Tot in der Badewanne gefunden – Der aufgeklärte Mord an Helga P. aus Worms – True Crime Podcast – Ty
Crime, dein True Crime Podcast mit Lia. Hier hörst du wahre Verbrechen und vermissten Fälle aus deiner Region. Ja, und damit herzlich willkommen zu dieser neuen Folge auf meinem Kanal Lias Crime Time. Schön, dass ihr diesmal auch alle wieder mit dabei seid. Und falls ihr gerade ganz neu auf meinem Kanal seid, mein Name ist Lia und auf meinem Kanal gibt es im Schnitt ja aktuell ungefähr zwei Folgen pro Woche über ungeklärte, aufgeklärte ähm kriminal oder vermissten Fälle und ähm ja, das ist eigentlich auch so meine
Leidenschaft darüber zu berichten, den Opfern eine Stimme zu geben. Und wenn du gerne häufiger von mir hören möchtest, dann drück gerne auf abonnieren auf den Podcast Portalen oder auch bei YouTube. Das ist vollkommen kostenlos. Ja, heute habe ich auch noch eine kurze Frage an euch, bevor es mit dem Fall losgeht.
Ich hatte das schon mal bei Instagram gefragt vor einiger Zeit in einer Umfrage, aber ich weiß, dass viele von euch mir auch gar nicht bei Instagram folgen. Dürft ihr natürlich gerne nachholen, wenn ihr mögt, aber was haltet ihr davon, wenn ich die Folgen jetzt immer um 0 Uhr veröffentliche? So kann sie z.B. jemand auch auf dem Weg zur Arbeit hören oder morgens am Frühstückstisch? Ähm ja, würde mich mal eure Meinung zu interessieren oder welche Uhrzeit euch z.B. lieb wäre.
Ja, heute gibt es einen aufgeklärten Fall für euch. Ich weiß, viele mögen aufgeklärte Fälle auch sehr gerne und ich bin da mal so ein bisschen in mein Aktenzeichen XY ungelöst Archiv gegangen und hatte dann einen Fall entdeckt, der mir tatsächlich auch im Gedächtnis geblieben ist, weil ich da immer diese bestimmte Szene noch im Kopf habe, wo ähm die Dame auf der Gymnastikmatte liegt und ja dann sich da eine Wasserflasche nebenestellt hatte mit einem Glas und ich wusste aber immer nicht, war der Fall jetzt aufgeklärt oder nicht? Und der Fall ist tatsächlich
vor einigen Jahren schon aufgeklärt worden und ich persönlich finde ihn unglaublich auch vom Motiv her. Aber ich würde sagen, wir starten jetzt erstmal mit der heutigen Folge. Ähm, es geht um einen Fall aus dem Jahr 2002. Opfer im heutigen Fall ist Helga P. Die Namen der Kinder des Ehemanns und allen anderen Beteiligten in diesem Fall habe ich für die Folge geändert.
Helga P wurde nur 45 Jahre alt. Helger und Peter lebten mit ihren beiden Kindern Maria 14 Jahre alt und Lisa 11 Jahre alt seit ca. 1994 in Worms Leiselheim. Leiselheim. Das ist eine kleine Gemeinde mit etwa über 2000 Einwohnern und 4 km von der Kernstadt Worms entfernt in Rheinlandfalz. Und die Familie wohnte dort in einem reinen Mittelhaus, verstand sich gut mit ihren Nachbarn und auch in der Ehe von Helga und Peter lief es nicht gerade schlecht.
Peter ist Architekt gewesen, verließt morgens schon früh das Haus und Helga hat nicht mehr gearbeitet. Nach einem Krebsleiden hatte sie gesundheitliche Probleme und so beschloss man, dass sie lieber zu Hause bleibt und sich eben ein bisschen um den Haushalt kümmert, um die Kinder.
Aber ab und zu soll sie wohl noch im Betrieb ihres Vaters mitgeholfen haben. Und auch Peter führte als Architekt die Firma seines Vaters. Durch ihre schwere Erkrankung hat Helga auch zum Glauben gefunden und allgemein war die Familie auch sehr christlich. Sie hat nach ihrer Erkrankung gelernt, mehr auf sich zu achten und trieb morgens im Haus immer etwas Sport. Am.
April 2002, das ist ein Donnerstag gewesen, macht sich Peter wie gewöhnlich für die Arbeit fertig und auch Maria und Lisa müssen bald zur Schule. Am Nachmittag sowie jeden Donnerstag war dann geplant, dass die beiden Mädchen mit ihren Fahrrädern zur Oma und Opa fahren und Helga ist dann wohl immer nachgekommen und sie haben dann zusammen zu Mittag gegessen.
Um 13:30 Uhr kamen die beiden Mädchen dann bei ihren Großeltern an und wundern sich, dass ihre Mutter noch gar nicht da gewesen ist. Und der Großvater sorgte sich auch etwas. Er rief dann auch zu Hause an bei ähm den PS, aber es hat niemand abgenommen. Und die Mädchen beschlossen dann selbst nach Hause zu fahren und zu gucken, ob alles in Ordnung ist und würden sich dann zeitnah eben bei den Großeltern melden.
Zu Hause angekommen fiel den Mädchen dann einen Mann auf, der vor dem Haus stand und den sie nicht gekannt haben. Er trug eine Sonnenbrille, hatte kurzes graumilliertes Haar und war ziemlich dunkel gekleidet. Er behauptete, er würde Grünschnittarbeiten durchführen und Helga sei einkaufen. Er wollte aber seine Flasche Wasser und sein Glas haben, was ihm von Helga wohl bereitgelegt worden ist und das würde alles auf der Terrasse stehen.
Eine der Töchter geht dann ins Haus und ihr fällt ein ganz schönes Chaos dort auf, was sonst nie so da gewesen ist und auch die Gardinen im Wohnzimmer waren zugezogen, was sehr unüblich gewesen ist. Und die Wasserflasche stand nicht, wie der Mann sagte, auf der Terrasse, sondern auf dem Boden mit dem Glas im Wohnzimmer.
Eigentlich stellte dort Helger immer ihre Flasche Wasser ab, wenn sie morgens dort ihren Sport getrieben hat. Das Mädchen stellt dem Mann dann die Wasserflasche und das Glas nach draußen und die beiden Töchter gehen wieder zurück ins Haus. Sie fragten sich schon die ganze Zeit, wo ihre Mutter bloß sein könnte.
Da es im Haus aber alles extrem unordentlich und verwüstet aussieht, trauen Sie sich nicht allein weiter in dem Haus nach dem Rechten zu sehen. Sind ja auch noch recht junge Mädchen gewesen und rufen dann ihren Großvater an. Dieser macht sich sofort auf den Weg zum Haus. Gemeinsam gehen sie dann durchs Haus und sofort fällt einer der Töchter auf, dass im Bad Wasser auf den Boden läuft, schon so viel, dass es unter herausfloßs.
Aber sie konnten nicht sofort nachschauen, was da los ist. Die Tür war nämlich verschlossen. Auch der Großvater machte sich langsam richtig große Sorgen und rüttelte so heftig an der Tür, dass diese sich dadurch dann geöffnet hat. Er findet seine Tochter Helga in der Badewanne halb bekleidet vor. Die Badewanne war komplett gefüllt und Helga nicht mehr ansprechbar. Regungslos tot.
Der Großvater alarmiert sofort den Notruf und begann mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Eine eingetroffene Notärztin konnte nur noch den Tod feststellen. Helger war schon ganz blau. Auch Peter ist mittlerweile informiert worden und kam sofort nach Hause. Auch die Kriminalpolizei machte sich auf den Weg, denn das ganze Haus und die Tatsache, dass man Helger so in der Badewanne auffand, sprachen schon eher für ein Verbrechen.
Was die Kripo vor Ort sah, sprach klar dafür, dass Helga schon im Erdgeschoss mit einem Täter gekämpft haben muss. Im Bereich der Garderobe war alles komplett durcheinander. Einbruchspuren an der Haustür allerdings soll es keine gegeben haben. Hat Helger ihren Mörder gekannt? Wurde sie von jemand ausgetrixt, der sich dann einfach Zugang verschaffte, weil er sie bedrohte? Auch stellte man fest, dass es nicht nur bei dem Kampf im Erdgeschoss geblieben ist.
Helger muß nach oben gerannt sein in eines der Kinderzimmer und hatte sich dort mit einem Telefon eingeschlossen. Sie versuchte den Notruf zu wählen, da war es 12:31 Uhr, doch der Täter riss das Telefonkabel ab, sodass sie keine Chance mehr auf Hilfe gehabt hat. Auch die Tür zum Kinderzimmer muß der Täter eingetreten haben. Auch im Schlafzimmer fanden sich Spuren.
Auch dort gab es ein Kampfgeschehen. Helga, so wird später klar, muss auch geschrienen haben. Nachbarn allerdings hielten die Schreie für Kinderschreie und zumindest nicht dafür, dass da gerade ein Verbrechen geschieht. Dann fesselte er Helga, der Täter, so konnte man feststellen, und muß sie dann in der Badewanne ertränkt haben und die Badezimmertür von außen verschlossen haben.
Nur der Vollständigkeit halbar, es gab einige Berichte, die auch angaben, dass auch eine sexuelle Straftat mit vorgelegen haben soll. Aber wollte er sich nun Zugang zum Haus verschaffen, um eine sexuelle Straftat zu begehen? Oder was war der Grund für diesen schrecklichen Mord? Die spätere Obduktion ergab, daß Helger Schläge auf den Kopf erhielt.
Die Todesursache war aber ertrinken. Ihre Lunge war voller Wasser. Es fand sich keine fremde DNA Spur. Es fanden sich zusätzlich Fesselungsspuren an ihrer Kleidung. Die Ermittler sich an im gesamten Hausen befragen natürlich auch die Familie und Leute, die hell nahgestanden sind, die Nachbarn, alles, was da eben so zugehört.
Und dabei fällt auch auf, dass doch so manches gestohlen worden ist, wie z.B. die Eheringe von Peter und Helger, graviert mit ihren Namen und Hochzeitsdatum. Ein ein Kilo schwerer Goldbarren fehlte. Auch ging man zusammen mit der Familie und der Putzfrau Simone noch mal durch das Haus, um festzustellen, was noch ja vielleicht gestohlen sein könnte, was auffällt, was vielleicht nicht mehr an seinem Platz gewesen ist, was auch äußerst ungewöhnlich gewesen ist, zumindest kein Standard bei einem Einbruch oder bei einem Raub. Der Täter
hat sogar die Bettwäsche mitgenommen, vermutlich aus Angst, dass dort Spuren von ihm zu finden gewesen sind. Auch ging die Kripo davon aus, daß der Mörder derjenige gewesen ist, den die beiden Mädchen draußen gesehen haben. Der Mann, der ja um die Wasserflasche bat und um das Glas und vermutlich waren dort auch Spuren von ihm drauf und das wollte er natürlich umgehen und die Sachen wollte er dann noch mitnehmen.
Aber man fand trotzdem Blut von ihm am Bett. Auch im Wohnzimmer gab es eine Spur, den Abdruck seines kleinen Fingers, aber nur zur Hälfte, war der Abdruck sichtbar. Ein blutiger Fingerabdruck. Und das Blut, das war nicht von ihm, sondern von Helga. Und wie ich ja gerade erwähnte, war auch Simone bei der Wohnungsbegehung anwesend als Reinigungsdame oder Putzfrau, Putzfee, wie auch immer man das nennen mag.
Ähm, als Idee finde ich nicht einmal eine schlechte der Polizei, finde ich. Schließlich muss ja auch sie das Haus gut gekannt haben. Und Helger und Simone lernten sich durch den Kindergarten kennen. Die beiden Frauen plauschten ab und an gemeinsam und irgendwann bekommt Simone mit, das Helger an Krebs erkrankte. Sie hatte damals nur einen Job im Krankenhaus Kios und konnte ein wenig Geld sicherlich gut gebrauchen und bot sich dann eben als Putzfrau für Helger an, der es in der damaligen Zeit wirklich nicht gut ging.
Und seit dieser schweren Zeit kam Simone immer alle 14 Tage vorbei und putzte das Haus immer am Donnerstag. Einen Schlüssel bekam sie nicht. Helger war immer anwesend, wenn Simone putzte und die beiden wurden über kurz oder lang auch Freunde. Und Simone, die zuvor allein erziehend gewesen ist, hatte im Laufe der Zeit dann auch einen neuen Partner.
Diesen lernt Helga spontan beim Einkaufen kennen und Simone erzählt ihrer Freundin von den handwerklichen Fähigkeiten ihres neuen Partners. Unentgeltlich erledigte er kleine Arbeiten im Haus und man verstand sich gut. Die Beziehung von Simone und ihrem neuen Freund ging aber dann im Juli 2001 zu Ende. Nun aber erstmal weiter mit der Arbeit der Kripo 2002.
Da die beiden Mädchen den vermutlichen Täter gesehen haben, wurde ein Phantombild erstellt. Leider trug er ja aber damals eine Sonnenbrille. Aber sie beschrieben ihn als einen Mann mit sehr schlechten Szenen, graumilierten Haar, 35 bis 45 Jahre alt, 17 bis 180 groß und schlank. Auch soll er mit Akzent gesprochen haben.
Die Mädchen hielten diesen Akzent aber für vorgetäuscht. Die Ermittler sind damals mit diesen Informationen und dem Phantombild schnell in die Öffentlichkeit gegangen und fahneten mit Hochdruck nach dem Mann. Den Ehemann als Mörder konnte man sehr schnell ausschließen. Mit Sicherheit konnte man auch nachweisen, dass er auf der Arbeit gewesen sein wird.
Teams der Polizei befragten von Tür zu Tür Nachbarn. Nachbarn von Helga und Peter gaben an am Tag des Mordes einen Mann in Schwarz in der Nähe der Rheinhäuser auf und abgehend gesehen zu haben. Auch wollten mehrere Personen ihn dabei gesehen haben, wie er ziellos durch die Straßen ging und sich vor dem Wohnhaus der Familie aufhielt und jemand sogar nach einer Telefonzelle fragte.
Ein Tag nach der grausamen Tat meldet sich ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei, der von dem Vorfall in der Zeitung gelesen hatte, bei der Polizei. Er machte auf einem Parkplatz in Laudenbach an der A5 eine Entdeckung im Müllcontainer. Es fanden sich darin zwei leere Geldtaschen, zwei Stofftiere, Mülltüten, ein Führerschein, zerrissene Dokumente, Fesselungsmaterial und einen Reisepass von Helga.
Auch ein Führerschein soll noch gefunden worden sein, aber von wem der jetzt stammte, das wurde nicht bekannt gegeben. In den Dokumenten, die man dort gefunden hat, war noch mal der Fingerabdruck vom Täter, diesmal aber ein vollständiger. Diesen konnte man allerdings nicht in der erkennungsdienstlichen Datenbank des Bundeskriminalamts finden, aber damit war schon einmal ein kleines Puzzelteil da, dem Täter näher zu kommen, wenn er irgendwann noch mal eine Straftat begehen würde.
Der Fund im Müllcontainer lohnte sich also für die eingerichtete Soko Helga dann doch irgendwie. Man konnte auch genau feststellen, wann die aufgefundenen Dinge in den Müllcontainer geworfen worden sind, nämlich zwischen dem 25. April 2002, dem Tattag, und dem 26. April 2002 bis 10 Uhr am Morgen, also zwischen dem Zeitfenster irgendwann wurde das dort eingeworfen.
Passt also gut dazu, dass der Täter dann eben diese Dinge loswerden wollte und dachte, dass man ihm damit auf jeden Fall nicht auf die Schliche kommt, wenn er an der Autobahnraststätte dann mal den Müll dort einwirft. Das wird ja bestimmt dann äh niemand merken, dass das mit dem Fall zusammenhängt. Aber falsch gedacht, das hat die ähm Soko damals auch sehr gut gemacht, dass sie direkt in die Öffentlichkeit gegangen ist und das sind alle Zeitungen so hat schreiben lassen im Umkreis und ja, so hat es dann zum Glück der Richtige
mitbekommen, denn sonst glaube ich wä der Fall ganz anders ausgegangen. Im August 2002, wenige Monate nur nach dem Mord wurde der Fall von Helga P bei Aktenzeichen XY ungelöst im ZDF gezeigt. Details zum Mord wurden in der Sendung übrigens gar keine genannt, aber das Phantombild wurde gezeigt und ein Teil der aufgefundenen Sachen aus dem Müllcontainer.
Auch eine Schirmütze wurde in der Sendung gezeigt, die man auch im Müllcontainer fand und man fragte, ob die vielleicht vom Täter stammen könnte, ob die jemand kennt. Aber ich glaube, da ist nichts draus geworden. Es wurde eine Belohnung in Höhe von 10.000 € ausgelobt damals. 5000 € wurden von der Familie Pereitgestellt, die unbedingt wissen wollte, wer ihre Mutter und Ehefrau ermordete.
Ihnen ging es sehr, sehr schlecht psychisch auch. sollen sie nie wieder in das Haus zurückgekehrt sein. Der Schmerz sei zu groß und vermutlich damals auch erstmal die Angst, denn der Mörder lief ja immer noch frei herum. Sie hängten damals auch Plakate auf vor der Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ungelöst, um eben darauf aufmerksam zu machen, dass möglichst viele sich auch die Sendung anschauen, damit der Fall vielleicht aufgeklärt wird und ähm vielleicht jemand in seinem Umfeld den Täter kennt oder gekannt hat.
Und da finde ich merkt man auch, wenn man sich schon so eine Mühe macht und auf die Sendung zusätzlich noch mal aufmerksam macht, wie groß die Not gewesen sein muss der Familie und ähm wie groß das Leid. Die damalige Ausstrahlung hat allerdings nicht dazu geführt, dass man den Täter ja Dingfest machen konnte.
Man hatte bis November 2005 in diesem Fall 1000 Personen vernommen, 256 Spuren überprüft, aber leider führten alle Bemühungen der Soko und Kripo ins Leere. Der Fall wurde dann als Coldase eingestuft 3 Jahre nach dem Mord und die Ermittlung erst einmal eingestellt. Aber im Juli 2006 eine neue Spur, wenn man das so nennen kann.
Ähm, eine Einbrecherbande war aktiv und ein Mann davon rückte ins Visier der Ermittler, denn der Tatablauf war sehr ähnlich wie in Hellgasfall gewesen. Dieser hatte jedoch für die Tatzeit ein Alibi. Wieder eine Hoffnung, die leider ins nichts geführt hat. Noch ein Jahr später, im November 2007, erhält die Kripo in Mainz plötzlich einen Anruf aus Wales.
Wales liegt im Westen der Insel Großbritannien und grenz England und dort lebte mal wieder Ed. Und Edgar N, mittlerweile wurde er wegen Berichten von häuslicher Gewalt erkennungsdienstlich behandelt. Das war vorher nie der Fall und ihm wurden auch Fingerabdrücke abgenommen und bei diesem Abgleich gab es einen Treffer in einer Datenbank in Deutschland.
Edkn, mittlerweile 57 Jahre alt war es, dessen Fingerabdrücke auf den Dokumenten im Müllcontainer gefunden wurden, um zum Teil auch in dem Haus von Helga P. Also, erinnert euch den halben kleinen Fingerabdruck, den man da gefunden hatte. Edgar N lebte in zweiter Ehe. Bis 2004 lebte er in Deutschland, bis er im Urlaub seine zweite Ehefrau kennenlernte und mit ihr nach Wales zog, wo er gebürtig wohl auch hergekommen ist.
Er war mehrfach vorbestraft wegen Urkundenfälschung, Körperverletzung und Betrug. Aufgrund dieser Delikte wurde er aber zuvor nie erkennungsdienstlich behandelt. Aber wer war der Mann, der vermutlich Helga ermordete? eigentlich genau. 1977 im Alter von 19 heiratete er bereits und zwei Jahre später machte er eine Lehre zum Schreiner. 1981 zieht er mit seiner ersten Ehefrau nach Deutschland und bekommt mit ihr drei Kinder.
Ende derziger Jahre ließ dieser sich sterilisieren, in den 90er Jahren aber trennte sich das Paar und ließ sich im späteren scheiden. Auch hier soll Gewalt im Spiel gewesen sein. Im Dezember 2000 lernt er dann in Worms eine Frau kennen und arbeitete in einer Trockenbaufirma. Die damaligen Angestellten der Firma wurden auch alle befragt und dabei kommt dann heraus, dass Edkn eine Affäre mit Simone der Putzfrau gehabt hat, der Freundin von Helga.
Die beiden sollen sich im Krankenhaus kennengelernt haben, wo Edgar N arbeiten verrichtete und Simone ja im Kios gearbeitet hat. Und wenig später soll sich sogar eine Beziehung zwischen Simone und Edgar entwickelt haben. Aber das Glück hielt nicht lange an. Im Sommer 2001 ist die Beziehung wohl auch mal wieder in die Brüche gegangen und die Trennung verläuft aber gut und Edgar blieb vorerst auch in Deutschland.
Kurze Zeit, nachdem man in der Datenbank dann den Treffer gelandet hatte, wurde Edgar in Klein festgenommen oder Kleins. Das ist ein Dorf in der Grafschaft Netp Talbow, wenn ich das richtig ausspreche, in Wales. Dort befand er sich in Uhaft und wartete dann auf seine Auslieferung. Und in London wurde er dann überführt nach Deutschland im Jahr 2008.
Dort wurde er dann auch befragt und leugnete die Tat. Er habe Erinnerungslücken. Seine Exfreundin habe ihm Drogen verabreicht und es bliebe bei ihm eine große Unsicherheit, ob er überhaupt mit dem Mord zu tun gehabt habe. Im Jahr 2008 wurde ihm vor dem Landgericht in Mainst dann der Prozess gemacht.
Es war ein Indizienprozess und die Anklage lautete auf Mord und schwerem Raub. Einige Quellen gaben aber zusätzlich auch noch ein Sexualdelikt an. Weshalb dies von einigen anderen Presseartikeln ferhalten wurde, kann ich mir nicht so wirklich erklären. Vielleicht aus Schutz der Familie gegenüber. Daher möchte ich auch so ein bisschen vorsichtig mit der Aussage sein.
Ist aber auch nicht komplett unerwähnt lassen, denn ein Sexualdelikt zusätzlich zu diesem schrecklichen Mord und Raub würde dem fast meiner Meinung nach noch die Krone aufsetzen und ich mag mir nicht vorstellen, wenn das stimmt, wie es Helga dann gegangen sein muss in ihren letzten Minuten. Das wünscht man wirklich niemanden. Ja, das Motiv für die grausame Tat soll Geldnot gewesen sein.
KN soll damals Freiberufler gewesen sein und hatte zu dieser Zeit sehr wenig Einkommen und ja, hat dann wahrscheinlich gedacht, wenn er da was mitgehen lässt, hat er erstmal wieder Geld zum Leben. Ich weiß es nicht. Und Helga kannte Edgar Enja nun mal auch von ihrer damaligen Freundin Simone.
Auch führte er ja, wie ich ja eben schon kurz erzählte mal, kleinere Arbeiten in dem Haus aus und daher sollte Helger ihn dann wohl ohne weiteres eingelassen haben. So die Vermutung, aber der nette Handwerker oder Bekannte von Einst soll sich dann sehr gewandelt haben. Laut Anklage habe er Helga dann dazu gezwungen, ihr die Wertsachen auszuhändigen und schlug sie auf den Kopf.
Helga soll dann vor Angst ins Kinderzimmer geflüchtet sein, versucht den Notruf zu wählen und dann trat Edgar in die Tür ein. Er soll sie aufs Bett im Schlafzimmer gezehrt haben, dort auch gefesselt und geknebelt haben, Bargeld gefordert haben und eben diesen ein kilo schweren Goldbarren geklaut haben.
Unter Androhung von Gewalt sollte sie den wohl rausgeben. Aber so der Richter wusste Edkn genau, dass Helga P ihn ja später bei der Polizei anzeigen könnte, denn die beiden kannten sich ja nun mal, wie ich ja gerade schon sagte, und dann beschloss er, sie zu töten, um nicht überführt zu werden. Er soll sie dann gefesselt und geknebelt zur Badewanne gerollt haben und füllte diese mit Wasser und hielt ihren Kopf so lange unter Wasser, bis sie ertrank.
Danach kehrte Edgar N in seine Heimat nach Wales zurück, um allen Dingen, die da vielleicht auf ihn zugekommen wären, entgehen zu können. Sicherlich auch aus Angst ähm überführt zu werden natürlich. Insgesamt gab es 17 Verhandlungstage in diesem Fall. Ich kann leider nur über ganz wenig vom Prozess berichten, weil es keine großartig vielen Presseartikel dazu gibt.
Aber die Familie hatte wohl sehr mit diesem Prozess zu knabbern. Ihnen ist das sehr schwer gefallen. [schnauben] Ich weiß nicht, ob die Kinder auch dabei waren, aber ja, das soll nicht ohne gewesen sein für die Familie. Und einer der Zeugen identifizierte den Angeklagten auch sofort als den Mann, der vor dem Haus herumgelaufen sei.
Ein anderer identifizierte ihn auf Fotos. Schließlich waren ja auch ein paar Jahre vergangen. Das waren aber wohl alles Nachbarn, die diese Aussagen dann vor Gericht gemacht haben. Auch wurde von Edgar N ein psychiatrisches Gutachten erstellt, was ihm die volle Schuldfähigkeit bestätigte. Auch sagte der Psychiater, der als Zeuge gehört wurde, dass Edgarn zu der Kategorie Krimineller gehöre, die mit Verbrechen umgehen, indem sie sich davon distanzieren würden.
Auch äußerte er, dass er glaube, Helga wurde ertränkt, um ihrem Tod wie einen Unfall aussehen zu lassen. Obwohl das bei den ganzen Gegebenheiten im Haus, muss man ja mal ehrlich sein, er dann nicht wie ein Unfall am Ende ausgesehen hätte. Ja, im Dezember 2008 wurde Edgar Endern vor dem Landgericht in Mainz zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub.
Nach seiner Verurteilung legte Edgar Nvision ein, diese wurde aber abgelehnt und danach wurde er dann auch nach Großbritannien abgeschoben und sein Fall wurde am Londoner Hecourt verhandelt, wobei er dort die Mindeststrafe für Mord erhielt. 30 Jahre sind das mit Wirkung vom Juni 2009 mit Abzügen für die Zeit in der Uhaft, aber das war ja jetzt nicht so extrem lange.
Somit muss Edgar noch heute für seine Strafe absetzen und ich finde es gut, dass es dort längere Haftstrafen gibt für so ein schlimmes Verbrechen wie bei uns in Deutschland. Da wäre es ja wahrscheinlich nach 15 Jahren dann vorbei gewesen. Es sei denn, es würde Sicherungsverwahrung angeordnet werden. Aber ja, ich finde, das ist auch zurecht eine Strafe, die mal angemessen ist, denn was er Helga angetan hat, die ganze Familie, ich will gar nicht wissen, was die für ein Bild haben, dass denen nie mehr aus den Kopf gehen wird. Und die Kinder
waren damals noch sehr jung. Er hat zwei Kindern ihre Mutter genommen, er hat die Ehefrau genommen und bestimmt auch die ganze Familie, die um sie getrauert hat. Das waren ja nicht nur die Kinder und der Mann, das war ja bei weitem noch viel mehr Personen bestimmt, den ja Helger heute sehr sehr fehlt.
Und wenn das mit dem Sexualverbrechen zusätzlich auch noch stimmt, ich gebe euch die Quellen auch wieder unten alle in der Beschreibung an, da könnt ihr euch das auch selber mal durchlesen, dann finde ich das Ganze noch viel schlimmer. Wie kann man jemanden dann in der Badewanne ertränken wegen Geld, ihn auch noch vergewaltigen und berauben? Also, ich finde, schlimmer geht es wirklich nicht mehr.
Und ähm es ist ja so ein Glück, dass in diesem Fall er eben erkennung erkennungsdienstlich im Ausland eben behandelt wurde, denn sonst wäre dieser Fall wahrscheinlich bis heute noch nicht aufgeklärt worden. Da gehe ich mal ganz ganz schwer von aus. Und man muss natürlich auch sagen, es war richtig richtig richtig viel Glück. dass da eben ja der richtige Mitarbeiter auch in diesem Müllcontainer rumgewühlt hat und diese blutigen Fingerabdrücke oder generell die Fingerabdrücke eben ähm gesehen hat, gefunden hat, den Ausweis von Helger gefunden hat. Ähm ja, da hat
wirklich der Richtige in dem Moment dann ähm in den Müllcontainer geguckt, weil ich glaube sonst wäre das immer noch nicht aufgeklärt worden, weil dann hätte man ja nicht wirklich einen Fingerabdruck vom Täter, weil man hatte ja vorher nur die Hälfte des Fingerabdrucks, die hätte einem aber nichts genutzt für die Datenbank.
Also hier war auch sehr, sehr viel Glück mit dem Spiel bei diesem Fall, muss man sagen. Und ich kann mir vorstellen, dass die Familie schon erleichtert gewesen ist, dass wenigstens jemand dafür verurteilt worden ist und man jetzt die Gewissheit hatte, dass ja nicht der Mörder irgendwann vielleicht noch zu einem selbst kommt, weil man nie wusste, wer es gewesen ist.
Ich denke, solche Ängste sind da durchaus bei Angehörigen teilweise auch mit im Spiel, die einfach ja nicht wissen, warum ist das passiert und passiert das jetzt vielleicht den Töchtern auch noch oder hat’s da jemand auf die Familie abgesehen? Man weiß ja nie, was für ein Motiv dahinter steckt, wenn ein Mord ungeklärt ist.
Ja, ihr Lieben, das war der Fall von Helga P aus dem Jahr 2002, jetzt auch schon 24 Jahre her. Man mag es kaum glauben, wie schnell auch manchmal die Zeit vergeht. Und ja, er hat noch einige Jahre abzusitzen, der Edkn zurecht, finde ich. Und ihr dürft mir gerne mal eure Meinung zu dem Fall in die Kommentare schreiben oder auch ob ihr euch an den Fall aus Aktenzeichen XY ungelöst noch erinnert.
Ja, in diesem Sinne ihr Lieben, bleibt sicher, bleibt gesund. Bis zur nächsten Folge und ja, bis dahin. Ich freue mich über einen Like, ein Kommentar oder auch ein Abo und ja, bis bald, eure Lia. Das war wieder eine Folge von Crimetime mit Lia, deinem True Crime Podcast. Abonniere den Podcast, um keine neuen Folgen zu verpassen. Ne.

Das nackte Entsetzen in Worms-Leiselheim: Der brutale Raubmord an Krebspatientin Helga P. und das späte Urteil
Article:
Es gibt Kriminalfälle, deren Rekonstruktion selbst erfahrenen Ermittlern einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Verbrechen, die die vermeintliche Sicherheit der eigenen vier Wände in einem einzigen Augenblick pulverisieren und das Leben unschuldiger Kinder für immer in ein Trümmerfeld verwandeln. Ein solcher Fall ist der grausame Mord an der 45-jährigen Helga P. im rheinland-pfälzischen Worms-Leiselheim im Frühjahr 2002 [02:24], [02:43]. Was als ein gewöhnlicher Donnerstag im April begann, endete für die zweifache Mutter in einem sadistischen Martyrium, das von unvorstellbarer Verzweiflung und Todesangst geprägt war [04:01], [08:31]. Erst sechs Jahre später, nach einer internationalen Rasterfahndung und einem spektakulären Treffen in einer britischen Fingerabdruck-Datenbank, fand dieses erschütternde Familiendrama vor dem Landgericht Mainz seinen juristischen Abschluss [18:13], [21:26]. Doch die seelischen Wunden, die der eiskalte Täter bei den damals jungen Töchtern hinterließ, werden wohl niemals ganz verheilen [06:08], [26:23].
Ein geborgenes Leben im Schatten einer schweren Krankheit
Um das ganze Ausmaß dieser Tragödie zu begreifen, muss man das Leben der Familie P. in Worms-Leiselheim betrachten. Seit 1994 wohnte die Familie in einem schmucken, gepflegten Reihenmittelhaus in der idyllischen, rund 2000 Einwohner zählenden Gemeinde, nur wenige Kilometer von der Wormser Kernstadt entfernt [02:43], [02:55]. Der Ehemann, Peter, war ein erfolgreicher Architekt, der die renommierte Firma seines Vaters leitete [03:12], [03:34]. Helga P., eine warmherzige und fürsorgliche Frau, kümmerte sich rührend um den Haushalt und die beiden gemeinsamen Töchter, die 14-jährige Maria und die elfjährige Lisa [02:43], [03:29].
Helga hatte wenige Jahre zuvor ein schweres Krebsleiden durchgestanden [03:21]. Die tückische Krankheit hatte sie gezwungen, ihre berufliche Tätigkeit aufzugeben, stärkte jedoch ihren Lebenswillen und ihren christlichen Glauben [03:21], [03:43]. Helga hatte gelernt, intensiv auf ihre Gesundheit zu achten; jeden Morgen rollte sie im Wohnzimmer eine Gymnastikmatte aus, stellte sich eine Flasche Wasser sowie ein Glas bereit und trieb Sport, um ihren geschwächten Körper wieder zu kräftigen [03:51], [05:33], [05:41]. In der Nachbarschaft galt die Familie als absolut solide, freundlich und gut integriert [03:12]. Nichts deutete darauf hin, dass dieses friedliche Leben bald ein jähes, gewaltsames Ende finden würde.
Der 25. April 2002: Ein harmloser Donnerstag wird zum Albtraum
Der schicksalhafte Tag war ein Donnerstag [04:01]. Peter P. verließ wie gewohnt früh am Morgen das Haus, um zur Arbeit zu fahren, und die beiden Mädchen machten sich auf den Weg zur Schule [04:01], [04:08]. Für den Nachmittag war eine feste Familientradition geplant: Jeden Donnerstag fuhren Maria und Lisa mit ihren Fahrrädern direkt nach dem Unterricht zu den Großeltern [04:08], [04:16]. Helga wollte wenig später mit dem Auto nachkommen, damit alle gemeinsam zu Mittag essen konnten [04:16].
Als die Mädchen um 13:30 Uhr pünktlich bei Oma und Opa eintrafen, stellten sie verwundert fest, dass ihre Mutter noch nicht da war [04:24]. Der Großvater, der die extreme Pünktlichkeit seiner Tochter kannte, versuchte sofort, Helga auf dem Festnetztelefon zu erreichen – doch am anderen Ende der Leitung ertönte nur das endlose Freizeichen [04:24], [04:30]. In Sorge beschlossen die beiden Mädchen, mit ihren Fahrrädern zurück zum elterlichen Haus zu fahren, um nach dem Rechten zu sehen [04:30], [04:44].
Die unheimliche Begegnung vor dem Haus und das verwüstete Erdgeschoss
Als Maria und Lisa vor dem Reihenhaus in Leiselheim ankommen, stoßen sie auf eine Szenerie, die sofort ein ungutes Gefühl in ihnen auslöst. Vor der Haustür steht ein fremder, dunkel gekleideter Mann mit kurzen, grau-melierten Haaren und einer dunklen Sonnenbrille [04:52], [05:00]. Als er die sichtlich irritierten Mädchen bemerkt, ergreift er sofort die Initiative. Mit einem seltsamen, fast künstlich wirkenden Akzent behauptet er, er führe im Auftrag der Mutter Grünschnittarbeiten im Garten durch [05:00], [12:39]. Helga selbst sei kurz zum Einkaufen gefahren [05:00]. Der Fremde bittet die Töchter in einem barschen Ton darum, ihm seine Wasserflasche und sein Glas herauszugeben, die Helga ihm angeblich auf der Terrasse bereitgestellt habe [05:10].
Maria betritt das Haus durch die unverschlossene Tür, um nach den Sachen zu suchen – und prallt vor Schreck fast zurück [05:18]. Im Erdgeschoss herrscht ein unbeschreibliches, absolut untypisches Chaos [05:18], [05:25]. Jacken und Gegenstände im Garderobenbereich sind wild durcheinandergeworfen [07:24]. Im Wohnzimmer sind alle Gardinen dicht zugezogen, obwohl draußen heller Tag ist [05:25]. Und die besagte Wasserflasche steht samt Glas nicht auf der Terrasse, sondern mitten auf dem Wohnzimmerboden – exakt an jener Stelle, an der Helga morgens immer ihre Gymnastikmatte ausrollte [05:33], [05:41]. Maria ahnt in diesem Moment nicht, dass sie direkt auf den blutigen Tatort blickt. Sie nimmt die Flasche, stellt sie dem vermeintlichen Handwerker vor die Tür und kehrt schaudernd zu ihrer Schwester ins Haus zurück [05:48]. Der unheimliche Fremde nimmt die Sachen an sich und verschwindet hastig in den Straßen von Leiselheim [05:48].
Eine verschlossene Tür und der grausame Fund in der Wanne
Da das Haus komplett verwüstet aussieht und von der Mutter jede Spur fehlt, trauen sich die beiden jungen Mädchen verständlicherweise nicht, alleine die oberen Stockwerke zu durchsuchen [05:55], [06:03]. In Todesangst rufen sie ihren Großvater an, der nur wenige Minuten später mit dem Auto herbeieilt [06:03], [06:08]. Gemeinsam betritt die kleine Gruppe das Obergeschoss. Im Flur des ersten Stocks fällt ihnen sofort ein beunruhigendes Geräusch auf: Aus dem Badezimmer dringt das laute Rauschen von fließendem Wasser [06:17]. Auf dem Flurboden hat sich bereits eine riesige Pfütze gebildet; das Wasser läuft massiv unter der Badezimmertür hindurch [06:17], [06:24].
Der Großvater versucht, die Klinke herunterzudrücken, doch die Badezimmertür ist von außen fest verschlossen [06:24], [06:32]. In schierer Panik wirft sich der ältere Mann mit seinem gesamten Körpergewicht gegen das Holz, bis das Schloss mit einem lauten Splittern nachgibt [06:32], [06:39]. Im Inneren des dampfenden Raumes bietet sich ihnen ein Bild des absoluten Grauens: Helga P. liegt regungslos, halb bekleidet in der bis zum Rand mit eiskaltem Wasser gefüllten Badewanne [06:39], [06:48]. Ihre Haut ist bereits tief bläulich verfärbt [07:01]. Der Großvater zerrt seine Tochter unter Aufbietung aller Kräfte aus dem Wasser und beginnt verzweifelt mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung, während die Mädchen den Notruf wählen [06:48]. Doch jede Hilfe kommt zu spät. Die kurz darauf eintreffende Notärztin kann nur noch den Tod der 45-Jährigen feststellen [07:01].
Ein erbitterter Kampf um das nackte Überleben
Die Mordkommission der Wormser Kriminalpolizei übernimmt sofort die Ermittlungen [07:11]. Die Rekonstruktion des Tatorts offenbart ein unfassbares Drama, das sich in dem Reihenhaus abgespielt haben muss. Da an der Haustür keinerlei Einbruchspuren gesichert werden konnten, muss Helga P. ihrem Mörder arglos selbst die Tür geöffnet haben [07:34]. Vermutlich gab er sich als Handwerker oder Bekannter aus [07:42]. Sofort nach dem Betreten des Hauses muss der Täter die schwerkranke Frau brutal attackiert haben [07:42], [11:29].
Der Kampf begann im Erdgeschoss, wo die Garderobe zertrümmert wurde [07:24]. Helga P. gelang es jedoch unter Einsatz letzter Kräfte, sich aus den Fängen des Angreifers zu befreien [07:49]. Sie rannte in Panik die Treppe hinauf in das Kinderzimmer ihrer Tochter, warf die Tür zu, schloss sich ein und griff im Todeskampf zum Telefon [07:49], [07:57]. Um exakt 12:31 Uhr wählte sie die Tasten des Notrufs [07:57]. Doch der Täter war ihr dicht auf den Fersen. Mit brutaler Gewalt trat er die hölzerne Zimmertür ein, stürzte sich auf die wehrlose Frau und riss das Telefonkabel mit einem heftigen Ruck aus der Wand, bevor eine Verbindung zur Leitstelle aufgebaut werden konnte [08:05], [08:14].
Der Kampf verlagerte sich ins elterliche Schlafzimmer [08:14]. Helga P. schrie laut um ihr Leben – Nachbarn hörten die gellenden Schreie zwar, hielten sie jedoch fälschlicherweise für das laute Kreischen spielender Kinder im Garten und reagierten nicht [08:14], [08:23]. Der Täter schlug Helga P. mehrfach brutal auf den Kopf, fesselte und knebelte sie wehrlos auf dem Ehebett mit mitgebrachtem Fesselungsmaterial [08:31], [09:06], [09:16]. Anschließend schleppte er die gefesselte Frau ins Badezimmer, warf sie in die Badewanne und hielt ihren Kopf so lange unter Wasser, bis sie qualvoll ertrank [08:31], [23:42]. Die Obduktion bestätigte später: Jede Hilfe war aussichtslos, Helgas Lunge war komplett mit Wasser gefüllt [09:06].
Das makabere Raubgut und die heiße Spur im Müllcontainer
Bei der genauen Tatortbegehung mit dem fassungslosen Ehemann Peter und der geschockten Reinigungskraft Simone stellte die Polizei fest, dass der Mörder gezielt Wertsachen geraubt hatte [07:11], [09:16], [09:43]. Es fehlten die goldenen Eheringe des Ehepaars, die mit ihren Namen und dem Hochzeitsdatum graviert waren, sowie ein im Haus versteckter, ein Kilo schwerer Goldbarren und Bargeld [09:32], [09:43], [23:13]. Besonders makaber: Der Mörder hatte vor seinem Verschwinden auch die benutzte Bettwäsche vom Ehebett abgezogen und mitgenommen, vermutlich um sämtliche DNA-Spuren und Haare von sich zu vernichten [09:58], [10:06]. Auch die Wasserflasche und das Glas, die ihm die Töchter herausgegeben hatten, nahm er mit, um Fingerabdrücke zu vertuschen [10:14], [10:20].
Doch der Mörder machte einen entscheidenden Fehler. Nur einen Tag nach der Tat, am 26. April 2002, las ein aufmerksamer Mitarbeiter der Autobahnmeisterei in der Zeitung von dem grausamen Mord in Worms [13:29], [13:39]. Als er kurz darauf einen Müllcontainer auf dem Autobahnparkplatz Laudenbach an der A5 entleeren wollte, fielen ihm verdächtige Gegenstände ins Auge [13:39], [13:48]. Er alarmierte sofort die Polizei. Die Ermittler der eigens gegründeten Sonderkommission „Soko Helga“ trauten ihren Augen kaum: Im Müll lagen zerrissene persönliche Dokumente, zwei Stofftiere, leere Geldtaschen, das blutige Fesselungsmaterial und der unbeschädigte Reisepass von Helga P. [13:48], [14:01], [14:37].
Die kriminaltechnische Untersuchung der zerrissenen Dokumente brachte den ersehnten Durchbruch: Auf dem Papier isolierten die Experten einen vollständigen, gestochen scharfen blutigen Fingerabdruck des Täters [14:08], [14:16]. Das Blut stammte zweifelsfrei von dem Opfer Helga P., der Abdruck vom Mörder [10:44]. Ein Abgleich in der zentralen Datenbank des Bundeskriminalamtes (BKA) verlief jedoch völlig ergebnislos – der Täter war in Deutschland polizeilich bisher noch nie erkennungsdienstlich erfasst worden [14:16], [14:28].
Jahre des Schweigens: Der Fall wird zum Cold Case
Trotz einer bundesweiten Fahndung mit einem detaillierten Phantombild, das auf den präzisen Beschreibungen der beiden Töchter basierte, blieb der Mörder unauffindbar [12:20], [12:49]. Im August 2002 wurde der Fall in der ZDF-Kultsendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ ausgestrahlt [15:40], [15:49]. Die Familie P., die psychisch so schwer traumatisiert war, dass sie das Reihenhaus in Leiselheim nie wieder betrat und sofort wegzog, stellte aus eigener Tasche 5.000 Euro Belohnung bereit; der Staat legte weitere 5.000 Euro obenauf [16:11], [16:21], [16:30]. Doch trotz 1.000 Vernehmungen und der Überprüfung von 256 konkreten Spuren liefen alle Ermittlungen der Soko nach drei Jahren unbarmherzig ins Leere [17:18], [17:29]. Der Mord an Helga P. wurde offiziell als Cold Case zu den Akten gelegt [17:38].
Der sensationelle Treffer in Wales und die schockierende Verbindung
Der entscheidende Wendepunkt in diesem scheinbar perfekten Verbrechen ereignete sich im November 2007, mehr als fünf Jahre nach der Tat [18:13]. Die Wormser Kriminalpolizei erhielt völlig unerwartet einen amtlichen Anruf aus Großbritannien [18:13]. Im fernen Wales war ein 57-jähriger Mann namens Edgar N. wegen akuter häuslicher Gewalt von der britischen Polizei festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt worden [18:13], [18:23], [18:32]. Als seine Fingerabdrücke routinemäßig in das europäische Fahndungsnetzwerk eingespeist wurden, schlug das System in Deutschland sofort Alarm [18:32]. Es war eine absolute hundertprozentige Übereinstimmung mit dem blutigen Fingerabdruck aus dem Autobahn-Müllcontainer von 2002 [18:43], [18:51].
Die darauffolgenden Ermittlungen im Umfeld von Edgar N. brachten eine Verbindung ans Licht, die den Ermittlern den Atem stocken ließ. Edgar N., ein gelernter Schreiner und Trockenbauer, hatte bis 2004 in Deutschland gelebt, bevor er nach einer Urlaubsbekanntschaft zu seiner zweiten Ehefrau nach Wales gezogen war [19:00], [19:07], [19:39]. Im Jahr 2001 – ein Jahr vor dem Mord – hatte Edgar N. in Worms eine intensive Liebesaffäre mit einer ganz bestimmten Frau: Es war Simone, die langjährige Putzfrau und enge persönliche Freundin des späteren Opfers Helga P. [11:06], [20:03], [20:12]!
Über diese intime Verbindung hatte Edgar N. intimes Insiderwissen über die Familie P. erlangt. Er wusste genau, wo das Haus lag, dass Peter P. tagsüber als Architekt arbeitete und dass im Haus erhebliche Vermögenswerte, wie der ein Kilo schwere Goldbarren, gelagert wurden [03:12], [09:32], [11:52]. Edgar N. hatte Helga P. sogar persönlich beim Einkaufen kennengelernt und im Vorfeld der Tat unentgeltlich kleine handwerkliche Gefälligkeiten im Haus der Familie durchgeführt [11:52], [12:03]. Deshalb hatte die arglose Krebspatientin ihrem späteren Henker am 25. April 2002 ohne jeden Argwohn die Tür geöffnet [22:33], [22:42]. Das Motiv für die Tat war schlichtweg nackte, erdrückende Geldnot des damals erfolglosen Freiberuflers [22:11].
Späte Gerechtigkeit vor dem Landgericht Mainz
Edgar N. wurde in seinem walisischen Wohnort festgenommen, in ein Hochsicherheitsgefängnis nach London überstellt und im Jahr 2008 nach Deutschland ausgeliefert [20:42], [20:53], [21:02]. Vor dem Landgericht Mainz wurde dem eiskalten Mörder der Prozess gemacht [21:26]. Edgar N. leugnete die Tat bis zum Schluss und flüchtete sich in hanebüchene Ausreden; er behauptete, an schweren „Erinnerungslücken“ zu leiden und dass seine Ex-Freundin ihm damals heimlich Drogen verabreicht habe [21:10], [21:19].
Doch die Indizienkette der Staatsanwaltschaft war lückenlos und erdrückend. Mehrere Nachbarn identifizierten den Angeklagten im Zeugenstand zweifelsfrei als den Mann, der am Tattag stundenlang in schwarzer Kleidung lauernd um das Haus der Familie P. herumgeschlichen war [13:13], [13:22], [24:20]. Ein psychiatrisches Gutachten attestierte dem gelernten Schreiner die volle Schuldfähigkeit und beschrieb ihn als einen manipulativen, brandgefährlichen Kriminellen, der seine Taten nach außen hin vollkommen von sich abspalten könne [24:45], [24:54]. Er habe Helga P. einzig und allein deshalb im Badezimmer ertränkt, weil ihm im Zuge des Raubüberfalls schlagartig bewusst geworden war, dass das Opfer ihn persönlich kannte und ihn unweigerlich bei der Polizei identifizieren würde [23:21], [23:28]. Er tötete sie, um seine eigene Entlarvung zu verhindern [23:28], [23:35].
Im Dezember 2008 sprach das Landgericht Mainz das salomonische Urteil: Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub [25:19]. Nach der Ablehnung seiner Revision wurde Edgar N. aufgrund seiner britischen Staatsbürgerschaft zur Verbüßung der Strafe nach Großbritannien abgeschoben [25:30]. Ein Londoner Gericht setzte die Mindestverbüßungszeit im Juni 2009 auf stolze 30 Jahre fest [25:38], [25:48]. Der eiskalte Mörder sitzt bis zum heutigen Tag hinter britischen Gardinen und wird das Gefängnis wohl niemals mehr als freier Mann verlassen [25:55]. Für die Töchter Maria und Lisa brachte das Urteil nach Jahren der Angst und Ungewissheit zumindest die Gewissheit, dass der Mörder ihrer Mutter seiner gerechten Strafe nicht entkommen ist [28:10].