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Als der Brite die alte deutsche Seilertechnik verlachte – bis ein Seil bewies, wer recht hatte

Der Nebel über dem Moor war so dicht, dass Bruno das Pferd erst hörte, bevor er es sah. Ein tiefes keuchendes Schnauben, dann ein Platschen, dann Stille. Mac stand bis zum Bauch im schwarzen Torfschlamm, die Vorderbeine eingesunken, die Flanken zitternd. Der Graben, der das Moor entwässerte, hatte sich nach drei Regentagen in einen Sog verwandelt und die Stute war beim Versuch, ihn zu überqueren, bis zu den Rippen versunken.

 Billy, der Knecht, kniete am Rand und schrie ihren Namen. Aber Ma reagierte nicht mehr auf Zurufe. Sie reagierte nur noch auf das Gewicht, dass sie nach unten zog. Wenn niemand sie in der nächsten Stunde herauszog, würde die Kälte des Schlamms ihr Herz verlangsamen, bis sie aufhörte zu kämpfen. Das wusste jeder auf der Fanwick Farm.

 Nur wusste noch niemand, dass das Seil, das sie retten sollte, schon zerrissen in der Scheune lag. Bruno Kellner war seit dem Frühjahr 1946 auf der Farm ein deutscher Kriegsgefangener, zugeteilt aus dem Lager bei Hexem Northamberland. Gefangen genommen worden war er im Spätsommer 1944 während des Rückzugs durch die Normandie.

 Ein einfacher Lanzer, ohne Rang, ohne Geschichte, die man erzählen wollte. Was er mitgebracht hatte, war etwas anderes, die Hände seines Großvaters. In Badfrankenhausen am Fuß des Küffhäuser hatte es einmal eine Seilzunft gegeben, gegründet 1665 mit eigenem Meisterbrief und eigener Bahn vor den Stadtmauern. Bis 1906 war der letzte eingetragene Seilermeister gestorben und das Handwerk verschwand aus den Büchern.

 Aber Brunos Familie besaß noch die Werkzeuge und man drehte weiter Seile auf dem eigenen Hof für die eigenen Karren und Stelle, weil man es immer schon so gemacht hatte. Niemand nannte es mehr ein Gewerbe. Es war einfach etwas, dass man konnte. Bruno erinnerte sich genau an den Tag, an dem sein Großvater ihm zum ersten Mal die Hand auf den Haken gelegt hatte mit 8 Jahren in der Scheune hinter dem Hof am Fuß des Küffhäuser.

 “Ein Seil lügt nie”, hatte der alte Mann gesagt, während er die ersten Fasern durch den groben Kamm zog. “Es zeigt dir sofort, ob du sauber gearbeitet hast.” Der Großvater hatte selbst nie einen Meisterbrief besessen. Das Handwerk war schon zu seiner eigenen Kindheit aus den Büchern der Stadt verschwunden. Aber er hatte die Bewegungen von seinem eigenen Vater übernommen, so wie man eine Sprache lernt, die niemand mehr amtlich spricht, aber im Haus weiterlebt.

 Bruno hatte als Junge stundenlang zusehen dürfen, wie aus einem Ballen roher Fasern verfilzt und stumpf nach und nach etwas glattes, gleichmäßiges wurde. Ein Seil, das sich unter der Hand warm anfühlte, fast lebendig. Er hatte nie gedacht, dass er das einmal in einem fremden Land, an einem fremden Fluss gegen einen Ertrinkungstod brauchen würde, aber die Hände vergaßen es nicht, auch wenn der Krieg fast alles andere aus ihm herausgeschlagen hatte.

 Als der Lastwagen ihn im April 1946 vom Lager bei Hexham zur Fanwick Farm brachte, hatte Bruno zum ersten Mal die Landschaft Northamberlands gesehen. weites offenes Moand durchzogen von steinernen Trockenmauern, die sich über die Hügel zogen, ohne erkennbaren Anfang oder Ende und dazwischen immer wieder die feuchten dunklen Flecken der Torfgräben, die bei Regen zu kleinen Seen anschwollen, ganz anders als die trockenen Hänge des Küffhäuser, aber mit einer ähnlichen Härte, einer Landschaft, die niemandem etwas schenkte. In den

Monaten davor hatten unter Aufsicht hunderte Gefangene zusammen mit Freiwilligen aus den umliegenden Gemeinden bei der Erntehilfe in der Abtei von Hexham geholfen, Land Urbar gemacht, das während der Kriegsjahre brach gelegen hatte. Bruno hatte davon nur gehört, war selbst noch zu neu im Lager gewesen, um dabei zu sein.

 Erst mit der Zuteilung zur Fanwrick Farm bekam er seinen eigenen Platz in dieser Landschaft. einen Platz, den er sich, wie er bald merkte, jeden Tag neu verdienen musste. Harold Fanwick, der Bauer, hatte Bruno am ersten Tag mit einem Kopfnicken begrüßt und mit keinem Wort mehr. Das war in Ordnung. Bruno erwartete keine Freundschaft, nur Arbeit. Und die gab es reichlich.

 Zäune, Entwässerungsgräben, das Vieh, die Scheune, die nach dem Krieg kaum noch geflickt worden war. Er lernte schnell, wo die Handgriffe saßen, wo man zufassen mußte, ohne zu fragen. Kleine Dinge fielen zuerst auf. Ein Scharnier, das quietschte, bekam Fett, ohne dass jemand darum gebeten hatte.

 Ein loser Zaunfahl wurde gerichtet, bevor eine Kuh hindurchbrach. Fanwrick bemerkte es, sagte aber nichts. Er war kein Mann vieler Worte und ein deutscher Gefangener war für ihn kein Mensch, den man lobte. Andere Dinge fielen auf dieselbe stille Weise auf. Als eine der Milchkühe im Juli hustete, ein trockenes, kurzes Husten, das niemand sonst beachtete, bestand Bruno darauf, sie von den anderen zu trennen, bevor der Tierarzt aus Hexem überhaupt gerufen war.

 Es stellte sich später heraus, dass er recht gehabt hatte, eine beginnende Lungenentzündung, früh genug erkannt, um sich nicht auf die restliche Herde auszubreiten. Als August ein Rad am alten Heuwagen zu knarren begann, prüfte Bruno die Achse, ohne dass jemand ihn darum gebeten hatte, und fand einen Sprung im Holz, der bei voller Beladung gebrochen wäre.

Fanwick sah sich die reparierte Achse an, nickte einmal kurz und ging weiter. Es war nicht Mißstrauen mehr, dass ihn davon abhielt, ein Wort der Anerkennung zu verlieren. Es war eine Gewohnheit aus dem Krieg. Aus den Jahren, in denen man einen Gefangenen nicht wie einen Nachbarn behandelte, selbst wenn man langsam begann ihm zu vertrauen.

 Mitte August kaufte Fanwick in Hexem ein neues Tau. Das Alte war brüchig geworden, an mehreren Stellen ausgefranzt und mit der Erntezeit vor der Tür brauchte er etwas Verlässliches, um Heuballen auf den Wagen zu hiefen und notfalls auch ein Tier aus einer Notlage zu ziehen. Der Händler versprach ihm Manila Hanf, die stärkste Sorte, die er führe.

 Teurer als das gewöhnliche Sal Tao, aber ihr Geld wert. Fanwick zahlte den höheren Preis gern. Nach dem Krieg war Manila selten gewesen. Aus den Philippinen kam kaum noch etwas, seit die Japaner die Inseln besetzt hatten. Und wer heute ein echtes Manila Tau bekam, hielt es für ein gutes Geschäft.

 Bruno sah das Tau zum ersten Mal, als es abgeladen wurde, und etwas in ihm zog sich zusammen, noch bevor er wußte, warum. Er nahm ein Stück in die Hand, ließ es durch die Finger gleiten, drehte es gegen das Licht. Der Schlag war zu locker. Bei einem richtig geschlagenen Tau hält die letzte Drehung, der Drall, die einzelnen Litzen gegeneinander gespannt, so fest, dass sich das Tau unter Zug enger zusammenzieht, nicht auflöst.

 Dieses Tau hier gab nach. Kaum dass er daran zog, die Fasern rutschten gegeneinander wie schlecht geflochtenes Haar, und die Fasern selbst waren kürzer, gröber, stumpfer als echter Manila Hanf. Er hatte solche Fasern schon einmal gesehen in einem Sack, den ein Nachbar aus Ostafrika mitgebracht hatte. Siis saal, kein Manila.

 Jemand hatte dem Händler ein falsch etikettiertes Bündel verkauft oder der Händler hatte es selbst nicht gewusst. Das Tau ist nicht das, wofür es verkauft wurde”, sagte Bruno zu Fanwick, so ruhig er konnte. Fanwick drehte sich kaum um. Du bist Gefangener. Kein Seiler. Bruno widersprach nicht weiter. Es hatte keinen Sinn, gegen einen Mann zu argumentieren, der gerade eine Woche Lohn für dieses Tau bezahlt hatte und es sich nicht leisten wollte, betrogen worden zu sein.

 Nur Billy, der 16-jährige Hofjunge hatte zugehört. Er hatte das Tau selbst abgeladen und dabei gespürt, wie weich es sich anfühlte. Viel weicher als ein neues Tau sich anfühlen sollte. Er hatte es Fenwick sagen wollen, sich aber nicht getraut. Ein Hofjunge widersprach dem Bauern nicht, schon gar nicht wegen eines Gefühls in den Händen.

 Jetzt, als er hörte, dass der Gefangene dasselbe sagte, wortreicher und mit mehr Gründen, als er selbst gehabt hätte, spürte er eine Art Erleichterung. Er war also nicht der einzige gewesen. In den folgenden Wochen bestätigte sich der Verdacht in kleinen Zeichen, die niemand ernst nahm. Beim Aufladen der ersten Heuballen knackte das Tau leise.

 Ein Geräusch, das man leicht überhörte, wenn man nicht danach horchte. An einer Stelle, wo es über die Kante des Wagens lief, zeigten sich nach zwei Wochen erste aufgeplatzte Fasern, dünn wie Bindfaden. Bruno besserte heimlich nach, band die schlimmste Stelle mit einer Umwicklung ab, aus eigenem mitgebrachtem Garn, ohne dass Fanwick es bemerkte.

 Er wollte keinen Streit. Er wollte nur nicht, daß jemand verletzt wurde. Der erste ernsthafte Schreck kam Ende August beim Einbringen der letzten Heuballen in die Scheune. Das Tau lief über einen Flaschenzug unter dem Dachbalken, um die schwersten Ballen bis in den oberen Speicher zu heben, dort, wo ein Sturz aus 4 m höher einem Menschen das Genick brechen konnte.

 Billy stand direkt darunter, um den Ballen beim Aufsetzen zu führen, als das Tau mitten im Zug ein zweites Mal knackte. lauter diesmal und sich sichtbar um einen halben Zentimeter dehnte. Der Ballen sackte ruckartig ab, nur eine Handbreit, aber genug, dass Billy erschrocken zur Seite sprang und sich am Ellenbogen an der Speicherkante aufschlug.

 Fanwick, der oben am Flaschenzug stand, fluchte über den ungeschickten Jungen und ließ den Ballen vorsichtig ganz herunter, ohne das Tau selbst zu prüfen. Bruno, der unten stand, hatte genau gesehen, woher das Geräusch kam. dieselbe Stelle, die er schon einmal verstärkt hatte. Jetzt mit einem zweiten tieferen Riss direkt daneben.

 Er zeigte es Fanwick, hielt ihm das aufgefaserte Stück vor Augen. Fanwick betrachtete es einen Moment lang, wog es in der Hand und sagte nur: “Ein Ballen ist kein Pferd. Es hält, solange es hält. Bruno widersprach nicht mehr, aber an diesem Abend, während Billy sich den Ellenbogen kühlte und niemand mehr in der Scheune war, holte er zum ersten Mal die alten Hanfballen aus der hintersten Ecke hervor, was Fenwrick nicht wusste.

 In den Abendstunden, wenn die Arbeit getan war, hatte Bruno begonnen, sich selbst ein Seil zu drehen. Nicht aus Trotz, sondern aus Gewohnheit. Er hatte in der Scheune ein paar alte Hanfballen gefunden, halb verrottet, aber mit brauchbarem Kern. Dazu einen Haken, den er an einem Deckenbalken befestigte, um die Gegendrehung zu erzeugen, die ein Seil erst zusammenhält.

 Es war keine richtige Seilerbahn, keine 400 m lange Anlage wie in den alten Städten, nur ein paar Schritte Länge im Halbdunkel der Scheune. Aber das Prinzip war dasselbe, dass sein Großvater ihm gezeigt hatte. Erst die Fasern zu Fäden spinnen, dann die Fäden in eine Richtung zu Litzen drehen, dann die Litzen in die Gegenrichtung zu einem fertigen Seil verdrehen.

 Der Widerstand der beiden Drehungen gegeneinander war es, der ein Seil hielt, nicht die Dicke des Materials allein. Billy entdeckte ihn dabei eines Abends zufällig, sagte aber nichts zu Fenwick. Er sah nur zu, wie aus losen Fasern etwas Festes wurde, Stück für Stück und half beim nächsten Mal, ohne gefragt zu werden, das lange Ende zu halten, während Bruno den Haken drehte.

 Der Sturm kam Mitte September, drei Tage früher, als der Wetterbericht in Hexem vorausgesagt hatte. Der Regen füllte den Entwässerungsgraben am Rand des Mohores innerhalb weniger Stunden bis zum Rand. Und Ma, die dort weiden sollte, geriet beim Überqueren der schmalsten Stelle mit den Vorderhufen in den aufgeweichten Torf.

 Je mehr sie sich wehrte, desto tiefer sank sie. Billy hatte sie zuerst gefunden auf dem Rückweg von den oberen Feldern und war querfeld ein zur Farm gerannt, außer Atem, kaum imstande, die Worte herauszubringen. Als Fanwick und Bruno mit dem Wagen ankamen, stand das Wasser im Graben schon knapp unter Max Brust und der Regen zeigte keine Anzeichen nachzulassen.

 Der Wind trieberecht über das Moor und in der Dämmerung war kaum zu erkennen, wo der feste Rand aufhörte und der Sog begann. Fenwrick sprang vom Wagen, wartete so weit er konnte in den Graben hinein, bis das Wasser ihm über die Stiefel schlug und packte das neue Tau, das er zur Sicherheit immer im Wagen mitführte.

 Seine Hände zitterten, ob vor Kälte oder vor Angst um das Tier, war in diesem Moment nicht zu unterscheiden. Fanwick band das neue Tau um Max Brust, so fest er konnte, während Billy und Bruno am anderen Endestellung bezogen, um gemeinsam mit dem Wagenpferd zu ziehen. Der erste Zug war ruhig, kontrolliert, um das Pferd nicht zu verletzen.

 Mavte, kämpfte, kam kaum einen Fuß voran. Der Schlamm hielt sie wie ein Sog. Beim zweiten kräftigeren Zug hörte Bruno es, bevor er es sah. Ein trockenes kurzes Reißen mitten im Tau, genau an der Stelle, die er wochen zuvor heimlich verstärkt hatte, an der schon vorher Fasern aufgeplatzt waren. Die Umwicklung hatte gehalten gerade so.

Aber direkt daneben zeigte sich jetzt ein zweiter Riss, tiefer und das ganze Tau begann sich sichtbar zu dehnen. Die Litzen wurden dünner, wo sie sich gegeneinander verschoben. “Noch mal ziehen, kräftiger”, rief Fenwick, der den Riss vom Wagen aus nicht sehen konnte. “Nicht mit diesem Tau”, sagte Bruno.

 “Laut genug, um über den Regen zu kommen. Es reißt gleich ganz durch. Wenn es reißt, während sie gezogen wird, schlägt es zurück.” Fenwick zögerte, die Hand schon am Zügel. Ein reißendes Tau unter Spannung konnte einem Mann die Rippen brechen oder ein Auge kosten. Das wusste jeder, der je mit schwerem Gerät gearbeitet hatte.

 Aber Mac sank in diesem Moment weiter. Das Wasser erreichte ihren Hals. Bruno lief zum Wagen, wo er sein eigenes Seil unter einer Plane verstaut hatte, für genau einen Fall wie diesen, ohne zu wissen, dass er ihn kommen sah. Er band es rasch um Max Brust unter dem beschädigten Tau hindurch, verknotete es mit einem Griff, den seine Hände seit Kindertagen kannten. “Jetzt”, sagte er.

 Fenwrick zögerte eine Sekunde zu lang, dann trieb das Wagenpferd an, ohne weiter zu fragen, wessen Seil da um die Stute lag. Diesmal gab nichts nach. Das selbstgedrehte Seil straffte sich, aber es dehnte sich nicht sichtbar. Es riss keine Faser aus. Ma kämpfte, ihre Augen weit aufgerissen, der Atem in weißen Stößen sichtbar in der kalten Luft, während das Wagenpferd sich mit dem ganzen Körpergewicht in die Zugstränge legte.

 Für einen langen Augenblick schien sich nichts zu bewegen, nur das Seil, straff wie eine gespannte Seite und das Wasser, das gegen Max Hals schwappte. Dann fand sie mit einem Vorderhu festeren Grund und mit einem letzten schweren Ruck kam sie aus dem Schlamm frei, taumelnd, aber auf allen Vieren, den Kopf tief gesenkt, die Flanken zitternd vor Erschöpfung, während das kaputte Manil Tau längst nutzlos noch lose um ihre Brust hing.

Billy legte ihr sofort eine Decke über den Rücken und führte sie Schritt für Schritt aus dem ärgsten Wind heraus, während der Regen langsam nachließ. Niemand sagte in diesem Moment ein großes Wort. Fanwrick stand einen Augenblick lang still im Regen, die Hand noch am Zügel des Wagenpferds und sah auf das Seil, das die Stute gerettet hatte, ein Seil, das ihm niemand verkauft hatte, das aus einer Scheune stammte und aus Händen, die er eine Woche zuvor noch für nichts als gefangenen Hände gehalten hatte.

 Er sagte nichts dazu. Er band nur das gerissene Tau ab und warf es in den Wagen, um es später mitzunehmen. Zwei Wochen später, an einem Markttag in Hexem, brachte Fanwick das zerrissene Tau zu Reed, dem Seilhändler, von dem er es gekauft hatte, und legte es wortlos auf den Tisch. Reed drehte das Ende zwischen den Fingern, roch daran, zog eine Faser heraus und rieb sie zwischen Daumen und Zeigefinger. Er wurde still.

Er erklärte, ohne daß Fanwick ihn danach hatte fragen müssen, daß eine ganze Ladung Sisal aus Ostafrika in diesem Sommer versehentlich mit Manila Etiketten in den Handel gekommen war. Ein Fehler bei der Verpackung, den mehrere Händler in der Grafschaft erst jetzt bemerken, nachdem Kunden mit ähnlichen Klagen zu ihnen gekommen waren. Ein ganzer Posten aus Ostafrika.

Falsch etikettiert. Das ist mir noch nie passiert in 25 Jahren, sagte Reed kopfschüttelnd, mehr zu sich selbst. als zu Fanwrick. Er bot ihm ein echtes Manila Tau als Ersatz an ohne Aufpreis und schrieb sich den Namen des Lieferanten auf, um ihn zu melden. Fanwick nahm das neue Tau entgegen, aber er sagte auf dem Heimweg zu niemandem, dass ihn das überraschte.

 Er hatte es zu diesem Zeitpunkt schon selbst herausgefunden, in dem Moment, in dem Seil aus einer Scheune gehalten hatte, wo eines aus dem Laden versagte. Auf dem Hof änderte sich danach nicht viel, jedenfalls nicht mit großen Gesten. Fick sprach Bruno nicht öffentlich sein Vertrauen aus, entschuldigte sich nicht für sein Kopfschütteln am ersten Tag, aber von da an lag in der Werkzeugkammer neben der Scheune ein zweiter Haken an der Decke, fest montiert und niemand musste mehr erklären, wofür er da war.

“Wenn ein Strick gebraucht wurde, holte man ihn nicht mehr aus Hexem.” Man fragte Bruno. Billy half ihm inzwischen regelmäßig, hatte gelernt, die Fasern zu kämmen, bevor sie gesponnen wurden. Und Fanwick sah dabei zu, öfter als er zugegeben hätte, ohne je ein Wort darüber zu verlieren, was er dachte. Als Bruno im Frühjahr 1948 nach Deutschland zurückkehrte, blieb der Haken an der Decke hängen.

 Fanwick nahm ihn nicht ab. Manchmal, wenn Besucher fragten, wofür ein Deckenhaken in einer Werkzeugkammer gut sei, erzählte er die Geschichte eines Seils, das gehalten hatte, während das Teure aus dem Laden versagte, ohne zu erwähnen, wessen Hände es gedreht hatten. Erst wenn jemand genauer nachfragte, sagte er es doch. M.

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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