Mord nach 7 Jahren gestanden | Der Fall Jennifer Scharinger T
Mord nach 7 Jahren gestanden | Der Fall Jennifer Scharinger

Am 21. Januar 2018 besucht Jennifer Sharinger ihre Mutter. Die 21-jährige ist schon von zu Hause ausgezogen und wohnt in einer eigenen Wohnung in Wien. Aber natürlich kommt sie trotzdem ab und an zurück in die niederösterreichische Heimat, um ihre Familie zu sehen. An diesem Tag ist sie nicht allein da.
Auch ihr Freund ist mit. Es ist ein kurzes Treffen. Am Abend ist Jennifer noch zu Hause in Wien mit einer Freundin verabredet. Keine 24 Stunden später wird die junge Frau verschwunden sein. Es ist einer der verstörendsten vermissten Fälle in Österreich. Denn was mit Jennifer Scharinger passiert ist und wo sie jetzt ist, weiß jahrelang niemands.
Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen, vielleicht aber auch noch nicht, aber es gibt riesige News in eigener Sache. Am 27. Januar 2026 erscheint das erste Insolitobuch. In dem Buch behandle ich acht spannende True Crime Fälle, die ihr noch nicht von dem Channel hier kennt. Es ist echt ein Wahnsinnsgefühl, euch sagen zu können, dass ihr mein Buch jetzt über den Link in der Infobox vorbestellen könnt.
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Jetzt aber zum heutigen Video. Jennifer lebt in der österreichischen Hauptstadt Wien und zwar in einer eigenen Wohnung, in einer so richtig eigenen Wohnung. Ihre Mama hat sie für die junge Frau gekauft. In einem Interview sagt ihre Mutter einmal über Jennifer, sie sei mit 16 so selbständig gewesen wie andere mit 30 nicht.
Zwar hat sie in dem Alter die Schule vorerst abgebrochen, jedoch nicht ohne Plan. Sie wollte nicht länger die Schulbank drücken, sondern lieber anpacken und arbeiten. Schon bald hat sie einen Job im Büro einer Sozialversicherung gefunden, um ihr erstes eigenes Geld zu verdienen. Und da war für die junge Frau auch noch lange nicht Endstation.
In Wien holt Jennifer nämlich ihr Abi nach und entschließt sich doch noch ein Studium aufzunehmen. Sie entscheidet sich für Jus, wie man in Österreich sagt, also Jura. Nebenbei hält sie aber auch ihren Job bei der Versicherungsgesellschaft SVA. Man kann wohl sagen, dass sie ihren eigenen Weg geht, aber das mit Sinn und Verstand.
Jenny Wohnung in Wien ist der Treffpunkt für ihren großen Freundeskreis. Die junge Frau ist sehr beliebt. Seit etwa einem halben Jahr hat sie auch einen Freund, der mittlerweile bei ihr wohnt. An jenem 21. Januar 2018 besucht Jennifer erst eine ihrer beiden älteren Schwestern, dann ihre Mutter in der Heimat.
Am Abend ist sie mit ihrer Freundin Alexandra verabredet. Es soll ein schöner entspannter Freitagabend in Wien werden. Ein paar Cocktails trinken, ein bisschen quatschen, einfach eine gute Zeit haben. Jennifer und Alexandra kennen sich aus Schulzeiten und sind seitdem befreundet. Der Abend verläuft ganz so wie unzähige andere Treffen der Freundinnen zuvor.
Jennifer berichtet Alexandra noch von anstehenden Prüfung und wirkt gut gelaunt wie E und je. Die beiden Freundinnen verabschieden sich in Floresdorf voneinander, wo Alexandra wohnt. Jenny hat darauf bestanden, sie bis zur Haustür zu begleiten. Da passiert Jennifer etwas, das wohl jeder kennt. Sie verpasst die letzte U-Bahn nach Hause.
Also schreibt sie ihrem Freund und fragt ihn, ob er sie abholen könne. So muss sie nachts nicht mehr durch das dunkle Wien laufen. Und eigentlich sollte klar sein, dass Jennifer in dieser Nacht nichts mehr zustoßen wird. Jennifer und ihr Freund kommen in dieser Nacht auf jeden Fall an ihrem Wohnhaus an. In der Tiefgarage schießt Jennifer um 1:16 Uhr noch ein Selfie von sich und ihrem Freund und schickt es an Alexandra.
Eine Minute später schreibt sie dazu: “Bin safe.” Diese beiden Worte sind das letzte, was jemand von Jennifer Scharinger hören wird. Alexandra schreibt ihrer Freundin Jenny in der darauffolgenden Woche zwei Nachrichten. Sie bekommt darauf keine Antwort, aber es scheint auch nichts Wichtiges zu sein. Und ich bin mir sicher, der eine oder die andere von euch kennt es nur zu gut, dass Textnachrichten mal ein bisschen länger unbeantwortet bleiben als geplant.
Zudem hat Jenny die nächsten paar Tage zwar Urlaub, aber einiges geplant, was sonst liegen geblieben ist und ist dementsprechend busy. Das wusste Alexandra schon im Vorfeld. Aber als eine ganze Woche rum ist, macht sich Jenny Freundin langsam doch Sorgen. Bei Jennifers Mutter steht unterdessen die Polizei vor der Tür.
Man teilt ihr mit, dass ihr Arbeitgeber die junge Frau als vermisst gemeldet habe. Zwar hatte Jennifer ein paar Tage frei, aber am 27. Januar hätte sie wieder zur Arbeit kommen sollen. Das ist allerdings nicht geschehen. Auch am darauffolgenden Tag, dem 28. Januar, hat Jenny unentschuldigt gefehlt.
Daraufhin hat ihr Chef sie bei der Polizei als vermisst gemeldet. Die Ermittler haben sich dann auf den Weg zu Jennifers nächster Angehörige, ihrer Mutter gemacht. Die Mutter ruft natürlich sofort bei Jennyys Freund an, doch der sagt nur, Jenny sei am 22. Januar abgehauen. Er selbst sei gerade mit seiner besten Freundin an einem Stausee unterwegs und nicht in Wien.
Für Jennifers Mutter muss die ganze Sache ein riesiger Schock gewesen sein. Erst jetzt kommt raus, wie lang von Jennifer schon jede Spur fehlt. Am 22. Januar hat Jenny sich ja um kurz nach 1 noch bei Alexandra gemeldet. Später am Tag sei sie dann laut ihrem Freund, aber aus ihrer Wohnung in der Ospelgasse 11 bis in Wien Brigitenau verschwunden.
Vieles über den Freund nicht bekannt, nur dass er der Sohn eines ehemaligen Polizisten ist und wohl aus Schrems in Niederösterreich kommt. In einem ORF Bericht wird er Herr B genannt. Den Namen werden wir auch in diesem Video benutzen. Herr B erzählt das so: Am Vormittag des 22. Januar gibt es einen Streit zwischen ihm und Jennifer.
Dieser Streit sei so weit eskaliert, dass Jenny gefordert habe, dass ihr Freund seine Sachen packen und die Wohnung dann endgültig verlassen soll. Sie wollte sich trennen. Nach dieser Auseinandersetzung habe sie wütend die Wohnung verlassen mit nichts als ihrem eigenen Wohnungsschlüssel bei sich.
Handy, Portemonnaie, Reisepass und selbst ihre Kontaktlinsen sind zurückgeblieben. Seitdem habe er nichts mehr von Jennifer gehört. Zu dem angeblichen Abgang am 22. Januar passt, dass die Hausmeisterin Jennifer an diesem Tag noch im Treppenhaus gesehen haben will. Die junge Frau soll blass ausgesehen und einfach nur ganz schnell nach draußen gewollt haben.
Allerdings wird es später als unsicher eingeordnet, ob die Hausmeisterin Jenny wirklich am 22. Januar gesehen hat oder an einem anderen Tag. Neben Jennifers Wohnungsschlüssel fehlt noch eine weitere Sache aus der Wohnung. Eine Wolldecke mit Tigermuster. Jennifer hatte die Decke gerade erst zu Weihnachten geschenkt bekommen.
Laut einem Bericht des ORF fehlt auch eine große Kiste aus der Wohnung. Was es mit den beiden Gegenständen auf sich haben könnte, ist bis heute unklar. Die Wohnung von Jennifer wurde mit Spürhunden abgesucht. Diese haben dort allerdings nicht angeschlagen. Dass sie freiwillig irgendwo hin ist, halten Freunde und Familie für ausgeschlossen.
Jennifer hätte sich auf jeden Fall bei jemandem gemeldet. Die Story von Herrn B kommt ihnen merkwürdig vor. Und nicht nur das, auf den zweiten Blick wirkt auch Jennys letzte Nachricht an Alexandra komisch. Bin safe. Safe mit einem V-Asteller eines F. Jennifers Mutter findet diesen Fehler auffällig. Dieser sei für ihre Tochter total unüblich.
Sie kann sich vorstellen, dass es vielleicht gar nicht mehr Jennifer gewesen ist, die diese Nachricht verfasst hat, sondern wer anders. Noch merkwürdiger ist, dass Jenny von ihrem Arbeitgeber vermisst gemeldet wurde und nicht von ihrem Freund. Ihre Freundin Alexandra sagt nämlich, dass Herr B. Jenny in der Beziehung oft hinterher telefoniert habe.
Das ging soweit, dass sich Herr B sogar bei Alexandra gemeldet und nachgefragt hat, wenn er Jenny gerade mal nicht erreichen konnte. Auch wenn Alexandra den Freund sonst ganz nett und sympathisch wahrnahm, fand sie das doch komisch. Und warum sollte der Freund das ausgerechnet in der Woche sein lassen, in der Jennifer dann wirklich verschwindet, selbst wenn die beiden einen heftigen Streit gehabt haben.
Auch eine andere Freundin flüchtet Alexandra beher B sei kontrollierend gewesen. Er habe Jenny davon abgehalten zu rauchen oder allein Freunde zu treffen. Auch die Zusammenkünfte mit ihrem Freundeskreis in ihrer Wohnung im 20. Bezirk sollen seit der Beziehung deutlich weniger geworden sein. Im Nachhinein fällt das natürlich auf, aber ich glaube auch, dass man so etwas im Moment selbst gar nicht merkt.

Viele von euch werden das kennen. Wenn im Freundeskreis jemand neu in einer Beziehung ist, wollen die frisch verliebt natürlich jede Sekunde zusammen verbringen. Da können auch andere soziale Kontakte mal ein wenig einschlafen. Die Freunde haben sich da nichts vorzuwerfen, denn in ihrer Wahrnehmung ging es Jennifer gut, auch mit der Beziehung.
Doch offenbar gab es da ein paar Sachen, die die 21-jährige weder Freunden noch Familie erzählt hat. Die Polizei wertet natürlich das Handy von Jennifer aus, auch Chats und Nachrichten. Und so stellt sich heraus, Jenny und ihr Freund waren eigentlich schon seit Oktober getrennt, also zum Zeitpunkt ihres Verschwindens schon seit drei Monaten.
Das Verhältnis zwischen den beiden war offenbar aber weiterhin so freundschaftlich, dass niemand davon mitbekommen hat. Ihr Freund H B war der letzte, der Jenny gesehen hat. Logisch also, dass die Polizei auch sein Handy unter die Lupe nimmt und mit dem, was man dabei findet, hat keiner rechnen können. Der 17. Juni 2018 ist Jennifers 22.
Geburtstag. Es ist auch der Tag, an dem ein wichtiger Hinweis bei der Polizei eingeht. Eine Zeugin gibt an, Jenny sei von einem Autofahrer entführt worden. Sie gibt sogar das Kennzeichen des vermeintlichen Täters durch. Was erst klingt wie eine vielversprechende Spur, ist eine unfassbare Geschmacklosigkeit.
Das Kennzeichen führt die Polizei zum Ex-Mann der vermeintlichen Zeugin und dieser hat mit Jennifers Verschwinden nichts zu tun. Offenbar wollte die Zeugin Rache an ihm nehmen und ihn deshalb mit einem Kriminalfall in Verbindung bringen. Deutlich wertvoller sind digitale Spuren, die man nicht nur auf Jennifer Smartphone findet, sondern auch auf dem ihres Freundes.
Auf Herrn Bs Handy befinden sich einige gelöschte Videoclips, aber die Polizei kann sie wiederherstellen und es wird relativ schnell klar, weshalb die Videos entfernt wurden, denn es handelt sich um intime Aufnahmen von Jenny. Und ganz offensichtlich wurden diese Aufnahmen gemacht, ohne dass Jennifer es gewusst hat, mit einer versteckten Kamera.
Diese Kamera wurde in Jennifers eigenem Schlafzimmer installiert und war über eine Software mit dem Handy des Freundes verbunden. Sie befand sich in einem Schuhkarton, der auf ihrem Kleiderschrank gegenüber ihres Bettes stand. In dem Schuhkarton war ein winziges Loch, kaum größer als ein Fingernagel, aber groß genug, dass die Kamera ohne Jenny Wissen alles filmen konnte.
Über sein Handy konnte der Freund alles sehen, ohne dass Jennifer die leiseste Ahnung hatte. Die letzte Aufnahme wurde am 22. Januar um 14:14 Uhr gemacht, am Tag von Jenny Verschwinden. Danach so ihr Freund sei ihm die Kamera heruntergefallen, kaputt gegangen und er habe sie entsorgt. Weiterhin findet man im Suchverlauf von Herrn B Suchanfragen zum Thema Kot Tropfen.
Dazu soll er gesagt haben, er habe eben selbst mal KO Tropfen ausprobieren wollen. Unabhängig davon, wie plausibel diese Behauptung ist oder nicht, mit solchen Substanzen ist nicht zu spaßen. Die grundlegenden Wirkungen sind euch sicherlich bekannt, aber in Verbindung mit Alkohol oder dämpfenden Mitzeln können diese Tropfen sogar lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen.
Bei einer Überdosierung drohen Kreislaufkollaps Bewusstlosigkeit, tiefer Kom, ähnlicher Schlaf, Atemstillstand und im Extremfall der Tod. Die wenigsten Geschädigten merken überhaupt, dass sie mit der Substanz in Kontakt kommen, da sie Geruchs und geschmacklos ist. Aber man soll so etwas niemals freiwillig konsumieren.
Mehr als eine Miniphase Euphorie und Gelöstheit hat man davon eh nichts. Unklar also, welchen Effekt sich Her B davon versprochen haben soll. Er hat jedenfalls eine ganz eigene Meinung dazu, was Jennifer zugestoßen sein soll. Herr B erzählt folgendes. Jenny ist zuletzt ziemlich unzufrieden gewesen. Ihr Job nervte sie.
Sie träumte von einem Leben im Ausland und ich weiß, sie hatte ziemlich viel Geld in einer Spardose gebunkert. Das hat sie sicherlich mitgenommen. Damit gelang es ihr unterzutauchen. Ich glaube also, dass sie sich freiwillig abgesetzt hat. Mit dieser Meinung steht er ziemlich allein da. Er selbst war jedenfalls kurz nach Jennifers Verschwinden ziemlich umtriebig.
Das zeigen die GPS-Daten seines Handys, auf die die Polizei ebenfalls zugreifen kann. Herr B war nämlich in Hollbrunn unterwegs, wo Jenny ursprünglich herkommt. Dabei hat er selbst anfangs gesagt, er sei die ganze Zeit zu Hause gewesen. Die Funkdaten seines Handys sprechen da eine andere Sprache. Dass man ihn orden konnte, hat er eventuell auch gewusst, denn in Hollerbrund angekommen wurde die Google Standortbestimmung seines Handys für 47 Minuten deaktiviert.
Wo genau er sich in dieser Zeit aufgehalten hat, kann also heute nicht mehr bestimmt werden. Allerdings befinden sich in der Gegend viele große Waldgebiete. Er erklärt, er sei an dem Tag nach dem Streit mit Jenny eben einfach mit dem Auto herumgefahren, um den Kopf ein wenig frei zuubekommen.
Die Polizei hat Waldgebiete in der Gegend mit Spürhunden abgesucht und an einigen Stellen auch gegrabt. Taucher haben auch den Stausee Otenstein abgesucht. An einigen Orten im Wald haben die Spürhunde zwar angeschlagen, gefunden wurde aber nichts. Jenny Familie befürchtet trotzdem, dass die junge Frau irgendwo in diesem Wald begraben liegt.
Ihre Mutter sucht den Wald seither immer mal wieder systematisch auf eigene Faust ab. Die Ermittler haben ihr wohl gesagt, ohne einen leichtern würde es kaum eine Anklage geben. Also fährt Jennifers Mutter regelmäßig mit ihrem Hund und einem Klappsparten zu dem Waldgebiet und sucht eigenhändig nach ihrer Tochter.
Und auch sonst hat sie wirklich alles unternommen, was geht. Zug und Flugverbindungen gecheckt, mit denen Jennifer hypothetisch verreist sein könnte. Frauenhäuser und Obdachlosenheime abtelefoniert, um zu prüfen, ob dort irgendwo eine junge blonde Frau aufgetaucht ist. unzählige Flyer ausgehändigt und Interviews gegeben.
Und die Suche von der Mutter und anderen Angehörigen hatte wenigstens einen Teilerfolg. Sie haben Jenny Rucksack in dem Wald gefunden. Sie haben ihn sofort erkannt wegen der vielen kleinen Stofftierschlüsselanhänger daran. Jenny hat sie gesammelt und für sie ist es ein weiteres Indiz, dass Jennifer irgendwo dort draußen im Wald ist.
Jennifers Mutter sagt selbst, sie gehe nicht davon aus, dass ihre Tochter noch am Leben sei. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Kraft es sie wohl kosten mag, das wirklich auszusprechen. Aber selbst mit diesem Glauben ist die Sache für die Mutter noch keineswegs beendet. Sie möchte ihre Tochter natürlich trotzdem finden und erfahren, was mit ihr geschehen ist.
Deshalb hat sie ein Privatdetektiv engagiert, der parallel zur Polizei ermittelt. Die Ermittlung des LKA wurden zwischenzeitlich eingestellt. Darüber waren die Angehörigen sehr enttäuscht, verständlicherweise nicht nur wegen Jenny, sondern wegen etwas, das die Mama der Vermissten ziemlich gut zusammenfasst. Es gibt so viele Fälle vermisster Frauen, die aber nicht zur Statistik der Femizide zählen.
Ich denke aber, dass das gesellschaftlich relevant ist, dass auch diese Fälle aufgeklärt werden, damit man weiß, was mit dem vermissten Mädchen passiert ist. Man kann gar nicht nachvollziehen, wie es ist, wenn diese Ermittlungen eingestellt werden und nichts mehr passiert. 2023 produziert der ORF einen Beitrag zu dem Fall und bekommt in diesem Zuge ein Interview mit einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft.
Herr B sei nach einem Anfangsverdacht als Beschuldigter geführt worden. Der Verdacht gegen ihn habe sich aber nicht erhärtet. Alle Spuren seien ausermittelt und es habe nichts zu objektiven Beweisen gegen den Beschuldigten geführt und deshalb sei das Verfahren dann eingestellt worden. Inzwischen werde Herr B laut des Beitrags nicht mehr als Beschuldigter geführt.
Er wurde ebenfalls vom ORF für ein Interview angefragt. hat aber nicht geantwortet. Im Oktober 2025 gibt es noch einmal Neuigkeiten. Da geht die Polizei mit einem neuen Zeugenaufruf raus. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wird ein Foto von Jennifer veröffentlicht. Es wird darauf hingewiesen, dass man auch anonym Hinweise abgeben kann.
Wenn man etwas zu einem Tathergang, einem möglichen Täter oder Jennifers Aufenthaltsort nach dem 21. Januar weiß, wäre es wichtig, sich zu melden. Laut dem Merkur hat Jennifers Vater zudem eine Belohnung in Höhe von 50.000 1000 € für sachdienliche Hinweise ausgelobt. Eigentlich hättet ihr dieses Video schon Anfang Dezember 2025 sehen sollen, aber kurz vor dem geplanten Upload hat es noch mal Neuigkeiten gegeben.
Die Wendung im Fall Jennifer Sharinger ist genauso traurig wie bah, denn Jennifer lebt nicht mehr. Nach mehr als 7 Jahren wurde ihr inzwischen 32 Jahre alter Ex-Freund Herr B festgenommen. Er hat sich am 7. Dezember freiwillig auf einer Polizeiwache gestellt und ein erstes Geständnis abgelegt.
Zuvor wurde Herr B kürzlich noch einmal verhört, weil seine derzeitige Lebensgefährtin einen Fall häuslicher Gewalt angezeigt haben soll. Weiterhin war wohl eine Sprachnachricht von ihm aufgetaucht. Darauf war zu hören, wie er eine Leiche verschwinden lassen würde, damit sie niemand finden könnte. Er soll in seinem Umfeld auch mit dem perfekten Mord angegeben haben.
Herr B hat gestanden, Jenny in ihrer Wohnung mehrere Minuten lang gewirkt zu haben. Es soll laut Medienberichten auch zu stumpfer Gewalt gegen den Kopf gekommen sein. Das mutmaßliche Motiv, es soll tatsächlich einen Streit gegeben haben mit dem Ergebnis, dass Jenny sich endgültig von Herrn B trennen wollte. Herr B hat zugegeben, Jennifer dann an einem Truppenübungsplatz in Allensteig vergraben zu haben.
Das liegt etwa 90 km nordwestlich von Wien. Am 8. Dezember hat er eingewilligt der Polizei den Ablageort zu zeigen und tatsächlich konnten dort die sterblichen Überreste von Jennifer Scharinger gefunden werden. Ich hoffe sehr, dass die Gewissheit und das Geständnis den Schmerz der letzten Jahre wenigstens etwas lindern können, auch wenn das sicherlich noch viel Zeit in Anspruch nehmen wird.
Leider wird durch die Lösung des Falles vor allem eine Sache mal wieder ganz deutlich. Der gefährlichste Ort für Frauen ist oft das eigene Zuhause. Und zwar natürlich nicht, weil die eigenen vier Wände per se gefährlich sind, sondern weil Gewalt gegen Frauen zum allergrößten Teil im privaten Nahraum stattfindet.
Die letzte Nachricht von Jennifer waren die Worte bin safe und unabhängig davon, ob es nun sie selbst war, die das geschrieben hat oder nicht. Genau das hätte die Wahrheit sein sollen und müssen. In Deutschland erlebt etwa jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens Gewalt durch einen aktuellen oder früheren Beziehungspartner und die Anzahl der polizeilich erfassten Gewalt gegen Frau nimmt immer weiter zu.
Pemizide sind leider kein Einzelfall. Statistisch gesehen wird jeden dritten Tag eine Frau von einem aktuellen oder ehemaligen Partner umgebracht und das ist nur die traurige Spitze des Eisbergs. Einerseits war es irgendwie erleichternd zu sehen, dass der Fall so kurz nach meiner Recherche endlich aufgeklärt werden konnte.
Andererseits ist die Aufklärung an sich natürlich ziemlich ernüchternd, zumal die Angehörigen 7 Jahre lang warten mussten, bis ihre Vermutung bestätigt wurden. Die richtigen abschließenden Worte zu finden ist hier schwierig, auch weil alles so aktuell ist. Vielleicht kann dieses Video ein Reminder für uns sein, aufeinander aufzupassen und die Augen nicht vor Statistiken zu verschließen, so erschreckend auch sein mögen.
Und damit sind wir am Ende des heutigen Videos. Solltet ihr Videos 24 Stunden früher bekommen wollen, ohne Werbung und ohne Zensur, abonniert mich gerne bei Patron. Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie die Links zu meinen anderen Socials wie Discord oder Instagram.
Ansonsten gibt’s nicht mehr viel zu sagen. Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute. เฮ M.