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Der Bikini-Mord | Der Fall Ann Heron T

Der Bikini-Mord | Der Fall Ann Heron 

Am Ende einer schmalen Straße steht ein einziges Haus. Allein deshalb ist das Gebäude auffällig, aber auch, weil es anders aussieht als die meisten Wohnhäuser in der Gegend. Direkte Nachbarn gibt es nicht. Das Haus hat fast etwas Herrschaftliches mit seiner ruhigen Lage. Doch seit 1990 ist das Haus noch aus ganz anderen Gründen bekannt.

 Nicht nur im Ort ist es in aller Munde, sondern im ganzen Land. Denn im heißesten Sommer seit der Wetteraufzeichnung wird dort eine Frau ermordet am helligsten Tag. Und bis heute weiß niemand, wer Ann umgebracht hat. Ich habe mir als Aufgabe gestellt, zeichnen zu lernen und dabei kann man gut nebenher was hören und da kommt Bookbeat ins Spiel.

 Mittlerweile gibt es da mehr als eine Million Titel und da ist immer was Gutes dabei. Ich lade mir die Hörbücher auch immer runter, dann kann ich das Handy auf Flugmodus stellen und werde nicht von Nachrichten, E-Mails oder was auch immer gestört. Und gleichzeitig spart man natürlich auch noch Datenvolumen. Und immer wenn ich euch Bookbeat vorstelle, habe ich einen Buchtipp für euch.

 Momentan höre ich dunkle Sühne von Karen Slaughter. Im Buch geht es um eine Polizistin, die das Verschwinden von zwei Mädchen aufklären soll. Und eines der Mädchen ist die Tochter ihrer besten Freundin. Das ist emotional natürlich herausfordernd. Dazu kommt aber auch noch, dass sie eigentlich jeden Verdächtigen zu kennen denkt, denn der Fall spielt in North Falls, einer kleinen Stadt, wo jeder jeden kennt.

 Wirklich mega spannend und gut geschrieben. Ich habe das Buch auch immer zum Einschlafen gehört und da kommt die Schlummerfunktion von Bookbeat gerade recht. Damit kann man einen Timer stellen, wann das Hörbuch stoppen soll. Sollte euch das Buch nicht zusagen, könnt ihr natürlich auch einfach auf Bookbeat durch die verschiedenen Genre stöbern, einen Titel gezielt suchen oder euch etwas vorschlagen lassen.

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 August 1990 und wie Millionen anderer Beriten liegt die 44-jährige Ann in der Sonne. Etwas anderes kann man damals kaum machen. Großbritannien echt unter einer nie zuvor dage gewesenen Hitzewelle. In Teilen des Landes gibt es sogar richtige Waldbrände und Straßenschäden lösen riesiges Verkehrschaos aus. Eigentlich ist Engebürzige Schottin und kommt aus Glasgow.

 Inzwischen hat sie sich jedoch wegen der Liebe in der Mittelstadt Darlingen im Nordosten Englands niedergelassen. Ihr Mann Peter arbeitet als Geschäftsführer in einer örtlichen Speditionsfirma. Durch sein gutes Gehalt konnten die Harens sich ein schönes und besonderes Haus in guter Lage kaufen. Das Haus ist architektonisch ganz anders als die klassischen englischen Reinhäuschen.

 Es ist nämlich ein sogenanntes eolisches Haus, benannt nach den gleichnamigen Inseln, wo die Bauweise besonders beliebt ist. Die Bleibe der Herens sieht also eher aus wie ein Ferienhaus am Mittelmeer und im August 1990 gibt’s mit der Hitzewelle das passende Wetter direkt dazu. Als ein Mittags in ihrem Garten im Gras liegt und sich sonnt, ist sie allein zu Haus.

Eigentlich mag sie das nicht so. Früher hatte sie immer ihre Kinder aus ihrer ersten Ehe um sich oder den Trubel auf der Station, auf der sie als Altenpflegerin gearbeitet hat. Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann sind die drei gemeinsamen Kinder aber bei ihrem Papa in Schottland geblieben. Es herrscht jedoch kein böses Blut.

 Die Kinder sind einfach schon im jungen erwachsenen Alter und selbständig. Auch ihr zweiter Mann Peter hat drei Kinder mit in die Ehe gebracht. Eine große Patchworrunde, also die sich auch echt gut versteht. Einige der Kinder leben sogar für eine Weile in einer WG. Nichtsdestotrotz vermisst En natürlich sehr, aber das Leben in Darlingen gefällt der 44-jährigen eben auch gut.

Vor allem, wenn sie an einem freien Tag ganz in Ruhe im Bikini im Vorgarten die Sonne auf sich scheinen lassen kann. Den Vormittag hat in der Innenstadt von Darlington verbracht, um ein wenig shoppen zu gehen. Gegen 13 Uhr ist sie nach Hause zurückgekommen, um das Mittagessen vorzubereiten. Jemand Peter kommt in seiner Mittagspause nämlich immer heim, damit er und N gemeinsam essen können.

 Seine Arbeit ist nur ein Katzensprung vom Haus entfernt. Um ca. 13:45 Uhr ist Peter dann zurück zum Büro gefahren. En wollte sich ans Aufräumen machen und sich danach in ihrem Bikini in den Garten legen. Zwischen 14:30 Uhr und 15 Uhr ruft eine Freundin namens Sheila bei an. Die beiden Frauen plaudern ein wenig und ist bei bester Laune und Gesundheit.

 Am Abend wollen sie auf die Geburtstagsparty einer gemeinsamen Bekannten gehen. Sheila und En verabreden sich für den Abend und verabschieden sich voneinander. Sheila ist die letzte Person, die mit Ann Haren sprechen wird. Kurze Zeit später fährt eine weitere Freundin von N in einem Bus am Haus der Harens vorbei.

 Sie sieht N im Vorgarten, ein Bikini auf einer Sonnenligge. Eigentlich s sich immer im Garten hinter dem Haus, aber ein Landwirt in der Nähe macht an diesem Tag trotz der Hitze Feldarbeiten und wirbelt in der trockenen Luft einiges an Staub auf. Deshalb hat N ihre Sonnenliege kurzerhand vor das Haus gestellt, auch wenn man sie so von der Straße aus beobachten kann.

 Ebenfalls am Nachmittag fährt eine weitere Bekannte am Haus der Harens vorbei. Es ist eine der Töchter von Peter aus erster Ehe. Auch sie sieht die Sonnenliege ihrer Stiefmutter vor dem Haus stehen, allerdings leer. Die Haustür steht offen. Später sagt die Tochter von Peter, sie wünscht sich rückblickend, sie hätte angehalten und wäre zum Haus gegangen.

Hätte sie das getan, hätte sie die Leiche ihrer Stiefmutter gefunden. Doch dieses Trauma, so sagt sie, hätte sie in Kauf genommen, wenn das bedeutet hätte, dass ihrem Vater dieser Anblick erspart geblieben wäre. Aber so kommt es nicht. Gegen 18 Uhr kehrt Peter Haren von der Arbeit nach Hause zurück.

 Nach einem langen Arbeitstag in der Hitze freut er sich wahrscheinlich auf eine kalte Dusche und einen entspannten Abend mit seiner Frau. Doch stattdessen kommt alles anders. Auf den ersten Blick wirkt alles ganz normal. Das Radio läuft. Der Hund der Harens ist im Garten unterwegs. Das Tier wirkt entspannt, als Peter heimkommt.

Kein bisschen aufgeregt. Bücherstapel und eine Packung Zigaretten von ihr liegen herum. Doch etwas ganz entscheidendes ist absolut nicht so, wie es sein sollte, denn N liegt im Wohnzimmer, immer noch in ihrem Bikinioberteil, aber in einer riesigen Blutlache. Peter läuft sofort zum Telefon im Flur und ruft einen Rettungswagen.

 Dann ruft er noch jemanden an, seinen Vorgesetzten Paul Stiller. Die beiden sind nicht nur Kollegen, sondern auch enge Freunde. Peter bittet Paul zu ihm nach Hause zu kommen, damit er mit der Situation nicht allein ist. Paul ist schnell da, sogar noch vor den Rettungskräften und der Polizei. Die Polizei bringt den aufgelösten Peter Haron erstmal auf das Polizeirevier, damit die Spurensicherung ihre Arbeit machen kann.

Leider kann das Wichtigste nicht gefunden werden, eine Zartwaffe. Weder fehlt aus der Küche des Ehepaars ein Messer oder sonst ein spitzer Gegenstand aus dem Haus. Noch liegt etwas entsprechendes irgendwo auf dem Grundstück herum. Die Polizei geht ohnehin davon aus, dass etwas präziseres für die Tat verwendet wurde.

 Eine Rasierklinge oder ein Skalpell. Wer auch immer en umgebracht hat, hat die Mordwaffe also selbst mitgebracht und auch wieder mitgenommen. Das spricht zumindest für ein gewisses Maß an Planung. Diese Erkenntnis führt unmittelbar zur nächsten Schwierigkeit. Denn wer soll sein Interesse daran haben, Ann Haren tot zu sehen? N hatte keine dunklen Geheimnisse, keine Feindschaften.

 Im Gegenteil, sie wird als absolut liebevoll, freundlich und höflich beschrieben und zwar jedem gegenüber. Sie hat keine Abwehrverletzung, was für eine Überraschungstat spricht. Zwar wurde ihre Bikinihose heruntergezogen, es gibt jedoch keine Berichte über Spuren eines vollendetenalverbrechens, auch wenn so ein Motiv bei den Umständen nah liegt.

Der einzige Zeug in diesem Fall ist der Familienhund. Eigentlich ist der Vierbeiner recht aufbrausend. Bei fremden Leuten kann er schon mal ordentlich Alarm machen, aber selbst als Not in ihrem Haus liegt, bleibt der Hund ruhig. Die Ermittler glauben deshalb, dass der Täter schon mal bei den Harens zu Hause war und den Hund dementsprechend gekannt hat.

Schon früh sagt einer der Ermittler zu Enzmann Peter: “Wenn wir den Fall nicht direkt innerhalb von zwei Wochen lösen, wird das ein sehr langwieriger Job und der Ermittler soll recht behalten. Da es in diesem Fall keine direkten Nachbarn gibt, ist das Wichtigste für die Ermittler erst einmal den Ehemann eingehend zu befragen.

 Immerhin war auch er derjenige, der den Leichern von N gefunden hat. Peter schildert, die Haustür sei offen gewesen, als er nach Hause kam. Wahrscheinlich kam ihm das zuerst nicht mehr komisch vor. Bei dem Wetter war ihm sicher klar, dass End zwischen Haus und Garten hin und her zieht und dabei die Tür vielleicht mal offen lässt oder dass sie vielleicht mal versuchen wollte, etwas Luft ins Haus zu bekommen.

Vor dem Hintergrund des Mordes kann das alles aber auch noch eine ganz andere Bedeutung haben. Vielleicht hat Nen Mörder geöffnet und ihn vielleicht sogar ins Haus gebeten. Dazu kommt ja auch noch, dass der Hund der Harens kein bisschen aufgeregt wirkt, obwohl seine Besitzerin erstochen im Wohnzimmer liegt.

 Das spricht nicht gerade für einen heftigen Kampf im Haus oder eine längere Bedrohungssituation, sondern eher dafür, dass die Harens den Täter kennen und dieser Tat schnell und präzise ausgeführt hat. Zudem ist das Haus kein Stück verwüstet. Es wurde auch nichts gestohlen. Dem Täter scheint es einzig und allein um Ann gegangen zu sein. Die Polizei will jetzt also unbedingt herauskriegen, ob Anna am Tag ihrer Ermordung Besuch bekommen hat.

 Ihre Freundin am Telefon oder ihren Mann Peter hat sie jedenfalls nicht erzählt, dass irgendetwas geplant gewesen sei. Später am Abend wollte n zwar noch auf die Geburtstagsparty, aber dass jemand dafür von zu Hause abholt oder schon eher vorbeikommt, war nicht geplant. Auch aus der erweiterten Nachbarschaft hat niemand jemanden im Haus der Harens gesehen.

 Dafür ist aber mehreren Anwohnern ein Auto aufgefallen. Die meisten erzählen von einem blauen Opel Astra. Ein paar andere reden von einem Layen Sherper, einem Van. Der W soll einen Sticker mit einem Dreizack an der Seite gehabt haben und drei Männer hätten darin gesessen. In den allermeisten Berichten zu diesem Fall konzentriert man sich jedoch auf den Astra.

 In jedem Fall soll wohl ein unbekanntes blaues Auto in der Nachbarschaft rumgefahren sein. Genauer gesagt soll es mit hoher Geschwindigkeit die Auffahrt der Harens heruntergefahren sein. Um etwa 17:05 Uhr. Das war gut 55 Minuten bevor N von ihrem Mann Tod aufgefunden wurde. Diese Beobachtung ist deshalb so wichtig, weil die Auffahrt wirklich einzig und allein zum Haus der Harens führt.

 Es gibt keinen anderen Grund an dieser Stelle von der Straße abzufahren, als A sein Auto zu wenden oder b Ann und Peter zu besuchen. Ein anderer Zeuge will ein blaues Auto schon um 16:45 Uhr vor dem Haus gesehen haben, also 20 Minuten bevor es wieder wegfuhr. Vorausgesetzt, der Wagen ist derselbe. Das Problem ist eben, dass die Zeugen selbst die Beobachtung alle auch nur im Vorbeifahren aus ihren Autofenstern herausgemacht haben.

 Die Angaben sind dementsprechend schwierig, genau zu verifizieren. Das blaue Auto ist für die Polizei erstmal trotzdem die vielversprechendste Spur. Die Polizei kontaktiert ganze 3500 Halter von blauen Autos in der Umgebung. Zudem wird nach dem Wagen gefahndet. Aber all das bringt nichts. Die Ermordung von Ann sorgt damals für großes Aufsehen.

 Eine ganz normale Hausfrau ermordet am helligsten Tag in ihrem eigenen Haus in einer gutbürgerlichen Gegend. Und das ist natürlich eine riesige Sache. Die mediale Aufmerksamkeit ist Fluch und Segen zugleich. Die Reichweite, die dem Fall zu Teil wird, ist für die Zeugenaufrufe natürlich gold wert. Aber wie in jedem Land gibt es eben auch in England eine blühende Boulevardpresse und die hat es ganz besonders auf S Privatleben abgesehen.

 Genauer gesagt auf ihren Ehemann Peter. Ein Stück weit ist das ja auch logisch. Bei solchen Mordfällen sind die nahstehendsten Personen oft ganz weit oben auf der Verdächtigen Liste und die Statistiken geben dem auch recht. Wird eine Frau in England ermordet, ist der Täter leider zumeist im engsten Umfeld zu finden. Im Fall Anon ist die Stimmung gegen ihren Mann Peter aber direkt erdrückt.

 Vor allem als eine Woche nach ihrer Ermordung rauskommt, wie sich der frisch gebackene Witwer so die Zeit vertreibt in einem Wellness B zusammen mit einer 20 Jahre jüngeren Barkeeperin. Ja, jeder geht mit Trauer andersrum, aber ich denke, man kann schon sagen, dass dieser Ausflug für das Image des 55-jährigen nicht gerade zuträglich ist, zumal sich herausstellt, dass zwischen Peter und der Barkeeperin wohl schon vorher etwas lief.

 Laut Aussagen der beiden nur zweimal. Denkt euch das nur in dicken Anführungszeichen, denn Seitensprung bleibt eben Seitensprung. Und mit dem Bekannt werden von eben diesem ändert sich die öffentliche Meinung zu Peter. Wo Leute ihm vorher Ermittleit und Solidarität entgegengebracht haben, ist jetzt offenes Misstrau. Allerdings können Peters Arbeitskollegen bestätigen, dass er am Nachmittag von Ermordung bei der Arbeit gewesen ist.

Peter selbst erzählt der Polizei, dass er um 16 Uhr ein Meeting bei Cleveland Bridge verlassen hab. Das ist zwar nur eine Meile von seinem Haus und Tatort entfernt, allerdings sei er nach dem Meeting bei Cleveland Bridge noch mal zurück ins Büro gefahren. Er hat nicht die kürzeste Strecke genommen, sondern ist über die Ortschaften Crofton Tees und Middleton St. George gefahren.

 Er sei dann noch kurz im Büro geblieben und habe sich so auf den Weg gemacht, dass er um 18 Uhr wieder zu Hause ankam. Es klingt zwar alles etwas schwammig, aber das Meeting bei Cleveland Bridge gab es auf jeden Fall und Peter war danach auch definitiv noch mal in seiner Firma. Dabei ist den Kollegen jeweils absolut nichts aufgefallen oder komisch vorgekommen.

 Peter habe ganz normal gewirkt. Und dann ist da eben noch die Spur mit dem blauen Auto, die die Polizei für so vielversprechend hält. Einige Tage nach dem Mord wollen außerdem zwei von Peters Töchtern ein blaues Auto in der Nähe des Hauses gesehen haben. Die beiden haben nach der Spurensicherung das Saubermachen des Hauses für ihren Vater übernommen.

 Als die beiden einmal aus dem Fenster schauten, wollen sie einen blauen PKW gegenüber der Auffahrt stehen gesehen haben, direkt an der Hauptstraße. Am Steuer habe ein Mann gesessen, der in Richtung des Hauses starrte. Eine der Töchter hat sofort den Notruf gewählt und ist danach auf das Auto zugegangen. Das Fenster war heruntergekurbelt, also hat sie den Mann zur Rede gestellt und gefragt, was er da machen würde.

 Der Fahrer soll daraufhin gesagt haben: Kerl hat mein Leben ruiniert. Später erfährt die Tochter, wer dieser Autofahrer gewesen ist, der Ehemann der Frau mit der Peter in Affäre hatte. Das bestätigt auch die Frau selbst später. Für die Polizei ist der Mann allerdings nie ein Verdächtiger und auch sonst kann die Polizei zunächst niemanden ausfindig machen, der den Mord an N begangen haben könnte.

 Deshalb wird der Fall erst einmal kalt. Aber schon einige Zeit später gibt es einen entscheidenden Hinweis. Zwei Jahre nach dem Mod an Enheren wird der Zartort zum Verkauf angeboten. Das Haus ist bereit für einen Neuanfang. Genau wie der Witwer der ermordeten Ann. Im Januar 1993 zieht Peter nach Schottland und heiratet dort erneut. Seine neue Ehefrau, die ebenfalls schon verwittw ist, hat er über die Arbeit kennengelernt.

Allerdings wert die Ruhe in der Ideille der Highlands nicht lange, denn im Oktober 1994 bekommt Peter Haren Post. Der Absender ist jemand, der sich Killer nennt. Die Regionalzeitung The Northern Echo erhält ebenfalls seltsame Briefe von einer Person, die behauptet Mörder zu sein. Genau wie die zuständige Polizeidienststelle.

Entweder da erlaubt sich jemand einen denkbar geschmacklosen Scherz oder der Mörder höchstpönlich nimmt Kontakt auf. Die Briefe gehen allamt in einer Zeitspanne von 8 Tagen ein und sind mit einem Briefstempel aus Darlington versehen. Der Absender hält sich also in jedem Fall noch immer in der Region auf, in der Annon ermordet wurde.

 Ich lese euch den Brief an die Zeitung im folgenden einmal vor. Hallo lieber Herr Redakteur, ich bin es Ann Har. Ich bin aus der Gegend. Ich habe es so sehr genossen. Ich liebe es Leuten weh zu tun, physisch und mental. Ich habe den Basten in Park ein paar Zeilen geschrieben und habe Mr. Pizza Herriefe geschickt, in denen ich mich erkläre.

Ich schulde niemanden irgendwelche Entschuldigung. Ihre Leserschaft wird viel zu besprechen haben. Unterzeichnet der Killer. Ob diese Briefe wirklich von Mörder kamen, ist unklar, aber die Ermittler halten es für durchaus denkbar. Leider kann der Absender nie ausfindig gemacht werden. Der genaue Inhalt der Briefe an Peter und an die Polizeistation ist nicht bekannt.

 Und auch nicht, ob es nach 1994 noch weitere dieser gruseligen Briefe gegeben hat. Peter sagt 1995 in einem Interview: “Ich glaube nicht, dass der Mörder von N jemand ist, der andauernd solche schrecklichen Taten begeht. Ich glaube, es war ein ganz normaler Mensch, der N aus irgendeinem Grund töten musste. Der Fall wird abermals kalt.

 7 Jahre nach dem Mod an NH wird noch mal eine neue Belohnung ausgesetzt. 10 000 Pfund. Ein entscheidender Hinweis geht trotzdem nicht ein. Obwohl der Fall Haronen in Vergessenheit zu geraten scheint, gehen die Ermittlung im Hintergrund weiter, unbemerkt von der Öffentlichkeit und auch unbemerkt von ihren Hinterbliebenen, bis es 15 Jahre nach Entermordung zu einer riesigen Wende kommt.

Im November 2005 ist Peter Harron mittlerweile 70 Jahre alt. Im November 2005 wird er außerdem verhaftet wegen des mutmaßlichen Mordes an seiner eigenen Ehefrau Ann Haren. Direkt wird er für 10 Stunden am Stück befragt. Peter selbst besteht darauf das ohne einen Anwalt zu machen, obwohl er natürlich das Recht auf juristischen Beistand hätte.

 Aber er behart darauf, keinen Anwalt zu brauchen. Immerhin habe er nichts verbrochen. Die Polizei sieht das aber anders, denn sie beißt sich noch immer am Alibi von Peter Haron die Zähne aus. Es gibt rund um das Meeting an diesem Tag verschiedene zeitliche Angaben, die zwar nur kleine Unterschiede aufweisen, aber in so einem Fall kann auch eine Differenz von ein paar Minuten alles durcheinander bringen.

 Leider gibt es keine Berichte dazu, welche zeitlichen Angaben die Leute bei Cleveland Bridge gemacht haben, wo Peter zum Meeting eingeladen war. Bekannt ist nur, dass bei Aussagen von Zeugen und Peter selbst irgendetwas nicht passt. Ein Zeugel will Peter nämlich gegen 15:15 auf dem Weg Richtung seines Zuhauses gesehen haben. Dabei soll er mit auffallend hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein.

Ursprünglich hat Peter dafür auch eine Begründung, nämlich sein Meeting, das an diesem Tag ja in der Nähe seines Zuhauses stattfand. Er berichtet, dass der Termin um 15:15 Uhr war. Das Problem bei dieser Aussage, die gleichzeitig auch Alibi für den Tatzeitraum ist, bleiben er und seine Familie nicht konsistent.

Seine Tochter erzählt nämlich in einem Interview, das Meeting habe um 15:45 Uhr begonnen, also eine halbe Stunde später als zunächst von Peter angegeben. Zudem erzählt sie, das Meeting habe insgesamt nur eine halbe Stunde gedauert. Dementsprechend wäre es um 16:15 Uhr vorbei gewesen. Peter sagt jedoch, das Treffen habe bis 16:30 Uhr gedauert.

Unabhängig davon, wie lange das Meeting jetzt gedauert hat, geht eine Sache trotzdem nicht auf. Ein weiterer Zeuge will Peter um 15:45 Uhr in seinem Auto in einem Kreisverkehr gesehen haben. Und da hätte er ja sowohl laut seiner als auch laut der Aussage seiner Tochter definitiv schon im Meeting gesessen. Insgesamt gibt es wohl drei Zeugen, die Peter in ungefähr diesem Zeitraum mit Höchstgeschwindigkeit Richtung seines Zuhauses fahren gesehen haben.

Allerdings kann man aus Peters Sicht argumentieren, dass die Beschreibung des Autos leicht abwichen. Ein Zeuge berichtet von einem weißen Auto, einer von einem silberfarbenen, einer etwas unkonkreter von einem hellenwagen. Trotzdem hält die Polizei das Alibi von Peter für wackelig, zumal es komisch wirkt, dass er ausgerechnet an diesem Tag eine extra lange Route zurück zu seinem Büro gefahren sein will, durch die er auf dem Rückweg von Meeting nicht an seinem und Haus vorbeigekommen wäre.

Er begründet das damit, dass die Frau, mit der er eine Affäre hatte, wohl öfter in der Gegend mit ihrem Hund unterwegs war. Also habe er den Umweg in der Hoffnung eingelegt, sie spontan zu treffen. Dazu sei es aber nicht gekommen, sodass Peter gegen 17 Uhr wieder im Büro gewesen sei. Die Polizei ist aber der Auffassung, dass er während der Zeit für den vermeintlichen Umweg auch den Mord an N hätte begehen können.

Und dann ist da noch eine Info, die der Öffentlichkeit bis vor ein paar Jahren nicht mitgezahlt wurde. Nur die Angehörigen wurden informiert. Auf Leichnam wurde nämlich eine winzige DNA Spur entdeckt. genauer gesagt in ihrem Leichner, nämlich in ihrem Hals. Allerdings kommt die DNA nicht einfach von einer Hautschuppe oder einem kleinen Haar, sondern von einem Tropfen Sperme, der an dieser Stelle gesichert wurde.

Unmittelbar nach dem Mord war die Technologie noch nicht ausgereift genug, um das DNA Profil zu rekonstruieren. Das ist erst 15 Jahre später möglich. Und jetzt stellt sich heraus, dass diese DNA zu Ensehemann Peter Haren gehört. Allerdings wurde die DNA nicht in der Stichwunde gefunden, sondern in Hals bzw. in ihrem Rachen.

 Und die Spur war mikroskopisch klein. Dementsprechend kann Peter auch hier gegen argumentieren. Immerhin waren die beiden verheiratet. Die DNA kann also auch im Einvernehmen dorthingekommen sein, zumal die Spur ganz klein war und sich die beiden morgens und mittags gesehen haben. Weiterin sagen Kollegen aus dem Büro und vom Ort des Meetings übereinstimmt aus, dass Peter den ganzen Tag dieselbe Kleidung getragen habe.

 Auf seiner hellen Stoffhose oder seinem weißen Hemd hätte man wahrscheinlich auch den kleinsten Blutfleck bemerkt, aber da war eben nichts. Nach 8 Tagen Untersuchungshaft wird Peter Haron auf Kaution freigelassen. Am 8. Februar 2006 wird bekannt gegeben, dass die Anklage gegen Peter Haren fallen gelassen wird.

 Die Ermittlung gegen ihn werden auch komplett eingestellt. Die Indizien haben nicht ausgereicht, um einen begründeten Tatverdacht herauszustellen. Einige Jahre später kommt zudem eine Privatdetektivin auf die Harens zu. Sie glaubt, den Fall lösen zu können und stellt nach mehr als 20 Jahren eine neue Theorie und einen neuen Verdächtigen vor.

Die Privatermittlerin Jen Jvy ist ganz sicher eine entscheidende Spur in dem Fall gefunden zu haben, die die Polizei noch nicht ausreichend überprüft hat. Sie ist der Meinung ein Mann namens Michael Benson stünde mit dem Mord an Nen Verbindung. JV glaubt, dass Benson der Fahrer des blauen Autos gewesen ist, das vor Haus gesehen wurde.

 Ein Jahr vor Ermordung, also 1989, war Michael Benson aus dem Gefängnis ausgebrochen und seither auf der Flucht. Ursprünglich saß er eine lebenslange Haftstrafe wegen versuchten Mordes ab. Die Theorie von Jen Jy passt zwar irgendwie, basiert aber auf vielen Eventualitäten. Trotzdem erzähle ich euch jetzt mal davon. Zwei Wochen vor Endermordung ist es im nahgelegenen Durhem zu einem schlimmen Übergriff gekommen, nämlich am 18.

 Juli 1990. Zwei Frauen sind auf einem kleinen Weg am Ufer des Flusses ware spazieren, als sie auf einmal von einem Mann angegriffen werden. Er hat ein Messer bei sich und bedroht die Frauen und fasst sie an. Die beiden Frauen sind körperlich unverletzt geblieben und haben das direkt angezeigt. Auf ihren Angaben basieren konnte ein Phantombild gemacht werden.

 Und das sieht Michael Benson wohl ziemlich ähnlich. Wo Benson sich nach seiner Flucht aus dem Gefängnis genau aufgehalten hat, weiß man logischerweise nicht, aber er soll wohl Verbindung in die Gegend rund um Durhem gehabt haben. Expertin Jen J sieht in der Tat Parallelen zu früheren Verbrechen von Benson und kann sich deshalb gut vorstellen, dass er der Täter ist und dass eben der Mann, der die beiden Frauen mit einem Messer bedroht hat, am 3.

 August auch Anon angegriffen und tödlich verletzt hat. Ihr merkt schon viel was wäre wenn. Ein bisschen konkreter ist ein anderer Punkt, nämlich die Handschrift der Briefe, die der angebliche Mörder von an ihren Witw, die Polizei und eine Zeitung geschickt hat. Diese Briefe wurden der Exfrau von Michael Benson vorgelegt. Leider aber nicht in den 90ern durch die Ermittler, sondern erst 2022 von der Boulevard Zeitung Sun.

Allerdings soll die Ex von Michael Benson bestätigt haben, dass das auf den Briefen des mutmaßlichen Mörders von Annels Handschrift sei. Nach der Berichterstattung rund um den Verdacht der Privatermittlerin meldet sich ein Zeuge bei Miss Jarvy. Es handelt sich um einen Mann, der angibt einige Zeit mit Michael Benson im Gefängnis gesessen zu haben.

 Ihm gegenüber soll er gestanden haben, in Darlingen eine Frau ermordet zu haben. Michael habe erzählt, er sei durch den Ort gefahren und habe nach einem Hausausschau gehalten, dass er ausrauben könnte. Er habe in einem Haushalt gemacht, wo er auf eine Frau getroffen sei. Die habe er, so der Wortlaut, kalt gemacht und sei dann wieder abgehauen.

Auch wenn die Privatermittlerin und die Familie von Peter Haron sehr an der Michael Benson Theorie festhalten, sieht die Polizei keine Anhaltspunkte dafür, dass Benson der Mörder von Ann ist, nicht einmal dafür, dass er zum Zeitpunkt ihrer Ermordung der Nähe von Darlington war. Die Polizei gibt an, viel mehr Anhaltspunkte dafür zu haben, dass er sich in diesem Zeitraum ins Ausland abgesetzt hat.

 Leider ist Michael Benson schon 2011 verstorben. Er kann somit keine Stellung mehr zu den Vorwürfen der Privatermittlerin beziehen. Die Polizei hat den Verdacht gegen Peter Haron wohl noch immer nicht adakter gelegt, aber wie die gescheiterte Verhaftung Mitte der 2000er zeigt, gibt es eben auch nicht genügend Beweise gegen ihn.

 Es soll im Laufe der Jahre auch weitere Verdächtige gegeben haben. Namen oder mögliche Motive werden aber nicht genannt. Der Mord an Haren bleibt ein Rätsel, dass man wohl nur noch lösen können wird, wenn ein Tatbeteiligter sein Gewissen erleichtern möchte. Online wird nämlich viel über eine Komplizenschaft diskutiert. Man scheint sich einig zu sein, dass Peter Haronen den Mord an seiner Frau nicht unmittelbar begangen hat.

 Stattdessen glauben aber viele an die Möglichkeit, dass er den Mord an beauftragt haben könnte. fragt sich nur noch immer, warum. Diese Frage bereitet nicht nur den Ermittlern Kopf zerbrechen, sondern natürlich auch s Freunden und Familie, denn eigentlich sind sich alle einig, dass es einfach keinen Grund geben kann, N töten zu wollen.

 Selbst wenn Peter aufgrund seiner Affäre vielleicht die Scheidung wollte, niemand glaubt, dass er es je hätte für nötig halten können, N stattdessen umbringen zu lassen. Sicherlich wäre N traurig gewesen. Sie war glücklich mit Peter und hat soweit es bekannt ist, nichts von der Affäre geahnt. Aber sie hat auch ihre drei Kinder in Schottland vermisst.

 Im Falle einer Trennung hätte sie jederzeit dorthin zurückkehren können und hätte sich bei aller Tragik irgendwo auch gefreut, wieder näher an ihren Kindern zu sein. Es wurden auch nie Beweise dafür gefunden, dass Peter ein Mord an seiner Frauen Auftrag gegeben hätte. Keine merkwürdigen Kontakte zu zwielichtigen Leuten, keine verdächtigen Treffen und keine besonderen Abhebung von Bargeld.

 Stattdessen bleibt das Verbrechen ein Mysterium. Was ist denn eure Theorie zu dem Fall? Glaubt ihr, dass Peter irgendwie doch mit drin hängt oder glaubt ihr an einen Zufallstäter? Ich bin sehr gespannt von euch zu lesen. Gleichzeitig könnt ihr den Kanal so auch ganz nebenbei unterstützen, worüber ich mich natürlich total freuen würde.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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