Schweden im Ausnahmezustand: Das Rätsel um Caroline Stenwall T
Schweden im Ausnahmezustand: Das Rätsel um Caroline Stenwall

Am Freitag, dem 12. September 2008 wachte die 29-jährige Caroline Stehenwall mit einer angenehmen Vorfreude auf ihr neues Leben auf. Auf dem Rücksitz ihres Autos hing sorgfältig einen Arbeitsanzug. Caroline war unterwegs zu einem Vorstellungsgespräch in einem berühmten Eishotel in Yukasjerv, das versteckt liegt in der rauen und malerischen Natur Nordschwedens.
Sie fuhr selbstbewusst auf der verlassenen Straße, umgeben von einer endlosen Wand aus Wald, ohne zu ahnen, dass sie bereits beobachtet wurde. Einen Tag später fand man ihr leeres Auto auf einem abgelegenen Rastplatz namens Stenbronn. Die Tür war verschlossen. Auf dem Sitz lagen einsam ihre Handtasche und ihr Handy.
Etwa eineinhalb Stunden Fahrt von diesem Ort entfernt versuchten die Hotelmanager vergeblich die Bewerberin zu erreichen, die nie zum Termin erschienen war. Carolin Senhnwall verschwand spurlos in der wilden skandinavischen Wildnis. Polizei und hunderte von Freiwilligen ahnten noch nicht, dass diese Reise zu einem Albtraum werden würde.
Sie standen einem eiskalten Jäger gegenüber, der alles tun würde, um seine schäliche Geheimnis zu verbergen. Es begann eine der umfangreichsten Succhaaktionen in der Geschichte des Landes, deren Ende ganz Schweden erschüttern sollte. Caroline wurde in der kleinen Stadt Petio in Schweden geboren. Sie hatte eine Schwester namens Annika und liebevolle Eltern, die für ihre Töchter ein Vorbild einer perfekten Familie waren.
Die Mädchen wuchsen in einer behaglichen und ruhigen Umgebung auf. Beide waren aktiv und kontaktfreudig. Doch Caroline ging von Anfang an ihren eigenen Weg. Schon früh zeigte sie sich unabhängig. Besonders faszinierte sie die Natur. Die Eltern unterstützten dieses Interesse und gingen oft mit den Mädchen wandern.
Bereits in der Grundschule beherrschten sie die grundlegenden Fähigkeiten zum Überleben in der Wildnis. Mein Name ist Lukas Falkner. Sie sehen den Kanal Fokusfall. Danke, dass Sie meinen Content schauen. Ich freue mich über Ihr Abo und Like. Viel Spaß beim Zuschauen. Die Romantik und der Abenteuergeist erfassten Carolin.
Mit der Zeit entwickelte sie diese Fähigkeiten weiter und erzielte beachtliche Erfolge. Sie wollte immer nahe an der Natur sein, verbrachte jeden freien Tag mit Wanderungen und bereiste ganz Schweden mit dem Fahrrad. Nach dem Schulabschluss entschied sie sich, diesen Weg beruflich zu verfolgen.
Sie absolvierte spezielle Kurse, darunter Überlebenstraining in den Bergen. Caroline wusste, wie man bei 40° Frost einen Schlafplatz einrichtet und überlebt. Doch leider war sie nicht vorbereitet auf die Prüfung, die das Schicksal für sie bereithielt. Im Herbst 2008 war sie 29 Jahre alt. Der September war voller wichtiger Ereignisse.
Das Wichtigste davon sollte die neue Arbeitsstelle sein, für die sie sich bewarb. Caroline wollte sich in einem neuen Bereich ausprobieren und schickte daher ihre Bewerbung an das berühmte Eishotel. Dort gab es ausgezeichnete Bedingungen und die Möglichkeit, ihre beruflichen Fähigkeiten zu vertiefen. Voller Enthusiasmus nahm sie die Einladung zum Vorstellungsgespräch an.
Sie war glücklich und erzählte allen Freunden ihrer Familie und ihrem verlobten Ricard von diesem Erfolg. Die beiden waren seit anderthalb Jahren zusammen und schmiedeten gemeinsame Lebenspläne. Nun musste sie von ihrem Zuhause in Petio aus zum Vorstellungsgespräch nach Yukasvi fahren. Nachdem sie die Einladung erhalten hatte, begann Caroline intensiv mit den Vorbereitungen. Am Freitag dem 12.
September war sie fest entschlossen, die Traumstelle zu bekommen. Doch dafür stand eine lange Fahrt bevor. Ihr Verlobter war unterwegs und konnte sie nicht begleiten. Am Morgen des 12. Septembers 2008 nahm Caroline Kontakt zu ihrer Schwester Annika auf. Die beiden standen in ständigem Kontakt und tauschten sich eng aus.
Sie wünschten sich gegenseitig viel Glück und vereinbarten, in Verbindung zu bleiben. Carolin versprach sofort anzurufen, sobald sich die Gelegenheit dazu bot. Es war geplant, dass sie am Abend am Ziel ankommen und sich erneut bei ihrer Schwester melden würde. Doch danach meldete sie sich nicht mehr. Als sie am Abend nicht anrief, machte sich Annika zunächst keine Sorgen.
Sie wusste, dass auf der Fahrt alles mögliche passieren konnte. Die Telefonverbindung war damals noch weit entfernt von heutigen Standards, besonders in Schweden, wo die Gegend von Wäldern und Bergen geprägt ist. Annika beruhigte sich und beschloss abzuwarten, bis sich die Lage klärt. Sie rechnete damit, dass Caroline am nächsten Morgen von sich aus anrufen und alles erzählen würde, wie geplant.
Als sie am Morgen aufwachte, fiel ihr sofort auf, dass keine verpassten Anrufe oder Nachrichten von Caroline eingegangen waren. Auch Stunden später, am 13. September, gab es kein Lebenszeichen von ihrer Schwester. Nun wurde Annika zunehmend besorgt. Sie konnte mit der Verwaltung des Eishotels Kontakt aufnehmen, dass das Vorstellungsgespräch organisieren sollte.
So erfuhr die verängstigte Verwandte, dass Caroline nie am Ziel angekommen war. und das Gespräch nicht stattgefunden hatte. Das löste noch größere Besorgnis aus. Nachdem sie im Umfeld von Caroline nachgefragt hatte, stellte Annika fest, dass niemand die vermisste seit ihrer Abfahrt nach Jukas Jadv gesehen hatte. Es war bereits einige Zeit vergangen und ein Verschwinden ohne Nachricht war völlig untypisch für Caroline.
Deshalb wandte sie sich an die Eltern und den Verlobten und ging zur Polizei. Die Behörden nahmen die Meldung sofort ernst. Die Such und Rettungsaktion begann. Die Angehörigen berichteten ausführlich von Carolines geplanter Reise. Die Fahrt war nicht besonders lang, doch auf der Strecke konnte alles passieren.
Die Familie sorgte sich, hoffte aber, dass Caroline vielleicht irgendwo in den Bergen angehalten hatte und auf Hilfe wartete. Im Verlauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass Carolin auf dem Weg zum Eishotel mehrere Möglichkeiten zum Zwischenstopp und zur Erholung gehabt hätte.
Damals gab es noch nicht viele Überwachungskameras wie heute und die Mobilfunkverbindung war ebenfalls weit weniger zuverlässig. Daher war es schwierig, den genauen Standort über das Handy zu bestimmen. Man legte mehrere mögliche Routen auf der Karte fest. Die Suche begann mit Befragungen von Tankstellenmitarbeitern, Ladenbesitzern an der Straße und Hotelpersonal.
Besonders beachtet wurden mehrere speziell eingerichtete Rastplätze für Reisende und Fernfahrer, an denen Caroline hätte halten können. Diese Orte wurden zuerst überprüft. Gleichzeitig sammelte man Informationen von Straßenbetriebsdiensten, doch auch das brachte keine Ergebnisse. Das Auto der Vermissten wurde ebenfalls intensiv gesucht. Am 14.
September 2008 wurde auf dem Rastplatz Stehenbron an der E10 ein Fahrzeug gefunden, das dem von Carolin beschriebenen Wagen entsprach. Von außen schien es unversehrt. Bei einer oberflächlichen Kontrolle gab es keine Auffälligkeiten. Das Auto stand an einem abgelegenen Platz, als hätte die Besitzerin es gerade erst abgestellt und sei kurz weggegangen.
Zeugen aus der Umgebung bestätigten, dass das Fahrzeug bereits seit mehr als einem Tag dort stand. Kameras gab es auf dem Rastplatz nicht. Dieser lag etwa anderthalbstunden Fahrt vom Ziel entfernt. Es erschien merkwürdig, dass Caroline ihr Auto unbeaufsichtigt zurückgelassen hatte. Die Suche konzentrierte sich auf die Umgebung dieses Ortes, die von dichtem Wald und bergigem Gelände geprägt war.
Die Angehörigen berichteten von Carolins Liebe zu Abenteuern und Natur, weshalb die Vermutung entstand, dass sie vielleicht zu Fuß in die Berge gegangen und dort verloren gegangen sein könnte. Obwohl sie sehr erfahren war und kaum hätte verloren gehen können. Auch diese Spur führte zu keinem Ergebnis. Die Tage vergingen.
Niemand wusste, wo Carolin war. Die Überprüfung der umliegenden Hotels brachte ebenfalls keinen Erfolg. Doch es war klar, dass die Spur am Rastplatz Stehenbronn endete. Die junge Frau war ganz in der Nähe des Eishotels, wo das Vorstellungsgespräch hätte stattfinden sollen. In den ersten Tagen prüfte die Polizei verschiedene Möglichkeiten in Zusammenhang mit der Wildnis.
Einen Angriff durch ein Tier, einen Unfall auf der Straße, Unterkühlung oder sogar eine Flucht. Hunderte Freiwillige und die Armee durchkämten kilometerweit die Wildnis. fanden jedoch keine Spuren von Carolin. Die Fluchttheorie wurde schnell verworfen. Caroline hatte keinen Grund, einfach zu verschwinden.
Sie wollte unbedingt ihren Traumjob bekommen und hätte ihre Pläne nicht aufgegeben. Die Alibis ihres Verlobten wurden sofort bestätigt, sodass er als Verdächtiger ausgeschlossen wurde. Je länger die Suche andauerte, desto stärker wurden die Vermutungen, dass das Verschwinden des Mädchens kein Zufall war. Carolyn könnte Opfer einer Person geworden sein, die ihre Verletzlichkeit ausnutzte, weil sie allein unterwegs war.
Weit weggehen konnte sie nicht, denn auf dem Beifahrersitz des Autos wurden ihre Jacke, ihre Tasche und ihr Handy gefunden. Ohne warme Kleidung und Kommunikationsmittel hätte sie das Fahrzeug kaum verlassen, zumal das Wetter im Herbst immer kälter wurde. Einige Tage nach ihrem Verschwinden schlossen sich neben der Polizei auch das Militär und Hunderte von Freiwilligen der Such und Rettungsaktion an.
Es konnte alles mögliche passiert sein. Die ganze Familie hoffte, dass alles in Ordnung sei und es sich um ein Missverständnis handelte. Doch nach fast einer Woche ohne Spur schwand ihre Hoffnung zunehmend. Die Überprüfung der Banansaktionen zeigte eine traurige Wahrheit. Carolyn hatte ihre Karten seit dem 12. September nicht mehr benutzt. Das letzte Mal hatte sie kurz nach ihrer Abfahrt aus ihrer Heimatstadt Benzin bezahlt.
Die Suchaktion konzentrierte sich im Norden Schwedens. Zahlreiche Gruppen durchkämten dichte Wälder und Mohbiete in einem bestimmten Radius. Die Suchfläche wurde mehrfach erweitert, um mehr Gebiet abzudecken, jedoch ohne Erfolg. Schließlich brachte die gute Zusammenarbeit von Polizei und Freiwilligen erste Zeugen hervor. Diese waren ursprünglich aus der Gegend, waren jedoch zum Beginn der Aktion verreist.
Nach ihrer Rückkehr hörten sie von der Suche nach Carolyn und wollten bei der Aufklärung helfen. Ein Paar berichtete, eine ähnlich aussehende junge Frau auf dem Rastplatz von Stinbron gesehen zu haben. Genau dort, wo später das Auto von Carolyn gefunden wurde. Leider konnten die Zeugen nicht sagen, wie sich die Ereignisse danach entwickelten, da sie bald weiterfuhren.
Die Zeugen vermuteten, dass noch weitere Personen an dem Ort gewesen sein könnten, die mehr hätten berichten können. Deshalb wurde beschlossen, die Öffentlichkeit verstärkt über Carolyns Verschwinden zu informieren und das zeigte Wirkung. Ein weiterer Zeuge meldete sich bei der Polizei, bat jedoch um Anonymität.
Er beschrieb ein Fahrzeug, das dem von Carolyn ähnlich war, behauptete aber, sie sei nicht allein gewesen. Kurz bevor der Zeuge den Rastplatz verließ, habe er gesehen, wie ein Mann mit einem Auto zu der unbekannten Frau gefahren sei. Zwischen den beiden habe ein hitziges Gespräch stattgefunden. Leider konnte der Zeuge das Kennzeichen des Fahrzeugs nicht erinnern, gab aber eine detaillierte Beschreibung.
Es handelte sich um einen Mitsubishi Pickup, der für die Jagd umgebaut war. Die Ermittler begannen, alle Besitzer solcher Fahrzeuge in der Region zu überprüfen. Das nahm einige Zeit in Anspruch, da es mehrere dutzend waren. Die Suche ging währenddessen weiter, blieb aber erfolglos. Die Familie von Carolyn setzte alle Kräfte ein, um die Suche voranzutreiben.
Sie nahmen an mehreren Pressekonferenzen teil und wandten sich an die Öffentlichkeit in der Hoffnung auf neue Hinweise. Leider führten alle Tipps, die nach diesen Auftritten eingen, zu keiner Spur. Im Laufe des Monats nach Carols Verschwinden wurden mehrere Namen genannt, deren Autos den Zeugenaussagen ähnelten.
Alle lebten in der Nähe, in kleinen Ortschaften und waren Jäger. Einer davon war ein 50-jähriger Mann namens Tony Alden. Die Verdachtsmomente gegen ihn verstärkten sich schnell. Er verweigerte die Zusammenarbeit mit der Polizei. Zudem wurde er von dem anonymen Zeugen als der Mann identifiziert, der auf dem Rastplatz mit Carolyn in einen hitzigen Streit verwickelt war, nachdem sie spurlos verschwunden war.

Gespräche mit Tonys Umfeld bestätigten die schlimmsten Befürchtungen. Er war in einer schwierigen Umgebung aufgewachsen, hatte wiederholt Gewalt durch seinen Vater erfahren, besonders wenn dieser alkoholisiert war. Schon in der Schulzeit fiel Tony durch seine Zurückhaltung, geringe soziale Fähigkeiten und eine Neigung zu aggressiv Verhalten auf.
Freunde hatte er wenige. Er lebte in einem abgelegenen Haus im Wald, verdiente seinen Lebensunterhalt mit der Jagd und kam nur zum Einkaufen in die Stadt. Bekannt war, dass er Beziehungen zu Frauen hatte, die jedoch nie von ihm ausgingen. Tony hatte keine ernsthaften Straftaten begangen, doch mehrere Zeugen waren überzeugt, dass er geistig belastet und zu gewalttätigem Verhalten fähig sei.
Die Standortdaten seines Handys zeigten, dass er zu ungefähren Zeit von Carolyns Verschwinden am Rastplatz war. Er wirkte sichtlich nervös und verbargas. Sein Handy bewegte sich zusammen mit dem von Carolyn entlang der Straße. Vermutlich hatte er sie schon dort bemerkt. Außerdem besaß er ein Fahrzeug vom Typ Mitsubishi L200, wie vom Zeugen beschrieben.
Als immer mehr Menschen bestätigten, Tony am Tag des Verschwindens auf dem Rastplatz gesehen zu haben, wurde er noch nervöser. Seine Angaben zu den Zeitpunkten änderten sich, doch er bestand darauf, Carolyn weder gesehen noch gesprochen zu haben. Schließlich erlangte die Polizei einen Durchsuchungsbefehl für Tonys Fahrzeug.
Dabei wurde Blut gefunden. Er verhielt sich ungewöhnlich ruhig und behauptete, die Flecken könnten von Tieren stammen, die er zuvor erlegt hatte. Er gab an, ein Hirschkadaver sei bereits einige Tage vor der Begegnung mit der Polizei im Wagen gewesen. Es war offensichtlich, dass er versucht hatte, das Auto gründlich zu reinigen, jedoch mehrere versteckte Stellen übersehen hatte.
In den Spalten zwischen den Metallteilen entdeckten die Kriminalisten genug biologisches Material, um eine DNA Analyse im Labor durchzuführen. Dieser aufwendige Prozess brauchte jedoch Zeit. Während die Tests liefen, meldeten sich Zeugen, die Tonys Behauptungen widerlegten. Niemand hatte ihn mit Jagdbeute zu der angegebenen Zeit gesehen.
Stattdessen berichteten sie von seinem ungewöhnlichen Verhalten. Normalerweise miet er Autowaschanlagen und sein Wagen wirkte schmutzig. Doch am 13. und 14. September wurde er beobachtet, wie er den Innenraum und besonders den Kofferraum seines Fahrzeugs sorgfältig reinigte. Der sonst schweigsame Tony wurde dabei zunehmend aggressiv und schien niemanden an sein Fahrzeug heranzulassen.
Eine Erklärung dafür konnte er nicht liefern. Die Laborergebnisse bestätigten schließlich, dass sich Carolyns Blut im Auto des Verdächtigen befand. Auf der Fußmatte fanden sich zudem Spuren von Schießpulver und Fasern ihrer Kleidung. Tony, der bis dahin jede Schuld an der Entführung und jedes Canon mit Carolyn Wehement bestritten hatte, begann unter dem Druck der Beweise zu zerbrechen.
Er erzählte schließlich die wahre Geschichte. Er bestätigte, Carolyn auf dem Rastplatz getroffen zu haben. Doch ihr kennenlernen sei von Anfang an unangenehm gewesen. Tony behauptete, sie habe ihn auf der Straße geschnitten. Danach hätten sie auf dem Rastplatz angehalten und sich gestritten. Carolyn warf ihm schlechtes Fahrverhalten vor.
Tatsächlich war er schnell und unvorsichtig in die Parklücke gefahren. Sie sagte, er habe ihr Auto beschädigt. Daraus entstand ein Konflikt, bei dem Carolyn ihn mehrfach beleidigte. Schließlich habe Tony die Geduld verloren und sie gestoßen. Carolyn fiel und schlug heftig mit dem Kopf gegen die Anhängerkupplung seines Fahrzeugs.
Sie erlitt schwere Verletzungen, lag neben dem Pickup. Aus ihrem Kopf floss Blut. Sie begann sofort sich in Todeskrämpfen zu winden, verlor dann das Bewusstsein und verstarb. Tony gab an, entsetzt gewesen zu sein, als er das sah. Er habe solche Angst gehabt, dass er weder die Polizei noch einen Arzt rief. Stattdessen begann er sofort einen Plan zu schmieden, wie er die Leiche loswerden könnte, um strafffrei davon zu kommen.
Er bestand darauf, dass alles ein tragischer Unfall war und er niemanden töten wollte. Zuerst wollte er den Körper verschwinden lassen, weshalb er ihn vom Rastplatz entfernte und weiter wegfahren wollte. Er fuhr mit der Verstorbenen in Richtung einer Brücke, die sich nicht weit entfernt über einen Fluss befand.
Dort, so berichtete Tony, geriet er erneut in Panik. Er zog das Opfer aus dem Auto, warf sie auf die Fahrbahn und schoss zweimal mit einem Gewehr auf sie. Als die Ermittler ihn baten, diesen Moment genauer zu schildern, konnte er sein Verhalten nicht erklären. In seiner abschließenden Version behauptete Tony, er sei einfach nicht bei sich gewesen.
Das sei der Grund für die zwei Schüsse in den leblosen Körper gewesen. Nach den Schüssen nahm der Mann die Leiche mit, fuhr weiter auf einer verlassenen Straße und ging dann in den Wald, wo er versuchte, alle Spuren zu vernichten. Dies gelang nicht vollständig, kostete aber viel Zeit.
Als er erkannte, dass es unmöglich war, die Beweise vollständig zu beseitigen, begrub der Täter die Leiche einfach. Mit diesem Geständnis erklärte sich Tony bereit, der Polizei bei der Suche nach dem Körper zu helfen. Er erinnerte sich genau an den Ort und führte die Beamten in den Wald südlich von Eliara.
Dort fanden sie Überreste eines großen Feuers sowie Fleisch und Kleidungsreste der Verstorbenen. Das Leichnahen von Carolyn wurde am 22. Oktober 2008 gefunden, fast sech Wochen nach ihrem Verschwinden. Es befand sich in einem beklagenswerten Zustand, stark verbrannt, aber kaum verwäst. Die sinkenden Temperaturen im Herbst erleichterten die Arbeit der Polizei.
Als der Leichnah der 29-jährigen Carolyn, dem Gerichtsmediziner vorgelegt wurde, begann Tonys Geschichte schnell zu zerfallen. Der Experte stellte sofort fest, dass Carolyn eine schwere Schädelhirnverletzung erlitten hatte. Doch die Lage und das Ausmaß der Verletzung widersprachen den Angaben des Verdächtigen.
Es schien als habe das Mädchen einen heftigen Schlag auf den Kopf durch einen Fremdkörper erhalten. Anhand der Spuren erinnerte dies eher an einen Schlag mit dem Kolben eines Jagdgewehrs. Bei Durchsuchungen in Tonys Haus konnte eine solche Waffe nicht gefunden werden. Wahrscheinlich hatte der Mann sie bereits entsorgt. Die gerichtsmedizinische Untersuchung widerlegte auch die Version des Verdächtigen, der versuchte das Ganze als Unfall darzustellen.
Die Analyse bewies, dass Carolyn beim Verlassen des ersten Parkplatzes mit der Kopfverletzung noch lebte. Dies zeigten Blutspuren im Auto von Tony. Die Menge des Blutes war zu groß für eine Person, deren Herz bereits aufgehört hatte zu schlagen. Anschließend wurde eine ballistische Untersuchung durchgeführt.
Sie bestätigte, dass alle Kugeln aus derselben Waffe abgefeuert wurden. Die genaue Analyse der Flugbahnen der Kugeln, die das Mädchen trafen, widerlegte den Rest von Tonys Geschichte. Das, was er als Schüsse auf einen leblosen Körper darstellte, wirkte in Wirklichkeit viel kälter und grausamer.
Experten kamen zu dem Schluss, dass die Kugeln unter einem Winkel abgefeuert wurden, wobei das Eintrittsloch höher lag als das Austrittsloch. Dies deutete eher auf eine knende Position hin. Offenbar wurde die noch lebende, aber schwer verletzte Caroline an einen anderen Ort gebracht, um sie wie bei einer Hinrichtung zu erschießen.
Das Mädchen wurde auf die Knie gezwungen, woraufhin Tony ihr aus nächster Nähe mit seinem Jagdgewehr in den Kopf schoss. überraschte, dass der Täter das Mädchen wegen eines unfreundlichen Kommentars über schlechtes Fahren verurteilte oder ob doch ein anderer Bewegrund dahinter steckte. Die Obduktion ergab keine Hinweise darauf, dass das Opfer missbraucht oder körperlich misshandelt worden war.
Tony beharte weiterhin auf seiner Version und ignorierte sämtliche Gegenbeweise. In jedem Fall gestand der Mann seine Beteiligung am Tod von Caroline. Das wurde als Geständnis gewertet. Während der Wartezeit auf die Anhörungen unterzog er sich mehreren psychiatrischen Untersuchungen. Dabei wurden leichte psychische Auffälligkeiten festgestellt.
Doch er Litt nicht an Erkrankungen, die seine Prozessfähigkeit ausschließen würden. Tony wurde als schuldfähig eingestuft. Nun stand ihm der Gerichtsprozess bevor. Das ganze Land verfolgte die Entwicklungen. Der Fall wurde einer der bekanntesten in ganz Schweden. Er schütterte durch seine Kälte und Grausamkeit.
Er wurde breit diskutiert und erlangte Bekanntheit nicht nur im Land, sondern auch darüber hinaus. Besonders die Familie Steinwall wollte für den Täter die höchstmögliche Strafe erreichen. Die Angehörigen des Opfers äußerten vor der Kamera ihr Bedauern darüber, dass Tony nicht die Höchstrafe in Form der Todesstrafe erhalten könne.
Die Verhandlungen begannen im Frühjahr 2009. In dieser Zeit gelang es den Ermittlern, eine Vielzahl von Beweisen zu sammeln. Sie alle deuteten darauf hin, daß Tony das Mädchen brutal getötet hatte. Doch der Beweggrund für den Angriff blieb unklar. Vielleicht lag das Geheimnis im schwierigen Charakter des Mannes.
Zahlreiche Zeugen aus seinem näheren Umfeld beschrieben Tony als sehr jähzornig und unausgeglichen. Besonders schwer fiel es ihm Kritik zu akzeptieren. Er konnte schnell wütend werden, selbst wenn der Anlass geringfügig erschien. Es war offensichtlich, daß er sich in solchen Momenten kaum kontrollieren konnte.
Im Verlauf der Ermittlungen gelang es, Kontakt zu Tonys ehemaligen Freundinnen herzustellen. Alle zeichneten dasselbe erschreckende Bild. Ein sehr manipulativer und grausamer Mensch, der Ablehnung nicht akzeptieren konnte. Tony war nicht als häuslicher Tyran in polizeilichen Daten verzeichnet, doch einige Frauen behaupteten, er sei auch körperlich gewalttätig geworden.
Alle Beziehungen scheiterten aufgrund seiner Aggressivität. Jedes Mal endete die Trennung mit stalking und bedrohlichem Verhalten. Erst nach Androige bei der Polizei beruhigte er sich. Angesichts der zahlreichen Beweise, die einzelne Punkte in Tonys Geschichte widerlegten, hatte die Staatsanwaltschaft ihre eigene Version der Ereignisse.
Sie vermutete, dass der Mann Carolyn tatsächlich provoziert haben könnte. Das Mädchen war keineswegs schüchtern und wußte sich zu wehren. Obwohl sie als umgänglich galt, konnte sie auf der langen Fahrt gereizt reagieren und sich etwas erlauben. Für Tony war jedes Wort ein potenzieller Anlass zu Gefahr. Ein unbedachter Vorwurf reichte aus, damit der Aggressor wütend wurde und sie angriff.
Wahrscheinlich griff Tony sofort zur Schusswaffe und versetzte dem Mädchen einen Schlag auf den Kopf. Dadurch Elit Carolyn eine schwere Schädelhirnverletzung. Sie könnte desorientiert gewesen sein, das Gleichgewicht verloren und gestürzt sein, aber sie lebte noch. Tony hatte nichts besseres zu tun, als ihre Hilflosigkeit auszunutzen, um das Opfer zu töten.
Doch er hatte auf dem Parkplatz bereits zu viel Aufmerksamkeit erregt und legte die verletzte Frau in den Kofferraum seines Pickups. Er bedeckte sie mit einer Decke, als wäre es ein erlegtes Wildtier und fuhr etwa 70 km bevor er anhielt. An einem abgelegenen Ort, wo er sicher war, dass niemand zusah, setzte er die noch lebende Frau auf die Knie.
Dort schoss er ihr aus nächster Nähe zweimal in den Kopf. Der letzte Schuss war tödlich. Ohne diesen hätte Carolyn mit ihrer Verletzung und der Kopfverletzung nur geringe Überlebenschancen gehabt. Vor Gericht wurde auch eine alternative Version des Geschehens erörtert. Die Staatsanwaltschaft vermutete, dass das Motiv Entführung mit dem Ziel einer sexuellen Tat gewesen sein könnte.
Tony kannte Carolyn nicht. Er hatte einfach ein alleinreisendes Mädchen auf einer verlassenen Straße ausgespht. Carolyn erregte seine Aufmerksamkeit und wurde für ihn zum passenden Opfer. Doch weil sie Widerstand leistete oder er gestört wurde, unterließ er die Tat und tötete sie stattdessen. Der Staatsanwalt betonte außerdem, dass Tony nach der Tat nicht einfach die Leiche versteckt, sondern sein normales Leben weitergeführt hatte.
Er nahm ruhig an Jagdausflügen mit Freunden teil, während Freiwillige nach Carolyn suchten. Tony beharte vor Gericht auf seiner Version. Sein Anwalt plädierte auf einen unglücklichen Zufall, um das Strafmaß zu mildern. Am Ende der Verhandlungen wurde Tony Aldon des Mordes schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt.
Zunächst kam er in eine Abteilung, die speziell für lebenslange Strafen vorgesehen war. Nach vier Jahren in einer Einrichtung mit strengem Regime wurde er in eine andere Strafanstalt verlegt. Dies war dank seines vorbildlichen Verhaltens möglich geworden. Außerdem hatte er eine Therapie wegen Alkoholabhängigkeit absolviert.

Bereits in dieser Zeit versuchten Menschen, die sich um Carolyn Steinwell sorgten, eine Milderung der Strafe für den Täter zu verhindern. Trotz aller Bemühungen wurde er später in eine Justizvollzugsanstalt in Dumeo verlegt, die in Schweden als die mit dem niedrigsten Sicherheitsniveau eingestuft wurde.
Dort zeigte Tony ebenfalls vorbildliches Verhalten. Er setzte seine Behandlung der Alkoholabhängigkeit fort und erhielt eine Ausbildung in der Tierpflege. Man hoffte, dass ihm dies bei der Rehabilitation helfen könnte. In der Zwischenzeit versuchte Tonys Anwalt weiterhin mehrfach die lebenslange Freiheitsstrafe gegen eine Freiheitsstrafe mit fester Dauer auszutauschen.
Im Jahr 2021 gelang ihm tatsächlich eine Strafmilderung. Das Gericht überprüfte die Entscheidung und nun sollte Tony für 24 Jahre in Haft bleiben. Nach schwedischem Recht konnte ein Gefangener nach zwei Drittel der Strafe eine vorzeitige Haftentlassung auf Bewährung beantragen. Tony nutzte diese Möglichkeit und wurde vorzeitig entlassen.
Kurz zuvor war er in eine andere Einrichtung verlegt worden, doch seine Daten wurden bereits geschützt, da Mörder in Schweden unter besonderen Datenschutz gestellt werden. Als er nach 16 Jahren im Oktober 2024 endgültig freikam, änderte er sofort seinen Wohnort sowie seinen Vor und Nachnamen. Diese Entscheidungen stießen auf großen Unmut bei der Familie Steinwall und vielen besorgten Menschen.
Die schwedische Bevölkerung zeigte sich empört darüber, dass ein Mann, der ein grausames Verbrechen begangen hatte, relativ gesund und kraftvoll freikam. Viele fürchteten um ihre eigene Sicherheit. Der Täter hat nun noch viele Jahre vor sich. mit Spaziergängen an der frischen Luft, treffen mit angehörigen und ruhigen Abenden.
Das Gesetz sah vor, dass er seine Schuld abgegoldten hat. Für die Familie von Carolyn jedoch blieb die Zeit im kalten Herbst 2008 für immer stehen. Sie kehrt niemals nach Hause zurück. Sie wird nie erfahren, wie es ist, den Traumjob zu bekommen, eine Familie zu gründen oder Kinder zu haben. Ihr Leben wurde ohne Rücksicht durch Schüsse aus einer Jagdwaffe ausgelöscht, nur damit ein Mensch seine dunklen Gedanken verbergen konnte.
Das schwedische Justizsystem ist stolz darauf, Straftäter wieder zu anständigen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. Doch wenn ein Mörder eine zweite Chance erhält, während sein Opfer für immer nur eine Zeile in der Kriminalronik bleibt, wo bleibt da die Gerechtigkeit? Hat die Menschheit das Recht, jene zu vergeben, die einem anderen das Leben genommen haben? Oder sollten manche Verbrechen bis zum Ende unvergessen bleiben? Sie haben den Kanal Fokusfall gesehen.