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Das mysteriöse Verschwinden von Leah Roberts

Wir befinden uns in Durhem, North Carolina in einem kleinen gemütlichen Caffée namens Kappe Jo. Es ist eine schöne Alternative zu den dutzenden Starbucks und danken Donutsfilialen, die die US-Großstädte auch damals schon überschwenden. An einem Tisch sitzt eine junge Frau. Sie hat kurze blonde Haare und auffällige Grübchen, wenn sie lächelt.
Sie setzt oft hier im Stellich einen Kaffee und taucht dann ein Buch ab. Sie kommt so gut wie immer allein. Ab und an kommt sie aber mit anderen Kaffeebesuchern ins Gespräch. Die Bücher, die die junge Frau mit ins Kaffee bringen, stammen oft aus der sogenannten Beat Generation. Vor allem der legendäre Schriftsteller Jack Car hat es ihr angetan mit seinen Roadtrip Roman.
Irgendwann möchte sie auch mal so eine Reise machen und das wird sie. Aber sie wird niemanden von dieser Reise erzählen und sie wird niemals zurückkehren. Alles, was man jemals von Lea Roberts finden wird, ist ihr Auto. Ihr Auto, an dem sich jemand zu schaffen gemacht hat. Dazu kommen ein Kinoticket, ein mysteriöser Brief und eine Person, die es vielleicht gar nicht gibt.
Eine Frage, die mir von euch immer mal wieder in den Kommentaren und in den DMs gestellt wird, ist wie eigentlich mein Arbeitsalltag so aussieht, wenn neue Videos für Insolito produziert werden. Tatsächlich ist es einfach viel klassische Schreibtischarbeit, Fälle recherchieren, Skripte für die Videos schreiben und Korrektur lesen, Quellen abgleichen und so weiter.
Und natürlich spreche ich die Fälle dann für euch ein und dabei brauche ich auf jeden Fall immer einiges zu trinken. Wie ihr euch bestimmt schon denken könnt, greife ich dafür gern zu Holy. Ich kann mittlerweile echt nicht mehr zählen, durch wie viele lange Aufnahmen mich meine Lieblingssorte schon begleitet hat.
Ich habe ja schon ein paar mal erzählt, dass mein Favorit die Hydration Drinks sind und dass es auch darüber hinaus eine breite Auswahl gibt aus Ectee, Energy und sogar Milkshakes. Bei der breiten Produktpalette ist es aber gar nicht so einfach, sich für eine Sorte zu entscheiden, wenn man Holy mal ausprobieren will. Dafür eignet sich aber gerade das Flavor Surprise Set Super.
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Und jetzt geht’s los mit dem heutigen Video. Es ist Dienstag, der 14. März 2000. Ka Roberts steht im Zimmer ihrer Schwester und ist ziemlich ratlos. Cara war gestern schon mal hier, denn von Lia fehlt seit mittlerweile 5 Tagen jede Spur. Zuerst ist das ihrer Mitbewohnerin Nicole aufgefallen.
Sie und Lia waren am 10. März nachmittags verabredet, um gemeinsam zu Babysitten. Lia ist nicht aufgezaubt und ihre Mitbewohnerin Nicole war ein bisschen genervt, dachte aber Lia hätte es wohl einfach vergessen. Aber als Lia gar nicht mehr nach Hause gekommen ist und auch am Tag danach nicht, hat Nicole bei Lias Schwester Kaufen.
Auch Cara konnte ihre Schwester nicht erreichen. Weil sie nicht wusste, was sie sonst machen sollte, ist sie erstmal nach North Carolina gefahren. Hier wohnt Lia mit Nicole in einer WG. Kara hat sich das Zimmer ihrer Schwester angesehen. Sah alles danach aus, als er Liage verreist. Einige Kleidungsstücke fehlen und ein paar andere persönliche Sachen.
Selbst Lias Katze Bier ist nicht da. Trotzdem hat Cara sich entschieden, Le. März bei der Polizei als vermisst zu melden. Jetzt einen Tag später steht Cara also wieder im Zimmer ihrer Schwester. Car sieht sich ein wenig um. Vielleicht kann sie einen Anhaltspunkt darauf finden, wo Le hin wollte und vielleicht mit wem. Auf der Kommode fällt Cara ein Zettel auf.
Er ist zusammengefaltet und darauf ist eine Grinsekatze gemalt. Cara glaubt, dass sie beginnt zu begreifen, was ihre kleine Schwester davor hat. Lea ist nämlich ein großer Fan von Alice im Wunderland und da verschwindet die Grinsekatze auf mysteriöse Weise, bevor sie anderswo unerwartet wieder auftaucht. Vielleicht so überlegt Cara, ist das auch der Plan von Leer.
Diese Überlegung wird noch plausibler, als sie den Zettel auseinanderfaltet und zu lesen beginnt. Das Schreiben ist auf den 9. März datiert und an Lias Mitbewohnerin Nicole adressiert. Es liegt Bargeld bei. Ziemlich genau die Summe, die Lia normalerweise zu den Ausgaben für einen Monat beisteuert. Offenbar plant Leia für einige Wochen unterwegs zu sein.
Sie schreibt unter anderem: “Während ich weg bin, erinnere dich daran, jeder ist in Gedanken und Gebeten miteinander verbunden und Zeit vergeht schnell. Glaub an mich, an dich, an jeden.” Es mag zwar etwas geschwollen und kryptisch klingen, aber für Lar ist das nicht untypisch. Sie wird als Freigeist beschrieben und ist eine Art Hobbyphilosophin.
Außerdem liest sie viel und schreibt auch selbst leidenschaftlich gern. Die Sprache ist also das eine, aber was sonst noch so in dem Brief steht, wirkt auf Cara total wirr. Le schreibt, sie habe keine Wahl. Was sie meint, konkretisiert sie nicht. Während sie weg sei, könnte ruhig jemand anderes ihren Laptop oder ihr Zimmer benutzen.
Nicole könnte Kekse in der Tiefkühltruhe finden. Außerdem soll Nicole Cara sagen, dass sie sich keine Sorgen machen soll und dass sie sie lieb hat. Das alles ist auch nicht wie ein normaler Brief in Zeilen geschrieben, sondern einzelne Sätze sind auf der Notiz verteilt und durch Kugelschreiberstriche voneinander getrennt. Am ehesten kann man das alles noch damit erklären, dass Alice im Wunderland zum literarischen Genre des Nonsens gehört.
Das Nonsensre oder die Unsinn Poesie ist eine literarische und künstlerische Gattung, die mit Sprache, Logik und Norm bricht. Trotz scheinbarer Sinnlosigkeit folgt sie strickten Regeln und erzeugt durch sprachliche Verspieltheit paradoxe und humorvolle Welten. So die Definition. Vielleicht hat Lia versucht, ihre Notiz daran anzupassen und deshalb das Bild der Grinsekatze und die wirren Sätze gewählt.
Auch Lia scheint wage klar gewesen zu sein, dass das alles ziemlich beunruhigend klingt, denn sie schreibt außerdem: “Nein, ich bin nicht suizidal, das genaue Gegenteil. Erinner dich an Jack Carrow. Eine humorvolle Anspielung auf den Autoren Jack Carock, dessen Nachname für einige Amerikaner und mich schwierig auszusprechen ist.
In einem Kreis steht außerdem 23 April on the Roads und On the Road ist ein Roman von Jack Carwick. Le ist total vernaht in diesen Autor. Also sieht es für Cara und Nicole erstmal so aus, als habe sie sich auf einen Roadtrip gemacht, inspiriert von ihrem Lieblingsschriftsteller. Das beruhigt vor allem Cara, aber nur geringfügig.
Wenn ihre Schwester spontan verreisen will, bitte. Aber sie hat noch am Morgen des 9. März mit Lia telefoniert. Also an dem Tag, an dem sie diesen Brief an Nicole geschrieben hat. Und da hat Lia absolut nichts davon erzählt, dass sie am selben Tag noch einen Roadtrip starten wollte. Im Gegenteil, sie hatte sich danach sogar noch mit Nicole zum Babysitten für den Z. verabredet.
Dort ist sie unangemeldet nicht aufgezaucht. Genau wie zu anderen Verabredung in den Tagen danach. Dass Leia manchmal schräge Dinge unternimmt, die nicht jeder gut findet oder nachvollziehen kann, ist nichts Neues. Aber dass sie einfach abtaucht und sich unangekündigt tagelang nicht meldet, schon. Und Cara will nicht darauf warten, dass die Polizei irgendwelche Nachforschungen anstellt.
Stattdessen nimmt sie die Sache selbst in die Hand. Kara hat eine Vollmacht über Lias Bankgeschäfte. Das haben die Schwestern in einem Jahr zuvor so eingerichtet, bevor Lia zu einer größeren Reise nach Costa Rica aufgebrochen ist. Danach haben sie einfach vergessen, die Vollmacht wieder zurückzuziehen. Also kann Cara jetzt ziemlich genau schauen, wo ihre Schwester zuletzt wie viel Geld ausgegeben hat und so nachvollziehen, wo Le hin ist.
Nach dem Telefonat der Schwestern hat Lia am Nachmittag 3000$ Bargeld abgehoben. Am 10. März hat sie offenbar eine Nacht in Tennessee verbracht in einem Hotel in der Stadt Liben. Von dort scheint sie über die Interstate 4 Richtung Westen gefahren zu sein. Einlang der Strecke hat sich für Sprit an mehreren Tankstellen angehalten.
Sie muss irgendwann aber auf die Interstate 5 im Norden gebogen sein, denn am 13. März um 0:57 Uhr befand sie sich an einer Tankstelle namens Pilot in Brooks im US-Bundessad Oregon. Später wird man von diesem Tankstellenbesuch auch Material von Überwachungskameras finden. Le wirkt auf den Aufnahmen eigentlich ganz normal.
Sie trägt einen auffälligen Hut und scheint recht entspannt zu sein. Allerdings hält sie auf den Aufnahmen auch mehrmals inne. In diesen Momenten schaut sie durch die Fenster nach draußen auf dem Platz vor der Tankstelle. Dort gibt es aber keine Kameras. Das bedeutet, bis heute weiß niemand, was oder wen Lia dort durch die Scheibe gesehen hat.
Am 18. März 2000, mehr als eine Woche nach Lias Aufbruch, findet man ihr Auto oder das, was davon übrig ist. An diesem Tag sind zwei Jogger an einer abgelegenen Straße in einem Waldschutzgebiet in Washington unterwegs. Da bemerken sie auf einmal Kleidungsstücke, die in einigen der Bäume am Wegesrand hängen.
Als sie sich die Sache ansehen wollen, schauen sie hinunter in eine Schlucht und sehen ein Jeep Cherokee. Die hinzugerufene Polizei geht zunächst von einem Unfall aus. Aufgrund der Spurenlage sieht es aus, als sei das Auto mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 Meilen pro Stunde berg auf von der Straße abgekommen.
Dann scheint es sich mehrmals überschlagen zu haben, ehe es in der Schlucht aufprallte. Ein Unfall, bei dem man sich sicherlich schwere Verletzungen zuziehen würde. Doch etwas an dieser vermeintlichen Unfallstelle ist komisch, denn es gibt keine Verletzten. Man findet zwar zügig heraus, dass das Auto zu Leah Roberts gehört, die North Carolina vermissgemeldet wurde, doch die junge Frau ist nicht im Autowrack.
Überhaupt finden sich im Wrack keine Blutspuren, trotz des heftigen Unfalls. Die Windschutzscheibe ist intakt und es gibt keine Anzeichen, dass er sicherheitsgut gedehnt wurde. Damit fehlen wichtige Indizien dafür, dass jemand auf dem Fahrersitz durch den Fall und den Aufprall herumgeschleudert wurde. Es sieht eher aus, als hätte überhaupt niemand in dem Auto gesessen, als es die Schlucht hinuntergefallen ist.
Gleichermaßen rätselhaft ist aber, dass es auch keine Anzeichen dafür gibt, dass das Auto geschoben oder die Räder oder Achse an einem anderen Auto festgebunden worden war. Es sieht aus, als sei das Auto direkt aus dem Himmel in die Schlucht gekracht. Da das aber natürlich nicht des Rätsels Lösung sein kann, schaut man sich im Umkreis des Wracks um.
Doch auch dort findet man keinerlei Blutspuren, auch auf der Fahrbahn nicht, die zu dem Unfallort führt. Das spricht auch dagegen, dass jemand aus dem fahrenden Auto gesprungen wäre, bevor es die Schlucht runtergekracht ist. Dafür findet die Polizei in dem Auto etwas anderes. Eine Decke und ein Kissen feinsäuberlich zu einem Schlafplatz arrangiert und das nachdem das Auto verunfallt ist.
Irgendwer scheint durch die zerbrochenen Fenster gekrochen zu sein und in dem Wrack übernachtet oder sich zumindest hingelegt zu haben. Man findet zwar keine Blutspuren oder dergleichen, dafür aber alle persönlichen Gegenstände von Lea Roberts. Ihr Ausweis: Führerschein, Kreditkarte, Checkbuch, Kleidungsstücke, ihre Gitarre, mehrere CDs, sogar 2400$ Bargeld.
Alles was ihr gehört ist da, nur Leicht. Und ihre Katze Bier ist ebenfalls weg. Obwohl Katzenfutter und ihr Körbchen ebenfalls an der Unfallstelle liegen. Am auffälligsten ist aber der diamantbesetzte Verlobungsring ihrer Mutter, der unter der Fußmatte des Jeeps gefunden wird. Das ist Lias wertvollster Besitz. Nicht nur vom materiellen Wert her, sondern auch emotional, denn Lias Mutter ist vor einigen Jahren gestorben.
Lia ist eigentlich nirgends ohne diesen Ring hingegangen und ihr Umfeld ist sicher, dass sie den unter keinen Umständen irgendwo zurückgelassen hätte, egal was sie vorgehabt haben könnte. Sie hat ihn eigentlich niemals abgelegt. Dass er im Auto zurückgeblieben ist, spricht dafür, dass Leugestoßen ist oder konkreter, dass jemand ihr etwas angetan hat.
Für die Polizisten vor Ort ist alles an der Auffindesituation des Jeeps total verblüffend. Die Ermittler wollen unbedingt herausfinden, was hier vor sich geht. Nicht nur, weil Lea Roberts natürlich weiterhin als vermisst gilt, sondern auch, weil sich schlicht niemand die ganze Situation erklären kann. Es wird sogar die Hypothese in Betracht gezogen, dass Lia den Unfall wie durch ein Wunder relativ unverletzt überstanden haben könnte.
Vielleicht wäre sie dann mit ihrer Katze Bier auf dem Arm in die umliegende Wildnis gegangen, um Hilfe zu suchen. Also wird sofort nach dem Auffinden ein Such und Rettungsteam zusammengestellt. Spürhunde sind mit Einsatzkräften am Boden unterwegs, während in der Luft Hubschrauber nach Spuren der jungen Frau suchen.
Es dauert zwei Wochen, einen großen Umkreis des dichten Waldes abzusuchen, aber man findet nichts. Auch die Canyon Creek Road wird in beide Richtungen akribisch abgesucht, aber auch hier keine Spur von Leer. Spannend ist, dass der Unfallort durchaus Sinn ergibt bei den bisherigen Theorie, denn er liegt nur etwa 100 Meilen vom Desolation Peak entfernt.
Und genau dort hat Jack Carck bekannterweise mal einen Sommer verbracht und viel geschrieben. Für einen Fan wie Leisches Ziel gewesen, nur dass sie dort nie angekommen ist. Trotz des verunfallten Wagens und dem Zurücklassen der persönlichen Gegenstände bleibt in diesem Fall eine Sache möglich, dass Le nicht mehr in ihren Alltag zurück konnte oder wollte.
Ich weiß, wenn es um vermissten Fälle geht und dann die altbekannte Theorie vom Beginn eines neuen Lebens oder eines Freitodes zur Sprache kommt, wirkt das oft weit hergehobt. Im Fall Leia Roberts ist das etwas anders, denn sie hat einige heftige Jahre hinter sich. Als sie 17 war, wurde bei Lias Vater eine schwere Lungenkrankheit diagnostiziert.

Als sie 20 war, starb ihre Mutter unerwartet an einem Herzlein. Im Jahr darauf war Lian einen schweren Autounfall verwickelt. Sie hatte Organschäden und einen komplizierten Beinbruch. Nach diesem Unfall wollte sie sich im Frühjahr 1999 den langersehnten Wunsch einer Reise nach Costa Rica erfüllen, um sich zu erholen und wieder zurück ins Leben zu finden.
Und nur wenige Tage vor ihrem Abflug ist dann auch ihr Vater an seiner Krankheit gestorben. Lia hat also innerhalb weniger Jahre beide Elternteile verloren und selbst einen schweren Unfall überlebt. Nach Costa Rica ist sie übrigens trotzdem geflogen und wohl mit einem neuen Mindset von dieser Reise zurückgekommen.
Vorher hat Lea Spanisch und Anthropologie studiert. Eigentlich haben ihr nach der Rückkehr aus Costa Rica nur noch ein paar Kurse bis zum Abschluss gefehlt. Trotzdem hat sie sich dazu entschieden, ihr Studium abzubrechen. Die Schicksalsschläge haben Lia gezeigt, dass man das Leben einfach nicht planen kann. Dass sich Fleiß und harte Arbeit auszahlen ist genauso wenig garantiert, wie dass man überhaupt am nächsten Morgen gesund aufwacht.
Nach all diesen großen furchtbaren Dingen erscheint ihr das Hinarbeiten auf ein Stück Papier eigentlich nur noch lächerlich. Nia hat von ihren Eltern Geld geerbt, von dem sie zuletzt gelebt hat. Sie hat sich keinen Job besorgt, sondern stattdessen viel gelesen, geschrieben, Musik gehört und angefangen Gitarre zu spielen.
Oft hing sie in einem Caffee namens Kappe Joa, ab, wo sie stundenlang saß und ihre Gedanken in ihr Notizbuch hat fließen lassen. Manchmal hat sie auch ihren Laptop mitgenommen, um dort an eigenen Geschichten zu arbeiten. Dabei war sie oft allein unterwegs, sowohl bei Kappe Joe als auch manchmal, wenn sie abends ausgegangen ist.
Das hat Lia aber nichts ausgemacht. Zum einen hat sie kein Problem damit, in eigener Gesellschaft zu sein. Zum anderen ist sie der Typ Mensch, der schnell und einfach neue Leute kennenlernt. Und einer Freundin, die Lia im Caffée kennengelernt hat, hat sie tatsächlich von einem geplanten Roadtrip im Geiste von Jack Carwag erzählt.
Die beiden Frauen waren beide Fans des Schriftstellers und seines autofiktionalen Buches The Dabs. Diese Geschichte endet auf dem Desolation Peak und 100 Meilen entfernt von dort wurde Jal Lias Auto gefunden. Sie hat ihrer Freundin wohl erzählt, sie wolle die Route aus dem Buch nachfangen. Auch ihrer Mitbewohnerin Nicole hat sie von Roadtrip Plane erzählt und gefragt, ob sie nicht mitkommen will.
Nicole hat aber abgelehnt, weil sie arbeiten musste und nicht genug Geld hatte. Es wirkt also, als habe Lia sich ganz spontan am 9. März allein auf ihre Traumreise gemacht und als sei ihr kurz vor dem Ziel etwas furchtbares zugestoßen. In einer kleinen Box in Lias Auto findet die Polizei eine Kinokarte. Das ist eine wichtige Spur.
Wie man dank der Karte weiß, weil Le am 13. März 2000 in Bellingham, Washington, nur 30 Meilen vom Unfallort entfernt. Dort hat sie um 13:33 Uhr ein Ticket für die Vorstellung vom Film American Beauty gekauft. Der Film lief an dem Tag um 14:10 Uhr im Kino der Bellis Fairmall. Lias Schwester Cara macht sich selbst auf den Weg zu dieser Mall, um sich umzusehen und Poster mit Lias Foto aufzuhängen.
Dabei fällt ihr im Foodcode der Mall ein bestimmtes Restaurant auf. Es ist einfach ein Bauchgefühl. Es wirkt wie ein Ort, an dem Lia gern essen gehen würde. Cara beschließ dort mal Lias Foto zu zeigen und zu fragen, ob sie vielleicht dort war. Und tatsächlich, mehrere der Mitarbeiter geben an, Lea gesehen zu haben.
Wie man herausfindet, war Caras Bauchgefühl gold richtig. Le hatte am 13. März vor ihrem Kinobesuch genau hier etwas gegessen. Sie hat an der Barants gesessen und das nicht allein, sondern zwischen zwei männlichen Personen. Einer der beiden Männer meldet sich wenig später freiwillig bei der Polizei. Er schildert Le sei gesprächig und freundlich gewesen und habe mit ihm und einem zweiten Mann, der auf der anderen Seite von ihr saß, gequatscht.
Als sie das Restaurant verlassen hat, sei sie aber allein gewesen. Die Ermittler können auch den zweiten Mann ausfindig machen. Spannenderweise erzählt dieser aber eine Geschichte, die etwas anders klingt. Er sagt, er könne sich noch gut an das Gespräch erinnern. Er und Lea hätten sich über den Schriftsteller Jack Carak unterhalten und über ihre Reisen.
Auch er sagt, dass Lea das Lokal verlassen habe, aber eben nicht allein, sondern in Begleitung eines dritten Mannes, der Barry heißen soll. Und der Zeuge erinnert sich so detailliert an diesen Barry, dass auf Basis seiner Beschreibung ein Phantombild angefertigt wird. Das Merkwürdige ist aber, der erste Mann hat Barry gar nicht erwähnt.
Die Polizei ist bis heute nicht sicher, ob es diesen Barry wirklich gibt oder ob der zweite Mann ihn sich nur ausgedacht hat. Und wenn er sich Berry nur ausgedacht hat, dann wahrscheinlich, weil er etwas zu verheimlichen hat, etwas, das mit dem Verschwinden von Lea Roberts zu tun haben könnte. Auch ein zweiter Tipp hält die Polizei in Art. Am 25.
März, eine Woche nach dem Fund von Lias Auto, geht bei der Polizei ein seltsamer Hinweis ein und zwar von einem anonymen Anrufer mit einer männlichen Stimme. Er behauptet, seine Ehefrau habe erzählt, dass sie Lia an einer Tankstelle gesehen habe und dass es gewirkt hätte, als sei sie verwirrt und desorientiert. Doch bevor der Mann weitere Informationen durchgibt, wird er auf einmal unruhig, beinah panisch und legt auf.
Er soll wohl von der Texo Tankstelle Everton gesprochen haben. Sie liegt etwa 30 Meilen nördlich von Seattle und ca. 60 Meilen südlich von Bellingham. Der anonyme Anrufer hat sich nie wieder bei der Polizei gemeldet. Trotzdem wird der Tipp als glaubwürdig eingestuft. Wenn Lean Ever gewesen sein soll, muss sie jemand dorthingen. Vielleicht jemand, der es nicht gut mit ihr meinte oder jemand hat sie dort aufgegriffen.
Obwohl diese beiden Spuren, die aus dem Foodcourt und die von der Tankstelle eigentlich sehr vielversprechend sind, ist die Polizei an einer Sackgasse. Man hat schlicht keine Möglichkeit, die Spuren weiter zu verfolgen. Langsam aber sicher wird der Faller Roberts zu einem Codecase.
Nach einigen Monaten bietet die Polizei an, dass Cara und Keith die Sachen von Lia abholen können. Cara möchte die Habseligkeiten von Lia nicht zurückhaben. Nicht, weil sie nicht an den Sachen von ihrer Schwester hängen würde, sondern weil sie hofft, dass sich die Technologie in den nächsten Jahren vielleicht so weiterentwickelt, dass man doch noch irgendwelche Hinweise aus dem Auto oder den anderen Besitztümern herausholen kann.
Und diese Hoffnung wird sich auszahlen. 2007 kommt es zu einem Personalwechsel bei der zuständigen Polizeidienststelle. Die neuen Ermittler gehen noch mal die Fallakte von Lea Roberts durch. Ihn fällt auf, dass das Auto anscheinend gar nicht großartig von Experten untersucht wurde.
Zumindest scheint auf Basis der Unterlagen niemand mal daran gedacht zu haben, die Motorhaube zu öffnen. Also wird das so schnell wie möglich nachgeholt. Und dabei entdecken die Ermittler etwas, womit niemand gerechnet hat. Es finden sich nämlich eindeutig Anzeichen dafür, dass der Jeep Cherokee manipuliert wurde. Die Abdeckung des Starterrelais war entfernt worden.
Das ist ein Magnetschalter, der den Zündschalter vor Überhitzung schützt. ohne hier jetzt technisch zu werden, kurz gesagt ist es wohl möglich, dass eine Person das Relais ausbaut, von außerhalb des Fahrzeugs darauf drückt und so das Auto beschleunigt, obwohl niemand am Steuer sitzt. Einzig der Schlüssel muss in der Zündung stecken.
Das klingt kompliziert und das ist es auch. So eine raffinierte Manipulation kann eigentlich nur von jemand mit fortgeschrittenen mechanischen Kenntnissen vorgenommen werden. Und jetzt ratet mal, wer Mechaniker ist? richtig ganz zufällig der zweite Mann, der der Polizei die Sache mit dem angeblichen Berry aufgetischt hat.
Außerdem hat er einen militärischen Hintergrund und sich inzwischen nach Kanada abgesetzt. Kurz sieht es so aus, als habe man den Fall gelöst. Der Mann hat Lee etwas angetan und dann ihr Auto manipuliert, um einen Unfall vorzutäuschen. Als man auch noch Fingerabdrücker an der Unterseite der Motorhaube findet, scheint die Lösung zum Greifen nah.
Aber dann kommt die Ernüchterung. Die Fingerabdrücker an der Motorhaube passen nicht zu denen des Mannes und damit steht die Polizei wieder am Anfang. Dem einzigen, der als Verdächtiger in Frage kommen würde, kann nichts nachgewiesen werden. Trotzdem laufen die Ermittlung und Fall Leer Roberts über die Jahre weiter.
Wann immer es einen Fortschritt in der DNA Technik gibt, werden die persönlichen Gegenstände der Vermissten noch einmal auf Haare, Fasern und Blut untersucht. Und 2010 gibt es einen Erfolg. Man findet männliche DNA auf einem Kleidungsstück, das aus Lias Auto geborgen worden war. Es könnte ein weiteres Indiz dafür sein, dass Le Opfer eines Verbrechens geworden ist.
Leider gibt es in der DNA Datenbank jedoch kein Match. Man weiß einfach nicht, von wem diese Spur ist, nur dass der Mann offenbar nicht schwer straffällig geworden ist, sonst wäre sein Name beim Abgleichen der Datenbank aufgetaucht. Sech Jahre nach Lias Verschwinden wurde, der Wald, in dem das Autowrack gefunden wurde, übrigens noch mal durchsucht.
Dieses Mal unter Einsätzen von Leichenspürhunden und Metalldetektor. Der Metalldetektor war ein kluger Schachzug, denn nach ihrem schweren Autounfall und ihrem komplizierten Bruch wurde Lia eine Metallstange ins Bein gesetzt. Wäre ihr Körper irgendwo draußen im Wald, wäre das Gewebe um die Metallstange längst verrottet.
Nicht aber das Metallstück selbst, dass man anhand einer Seriennummer eindeutig Lia zuordnen könnte. Das ist zwar ein raffinierter Gedanke, bringt aber leider nichts. Man hat weder die Metallstange noch irgendetwas anderes von Lea Roberts gefunden. Sie scheint wirklich nicht in dem Waldstück zu sein, indem das Wrack ihres Autos gefunden wurde.
Wie Lias Schwester Cara berichtet, haben sowohl Lias Familie als auch die Polizei die Möglichkeit in betracht gezogen, dass Lia den Autounfall überlebt, aber eine Kopfverletzung erlitten hat. Eine Kopfverletzung, die vielleicht zu einer Amnesie geführt haben könnte. Dementsprechend wurden die nahgelegenen Krankenhäuser damals überprüft.
Doch dort wurde im fraglichen Zeitraum niemand eingeliefert, der auf ihre Beschreibung passt. Es kann natürlich auch sein, dass Leim verwirrten Zustand vom Unfallort weggelaufen ist und per Anhalter weiterfahren wollte und dass sie vielleicht erst dabei Opfer eines Verbrechens wurde oder weit weg vom Unfallort gebracht wurde, ohne zu wissen, wer sie war.
Dazu würde die Sichtung von der Zankstelle aus Everid passen. Was rätselhaft bleibt, ist aber auch die Aussage des Mannes aus dem Foodc. Auch wenn seine Fingerabdrücke nicht am Auto von Lia waren, bleibt die Frage, ob er wirklich glaubt, diesen Barry und Lea miteinander gesehen zu haben oder ob er sich Barry nur ausgedacht hat.
Und wenn ja, warum? Hieras Jeep Cherokee ist auch heute noch bei der Polizei. Bis heute ist der Fall ein absoluter Coldcase und man findet leider echt wenig Information und gar keine Updates mehr dazu. Das stelle ich mir gerade für Lias Geschwister unfassbar heftig vor. Auch sie haben schließlich kurz nacheinander beide Elternteile verloren, dann Lias Unfall miterlebt und schließlich ihr spurloses Verschwinden.
In den Jahren danach waren sie noch recht präsent in den Medien und haben immer wieder vor Ort in Washington nach Lia gesucht, aber das ist in den letzten Jahren weniger geworden und ich denke, das ist verständlich. Das alles muss sie eine unvorstellbare Kraft gekostet haben. Mich hat der Fall sehr an das Verschwinden von Mora Murray erinnert, die ebenfalls nach einem Problem mit ihrem Auto spurlos in einem Wald verschwunden ist.
Das war damals eines der ersten Videos, die ich hier bei Insolito hochgeladen habe. Bald wird dazu sogar noch ein neues Video kommen und das wird viel länger und ausführlicher als das erste. Schreibt mir bitte eure Theorien zum Verlier Roberts in die Kommentare. Ich bin wirklich gespannt darauf, was ihr sagt. Bei der Recherche dachte ich ehrlich gesagt lange, dass Lia freiwillig verschwunden ist, zumindest bis zur Spurenauswertung vom Auto.
Und dann ist er ja auch noch die Sache vom Food Cours. Wirklich ein rätselhafter Fall und ich hoffe, das Video war spannend für euch. Wenn ja, lasst gerne einen Like oder eben einen Kommentar da. So unterstützt ihr auch den Kanal. Sollt ihr den Kanal noch weiter unterstützen wollen, abonniert mich gerne bei Patrick.
Da bekommt ihr die Videos 24 Stunden früher ohne Werbung und ohne Zensur. Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie die Links zu meinem Instagramkanal und meinem Discord. Vielen Dank schon an meinem voraus. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen. Ich wünsche einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen.