Konze holte alle Zehn unter das Dach der Veranda und zählte. Dann Mia stand in der Tür. In der Küche hinter ihm fiel kein Tropfen.

 Zum ersten Mal seit dem Hagel. Joost aß nicht. Er hielt ein Blatt Papier in der Hand. Darauf waren breite schwarze Balken. Von daheim? Fragte Troyer. Von meiner Frau Ende März geschrieben. Und was schreibt sie? Das Meiste hat die Zensur gestrichen. Zwei Sätze sind übrig. Er las sie vor. Das Haus steht, das Dach nicht.

 Troer sagte es auf Englisch, zur Tür hin. Dann Meer nahm die Hände aus den Taschen. Am Abend des. März hatten britische Bomber Würzburg angegriffen. Der Angriff dauerte 17 Minuten. Rund 5000 Menschen starben. Mehr als 21 000 Wohnungen wurden zerstört, dazu 35 Kirchen. Der Stadtteil Heidingsfeld am linken Ufer des Mains wurde schwer getroffen.

 In Heidingsfeld stands Haus. Die Mauern aus Stein waren geblieben, die Balken und das Dach waren verbrannt. Dieses Dach hatte er selbst gedeckt. Jahre zuvor im Jahr seiner Meisterprüfung, Biberschwanz, doppelt, die Kante am Giebel mit ganzen und halben Ziegeln, genauso wie er es jetzt in Ohio tat. Seit bald zwei Wochen sahen die Leute an der Straße einen Deutschen, der es besser wissen wollte, einen, der jeden Ziegel einzeln nagelte und kein halbes Dach deckte.

 In Wahrheit deckte Jost Hambach das Dach, das er am besten kannte, sein eigenes. Als er die erste Probe an den Speicher nagelte, war es schon seit fast drei Monaten im Schutt. Er hatte es nicht gewusst. Frag ihn, wo seine Frau jetzt ist”, sagte dann mir. “Der Absender ist Fersbach”, sagte Troyer nach einer Weile.

 “Ein Dorf vor der Stadt, dort hat sie Verwandte. Sie hat also ein Dach über dem Kopf.” “Ein fremdes”, sagte Jost, als Troyer es übersetzt hatte. Dann mir sah hinauf zu den Brettern der Veranda. Der Regen lief darüber. In sein Haus lief er nicht mehr. Er sagte nichts, aber als Warner am Nachmittag wieder am Zaun stand und von der Kathedrale anfing, drehte dann Meer sich um.

 Der Mann hat zu tun, Silas, du auch. Freundlicher wurde er nicht. Jost steckte den Brief in die Brusttasche und ging hinüber zum Speicher. Der Speicher war kleiner. Ein Bau aus Brettern, auf Pfeilern aus Stein. Vier Tage. Zwei Tage vor dem Schnitt saß der letzte Fürstziegel im Mörtel. In der 1. Juliwoche wurde gedroschen. Die Gefangenen trugen die Säcke in den Speicher.

 Dann kam ein Freitag, an dem die Luft stand. Schon am Mittag war es so schwül, dass das Vieh sich unter die Eichen drängte. Gegen drei wurde der Himmel im Westen dunkel, erst grau, dann fast grün. Die Männer luden Stroh. Alle in den Wagen Schuppen! Rief Kunse, er zählte sie an der Wand ab. Zehn. Troya und Dania kamen dazu. Der Schuppen war nach vorn offen.

 Man sah das Wohnhaus, den Speicher und drüben über der Straße Warners Farm. Erst wurde es still, dann schlug im Haus eine Tür und das Stroh vom Wagen stand wagerecht in der Luft. Auf Warners Dach fing eine Bahn Terpappe anz flattern, erst leise wie ein Tuch auf der Leine. Dann riss der erste Nagel durch. Die Bahn blähte sich wie ein Segel, riss an den Nägeln und kam los.

 Sie flog über die Straße und blieb in Danas Zaun hängen. Die zweite Bahn folgte. Die dritte. Dann Mios alte Plane lag zusammengelegt neben dem Speicher. Der Wind nahm sie mit und trug sie ins Maisfeld. Dann das Wasser. Die Straße war weg. Warnas Haus war weg, alles grau. Es donnerte ohne Pause. Dann mir sah nur auf eine Stelle, auf den Ortgang seines Hauses, die Kante am Giebel genau im Wind.

 Dortte es anfangen, wenn es anfing. Eine Bö fuhr gegen den Giebel so hart, daß die Fensterläden schlugen. Dann mir machte einen Schritt nach vorn. “Bleib hier, Lester”, sagte Troyer. Das Wasser schoss über die Ziegel und sprang an der Traufe in den Hof. Noch eine Bö noch eine. Etwas schlug auf den Hof und zersprang. Dann Meer fuhr herum, ein Blumentopf von der Veranda.

 An der Kante bewegte sich nichts. Kein Ziegel hob sich. Keiner rutschte. Jost stand zwischen den anderen an der Wand. Er sah nicht auf den Giebel, er sah auf den Boden vor dem Haus. Nach 20 Minuten war es vorbei. Es tropfte von den Bäumen. Kuns zählte noch einmal. Dann Meer ging hinaus. Er ging langsam um das Haus herum, den Blick im Gras, dann um den Speicher. Er suchte Scherben.

 Er fand keine, nicht eine. Er stieg in den Speicher und legte die Hand auf die Säcke unter dem Fürst, trocken. Alle. Als er herauskam, stand Warna im Hof. Nass bis auf die Haut, den Hut in der Hand. Er sah lange zu Danas Dach hinauf. Vom Keller sprach er nicht mehr. Was nimmt Blane für das Tausend? Dann Mia gab keine Antwort.

 Er ging zum Wagen schuppen und blieb vor Jost stehen. Meno, sag ihm, ich habe es Unsinn genannt. Troyer übersetzte und sag ihm das. Konze sah auf die Uhr und hob den Arm. Der Lastwagen stand schon am Tor. “Aufsitzen”, sagte Kuns. Dann Meer hob die Hand. “Morgen”, sagte er. “Sag ihm morgen.” Jost stieg auf die Pritsche.

 Vom Wagen aus sah er die beiden Dächer noch einmal dunkel vom Regen. Am nächsten Morgen kam kein Lastwagen. Das Lager hatte die Gruppe zurückgeholt. Das Lazarett brauchte die Männer selbst. Niemand hatte dann mir gefragt. Ein Farmer mietet Gefangene. Er behält sie nicht. Im August fuhr er nach Cambridge.

 Auf dem Wagen lag ein Sack Mehl vom neuen Weizen. Der Posten am Tor schüttelte den Kopf. Die Gruppe sei seit einer Woche wieder in Camperry am Eisee. Einen Sack für einen Gefangenen nehme er nicht an. Dann Meer fuhr mit dem Mehl nach Hause. Geschrieben hat er nie. Er hätte nicht gewusst, in welcher Sprache. Im Herbst lagen auf Warners Haus Ziegel aus New Lexington. Zweite Wahl, doppelt gelegt.

Bla hatte dafür zwei alte Arbeiter geschickt. Jost blieb den Winter über in Camperry. Im Frühjahr danach lehrte Amerika seine Lager. Sein Schiff brachte ihn nach Europa, doch heim er nicht. Die Amerikaner übergaben einen Teil ihrer Gefangenen an Frankreich. Dort lag vieles in Trümmern und jemand musste es wegräumen.

Jost arbeitete dort noch mehr als ein Jahr. Im Spätsommer 1947 kam er in Würzburg an. Die Stadt war ein Feld aus Mauern. Er ging zu Fuß nach Heidingsfeld über Schutt, der noch viele Jahre liegen sollte. Das Haus stand, vier Wände aus Stein, oben offen. Am selben Abend ging er hinaus nach Fersbach.

 Kunigunde war 38 und grau geworden. Viel sagten beide nicht. Schon am nächsten Morgen fing er an. Ziegel lagen überall im Schutt der Straße. Er suchte die ganzen heraus, einen nach dem anderen, und klopfte den Mörtel ab. So fing es in jenem Herbst in fast jeder Straße an. Wer zwei Hände hatte, klopfte Ziegel. Kunigunde trug sie in Körben in den Hof.

Das Holz für Sparren und Latten verdiente er sich auf fremden Dächern. Anfang Oktober lag die erste Latte. Joost stand auf der Leiter. Kunigunde reichte ihm einen Ziegel hinauf. Rot, alt, eine Ecke abgestoßen. Zweite Wahl, hätte Blane dazu gesagt. Er drehte ihn um. Hinten saß die Nase aus Ton. Er hängte ihn an die Latte ohne Nagel.

 Dann den nächsten. Unten an der Traufe eine doppelte Reihe, wie immer. Vor dem ersten Schnee hatten sie wieder ein Dach über dem Kopf. Ihr eigenes.

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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