News

Tödliche Weltreise | Der Fall Peter Falconio T

Tödliche Weltreise | Der Fall Peter Falconio  

Peter FCI und seine Freundin Joann Lee sind mehr als aufgeregt. Sie erfüllen sich einen Traum, den wohl viele junge Menschen haben. Eine Reise um die Welt. Mitte 20 verlassen die zwei ihre britische Heimat und sind bereit für ein großes Abenteuer. Sie bereisen Asien und Australien, lern neue Kulturen, Leute und Orte kennen.

 Sie tun das, was unzählige andere Touristen ebenfalls tun. Aber die Geschichte von Peter Felconio und Joen Leis ist anders, denn nur einer von den beiden wird nach Hause zurückkehren. Das was den beiden passiert ist so unfassbar, dass ihre Australienreise bis heute der Grundstein für zahlreiche Theorien, Spekulationen und Gerüchte ist.

Alles endet mitten im australischen Outback, nachts auf einem endlosen einsamen Highway mit einem Schuss und einem Entführungsversuch. Und für das Mysterium und Peter Falcon ist dieses Ende erst der Anfang. Ich habe euch ja schon öfters mal erzählt, wie ich so arbeite und recherchiere und dass ich an manche Quellen ohne NordVPN einfach gar nicht drankommen würde.

 Aber der Service von NordvPN ist nicht nur für die Arbeit super wichtig bei mir, sondern auch privat. Da ist vor allem der integrierte Bedrohungsschutz Pro wertvoll. Der geht nämlich über eine normale VPN hinaus. Er blockiert gefährliche Websites, erkennt Mware in Downloads, stoppt lästige Tracker und sogar nervige Werbung noch bevor sie dich erreicht.

 Und das Beste, er funktioniert sogar, wenn man die VPN gerade nicht aktiv hat. Das heißt, du bist immer geschützt, egal, ob du zu Hause bist, im Caffee arbeitest oder auf Reisen serv. Schon wenn man eine Suche mit Google oder Bing startet und sich die Suchergebnisse anschaut, kann der Bedrohungsschutz Pro einen vor Fehlern bewahren.

 Der Sicherheitsindikator für Suchergebnisse zeigt direkt an, ob ein ausgespuckter Link sicher ist oder nicht. Er kann z.B. gefälschte Onlineshops erkennen oder Websites, auf denen Chart Software oder Fishing lauern. Ihr wisst, das Internet ist voll davon und gefühlt wird es immer schlimmer. Früher konnte man zwielichtige Seiten noch einigermaßen gut erkennen.

 Mittlerweile bin ich einfach echt froh, den Bedrohungsschutz pro zu haben. Er checkt zudem kontinuierlich, ob eure Login Cookies im Darknet herumgeistern und jemand mit euren Daten ein Geschäft machen will. Wenn während eurer Nutzung ein Cookie auffällt, schlägt direkt die Warnung vor einer gekapperten Sitzung alle und sagt einem Schritt für Schritt, was am besten zu tun ist.

Wie gesagt, NordVPN und der Bedrohungsschutz sind mittlerweile unerlässlich für mich. Wenn ihr den Service auch mal checken wollt, schaut mal in die Infobox und den angepinnten Kommentar. Dort findet ihr einen Link, unterdem ihr bei einem zwe Jahresabo noch vier Monate extra oben drauf bekommt.

 Ihr könnt den Service auch erstmal 30 Tage für euch testen. Ganz in Ruhe mit einer Geld zurückgarantie. Überzeugt euch gerne einfach selbst. Danke an NordVPN und jetzt geht’s los mit dem heutigen Video. Peter FCONIO wird am 20. September 1972 geboren und wächst in England auf in einem kleinen Dorf in West Yorkshire. Peter hat drei Brüder bei den Falconius zu Hause ist also immer was los.

 Das hält Peter aber nicht davon ab, in der Schule durchgehend gute Leistungen zu zeigen. Nach der Schule arbeitet Peter erst einmal eine Weile. Er kann dabei sogar so viel Geld ansparen, dass er sich ein kleines Häuschen auf dem Dorf kaufen kann. Aber Peter ist ehrgeizig und mit Mitte 20 möchte er sich noch einmal weiterbilden.

 Er zieht nach Brighton, um dort zu studieren. Peter macht den Umzug nicht allein. Seine Freundin Joann Leis ist auch dabei. Die beiden haben sich 1997 beim Feiern kennengelernt. Ein Jahr später leben die beiden dann zusammen der Küstenstadt im Süden Englands. Aber so schön Brighton auch ist, Peter und Joann wollen die ganze Welt sehen.

Joan arbeitet seit einer Weile in einem Reisebüro und spätestens mit diesem Job hat sie ihre Reiselust entdeckt. Ein Gefühl, dass sie mit Peter teilt. Die beiden machen immer mal wieder kleinere Trips innerhalb von Europa. Parallel sparen sie so viel Geld wie möglich, um sich den gemeinsamen Traum einer Weltreise erfüllen zu können. Und am 15.

November 2000 ist es soweit. Joann und Peter steigen in einen Flieger Richtung Asien. Sie bereisen Nepal, fahren von dort mit dem Bus nach Malaysia, erkunden Thailand, Singapur und Kamboda. Dort haben sie leider Pech. Joel und Peter werden bestohlen. Einige Geldhacks und ihre Rückflugtickets sind einfach weg.

 Aber nach initiativer Panik schaffen es die beiden das Problem zu lösen. Das Paar fliegt zurück nach Thailand und in Bangkok gelingt es ihnen alles nötige mit ihren Banken und Versicherungen zu klären. Die Flugtickets sind weg, aber immerhin gibt es die Geldhacks zurück. Trotzdem ist die Stimmung nach diesem Stress natürlich etwas gedrückt.

 Kurz überlegen Joann und Peter sogar wieder zurück nach England zu fliegen. Aber die beiden wollen sich den Urlaub nicht von so einer Sache verderben lassen, zumal am Ende ja doch alles gut gegangen ist. Also machen sich die zwei auf den Weg nach Australien und landen am 16. Januar 2001 in Sydney. Die beiden haben für Australien ein sogenanntes Working Holiday Visa.

 Man kann damit bis zu 12 Monate lang in Australien bleiben und während dieser Zeit dort arbeiten, um sich den Aufenthalt zu finanzieren. Meistens sind das Jobs in Caféses oder Bars oder auch in landwirtschaftlichen Betrieben. Da man mit dem Visum flexibel ist, ist das für junge Menschen eine super Möglichkeit, Stück für Stück den Kontinent zu bereisen.

Erst einmal bleiben Joanne und Peter aber für ein paar Monate in Sydney. Peter arbeitet dort als Handwerker. Joann findet einen Job in einer Buchhandlung. Durch ihre Jobs finden die beiden neue Freunde, mit denen sie viel Zeit verbringen. Wenn es nach Joel ginge, könnten die beiden ruhig noch eine Weile in Sydney bleiben.

 Sie fühlt sich wohler denn je und hat die Zeit ihres Lebens. Peter gefällt das Leben in Sydney zwar auch, aber nach ein paar Monaten möchte er endlich wieder Natur und neue Städte sehen. Dafür sind die beiden ja schließlich unterwegs. Aber wenn man in Australien reisen möchte, zumindest so wie Joann und Peter, dann braucht man erstmal vor allem eines, ein Auto.

 Ich glaube, viele von uns vergessen oft, wie riesig Australien einfach ist. Flächenmäßig würde Deutschland mehr als 20 mal reinpassen. Das bedeutet auch, dass große Teile des Kontinents unbesiedelt sind. Stellenweise kann man Dutzende, wenn nicht hunderte Kilometer fahren, ohne eine andere Menschenseele zu sehen. Peter schaut sich in Sydney, also nach einem geeigneten Wagen für die nächsten Etappen der Reise um.

 Er möchte sich auf jeden Fall Kenber, Melbourne, Adelade, Darwin und Brisban anschauen und natürlich die endlose Natur zwischen diesen Städten. Nach Abschluss der Australien Rundfahrt soll es dann weiter nach Neuseeland gehen. Von Bekannten wird Peter ein Autoverkäufer empfohlen, der sich auf Gebrauchtwagen spezialisiert hat, die an Backpacker verkauft werden.

 Über den Verkäufer findet Peter das perfekte Auto. Gerade erst waren zwei andere Backpacker damit auf längerer Reise unterwegs. Trotzdem ist der Wagen guten Schuss und er sieht auch noch wirklich cool aus. Peter kauft einen Volkswagen Kombiampern knalligen Orange. Der PKW und die Ausstattung sind im guten Zustand und für Peter und Jo ist mehr als genug Platz in dem Wagen, zumal er sogar mit einer kleinen Küche ausgestattet ist.

 Und Peter und Joanne bekommen den Wagen zu einem unschlagbaren Preis. Die Vorbesitzer sind ja ebenfalls Backpacker und wollen das Auto vor ihrer Weiterreise einfach loswerden. Also kann Peter sie auf 1800 australische Dollar runterhandeln. Damals waren es umgerechnet nicht einmal 1000 €. Günstiger geht es also wirklich nicht. Da der Wagen schon einige Kilometer runter hat, ist Joan etwas skeptisch, ob es wirklich so eine gute Idee ist, damit durch die Wüste zu fahren.

 Aber Peter überzeugt sie, aber alles genau recherchiert und gecheckt und Jo vertraut ihrem Freund. Also lassen die beiden Sydney schweren Herzens hinter sich und machen sich am 25. Juni auf die Reise in Richtung Adelade. Tatsächlich sollte Peter recht behalten. Das Auto läuft super. Der Wagen wird das geringste Problem der beiden sein.

 Auf ihrer Reise wird ihnen etwas bzw. jemand ganz anderes ein Strich durch die Rechnung machen. Nach einem Aufenthalt in Adelade geht es für Joann und Peter auf den nächsten Abschnitt ihrer Reise. Dieser wird sie durchs Outback führen und zwar so richtig durchs Outback. Keine Dörfe, keine Zivilisation, kein Handy oder Radioempfang.

Nur die beiden und ihr Kombi will. Das Paar bereitet sich gut vor. Die beiden haben Vorräte im Wagen und Pete hat für ihr Geld nach der Sache in Kambodja einen kleinen Safe besorgt. Zwischen Adelade, ihrer letzten Station und dem nächsten Halt in Darwin liegen ganze 3000 km. Die beiden werden quasi genau die Mitte des Kontinents durchqueren und dafür mehrere Tage unterwegs sein.

Sie legen einen Stopp in Kuba Paddia ein, einer Stadt, die für Opalvorkommen bekannt ist. Etwa dreiviertel aller weißen Opale kommen aus diesem Ort. Für Touristen ist die Stadt allein deshalb einen kurzen Aufenthalt wert, zumal die Stadt eh an der A87 liegt, die zum Stuart Highway gehört. Das ist eine der wichtigsten Fernstraßen, die mitten durch die Natur von South Australia und Northern Territory Richtung Darwin führt, wo Joan und Peter hinwoll.

Dort haben die beiden abgemacht, dass ich ihre Wege für eine kleine Zeit trennen sollen. Immerhin hocken die beiden auch seit mehr als einem halben Jahr 247 aufeinander. Und so sehr man sich auch liebt, irgendwann hat man dann auch mal unterschiedliche Pläne. Von Davin aus will Peter nach Neuginea reisen, wo ein Freund von ihm gerade Wanderurlaub macht.

 In derselben Zeit will Joanne zurück nach Sydney, um dort ihre Freunde wiederzusehen. Danach wollen sich die beiden in Brisbrain wiedertreffen und ihre Australien fortsetzen. Und Joanne spekuliert sogar ein bisschen darauf, dass Peter ihr während der Reise noch einen Heiratsantrag machen wird. Eigentlich ist sie sich da sogar ziemlich sicher.

 Vielleicht würden sie sogar auf der Rückreise noch spontan und heimlich heiraten, so wie die beiden es sich immer gemeinsam erträumt haben. Doch nichts davon wird jemals geschehen. Nach einigen weiteren Zwischenstopps, Wanderung und Naturspektakeln ist das Paar am 14. Juli 2001 auf dem Stuart Highway unterwegs. In Alice Springs wurde das Auto der beiden noch einmal fit gemacht, damit für die Fahrt durch das Outback auch wirklich alles sicher ist.

Trotzdem werden sie von ein paar Leuten gewandt. Im Dunkeln über den Stuart Highway zu fahren sei keine gute Idee. Aber Joan und Peter wollen die Tour unbedingt weitermachen, zumal es sich tagsüber dem Camper zierisch aufheizt. Denn so gut das Auto auch ausgestattet ist, eine Klimaanlage hat es nicht verbaut.

 Das ist doch deutlich angenehmer bei den milden Temperaturen in der Nacht zu fahren. Einige Kilometer hinter Alis Springs gibt es eine Raststätte namens Alarin Roadhouse. Der Besitzer des Alar Roadhouse und zwei Angestellte sind sicher, dass Joanne und Peter am frühen Abend des 4. Juli dort vorbeischauen. Laut den Besitzer hätten die beiden Sandwiches gekauft.

Joanne hingegen sagt später, das würde nicht stimmen. Die beiden seinen am Elaron Roadhouse vorbeigefahren und hätten dort nie gehalten. Darauf kommen wir später aber noch mal zurück. Die beiden machen um etwa 18:20 Uhr noch mal eine Raststätze im Barrow Creekhe. Dort tanken die beiden nicht nur, sondern rauchen auch einen Joint.

Trotzdem fahren sie sofort darauf weiter. Als die beiden weiter Richtung Devils Marbels fahren, fällt Joann und Peter etwas auf. Seit einer Weile fährt dasselbe Auto hinter ihnen her. Die beiden warten die ganze Zeit darauf, dass der Wagen sie überholt. Doch das tut er nicht. Stattdessen fährt er nach einiger Zeit neben ihn.

 Der Fahrer des weißen Toyota gestikuliert wild und zeigt immer wieder auf das Hack ihres Wagens. Jo bittet Peter den Mann einfach zu ignorieren. Er ist nicht ganz wohl bei der Sache. Immerhin ist es schon dunkel und weit und breit ist kein anderes Auto unterwegs. Aber der Autofahrer parallel zu ihn lässt nicht locker.

 Es sieht aus, als woll er sie auf einen Schaden an der Rückseite des Autos aufmerksam machen. Der Mann kurbelt das Fenster runter und ruft etwas von Funken, die aus dem Auspuffrohr des Campers kommen. Also fährt Peter, der am Steuersitz, rechts ran. Auch der weiße Toyota kommt zum Stehen. Peter sagt, er würde sich die Sache schnell ansehen.

 Joan soll einfach im Auto warten. Sie kann die beiden Männer vom Beifahrersitz aus reden hören. Wieder erzählt der Fremde irgendwas von Funken, die aus dem Auspuffen. Peter bedankt sich bei ihm dafür, dass er sie angehalten hat. Er läuft um das Auto zurück zu Joann und holt sich seine Zigaretten aus dem Handschuhfach. Er sagt zu Joann, sie soll mal rüber auf den Fahrersitz rutschen, um das Auto zu starten.

 Er will sich das mit den Funken selbst mal anziehen. Dabei wirkt Peter ganz entspannt. Peter läuft wieder um das Auto herum zurück zum Heck, wo der Mann wohl noch immer steht. Die Fahrertür des Kombis lässt er dabei offen. Joanne rutscht auf den Fahrersitz und dreht den Zündschlüssel. Und mit einem Mal hört Joanne einen Knall. Ein Knall, der klingt wie ein Schuss.

Plötzlich ist der Mann, der die beiden zuvor in den Straßenrand gewunken hat bei Joann. Er hält eine Waffe in seiner rechten Hand. Mit dem anderen Arm schubst er sie zurück auf den Beifahrersitz. Er hält ihr die Waffe gegen den Kopf und fordert sie auf, ihren Kopf unten zu halten. Er beginnt ihre Handgelenke hinter ihrem Rücken zu fesseln.

 Dann stößt er sie aus dem Wagen. Joanne landet beuchlings auf dem Boden und sie reagieren kann, packt der Mann ihre Knöche. Er wickelt Klebeband um ihre Beine, dann zieht er sie hoch und bringt sie zum Stehen. Er versucht ihr weiteres Klebeband über den Mund zu kleben, aber Jo wehrt sich und wirft ihren Kopf umher.

 Ihr Hafer fängt sich im Klebeband und nach einigen Sekunden Gerange gibt der Mann auf. Stattdessen schleift der Joanne über die Straße zu seinem Auto. Dort zieht er ihr eine Stofftasche über den Kopf und wirft sie auf die Ladefläche des Trucks. Joanne schreit um ihr Leben. Sie fragt den Mann, warum er das tun würde, ob er Geld haben oder sie vertigen wolle.

 Der Mann sagt nur ein einziges Wort. Nein. Joann schreibt nach Peter, aber sie hört nichts. Joanne weiß in diesem Augenblick nur, dass gerade etwas Schreckliches passiert und dass sie sich in größer Gefahr befindet. Aber Joanne ist schnell und der Täter war nachlässig, denn das Klebeband um ihre Knöche ist zu locker und zu dünn und den Stoff über ihrem Kopf hat er nicht fixiert.

Bevor der Mann den Wagen starten kann, gelingt es Joy Fesseln, um ihre Beine abzuschütteln und auch den Stoffbeutel vom Kopf zu bekommen. Sie springt aus dem Wagen und rennt in die erstbeste Richtung. Wie in so vielen abgelegenen Gegenen in Australien führt ihr Fluchtweg sie deshalb mitten ins Outback.

 Joanne kann hören, dass der Mann ihr auf den Fersen ist. Er rennt ihr hinterher und das offenbar nicht allein. Auch ein Hund ist zu hören. Immer wieder blitzt die Taschenlampe des Mannes im Dunkeln auf, während Joann sich unter einem großen Busch versteckt. Sie hat dort mehrere Stunden aus, in denen der Mann immer wieder an ihrem Versteck vorbeiläuft.

Sie können hören, wie der Mann zu seinem Auto zurückgeht und den Wagen startet. Dann blitzen die Autoscheinwerfer auf und der Lichtkegel trifft direkt den Busch unter dem Joard. Für eine Weile passiert nichts. Sie fürchtet, der Mann habe sie in ihrem Versteck entdeckt. Doch dann setzt das Auto zurück und fährt weg.

 Sie weiß nicht, ob der Mann vielleicht noch einmal zurückkommen wird. Sie weiß nicht, was dieser Mann ihrem Freund Peter angetan hat. Nach einigen Minuten wagt sich Joanne näher zum Straßenrand, wo sie sich im hohen Gras versteckt. Als sie gegen 0:35 Uhr Scheinwerfer eines großen Trucks sieht, macht sie auf sich aufmerksam.

 So wird Jo lees mitten in der Nacht auf den 15. Juli von zwei Lastwagenfahrern gefunden von Vince und Rodney. Joann ist natürlich total aufgelöst und verängstigt. Rodney sagt später in einem Interview, noch nie in seinem Leben habe er einen so verstörten Menschen gesehen. Er und Vince versuchen die junge Frau zu beruhigen und ihre Fesseln zu lösen.

Immer wieder ruft Joann: “Sie sollen nach Pete suchen.” Als die beiden fragen, wer das sei, erzählt Joann bruchstückhaft: “Peter sei ihr Freund und er sei angeschossen worden.” Aber von Peter ist weit und breit nichts zu sehen. Vince und Rodney entscheiden sich dazu, zur nächst gelegenen Gaststätte zu fahren.

 Wenn wirklich jemand mit einer Schusswaffe in der Nähe unterwegs ist, wollen sie weder sich selbst noch Jo weiter in Gefahr bringen. Gegen 1:30 Uhr kommen die drei am Barrow Creek Roadhouse an, von wo sie die Polizei verständigen. Joann wird mit einem warmen Tee versorgt und von einer Mitarbeiterin des Paps betreut. Aber die 27-jährige ist nach wie vor im absoluten Schockzustand.

Dass die Polizei eintrifft, ihre Verletzung und verschmutzte Kleidung untersucht und sie befragt, registriert sie kaum. Aber sie kann eine Beschreibung des Angreifers geben. Ein Mann mit länglichem Gesicht, so um die 45 Jahre alt, tiefliegende Augen und eingefallene Wangen, greuliches Haar, das ihm in die Stirn fällt und ein dichter Schnauzbart.

 Er hat eine Arbeitshose und ein blaukariertes Hemd getragen. Um sich zu erholen, wird Joanne im Barrow Creek Hotel untergebracht. An ihren Armen und Beinen sind noch immer die Spuren der Fesseln zu sehen. Ihre Knie und Ellenbogen sind aufgeschärft. Aber vor allem muss Joen damit fertig werden, dass sie keine Ahnung hat, was mit Peter geschehen ist, aber dass der Schuss, den sie aus dem Auto gehört hat, das Schlimmste vermuten lässt.

Am Morgen des 15. Juli wird eine große Suche nach Peter Felconi und dem mysteriösen Angreifer gestartet. Am Stuart Highway findet man eine große Blutlache. Ein DNA Test zeigt, dass das Blut zum vermissten Peter gehört. Das Blut befindet sich einige Meter von der Stelle entfernt, wo der orangefarbene Kombi von Peter und Joann geparkt ist.

Eine blutige Schleichspur oder dergleichen findet man aber nicht. Nur diese eine Blutlache am Straßenrand und einige Sprenkel auf der Erde daneben. Zudem findet man Joes Fußspuren, die zu ihrer Fluchtgeschichte passen. Allerdings keine weiteren Abdrücke von Peter, dem Täter oder einem Hund. An der Rückseite des Kombis, wo es ja eigentlich zu dem Schuss auf Peter gekommen sein muss, werden keine Rückstände von Schießpulver gefunden.

Die Suche gestaltet sich aufgrund der Gegebenheiten vor Ort schwierig. Es ist eigentlich kaum möglich, die Natur wirklich komplett abzusuchen, aber die Polizei gibt ihr Bestes. Im Juli 2001 wird eine Belohnungssumme von 250.000 australischen Dollar ausgelobt. Obwohl es Joanne schwer fällt und sie selbst noch von den Geschehnissen erschüttert ist, spricht sie mit den Medien.

 Sie würde wohl alles dafür tun, dass ihr Freund Heilwieder zu ihr zurückkehren kann. Immerhin bringt ihr Auftreten in verschiedenen Berichten auch etwas. mehr als 300 Hinweise aus der Bevölkerung, die die Polizei nach und nach abarbeiten kann. Sicherlich gibt es auch einige von euch, die schon sehr viele True Crime Fälle gesehen oder gehört haben.

 Da denkt ihr euch jetzt vielleicht: “Gut, man hat nur Jo Aussagen zu dieser ganzen Sache. Und klingt das, was sie gesagt hat, nicht einfach nur wie im Film? Solche Zweifel werden natürlich auch damals in den Medien laut. Auch die Polizei soll kurzzeitig in Erwegung gezogen haben, dass Joanne nicht die ganze Wahrheit sagt.

 dass womöglich sogar sie verantwortlich sei für Peters Verschwinden. Am Abend, bevor Joanne zurück nach England fliegen soll, um sich dort weiter zu erholen, wird sie von der Polizei noch einmal zu einer Befragung geholt. Nur dass ihr diese Befragung eher vorkommt wie ein Verhör. Am Ende sagt einer der Polizisten noch, man wolle doch nur Gewissheit für Peters Familie, dass sie sagen solle, wo sich Peters Leiche befindet.

Joan ist total schockiert, dass sie verdächtigt wird und dass offenbar selbst die Polizei Zweifel an ihren Erzählung hat. Nach Joens erster Vernehmung direkt am 15. Juli wurde ihr Aussageprotokoll ausgewertet. Ein Gremium von Ermittlern ist auf Basis ihrer Sprachmuster und ihres Verhaltens zu dem Schluss gekommen, dass ihre Aussage nicht der Wahrheit entsprechen würde. Das wird z.B.

 durch die vielen Erinnerungslücken begründet oder damit, dass Joanne überwiegend im Präsenz von der versuchten Entführung spricht. Solche Auswertungen sind aber nicht unumstritten. Nach inzwischen mehr als 20 Jahren ist die Forschung inzwischen ja auch weiter. So hat man herausgefunden, dass Frauen eher dazu neigen, traumatische Erfahrungen im Präsenz zu erzählen.

 Sie neigen eher dazu, sich in die Situation zurückzuversetzen, wenn sie darüber sprechen. Das Erlebte wird wieder real und deshalb eben in der Gegenwartsform erzählt. Nach heutig Stand würde das Jo also niemand mehr angreifen. Man muss sich vielleicht noch mal Joann Situation vor Augen führen. Sie ist 27 Jahre alt, am anderen Ende der Welt.

 Ihr Freund wurde wahrscheinlich zumindest schwer verletzt und ist seither spurlos verschwunden. Und sie selbst hat eine versuchte Entführung überlebt. Und dann muss sie auch noch mit den impliziten Verdächtigen der Polizei umgehen und mit den Medien, die sich auf jede Bewegung von Joann stürzen. Wenn sie sich einige Wochen lang nicht gegenüber der Presse äußert, gibt sie sich aus Sicht der Medien nicht genügend Mühe, um Peter zu finden.

 Wenn sie dann doch mal vor die Kameras tritt, dann passt auch dann irgendwas nicht. Ihre Kleidung ist für den Anlass unangemessen. Sie wirkt zu kalt oder ist sich bei manchen Dingen zu unsicher. Jeder scheint eine Meinung zu Joan Le zu haben. Ihr Verhalten wird so sehr unter die Lupe genommen, dass das Verschwinden von ihrem Freund Peter beinah in den Hintergrund gerät.

 Und dabei ist er ja nach wie vor verschwunden. Im Zuge der Ermittlung taucht Material von Überwachungskameras auf, die an der Shelltankstelle in Alice Springs hängt. Einige Kilometer vom Tatort entfernt. Das Material wurde etwa um die Uhrzeit aufgezeichnet, als Joanne von den beiden Truckern gefunden wurde. Auf den Kameraaufnahmen sieht man einen Mann, der ziemlich genau zu JoS Personenbeschreibung passt.

Als ihr die Aufnahmen zum ersten Mal gezeigt werden, sagt sie, der Mann sei nicht ihr Angreifer. Doch dann entscheidet sie sich um. Wahrscheinlich sei er doch. Und genau solche Widersprüche sind für die Medien natürlich ein gefundenes Fressen. Derartige undeutliche Erinnerung sind bei traumatischen Erlebnissen aber normal und das auch, wenn nur ein paar Tage vergangen sind.

Grob gesagt ist das ein Schutzmechanismus des Gehirns. Das Erlebte wird dann nicht als zusammenhängende Geschichte gespeichert, sondern nur in Fragmenten, manchmal sogar auch gar nicht. Viele Betroffene erleben dann mehrere, manchmal auch widersprüchliche Versionen oder unscharfe Erinnerung an das Ereignis. Das kann auch nach kurzer Zeit schon passieren, weil das Gehirn durch den massiven Stress nicht in der Lage ist, die Information normal ins Langzeitgedächtnis zu überführen.

 Es kann also sein, dass Joanne bei solchen Befragungen nur versuchen kann, sich quasi an ihre eigenen Erinnerung zu erinnern. Das sieht man auch ganz gut in den Videos der Fallrekonstruktion an der Joanne teilgenommen hat. Als sie die Situation nachspielen soll, in der sie vom Auto des Entführers heruntergesprungen ist, schaut sie nach rechts.

 Sie sagt, sie sei sich eigentlich sicher gewesen, sie sei dorthin gerannt, aber nun, da sie dort stehe, fühlt es sich irgendwie so an, als sei sie doch nach links gelaufen. Und ähnlich läuft es eben auch, als ihr das Überwachungsvideo aus der Tankstelle gezeigt wird. Erst sagt sie, der Mann sei nicht der Täter, dann ist er es doch.

Die Polizei geht allerdings auch davon aus, dass es sich bei dem Entführer und dem Mann auf dem Video um dieselbe Person handelt. Ort, Uhrzeit und Aussehen passen, zumal man auf den Videos auch das Auto des Mannes sieht. Und das Fahrzeug ist ebenfalls deckungsgleich mit JoS Beschreibung. Der Wirbel um Joanns Erzählung legt sich erst ein wenig, als ihre Kleidung aus der Nacht vom 14. auf den 15.

 Juli forensisch untersucht wird. An JoS Shirt findet man mehrere kleine Flecken, die aussehen wie Blut. Obwohl die Spuren winzig sind, gelingt es ein vollständiges DNA Profil herzustellen. Die DNA passt weder zu Joanne noch zu Peter oder zu ihren beiden Rettern. Auch im System der australischen Polizei gibt es keinen Treffer.

Aber natürlich wird die Spur aufbewahrt. Immerhin könnte es sich um wertvolle Täter DNA handeln. Zudem passt die DNA auch zu der auf JoS Fesseln sowie das Lenkrad des VW Campers. Die Zweifel an Joannes Darstellung werden weiter ausgeräumt, als bekannt wird, dass Joann und Peter nicht die einzigen sind, die am Stuart Highway merkwürdige Begegnung hatten.

 Laut der Polizei des Northern Territory soll es schon andere Meldungen von Zeugen gegeben haben. Sie haben ebenfalls von einem Mann berichtet, der genau auf die Beschreibung von Joel passt. Er soll mehrfach Auto und Motorradfahrer auf diesem Streckenabschnitt terrorisiert haben. Ein Mann berichtet der Polizei.

 Er sei gemeinsam mit seiner Familie vor etwa anderthalb Jahren an genau dem gleichen Streckenabschnitt im Auto herangewunken worden. Von einem Mann, der dem Phantombild nach Joens Angaben erstaunlich ähnlich sieht. Bei diesen bekannten Zwischenfällen ist der Mann nicht handgreiflich geworden. Trotzdem verfolgt die Polizei diese Spur.

 Sie sucht einen Mann, der regelmäßig auf dem Stuart Highway unterwegs ist, einen weißen Toyota Truck fährt, einen Hund bei sich hat und auf JoS Täterbeschreibung passt. Und diesen Mann werden die Ermittler auch finden. Mitte 2001 klingelt bei Bradley John Murdock das Telefon. Sein Vater ist dran. Er erzählt dem 43 Jahre alten Bradley, er habe ihn gerade im Fernsehen gesehen.

 Da wurde nämlich das Video gezeigt, auf dem der Mann an der Tankstelle in Alice Springs zu sehen ist. Und dieser Mann hat eine krasse Ähnlichkeit mit Bradley. Der 43-jährige verdient sich seinen Lebensunterhalt mit gelegentlichen Autoreparaturen und Drogenschmucke. Bradleys Vater ist nicht der einzige, der der Meinung ist, sein Sohn sei auf diesem Video zu sehen.

 Auch einige Freunde von Bradley Murdock haben sich bereits gemeldet und gesagt, das sei doch er nicht nur bei Bradley, sondern auch direkt bei der Polizei. Im November 2001 schauen ein paar Ermittler also bei Bradley zu Hause vorbei, aber der Besuch verläuft unspektakulär. In den Akten wird vermerkt, dass weder Bradley Murdock noch sein Auto auf die Beschreibung von Joann Lee passen würden.

 Er wird gebeten an einer Gegenüberstellung teilzunehmen, lehnt jedoch ab. Allerdings ist in den Akten auch nicht davon zu lesen, dass er eine DNA Probe abgeben musste. Stattdessen wird Bradley Murdock eher pro auf die Liste der Person von Interesse gesetzt. Richtig stark ist der Verdacht gegen ihn aber nicht. Und dann passiert für eine Weile erstmal gar nichts, bis im Mai 2002 ein Kumpel von Bradley Murdock wegen Drogenschmuggels verhaftet wird.

 Um irgendwie besser aus der Nummer herauszukommen, gibt der Kumpel einige Infos über Bradley Preis, die die Ermittlung anheizen. Mdock soll seinem Kollegen nämlich mal erzählt haben, wie er eine Leiche entsorgen würde. Rein hypothetisch natürlich. Am Wochenende des Verschwindens von Peter habe Bradley eigentlich bei einer Drogensache helfen sollen.

 Er sei aber zu spät gekommen. Als Begründung habe Bradley Murdock nur gesagt, er habe unterwegs etwas Stress gehabt. Kurz darauf soll er sowohl sein Aussehen als auch die Optik seines Autos verändert haben. Man kontaktiert den Bruder von Bradley, John Murdock und bittet ihn um eine DNA Probe. So kann man diskret die DNA von Jo Shirt mit der der Murdocks vergleichen, ohne Bradley direkt wissen zu lassen, dass der Verdacht gegen ihn sich nun erhärtet hat.

Bradleys Bruder gibt eine DNA Probe ab und bringt die Ermittlung damit voran, denn es gibt ein Match. Das bedeutet, die DNA Shirt, den Fesseln und dem Auto stammt von Bradley John Murdock. Allerdings hat die Polizei bei ihrem vermeintlich subtilen Schritt den Bund zwischen zwei Brüdern unterschätzt, denn Bradleys Bruder hat ihn direkt nach der Probenabgabe angerufen und gewarnt.

Bradley John Murdock hat damit genügend Zeit, sich aus dem Staub zu machen und in den Weiten des australischen Outbacks zu verschwinden. Am 22. August 2002 hat Bradley Murdocks Flucht jedoch ein Ende. Er wird festgenommen, allerdings nicht wegen des Mordes an Pizza Falconio. Bradley Murdock wird wegen der Entführung und Vergewigung zweier Frauen festgenommen.

 Es handelt sich um Mutter und Tochter, wobei die Mutter eine Bekannte von Mdock sein soll. Es heißt, er habe sie mehrere Stunden lang festgehalten und dann wieder laufen lassen. Man mutmaß, Bradley habe die beiden als Geiseln benutzen wollen, sollte die Polizei ihm wegen Peter Falcon Coni auf die Schliche kommen. Da Bradley nun im Gefängnis sitzt, haben die Ermittler im Fall Peter Fconcoo endlich die Möglichkeit, ihn noch einmal zu befragen.

 Dieses Mal als Hauptverdächtigen. Auch in England wird ermittelt. Einige Polizeibeamte sind dorthinereist, um mit Joanne zu sprechen. Sie zeigen ihr mehrere Fotos verschiedener Männer. Sollte Joanne den Angreifer auf einem davon wiedererkennen, soll sie auf das Foto zeigen. Das tut Joann auch. Sie wählt zielsicher ein Foto aus, das Bradley John Murdock zeigt.

Inzwischen ist es in Australien wegen der Entführung von Mutter und Tochter zum Prozess gegen Bradley Murder gekommen. Allerdings wird er freigesprochen. Bis heute gibt es kaum Information zu der Sache. Feststeht aber, dass Bradley nicht mal eine Minute auf freiem Fuß bleibt. Nach dem Ende der Gerichtsverhandlung wird er umgehend erneut verhaftet.

 Dieses Mal wegen des Mordes an Peter Felcio und der versuchten Entführung von Joann Lee. 2005 beginnt dann der Prozess gegen Mdock. Mehr als 4er Jahre nach Peter Felconios verschwinden und ohne dass man seinen Leichtnamen je gefunden hat. Sowohl Joann als auch Peters Familie reisen für die Gerichtsverhandlung extra nach Australien.

Dort bekommen sie dann auch die Verteidigungsstrategie von Bradley Murdock zu hören. Dieser pläiert nämlich auf seine Unschuld. Der Schlüssel zu seiner Verteidigung sind vor allem zwei Zeugen, deren Aussagen beweisen sollen, was kaum noch jemand für möglich hält. Dass Peter FCio gar nicht tot ist und dass Bradley ihn dementsprechend gar nicht ermordet haben kann.

 Die These Verteidigung lautet: Peter FC hat seine eigene Ermordung vorgetäuscht. Er habe mit einer dritten unbekannten Person abgemacht, dass er bei Barrow Creek an den Straßenrand gewunken und Joanne im Auto bleiben würde, damit er unbemerkt untertauchen kann. Zudem wird die Identifizierung von Mdock in Frage gestellt.

 Die Ermittler sind ja nach Bradleys Festnahme nach England gereist, um ihr verschiedene Fotos zu zeigen, aus denen sie dann das vom Täter auswählen sollte. Sie hat zielsicher auf das von Bradley John Murdock gezeigt. Doch als sie ihr Mitler nach England kam, hatten Online Medien schon Artikel zur Verhaftung von Mdock veröffentlicht, inklusive eines Fotos von ihm.

Wie Joan Browserdaten zeigen, hatte sie einen solchen Artikel mit Foto von John angesehen, bevor sie das Foto von ihm als das des Täters identifiziert hat. Das ist natürlich mindestens eine große Schwachstelle in der Polizeiarbeit. Und dann sind da noch die beiden Zeugenaussagen, die die Verteidigung präsentiert.

Ein Paar behauptet, Peter Felconio höchstpönlich sei etwa eine Woche nach seinem Verschwinden in ihrer Tankstelle aufgetaucht in New South Wes. Genauer gesagt in der Brown Service Station in Burg. Die beiden hätten ihn sofort erkannt, weil sein Foto damals wegen der vermissten Meldung überall war. Peter sei Begleitung eines ungepflegt aussehenden Mannes gewesen, der einen Hund dabei hatte.

 Die beiden hätten Hundekse, ein Getränk und einen Schokoriegel gekauft. Der zweite Mann habe zudem ausgesehen wie das Phantombild, das nach JoS Beschreibung angefertigt wurde. Ein paar Meter von der Raststätte entfernt habe ein Auto gestanden, das vom Typ her ähnlich aussah wie das Auto des Täters, nur dass es offensichtlich ziemlich unprofessionell umlackiert worden sei.

Allerdings beschreiben der Mann und die Frau den Mann, der Peter gewesen sein soll, leicht unterschiedlich. Die Staatsanwaltschaft weist diese Zeugensichtung deshalb zurück. Bestimmt kennt ihr das auch von anderen True Crime Fällen. Es gibt oft ganz viele verschiedene angebliche Sichtungen, wo die Zeugen sich 100% sicher sind, aber manchmal irrt man sich eben einfach.

 Und wenn man an den Schuss denkt, den Joanne gehört hat und an das Blut von Peter, das am Stuart Highway gefunden wurde, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er eine Woche später putz munter mit einem fremden Mann und Hund unterwegs ist, ziemlich gering. Trotzdem sind sich die zwei auch heute noch ganz sicher, dass sie Peter Felcio eine Woche nach seinem Verschwinden gesehen haben.

Die Verteidigung von Bradley Murdock versucht es mit einem weiteren Ansatz. Wieder geht es gegen Joann, denn wie herauskommt, hatte Joann eine Affäre mit einem Mann namens Nick, während sie und Peter in Sydney waren. Peter wusste nichts davon. He didn’t know about it. Joanne hat sich schon 2001 nach Peters Verschwinden den Bruder von Peter anvertraut.

 Auf ihren Wunschen hat er auch mit seinen Eltern gesprochen. Als Jo in einer Befragung von der Polizei auf Beziehungsprobleme angesprochen wurde, hat sie damals auch von sich aus sofort von der Affäre mit Nick berichtet. Auch nach Pizzas Verschwinden hat Jo noch regelmäßig mit Nick gemilt und geplant, sich mit ihm in Europa zu treffen.

 Trotzdem steht die Familie FCio hinter John. Klar, das Fremdgehen war nicht richtig, aber sie sehen keinen Zusammenhang zu Peters verschwinden und das aufzuklären ist für die Familie FCON wesentlich wichtiger. Die Verteidiger von Bradley Murdock hingegen nutzen die Affäre, um zu versuchen Joann als unglaubwürdig darzustellen.

 Auch einige Widersprüche, die Joanne in ihren Aussagen über die Zeit gemacht hat, werden vor Gererecht noch einmal ganz genau durchgearbeitet. Die allerkleinsten Abweichungen werden von den Anwälten auseinandergenommen, z.B. zu der Länge des Fels von dem Hund des Entführers. Aber die Beweise der Anklage sind einfach deutlich substantieller.

Bradleys eigener Vater und seine Freunde haben ihn in dem Überwachungsvideo erkannt, dass kurz nach der Tat in einer Tankstelle in der Nähe des Tatorts gemacht wurde. Das verortet Bradley Mdock unmittelbar an dem Ort des Geschehens zur Zeit des Geschehens. Joanne hat ihn auf einem Foto erkannt. Bradley Murdock besitzt tatsächlich einen Hund, der zu der generellen Beschreibung von Joanne passt.

 Bradleys DNA wurde auf JoS Shirt, den Fesseln und im Inneren des Autos von Joanne und Peter gefunden. Und Bradley ist nach der Probenabgabe seines Bruders direkt untergetaucht. Doch die Anwälte von Mdock geben nicht auf. Die Verteidigung legt die These vor, die DNA sei durch Kontaminierung auf die Beweismittel geraten.

 Denn sowohl Joann und Peter als auch Bradley Mdock haben am 14. Juli 2001 dasselbe Restaurant besucht, das Red Rooster in Alice Springs. Joann hat erzählt, dass sie und Peter sich dort einen kleinen Imbis geholt haben. Bradley berichtet, er habe dort Hühnchen für sich und seinen Hund gekauft.

 Deshalb sei es möglich, dass Bradley John dort angerempelt und seine DNA so übertragen habe. Allerdings handelt es sich bei der Spur auf Jo Shirt ja um einen rotbraunen Fleck, der sich später tatsächlich als Blut herausgestellt hat. Und das kommt ja eigentlich nicht einfach so auf eine andere Person. Bradley sagt, er sei nur ein Sündenbock für den Mord.

 Nachdem sein Drogenschmuggelkollege festgenommen wurde, wollte dieser seine eigenen Aussichten verbessern und Bradley den Falconi Mord anhängen. Die Polizei habe ihn dann für den Mord geframed, um den öffentlichkeitswirksamen Fall endlich aufzuklärmen. Aber für das wohl aussagekräftigste Indiz hat die Verteidigung kein Gegenargument parat.

 Joann hat der Polizei erzählt, dass sie während des Entführungsversuch ein Harband mit einer silbernen Klammer verloren hat. Als die Polizei bei Mördogs Verhaftung seine Waffe beschlagnahmt, ist genau dieses Haarband um das Holz der Pistole gewickelt. Als man ihm das Haband vorgerecht vorlegt, schweigt er. Nach einem debattenreichen Prozess wird Bradley Murdock des Mordes an Peter FCON schuldig gesprochen, obwohl sein Leichnam bis zum heutigen Tag nicht aufgetaucht ist.

 Er wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, die ihn mindestens bis 2031 hinter Gittern halten soll. Im Laufe der folgenden Jahre schöpft Bradley John Murdock alle Möglichkeiten aus, um Berufung einzulegen. Jeder einzelne seiner Anträge wird abgelehnt. Dennoch gibt er den Ablageort von Peter für Cornios Leichtam die Preis, wie er selbst sagt, weil er nichts verraten könne, was er nicht wisse.

Auf dem Papier ist das Verbrechen aufgeklärt. In der Realität bleiben aber viele Fragen offen und deshalb gibt es immer mal wieder Neuigkeiten. So veröffentlicht die Newsseite NTN News im Frühjahr 2017 ein Artikel. Darin heißt es: NTN habe einen Brief bekommen, in dem steht, was mit Peter FCON geschehen ist.

Der getippte einseitige A4 Brief wurde per Luftpost verschickt von einem Australier, der inzwischen in London lebt. Dieser behauptet in seinem Schreiben an die Presse, ein krimineller Kollege von Bradley Murdock habe ihm dabei geholfen, den Leichtnam von Peter Felcornio zu beseitigen. Zuvor habe Bradley Peters Leichtnam zerteilt und in zwei große Wasser und gerustichte Säcke gepackt.

 Der kriminelle Bekannte von Bradley habe die beiden Säcke dann mit dem Zug nach Western Trailer gebracht und außerhalb des Ortes Garretone vergraben. Dieser Kriminelle sein Freund des Absenders gewesen, der sich ihm anvertraut habe. Inzwischen stünden die beiden nicht mehr in Kontakt. Der Absender sagt, er müsse selbst anonym bleiben, da er auch mal mit dieser Person in krumme Geschäfte verwickelt gewesen sei.

 Der Artikel von NTN impliziert, dass der Absender den kriminellen Bekannten aber namentlich genannt hat. NTN hat das Schreiben an die Polizei weitergeleitet, die auch in der Sache ermittelt hat. Allerdings ist nie etwas dabei herausgekommen. 2020 wird eine vierzeitige Dokumentation über den Fall veröffentlicht. Darin kommt auch Vince Miller zu Wort, einer der beiden Trucker, die Joann in der Nacht vom 14. auf den 15.

 Juli 2001 gerettet haben. Anders als in seinen Aussageprotokollen erwähnt Vince in seinem Interview für die Doku ein neues entscheidendes Detail. Bevor er und sein Kollege Joann gefunden haben, habe Vince nah Barrow Creek ein anderes Auto gesehen, einen roten Wagen, der am Rande des Stuart Highway geparkt war. Zwei Männer hätten neben diesem Auto gestanden.

 Vince sagt, er sei dann langsamer gefahren, um zu schauen, ob die beiden Männer Hilfe bräuchten. Dabei habe er beobachtet, wie die beiden Männer eine dritte Person, die ausgesehen habe, wie Wackelpudding in das Auto verfrachtet hätten. Und bei dem Mann, der in das Auto gelegt wurde, könnte es sich durchaus um Peter FCON gehandelt haben.

An dieser Stelle würde ich die Doku gerne mal einordnen. nicht um Vince oder irgendwem anderen die Kredibilität abzusprechen, sondern einfach der Vollständigkeit halber. Die Doku wurde vom britischen Sender Channel vorproduziert und lehnt sich stark in eine Richtung, die Bradley Murdocks Schuld in Frage stellt.

 Peters Familie, Joanne oder Anwälter oder aktive Ermittler oder Staatsanwälte kommen der Dokumentation nicht zu Wort. Dinge, die Bradley Murdock belasten, wie die Sache, dass man Johns Harand bei ihm gefunden hat, werden überhaupt nicht erwähnt. Es geht viel um einen Anwalt namens Andrew Fraser, der inzwischen nicht mehr als Anwalt arbeiten darf, weil er selbst wegen Drogenbesitzes im Gefängnis saß, inzwischen aber wieder frei ist und Bradley Murdock helfen will.

Fraser ist von Mdocks Unschuld überzeugt. Er ist es auch, der sich schon einige Jahre zuvor mit Vince zusammengesetzt und ihn zu der Sache mit dem roten Auto befragt hat. Das Gespräch wurde aufgezeichnet und auch in der Doku gezeigt. Vince redet in diesem Abschnitt sehr inkonsistent und wirkt zerstreut.

 Es steht eine Flasche Alkohol auf dem Tisch und jedes dritte Wort in seinen Ausführung ist. Aber es muss auch gesagt werden, dass Vinz zu seinen Worten steht. 2020 wird er für die Doku noch einmal frisch interviewt. Er wirkt deutlich klarer und bleibt ganz klar bei seiner Schilderung vom roten Auto und einem Mann der Peter gewesen sein könnte.

 Vince sagt auch, dass er das alles damals auch der Polizei erzählt habe. Aber so Vinz, die Polizei habe die ersten beiden Seiten seines Aussageprotokolls verloren. Kurz vor der Verhandlung gegen Bradley Mdock sei er gebeten worden, zwei Ersatzseiten zu unterschreiben. Auf diesen Seiten sei das rote Auto überhaupt nicht erwähnt worden.

 Vince sagt, er habe eigentlich nicht unterschreiben wollen, habe sich aber unter Druckgesetzt gefühlt und schließlich eingewilligt. Wins Kollege Rodney kann die Aussagen seines Kollegen nicht verifizieren, aber auch nicht widerlegen, denn er hat auf dem Streckenabschnitt gerade geschlafen. Er ist erst wieder aufgewacht, als der Wagen zum Stehen kam und Vince mit Joanne gesprochen hat.

Weiterhin wird in der Dokumentation der Besitzer des Alen Roadhouse interviewt. Der Besitzer Greg sowie zwei seiner Angestellten sind sicher, dass Joanne Lee und Peter FC am frühen Abend des 14. Juli 2001 im Roadhouse Sandwiches gekauft hätten. Joann hat aber in all ihren Vernehmungen gesagt, sie und Peter seien am Aerin Roadhouse vorbeigefahren.

Als Greg 19 Jahre später für die Doku interviewt wird, ist er sich ganz sicher, sich noch genau an den Tag erinnern zu können, als Joann und Peter dort Sandwiches gekauft haben. Er wusste auch noch genau an welchen Tisch sie gesessen haben. Dort hätten sie Landkarten ausgepackt und offensichtlich eine Reiserute diskutiert.

Greg erzählten der Doku auch, kurz darauf sei ein Mann mit einem Hund reingekommen und habe etwas gekauft. Auf dem Weg nach draußen sei am Tisch von Joann und Peter steheneblieben und habe sich mit ihnen unterhalten. Für Greg sei ganz offensichtlich gewesen, dass die drei sich gekannt hätten. Von allem hat Jozei mit keiner Silber erzählt.

 Greg hingegen schon. Die Polizei hat seine Schilderung zumindest so ernst genommen, dass es eine Gegenüberstellung gab. Er sollte aus einer Gruppe von Männern denjenigen auswählen, den er mit Joann und Peter gesehen haben will. Auch Bradley John Murdock ist in dieser Gruppe dabei. Greg sagt der Polizei aber keiner der anwesenden Männer sei der Hundehalter gewesen, der sich mit Joanne und Peter unterhalten haben.

Wichtig zu erwähnen ist doch hier wieder, dieses Interview wird nicht von einem unabhängigen Journalisten geführt, sondern von Andrew Fraser, dem Anwalt, der nur hobbymäßig versucht, die Unschuld von Bradley Murdock zu beweisen. Zusätzlich wird von ihm noch ein Trucker interviewt, der im 15. Juli 2001 im Barrow Creek Hotel war dem Joanne nach dem Angriff erst einmal untergekommen ist.

 Der Trucker sagten in der Doku, er habe dort einen Mann gesehen, auf den die Beschreibung des Täters eins zu eins passen würde bis hin zu den Klamotten. Der Trucker sei mit dem Mann ins Gespräch gekommen. Der Typ habe wohl in der Nähe des Tatortes gerade ein Drenggeschäft abgewickelt. Der Truck habe diesem Mann sogar noch scherzhaft gesagt, er solle sich lieber umziehen, bevor ihn noch jemand für den Täter halten könnte.

 Wenn er noch einen Hund dabei gehabt hätte, wäre er wohl in Schwierigkeiten. Der Mann soll darauf hinesagt haben, das ist leicht. Einfach den Hund erschissen und später einen neuen holen. In dem Interview für die Doku zeigt Fraser dem Trucker daraufhin ein Foto und fragt, ob der Mann auf dem Bild der Typ sei, mit dem er im Barrow Creek Hotel geredet hat.

 Der Trucker bestätigt das. Das Foto zeigt einen Mann, dessen Name nicht bekannt ist. Wir nennen ihn einfach mal Tom. Tom hat sich 2001 bei der Polizei gemeldet, nachdem das Video aus der Tankstelle in Alice Springs veröffentlicht wurde. Er hat der Polizei gesagt, dass auf dem Überwachungsvideo sei sein Auto. In der Doku wird nicht ganz klar, ob Tom zugibt, selbst an der Tankstelle gewesen zu sein oder ob er implizieren will, dass sein Auto gestohlen wurde.

Continue reading….
Part 1 of 2Part 2 of 2 Next »

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

You Might Also Enjoy