Wahre Verbrechen I Die dunkle Seite der Liebe I True Crime Dokumentation T – Part 2
Er schaute sich um. Das war nicht sein Bett. Seinen Kopf tat weh und er war nackt. Da kam plötzlich ein langhaariger Mann aus dem Badezimmer. Der Mann sagte, dass er jetzt zur Arbeit gehen würde, mehr nicht. Und dann ging er tatsächlich aus der Wohnung und ließ Joey allein. Der verängstigte Junge versuchte aufzustehen, da fuhr ein stechender Schmerz durch seinen Körper.
Er konnte sich kaum bewegen und mit den Schmerzen kam langsam die Erinnerung an den letzten Abend zurück. Joey wurde schlagartig übel, als er sich daran erinnerte, wie der Mann mit den langen Haaren ihn runtergedrückt hatte. Er hatte versucht sich zu wehren, aber dann war alles schwarz geworden. Panisch stolperte Joey ins Wohnzimmer.
Die Schmerzen wurden mit jedem Schritt schlimmer. Als es plötzlich an der Tür klopfte, erstarrte er vor Schreck. Die Stimme im Hausflur rief nach Randy. Joey sagte nichts und nach ein paar Sekunden war alles wieder ruhig. Der Junge wartete, bis die Luft rein war. Dann öffnete er vorsichtig die Wohnungstür und floh.
Die schämenhaften Erinnerungen an die vergangene Nacht sollten ihn nie wieder loslassen. Jahrzehnte später begriff er, dass er nur knapp einem der sadistischsten Serienkiller in der Geschichte Kaliforniens entkommen war. Hi, ich bin Diane Helscher und ich bin Mark Augestat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller oder einer berühmten Serienkillerin mit ihrem Leben, ihrer Psyche und ihren Taten.
Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Parcast. Heute geht es um Randy Steven Craft, den sogenannten Scoreecard Killer. Randy Steven Craft war von 1971 bis 1983 auf den Straßen Südkaliforniens unterwegs. Er folterte, verstümmelte und tötete. Zwischen 16 und 67 Jungen und junge Männer.
In dieser Folge werden wir uns mit Crafts Kindheit und Jugend beschäftigen. Wir werden uns anschauen, wie der Vorstadtjunge aus behüteten Verhältnissen zum Mörder wurde. In Folge 2 sprechen wir dann über den Höhepunkt seiner Gewaltxzesse und über eine Mordserie, die ihn als einen der schrecklichsten Killer in die Kriminalgeschichte Kaliforniens eingehen ließ.
Für seine Eltern Harold und Opel war Randy Craft der perfekte Sohn. Sie und seine drei Schwestern verwöhnten den Jungen. Alle verbrachten viel Zeit mit ihm, nahmen ihn mit in die Kirche und bestärkten ihn in allem, was er tat und vorhatte. Crafts Kindheit war von Liebe und Zuneigung geprägt, was seine frühen Jahre um ein Vielfaches glücklicher machte als die des typischen Serienkillers.
Was aber gar nicht so selten ist, wie man vielleicht denkt. Denn obwohl die Liste der Serienkiller mit traumatischen Kindheitserinnerungen lang ist, gibt es auch viele, deren Kindheit ganz normal war. In Craftsfall geht man davon aus, dass seine psychopathischen Züge nichts mit seiner Erziehung zu tun hatten oder mit den Verhältnissen, in denen er aufwuchs.
Es ist wahrscheinlich, dass Randy Craft seine psychopathischen Neigungen entweder geerbt hat oder dass sie durch eine frühe Schädigung des Gehirns ausgelöst wurden. Letzteriss dabei wahrscheinlicher, da er Kleinkind eine schwere Kopfverletzung erlitten hat. 1946, als er zwei Jahre alt war, stolperte Randy und fiel eine Betontreppe hinunter.
Als er älter wurde, waren jedoch keine Anzeichen eines Hirnschadens zu erkennen. Im Gegenteil, Craft war extrem intelligent. Die Kinder, die mit ihm in die Schule gingen, beschrieben ihn als sympathischen Nerd, der zwar still, aber immer freundlich und zuvorkommend gewesen sei. Craft war aber nicht nur gut in den einzelnen Schulfächern.
Er schien überall ein wahrer Überflieger zu sein, egal was er anpackte. Er spielte Saxophon in der Marching Band, war bei den Pfadfindern und gehörte zu den besten vier seines Jahrgangs im Tennisteam der Schule. Er war immer besonnen und sanftmütig, außer wenn es um Politik ging. Mit 13 autte er sich als glühender Republikaner und führte häufig hitzige Debatten mit seinen Schulkollegen und Kolleginnen.
In der Highschool war es nicht anders. Craft freundete sich schnell mit zwei anderen Jungen an, die seinen Konservatismus und seine Leidenschaft fürs Akademische teilten. Ab 1960 waren die drei unzertrennlich. Sie fuhren zusammen durch die Stadt, trafen sich mit Jugendlichen von anderen Schulen, gaffen den Mädchen in Huntington Beach hinterher und versuchten ihr Glück beim Daten.
Für seine Freunde wirkte Craft genauso enthusiastisch wie sie selbst, wenn es darum ging, eine Freundin zu finden. In Wirklichkeit war aber alles nur vorgetäuscht. Craft merkte früh, dass ihn Mädchen nicht interessierten. Ein Coming Out war für ihn damals aber undenkbar. Er wurde also sehr gut darin, seine Sexualität zu verbergen, und je mehr er sich daran gewöhnte, Teile seiner Persönlichkeit zu verstecken, desto leichter fiel es ihm auch, seine dunklen Impulse geheim zu halten.
Die meisten Klassenkameradinnen und Kameraden und Lehrer und Lehrerinnen hielten ihn für klug und begabt. Es gab aber einen Lehrer, dem etwas Unheimliches an ihm auffiel. Crafts Chemielehrer Lay Manley hielt den Jungen für ungewöhnlich stark köpfig für einen trotzigen Schüler, der glaubte, dass die Regeln für ihn nicht galten.
Manley bemerkte auch, dass Craft sogar seine eigenen Regeln aufstellte, je nachdem, wie es ihm gerade passte. Den anderen Lehrerinnen und Lehrern fiel nichts in dieser Richtung auf, was für Crafts Talent sprechen könnte, seine weniger sympathischen Züge hinter einer Fassade verschwinden zu lassen. Manley fiel Crafts Verhalten im Unterricht auf.
Abgesehen davon leistete sich Craft aber keine Ausrutsche. Er blieb seine ganze Highschool Zeit über ein ausgezeichneter Schüler und im Juni 1963 schnitt er als zehnbester Absolvent von 390 ab. Im Herbst desselben Jahres schrieb er sich am Clond College ein, einer Uni für ausschließlich männliche Studenten im Nordosten von Los Angeles County.
Er studierte Wirtschaftswissenschaften und blieb in seinen ersten Jahren ein überzeugter Konservativer. Während die meisten Colleges in den 60er Jahren zu Zentren der Antikriegsbewegung wurden, beteiligte sich Craft an Clermons Pro Kriegsdemonstrationen. Als er jedoch selber einen Einberufungsbescheid erhielt, bat er um einen Aufschub seines Einsatzes, damit er die Uni fertig machen konnte.
Während die ersten Collegejahre so gut wie keinen Einfluss auf Crafts politische Ansichten hatten, trug Clairmont in anderer Hinsicht zu einer großen Veränderung in seinem Leben bei. Der Unialltag erlaubte ihm seine Sexualität zu erforschen. In seinem zweiten Jahr begann er eine heimliche Beziehung mit einem Mann namens Mike.
Craft erinnerte sich sehr verliebt in Mike gewesen zu sein. Er stellte ihn sogar seinen Eltern vor. Er erzählte ihnen zwar nicht, dass Mike und er ein Paar waren, hoffte aber, dass sie zwischen den Zeilen lesen würden. Auf dem Kampus hielt Craft sein Liebesleben weiterhin geheim und nur wenige seiner Komelitoninnen und Komelonen wussten, dass er einen Teilzeitjob als Barkeeper in einer örtlichen schwulen Bar namens The Ma hatte.
Die Arbeit in der Bar eröffnete Craft eine ganz neue Welt. Er erfuhr dort alles übers Cruising in der lokalen Schwulenszene, bei dem man sich spontan und oft nur über bestimmte Zeichen oder Signale zum Sex verabredete. Huntington Beach war ein sehr beliebter Cruising Spot und nur ein paar Kilometer von Crafts konservative Heimatstadt entfernt.
Crafts Sexabenteuer wurden immer gewagter. 1966 wurde er das erste Mal verhaftet, weil er einem Undercover Officer von der Sitte Avan gemacht hatte. Die Anklage wurde fallen gelassen, weil es sein erstes Vergehen war, aber die Verhaftung hatte ihm Angst gemacht und es dauerte zwei Jahre, bis er es erneut versuchte.
Als er 1968 seinen Unischluss machte, schien Craft ein völlig anderer Mensch zu sein. Er trat in die demokratische Partei ein und machte Wahlkampf für Robert F. Kennedy. In einem Brief von einen Freund erinnerte sich Craft Jahre später an die konservativen Ansichten, die er als Jugendlicher gehabt hatte.
Er schrieb: “Ich muss lachen, wenn ich heute daran denke, Kinder machen doch die seltsamsten Sachen.” Obwohl Craft jetzt gegen den Krieg war, kam er nicht um seine Einberufung herum. Seine Zurückstellung vom Militärdienst endete mit seinem Abschluss und im Juni 1968 wurde er der Airforce zugeteilt. Er wurde auf der Edwards Airforce Base in der kalifornischen Wüste stationiert.
Craft musste Flugzeuge lackieren und manchmal auch Gebäude streichen, wenn es gerade nichts anderes zu tun gab. Er hasste die Arbeit. Für ihn war sie unter seiner Würde. Craft war einer der wenigen Collegeabsolventen auf dem Stützpunkt und fand, dass er eine verantwortungsvollere Aufgabe verdient hätte. Vielleicht war es dieses Gefühl von respektloser Behandlung, das Craft 1969 dazu brachte, eine mutige Entscheidung zu treffen.
Er hatte es satt, ständig Angst haben zu müssen, dass jemand von seinem Privatleben außerhalb der Militärbasis erfuhr. Bei einem seiner Besuche im heimischen Westminster erzählte er seiner Familie also schließlich, dass er schwul war. Sein ultraonservativer Vater hatte einen Wutanfall, während seine Mutter hoffte, dass es nur eine Phase war und ihm weiter zur Seite stand.
Eine seiner Schwestern machte das komplett männliche College für Randys Homosexualität verantwortlich. Die Reaktion seiner Familie hielt Craft aber nicht davon ab, von da an völlig offen mit seiner Sexualität umzugehen. Nach seinem ersten Jahr bei der Airforce ging ernurstracks zu seinem Vorgesetzten und sagte, dass er schwul sei.
Das hatte Konsequenzen. Am 26. Juli 1969 wurde Craft aus der Airforce entlassen. Aus medizinischen Gründen, wie es im Schreiben hieß. Es war zwar nicht ganz so schlimm wie eine unehrenhafte Entlassung, viel besser war die sogenannte General Discharge aber auch nicht. Nach der Airforce hatte Craft Probleme, Halt zu finden.
Er arbeitete als Barkeeper in mehreren schwulen Bars am Pacific Coast Highway in Orange County. Die Jobs förderten einen neuen hedonistischen Lebensstil, in dem Craft komplett aufging. Um diese Zeit begann er auch eine offene Beziehung mit einem Mann namens Jeff Graves, der ihn mit Drogen in Berührung brachte. Je mehr Zeit ins Land ging, desto richtungsloser fühlte sich Craft.
Er war frustriert und nahm immer öfter Drogen, um sich zu betäuben und bessere Laune zu kriegen, auch wenn sie immer nur wenige Stunden anhielt. Nach ein paar Monaten hatte er alle Hemmungen über Bord geworfen. Zu dieser Zeit hatte Craft auch immer wieder mit dunklen sadistisch sexuellen Trieben zu kämpfen.
Je mehr er versuchte sie in Schach zu halten, desto frustrierter und angespannter wurde er, bis er sich im Mai 1970 nicht mehr zurückhalten konnte. Als Craft eines Abends auf der Suche nach Sex beim Huntington Beachpier unterwegs war, entdeckte er den 13jährigen Joey Fansha. Der Junge war anscheinend allein unterwegs. Als Craft ihn ansprach, sagte Joey, dass er von zu Hause weggelaufen sei.
Für den sympathischen 25-Jährigen war es kein Problem, das Vertrauen des Jungen zu gewinnen. Als er ihm Marihuana und Alkohol versprach, konnte Joey sein Glück kaum fassen. Ein paar Minuten später fand er sich auf Crafts Motorrad wieder. Sie fuhren ein Stück den Pacific Coast Highway entlang, bis sie zu seiner Wohnung kamen.
In der Wohnung schenkte Craft, dem aufgeregten 13-jährigen immer wieder Wein nach. Als Joey sagte, dass er Kopfschmerzen habe, bot ihm Craft ein paar Tabletten an. 20 Minuten später wurde dem Jungen schwindlig. Er fühlte sich wie kurz vor einer Ohnmacht, hatte Probleme, seinen Blick zu fokussieren und klare Gedanken zu fassen.
Durch den Dunstschleier erkannte Joey, dass Craft ihm Fotos von sich selbst beim Sex zeigte. Er fragte dem benommenen Teenager, ob er schon einmal Sex mit einem Mann gehabt habe. Dann fing Craft an, Joey auszuziehen. Joey verlor immer wieder das Bewusstsein, als Craft ihn mehrmals im Laufe der Nacht vergewaltigte. Später konnte er sich nur noch an den Schmerz erinnern und das Craft immer wieder gedroht habe, ihn zu töten.
Am nächsten Morgen sagte Craft ganz nüchtern zu Joey, dass er jetzt zur Arbeit gehen würde. Als Craft weg war, schleppte sich Joey zu einer Bar auf der anderen Straßenseite und bat um Hilfe. Einen Rettungswagen brachte Joey sofort ins Krankenhaus, wo man ihm den Magen auspumpte. Der Arzt sagte, dass er gestorben wäre, wenn er noch mehr Pillen genommen hätte.
Als die Polizei und seine Eltern eintrafen, wies Joey ihnen den Weg zur Wohnung, aus der er am Morgen geflohen war. Er erzählte den Beamten, dass Craft ihn unter Drogen gesetzt und geschlagen habe. Er schämte sich zu sehr, um zuzugeben, dass Craft ihn auch sexuell missbraucht hatte. Als die Beamten Crafts Wohnung betraten, war niemand zu Hause.
Sie fanden mehrere Tablettenröhrchen mit dem Namen Doris Lane auf dem Etikett. Doris war Crafts Schwester. Später identifizierte Joey seinen Angreifer anhand der pornographischen Fotos, die noch immer los auf dem Tisch lagen. Trotz der Beweise sagten die Detectives, dass es keine eindeutigen Anzeichen für ein Verbrechen gäbe, weil Joey die Pillen laut eigener Aussage freiwillig genommen habe.
Zeitaus schwerer wog aber, dass die Beamten Crafts Wohnung ohne Durchsuchungsbefehl betreten hatten, was alle Beweise unbrauchbar für ein Verfahren machte. Dank der Inkompetenz der Polizei kam Craft mit seinem ersten Verbrechen davon. Alles war ganz einfach gewesen, was Craft nur ermutigte seinen dunklen Trieben weiter zu folgen.
Die Beamten hatten nicht nur einen Vergewaltiger ziehen lassen, sie haben möglicherweise auch dazu beigetragen, einen Mörder zu erschaffen. Unmittelbar nach der Tat verhielt sich Craft für eine Weile ruhig. Er versuchte sein Leben auf Vordermann zu bringen und hatte sogar sporadischen Kontakt zu seiner Familie. Crafts Eltern verhielten sich nach seinem Coming Out immer noch distanziert.
Sie fürchteten aber, dass er sein Potenzial vergeudete. Er war nicht mehr der junge ambitionierte Überflieger, den sie von früher kannten. [räuspern] Nach weiteren Barjobs und einer kurzen Zwischenstation als Stapelfahrer entschied sich Craft zurück an die Uni zu gehen. Er wollte Lehrer werden wie seine große Schwester. Seine Eltern waren erleichtert.
Es schien als würde er sein Leben endlich wieder in den Griff kriegen. Auch privat schien es wieder Berg aufzugehen. Craft war in einer offenen, aber glücklichen Beziehung mit seinem Freund Jeff Graves, mit dem er in einer kleinen Strandwohnung lebte. Sie schienen das perfekte Paar zu sein und machten lange Reisen nach Europa und Mexiko.
Obwohl sie sich eigentlich auf eine offene Beziehung geeinigt hatten, gewann Crafts Eifersucht hin und wieder die Oberhand. Es ärgerte Craft, dass Jeff allein in Bars ging und häufig woanders schlief. In diesen Nächten setzte sich Craft oft wutschnaubend ins Auto und fuhr stundenlang durch die Gegend.
Manchmal organisierte er sich auch selbst einen One Night Stand, aber nur um sich an Jeff zu rächen. Nicht, weil er wirklich Lust darauf hatte. Nach einem besonders schlimmen Streit mit Jeff sprang Craft ins Auto, knallte die Tür zu und raste davon. Er fuhr zu seinen üblichen Cruising Spots am Sunset Beach. Die Polizei glaubt, dass Craft am 20.
September 1971 Wayne Joseph Ducet kennenlernte, einen Barkeeper im Stable. Ducat hatte wahrscheinlich gerade Feierabend gemacht, als er zustimmte mit zu Craft nach Hause zu kommen. Zwei Wochen später wurde Dukets nackte Leiche in einer Schlucht am Ortega Highway gefunden, einer kurvenreichen Bergstraße, die durch die Center Anna Mountains führt.
Die Leiche hatte so lange in der Sonne gelegen, dass sie aufgebläht und halb verwäst war. Das machte es den Ermittlern und Ermittlerinnen schwer zu bestimmen, womit sie es zu tun hatten. Das einzige, was im Labor ermittelt werden konnte, war der Blutalkoholspiegel. Zum Zeitpunkt des Todes war er so hoch, dass es für eine tödliche Vergiftung gereicht hätte.
Die Polizei ging also erstmal von einer Alkoholvergiftung als offizielle Todesursache aus. Obwohl Ducat seiner Kleidung und alle Ausweispapiere beraubt worden war, dauerte es nicht lange, bis die Behörden den Unbekannten identifizierten. Sein Auto parkte immer noch vor der Stable Bar und seine Kollegen hatten angefangen, sich Sorgen zu machen.
Die Polizei befragte Dukeets Freunde und Kollegen, mit wem er in der Todesnacht mitgegangen sein könnte. Aber niemand wusste etwas und die Ermittlungen gerieten ins Stocken. Wayne Joseph Ducat war die erste Person, die auf Crafts Scorecard erschien. Es war einfach nur ein Blatt Papier, auf dem er seine Morde dokumentierte.
Craft notierte Juket aber nicht mit Namen. Er schrieb einfach nur Stable, die Bar, in der Jukat gearbeitet hatte. Craft benutzte für jedes seine Opfer sein Codewort und schon bald sollten es Dutzende sein. Der 26-jährige versteckte die Liste unter einer Fußmatte seines Autos. Sie spa ihn jedes Mal an, wenn er nachts durch die Gegend fuhr und nach neuen Opfern suchte.
Jeder neue Name auf der Scoreecard war wie eine Trophäe. Nach seinem ersten Mord ging Craft wieder für ein paar Monate in Deckung und wenn er 1972 nicht gerade fürs Slayer anbüffelte, fuhren er und Jeff zum Cruisen nach Camp Pendleton, einem Militärstützpunkt zwischen Orange County und San Diego.
Camp Pendleton war voll mit der Sorte Männer, die sie am liebsten mit nach Hause nahmen. Marines. Sie wussten, dass die Marines am Wochenende zu Hunderten in die Bars strömten. Sie wollten so schnell wie möglich viel Sex und viel Alkohol, bevor sie am Montag wieder stramm stehen mussten. Als Craft mit Anfang 20 anfing Gelegenheitssext zu haben, zog es ihn eher zu älteren Männern hin.
Jetzt mit 27 hatte sich seine Vorliebe geändert. Seine Sexpartner und potenziellen Opfer waren ältere Teenager oder junge Männer in den frühen 20ern. Crafts neues Fable könnte sich auf die Beziehung zu Jeff Graves ausgewirkt haben. Im Laufe des nächsten Jahres distanzierten sich die beiden immer mehr voneinander.
Irgendwann hörten sie auch auf zusammen auf Männersuche zu gehen und Craft fuhr allein nach Camp Pendleton. Zu dieser Zeit lit Craft auch immer öfter unter Migräne und Magenschmerzen, was seine Laune zusätzlich verschlechterte. Er freute sich immer mehr auf seine wöchentlichen Ausflüge nach Camp Pendleton, die ihn von der Beziehungskrise und seinen körperlichen Beschwerden ablenkten.
Wegen seiner gesundheitlichen Probleme nahm Craft regelmäßig große Mengen Schmerzmittel und antidepressiver. Der Medikamentenmissbrauch und die krieselnde Beziehung zu Jeff wirkten auf Crafts gemüt wie Brandbeschleuniger. Und schon bald darauf war er überhaupt nicht mehr in der Lage, seine mörderischen Gedanken zu unterdrücken.
Am 24. Dezember 1972 lernte Craft einen vom Pechverfolgten Marine kennen. Sein Name war Edward Daniel Moore und er war 20 Jahre alt. Moore war früher bei den Engineers der First Marines Division im Camp Panelton gewesen. Doch dann war er aus unbekannten Gründen einfach nicht mehr zum Dienst erschienen.
Er trieb stattdessen ohne festen Wohnsitz in der Nähe der Militärbasis herum. Oft saß er einfach nur am Strand und spielte Munarmonika. Craft setzte wahrscheinlich seinen kumpelhaften Scharm und sein geduldiges Ohr ein, um Mors Vertrauen zu gewinnen. Es wird vermutet, dass er den 20-jährigen schließlich dazu brachte, mit ihm ins Auto zu steigen.
Die Aussicht auf ein warmes Essen und ein Bett reichte Mo wahrscheinlich schon. In dieser Dezembernacht waren Crafts Absichten jedoch niederträchtiger als je zuvor. Er wollte Mo nicht einfach nur töten, er wollte ihn leiden lassen. Edward Moore sollte das erste Opfer sein, das volle Ausmaß von Crafts sadistischer Gewalt zu spüren bekam.
Laut Mors Liebhaber Charles Weines war der junge Soldat ein offenes Buch. Er schüttete jedem sofort seine Seele aus, der bereit war, ihm zuzuhören. Und Craft war ein geduldiger Zuhörer. Man geht davon aus, dass Moore schnell Vertrauen fasste und den älteren Mann noch ein paar Drinks und einem Abendessen auf sein Hotelzimmer begleitete.
Mo hatte schon öfter Sex gegen Essen und Unterkunft angeboten. Es ist also möglich, dass die beiden zunächst einen vernehmlichen Sex hatten. Wenn es so war, nahmen die Dinge jedoch schon kurz darauf eine extrem dunkle Wendung. Irgendwie gelang es Craft Mur zu überzeugen, ihm zu einem unbekannten und abgelegenen Ort zu folgen.
Weg vom Hotel. Der Mord, den wir gleich schildern, ist besonders brutal. Deswegen an dieser Stelle noch einmal eine Inhaltswarnung an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Als Craft und Moore allein waren, fesselte Craft den nackten Marine an seinen Knöcheln, Handgelenken und seinem Hals.
Als Mo sich nicht mehr rühren konnte, fing Craft an, ihn zu foltern. Craft vergewaltigte Mo, wobei er ihm tiefe Kratzwunden und Bisswunden an den Genitalien zufügte. Es schien als ob sich Craft irgendwann überhaupt nicht mehr bremste und von Minute zu Minute brutaler wurde. Er beendete die Tortur, indem er immer wieder auf Moh einschlug.
Er fügte ihm so schwere Verletzungen im Gesicht und am Schädel zu, dass der junge Mann schließlich starb. Als Mur tot war, schrieb Craft auf seine Scorecard EDM Murs Initialen. Obwohl es erst sein zweiter Mord war, bekam Craft in dieser Weihnachtsnacht schon eine erste Kostprobe davon, wie es war, jemanden zu foltern und zu verstümmeln.
Er genoss es so viel Macht über einen Menschen zu haben und ließ seine Gewalt von da an immer weiter eskalieren. Craft könnte auf die Beschreibung eines hedonistischen Serienkillers passen. Laut dem Kriminologen Dr. Scott Bon sind hedonistische Serienmörder auf der Suche nach einem Nervenkitzel. Der ganze Akt des Mordens bereitet ihnen größte Freude, genau wie das Foltern.
und das Leiden ihres Opfers, weshalb sie normalerweise langsam töten. Crafts zweiter Mord war auch der erste, bei dem er Trophäen mit nach Hause nahm. Er machte Polarfnahmen von Moore, als er schon bewusstlos war. Und nachdem er den jungen Soldaten ermordet hatte, nahm er ihm auch das weg, was ihm Trost und Freude im Leben gegeben hatte, seine Mundharmonika.
Das Wichtigste für Craft schien aber immer seine selbstgebastelte Scorecard gewesen zu sein. Es war dieses einfache Stück Papier, das seine Morde in einen sadistischen Sport verwandelte. Nachdem er EDM auf seiner Scorecard notiert hatte, entledigte er sich MS Leiche. Es dauerte nicht lange, bis man sie fand.
Am 26. Dezember 1972 ging gegen 1:45 Uhr ein Notruf bei der Polizei ein. Ein Fußgänger hatte eine Leiche [räuspern] gefunden. Als die Polizei am Freeway 405 in Seal Beach eintraf, war keiner der Beamten vorbereitet auf das, was sie erwartete. Mores Gesicht war so schrecklich zugerichtet worden, dass er nicht mehr zu erkennen war.
Die Detectives konnten ihn nur identifizieren, weil er eine Jacke mit einem Aufnäher des US Marine Courses trug, auf dem sein Name stand. Er hatte keine Schuhe an und trug nur eine Socke. Die andere steckte in seinem Rektum. Die Gerichtsmedizin erklärte später, dass er durch Schläge ins Gesicht gestorben sei. Der Täter habe vermutlich ein Eisenrohr benutzt.
Der toxikologische Bericht zeigte, dass Moore weder Alkohol noch Drogen im Körper hatte. Das war ein wesentlicher Unterschied zu Crafts erstem Opfer. Die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden Morden war, dass die Leichen aus einem fahrenden Auto oder LKW geworfen wurden. Die Brutalität, mit der Mur getötet wurde, ließ den Mord an Ducat fast z erscheinen.
Die Polizei stellte erst Jahre später eine Verbindung zwischen diesen beiden Verbrechen her. Nach dem Fund von Mores Leiche fingen sie aber erstmal wieder bei null an. Die Polizei von Orange County konzentrierte sich vor allem auf die Gegend um Camp Pendleton, wo Moore viel unterwegs gewesen war.
Aufgrund der offensichtlichen Rage, mit der Moore getötet wurde, gingen die Beamten von einem Verbrechen aus Leidenschaft aus. Bei der Befragung von Mores Bekannten fiel immer wieder ein Name, Charles Weins. Er und Moore hatten eine lose ONOF Beziehung geführt. Als zwei Detectives am 26. Dezember an die Tür von Wein Trailer klopften, sah es nicht so aus, als würde er zu den Verdächtigen gehören.
Das war jedenfalls sein Eindruck, als sie ihn befragten. Sie sagten, dass sie einfach nur mit der Person sprechen wollten, die das Opfer gut gekannt habe. Sie wollten verstehen, was Moore für ein Mann gewesen war und mit wem er sich eingelassen haben könnte. Während der Befragung zeigten sie Weins ein Foto von einem unbekannten Mann.
Es war ein junger Sexarbeiter aus der Gegend, von dem sie vermuteten, daß er hinter Murs Ermordung steckte. Wein sagte, dass er den Mann noch nie zuvor gesehen habe. Trotz des Mangels an Beweisen konzentrierte sich die Polizei sofort auf den unbekannten Sexarbeiter. Der Verdacht war komplett unbegründet und die Detectives taten sich schwer von ihren falschen Annahmen abzurücken.
Randy Steven Craft hatten sie überhaupt nicht auf dem Radar. Stattdessen beharte die Polizei über Jahre darauf, dass Wayne Joseph Ducat und Edward Daniel Moore von Personen getötet wurden, die ihn nah standen. Diese Schlussfolgerungen basierten aber fast ausschließlich auf der sexuellen Orientierung der Opfer und dem vermeintlich risikoreichen Lebensstil, der damit einherging.
Die Vorurteile der Beamten in Bezug auf die sogenannten Gay Killings hielten sie davon ab, zu erkennen, dass ein Serienkiller in der Gegend aktiv war und als Craft merkte, dass er auch nach seinem zweiten Mord nicht mal ansatzweise verdächtigt wurde, fühlte er sich ermutigt, häufiger zuzuschlagen. Crafts drittes Opfer, bekannt als John D 16 wurde keine zwei Monate später am Morgen des 6. Februar 1973 gefunden.
Die Leiche waren neben dem Terminal Island Freeway in der Stadt Wilmington ein paar Meilen nördlich von Long Beach abgeladen worden. Die Detectives erkannten sofort die Ähnlichkeiten zwischen Edward Daniel Moore und John Doey 16, der auf Crafts Scorecard nur als Wilmington aufgeführt ist. Obwohl das Opfer nicht ganz so brutal gefoltert worden war wie Moor, wurden beide mit einem dünnen Metalldraht stranguliert, wahrscheinlich mit einer Klaviersseite.
Und auch dieses Mal fand die Gerichtsmedizin eine der eigenen Socken im Rektum des Opfers, was die Polizei vermuten ließ, dass beide Männer von derselben Person ermordet wurden. Sie sollten bald herausfinden, dass das Einführen von Gegenständen in die Körperöffnungen der Opfer und die Versümmelung ihrer Genitalien Kraftsignatur war.

Der roh Sadismus war den Beamten unbegreiflich. Um das Wesen des Unbekannten und sadistischen Killers besser zu verstehen, konsultierte die Polizei Dr. E. Mansel Patterson, einen Psychiater der University of California. In Paddinsons Einschätzung hieß es: “Der Mörder möchte gerne männlich und manhaft sein, aber er fühlt sich nicht männlich.
Er identifiziert sich stellvertretend mit dem schönen männlichen Bild des Opfers. Erst die anle Vergewaltigung des Opfers gibt ihm das Gefühl, dass er ein potenter, aggressiver und männlicher, heterosexueller Mann ist. Er macht das Opfer zu einer Frau, wodurch das männliche Selbstbild des Mörders gestärkt wird.
Dr. Pattenson vermutete, dass Crafts sexueller Sadismus in Selbsthas verwurzelt war. Demnach fühlte er sich vorübergehend besser, wenn er die jüngeren und besser aussehenden Männer verletzte. Es war dann vielleicht auch kein Zufall, dass alle Opfer derselben Altersgruppe angehörten, von später Jugend bis Mitte 20.
Darüber hinaus waren alle attraktiv und überwiegend weiß, so wie Craft selbst. Dr. Pettonsen warnte die Ermittler und Ermittlerinnen auch, dass der Killer keine seiner Taten bereuen würde. Weitere Morde seien daher vorprogrammiert. Pattenson sollte recht behalten. Kalifornien stand ein blutiges Jahr bevor und die Liste des Scorecard Killers wurde länger und länger.
Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher. Und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers.
Deutsche Produktion wiebachter Winter. Chris Guse, Suholder, Klii Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolau. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Boirot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.
Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. In den frühen Morgenstunden des 29. März 1975 fuhren die Teenager Keith Crotwell und Kant May in einem glänzenden neuen Mustang über den Freeway. Am Steuer saß ein etwas älterer Mann mit blondgefärbten Haaren, den sie gerade erst kennengelernt hatten.
Sein Name war Randy Steven Craft. Nachdem sie eine Weile gefahren waren, bot Craft, den aufgeregten Jugendlichen, ein Sixpack Bier und eine Hand voll Pillen an. Keith und Kent spülten die Pillen sofort mit einem großen Schluck Bier hinunter. Ein paar Minuten später fingen die Pillen an zu wirken. Die Teenager fühlten sich plötzlich angenehm leicht, fast als würden sie schweben.
Doch plötzlich erstarrten die Jungen in ihrer Bewegung. Kent sagte auf dem Sitz zusammen. Er konnte sich nicht mal aufrichten oder sprechen. Dann verlor er das Bewusstsein. Das einzige, was er durch die Dunkelheit spürte, war eine diffuse Angst, einen Terror, der sich über seinen ganzen Körper legte. Er kam erst wieder zu sich, als er auf dem Parkplatz der Billardkneipe in Long Beach aus dem Auto gestoßen wurde.
Seine Freundinnen und Freunde eilten bei, um ihm zu helfen. Die hatten keine Ahnung, wo er die letzten paar Stunden gewesen war. Als der Mustang davon raste, sahen sie für einen kurzen Moment Keie Crotwille auf dem Beifahrersitz. Seinen Kopf lag auf der Schulter des Fahrers. Sie versuchten dem Auto hinterherzulaufen, aber der Mustang verschwand sofort hinter der nächsten Ecke.
Später am Tag wachte Kent May aus seiner Ohnmacht auf. Er konnte sich nicht erinnern, was an diesem Morgen passiert war und hatte keine Ahnung, wie viel Glück er gehabt hatte. Sein Freund Keith überlebte die Begegnung mit Randy Steven Craft nicht. Seine Begegnung mit dem Scorecard Keller. Hi, ich bin Diane Helscher.
Und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller oder einer berühmten Serienkillerin mit ihrem Leben, ihrer Psyche und ihren Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Parcast. Das ist unsere zweite Folge zu Randy Steven Craft, dem sogenannten Scorecard Killer.
In Teil 1 haben wir über Randy Crafts frühe Jahre gesprochen. Von seinen Jahren als Musterschüler bis zu seiner Zeit als beliebter Gast und Barkeeper in der Gaybar Szene von Orange County, wo er auch seine ersten Opfer fand. Heute werden wir uns näher mit Craft Mort Serie in den 1970er und frühen 80er Jahren befassen und mit dem einen großen Fehler, der den 12 Jahren des Folterns und Mordens ein Ende setzte.
193 schloss der 28-jährige Randy Stepencraft sein Lehramtsstudium an der California State University von Long Beach ab. Noch imselben Jahr bekam er einen Job als Assistenzlehrer und war auf bestem Wege Vollzeit als Lehrer zu arbeiten. Äußerlich sah es so aus, als hätte Craft sein Leben wieder voll im Griff.
Privat lief es bei ihm jedoch nicht so gut. Craft hatte chronische Gesundheitsprobleme. Er litt unter starken Kopfschmerzen und Depressionen. Hinzukam die brückelnde Beziehung zu seinem Partner Jeff Graves. Craft hatte das Gefühl, sich an niemanden wenden zu können, auch weil seine Familie sich mehr oder weniger geschlossen von ihm distanziert hatte wegen seiner Homosexualität.
Der Frust und die Wut wurden schließlich so groß, dass Craft seinen dunkelsten Impulsen nachgab. Innerhalb weniger Monate ermordete er drei Menschen, Joseph Duat, Edward Daniel Moore und einen Unbekannten, den die Polizei als John Doey 16 führte. Auf Crafts Scorecard tauchte er unter dem Ortsnamen Wilmington auf.
Als die Polizei den Psychiater Dr. Mancell Pattenson um Rat fragte, warnte er die Detectives, dass der Killer keine Reue zeigen und einfach weitermorden würde. Von sich aus würde er jedenfalls nicht aufhören. Auch der Kriminologe Scott Bon schreibt darüber, warum Serienkiller ihre Mordserien fortsetzen. erklärt: “Serienmörder gewinnen mit jedem neuen erfolgreichen Mord wertvolle Erfahrung und Selbstvertrauen.
Von Tat zu Tat perfektionieren sie ihre Fähigkeiten und Techniken, während Sie Probleme minimieren und kritische Fehler vermeiden. Mit anderen Worten, Serienmörder werden besser, je mehr Erfahrung sie sammeln. Wenn sie weitermachen und einer Gefangennahme entgehen, werden sie zunehmend mutiger. Sie genießen ihre Fähigkeit zu töten und der Entdeckung zu entgehen und glauben häufig auch, dass sie niemals gefasst werden.
Und nachdem Craft mit drei Morden davon gekommen war, fing er tatsächlich an in kürzeren Abständen zu töten. Am Osterwo 1973 machte Craft einen Ausflug zu The Pike, einem inzwischen stillgelegten Vergnügungspark in Long Beach. Der Park war für seine vielen Taschendiebe und andere Kleinkriminelle bekannt und für seine Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen.
Es ist wahrscheinlich, dass er dort sein nächstes Opfer fand, einen unbekannten Mann, den wir zum besseren Verständnis an dieser Stelle Nick nennen wollen. Nick war ein Sexarbeiter aus der Long Beach Gegend. Es war leicht für Craft, ihn an sein Auto zu locken. Man weiß nicht genau, wohin die beiden fuhren, aber wahrscheinlich an einen Ort, den Craft vorher ausgesucht hatte.
Ein Ort, der so abgelegen war, dass niemand sie unterbrechen würde. Als sie ankamen, fesselte Craft den jungen Mann und fing an ihn zu foltern. Der Mord, den wir gleich schildern, ist besonders brutal. Deswegen an dieser Stelle noch einmal eine Inhaltswarnung. an unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Nachdem Craft Nick gewirkt und vergewaltigt hatte, schnitt er ihm die Genitalien ab und ließ ihn verbluten.
Als der junge Mann tot war, machte Craft es wie mit all seinen bisherigen Opfern und stieß ihn während der Fahrt aus dem Wagen. Der Orange County Detective George Troop war immer noch mit der Identifizierung von Crafts zweitem Opfer beschäftigt, als Nick Leiche in Huntington Beach gefunden wurde.
Am Ostersonntag traf die Polizei gegen 1:30 Uhr nachts an einer Kreuzung ein, die die Einheimischen Airplane Hill nannten. Schirffwunden an der Leiche deuteten darauf hin, dass sie aus einem fahrenden Auto gestoßen wurde, das mindestens 80 kmh schnell war. Der Tote hatte kein Portemonnae und keinen Ausweis bei sich. Es war also unmöglich, ihn sofort zu identifizieren.
Als die Gerichtsmediziner eintrafen, sahen sie, dass man dem Toten die Genitalien abgeschnitten hatte. Die Polizei bezeichnete die Morte damals als gay killings und schickte Flyer an die örtlichen Szenebars in der Hoffnung, dass jemand das Opfer kannte. Wie bei John Dick im Februar identifizierten einige Gäste den Toten als einen Sexarbeiter aus der Gegend.
Die Polizei fand jedoch nie heraus, wie der junge Mann hieß und sie hatten keine einzige Spur vom Täter. Randy Craft flog also weiter unterm Radar. Während Crafts Verbrechen 1973 eskalierten, blühte er im Berufsleben auf. Er fand einen Job als Assistenzlehrer und arbeitete nebenbei als Disponent bei Airstech Aircraft.
Er beeindruckte seine Vorgesetzten und wurde schnell befördert. Er saß von nun an am Bürocomputer, wo er sich selbst beibrachte, wie man Abrechnungen und andere Datenverarbeitungstätigkeiten machte. Craft fand die Arbeit am Computer sehr stimulierend. Nach mehreren orientierungslosen Jahren hatte er endlich etwas gefunden, das ihm Spaß machte und ihn gleichzeitig forderte.
Auch wenn es für Craft beruflich voranging und er gut verdiente, sah es privat immer noch düster aus. Craft war jetzt fast 30 und hatte keine Lust mehr auf Partys und schnellen Sex. Er war bereit für ein geregeltes Leben und eine feste Beziehung. Sein Partner Jeff Graves, mit dem Craft eine offene Beziehung führte, wollte davon aber nichts wissen.
Stattdessen hatte er weiter One Night Stance und blieb manchmal tagelang weg. Craft machte das jedes Mal extrem wütend. Im April entlut sich seine Wut und Eifersucht schließlich in seinen Bistanalen wohl brutalsten Mord. Und wieder war ein unbekannter junger Mann das Opfer seiner albtraumhaften Fantasien. Wie immer fesselte und vergewaltigte Craft den Mann zunächst, dann biss er ihm in die [räuspern] Brustwarzen und ging Italien.
Wahrscheinlich hat das Opfer versucht wegzuschauen oder es hat vor Schmerz die Augen zugekniffen. Das schien Craft nicht zulassen zu wollen, also schnitt er dem jungen Mann die Augenlieder ab. Craft zwang den Mann mit anzusehen, wie er ihm die Genitalien abschnitt, aber damit war es noch nicht vorbei.
Im Laufe der Nacht schnitt Craft seinem Opfer alle Gliedmaßen ab, bevor er den jungen Mann enthauptete. Randy Crafts Brutalität hatte ein neues Level. erreicht, aber das Schlimmste sollte erst noch kommen. Randy Craft schien einen bestimmten Typ zu haben. All seine letzten Opfer waren junge attraktive Männer.
Doch Craft raubte ihnen ihre Schönheit, indem er ihre Körper verstimmelte, so wie er es auf besonders grauenvolle Weise mit einem unbekannten Mann gemacht hatte, den die Polizei John D 52 nannte. John D 52 muss Crafts Bild vom idealen Opfer genau entsprochen haben. Keiner der anderen Männer wurde von ihm auf so schreckliche und sadistische Weise gefoltert und getötet.
Anfang Mai 1973 ging ein Notruf in der Polizeizentrale ein. Jemand hatte einen abgetrennten Kopf hinter einem Supermarkt in Long Beach gefunden. Kurz darauf fand man auch den Torso, sowie die Arme und das rechte Bein des Toten an einer Mülltüte am Straßenrand in der Nähe von San Pedro. Das andere Bein hatte der Täter hinter eine Bar in Sunset Beach geworfen.
Die Hände blieben für immer verschwunden. Die Gerichtsmedizin versuchte den Körper so gut es ging wiederherzustellen, aber es funktionierte nicht. Die Körperteile waren komplett ausgeblutet und zu stark verwest. Das einzige, was John Dify mit den anderen Opfern in Verbindung brachte, waren die Spuren von Metalldraht an seinen Knöcheln.
Detectiv George Troop und sein Team wollten immer noch nicht wahrhaben, dass ein einzelner Serienkiller für die Morde verantwortlich war. Stattdessen hielten sie weiter an der Theorie fest, dass alle Männer im Zuge schiefgegangener One Nightight Dance oder anderer sexueller Eskapaden ermordet worden waren. Sie hielten es für ein Symptom eines vermeintlich überdurchschnittlich riskanten Lebensstils.
Dabei ließen sie sich komplett von der sexuellen Orientierung der Männer und von ihren Vorurteilen über die Schwulenzene leiten, ohne sich auf die Fakten zu konzentrieren. Sie hielten es sogar für möglich, dass die Männer bei extremen BDSM Sessions gestorben waren. Das nächste Opfer sollte diese Theorien aber endgültig widerlegen.
Im Sommer 73 war der 20-jährige Ronnie Wei schon mit seiner neuen Freundin zusammen, während die Trennung von seiner Frau noch im Gange war. Es gefiel ihm sein altes Junggesellenleben wiederzuhaben. Er ging mit seinen Freunden tanzen und zog mit ihr durch die Bars. In den frühen Morgenstunden des 28.
Juli verließ Weebi eine Sportsbar in Los Alamitos nördlich von Orange County. Auf dem Parkplatz sah er, dass sein Auto einen Platten hatte. Aber da kam auch schon der freundliche Randy Craft und bot an, ihn nach Hause zu fahren. Crafts cooler Surferlook und sein Sportwagen überzeugten Weibi. Der Fremde wirkte sofort wie ein alter Kumpel.
Weibi stieg also ein und sie fuhren los. In den darauffolgenden Stunden wurde auch Ronnie Weeb, Opfer von Crafts Folter Fantasien und seinem ungezügelten Sadismus. Seine Handgelenke und Knöchel wurden mit Draht zusammengebunden. Er hatte Bissspuren am Torso und an den Genitalien. Craft fügte Wibi die Wunden wahrscheinlich zu, als er noch lebte.
Danach erschlug er ihn mit einem stumpfen Gegenstand. Als die Polizei zwei Tage später zum Fundort der Leiche gerufen wurde, stellten sie nicht nur fest, dass das jüngste Opfer die gleichen Foltermale wie Edward Daniel Moore aufwieß, bis hin zur Socke im Rektum. Der Tote wurde auch an derselben Freeway Auffahrt in Seel Beach abgeladen.
Dieses Mal blieb das Opfer aber nicht lange anonym. Ronnie Weebys Schwester machte sich Sorgen, als ihr Bruder nicht nach Hause kam. Als sie herumfragte, fand sie heraus, daß er zuletzt in der Sportsbar in Los Alamitos gesehen wurde. Sie fand sein verlassenes Auto auf dem Parkplatz vor der Bar und informierte sofort die Polizei über das Verschwinden ihres Bruders.
Als klar war, dass es sich bei dem Toten um Ronnie Wei aus Fullerton handelte, fiel die Theorie der Polizei in sich zusammen, dass die Morde auf die Schulenzene der Stadt begrenzt waren. Denn nicht nur, dass Webi mit einer Frau verheiratet war, er hatte dazu auch noch eine Freundin, was die Vermutung nahelegte, dass er wirklich nicht schwul war.
Da erkannten die Beamten, dass der Mörder es anscheinend nicht mehr nur auf eine ganz bestimmte Art von Opfer abgesehen hatte. Jeder naive junge Mann aus der Gegend war plötzlich in Gefahr, in die Fänge des Killers zu geraten. Nach dem Mord an Ronnie Wei konzentrierte sich Craft anscheinend erstmal auf seinen Job bei Astic Aircraft.
Seine neue Faszination für Computer nahm einen Großteil seiner Zeit in Anspruch, so dass er seine Mordaktivitäten für mehrere Monate auf Eis legte. Die Polizei glaubte schon, dass es für den Rest des Jahres ruhig bleiben würde, doch da irrten sie sich. Ende Dezember sagte der 23-jährige Winston Cruise Mesters, seinem Mitbewohner Bescheid, dass er in die Bärge fahren wolle, um ein paar Landschaftszeichnungen zu machen.
Mesters studierte Kunst an der Long Beach State University. Er packte seine Zeichen Utensilien ein und machte sich auf den Weg. Es ist nicht bekannt, wann und wo er Randy Craft an diesem Tag begegnete. Vielleicht wollte er per Anhalter in die Berge fahren und Craft hat ihn mitgenommen.
Mesters hatte auch hin und wieder als Sexarbeiter in Long Beach gearbeitet, wo Craft viel zum Cruisen unterwegs war. Doch wie auch immer ihr Treffen zustande kam, Masters Entscheidung mit Craft mitzugehen, war eine der letzten, die er im Leben traf. Drei Tage später, am 29. Dezember 1973 fand eine Gruppe Wanderer Mesters Leiche in den San Bernardino Mountains.
Sie lag in einer Schlucht. Als die Polizei eintraf, bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick. Der Tote war zwar wieder angezogen worden, das Blut von seinen Wunden hatte aber alle Kleidungsstücke rot gefärbt. Das auffälligste Anzeichen von Folter war das Fehlen seiner Hände. Der Täter hatte Sandwchtüten aus Plastik um die blutigen Stimpfe gewickelt.
Wie bei den früheren John Doze Körper voller Bissspuren, auch die Genitalien. Es war eine von Crafts grausamen Signaturen. 1974 versuchten mehrere Police Departments die sieben Morde der letzten zwei Jahre aufzuklären, aber es gab keine Spuren. Nachdem sie dutzende Leute befragt, endlos viele Beweise gesammelt und Lügendetektortests durchgeführt hatten, waren sie kein bisschen schlauer als am Anfang der Ermittlungen.
Und Craft konnte weitermachen wie zuvor. Bis zu seinem nächsten Mord sollten aber noch einmal mehrere Monate vergehen. Im Juni 1974 erwachte der 29-jährige Randy Craft schließlich aus seinem Winterschlaf, als er einen jungen Anhalter in Cowboystiefeln am Straßenrand entdeckte. Nach einem kurzen Aufenthalt in Südkalifornien hatte der arbeitslose Trucker Malcolm Little die Nase voll von der Westküste.
Der 20-Jährige wollte zurück ins heimische Alabama und freute sich, als ein Mann in einem Mustang anbot, ihn mitzunehmen. Craft sagte, dass er auch auf dem Weg nach Osten sei. Er wolle in die Wüste. Die ersten paar Stunden sah es so aus, als würde er die Wahrheit sagen, bis der scheinbar sanftmütige Surfertyp irgendwo auf der staubigen und verlassenen Landstraße sein wahres Gesicht zeigte.
In der Nähe des Selton Sees im dünnen besiedelten Imperial County, gelang es Craft Little zu überwältigen und zu fesseln. Er vergewaltigte den Jungen wahrscheinlich, bevor er ihm die Genitalien abschnitt. Als die Polizei Malcolm Little am 2. Juni 1974 fand, brachten sie ihn nicht sofort mit der Mordserie in Verbindung, die sich meilenweit entfernt in Orange County ereignet hatte.
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