Es gibt politische Meldungen, bei denen man unwillkürlich zweimal hinschauen muss, weil der Inhalt so absurd, so regressiv und so gefährlich erscheint, dass man ihn im ersten Moment für einen schlechten Scherz hält. Doch die neuesten Entwicklungen aus den Vereinigten Staaten, genauer gesagt aus der vermeintlich fortschrittlichsten Metropole der Welt, sind leider bittere und erschütternde Realität. In New York City hat eine veritable Politbombe eingeschlagen, deren Schockwellen weit über die Grenzen des Big Apple hinaus spürbar sind. Bürgermeister Zohran Mamdani plant ernsthaft, die finanzielle und steuerliche Belastung der Bürger künftig von deren Hautfarbe abhängig zu machen. Das erklärte Ziel: Weiße Bürger sollen weitreichend stärker belastet werden als schwarze oder braune New Yorker, um historische Vermögensunterschiede künstlich und staatlich verordnet anzugleichen. Was hier unter dem trügerischen Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit und der sogenannten “Equity” verkauft wird, ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes als staatlich verordneter, offener Rassismus.

Die Pläne, die unter dem Label “Racial Equity Plan” laufen, sind keine spontane Idee oder das Produkt eines hitzigen Interviews. Es handelt sich um ein gigantisches, bürokratisches Monster, das systematisch in die DNA der Stadtverwaltung eingepflanzt werden soll. Mamdani hat angekündigt, dass alle 45 städtischen Behörden in diesen Plan einbezogen werden. Der Fokus der Stadtpolitik soll sich künftig primär auf “rassenbasierte Ergebnisse” konzentrieren. Auf speziellen städtischen Webseiten finden sich ganze Kataloge mit bis zu 200 konkreten Punkten, die darauf abzielen, die Unterstützung explizit für “schwarze und braune New Yorker zu priorisieren”, da diese – so das pauschale Narrativ – am härtesten von Ungleichheiten betroffen seien. Man muss sich die Tragweite dieses Vorhabens einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die größte Metropole der USA will offizielle Regierungsmaßnahmen nicht länger nach individueller Bedürftigkeit, Leistung oder Qualifikation ausrichten, sondern in erster Linie nach ethnischen Merkmalen.

Die logischen und moralischen Verwerfungen, die ein solches System zwangsläufig mit sich bringt, sind gigantisch und offenbaren die tiefe Perversion dieses Gedankenguts. Verlassen wir für einen Moment die emotionale Ebene und betrachten den Plan rein pragmatisch. Ein System, das Menschen auf Basis statistischer Medianeinkommen ganzer ethnischer Gruppen be- oder entlastet, ist in seinem Kern zutiefst ungerecht gegenüber dem Individuum. Was passiert beispielsweise mit einem hochgradig erfolgreichen, schwarzen Multimillionär, der im Luxus-Penthouse auf Manhattan residiert? Wird er künftig vom Staat durch niedrigere Abgaben und priorisierte Maßnahmen bevorzugt, während gleichzeitig eine weiße Arbeiterfamilie, die in einem sozialen Brennpunkt lebt und jeden Cent dreimal umdrehen muss, zur Kasse gebeten wird, nur weil sie die “falsche” Hautfarbe hat? Die Antwort der Mamdani-Administration auf dieses eklatante Ungerechtigkeitsproblem steht in den Sternen.

Noch beängstigender wird es, wenn man die juristische und bürokratische Umsetzung dieses Wahnsinns durchdenkt. Um eine rassenbasierte Steuer- oder Sozialpolitik überhaupt exekutieren zu können, muss der Staat zwangsläufig präzise Definitionen festlegen, wer zu welcher “Rasse” gehört. Das weckt dunkelste historische Erinnerungen. Wo zieht die Stadt New York künftig die bürokratische Grenze? Gelten amerikanische Bürger mit asiatischen Wurzeln als “weiß” und müssen ebenfalls bluten, weil sie statistisch oft sehr erfolgreich sind? Wie geht die Verwaltung mit dem rasant wachsenden Anteil an Menschen um, die aus gemischten Familien stammen? Ab wie viel Prozent “weißer” Vorfahren verliert man den Anspruch auf staatliche Bevorzugung? Die bloße Vorstellung, dass Beamte in Amtsstuben künftig darüber entscheiden sollen, ob jemand “schwarz genug” für eine Steuererleichterung ist, ruft ein tiefes Gefühl des Ekels hervor. Es ist eine Politik, die in letzter Konsequenz moderne Rassegesetze erfordern würde.

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Natürlich wissen die Architekten dieses Planes tief in ihrem Inneren, dass solche Vorhaben vor den Gerichten und letztendlich vor dem Verfassungsgericht (Supreme Court) krachend scheitern werden. Die US-Verfassung verbietet eine Diskriminierung aufgrund der Rasse eindeutig. Warum also treibt Bürgermeister Mamdani diesen toxischen Plan dennoch mit solcher Vehemenz voran? Die Antwort liegt in der kaltblütigen Kalkulation der modernen Identitätspolitik. Es geht längst nicht mehr darum, realistische, rechtlich haltbare und verbindende Lösungen für die komplexen sozialen Probleme einer Großstadt zu finden. Es geht um knallharte Machtpolitik, um radikale Symbolik und die bewusste Spaltung der Gesellschaft.

Mamdani inszeniert sich als heldenhafter Befreier, der den mutigen Kampf gegen jahrzehntelange systemische Unterdrückung führt. Gleichzeitig lenkt er geschickt von seinem eigenen politischen Versagen ab. Als die Stadtregierung ursprünglich versuchte, horrende Immobilien- und Vermögenssteuern durchzudrücken, drohte ein massiver Exodus der Leistungsträger. Wer es sich leisten konnte, flüchtete aus dem hoch besteuerten New York ins sonnige und steuergünstige Florida oder nach Texas. Da an die Superreichen nicht mehr heranzukommen ist, muss nun die arbeitende Mittelschicht als ideologischer und finanzieller Sündenbock herhalten.

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Das Erschütternde an dieser Entwicklung ist die Tatsache, dass Politiker mit solch extremen und offen diskriminierenden Agenden überhaupt in ein solch hohes Amt gewählt werden. Anstatt auf Bildung, wirtschaftliches Wachstum für alle und die Bekämpfung von echter Kriminalität zu setzen, wird der Gesellschaft ein radikales Umverteilungskonzept übergestülpt, das auf Rache und Neid basiert. Das Resultat dieser Politik wird weder Gerechtigkeit noch Gleichheit sein. Das Einzige, was dieser “Racial Equity Plan” verlässlich produzieren wird, sind tiefer Hass, grenzenloses Misstrauen und die endgültige Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Wenn der Staat anfängt, seine eigenen Bürger nicht mehr als Individuen, sondern nur noch als feindliche ethnische Fraktionen zu behandeln, dann hat er seine Daseinsberechtigung als freie und demokratische Institution endgültig verwirkt.