Der Amerikaner verlachte die alte deutsche Steinmetztechnik – bis sein Lastwagen über den Bogen fuhr
Unter der Brücke der Merals ist ein Zeichen in den Stein geschlagen. Man sieht es nur, wenn man in den Bach steigt und nach oben schaut. Ein Winkel und quer darüber ein Strich. Donna Mary ist 40 Jahre alt und baut Kartoffeln an, ein paar Meilen vor Holton im Norden von Main. Es ist der Herbst, 1990. Ein Foto vom Bau der Brücke gibt es nicht.
Es gibt nur die Geschichte, so wie sein Großvater Asa ihm erzählt hat. Sie beginnt mit einer Brücke, die eines Morgens nicht mehr da war. Im September 1945 regnete es vier Tage lang. Am fünften Morgen stand Arell am Bach und sah auf sechs Pfehle und zwei Sockel aus Stein. Mehr war von seiner Holzbrücke nicht übrig. Drüben lagen seine großen Felder.
Die Kartoffeln steckten in der Erde. Hüben in den Hang gebaut lag das Lagerhaus, in das sie gehörten. [räuspern] Dazwischen 3 m schnelles dunkles Wasser. Den ersten leichten Frost hatte es schon gegeben. Ende Oktober kam der Tiefe. Und Kartoffeln, die dann im Boden sind, kauft niemand mehr. Asa war 55. Es war nicht seine erste Brücke.
Die erste hatte der Bach 1936 geholt. Er hatte eine neue gebaut, stärker und teurer. Jetzt war auch die fort. Zweimal hatte er bezahlt und zweimal hatte er sein Holz im Bach gesucht. Er fuhr nach Hon zum Holzhändler. Bretter und Zement waren kaum zu bekommen. Der Händler schrieb seinen Namen in ein Heft. Vier Wochen sagte er, vielleicht sechs.
Unterhalb der Brücke gab es eine Furt aus Kies. Asa versuchte es am nächsten Tag mit dem Lastwagen. Leer kam er hinüber. Auf dem Rückweg mit 20 Fässern von vor dem Regen, sackten mitten im Bach die Hinterräder ein. Zwei Pferde vom Nachbarn zogen ihn heraus. Mit halber Last wäre er bis in den Schnee gefahren.
Am Morgen darauf kamen wie jeden Tag die fünf Deutschen aus dem Lager in grauem Arbeitszeug mit den aufgemalten Buchstaben der Kriegsgefangenen. Seit zwei Wochen lasen sie bei Asa Kartoffeln. Ihr Wachsoldat hieß Lucian Dig. Dicke Brille, das Gewehr über der Schulter. Er sprach kein Deutsch. erzählte die Männer und Asa schickte sie auf das Feld hinter der Scheune.
Der Weg führte am Bach entlang. Einer der fünf blieb dort einen Augenblick länger stehen, als er durfte. Er hieß Kilian Achaz, 29 Jahre alt aus Miltenberg am Main. Er war Steinmetz. Die Pfehle beachtete er nicht. Sein Blick ging zu den Ufern. An dieser Stelle trat auf beiden Seiten der Felszutage, grau und hart in flachen Platten.
In Miltenberg wird seit dem Mittelalter roter Sandstein gebrochen. Kilian hatte in dieser Stadt gelernt, wie man Stein schlägt und setzt. Dann wurde er eingezogen zum Heer als einfacher Soldat. Im August 1944 ergab sich die eingeschlossene Besatzung von Sama Law an der französischen Küste. Mehr als 10000 Männer gingen in Gefangenschaft.
Einer von ihnen war Kilian Ahatz. Die Frachter der Armee brachten Nachschub nach Europa und hatten auf der Heimfahrt Platz. Also nahmen sie gefangene mit. Kelian kam über den Atlantik und dann im Zug nach Norden bis fast an die kanadische Grenze. Das Lager Holton war im Oktober 1944 eröffnet worden.
Man brauchte die Gefangenen, weil auf den Kartoffelfeldern und in den Wäldern die Arbeiter fehlten. Kilian kam im Winter. Im Frühjahr hatte er Kartoffeln gelegt, jetzt laß er sie auf für etwa einen Dollar am Tag ausgezahlt in Gutscheinen für den Laden im Lager. Von zu Hause hatte er seit dem Sommer seiner Gefangennamme nichts gehört.
Die Post der Gefangenen ging durch die Zensur und brauchte oft Monate. Mittags aßen die fünf am Rand des Feldes. Ein alter Mann setzte sich zu ihnen. Josiah Mary 77 Asers Vater. Kurzer weißer Bart, krumme Hände. Er wohnte im kleinen Haus neben dem Hof und aß sonst am Tisch seines Sohnes. Er saß auf einem Stein, und der Stein gehörte zu einem langen Haufen am Feldrand.
Josaja hatte ihn selbst aufgeschichtet in 50 Jahren, Stück für Stück aus dem Acker. Kilian sah den Haufen an. Dann sah er Dube an, zeigte auf den Wegrand und hob die leeren Hände. Dube nickte. Am Weg lag nasser Sand vom Hochwasser. Kilian schob ihn zu einem kleinen Buckel zusammen. Aus dem Haufen suchte er flache Splitter, keiner größer als ein Daumen.
Er legte sie über den Sand, von beiden Seiten zur Mitte hin, jeden ein wenig schräg. Den letzten drückte er oben in die Lücke. Dann kratzte er mit dem Finger den Sand darunter heraus. Der kleine Bogen stand frei, eine Handspanne weit. Kilian drückte mit der flachen Hand darauf. Dann stellte er den Absatz darauf mit seinem ganzen Gewicht. Josaja beugte sich vor.
Ich habe den Sockel von der Scheune dort gehauen”, sagte er vor 50 Jahren. Gerade Steine, einer auf dem anderen. So etwas habe ich nie gekonnt. Kilian hatte im Lager etwas Englisch gelernt. “Für Stein, Holz und Zahlen reichte es.” “Eine Brücke”, sagte er und zeigte zum Bach. “Aus diesen Steinen, 3 m, das geht.
” Jos stand auf und holte seinen Sohn. Asa kam vom Lagerhaus herüber, die Hände voll Erde. Er sah auf das Ding im Sand. Kilian stellte noch einmal den Absatz darauf. Asa lachte. Es war kein böses Lachen. Stein ohne Eisen, ohne Zement, sagte er. Und darüber mein Lastwagen. Aufgeschichtete Steine fallen um, Vater. Das weiß jeder, der einmal eine Mauer gesehen hat.
Gerade Steine fallen sagte Kielian langsam. Diese nicht. Jeder ist ein Keil. Sie drücken gegeneinander. Sie können nirgends hin. Du liest Kartoffeln, sagte Asa. Dafür zahle ich. Am nächsten Morgen spannte Josiah an und fuhr nach Holton, ohne seinem Sohn ein Wort zu sagen. Er fuhr zum Lager. Zwei Tage später hielt ein Wagen der Armee am Bach.
Captain Norman Haynes stieg aus, Jahre alt, im Lager, zuständig für die Arbeit der Gefangenen. Ihr Vater sagt, sie brauchen eine Brücke, Mr. Maryell. Mein Vater sagt viel. Die Männer sind für ihre Ernte hier. Ohne Brücke haben sie keine Ernte. Und ich habe fünf Mann, die am Ufer stehen. In diesem Jahr haben Gefangene aus unserem Lager schon einmal eine Brücke über einen Bach gebaut.
Asa sah seinen Vater an, dann den Bach, Bretter in sechs Wochen, tiefer Frost in fünf. Und wenn der Haufen einstürzt, dann lesen sie wieder Kartoffeln, aber auf einer anderen Farm, sagte Hayes. Zehn Arbeitstage, nicht mehr. Der Posten bleibt dabei. Das Werkzeug stellen Sie. Es wird morgens und abends gezählt.
Fehlt ein Stück, ist am selben Tag Schluss. An diesem Abend sagte Asa seinem Vater, was er davon hielt, dass ein alter Mann hinter seinem Rücken zur Armee gefahren war. Josajah hörte zu und ging hinüber in sein Haus. Von da an sprach Asa nicht mehr mit ihm. Der Alte kam nicht mehr an den Tisch. Er aß allein.
Werkzeug besaß Kielian keines. Ein Gefangener besitzt nichts, was schneidet oder sticht. Von der Farm kamen ein kurzer, schwerer Eisenhammer, ein Brecheisen, Schaufeln, eine Säge und der Winkel des Zimmermanns. Josiah brachte aus seinem Schuppen zwei Spitzeisen und ein flaches Schlageisen. Sie waren stumpf. Er fuhr mit ihnen zu Elbridge Pratt, dem Schmied in Halden, Jahre alt.
Pratt richtete die Spitzen, härtete sie und machte aus einer alten Wagenfeder zwei Spitzeisen dazu. Josiah bezahlte aus der eigenen Tasche und an zwei Abenden dreckschelte Josajiah aus Ahhorn einen Knüpfel, den runden Holzhammer der Steinmetze. Als Kilian den Knüpfel zum ersten Mal in der Hand wog, dachte er an einen anderen alten Mann.
Burkard Achaz, sein Vater 69 Steinmetz in Miltenberg mit einer Werkstatt nahe am Main. Bei ihm hatte Kilian gelernt. Die Mutter war seit 7 Jahren tot. Ob der Vater lebte, wusste er nicht. Abends kam alles in eine Kiste in der Scheune. Du bezählte jedes Stück und machte den Deckel selbst zu.
Die ersten zwei Tage gehörten den Ufern. Die fünf räumten Erde und Geröll weg, bis auf beiden Seiten der Blanke Fels lag. Darauf setzten sie die größten Steine der alten Brücke, flach und breit, die obere Fläche schräg zum Bach geneigt. Das ist das Wiederlager. Ein Bogen drückt nicht nur nach unten, er schiebt zur Seite und ein flacher Bogen schiebt stark.
Gib das Ufer nach. Fällt alles. In der Scheune lagen Bretter aus Fichte, sauber gestapelt seit sechs Jahren. Josh hatte sie für das Dach seines eigenen Schuppens zurückgelegt. Er ließ sie zum Bach tragen. Auf dem Boden der Scheune legte Kielian einige davon nebeneinander. Mit einer Schnur und einem Nagel zog er darauf den Bogen in voller Größe.
3 m weit 90 cm hoch in der Mitte. Dann schnitt er aus einem dünnen Brett die Form eines einzigen Steins. Oben breiter, unten schmaler, ein Keil. Nach diesem Brett wurde jeder Stein gehauen. Zwei Männer bauten nach der Zeichnung das Leergerüst, ein niedriger halber Mond aus Brettern und Latten im Bachbett auf Fichtenstämme gestellt.
[seufzt] Unter jedem Stamm saß ein paar Keile aus Hartholz. Auf diesem Gerüst sollte der Stein liegen, bis er sich selbst trug. Kilian schlug Steine sechs Tage lang. Er suchte jeden einzelnen aus, vom Haufen, am Feld und von den Resten der alten Brücke. Morgens lag reif auf dem Kartoffelkraut. Asa kam jeden Mittag, zählte die fertigen Steine und ging wortlos.
Das Grobe schlugen zwei der Männer vor mit Spitzeisen und Eisenhammer, bis die Form da war. Dann die beiden Flächen, mit denen ein Stein an seinem Nachbarn liegt. Die schlug er glatt, mit dem flachen Eisen und dem Knüpfel und hielt immer wieder das Brett daran. Nur diese zwei Flächen. Die Seite nach außen blieb roh.
Am Abend des achten Tages zählte Dube die Eisen. Hammer, Knüpfel, Schlageisen, Spitzeisen. 1 2 3. Er zählte noch einmal. Drei. Der Lastwagen aus dem Lager stand schon am Hof und hubte. Keiner steigt auf”, sagte Dube. Heute morgen waren es vier. Jeder wußte, was das hieß. Ein fehlendes Eisen stand am Abend in einem Bericht.
Dann war am Bach Schluss. Die fünf kamen auf eine andere Farm. Und der Mann, der zuletzt damit gearbeitet hatte, kam vor den Captain. Kelian hob beide Hände, damit Dube sie sah. Dann kniete er sich in die Splitter. Sie lagen knöcheltief um den Hauklotz. Er schob sie mit den Handflächen auseinander. Josh ging neben ihm in die Knie langsam und suchte mit.
Das Eisen lag unter dem letzten Stein des Tages, grau wie die Splitter. Kilian reichte es Dube mit der stumpfen Seite voran. Dube legte es in die Kiste, schloss den Deckel und schrieb nichts auf. Am neunten Tag setzten sie von beiden Ufern zugleich. Links ein Stein, rechts ein Stein, immer gleich hoch. Wer eine Seite schneller hochzieht, verdreht das Gerüst.
Sechs Reihen nebeneinander, damit die Fahrbahn breit genug wurde für einen Lastwagen. Kein Mörtel. Wo eine Fuge nicht satt schloß, trieb Kilian einen dünnen Splitter hinein. Am zehnten Morgen fehlte in der Mitte jeder Reihe einziger Stein, der Schlussstein. Kilian hatte die sechs zuletzt gehauen, jeden eine Spur zu breit.
Einen davon hielt er Asa hin. Darf ich? Nur unten. A nickte. Kelian nahm ihn auf den Hauklotz. In die untere Fläche, die später zum Wasser zeigen würde, schlug er mit dem Spitzeisen ein Zeichen, einen Winkel und quer darüber einen Strich. Nicht größer als ein Handteller. Asa sah ihm zu. Was ist das? Ein Steinmetzzeichen.
Bei uns hat jeder eines. Früher hat man danach den Lohn abgerechnet. Dann ist das deins. Nein, meines hat einen Strich mehr. Das hier ist das von meinem Vater. Der hat es mir beigebracht. Warum nicht dein eigenes? Kilian bließ den Staub aus den Rillen. Vielleicht lebt er nicht mehr. Ein Jahr kein Brief. Asa sagte nichts mehr.
Dreßig Schritte weiter saß sein eigener Vater auf einem Faß, dann kamen die Schlusssteine. Kelian setzte sie von oben in die Lücken und trieb sie mit dem Knüpfel hinunter, Schlag um Schlag, bis sie saßen. Mit jedem Schlag presen sich die Steine links und rechts fester aneinander. Ein Schlussstein trägt nicht mehr als die anderen.
Aber erst mit ihm ist der Bogen geschlossen. Bis zum frühen Nachmittag mauerten die Männer die Seiten auf. Den Rücken des Bogens füllten sie mit Bruch und Kies, Schicht um Schicht gestampft, bis die Fahrbahn eben mit dem Weg war. Dube sah auf die Uhr. Um 5 Uhr kommt der Lastwagen. Jetzt musste das Gerüst heraus.
Kilian stieg mit einem zweiten Mann ins Bachbett. Jeder an ein Ende. Du bestellte sich so, daß er beide sah. Wenn das Holz draußen ist und es fällt, sagte Asa von oben, dann fällt es auf dich. Darum mache ich es selbst. Sie lösten die Keile nicht mit einem Schlag. Ein leichter Schlag hier, ein leichter drüben, immer beide Enden zugleich.
Das Gerüst sank um die Dicke eines Fingers. Im Bogen knirschte es. Ein Splitter sprang aus einer Fuge und fiel ins Wasser. Feiner Staub rieselte herunter. “Da!”, rief Asa. “Er bricht.” “Er setzt sich”, sagte Kilian. “Das muss er. Die Fugen gehen zu.” Noch ein Schlag. Noch einer. Zwischen Holz und Stein erschien ein Spalt, schmal wie eine Messerklinge.
Dann zwei Finger breit, dann eine Hand. Das Gerüst stand frei im Bach. Über ihm hing der Stein und nichts trug ihn außer seiner eigenen Form. A ging zum Hof. Als er wiederkam, saß er am Steuer. Auf der Pritsche standen 20 Fässer aus dem Lagerhaus, voll bis zum Rand. Ein Fass Kartoffeln wiegt 165 amerikanische Pfund.
20 davon wiegen anderthalb Tonnen. Den Wagen nicht gerechnet. Leer beweist nichts, sagte er durch das Fenster. Vor der Brücke hielt er an. Mitten auf dem Bogen stand Josiah auf seinen Stock gestützt. Geh darunter, Vater. Es waren die ersten Worte seit zwei Wochen. Ich habe für das Ding schon bezahlt, sagte Josiah. Mit meinem Dach. Jetzt fahr.
Er ging hinüber auf die andere Seite und wartete dort. Kilian stand am Ufer neben Dube, die Hände still an den Seiten. Brach der Bogen jetzt, dann war es nicht der Bach gewesen und nicht der Farmer, dann war es der Deutsche gewesen. Asa legte den Gang ein, die Vorderräder rollten auf den Kies der Fahrbahn, dann die Hinterräder mit der ganzen Last.
Der Wagen war jetzt mitten über dem Wasser. Kilian sah nur auf die Wiederlager. Dort zeigt es sich zuerst. Die Uferplatten lagen, wie sie gelegen hatten. Aus den Fugen kam kein Staub. Asa fuhr hinüber, wendete auf dem Feld und kam zurück. Mitten auf dem Bogen hielt er an und stellte den Motor ab. Er stieg aus.
Dann ging er zu Kilian ans Ufer und streckte die Hand aus. “Ich habe gelacht”, sagte er. Zweimal habe ich für Holz bezahlt und zweimal hat es der Bach geholt. Und dann lache ich über den Mann, der es richtig macht. Kielian nahm die Hand. Einem Gefangenen glaubt man nicht. Das ist so. Mein Vater hatte auch kein sagte Asa. Er hat es trotzdem getan.
Er ging zu Josaja hinüber. Er sagte es so laut, daß alle am Ufer es hörten. Dein Dach decke ich dir im Frühjahr mit neuen Brettern und heute Abend bist du bei uns. Josaja nickte nur, aber er legte seinem Sohn die Hand auf den Arm und ließ sie dort, bis sie am Wagen waren. Um 5 Uhr kam der Lastwagen aus dem Lager.
Du zählte die Eisen. Vier und eines erzählte die Männer. F. Vom nächsten Tag an lasen die fünf wieder Kartoffeln jetzt auf den Feldern drüben. So war es abgemacht. Der Lastwagen fuhr zehn mal am Tag über den Bogen, jedes Mal mit 20 Fässern. Als Ende Oktober der Boden hart wurde, war die Ernte im Lagerhaus. Den Winterüber blieb Kiljan im Lager Holton.
Im Frühjahr wurde es geräumt. Das Schiff fuhr nach Osten, aber nicht bis nach Hause. England brauchte Leute für die Ernte und Amerika gab einen Teil seiner Gefangenen ab. Kilian arbeitete anderthalb Jahre auf einem Hof mit Hacke und Mistgabel. Im ersten Sommer in England erreichte ihn ein Brief seines Vaters.
Ein halbes Jahr alt, wenige Zeilen. Die Werkstatt sei heil. Die Hände wollten nicht mehr recht und die Brücke sei fort. Im März 1945 war die Meinbrücke von Miltenberg gesprengt worden. Drei Tage später war der Krieg dort zu Ende. Kilian schrieb zurück. Er schrieb, dass er in Amerika einen Bogen gesetzt habe und wessen Zeichen darunter sei.
Eine Antwort kam nicht. Im Oktoberin wurde er entlassen. Miltenberg hatte damals einen Kopfbahnhof. Er stieg aus dem Zug, 31 Jahre alt, und ging hinunter zum Fluss. Über den Main führte eine Behelfsbrücke. Die Werkstatt war abgeschlossen. Der Nachbar gab ihm den Schlüssel. Burkard Achaz war im Februar gestorben mitz Jahren.
Auf der Werkbank fand Kilian seinen eigenen Brief aus England geöffnet. Das Papier weich vom vielen Anfassen. Der Vater hatte es also gewusst. Auf dem Friedhof stand ein Kreuz aus Holz. Den Winter über schlug Kielian den Grabstein. Roter Sandstein aus dem Vorrat des Vaters mit den Eisen des Vaters, den Namen und die zwei Jahreszahlen und unten in die Ecke klein ein Zeichen, den Winkel, den Strich quer darüber und einen Strich mehr.
Sein eigenes zum ersten Mal, seit er die Werkstatt verlassen hatte. Kelian führte die Werkstatt weiter. Sein Zeichen schlug er von da an in jeden Stein. Josiah Mery starb 1952 mit 84 Jahren. Sein Schuppen hatte [räuspern] seit dem Frühjahr nach der Brücke ein dichtes Dach. Asa starb 1971 mit 81. In seinen letzten Jahren nahm er den Enkel jeden Herbst einmal mit hinunter in den Bach.
Dan Mer anderen Lastwagen als sein Großvater und Fässer gibt es auf den Feldern keine mehr. Aber bevor die Ernte beginnt, steigt er hinunter. Das Wasser ist kalt und reicht ihm bis über die Knöchel. Er greift nach oben unter einen der Schlusssteine und fährt mit den Fingern die Rillen nach, einen Winkel, einen Strich quer darüber. Er weiß, wem das Zeichen gehört, und er weiß, warum es nicht das Zeichen des Mannes ist, der es geschlagen hat.
Dann steigt er aus dem Bach, setzt sich ans Steuer und fährt hinüber. M.