Merz verliert die Wirtschaft: AfD bei Unternehmern jetzt vor der Union | NIUS Live vom 21.04.2026 

Die Deutsche Wirtschaft geht mit dem Bundeskanzler hart ins Gericht. 70% der Unternehmer trauen Friedrich März keine Wirtschaftskompetenz zu. Das ist ein massives Misstrauenswotum jener Klientel, die so große Hoffnungen auf einen Kanzler März gesetzt hatte. Eine exklusive Inserumfrage im Auftrag von News zeigt, wie tief das Vertrauen erschüttert ist.

 Würden deutsche Unternehmer am Sonntag wählen, lege die AfD mit 32% klar vorn. Die Union käme nur auf 25%. Auch aus der Industrie kommt scharfe Kritik. BDI Präsident Peter Leibinger spricht auf der Hannover Messe von einem Zitat überfälligen Politikwechsel, weil sonst der industrielle Kern Europas auf dem Spiel stünde.

 Als Hauptproblem nennt die Industrie zu hohe Produktionskosten, überbordende Regulierung und eine zunehmend ineffiziente Verwaltung. Unternehmen investieren weniger und verlagern ihre Produktion ins Ausland. Und auch Bundeskanzler Friedrich Merz schlägt jetzt selbst einen deutlich kritischeren Ton an. Er sagt, die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus.

Deutschland laufe immer noch hinter der Kurve. März fordert mehr Tempo bei Reformen, verlangt von der SPD das Auflösen von Blockaden, etwa bei der Kraftwerkstrategie und stellt klar, dass sich der Staat dauerhaft hohe Subventionen für ungenutzte Energie nicht mehr leisten könne. Die zentrale Frage lautet jetzt: Kann Friedrich März den Wirtschaftsstandort Deutschland überhaupt noch stabilisieren und ist er politisch bereit, die notwendigen harten Konsequenzen durchzuziehen? Darüber sprechen wir jetzt bei Newslive.

Ja, bevor wir uns einen Auszug aus März Berliner Rede von gestern Abend anhören, begrüßen wir zugeschaltet sehr herzlich unseren Politikchef Ralf Schuler. Schönen guten Morgen, Ralf. Die Runde. Ja, ich grüße dich sehr und du warst ja gestern versammelt beim 75. Jahrestag des Bankenverbandes mit vielen prominenten Rednern und Zuhörern und dort hielt März eine bemerkenswerte Rede.

 Wir hören uns mal an, was der Kanzler zur Blockade seitens der SPD da zu sagen hatte. Mir reicht das nicht, was wir bisher geschaffen haben. Wir laufen immer noch hinter der Kurve. Wir sind nicht vor der Kurve, sondern wir müssen jetzt sehen, dass wir sehr schnell diese Reformen auch durchsetzen. Ich erwarte von den Sozialdemokraten, dass sie auch manche Blockade auflösen, die wir in den letzten Wochen und Monaten leider immer wieder gehabt haben.

 Wir brauchen in der Kraftwerkstrategie jetzt ein grünes Licht. Wir brauchen auch in der Korrektur unserer Ausgaben, z.B. für Wind und Sonne, eine wirkliche schnelle Entscheidung des Bundeskabinetts. Wir wollen weiter ausbauen. Wind und Sonne. Ja, wir wollen es, aber es macht doch überhaupt keinen Sinn. für Energie, die erzeugt wird und nicht gebraucht wird, trotzdem hohe Subventionen aus dem Bundeshaushalt zu bezahlen.

 Das können wir uns nicht länger leisten und deswegen stehen wir jetzt vor einigen wichtigen Entscheidungen. Ja, wieder einmal starke Worte von Friedrich Merz. Es muss natürlich geschafft heißen und nicht geschaffen, das nur am Rande. Ja, Ralf Schuler, du warst ja gestern bei dieser Veranstaltung dabei, bevor wir über die Aussagen im Einzelnen sprechen.

 Was für eine Art von Veranstaltung war das denn und wie ist Friedrich Merz denn dort angekommen? Also, es war die jährliche äh Tagung des Deutschen Bankenverbandes, der gestern auch noch seinen 75. Jahrestag gefeiert hat und äh im Prinzip eine Mischung aus festlichem Rückblick und besorgtem Ausblick.

 Friedrich Merärz ist derzeit, wenn er auf öffentlichen Terminen ist, immer in so einem seltsamen Doppelmodus. Äh einerseits ähm versucht er den Standort schön zu reden, also b ein ein fantastisches Land und es gibt zu viele Chancen hier und so weiter, also ist die die Stimmung ist ähm sonnig bis heiter und dann kommen hinten raus immer noch die Appelle, die er eigentlich an sich selbst richten müsste oder aber aggressiv eigentlich seinem Koalitionspartner äh sich zur Brust nehmen müsste, weil das, was er eben gesagt hat, was wir gehört haben, ist ja

nichts anderes als die SPD blockiert. Das muss jetzt aufhören. Das trägt er dann immer sehr forsch, aber erfahrungsgemäß ist die SPD völlig unbeeindruckt von solchen Ansagen. Und was ich auch nicht verstehe, wir gehen gleich weiter im Text, aber kurze Frage noch mal an dich zurück, Ralf, was ich auch nicht verstehe, ähm es gab diese gemeinsame Pressekonferenz äh nach den Berliner Beschlüssen, dieses sogenannte Reformpaket, da lobt er das große Einvernehmen mit der SPD in einem guten Geist unterwegs. die Reformen

kämen und wirklich auf dem Tisch und eine Woche später sagt er, mir reicht das nicht. Also ist das der doppelte März? Ich verstehe das gar nicht so. Kannst du uns das erklären? Man hat als Politiker in bestimmten Situationen gewissermaßen eine Lügepflicht. Du hast einfach die Pflicht als Jobbeschreibung deine eigene Politik zu loben.

 Jemand anderes tut’s nicht und das Land nicht schlecht zu reden. Also zumindest ist das das Selbstverständnis von Politik und dem folgt auch Friedrich März. Mit anderen Worten, die äh Ergebnisse der äh Klausur aus der Villa Borsich waren ja im Grunde genommen desastruös. Man hat sich auch nicht viel mehr einen können, als dass man irgendwo Geld hernimmt, was man eigentlich nicht hat, um die Benzinpreise runterzusetzen.

Und dann gab es noch so einen Appendix, dass man jetzt aber wirklich fürs Verbrennerverbot ist. Man hat halt irgendetwas gesucht, was man vorführen konnte. In Wahrheit hat man sich eben gerade nicht einigen können und es gibt wirklich bemerkenswerte Szenen, die da Teilnehmer schildern, dass einfach eine tiefe Frustration herrscht, weil die SPD schlichtweg das meiste, was die Union richtigerweise an harten Einschnitten plant nicht mitmacht.

 und die Kraftwerksstrategie, die er gerade angesprochen hat oder die Senkung der Strompreise, man muss sich dann immer klar machen, ja, das ist dringend nötig, aber es ist natürlich eine Notreparatur. Wenn ich nach mehreren Jahren Energiewende für 40 Milliarden Euro neue Kraftwerke bauen muss, dann ist das eigentlich eine Bankrotterklärung und ich habe diese 40 Milliarden auch nicht und sie fehlen mir an allen Ecken und Enden.

 Den Strompreis kann ich nur durch Subventionen aus dem Steuersäckel irgendwie runtersetzen. Das ist aber ja doch keine gesunde Entwicklung, dass ich subventionieren muss und das auch nur auf 3 Jahre. Danach weiß jeder Investor, ups, da könnte eine neue Kostenlawine auf mich zukommen. Und in dies so einer Situation weigert sich dann die SPD-Seite.

 Das thematisiert Friedrich März nicht so deutlich, weigert sich die SPD-Seite klare Reformeinschnitte mitzugehen und selbst solche einfachen Beschlüsse eben wie die Kraftwerkstrategie mitzutragen. Und das ist das ganze Problem. Also er muss schön reden auf der einen Seite und auf der anderen Seite eigentlich harte Ansagen machen an einen Koalitionspartner, der ihn erpresst und der ihn in der Hand hat, solange diese Koalition im Bestand das Kern Thema der der Bundesregierung ist, es darf nicht krachen, es darf keinen Streit geben. So lange ist

Friedrich Merz in der Defensive. Ich fürchte, er weiß es, aber sicher bin ich da auch nicht. Also, wir haben zumindest mal gelernt, wenn Friedrich März sagt, mir reicht das nicht, heißt das auch, mir reicht nicht, was der Kanzler da so beschlossen hat mit seinen Koalitionspartnern. Das führt uns natürlich zur Frage, was ist da los überhaupt innerhalb der Bundesregierung? Dazu geäußert hat sich auch, da müssen wir natürlich auch drüber reden, Jens Sparn, der Fraktionsvorsitzende Union hat sich über den Standort Deutschlands

geäußert über fehlendes Wachstum, seine selbstkritische Botschaft und die dockt durchaus an an Friedrich März, die Regierungschaue dem eigenen Abstieg zu. Im Moment verwalten wir hier äh weitesgehenden den Niedergang. Äh wir brauchen wieder Wachstum. Äh im Moment überwiegt auch die Skepsis die Zuversicht.

 Viele glauben nicht mehr daran, dass wir das hinkriegen. Das ist ja ein Grund für den Frust, den wir sehen in den Umfragen, den wir alle spüren in den Gesprächen. Und meine Überzeugung ist, der einzige Weg daraus ist Schritt für Schritt, schnellen Schrittes keine Sorge, aber Schritt für Schritt jetzt einfach zur Entscheidungen zu kommen.

 Und Gesundheit ist jetzt das, was wir dort angehen, ein erster wichtiger Schritt. Also, die Union sagt in Personen von Sparen: “Frust macht sich breit. Wir brauchen schnelle Reformen.” Der Kanzler sagt, mir reicht das alles nicht. Also theoretisch weiß man, was getan werden müsste, aber mit der SPD ist offenbar nicht mehr drin.

 Die deutsche Wirtschaft ist schon lange unzufrieden. Es rumort immer mehr. Spitzenmanager und Konzernlenker sprechen ihre Unzufriedenheit mit der Performance von Kanzler Friedrich Merz offen aus und es kommt ein wirkliches Hammergebnis. In einer exklusiven Inserumfrage im Auftrag von News sagen nur 23% aller Unternehmer, sie hielten seine Wirtschaftskompetenz für eher hoch.

 70% bewerten Sie dagegen als eher gering. 6 % Antworten mit weiß nicht, also 70% bewerten die Wirtschaftskompetenz von Bundeskanzler Friedrich März als gering oder eher gering. Da kommt doch auf die eben schon erwähnte äh Bankrotterklärung namens Kraftwerkstrategie, lieber Herles, schon die nächste Bankrotterklärung, die Wirtschaft, die er mal sehr gehofft hat auf diesen Kanzler hat ihr Vertrauen verloren.

Da kommt die Wirtschaft ein bisschen spät. die normalen Leute, der Durchschnittswähler hat das Vertrauen schon viel länger verloren. Äh, das sind jetzt immer die großen Töne. Das ist ja auch ein Ritual. Immer zur Hannover Messe stellen die sich ans Pult und wissen alles besser. Aber es war die deutsche Wirtschaft, die jahrelang den, wie es der Sparn erzählt hat, der Verwaltung des Niedergangs einfach nur zugeschaut hat.

 Ja, wer hat denn die Energiewende opportunistisch bis in die Knochen äh mit verfolgt und äh ihr zugestimmt? Hat hat den den Ast, auf dem sie saß, etwa die Automobilindustrie selber abgesägt? Das war die deutsche Wirtschaft. Deshalb sind diese Töne, die ich jetzt natürlich nicht falsch finde, aber äh ich kann ich kann Ihnen nicht wirklich applaudieren.

 Die Manager sind das angepassteste Volk, das es gibt. Die sind auch nicht politisch klüger als der Rest der Bevölkerung. Die sind politisch oftmals dümmer. Die Unternehmer, die die Manager sind karriere geile Dummköpfe. Ich sag das so ungeniert, wie ich es jetzt wirklich formuliert habe. Das ist eine eine Elite, die es nicht verdient hat, Elite zu sein.

 Jetzt zu Mosern, wenn es Berg abgeht. Ja, das ist keine Kunst. rechtzeitig zu widersprechen, rechtzeitig zu sagen, die haben ja Macht, die haben ja Einfluss, rechtzeitig die Politik zu einer Änderung zu zu zwingen, das hätte vor Jahren passieren müssen, es hätte schon zu Merkelszeiten passieren müssen. Wer hat denn der Abschaltung der Kernenergie so mit offenen Armen zugestimmt? Das waren dieselben Leute, die heute in Hannover da stehen und sagen, es ist alles so schlimm.

 Also insofern verstehe ich den Vertrauensverlust, aber die es sind doch letztlich Krokodilstränen, die da fließen. Krokodilstränen, aber immerhin die fließen nun die fließen nun. Und hat das vielleicht irgendeinen Impact, wie man Neudeutsch sagt, äh Björn auf den Kanzler, nur 23% der Wirtschaftsmenschen trauen Friedrich März eine Wirtschaftskompetenz zu.

Also einen großen Impact sehe ich nicht. Ja, also wir befinden uns in einem Zustand, wo es mittlerweile, wo wir den traurigen Fall haben, dass selbst Wörter wie Reform äh zu unwörtern werden durch diese Häufigkeit äh äh wie sie genutzt werden. Ja, wir haben jetzt bald am 6. Mai 26 ein Jahr Regierung ähm und schon bei der ersten Regierungserklärung von Friedrich März, ich glaube es war am 14.

Mai 25 hieß es ja, wir planen jetzt Reform, wir werden nach vorne gehen. Und mittlerweile hat man einen ganzen Aktenordner voll von Reden und Aussagen, wo Reformen eben angekündigt werden, wo diese Schritte angekündigt werden. Wir planen jetzt das äh aber es ist seitdem einfach nichts passiert.

 Und äh das ist der traurige Zustand in diesem Land, dass wir in uns auch in einem völligen apolitischen Zustand fast schon befinden. Wenn wir auch noch mal zurückblicken ins Jahr 25, wir haben praktisch am 29.1. 29. Januar den Fall gehabt, dass wir ähm die Zustimmung zum Zustrom begrenzungsgesetz hatten zwischen AfD und der Union.

 Und dann begann ein riesiger Aufschrei wieder in diesem Land am 30. Januar. Es wurden Geschäftsstellen von der CDU angegriffen. Ähm es es gab praktisch so eine eine kleine Rückkehraktion. Man ist wieder hinter diese Brandmauer hat man sich zurückverkrochen. Schon einen Tag später war war es sozusagen geschehen um dieses neue politische ähm Instrument, was da was da geschehen ist.

 Und seitdem ist praktisch nichts in diesem Land an Erneuerung aus der Politik heraus passiert. Also wir hangeln uns von äh Durchhalteparole zu Durchhalteparole. Und äh wenn man hier immer auch über Politik Verdrossenheit äh spricht, dann spricht das natürlich Bände, wenn man immer wieder diese Aussagen hört, wir müssten jetzt das wir da wird immer dieser dieses wir nach vorne gestellt, aber passieren tut hier gar nichts.

Wir werden sehen, vielleicht passiert ja doch noch was. Man soll die Hoffnung ja nie ganz aufgeben. Sie haben es eben schon erwähnt, Herr ist Hannover Messe wieder gestern öffnet wurde da natürlich schaulaufen der Industriebosse. Unter anderem geäußert hat sich der Chef des deutschen Industrieverbandes Peter Leibinger.

 Er zählt die aktuellen Wirtschaftshemmnisse auf und verlangt, wie er sagt die eigenen Hausaufgaben zu machen. Die Ursache liegt im Land. Wir haben eine Situation, in der wir breit zu hohe Kosten haben von den Lohnstückkosten, Lohnenebenkosten, Energiekosten, Bürokratiekosten und wir haben einen Standort, der so hart muss man das sagen, nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

 Von daher das wirkt sich schon aus und ähm wir müssen unsere Hausaufgaben machen. Ich sage in dem an diesem Punkt immer Control the controllables. Wir müssen das anpacken, was wir selbst in der Hand haben. Externe Schocks wird’s weitergeben und die einzige Versicherung dagegen ist, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Tja, wir müssen unsere Hausaufgaben machen.

 Da würde ich mal sagen 5 € ins Frasenschwein. Jetzt fällt nur noch, wir müssen ins Machen kommen oder einfach mal machen. Also, das klingt auch für mich ein bisschen ratlos. Die Wirtschaft weiß offenbar manchmal selbst nicht so genau, was sie machen soll. Was sie aber weiß, ist, dass sie unzufrieden ist mit der Regierung und da spricht auch ein genauso spektakuläres Ergebnis, über das wir nun reden müssen.

 Eine weitere Inserumfrage exklusiv für News. Wenn Unternehmer, nur Unternehmer am Sonntag wählen könnten, käme die AfD auf 32%. 32% klar. Vorne CDU und CSU auf 25% dahinter weit abgeschlagen SPD 14 % grüne mit 11% linke immerhin 10 % finde ich auch bemerkenswert 10 % der Unternehmer würden die Linken wählen. Schau an und nur 5% die FDP.

 Also immerhin da wäre die FDP im Unternehmerparlament hätte aber auch nur halb so viel Zustimmung unter den Unternehmern wie die Linkspartei und klar auf Platz 1 die Unternehmer 32%. Ralf, du beobachtest es natürlich die Debatten innerhalb der Union, genauso wie auch innerhalb der AfD. Wir haben uns daran gewöhnt, die AfD ausweislich der Umfragen und der Wahlergebnisse als neue Arbeiterpartei wahrzunehmen.

 Wird sie nun etwa auch neue Wirtschaftspartei? Da ist sie seit längerem schon auf dem Weg. Es gibt auch eine Allensprachumfrage, die bei der FAZ mal veröffentlicht worden ist und da kommt ganz klar zum Vorschein, dass es längst nicht mehr nur Protestverhalten ist. was die Wähler zur AfD treibt, sondern es ist tatsächlich auch inzwischen eine Kompetenzzuweisung, interessanterweise in der Wirtschaft.

 Das war immer früher die Domäne der Union. Ich möchte aber noch mal ganz kurz äh anknüpfen an das, was Wolfgang Herlis gesagt hat. Ähm der Opportunismus der Wirtschaft, konnte man gestern ein Paradebeispiel sehen beim Bankenverband. Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, ist da der Vorsitzende und er hielt eine Eingangsrede, die Friedrich März so hätte auch halten können.

 Er lobte also ähm das Agieren in krisengeschüttelten Zeiten, die Ordnung auf der Welt zerbricht. Wir leben in disruptiven Zeiten. Es war so, als hätte ein findiger Redenschreiber die Schlüsselworte von Friedrich März in die Rede vom Seewen gesteckt. Und dann kam hinten dran so die Kritik. Das ist eigentlich das klassische Vorgehen der Wirtschaft.

 Ich möchte nur zu unserer Umfrage sagen, auch zum näheren Verständnis, wir haben Unternehmen zwischen 10 und 500 Mitarbeitern befragt und das ist ein klein mittelständischer Unternehmen, den man diesen Opportunismusvorwurf in der Regel nicht oder nur sehr wenig machen kann. die müssen sich mit ihren regionalen Anbietern und äh politischen Akteuren einigen.

 Die sind aber nicht in dem Maße äh Aktien getrieben, Image getrieben wie die Großmanager der großen Konzerne. Und deshalb ist auch im Mittelstand eigentlich immer schon ein viel größeres Maß an Ehrlichkeit da gewesen. Das geht eben soweit, dass ich auch mit Unternehmern spreche, 500 Mitarbeiter und oder also Milliarden Umsätze, die ganz klar sagen, wir wollen mit der Politik nichts mehr zu tun haben.

 Ich habe ja versucht eine Straße anbinden zu lassen, meinen Ort, wo ich Arbeitsplätze schaffe. Ich baue die Straße jetzt selbst. Ich frage nicht mehr meine Landesregierung, ob wir da kooperieren können. Das dauert mir zu lange. Ich baue selbst Funkmaste, um die die Funklöcher zu stopfen und sage dann der Telekom: “Okay, ihr könnt sie bespielen.

Ich warte nicht darauf, dass irgendwelche Genehmigungen kommen.” Also da die Frustration ist dort viel höher und daraus erklärt sich eben auch interessanterweise, dass sich das die Kompetenzzuweisung in der Wirtschaftspolitik von der Bundestagswahl zu heute gedreht hat. Damals war noch ein leichter Vorsprung der Unternehmer, die Union gewählt haben und dieser Vorsprung ist jetzt bei der AfD gelandet.

 Äh anstelle der Bundesregierung würde ich so etwas sehr sehr ernst nehmen, denn die äh feinen Zwirnträger bei Bankenverbands oder Hannover Verbandsempfängen Hannovermesse empfängen, äh die sind nicht repräsentativ für die deutsche Wirtschaft. Das Problem ist allerdings, dass Friedrich März beim größten ähm Erkenntniszuwachs einfach nicht handeln kann, solange die SPD es nicht will und ähm diesem Umstand äh muss er ins Auge sehen und äh solange wird sich ja nichts bewegen.

 Und das macht im übrigen auch den Frust der Wirtschaft aus, weil Wirtschaft ist nur dann erfolgreich, wenn sie auf erste Krisensignale sofort reagiert. Personalabbau bei bei steigenden Rohstoffpreisen, Energiepreisen sofort Maßnahmen ergreift und die sehen eben, dass diese Bundesregierung die Zeichen an der Wand längst erkannt hat, aber einfach unfähig ist zu handeln und das kann man sich in dem Wirtschaftsunternehmen nicht leisten.

Mene TEL, ich möchte dran erinnern Björn, wir haben ja 32% der mittelständischen Unternehmer, die sich für die AfD erwerben könnten. Gleichzeitig haben wir viele Wirtschaftsverbände, die nach wie vor gewissermaßen Kontaktverbote zu AfD aufrecht hatten. Wir hatten hier sitzen Leive Erik Holm, den wirtschaftspolitischen Sprecher der AfD Bundestagsfraktion, der gewissermaßen ja für eine große Explosion gezorgt hat, weil er eingeladen war als ein AfDler bei einem Wirtschaftsabend.

 Also es gibt ja nach wie vor auch von Seiten der Wirtschaftsverbände zumindest große Vorbehalte gegenüber der AfD. Äh, man kann es natürlich auch Vorbehalte nennen, aber alle diese Gesprächsrunden, die stattfinden zwischen Unternehmen und der AfD in einzelnen Landesverbänden, gerade im Osten ist das Gang und Gebe, dass es diese Gesprächsrunden gibt.

 Die finden natürlich hinter verschlossenen Türen statt, weil man eben Angst hat vor Markierung aus der sogenannten Zivilgesellschaft. Dann folgen Antiverangriffe. Ähm, wir hatten es ja auch immer wieder, dass bei Parteitagen der AfD die Messehallenbetreiber, was ja auch klein äh mittelständische Unternehmen sind, ähm dass die angegriffen werden und die Unternehmer haben natürlich panische Angst, ihren Betrieb und ihre Mitarbeiter diesem diesem Druck von der Straße auszusetzen.

Deswegen ist es leider äh ganz natürlich in diesem Sinne, dass diese Gespräche noch hinter verschlossenen Türen stattfinden, aber wir hören es eben aus vielen Landesverbänden immer wieder, dass diese Gespräche stattfinden. Und was Rif gerade angesprochen hat, ich finde es extrem spannend und da könnten wir noch mal diese genauen Zahlen nennen.

 Also 32% der Unternehmer würden AfD wählen, 25% CDU. Genau vor einem Jahr war es umgekehrt, 33% der Unternehmer haben die CDU gewählt und 25% haben die AfD gewählt. Also ein absoluter Turnaround in diesem Punkt und eine ähm ja in einem rasanten Marsche, wie praktisch diese Unternehmer abwandern von der Union hin zur AfD. Das ist schon bemerkenswert.

 Das heißt also letztenendes, Herr Herles, ähm die Regierung treibt die Wähler und auch die Unternehmer geradezu lustvoll, zumindest sehr effektiv in die Arme der AfD. Äh im Prinzip ja, nur muss man jetzt unterscheiden zwischen einem echten Wahlergebnis und einer Umfrage. Da sind gerade in diesem Fall, was die Haltung zur AfD angeht, äh doch ähäh ist da noch ein riesen Unterschied.

 Die AfD durfte ja noch nirgendwo zeigen, was sie wirtschaftspolitisch auf dem Kasten hat. Äh die Kompetenzzuweisung ist ja auch ein Kredit, wenn man so will. Ja, ein ein sind Vorschusslorbären, die sind durch nichts gedeckt. Die AfD ist ja in vielen Punkten, nehmen wir Sozialpolitik durchaus eine eher linke Partei. Äh da da kann man jedenfalls ist sie sich selbst nicht einig.

 In insofern ist das jetzt wäre das jetzt falsch zu sagen, die AfD würde alles besser machen. Ja, sie würde gerne zeigen, dass ihr es besser kann und dieser Tag wird ja auch kommen wahrscheinlich, dass sie mal mit in irgendeiner Koalitionsregierung sitzt und dann vielleicht ähnliche Probleme hat, wie jetzt der Herr März.

 Nur in der in der Debatte sehe ich doch einen Fortschritt. Äh wenn Sie sich die Rede vom März äh anhören, die Sie gerade vorgezeigt haben. Also noch vor einem, zwei Jahren war das war er ein Schön Redner vor dem Herrn. Er hat die Lage beschönigt, wir müssen zwar das und das und das tun, aber wir tun es ja auch. Und äh spätestens 2026 sind wir wieder auf dem Weg nach oben. Das war schön reden.

Jetzt redet er die Lage nicht einmal mehr schön, sondern er stellt sich für die Klagemauer, so als hätte er mit den tatsächlichen Zuständen dieses Landes kaum etwas zu tun, als hätte er nicht eine Richtlinienkompetenz, als sei er nicht die Partei, die mehr als doppelt so stark ist wie sein Koalitionspartner SPD.

 Also vom Schönredner zur Klagemauer wird ihm aber nichts helfen, denn das Schönreden und das Klagen sind eigentlich noch schlimmer als seine Lügnerei. Ja, er kündigt immer was an und tut’s dann nicht. daran hat man sich gewöhnt. Äh und das ist das eigentlich Schlimme. Würde der Kanzler wenigstens die Lage ungefiltert, ungeschminkt darstellen von Anfang an, nicht erst jetzt.

 Dann wäre er, obwohl er nichts getan hat, obwohl die die großen Probleme alle noch größer geworden sind, stünde er besser da, als wenn er jetzt den Vertrauensverlust gerade zu provoziert, dadurch dass zwischen seinen Worten und seinen Werken ein so riesiger Unterschied besteht, wobei der schönen Redner auch nicht ganz in der Versenkung verschwunden ist.

 hat mir seine Rede gestern angehört mehrere waren es ja auf der Hannovermesse und da hat er natürlich das hohe Lied gesungen auf die Reformfähigkeit des Standortes, auf die großen Fortschritte in KI, wo Deutschland auch ganz vorne weg sein wolle, die Technik, Bromme etc. Also er hat beides im Angebot, aber klar beim Bankentag mit seinem Wort, mir reicht das nicht. Das war eine klare Ansage.

Was daraus folgt, das wissen wir einfach nie, nie, nie. Und da müssen wir Zweifelsfalle Lars Klingbeil fragen, wenn wir vielleicht eher nicht fragen sollten, aber trotzdem haben wir dieses Schwankal für Sie vorbereitet. ist den ehemaligen Siemens CEO Joe Käer. Ja, uns allen bekannt.

 Er wollte Luisa Neubauer einen Aufsichtsposten verschaffen. Remember, er hat sich nun geäußert im Pionierpodcast zum ersten Jahr der Regierung März und nannte es ein Jahr der verpassten Chancen. Er warnt vor einer wirtschaftlichen Sackgasse und über eine Minderheitsregierung, denkt er offen nach. Im Augenblick sind wir auf dem Weg in den Ja, wenn wir die taktischen Maßnahmen sich erschöpfen, der Grenznutzen der taktischen Maßnahmen negativ wird, dann wird irgendeinmal eine Sackasse, dann geht’s nicht mehr weiter. Und dann wird die Frage sein,

hat man den Mut mit einer Minderheitsregierung das Land durchzuschütteln? J. Mai hat man Minderheitsregierung, um das Land durchzuschütteln, sagt der Joe Käer, der nun wirklich, finde ich, ein Muster des situationselastischen CEOs ist. Ähm, wie kam diese Aussage, Ralf Schule bei dir an? Er war wirklich vorher immer ganz vorne mit dabei, Herr Käser, bei Transformation, bei Klimaschutz und jetzt sagt er auf einmal: “Ja, vielleicht braucht sogar eine Minderheitsregierung.

” Also, wenn es ein Musterbeispiel für wirtschaftlichen Opportunismus gibt, dann ist es Joe Ker. Ich kann mich noch gut erinnern an Reisen mit Angela Merkel nach China, wo er ernsthaft gelobt hat, dass die chinesische KP jetzt Aufsichtsbeamte in die Unternehmen schickt. Äh, das sei ein ganz toller Draht, den man jetzt direkt zur politischen Ebene habe.

 Nein, die haben ihn überwacht. Das wusste er auch ganz genau. Er war der erste, der die Atomsparte verkauft hat, als der Atomausschuss kam. Er wollte die Turbinensparte äh bei äh beim Kohleausstieg sofort verkaufen. Das ist wirtschafts äh theoretisch ist das nachvollziehbar, aber eben auch diese Episode mit Luisa Neubauer zeigt einfach ähm die äh extrem Anpassungsfähigkeit von Wirtschaftsbossen, die qua Aktiengesetz im übrigen verpflichtet sind, den Wert ihres Unternehmens zu mehr und dementsprechend mit hoher Geschmeidigkeit sich der Politik anden.

Das Problem ist nur, dass sie regelmäßig am Ende selbst die Leidtragenden sind und sie müssten eigentlich im Laufe der Zeit mal gelernt haben, dass es überhaupt nichts hilft, Politik in falschen Wegen zu bestärken. Im Grunde genommen geht ein Großmanager so vor, dass er sagt, gut, die Energiewende ist ziemlicher Unsinn, aber ich versuche jetzt mal die das Maximale an Subventionen herauszolen, was ich rauskriegen kann.

Das kann man im für den Augenblick äh kann man das vertreten. In der Regel ist es ja so, dass ein Arbeitsjahr als Vorstandsvorsitzender genügt, um die eigene Familie auf Generationen hinaus sozial abzusichern. Das muss man einfach mal sagen. Und wenn du rausfliegst, kriegst du noch mal einen Millionen Batzen hinterher geschmissen.

 Egal, ob du falsche Wege beschritten hast oder nicht. Bei falschen Wegen, man will dich früher loswerden, ist das Geschäft sogar noch lukrativer. Das ist eigentlich Verantwortungslosigkeit auf höchstem Niveau und Joeser ist da leider ähm ein gesellschaftlich hoch reputierter, aber ähm bezeichnender Beispielfall.