Wahre Verbrechen I Das verschwundene Model I True ...

Wahre Verbrechen I Das verschwundene Model I True Crime Dokumentation T – Part 2

 Alle kannten Roboter als den komischen manchmal sogar verstörenden Typen, der es immer übertreiben musste. Robert selbst behauptete, dass alles, was er tat, im Namen der Kunst sei. Aber als er anfing im Seminarraum an lebenden Tieren zu experimentieren, hatten seine Komnitonen und Komitoninnen genug. Der Autor Jack Rosewood schreibt, dass Roberts Folter Fantasien in dieser Zeit zugenommen hätten.

 Er habe experimentieren wollen. Einmal schlug er einer lebenden Ente im Seminarraum den Kopf ab. Ein anderen Mal tötete er ein Huhn. Der Vorfall, der das fast zum Überlaufen brachte, war aber ein Experiment an einem Hund. Robert injizierte dem Hund verschiedene Beruhigungsmittel, um zu schauen, wie er reagierte.

 Der Hund starb schließlich, was sofort die Schulleitung auf den Plan rief. Im Dezember 1969 wurde Robert zwangsexmatrikuliert. Nach dem Rauswurf schämte sich Robert zunächst. Doch es dauerte nicht lange, bis sich die Scham in Wut verwandelte. Er gab der Hochschule die Schuld. Was konnte er dafür, dass die Leitung seiner Kunst nicht verstand? Es war ihre Ignoranz und ihre Schuld.

Robert verließ den Campus, ohne zu wissen, wie es weitergehen sollte. Er hatte keinen Plan B, keine Wohnung und keinen Job. Er fühlte sich ausgeliefert und machtlos und er hasste die Welt dafür, dass sie ihm dieses Gefühl gab. Aber dieses Mal wollte es Robert nicht einfach so hinnehmen. Er würde sich nicht länger mobben und bloßstellen lassen.

 Ab jetzt würde er die Kontrolle übernehmen. Nach seinem Rauswurf von der Kunsthochschule im Jahr 1969 gelang es dem 20-jährigen Robert Bordella erneut, seine Wut beiseite zu schieben und das Beste aus seiner Situation zu machen. Er blieb in Kansas City und zog in ein anderes Viertel, wo er mit seinem Ersparten ein zweieinhalbstöckiges Haus kaufte.

Am Anfang blieb er meistens für sich. Er grüßte die Nachbarinnen und Nachbarn, wenn er sie sah, aber wie schon zu Schulzeiten ging er nicht aktiv unter Leute. Es war eine Art Spätfolge des Mobbings. Robert wusste einfach nicht, wer sich mit den Leuten aus der Nachbarschaft anfreunden sollte, weil er es als Kind und Jugendlicher nie gelernt hatte.

Er versuchte es aber trotzdem irgendwann. Und tatsächlich gelang es ihm nicht nur, Kontakte in der Nachbarschaft zu knüpfen. Er engagierte sich auch in der Nachbarschaftswache und ging regelmäßig mit anderen Ehrenamtlichen auf Patrouille. Er war immer noch nicht besonders extrovertiert oder gelassen, aber er sah jetzt, dass nicht alle Leute so schlimm waren wie die Bulllies auf dem Schulhof.

 Er wurde aufgeschlossener und im Gegenzug fingen auch seine Nachbarn und Nachbarinnen an ihn zu mögen. Robert fing auch an seiner beruflichen Karriere zu arbeiten. Seine jahrelange Erfahrung als Lein Cook, also Assistenzkoch, half ihm einen Job als Küchenchef zu bekommen. Er arbeitete in mehreren namhaften Restaurants in Kansas City und baute sich einen soliden Ruf auf.

Nach ein paar Jahren trat er sogar einem Koch und Köchinenverband bei, um Auszubildende in eine Berufsschule unterrichten zu können. Aber trotz seines Erfolgs als Koch war Roberts wahre Leidenschaft immer noch die Kunst. Das Art Institut hatte ihn zwar rausgeschmissen, aber er hielt es immer noch für möglich, sich einen Namen in der Szene zu machen.

 Schließlich war die Szene groß und vielseitig. Es gab extrem viel zu entdecken. In den 1970er Jahren fing Robert an Kunst und Antiquitäten zu sammeln. Am Anfang folgte er einfach seiner Passion, bis sich das Sammeln in ein lukratives Nebengeschäft verwandelte. Es dauerte nicht lange, bis er es hauptberuflich machen wollte.

 Also hing er 1981 seinen Restaurantjob an den Nagel und machte sich als Kunsthändler selbstständig. Der 32-jährige mietete einen Stand auf dem Westport Fleemarket, den er Bobs Bazar Bizar nannte. Er verkaufte alle möglichen Antiquitäten, Schmuck, okkulte Gegenstände und sogar Schrumpfköpfe. Er verdiente nie genug Geld, um den Basar in ein wirklich erfolgreiches Geschäft zu verwandeln, aber es reichte, um über die Runden zu kommen.

Doch während beruflich alles stabil blieb, lief es privat wohl eher nicht so gut. Man weiß nicht viel darüber, wie Robert inzwischen zu seiner Sexualität stand. Es scheint aber, dass er sich schon mindestens fünf Jahre zuvor geautet hatte und offen schwul lebte. Es gibt aber kaum Informationen über irgendwelche Beziehungen oder Affären aus dieser Zeit.

Erst 1982, gut ein Jahr nach der Eröffnung des Basars, begann Robert seine erste ernsthafte Beziehung mit einem Mann. Über seinen Partner ist nicht viel bekannt, außer dass ihn seine Erlebnisse im Vietnamkrieg stark belastet haben sollen, so sehr, dass er emotional und psychisch instabil war. Als sich die beiden schließlich trennten, versuchte Robert wie immer seine Gefühle zu verdrängen und nach vorne zu schauen.

 Er konzentrierte sich auf die Arbeit, aber musste die ganze Zeit daran denken, was er verloren hatte. Die Trennung ließ ihn nicht los. Robert sehnte sich nach Gesellschaft. Die Beziehung hatte zwar nicht lange gehalten, aber sie hatte ihm gezeigt, wie schön es sein kann, einen festen Partner zu haben. Danach wusste er, dass er nicht länger allein sein wollte.

 Aber Robert hatte Probleme, jemanden kennenzulernen. Er war ein exzentrischer Mann mit einem sonderbaren Laden. Abgesehen davon war er nicht gerade attraktiv im konventionellen Sinne. Nach erfolgloser Partnersuche fing Robert schließlich an zu Sexarbeitern zu gehen. Er suchte nach Nähe und sexueller Befriedigung, aber hasste es dafür bezahlen zu müssen.

 Er wollte echte Zuneigung und Leidenschaft. Die alte Scham meldete sich zurück. Sie war sein ganzes Leben lang da gewesen. Aber Robert hatte es satt, sich dafür zu schämen, wer er war. Und jedes Mal, wenn das Gefühl in ihm aufstieg, schlug es sofort wieder in Wut um. Genau wie damals. Gleichzeitig schien Robert entschlossen zu sein, sein Handeln vor sich selbst zu rechtfertigen.

Er wandte sich perspektivlosen jungen Männern zu Drogenabhängigen und Ausreißern und nahm sie unter seine Fittiche. Er versuchte sie zu ermutigen, ihr Leben in den Griff zu kriegen. Er glaubte ihn zu helfen. Für ihn war es ein Akt der Nächsten Liebe. Ganz so selbstlos war es dann aber doch nicht.

 Robert lud einige der Männer ein, mietfrei bei ihm zu wohnen. Sie sollten ihm nur bei der Hausarbeit zur Hand gehen. Nachdem sie eingezogen waren, fing er jedoch an, sie um sexuelle Gefälligkeiten zu bitten. Und wenn Bitten nicht reichte, setzte er sie unter Druck. Robert wollte die jungen Männer kontrollieren. Auch wenn er vor allem sich selbst einredete, ihnen aus ihrer Not zu helfen, ging es letztlich vor allem um Macht und Kontrolle.

Seine alten Fantasien flammten wieder auf. Robert wollte die Männer dominieren und foltern. Er wollte sie gefangen halten, so wie in The Collector. Er setzte seine Impulse zwar noch nicht in die Tat um, aber er dachte darüber nach. Die Beziehungen zu den Männern waren der weil nur von kurzer Dauer. Sie kamen und gingen, ohne eine wirkliche Rolle in Roberts Leben zu spielen, bis auf ein paar Ausnahmen.

Jerry Howell war 14, als er Robert kennenlernte. Sein Vater Paul hatte einen Stand auf dem Flohmarkt, auf dem Robert arbeitete. Jerry mochte die spannenden Geschichten, die Robert über die Antiquitäten erzählte, die er verkaufte. Jerry faszinierte auch, dass Robert so offen mit seiner Sexualität umging.

Jerry war ebenfalls schwul und als er älter war, verdiente er sich etwas als Sexarbeiter dazu. Als Robert davon erfuhr, interessierte er sich sofort viel mehr für Jerry. Anfang 1984, als Jerry 19 Jahre alt war, verbrachten die beiden viel Zeit miteinander. Jerry’s Vater gefiel das gar nicht. Paul hatte Gerüchte über Roberts Beziehung zu anderen jungen Männern in der Stadt gehört und wollte seinen Sohn davon fernhalten.

 Er soll sowohl Robert als auch Jerry gedroht haben. Sie sollten sofort aufhören sich zu treffen, aber sie ignorierten ihn. Paul hatte guten Grund besorgt zu sein. Roberts Gewaltfantasien nahmen immer mehr Raum ein und er dachte inzwischen immer öfter darüber nach, wie es aussehen würde, einige von ihnen auszuleben. Noch gelang es Robert jedoch, seine Impulse zu unterdrücken.

 Er konzentrierte sich ausschließlich auf Sex und eine Zeit lang schien er und Jerry eine ganz normale Affäre gehabt zu haben. Doch nach ein paar Monaten nahm die Beziehung eine Wendung. Im Frühjahr 1984 geriet Jerry in rechtliche Schwierigkeiten. Robert gab ihm Tipps und übernahm sogar einen Teil der Kosten.

 Er ging natürlich davon aus, dass Jerry ihm das Geld zurückzahlen würde, doch das tat er nicht. Je länger Jerry vor der Rückzahlung drückte, desto wütender wurde Robert. Er hatte das Gefühl, dass Jerry das Machtverhältnis zwischen ihnen auf den Kopf stellen wollte, aber Robert wollte sich auf keinen Fall von diesem Jungen kontrollieren lassen.

 Er würde Jerry zeigen, wer hier das Sagen hatte. Robert war sauer. Es gefiel ihm nicht, dass Jerry plötzlich die Oberhand hatte und er eben die ganze Zeit hinterherlufen musste. Jahrelang hatte Robert seine Wut in Zaum gehalten. Doch jetzt schrie alles in ihm danach, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Man weiß nicht, ob es nur das Geld war, das Robert zum Morden trieb.

 Es steht aber fest, dass die Dinge von da an sehr schnell eskalierten. Am 5. Juli 1984 waren Robert und Jerry verabredet. Robert holte den Teenager ab. Bei allen Spannungen wegen des Geldes schien Jerry nicht damit zu rechnen, dass Robert gewalttätig werden könnte. Für ihn war Robert schließlich immer noch der etwas schräge, aber nette Typ vom Flohmarkt.

 Er hatte nie in irgendeiner Weise bedrohlich auf Jerry gewirkt. Jerry hatte also kein Problem damit, mit zu Robert nach Hause zu kommen. Dort sollen die beiden erstmal nur eine Weile geraucht, getrunken und sich unterhalten haben, bis Robert Sex wollte. Jerry weigerte sich. Soweit bekannt ist, hatte er zu diesem Zeitpunkt schon länger vermieden, Sex mit Robert zu haben, auch schon vor dem Streit wegen des Geldes.

 Die Abfuhr machte Robert wütend. Er hatte dem Jungen aus der Klemme geholfen. In seinen Augen schuldete Jerry ihm etwas. Wer war dieser Typ, dass er einfach sein Geld nahm und ihm dann auch noch Sex verweigerte? Die ganzen letzten Jahre war es für Robert selbstverständlich gewesen, dass sich die jungen Männer, die er unterstützte, mit Sex revangierten.

Es war Teil des Deals, ob es nun offen ausgesprochen wurde oder eher eine stillschweigende Übereinkunft war. Und jetzt kam Jerry plötzlich und änderte die Regeln. Aber Robert wollte ein Nein nicht hinnehmen. Er würde bekommen, was er wollte und wenn er es sich nehmen musste. Als Jerry noch einmal sagte, dass er nicht wolle, entschied Robert ihn zu betäuben.

 Man weiß nicht, ob das von Anfang an sein Plan war oder ob er spontan auf die Idee kam. Auf jeden Fall war er aber vorbereitet. Robert hatte sich über die Jahre immer wieder an der Zucht von Chaos versucht. Dabei hatte er einen ganzen Vorratberungsmittel angesammelt und jetzt war der perfekte Zeitpunkt gekommen, sie an einem Menschen auszuprobieren.

Als Jerry abgelenkt war, zog Robert eine Spritze auf. Dann ging er zurück zu Jerry und rammte sie ihm in den Arm. Es dauerte keine Minute, bis der Jugendliche bewusstlos war. Innerhalb weniger Augenblicke hat er sich von einem Freund in einen Gefangenen verwandelt. Robert beeilte sich.

 Er zog Jerry aus und fesselte ihn ans Bett. Als sein Opfer bewusstlos und gefesselt war, machte Robert alles mit ihm, wovon er bisher nur geträumt hatte. Er benutzte sogar Haushaltsgegenstände, um seine brutalen Fantasien umzusetzen. Aber trotz der extremen Gewalt scheint Robert nicht vorgehabt zu haben, Jerry zu töten. Laut dem Autoren Jack Roswood ging es bei der Folter mehr um Roberts Faszination vom Grad der Schmerzen, die er jemandem zufügen konnte.

Dabei sporten ihn Jerry’s Angst und Hilflosigkeit noch weiter an und er ließ seinen sadistischen Impulsen zum ersten Mal völlig freien Lauf. Anscheinend gefiel es Robert aber nicht, mit der stumpfen Realität seiner Fantasie konfrontiert zu werden. Immer wenn Jerry wieder zu sich kam und um Gnade flehte, spritzte Robert ihm eine neue Dosis Beruhigungsmittel.

Danach wartete er kurz, bis Jerry weggetreten war und setzte die Tortur fort, die ganze Nacht lang. Am nächsten Morgen wusste Robert aber, dass er sich so verhalten mußte, als wäre alles wie immer. Er stellte also sicher, dass Jerry bewusstlos blieb und ging zur Arbeit. Der Tag auf dem Flohmarkt verging wie jeder andere, nur dass Robert ein bisschen früher Schluss machte, um schnell wieder zu Hause zu sein.

 Schon zu diesem Zeitpunkt gab er sich ganz seinen sadistischen Trieben hin. Den ganzen Tag über hatte er nicht einmal hinterfragt, was er in der Nacht zuvor getan hatte. Auch ein Rückzieher kam für ihn nicht mehr in Frage. Im Gegenteil, Robert kam mit neuen Ideen nach Hause, wie er Jerry Leid zufügen konnte. Und obwohl der Teenager immer noch betäubt war, gab Robert ihm noch eine Dosis.

Anscheinend wollte Robert verhindern, dass sein Opfer aufwachte, damit er es leichter hatte, ihn zu misshandeln. Denn jetzt wollte er dokumentieren, was er tat. Bei jedem neuen Folterakt machte sich Robert Notizen zur Uhrzeit, zur Position des Opfers und zur Foltermethode und er machte Fotos mit seiner Polaroid Kamera.

Aber Robert trieb. Am 6. Juli um 22 Uhr hörte Jerry aufzumen. Nach 24 Stunden Folter und Betäubung starb der 19-Jähriger an Herzstillstand. Als Robert begriff, was passiert war, versuchte er den Teenager wiederzubeleben, aber es war zu spät. Jerry war tot. Enttäuscht überlegte Robert, was er mit der Leiche machen sollte.

 Dann hatte er eine Idee. Er trug den Toten in den Keller, wo er ihn an der Decke aufhängte. Dann holte er einen Kochtopf und mehrere Messer aus der Küche. Er stellte den Topf genau unter die Leiche. Dann fügte er ihr tiefe Schnitte zu, um sie ausbluten zu lassen. Er ließ die Leiche über Nacht im Keller hängen und kam am nächsten Morgen mit einer Kettensäge zurück.

Nachdem er sich vergewissert hatte, dass Jerry komplett ausgeblutet war, fing er an ihn zu zerstückeln. Er steckte die Leichenteile in viele kleine Tüten, die er dann auf große schwarze Plastiksäcke verteilte. Den Rest überließ Robert, der Müllabfuhr. Er stellte die Tüten mit dem Hausmüll in die Einfahrt und wartete darauf, dass die Müllmänner sie in den Laster warfen. Und genau das taten sie.

Niemand ahnte etwas. Und als das Müll um die Ecke bog und die Beweise für seinen Mord für immer verschwanden, fing es in Roberts Kopf an zu arbeiten. Jahrelang hatte er sich vorgestellt, wie es wohl sein würde, zur realen Version des Collectors zu werden. Es war eine Fantasie, die stets von Angst und Scham gebremst worden war.

 Aber jetzt, wo er es einmal getan hatte und davon gekommen war, fühlten sich diese Emotionen leer und bedeutungslos an. Robert gierte nach dem Gefühl, dass ihm das Foltern seines Opfers gegeben hatte. Er wollte absolute Macht und Kontrolle. Es war wie eine Droge und wie bei jeder Droge drehten sich Roberts Gedanken bald nur noch um eine Frage.

Wie konnte er mehr davon bekommen? Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions.

Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion Wiebgeachterwinter Chris Guseolder Kli köhler Fabio Lautenschläger Simon Uta Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Boirot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.

 Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. 2. April 1988. Es war ein ruhiger Morgen in Heidepark, Kansas City. Ein weiterer schöner und friedlicher Samstag. Ein Angestellter der Wasserwerke machte seine Runde durchs Viertel, um die Zählerstände an den Häusern abzulesen.

Es gehörte zu seiner Jobroutine und war so unaufregend und eignislos wie immer, bis er plötzlich jemanden um Hilfe rufen hörte. Er schaute hoch und sah einen Mann auf sich zustolpern. Er war noch jung und völlig verängstigt und er war nackt. Der Zählerableser erstarrte. Der Mann trug einen Hundehalsband und sein ganzer Körper war mit Bluterküssen überseht.

Die Schreie des Mannes rüttelten den Zähler Abläser aus seiner Schockstarre. Er versuchte den Mann zu beruhigen und ging mit ihm zum nächsten Haus. Dort hämmerten sie gegen die Tür und riefen um Hilfe. Als der Hausbesitzer öffnete, sah der Erzählerableser, dass der junge Mann humpelte. Es war klar, dass er starke Schmerzen hatte und schwer traumatisiert war.

 Als sie auf den Krankenwagen warteten, versuchten die Männer den Verletzten irgendwie zu trösten. Dabei ging dem Zählerableser immer wieder dieselbe Frage durch den Kopf. Was zur Hölle war passiert? Hi, ich bin Diane Hilcher und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten.

 Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify original von Podcast. Heute geht es noch einmal um Robert Bordella alias The Collector und The Kansas City Butcher. In Folge 1 haben wir über Robert Bellas Kontrollsucht gesprochen, die sich vor allem in Fantasien manifestierte, in denen er Menschen in seine Gewalt brachte und brutal misshandelte.

 Über Jahre gelang es Brdella seine Gelüste zu unterdrücken, bis er ihnen freien Lauf ließ und seinen jungen Freund Jerry Huel ermordete. In dieser Folge werden wir uns mit Robert Bordellas weiteren Morden befassen. Mit seinen Mordmethoden und seinem krankhaften Drang an seinen Opfern zu experimentieren. Im Juli 1984 hatte der 35-jährige Robert Bordella sein erstes Opfer ermordet, den 19ährigen Jerry Howell.

 Es war genauso, wie er es sich immer vorgestellt hatte, seit er als Teenager zum ersten Mal den Film The Collector gesehen hatte. Für kurze Zeit hatte Robert seinen eigenen Gefangenen, jemanden, über den er komplette und bedingungslose Kontrolle hatte. Obwohl Jerry starb, bevor Robert all seine Fantasien an ihm ausleben konnte, durchströmte ihn das Allmachtsgefühl auch noch, als er die Leiche des Teenagers mit einer Kettensäge zerstückelte und sie auf mehrere Mülltüten verteilte.

Robert sah triumphierend zu, als die Müllabfuhr die Säcke mitnahm. Niemand ahnte etwas. Doch dann fing Robert an, sich Sorgen zu machen. Was wenn einer der Säcke aufriss oder jemand die Leichenteile auf der Müldeponie fand und dann die laute Kettensäge. Vielleicht hatte der Nachbar etwas gehört. Und dann war da natürlich Jerry’s Vater.

Paul Howell wusste, dass Robert und sein Sohn befreundet waren. Sobald er merkte, dass Jerry verschwunden war, würde er sicher bald bei Robert vor der Tür stehen oder schlimmer noch zur Polizei gehen. Dem Autor Jack Rosewood zufolge hatte Robert nicht nur Angst, er schämte sich auch.

 Er schämte sich dafür, was er getan hatte und er schämte sich, dass er den gleichen Kick noch einmal erleben wollte. Jerry zu foltern hatte ihm ein gutes Gefühl gegeben und er wollte es konservieren. Als die Tage vergingen, wurde Roberts Verlangen nach Macht und Kontrolle aber so stark, dass es alle Schamen, Selbstzweifel wegwischte.

 Und schon bald darauf war klar, er würde einen weiteren Menschen gefangen nehmen. Er musste aber noch ein bisschen warten, bis sich die Außenwelt wieder beruhigt hatte. Als offensichtlich wurde, dass sein Sohn verschwunden war, forderte Paul How die Polizei auf, gegen Robert Bordella zu ermitteln.

 Er erzählte den Beamten von Roberts anderen Beziehungen zu jungen Sexarbeitern. Für ihn war das alles sehr verdächtig. Doch das überzeugte die Polizei nicht. Sie glaubte, dass Jerry einfach nur weggelaufen war, aber Paul ließ nicht locker und so wurde Robert schließlich zur Befragung aufs Revier bestellt. Robert war nervös.

 Er fürchtete, sich irgendwie verraten zu haben. In Wirklichkeit verdächtigten die Beamten ihn aber nicht mal. Sie verhörten ihn nur, damit Paul How seinen Willen bekam. Noch ein paar kurzen Fragen ließen sie Robert wiedergehen. Danach galt Jerry Hell offiziell als vermisst und die Ermittlungen wurden eingestellt. Robert war etwas schockiert, nicht nur, dass er mit seinem Mord davon gekommen war.

 Die Polizei ließ Jerry’s Fall auch sofort in irgendeinem Aktenschrank verschwinden, als hätte der Junge keine Bedeutung. Laut Jack Roswood begriff Robert in diesem Moment, daß ich niemand um einen vermißen, schwulen Sexarbeiter scherte, auch nicht die Polizei. Als Robert sich endlich sicher fühlte, schaute er sich wieder und wieder die Polars von Jerry an.

 Er hatte alles fotografiert, die Folter und die Vergewaltigungen. Er masturbierte auch immer wieder zu den Fotos. Er schämte sich jetzt nicht mehr für das, was er getan hatte. Wenn allen anderen sein Opfer egal war, warum sollte er sich dann Gedanken machen? Aber die Fotos reichten nicht. Robert wollte alles noch einmal machen.

 Er wollte einen neuen Gefangenen und diesmal sollte es länger dauern als 24 Stunden. Bei der Wahl seines Opfers ließ sich Robert jedoch Zeit. Fast ein Jahr nach seinem ersten Mord nahm er einen Bekannten ins Visier. Robert Sheldon. Sheldon war einer der jungen Männer, die Robert ein paar Jahre zuvor bei sich aufgenommen hatte.

 Er war schon lange ausgezogen, aber hin und wieder tauchte er betrunken und deprimiert vor Roberts Haustür auf. Sheldon war das perfekte Opfer. Er hatte so wenig mit Robert zu tun, dass niemand die beiden miteinander in Verbindung bringen würde. Gleichzeitig kannten sie sich gut genug, dass Sheldon Robert vertraute. Anfang April 1985 lud der 36-jährige Robert Shelton zu sich nach Hause ein.

Sie wollten ein bisschen was trinken und zusammen high werden. Robert bot Sheldon sogar an, ein paar Tage bei ihm zu schlafen. Für Sheldon klang das alles nach einem mehr als guten Deal. Genau wie bei Jerry bot Robert seinem jungen Bekannten viel Alkohol und Drogen an, nur dass er ihm irgendwann nicht mehr erzählte, was genau in der Spritze war. Und Sheldon fragte auch nicht nach.

Robert war ein Freund, der vertraute ihm. Die erste Nacht war ein einziger langer Rausch für beide Männer, aber Robert unternahmen nichts. Vielleicht war er zu nervös oder wollte sich erst noch ein bisschen vertrauter mit Sheldon machen, bevor er ihn attackierte. Erst am zweiten Abend mischte er mehrere starke Beruhigungsmittel zusammen und gab sie Scheldon zu trinken.

 [räuspern] Als Sheldon bewusstlos war, trug Robert ihn ins Schlafzimmer. Dort zog er den jungen Mann aus und fesselte ihn. Im Laufe der Nacht vergewaltigte Robert sein Opfer mehrere Male, wenn er müde wurde, verletzte und vergewaltigte er Schalden mit verschiedenen Haushaltsgegenständen, so wie er es bei Jerry Hell getan hatte.

Irgendwann wollte Robert herausfinden, wie viel Schmerz er Schelden zufügen konnte. Er kam schließlich auf die Idee, ihm das Augenlicht zu nehmen. Er ging aus dem Schlafzimmer, um eine Flasche Rohrreiniger zu holen. Als er wiederkam, sah er, dass Sheldon aufwachte. Hastig alte Robert zu seinem Opfer hinüber und drückte ihm ein Wattepatt voller Rohrreiniger direkt aufs linke Auge.

Scheldon schrie laut auf, aber seine Qual schien Robert nur zusätzlich anzuspornen. Er wollte so lange wie möglich weitermachen. Robert wusste aber auch, dass die Nachbarn und Nachbarinnen Sheldons Schreie hören könnten. Er betäubte ihn also erneut. Als Sheldon bewusstlos war, ließ Robert von seinen Augen ab.

 Er fing stattdessen an ihn auf andere Weise zu foltern, z.B. indem er ihm Nadeln unter die Fängernägel steckte. So ging es tagelang weiter. Der Autor Jack Rosewood schreibt: “Als Robert bei seinen Foltermethoden immer kreativer wurde, merkte er, dass sein sexuelles Vergnügen und das Zufügen von Schmerzen parallel zueinander verliefen.

 Er hatte ein starkes Gefühl von Kontrolle und es verschaffte ihm sexuelle Befriedigung, wenn das Opfer komplett seiner Gnade ausgeliefert war.” Robert hätte noch lange weitermachen können, aber am 15. April, fünf Tage, nachdem er Sheldon in seine Gewalt gebracht hatte, gab es ein Problem. Als Robert an diesem Tag nach Hause kam, stand ein Handwerker auf dem Dach.

 Er war gekommen, um die Bäume zu stutzen. Sie hatten den Termin schon vor Ewigkeiten ausgemacht. Robert bekam Panik. So wie er es sah, hatte er zwei Möglichkeiten. Er konnte reingehen, seinen Gefangenen betäuben und hoffen, dass der Handwerker nichts mitbekam, oder er konnte Sheldon gleich komplett verschwinden lassen.

Robert entschied sich für die zweite Option. Er ging rauf in den ersten Stock, zog Sheldon eine Plastiktüte über den Kopf und erstickte ihn. Der Handwerker hörte nichts. Als der Handwerker weg war, machte sich Robert dran, die Leiche verschwinden zu lassen. Er ließ Schelden ausbluten und zerstückelte ihn.

 Danach steckte er die Leichenteile in Plastiksäcke. Anders als bei Jerry How wollte Robert aber dieses Mal eine Trophäe von der Tat behalten. Er nahm mal so Scheldens Kopf und vergrub ihn im Garten. Nachdem er so leicht mit seinem ersten Mut davon gekommen war, machte sich Robert keine Sorgen mehr gefasst zu werden.

 Er wusste jetzt, dass niemand nach Sheldon suchen würde. Niemand konnte ihm etwas anhaben. Und was noch besser war, er empfand diesmal weder Scham noch Reuer. Nur eine tiefe Befriedigung, gepart mit dem unbedingten Wunsch, das Ganze zu wiederholen. Und er plante bereits all die schrecklichen Dinge, die er seinem nächsten Opfer antun wollte.

 Er musste es nur noch finden. Nachdem er die Leiche zerstückelt und Sheldons Kopf als Trophäe im Garten vergraben hatte, machte er sich auf die Suche nach einem neuen Gefangenen. Im Gegensatz zu seinem ersten Mord empfundert jetzt keine Scharm oder Reue mehr, nur noch den unbändigen Drang, das Foltern und Vergewaltigen fortzusetzen.

Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis ich ihm die nächste günstige Gelegenheit bot. Im Juni 1985, nur zwei Monate nach dem Mord an Sheldon, gab Robert dem 20-jährigen Mark Wallace einen Job auf seinem Grundstück. Wallace sollte sich um den Garten kümmern. Immer wenn Wallace zum Arbeiten kam, beobachtete Robert ihn vom Fenster aus.

Es gab ihm jedes Mal einen kleinen Kick, wenn Wallace an der Stelle vorbeikam, an der er Sheldons Kopf vergraben hatte. Und eine Zeit lang reichte es Robert auch, dem 20-jährigen einfach nur zuzuschauen. Doch dann wurde Robert eines Abends vom Bällen seiner Hunde geweckt. Draußen tobte einen Sommersturm.

 Er ging vor die Tür, um nachzusehen, was die Hunde so verrückt machte und er schrag, als er Mark Wallace im Geräte schuppen fand. Also er ist zusammengekaut auf dem Boden. Roberts hatte keine Ahnung, was der junge Mann dort verloren hatte, aber er wusste sofort, dass er Walls Schutzlosigkeit ausnutzen konnte. Er nahm Mark mit ins Haus und bestand darauf, dass er mindestens über Nacht blieb.

 Mark freute sich über das Angebot und folgte Robert. Als sie im Haus waren, drückte Robert Mark ein Bier in die Hand. Danach unterhielten sie sich erstmal eine Weile. Robert erfuhr, dass sein junger Gärtner keine feste Bleibe hatte und an Depressionen litt. Hinzukam eine lebende Existenzangst, weil er kaum Geld hatte. Robert erkannte sofort, dass das seine Chance war, den jungen Mann außer Gefecht zu setzen.

 Er bot Wallace ein Mittel an, um seine Nerven zu beruhigen. Es sei nur ein ganz leichtes Medikament, nichts hartes. In Wirklichkeit war das Mittel in Roberts Spritze natürlich viel stärker, als Mark ahnte und es dauerte nur Sekunden, bis ihm schwarz vor Augen wurde. Wie seine zwei vorherigen Opfer folterte und vergewaltigte Robert Mark die ganze Nacht lang.

Robert probierte alle möglichen neuen Methoden aus und fügte dem jungen Mann entsetzliche Schmerzen zu. Dieses Mal war aber alles viel schneller vorbei, als Robert es geplant hatte. Mark Walls starb schon am nächsten Abend an Erstickung. Robert konnte es nicht glauben. Er war frustriert, dass alles so schnell gegangen war.

 So wie er es sah, hatte ihm all der Aufwand kaum Nutzen gebracht. Denn im Gegensatz zu anderen Serienkillern war es ja nicht Roberts Hauptziel, die jungen Männer zu ermorden. Er wollte sie kontrollieren so lange wie möglich. Nach seiner Idealvorstellung sollten die Gefangenen jahrelang am Leben bleiben und ihm jederzeit zur Verfügung stehen, was auch immer er mit ihnen vorhatte.

Nachdem die Enttäuschung verflogen war, entsorgte Robert die Leiche auf seine übliche Weise und wie erwartet suchte niemand nach Mark. was wiederum bedeutete, dass Robert nichts zu befürchten hatte und er bereit war, nach einem neuen Opfer zu suchen. Aber er ließ sich Zeit. In den nächsten zwei Monaten arbeitete Robert ganz normal auf dem Flohmarkt weiter, als hätte sich nichts in seinem Leben verändert.

Irgendwann in dieser Zeit fing er an mit Drogen zu handeln, um sein Einkommen aufzubessern. Ein zusätzlicher Bonus war, dass er dabei mit noch mehr verzweifelten und schutzlosen Jugendlichen in Kontakt kam. Robert wusste, dass er jemanden finden musste, den niemand vermissen würde. Junge Männer in präkären Lebenslagen waren da immer noch die leichtesten Opfer für ihn, vor allem wenn sie drogenabhängig, obdachlos und auf Sexarbeit angewiesen waren.

 Sicher, es gab immer das Risiko, dass sich vielleicht irgendwelche Angehörigen meldeten, wenn diese Männer verschwanden. Aber die Polizei schien nicht besonders geneigt zu sein. ihre Ressourcen für Fälle wie diese aufzuwenden. Ende September 1985 ging Robert genaau so ein Mann ins Netz. Der 25-jährige James Ferris rief Robert an, um ihn auf einen Drink in einer Gaybar einzuladen.

James nahm regelmäßig Drogen und Robert hatte ihm schon öfter etwas verkauft. Er war ein guter Kunde und ein noch besseres Opfer. Ob Robert es schon vor dem Abend in der Bar auf James abgesehen hatte, ist nicht bekannt, aber er nahm die Einladung gern an und machte sich auf den Weg. Hätten die beiden Männer nur etwas getrunken und sich unterhalten, wäre vielleicht nichts weiter passiert.

Nach einer Weile soll James Robert aber gefragt haben, ob er ein paar Tage bei ihm übernachten könne. Robert war einverstanden. Es war genau die Gelegenheit, auf die er gewartet hatte. Als sie Roberts Haus betraten, wechselte er sofort in seinen geübten Modus. Er wusste inzwischen genau, wie er es anstellen mußte.

 Das Wichtigste war, das Opfer so zu betäuben, dass es auf jeden Fall ohnmächtig wurde. Danach konnte er es ans Bett fesseln und seiner Gewaltfreien Lauf lassen. Es mag seltsam erscheinen, dass Robert mit all seinen Opfern mehr oder weniger befreundet war, aber absolut keine Hemmungen hatte, sie zu foltern und zu ermorden. Sobald er sie hilflos vor sich hatte, hielt ihn nichts mehr zurück.

Die Kriminologen Jack Levin und James Allen Fox schreiben dazu: Robert hatte keine grundsätzlich entmenschlichte Sicht auf seine Opfer, bis er sie in Sexspielzeuge verwandelte. Ab diesem Punkt verloren sie jede Menschlichkeit für ihn. Wenn diese Schwelle überschritten war, hatte Robert auch meistens keine Selbstkontrolle mehr.

 Er war immer vorsichtig bei der Auswahl seiner Opfer und plante im Voraus, was er ihnen antun wollte. Sobald die Folter aber losging, spielte all das keine Rolle mehr. Er ließ sich gehen und folgte nur noch seinem sexuell sadistischen Trieb. So war es auch bei James, den er im Laufe der Nacht schreckliche Verletzungen zufügte.

Obwohl Robert seine Opfer am Leben erhalten wollte, konnte er seine Gewalt nicht kontrollieren. Am nächsten Morgen war James tot. Er starb an einer Kombination aus Sauerstoffmangel und einer Überdosis Beruhigungsmittel. Robert entsorgte die Leiche auf die übliche Weise und ärgerte sich erneut über seine Unbeherrschtheit.

Nach dem Mord an James wusste Robert, dass er seine Methoden verbessern musste. Es sollte nicht nur eine Nacht dauern. Er wollte jemanden, den er wochenlang in seinem Haus gefangen halten konnte, vielleicht sogar Monate. Also wartete er und plante, aber es war schwierig, ein weiteres Opfer zu finden, das Roberts Kriterien entsprach.

Es hatte sich in der Sexarbeiter Community herumgesprochen, dass Robert jemand war, vor dem man sich in acht nehmen musste. Die Männer warnten einander, dass man ihn meiden und auf keinen Fall zu ihm ins Auto steigen sollte. Ihre Angst basierte nur auf Gerüchten. Ganz unbegründet waren sie aber nicht. Viele der Sexarbeiter kannten Jerry Hall und waren sicher, dass Robert der letzte war, der ihn lebend gesehen hatte.

Einige vermuteten sogar zurecht, dass Robert mit Jerry Verschwinden zu  tun hatte. Knapp ein Jahr später fand Robert dann aber endlich einen Sexarbeiter, der die Gerüchte noch nicht gehört hatte. Sein Name war Tod Stoops. Tod und Robert kannten sich schon einige Jahre, aber hatten kaum miteinander zu tun gehabt.

Wahrscheinlich war das der Grund, warum Tod nichts von den Gerüchten über Robert mitbekommen hatte. Der 25-jährige dachte sich also nichts dabei, als Robert ihn im Juni 1986 zu sich nach Hause einlut. Dieses Mal wollte Robert sich zusammenreißen. Tod sollte auf keinen Fall schon nach der ersten Nacht sterben.

 Robert ging also seine Tagebuchnotizen und Polars durch und überlegte sich genau, wie er sein Opfer foltern musste, um es länger am Leben zu halten. Robert betäubte, folte und vergewaltigte Thort Stoops zwei ganze Wochen lang. Am Ende starb der 25-jährige an den Folgen der Vergewaltigung. Danach mußte Robert zwar wieder eine Leiche entsorgen, aber er war zufrieden mit sich.

 Er wusste jetzt genau, wie er beim nächsten Mal vorgehen musste, um den Tod seines Opfers hinauszuzögern. Ein weiteres Jahr verging, ihr Robert den nächsten Mann ins Visier nahm, den 20-jährigen Larry Pearon. Robert und Larry waren nur locker befreundet. Aber im Sommer 1987 rief Larry plötzlich aus dem Gefängnis an und fragte Robert, ob er seine Kortion zahlen könne.

 Robert witterte sofort eine Chance und erklärte sich bereit, die Kaution zu übernehmen. Als Gegenleistung sollte Larry aber eine Weile bei ihm einziehen. Wie die anderen Männer vor ihm, freute sich Larry über Roberts Großzügigkeit und sagte zu: “Aus irgendeinem Grund entschied sich Robert Larry die ersten paar Wochen nichts anzutun.

Vielleicht wußte er, dass man ihn zu leicht mit dem 20-Jährigen in Verbindung bringen konnte. Larry hatte gerade erst den Haft gesessen. Wenn er plötzlich verschwand, würde es sehr einfach sein, seine letzten Aufenthaltsorte zu ermitteln, inklusive Roberts Adresse. Ende Juni 1987 wollte sich Robert aber nicht länger zusammenreißen.

 Er betäubte Larry und begann ihn zu foltern. Nachdem Robert nun wusste, wie er seine Opfer länger am Leben halten konnte, begannen sich seine Motive zu verschieben. Er wollte jetzt einen Gefangenen, der nicht gefesselt und geknebelt war. Jemand, der ihm ganz ohne Hilfsmittel gehorchte. Also fing er an mit Larry zu experimentieren.

Robert versprach Larry ihn zu belohnen, wenn er die Regeln befolgte, die er für ihn festgelegt hatte. Larry stimmte zu. Er hatte keine Wahl. Von da an versuchte Larry nicht mehr sich zu wehren, wenn Robert ihn vergewaltigte und er fing an seinen Peiniger nur noch als Master Bob anzusprechen. So ging es eine Weile, bis die beiden Männer sogar wieder zusammen aßen.

Zum ersten Mal machte sich Robert nicht mehr so viele Gedanken darüber, dass sein Gefangener fliehen könnte. Es freute ihn, dass Larry sich ihm so bereitwillig unterworfen hatte. Robert zwang Larry auch ihn jeden Tag oral zu befriedigen. Nach einer Weile fühlte sich Robert aber zu sicher und konzentrierte sich nur noch auf den Sex, obwohl er in einer extrem angreifbaren Position war.

Es war ein Fehler, den Robert schon bald bereuen sollte. Eines Abends, im August konnte Larry nicht mehr. Er war zu diesem Zeitpunkt schon seit über einem Monat in Roberts Gewalt. Also bis er beim Oralsex zu. Robert schrie auf. Der Schmerz war unbeschreiblich. Er griff nach einem Holzstock und schlug so lange auf Larry ein, bis er nicht mehr reagierte.

Robert war nicht nur wütend, weil sein Gefangener ihn verletzt hatte, sondern weil er die Kontrolle über die Situation verloren hatte. Als Larry bewusstlos am Boden lag, stieg Robert ins Auto und raste zum Krankenhaus. Dort nähte der Arzt die Wunde und wies Robert an über Nacht auf der Station zu bleiben. Aber Robert wusste, dass er Larry nicht die ganze Nacht allein lassen konnte.

 Er sagte also, dass er noch einmal nach Hause müsse, um nach seinem Hund zu sehen. Als Robert durch die Tür kam, wachte Larry gerade wieder auf, aber Robert hatte genug von ihm. Er war nicht länger das unterwürfige Subjekt, das er sich wünschte. Er nahm also eine Plastiktüte und erstickte den 20-jährigen. Als Larry tot war, fuhr Robert zurück ins Krankenhaus und legte sich ins Bett.

Als er zwei Tage später entlassen wurde, fuhr Robert sofort nach Hause, um sich um Larrys Leiche zu kümmern. Während er den Toten zerstückelte, merkte er, dass er etwas von ihm als Trophäe behalten wollte. Er entschied sich wieder für den Kopf. Am selben Nachmittag ging Robert in den Hintergarten und grub Robert Sheldons Kopf aus.

Zwei Jahre waren vergangen, seit er ihn vergraben hatte, sodass nur noch der blanke Schädel übrig war. Er nahm den Schädel an sich und vergrub stattdessen Larrys Kopf an derselben Stelle. Robert wollte Sheldon Shadle aber nicht wegwerfen. Im Gegenteil, er wollte ihm einen viel prominenteren Platz geben   in einem Schrank, den er als seine Gallery Area bezeichnete, seinen Galeriebereich.

Dass Robert keine Hemmungen hatte, ein so entlafenes Beweisstück mit ins Haus zu nehmen, ist nur ein Zeichen dafür, wie sicher er sich fühlte. Er hatte ja auch allen Grund dazu. Er hatte inzwischen sechs Männer entführt, gefoltert und ermordet und er war damit durchgekommen. Er stellte den Shadle also an seinen neuen Platz und hoffte, dass er nur der erste von vielen weiteren in seiner Galerie sein würde.

 Robert Bella glaubte, dass er gerade erst angefangen   hatte, doch sein Ende war viel näher, als er  ahnte. Bisher war Brella mit allen Morden davon gekommen und im Frühling 1988 fühlte er sich so sicher, dass er es nicht länger für nötig hielt, sich zu gedulden. Er wollte so schnell wie möglich ein neues Opfer finden.

Er fuhr also in die Stadt, wo er nach kurzer Suche dem 22-jährigen Chris Bryson begegnete. Bryson war gelegentlich als Sexarbeiter in der Gegend unterwegs. Als Robert ihn sah, wusste er sofort, dass er gefunden hatte, wonach er suchte. Niemand würde Bryson vermissen. Robert lockte Chris zu sich nach Hause, indem er sich als normaler Kunde ausgab, der einfach Sex wollte.

Als sie dann aber im Haus waren, ging alles sehr schnell. Nachdem Robert Chris mit einem Eisenrohr auf den Kopf geschlagen hatte, spritzte er ihm ein Betäubungsmittel und sah zu, wie er langsam ohnmächtig wurde. Als Chris bewusstlos war, zog Robert ihn aus, fesselte ihn ans Bett und vergewaltigte ihn.

 Danach begann er ihn zu foltern. Ein paar Tage später bat Chris Robert ihn in einer anderen Position zu fesseln. [japst] Er sagte, dass seine Arme weh täten, weil sie die ganze Zeit über seinem Kopf gefesselt sein. Überraschenderweise folgte Robert der Bitte seines Gefangenen und band ihm die Hände und Füße vor den Körper zusammen.

Chris glaubte, dass es in dieser Position leichter sein würde, sich von den Fesseln zu befreien. Zuerst hatte er jedoch zu viel Angst, um es zu versuchen. Also wartete er ab. Doch nach knapp fünf grauenvollen Tagen hielt Chris es nicht malh aus. Nachdem Robert am 2. April zur Arbeit gegangen war, fing der 22-jährige an sich aus den Fesseln zu winden.

Es gelang ihm seine Arme zu befreien, nicht aber seine Füße. Die Strecke um die Knöchel waren einfach zu fest. Aber Chris hatte Glück. Er fand ein Streichholz und mit viel Mühe und Geduld schaffte er es tatsächlich, die Strcke anzubrennen, bis sie schließlich aufrissen. Er war frei. Chris kam nur mit Mühe auf die Beine.

Bis auf das demütigende Hundehalsband, das Robert ihm angelegt hatte, war er völlig nackt. Er ging zum Fenster, schob es hoch und sprang aus dem ersten Stock. Er rappelte sich auf und lief so schneller konnte in Richtung Straße. Ein Zähleableser, der Chris Schreien hörte, kam ihm zu Hilfe.

 Er fasste ihn unter und brachte ihn zum Haus eines Nachbarn von Robert, der sofort den Notruf fehlte. Als Robert später am Morgen nach Hause kam, wartete die Polizei schon auf ihn. Er weigerte sich zunächst sie ins Haus zu lassen, aber als sie kurz darauf mit einem Durchsuchungsbefehl zurückkamen, konnte er nichts mehr tun. Die Beamten waren entsetzt, als sie über 200 Polarid Fotos und Roberts Tagebuch fanden, indem er all seine Verbrechen haarklein dokumentiert hatte.

 Es laß sich wie das bizarre und unfassbar brutale Lockbuch eines Sadisten, der vor nichts zurückschreckte. In den nächsten Tagen durchsuchten die Beamten den Rest des Hauses und das Grundstück. Sie fanden Robert Sheldons Shadle im Schrank und Larry Pearons abgetrennten Kopf im Garten. Trotz all der Beweise, die in Roberts Haus sichergestellt wurden, wurde er nicht wegen Mordes angeklagt, jedenfalls nicht sofort.

 Die beiden Köpfe waren definitiv verdächtig, aber irgendjemand entschied, dassß es sich dabei lediglich um Indizienbeweise handelte. Nach seiner Verhaftung wurde Robert also erst einmal nur wegen sogenannter Unzucht, Freiheitsberaubung und Körperverletzung ersten Grades angeklagt. Es war glücklicherweise genug, um einen Richter davon zu überzeugen, Robert in Uhhaft zu lassen, während die Polizei nach weiteren Beweisen suchte.

Im Juli 1988 kam Robert vor eine Grand Jury. Er wurde wegen des Mordes an Larry Pierson angeklagt, dessen Kopfmann in Roberts Garten gefunden hatte. Ein paar Wochen später erklärte Robert, dass er bereit sei mit der Polizei zusammenzuarbeiten. Um der Todesstrafe zu entgehen, bekannte er sich schuldig, Pearon getötet zu haben.

Im September 1988 wurde Robert dann erneut angeklagt. Diesmal wegen des Mordes an Robert Sheldon. Die Polizei hatte die Identität des Opfers anhand des Schädels aus Roberts Haus ermittelt. Als Robert erneut die Todesstrafe drohte, ging ihm langsam die Optionen aus. Trotzdem war er noch nicht bereit, die Kontrolle abzugeben.

Er wies seinen Anwalt an, einen Deal zu machen. Als Gegenleistung für eine lebenslange Haftstrafe würde er ein vollständiges Geständnis überall seine Verbrechen ablegen. Und so kam es. Robert gestand und wurde ins Staatsgefängnis von Jefferson City, Missouri, gebracht, um seine Haftstrafe anzutreten.

 In der Haft versuchte Robert sich in ein besseres Licht zu rücken. Er wurde immer besessener von seinem Image und hasste es, dass die Medien ihn The Collector und Butcher of Kansas City bezeichneten. Er ertrug es nicht, keinen Einfluss mehr auf seine eigene Geschichte zu haben. Im Januar 1990 gab der 39-jährige also ein Fernsehinterview, indem er den Medien und der Polizei vorwarf, ihn unfair behandelt zu haben.

 Sie hätten seine Verbrechen absichtlich missverstanden. Doch das interessierte die Leute nicht. Der Mörder war überführt und saß im Gefängnis, wo er niemanden mehr schaden konnte. Das war die Hauptsache. Für die meisten Menschen stellte sich nicht einmal die Frage, was er selbst davon hielt. Und so dauerte es nicht lange, bis Robert aus den Medien verschwand und in Vergessenheit geriet.

Robert Baller verbrachte die letzten vier Jahre seines Lebens im Gefängnis, wo er im Oktober 1992 an einem Herzinfarkt starb. Er wurde 43 Jahre alt.  Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen.

Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion Wiebgeachter Winter. Chris Guse, Suholder, Klii Köhler, Fabio Lautenschläger,   Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolau.

Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwarta. Vielen Dank an Julien Buarau. Oh.

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