Wahre Verbrechen I Die dunkle Seite der Liebe I Tr...

Wahre Verbrechen I Die dunkle Seite der Liebe I True Crime Dokumentation T – Part 3

 Hinzuk kam, dass Littles Leiche nicht wie die anderen aus einem fahrenden Auto geworfen wurde. Stattdessen hatte ihn der Mörder gut sichtbar auf einen Meskitbaum gelegt. Er hatte dem Toten die Beine gespreizt, um den Blick auf seine fehlenden Genitalien zu lenken. Und er hatte ihm einen Meskittock in den Anus eingeführt, als letzten sadistischen Akt der Erniedrigung.

Malcolm Little war der Beweis, dass Craft mit jedem neuen Opfer brutaler wurde. Er schien immer weiter in die Untiefen seiner sadistischen Fantasien vorzudringen, was seine Gewaltakte von mal zu bizarrer und grausamer machte. Dabei war Randy Craft mehr damit beschäftigt, die Grenzen seiner Opfer auszutesten, als sich strickt an irgendwelche Signaturen oder Markenzeichen zu halten.

 Denn im Gegensatz zu den anderen Männern, die er einfach aus dem Auto gestoßen hatte, hatte er Littles Leiche aufwendig auf dem Baum in Position gebracht. Für Craft war das etwas völlig Neues. Vielleicht war sein wirkliches Markenzeichen am Ende nur seine Grausamkeit. Doch auch wenn sich der Mord an Malcolm Little von den anderen unterschied, fand er seinen Weg auf Randy Crafts Scorecard. Craft notierte Teen Trucker.

Gut, zwei Wochen später war Craft wieder in seiner Stammgegend unterwegs, wo er nach seiner Lieblingsbeute ausschau hielt, eine Marine. Am Abend des 20. Juni 1974 lernte er den 18-jährigen Roger E. Dickerson in einer Bar in der Nähe der Marine Corebasis Camp Pendleton Canon. Freunde von Dickerson sagten, dass sie ihn zuletzt in einer Bar in St.

 Clementy gesehen hätten. Er habe übers Wochenende per Anhalter nach Los Angeles fahren wollen. Wahrscheinlich hat er Randy Craft direkt danach in der Bar getroffen. Da ihm sofort eine Mitfahrgelegenheit. Gute Unterhaltung und ein paar Bier anbot. Das war schwer auszuschlagen. Doch Dickerson wusste nicht, dass Craft so viel Beruhigungsmittel ins Bier gemischt hatte, dass es für ein Pferd gereicht hätte.

Dickersons Leiche wurde am 22. Juni in Laguna Beach gefunden. Die Foltermale auf seinem Körper überraschten die Orange County Detectives schon nicht mehr. Genauso wenig wie die Morde danach, bis Ende 1974. fügte Craft seiner Scorecard vier weitere nicht identifizierte Opfer hinzu.

 Innerhalb von zwei Jahren hatte er neun Menschen getötet. Nichts schien den unbekannten Killer bremsen zu können. Die Detectives sagten, dass sie so etwas noch nie erlebt hätten. Dieser Mann ließ die damals berüchtigsten Mörder, wie z.B. für die Manson Family fast schon zarm aussehen. Mitte Januar 1975 wurde ein weiteres Opfer gefunden. Detectiv George Troop gab zu, dass seine Dienststelle überfordert war.

 Am Morgen des 24. Januar 1975 wurde eine Taskforce ins Leben gerufen, die dem Mörder das Handwerk legen und Südkalifornien von seinem Terror befreien sollte. Zur Task Force gehörten Sheriffs aus San Bernardino und Imperial County. Hinzu kamen weitere Beamte aus benachbarten Police Departments. Zu ihnen gesellte sich ein Sonderermittler des Staates und FBI Agent Howard Titen von der Multiple Murder Investigative Unit in Quantico.

Agent Titan eröffnete das erste Treffen mit einem Bericht über eine neue Art von Mörder, von der die Behavioral Sciences Unit FBI vermutete, dass ihre Zahl im Land zunahm. Da der Begriff Serienkiller damals noch nicht wirklich geläufig war, benutzte Titan eine Bezeichnung, die dem gesuchten Täter am nächsten kam.

 Mass murderer, Massenmörder. Der Mann, den sie suchten, war ein methodisch handelndes und gerissenes Individuum, wie sich in der Ausführung seiner Verbrechen zeigt. Er ist sich der Kriminalität seiner Tat und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft voll bewusst und begeht das Verbrechen aus diesem Grund. Wenn es darum ging, ein Opfer zu finden, war der dreijährige Randy Craft aber gar nicht so methodisch und kalkulierend, wie das FBI annahm.

 Nachdem es ihm die letzten vier Jahre ohne Probleme gelungen war, ein Doppelleben aufzubauen, war Craft leichtsinnig geworden. Niemand, nicht einmal sein Freund Jeff Graves, vermutete, dass der aufstrebende Computerspezialist hinter der freundlichen und sanftmütigen Fassade mörderische Fantasien hegte, geschweige denn auslebte.

Laut dem Kriminologen Scott Bon ändert sich das Verhalten eines der Enkelers manchmal zu seinem eigenen Nachteil, je länger er mit seinen Verbrechen davon kommt. Bon schreibt: Erfolgreiche Serienkiller, die über einen langen Zeitraum unentdeckt bleiben, fangen manchmal an Abkürzungen zu nehmen und rücksichtslos oder sogar nachlässig zu werden.

In Randy Crafts Fall zeigte sich diese Nachlässigkeit in der Veränderung seines Modus Operandi. Als er das nächste Mal losfuhr, wechselte er von einem zu zwei Opfern. Am 29. März 1975 war Craft im Rippils, einer schwulen Bar in Long Beach, als er zwei Teenager in der Billardkneipe auf der anderen Straßenseite entdeckte.

Als er Keith Crotwell und Kent May auf den Parkplatz der Billardkneipe ansprach, waren sie sofort misstrauisch. Nachdem Craft ein paar Minuten locker mit ihnen geplaudert hatte, entspannten sich die Teenager aber. Sie waren beeindruckt von seinem Auto und als Craft fragte, ob sie eine Runde mit ihm drehen wollten, sprang sie sofort auf den Rücksitz.

Als sie eine Weile gefahren waren, gab Craft den Jungen ein Sixpack und eine Handvoll Valiumletten, von denen sie gleich mehrere mit einem großen Schluck Bier hinunterspülten. Knapp 15 Minuten später waren die Jungen kurz vor einer Ohnmacht. Sie redeten nicht mehr und konnten sich kaum noch auf den Sitzen halten.

 Craft fuhr zum Parkplatz zurück und stieß den halbwusstlosen Kant May aus dem Auto. Keith Crotwells Freunde Frank und Terry Did sahen, wie ein Mann mit blond gefärbten Haaren mit einem scheinbar schlafenden Crotwell davon fuhr. Terry sagte später, dass er den Fahrer mit den kleinen dunklen Augen genau gesehen habe und dass er im Gegensatz zu seinen Mitfahrern anscheinend völlig nüchtern gewesen sei.

 Das Ganze kam Terry komisch vor, aber schon im nächsten Moment wurde seine Aufmerksamkeit auf Kent May gelenkt, der benommen auf dem Parkplatz lag und kaum auf die Beine kam. Die Didmar Brüder begriffen nicht in welcher Gefahr Keith Crotwell schwebte, bis der Mustang mit quietschenden Reifen davon raste. Irgendwann in der Nacht fesselte Craft Keith Crotwrill und vergewaltigte ihn.

Danach folterte und verstümmelte er den Teenager stundenlang, bis er ihm schließlich die Hände und dann den Kopf abtrennte. Nachdem er Crootwells Leiche entsorgt hatte, notierte er ihn als Parking Lot. auf der Scorecard. Mehrere Wochen später, am 8. Mai 1975 wurde Keith Crotwells abgetrennter und halbverwäster Kopf im Yachthafen von Long Beach gefunden.

Den Rest der Leiche fand man erst im Oktober. Kent May und die Freunde des Jungen waren überzeugt, dass der Mann mit dem Mustang etwas mit Crotwells Tod zu tun hatte. Sie [schnauben] gingen zur Polizei und erzählten den Beamten alles, was sie wussten. Sie wurden aber auch selbst aktiv.

 Die nächsten fünf Tage suchten sie Block für Block die ganze Gegend ab, bis sie den schwarz-weißen Mustang schließlich vor einem Apartment Komplex in Belmundshore entdeckten. Ab dort übernahmen die Long Beach Detectives und überprüften das Kennzeichen des Mustangs. Ein paar Minuten später hatten sie einen Namen, Randy Steven Craft. Die Detectives fuhren zu Crafts Wohnung und stellten ihm Fragen über die Nacht, in der Keith Crotwell ermordet wurde.

Zum ersten Mal bekam es Craft mit der Angst zu tun, mit Panik. Die Polizei war ihm auf der Spur. Craft sagte, dass er Crotwell noch nie gesehen habe, doch die Beamten merkten, dass er log. Sie baten den sichtlich nervösen Craft mit ihnen aufs Revier zu kommen für eine etwas formellere Befragung. Craft war einverstanden.

Damals hielt er es für das Beste, was er machen konnte. Während des Verhörs vom 19. Mai korrigierte Craft seine ursprüngliche Aussage. Er gab zu, Crowwell und dessen jüngeren Freund Kent May vor der Billardkneipe getroffen zu haben. Er sagte aber, dass sie ihn angesprochen hätten.

 Sie hätten ihn nach Bier gefragt. Das sei auch der Grund ihrer kurzen Fahrt durch Long Beach gewesen. Als May langweilig geworden sei, habe er ihn wieder auf dem Parkplatz vor der Billardkneipe abgesetzt. Dann erzählte Craft den Detectives, dass Crotwell noch keine Lust gehabt habe, nach Hause zu gehen. Sie seien also bis nach Southern Orange County gefahren.

Dort sei das Auto aber irgendwie im Matsch stecken geblieben. Laut Craft ließ er Crotville gegen 2 Uhr morgens allein im Auto zurück, um zu einem Diner in der Nähe zu gehen. Von dort aus wollte er seinen Freund Jeff Graves anrufen. Eine andere Hälfte, wie Craft sagte. Es gelang ihm den schlafenden Jeff zu wecken und ihn zu überzeugen, die lange Fahrt zum Eltoro Freeway Exit auf sich zu nehmen und zum Diner zu kommen.

 Als Craft und Jeff zum Auto zurückkehrten, war Cro verschwunden. Die Detectives fuhren zum Eltor Exit, um zu schauen, ob Craft die Wahrheit sagte. Und tatsächlich fanden sie nach einer Weile den matschigen Weg, wo Craft angeblich mit dem Auto stecken geblieben war. Es schien also zu stimmen. Sie sprachen auch mit Jeff Graves, der die Geschichte seines Freundes bestätigte.

Jeff musste sogar einen Lügendetektortest machen, den er bestand. Ihr Bauchgefühl sagte den Beamten aber immer noch, dass Craft für den Tod von Keie Grodwille verantwortlich war. Sie glaubten, dass es genug Indizien gab, um ihn wegen Mordes vor Gericht zu bringen. Aber die Staatsanwaltschaft von Long Beach war anderer Meinung.

 Die Anwälte glaubten nicht, dass sie ohne Crowwells komplette Leiche mit einer Anklage durchkommen würden. Am Ende erklärte die Staatsanwaltschaft, dass Crowwell betrunken ins Meer gefallen und ertrunken sei. Sie glaubten, dass Meerestiere seinen Körper gefressen hätten, so dass ich sein Kopf irgendwann gelöst habe und an Land gespült worden sei.

 Mit dieser absurden und unbegründeten Erklärung war Randy Craft wieder einmal aus dem Schneider. Craft mag sich in diesem Frühjahr zwar der Justiz entzogen haben, aber die Ermittlungen hatten negative Auswirkungen auf andere Bereiche seines Lebens. Der Stress brachte die unerträglichen Magenschmerzen und die Schlaflosigkeit zurück, unter denen er schon Jahre zuvor gelitten hatte.

Im Juni 1975 kam Craft dann im Zuge einer Razia des Sittendezanats für fünf Tage in Untersuchungshaft. Ihm wurde sogenanntes unzüchtiges Verhalten vorgeworfen, weil er an einem bekannten Cruising Spot unterwegs gewesen war. Ein paar Wochen später verlor er seinen Job bei Asch Aircraft und dann beendete Jeff Graves im Sommer auch noch ihre langjährige Beziehung.

Jeff gefiel es nicht besonders an Lügendetektoren angeschlossen zu werden, weil sein Freund unter Mordverdacht stand. Er zog aus und ließ den Arbeitslosen und am Boden zerstörten Craft allein zurück. Obwohl Craft jetzt mehr Freizeit als je zuvor und die Wohnung für sich allein hatte, hielt er sich den Rest des Jahres 1975 mit dem Morden zurück.

 Er konzentrierte sich stattdessen darauf, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Ende des Jahres fand er einen neuen Job als ITberater und lernte seinen nächsten Freund kennen, den 19-jährigen Jeff Seck. Als es im Job und im Liebesleben wieder back aufging, kamen Crafts geheime Mordgeliste zurück. An Silvester 1975 wurde Craft im Haus seiner Eltern zur jährlichen Familienfeier erwartet.

Eine seiner Nichten erinnerte sich, daß ihr Lieblingsonkel an diesem Abend besonders vital und energetisch wirkte. Überhaupt nicht wie jemand, der gerade von der Arbeit kam. Sie hatte recht. Craft war in Southern Orange County gewesen, wo er den 22-jährigen Mark Howard Hall im Auto mitgenommen hatte.

 Er hatte ihm Valium gegeben und war mit ihm in die Wildnis am Rande von San Diego County gefahren. Im Schutz der Dunkelheit vergewaltigte er Hall. Danach folterte er den jungen Mann mit dem Zigarettenanzünder seines Autos. Er drückte ihn gegen seine Genitalien, sein Gesicht und seine Augen. Als Craft keine Lust mehr hatte, stopfte er Hall so viel Dreck und Erde in den Mund, dass er langsam und qualvoll erstickte.

Ein paar Stunden später, als hätte er einen Schalter umgelegt, ging er gut gelernt zur Familienfeier. Er memte den perfekten Bruder, Sohn und Onkel und begrüßte das neue Jahr mit Sekt und Gesellschaftsspielen. 1976 war Randy Craft wieder ganz in seinem alten Doppelleben. Nur dass es besser war als mit seinem Exfreund Craft und Jeff Selic zogen zusammen und Craft hatte endlich die monogame Beziehung, die mit Graves nie möglich gewesen war.

 Gleichzeitig mordete er wieder regelmäßig und lud seine Opfer auf dem Land am Ortega Highway ab. und obwohl er immer mehr Menschen tötete, gelang es ihm weiter, der Polizei zu entgehen. Die Beamten waren frustriert und wussten nicht mehr weiter. In einem Fall ging sie sogar zu einer Hellseherin, aber sie konnte ihnen nicht helfen.

Doch dann, im Juli 1977 gab es endlich einen Ermittlungserfolg. Der 37-jährige Patrick Cney stellte sich der Polizei. Er sagte, dass er dutzende Menschen ermordet und die Leichenteile in Müllsäcken entlang der Highways entsorgt habe. Er gab den Beamten die Namen und Beschreibungen seiner Opfer, was bewies, dass er tatsächlich für die Ermordung und Versümmelung mehrerer junger Männer verantwortlich war, die man am Straßenrand gefunden hatte.

Die Zeitungen feierten die Ergreifung des sadistischen Killers mit dicken Schlagzeilen. Die schwule Community in Kalifornien konnte aufatmen und die Tramper waren froh, nicht mehr ganz so vorsichtig sein zu müssen. Im Laufe von Cneys Vernehmung wurde jedoch schnell klar, dass er kein Folterer war. Cney hatte seine Opfer nach ihrem Tod zerstückelt und ihnen nie irgendwelche Gegenstände in ihre Körperöffnung eingeführt.

Damit war klar, dass mehr als ein Massenmörder für den Terror in Südkalifornien verantwortlich war. Und als Cy schon lange hinter Gittern saß, gab es 1978 fünf weitere Morde. Randy Crafts Scorecard wurde länger und länger. Bis zum Ende des Jahres war die Zahl der ungelösten Morde auf einem Rekord hoch. Während die Polizei in der Krise steckte, war 1979 ein gutes Jahr für Randy Craft.

Er und sein Freund verdienten genug Geld, um sich ein eigenes Haus leisten zu können und Craft bekam immer mehr Jobs als Programmierer. Seine Familie respektierte ihn wieder, auch wenn sie seine Homosexualität immer noch missbilligten. Die Task Force, die vier Jahre zuvor gegründet worden war, musste der weil zugeben, dass sich der Schlimmere von beiden Mördern immer noch auf freiem Fuß befand.

 1979 tauchten mehr als ein Dutzend Leichen junger Männer an den Freeways von LA und Orange County auf. Die schwulen Bars in der Gegend wurden mit Polizeiflugblättern überschüttet. Mit jedem neuen Opfer, von denen viele junge Sexarbeiter waren, baten die Beamten um Mithilfe aus der Szene. Laut der Profilerin Dr.

 Deborer Sherman Koflin war es die Wahl seiner Opfer, die es Craft ermöglichte, so lange unentdeckt zu bleiben. Sie schreibt: “Intelligente Killer suchen sich Opfer, bei denen es wahrscheinlich ist, dass ihr Verschwinden nicht so viel Aufmerksamkeit erregt. Manche haben herausgefunden, dass es leichter ist, sich auf Minderheiten zu konzentrieren.

In Crafts Fall war diese Minderheit homosexuelle Männer. Dr. Sherman Koflin ergänzt, dass die Polizei häufig nicht so viel Energie darauf verwendet, Verbrechen aufzuklären, die gegen Menschen aus Randgruppen begangen werden. Sie schreibt: Mörder, die sich mit solchen Dingen befassen, ziehen ihre Schlüsse daraus.

Sie wissen, dass es weniger wahrscheinlich ist, entdeckt zu werden, wenn sie sich auf diese Gruppe beschränken. Sie entführen und morden, ohne Angst zu haben, dass jemand sie beobachtet oder meldet. 1980 hatte sich der 35-jährige Randy Craft in einen gut verdienenden Jeton Profi verwandelt, einen Jupi.

 Er hatte mehrere Leute unter sich bis auf sein Spesen konnte und war dauernd auf Geschäftsreise. Das bot ihm die Möglichkeit seinen Territorium zu erweitern. Zwischen 1980 und 82 reiste Craft im Rahmen seiner Beratungstätigkeit viermal in die Gegend von Portland, Oregon. Am Ende jeder Reise ließ er einen verstümmelten jungen Mann am Straßenrand zurück.

Die sporadischen Morde veranlasßten die Polizei von Oregon zur richtigen Annahme, dass sie es mit einem Mörder aus einem anderen Bundesstaat zu tun hatten. Doch Craft beschränkte sich nicht auf Oregon. Nach einer seiner Geschäftsreisen fand man im Dezember 1982 zwei Leichen auf einem Feld. Beide wiesen die gleichen Foltermale auf, die typisch für Crafts Morde waren.

 In Crafts Privatleben schien es währenddessen weiter ganz normal zu laufen. Die Arbeitszeiten von Randy Craft und Jeff Seelic waren zu dieser Zeit aber so unterschiedlich, dass sie sich oft tagelang nicht sahen, was sich nach einiger Zeit auf ihre Beziehung auswirkte. Sie machten eine Paartherapie, um die schwierige Phase zu bewältigen.

 Ihr Therapeut merkte, dass Craft mit Wut und Schuldgefühlen zu kämpfen hatte. Crafts Probleme waren besorgniserregend, aber der Therapeut glaubte, dass es ihm gelingen würde, sie zu überwinden und sein Leben zu verbessern. Die Therapie wirkte sich positiv auf die Beziehung des Paares aus, aber außerhalb seiner vier Wände blieb der 38jährige Craft ein aktiver Mörder.

Im Frühling 1983 vermutete die Polizei, dass er schon dutzende Menschen getötet hatte. Es ist wahrscheinlich, dass Craft sich inzwischen unbesiegbar fühlte, weil er mit so vielen Morden davon gekommen war und dass dieses Gefühl ihn irgendwann langweilte. Er suchte nach neuen Keks und wurde dabei immer leichtsinniger.

In den frühen Morgenstunden des 14. Mai 1983 hielt die California Highway Patrol einen braunen Toyota an, der auf der Autobahn ausgeschert war. Am Steuer saß Randy Craft. Als Officer Sterling und sein Vorgesetzter Sergeant Howard ihm ins Gesicht leuchteten, sahen sie, dass er glasige Augen hatte. Auf dem Beifahrersitz saß ein anderer Mann, der 25-jährige Marine Terry Gambrell.

 Sergeant Haut klopfte gegen die Scheibe der Beifahrertür, aber Gambrell schien zu schlafen oder bewusstlos zu sein. Als Howard die Tür öffnete, bot sich ihm ein verstörender Anblick. Gambrels Hände waren gefesselt, seine Hosen waren heruntergezogen und es sah so aus, als hätte er sich voll uriniert. Vor allem aber schien er nicht zu atmen.

Von der anderen Seite des Autos fragte Craft Sergeant Howard mit ruhiger Stimme: “Wie geht es meinem Freund denn?” Crafts Gleichgültigkeit ließ das Blut in Howards Adern gefrieren. Nach jahrelangen Patrouillen und dutzenden verstümmelten Leichen wussten die Officer, dass sie den Freeway Killer gerade auf frischer Tat ertappt hatten, bevor er sein jüngstes Opfer aus dem Wagen werfen konnte.

 Ein paar Stunden später saß Craft in Untersuchungshaft. Die Detectives durchsuchten das Auto und fanden Fotos von nackten und bewusstlosen jungen Männern. Die Fotos waren unter der Bodenmatte versteckt. Zusammen mit den Fotos fanden sie eine handgeschriebene Scoreecard mit kryptischen Begriffen wie Hollywood Bus oder Westminster Date.

Die Polizei brauchte nicht lange, um eine Verbindung zwischen den Fotos und der Scorecard und mehreren ungelösten Mordfällen aus den letzten 12 Jahren herzustellen. Craft wurde verdächtigt, insgesamt 67 Männer getötet zu haben. Trotz der erdrückenden Beweislast behauptete Randy Craft unschuldig zu sein.

 Der Prozess zog sich über Jahre hin, bis der 44-jährige schließlich am 29. November 1989 wegen 16fachen Mordes zum Tode verurteilt wurde. Seinem wahnsinnigen Scoreecard Spiel war nach vielen Jahren der Angst ein Ende bereitet worden. Stand 2022 befindet sich Randy Craft noch immer im Todestrakt des San Quenton State Prison und er leugnet weiterhin auch nur einen einzigen der Morde begangen zu haben.

Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bosepark Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers.

Deutsche Produktion Wiebgeachter Winter Chris Guse, Suholder Kli Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Boirot.

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