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Horror hinter verschlossener Tür … Der Staat Tennessee gegen Noura Jackson T

Horror hinter verschlossener Tür … Der Staat Tennessee gegen Noura Jackson  

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Am 5. Juni 2005 wird die 39 Jahre alte Jennifer Jackson tot im Schlafzimmer ihres Hauses aufgefunden.

 Als kurze Zeit später die Polizei von Memphis am Anwesen von Jennifer in der New Haven Avenue ankommt, bietet sich den Beamten ein grausames Bild. Denn Jennifer ist auf unvorstellbar brutale Art und Weise ermordet worden. Die Ermittlungen auf Seiten der Polizei beginnen sofort und schnell wird klar, dass die erfolgreiche Anleihenhändlerin Jennifer Jackson offenbar keine Feinde hatte.

 Gemeinsam mit ihrer 18 Jahre alten Tochter lebte sie ein gutes Leben in einem wunderschönen Haus am Rande eines recht wohlhabenden Viertels von Memphis. Doch die Art und Weise, wie Jennifer getötet wurde, lässt vermuten, dass der oder auch die Täter unbeschreiblich großen Hass ihr gegenüber empfunden haben, was wiederum darauf hindeutet, dass Täter und Opfer sich möglicherweise gekannt haben und dass es sich somit hier um eine sehr persönliche Tat handelt.

 durch die Arbeit der Spurensicherung im Haus, durch die Ermittlungen der Polizei, vor allen Dingen aber auch durch Befragungen von Jennifer Jacksons Umfeld, ist dann aber doch schnell ein Verdächtiger ausgemacht, was zu einer Verhaftung, einer Anklage, einem Prozess und dann auch zu einem Urteil führt. Doch die Frage ist, wurde am Ende tatsächlich die richtige Person verurteilt? Aber um genau das herauszufinden, müssen wir erst einmal einen Schritt zurückgehen und darüber sprechen, wer Jennifer Jackson eigentlich gewesen ist, was sie

für ein Leben geführt hat im Sommer 2005 und vor allen Dingen müssen wir über die Nacht sprechen, in der sie getötet wurde und darüber, was wir über diese Nacht eigentlich genau wissen. Am Rande der 600.000 Einwohnerstadt Memphis im Südwesten des US-Bundesstaates Tennessee lebt im Sommer 2005 die 39 Jahre alte Jennifer Jackson zusammen mit ihrer 18-jährigen Tochter Nora in einem schönen Haus umgeben von einem großen Garten an der New Haven Avenue.

Jennifers Tochter Nora, die am 17. März 1987 zur Welt kam, ist erst 6 Monate alt, als sich ihre Eltern im Herbst desselben Jahres trennen. Zu ihrem Vater Nasmi Hassani, einem ehemaligen Captain der libanesischen Armee, hatte Nora nach der Trennung ihrer Eltern bis zu ihrem achten Lebensjahr zwar immer einmal wieder sporadisch Kontakt, dieser riss jedoch vollständig ab, nachdem Jennifer das alleinige Sorgerecht für ihre Tochter beantragte, dass sie aufgrund mehrerer Vorstrafen auf Nasmis Seite dann auch bekam. Und in den folgenden

Jahren ihrer Kindheit und Jugend herrschte erst einmal Funkstelle zwischen Nora und ihrem leiblichen Vater und das, obwohl dieser weiterhin auch in Memphis lebte und dort erst einen kleinen Supermarkt und später dann eine Tankstelle betrieben hat. Nora wächst also bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf und Jennifer, die seit vielen Jahren bei Sun Trust Capital Markets, einer großen Investmentbank, als Anleihenhändlerin tätig und damit beruflich immens erfolgreich gewesen ist, war in der Lage dazu, für sich und

ihre Tochter zu sorgen und etwas aufzubauen. Und wenn ich beruflich erfolgreich sage, dann meine ich das im Fall von Jennifer Jackson tatsächlich auch vor allen Dingen in finanzieller Hinsicht genauso. Schließlich werden wir später über einen Nachlass von Jennifer Jackson in Höhe von 1,5 Millionen Dollar sprechen.

 Wie man sich vorstellen kann, standen sich Jennifer und ihre Tochter Nura immer sehr nahe. Denn auch wenn Jennifer nach der Trennung von ihrem Ex-Mann hier und da Beziehungen zu anderen Männern hatte, keine davon war von langer Dauer und am Ende hatten Mutter und Tochter eben nur sich, konnten und mussten sich aufeinander verlassen und waren sehr eng.

 Man ist oft zusammen unterwegs, geht gemeinsam shoppen und das Verhältnis zwischen Nora und Jennifer, dazu gab es später viele gleichklingende Aussagen, wirkte wohl auf die Außenwelt eher wie ein Verhältnis zwischen besten Freundinnen, statt wie eines zwischen Mutter und Tochter. Aber ganz genau dieses eher freundschaftliche Verhältnis und die Tatsache, dass Nora in ihrer Kindheit und auch in ihrer frühen Jugend sich nicht unbedingt an sehr viele Regeln halten musste, sollte jetzt umso weiter sie sich hin zu einem Teenager

entwickelt, zu einer immer größeren Herausforderung für ihre Mutter Jennifer werden. Denn Jennifer, die wie gesagt beruflich sehr erfolgreich, aber eben auch sehr eingespannt gewesen ist, ließ ihrer Tochter immer sehr viele Freiheiten und Nora hat das mit der Zeit auch immer mehr ausgenutzt, denn die im Jahr 2003 16 Jahre alte Noura rebelliert jetzt immer öfter und gerät dadurch auch mehr und mehr mit ihrer Mutter Jennifer aneinander.

 An dieser Stelle ist allerdings wichtig zu wissen, dass genau in dieser Zeit, also im Jahr 2003, bis hinein ins Jahr 2004, sich einige Dinge in Noras Leben ereignet haben, die dazu beigetragen haben dürften, dass sie in gewisser Weise ihren Halt verloren hat. Ende 2003 stirbt ihre Großmutter, der Nora, aber auch Jennifer, sehr nahe gestanden hat.

Kurz darauf verliert sie dann einen ihrer engsten Freunde, der bei einem Autounfall ums Leben kommt. Und Anfang 2004, als sie erst seit kurzem wieder ein wenig Kontakt zu ihrem Vater Nasmi aufgenommen hat, wird dieser an seinem Arbeitsplatz, einer Tankstelle im Südwesten von Memphis dort von einem Unbekannten, erschossen.

Ein Teenager zu sein ist unter normalen Umständen in der Regel schon nicht ganz so einfach. Aber in kürzester Zeit mit so viel Verlust und Trauer umzugehen, stelle ich mir äußerst schwierig vor für so einen jungen Menschen, wie Nora mit ihren 16 Jahren eben damals war. Der Verlust ihrer Großmutter, der Verlust eines ihrer engsten Freunde, den sie bereits seit ihrer Kindheit kannte und dann auch noch der Mord am eigenen Vater, der noch dazu von der Polizei nicht aufgeklärt werden konnte.

Das dürfte alles zusammengenommen für Nora wirklich sehr schwer zu verarbeiten gewesen sein. Doch wie gesagt, Nora gerät eben genau in den jetzt kommenden Monaten bis hinein ins Jahr 2005 mehr und mehr außer Kontrolle. Sie hält sich nicht an die Regeln, die ihre Mutter versucht aufzustellen und verbringt ihre Zeit am liebsten mit ihren zahlreichen Freunden.

 Sie trinkt gerne, nimmt wohl auch hier und da Drogen, macht Party und feiert praktisch rund um die Uhr, was sich auch auf ihre schulischen Leistungen ausgewirkt hat. Bereits fünf mal hatte sie in jüngster Vergangenheit die Schule gewechselt und trotzdem immer noch keinen Abschluss gemacht. Und irgendwann hatte sie sich wohl auch geweigert, überhaupt noch zur Schule zu gehen und ihr Abschlussjahr zu vollenden.

 Jennifer Jackson, die an der Memphis State University studiert und eine gute Ausbildung erhalten hat, die in ihrer Jugend eine herausragende Leichtathletin war und die auch jetzt in ihrem Beruf als Anleihenhändlerin äußerst erfolgreich war, bestand darauf, dass ihre Tochter Nora, wenn sie schon nicht mehr zur Highschool geht, zu Hause unterrichtet werden soll.

Doch auch darüber gab es, wie in so vielen anderen Bereichen, Streit und Auseinandersetzungen zwischen ihr und ihrer inzwischen 18 Jahre alten Tochter. Im Frühjahr 2005 war das Verhältnis zwischen Jennifer und Nora also durchaus aus unterschiedlichsten Gründen stark belastet. Es ist Samstag, der 4. Juni 2005 und es sind jetzt nur noch wenige Stunden.

 Da wird Jennifer Jackson nicht mehr am Leben sein. Aber was genau wissen wir eigentlich über diesen Tag, über den Abend des 4. Juni und auch über die folgende Nacht von 4. auf 5. Juni 2005? Jennifer Jackson verlässt ihr Haus an der New Haven Avenue am 4. Juni bereits gegen Mittag und macht sich auf den Weg zur Hochzeit einer Bekannten, auf der sie an diesem Tag eingeladen ist.

Voraussichtlich wird sie erst spät am Abend wieder zurück nach Hause kommen. Während ihre Mutter also nach wie vor noch außer Haus ist, macht sich gegen 19 Uhr am frühen Abend dieses Samstags jetzt auch Nora auf den Weg, wobei sie zunächst einen zuvor vereinbarten Termin in einem nahe gelegenen Nagelstudio wahrnimmt und sich im Anschluss daran mit einer Gruppe von Freunden in der Stadt trifft.

 Nora und ihre Klicke besuchen jetzt zunächst gemeinsam ein Festival und sind danach gleich auf zwei verschiedenen Hauspartys von anderen Freunden eingeladen, auf denen im Laufe des Abends und der Nacht ordentlich getrunken und auch gefeiert wird. Um kurz vor Mitternacht, das konnte man später anhand von Telefondaten ermitteln, kommt Jennifer Jackson nach einem langen Tag auf der Hochzeit ihrer Bekannten gegen 23:45 Uhr jetzt wieder an ihrem Haus an und als sie ins Haus hineingeht, so die Vermutung später, fällt ihr sofort auf, dass ihre Tochter Nora nicht da ist.

Wie die Auswertungen der Telefondaten von Jennifer später ebenfalls gezeigt haben, hat sie um 0:20 Uhr, also ca. eine halbe Stunde, nachdem sie nach Hause gekommen ist, ihre Tochter auf deren Handy angerufen und auch einige Minuten lang mit ihr gesprochen. Soweit ich das bei meiner Recherche nachvollziehen konnte, hatte Nora später gesagt, dass ihre Mutter sie in diesem Telefonat nur gefragt hat, wo sie ist und wann sie wieder nach Hause kommt.

Ich habe aber auch in einigen Quellen gelesen, dass es in diesem letzten Telefonat zwischen Mutter und Tochter um 020 Uhr in dieser Nacht zu einem Streit gekommen sein soll, weil Nora eigentlich versprochen hat, an diesem Abend zu Hause zu bleiben, nicht auszugehen, da sie noch einige Schulararbeiten erledigen sollte.

 Sie wird ja jetzt seit längerer Zeit schon zu Hause unterrichtet und da war einiges noch liegen geblieben, was Nora an diesem Abend erledigen sollte. Jedoch hat sie das nicht getan, sondern ist anstattdessen mit ihren Freunden losgezogen. Und darum gab es später die Vermutung, dass Jennifer, als sie nach Hause gekommen ist von der Hochzeit und festgestellt hat, Nora ist nicht da, sie angerufen hat, nicht nur um zu fragen, wo sie ist und wann sie nach Hause kommt, sondern es gab eben die Vermutung, dass Mutter und Tochter in diesem Telefonat gestritten haben, weil

Nora sich nicht an die Vereinbarung gehalten hat, zu Hause zu bleiben. Am Ende muss man aber sagen, dass das nicht sicher ist, ob es zu einem Streit kam oder ob Jennifer tatsächlich Nora nur angerufen hat und sie gefragt hat, wann sie nach Hause kommt. Wir wissen also nicht sicher, ob Mutter und Tochter in diesem letzten Telefonat miteinander gestritten haben.

 Was wir aber sicher wissen, ist, dass viereinhalb Stunden später gegen 5 Uhr morgens bei der Notrufzentrale von Memphis ein Anruf einging. Am Telefon ist die 18 Jahre alte Nora Jackson, die vollkommen aufgelöst und panisch berichtet, dass sie gerade vom Feiern nach Hause gekommen sei und ihre Mutter über und über voll mit Blut im Schlafzimmer des Hauses aufgefunden hat.

 Nora äußert gegenüber der 911 die Vermutung, dass jemand eingebrochen und ihre Mutter angegriffen hat, wobei sie so außer sich am Telefon ist, dass man sie teilweise kaum verstehen kann. Auf die Frage allerdings, ob ihre Mutter erschossen wurde, sagt Nora nein und wiederholt stattdessen immer wieder, dass sie sofort Hilfe braucht und dass alles voller Blut ist.

 Wichtig an dieser Stelle zu wissen ist, dass Nora, als sie um kurz vor 5 Uhr morgens nach Hause kam und ihre Mutter tot im Schlafzimmer aufgefunden hat, sie bevor sie den Notruf wählte, zunächst erst einmal zu einem direkten Nachbarn hinüber gelaufen ist, um ihn um Hilfe zu bitten. Dieser Nachbar, ein Mann namens Mayo Coke, ist dann auch bewaffnet mit einem Revolver in der Hand, gemeinsam mit Nora wieder zum Haus hinüber gelaufen und dann hat sie erst den Notruf gewählt, aber als kurze Zeit später die Polizei dann am Haus der Jacksons ankommt, sehen sich

die Beamten einer grausamen Szenerie gegenüber, denn Jennifer Jackson liegt nackt mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden ihres Schlafzimmers über ihrem Kopf. ist ein Weidenkorb gestülbt worden, sodass man ihr Gesicht nicht sehen konnte und wie sich herausstellen wird, wurde über 50 mal mit einem Messer auf Jennifer Jackson eingestochen.

Ich werde diesen Fall für den Rest meines Lebens nicht mehr vergessen können, weil der Anblick so grausam war. Diese Frau war von Wunden geradezu übersätt. So, Sergeant Jim Heldorf war einer der ersten Polizisten vor Ort später in einem Interview. Während Jennifers Leiche in den frühen Morgenstunden des 5.

 Juni für eine Autopsie in die Gerichtsmedizin überstellt wird, macht sich die Spurensicherung im Haus an ihre Arbeit. Hinter der Eingangstür auf dem Fußboden des Flurs und zum Teil auch in der Küche findet man mehrere Glasscherben, die offensichtlich aus der Eingangstür, aus der verglasten Eingangstür stammen, die eingeschlagen worden ist.

 Jedoch sah es für die Forensik vor Ort danach aus, als sei das Fenster in der Tür nicht etwa von außen, sondern eher von innen eingeschlagen worden. Und die Spuren im Schlafzimmer weisen außerdem darauf hin, dass Jennifer sehr wahrscheinlich in ihrem Bett lag, als sie attackiert wurde. Und sie weisen auch darauf hin, dass sie versucht hat, sich gegen ihren Angreifer zur Wert zu setzen.

 Die Tatwaffe allerdings, das Messer, mit dem Jennifer angegriffen und getötet worden ist, konnte weder im Haus selbst noch in der Umgebung um das Haus herum irgendwo gefunden werden. Und das, obwohl die Polizei intensiv genau danach gesucht hat. Keiner der Nachbarn der Jacksons, die jetzt im Laufe des folgenden Tages von der Polizei befragt werden, hat irgendetwas Verdächtiges in dieser Nacht gehört oder gesehen.

 Und auch sonst meldet sich kein Zeuge, der über einen möglichen Einbrecher oder eine andere verdächtige Person Auskunft geben kann, die sich in der Nacht von 4. auf 5. Juni um das Haus herum aufgehalten hat. Jennifer Jackson war laut den Menschen, die sie gut kannten, ihrem Bruder, ihren beiden älteren Schwestern Cindy und Grace, ihren Kollegen bei der Arbeit, ihren vielen Freunden und Bekannten, ein äußerst mitfühlender, liebevoller und vor allen Dingen großzügiger Mensch.

 Wer um alles in der Welt also könnte ihr so etwas antun? Auf diese Frage gibt es zu diesem frühen Zeitpunkt zwar noch keine Antworten auf Seiten der Polizei, allerdings spricht das Abdeckverhalten. Also die Tatsache, dass der Täter Jennifer nach dem Mord einen Weidenkorb über den Kopf gestülbt hat, sodass er ihr Gesicht nicht anschauen muss dafür, dass der Täter Jennifer sehr wahrscheinlich gekannt haben dürfte.

 Und auch die Art und Weise der Tötung an sich spricht genau dafür. Denn der Gerichtsmedizin wird nicht nur wenige Stunden nach Jennifer Tod bestätigt, dass sie praktisch überall an ihrem Körper Stichverletzungen hatte, sondern auch, dass der Täter über 50 mal zugestochen, dass also ein sogenannter Overkill stattgefunden hat, was bedeutet, dass mehr Gewalt auf Seiten des Täters aufgewendet wurde, als nötig gewesen wäre, um Jennifer umzubringen.

Bei der Autopsie konnten keinerlei Spuren von Missbrauch festgestellt werden und im Haus an sich wurde auch nichts gestohlen, was für die Polizei ebenfalls dafür spricht, dass kein Fremder, kein Einbrecher mitten in der Nacht ins Haus kam und Jennifer umbrachte, denn Einbrecher sind ja in der Regel auf Beute aus, aber im Haus hat nicht das Geringste gefehlt.

 Die Ermittler sprechen jetzt als nächstes mit Nora. Denn nicht nur ist sie Jennifers Tochter, lebte mit ihr gemeinsam im Haus und ist damit auch die Person, die ihr am nächsten stand, sondern Nora war auch diejenige, die ihre Mutter tot aufgefunden hat. Die Polizei möchte ganz genau wissen, was sie in den Stunden und auch im Laufe der Nacht von 4. auf 5.

 Juni getan hat, bevor sie dann um kurz nach 5 Uhr den Notruf gewählt hat. Nora berichtet, dass sie nach ihrem Termin im Nagelstudio am frühen Abend zunächst mit Freunden auf einem italienischen Musikfestival war und im Anschluss daran noch auf zwei verschiedenen Hauspartys, wobei sie dort sowohl Alkohol getrunken als auch Marihuana geraucht hätte, was später auch anhand von Zeugenaussagen so bestätigt worden ist.

 Auf die Frage der Ermittler, wann sie zuletzt mit ihrer Mutter sprach, gibt Nora an, dass Jennifer sie um 0:20 Uhr angerufen hat und dass die beiden auch kurz miteinander telefoniert hätten und dass dann das auch das letzte Mal war, dass sie mit ihrer Mutter sprach. In der Gerichtsmedizin wurde festgestellt, dass Jennifer Jackson in der Zeit zwischen 1 und 3 Uhr morgens in ihrem Haus getötet worden ist.

Um Nora jetzt als mögliche Verdächtige für diese Tat auszuschließen, soll sie als nächstes erzählen, was sie eigentlich getan hat in der Zeit nach dem Telefonat mit ihrer Mutter, das Jahr um 0:20 Uhr stattgefunden hat und nur wenige Minuten andauerte. Nora gibt an, dass sie nach dem Telefonat mit ihrer Mutter die Party, auf der sie zu diesem Zeitpunkt war, verlassen hat.

 Das wurde im übrigen auch später von Freunden von Nora so bestätigt, die sie zum letzten Mal um kurz nach Mitternacht gesehen haben wollen. Also um kurz nach Mitternacht ist sie auf der Party. 20 Minuten später telefoniert sie mit ihrer Mutter und dann wird sie von niemanden mehr auf dieser Hausparty gesehen. Nachdem sie also die Party verlassen und um 0:20 Uhr dieses letzte Telefonat mit ihrer Mutter geführt hat, so Nora jetzt in ihrer Aussage bei der Polizei weiter, habe sie sich dann noch kurz Zigaretten gekauft und sei im Anschluss daran in

ihrem Auto einfach in der Stadt herumgefahren. Um 4:20 Uhr hat sie dann an einer Tankstelle angehalten, dort auch getankt und sei im Anschluss daran nach Hause gefahren, wo sie eine halbe Stunde später um kurz vor 5 Uhr morgens ihre Mutter dann tot im Schlafzimmer aufgefunden hätte. Doch für die Ermittler ist diese Aussage, die Nora da jetzt macht, die Timeline, die sie angibt, durchaus verdächtig, bedeutet sie doch, dass Nora genau in der Zeit, zwischen 1 und 3 Uhr morgens, in der ihre Mutter nachweislich im Haus

ermordet wurde, kein Alibi hat. Nora hatte zwar in ihrer Aussage behauptet, sie sei nach dem Verlassen der Party und nach dem Zigaretten holen einfach noch in der Stadt herumgefahren, dort auch unterwegs gewesen, aber bezeugen konnte das niemand. Und was dazu kam, war, dass Noras Mobiltelefon genau in diesen 3 Stunden zwischen 1 und 3 Uhr morgens keinerlei Aktivität gezeigt hat.

 Die Tatsache, dass Nora Jackson also kein Alibi hat, genau für die Zeit, in der ihre Mutter umgebracht wurde, ist aber bereits zu diesem frühen Zeitpunkt nicht das einzige, was sie in den Augen der Polizei verdächtig macht. Darüber hinaus hatte sie bei ihrer Aussage bezüglich dieser ganzen Nacht auch eine wichtige Information verschwiegen, nämlich, dass sie um 4 Uhr morgens, also 20 Minuten bevor sie tanken fuhr und eine Stunde bevor sie ihre Mutter tot im Haus gefunden haben will, bei einer Walgreens Filiale in Memphis halt gemacht hat und dort

Desinfektionsmittel, Verbände und Pflaster einkaufte. Die Überwachungsaufnahmen aus der Walgreens Filiale, die die Ermittler sichten, zeigen, wie Nora das Geschäft um genau 4:40 Uhr morgens betritt und mit den gekauften Pflastern, Verbänden und dem Desinfektionsmittel versucht eine blutende Wunde an ihrer Hand zu versorgen.

 Die Plastiktüte mit der Wallgreens Quittung und Teilen ihrer Einkäufe wird dann auch später in ihrem Auto gefunden werden. Bereits während ihrer Befragung auf dem Revier fiel den Ermittlern auf, dass Nora eine Schnittverletzung an ihrer Hand hatte und dass sie trotz den heißen Temperaturen sowohl in den Stunden und Tagen nach dem Mord an ihrer Mutter als auch bei ihrer ersten Aussage auf dem Revier einen langärmligen Pullover getragen hat, so als würde sie etwas verstecken wollen.

 Mit den Aufzeichnungen aus den Überwachungskameras bei Wallgreens jedoch ist darüber hinaus jetzt klar, dass sie in der Nacht, in der ihre Mutter getötet wurde, mit Hilfe von Pflastern, Verbänden und Desinfektionsmittel versucht hat, eine Schnittwunde an ihrer Hand zu behandeln. Und die Tatsache, dass sie ausgerechnet diese wichtige Information den Ermittlern verschwiegen hat, macht sie nur noch umso verdächtiger.

 Noras Timeline in der Nacht von 4. auf 5. Juni spricht für die Polizei jetzt und später dann auch für die Staatsanwaltschaft eine deutlich verdächtige Sprache. Um 0 Uhr wird sie zum letzten Mal von ihren Freunden auf der Party gesehen. 20 Minuten später um 0:20 Uhr bekommt sie einen Anruf von ihrer Mutter, mit der sie auch telefoniert, wobei nicht klar ist, ob die beiden in diesem Telefonat miteinander gestritten haben oder nicht.

Um 0:46 Uhr kauft Nora dann in einem Geschäft Zigaretten und in den jetzt kommenden 3 Stunden hat sie keine Alibi vorzuweisen. Niemand weiß, wo sie sich zwischen 1 und 3 Uhr morgens aufgehalten hat und auch Nora selbst kann dazu keine genauen Angaben machen, außer eben, dass sie einfach in der Stadt herumgefahren ist.

 Dazu kommt, dass ihr Handy genau in der Zeit zwischen 1 und 3 Uhr morgens, in der Lautgerichtsmedizin ihre Mutter umgebracht wurde, keinerlei Aktivitäten zeigt. Und um 4 Uhr sieht man Nora dann bei Walgreens mit einem Schnitt an der Hand, für dessen Versorgung sie dort einkauft. Um 4:20 Uhr tankt sie, fährt nach Hause, findet ihre Mutter tot im Schlafzimmer, läuft hinüber zum Nachbarn und ruft dann um kurz nach 5 Uhr die 911.

 Die Polizei ist davon überzeugt, dass Noura nach dem Telefonat mit Jennifer und nachdem sie sich Zigaretten gekauft hat, direkt nach Hause fuhr und dass es dort dann einen Streit zwischen ihr und Jennifer gegeben hat, in dessen Verlauf Nora, die unter Alkohol und sehr wahrscheinlich auch unter Drogeneinfluss stand, die Nerven verlor, Jennifer mit einem Messer angriff und sie umbrachte.

Um es nach einem Einbruch aussehen zu lassen, schlägt Nora dann die Scheibe an der Haustür ein, wobei sie sich beim Einschlagen der Scheibe oder aber auch beim Kampf mit ihrer Mutter die Hand verletzt hat und stark blutet. Genau darum, das ist die Theorie der Ermittler, fährt sie jetzt zu Wallgreens, um dort Pflaster, Verbände und Desinfektionsmittel zu kaufen.

 Um ein Alibi vorweisen zu können, dass sie in dieser Nacht nicht zu Hause, sondern unterwegs gewesen ist, hält sie an einer Tankstelle, tankt und fährt dann zurück nach Hause, wo sie um kurz nach 5 Uhr den Notruf verständigt. Nora Jackson wird drei Monate nach dem Mord an ihrer Mutter verhaftet und wegen Mordes angeklagt.

 In ihrem Prozess, der im Februar 2009 beginnt, plädiert sie auf nicht schuldig. Die Staatsanwaltschaft allerdings ist davon überzeugt, dass Nora gleich zwei Motive hatte, ihre Mutter zu töten. Zum einen die Tatsache, dass Jennifer in den zurückliegenden Monaten vor ihrem Tod gegenüber ihrer Tochter strenger wurde, Regeln aufgestellt hat, die Nora einfach nicht gewohnt war und durch die sie sich auch stark eingeschränkt gefühlt hat, weswegen es eben immer mehr zu Streitereien und Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Tochter gekommen ist, was gleich durch

mehrere Zeugen, darunter auch von Freunden von Nora im Zeugenstand so bestätigt werden wird die unter anderem aussagen. Nora hätte sich gerade in den zurückliegenden Wochen und Monaten immer öfter in abfälliger Art und Weise über ihre Mutter Jennifer geäußert. So z.B. soll Nora gesagt haben, dass sie ihre Mutter hassen würde und dass sie zur Hölle fahren soll.

 Außerdem stellt sich im Prozess auch heraus, dass Jennifer mit dem Gedanken gespielt hat, Nora auf ein Internat zu schicken, was diese auf keinen Fall wollte, denn das hätte bedeutet, dass es mit dem Partyleben für Nora erst einmal vorbei ist und sie auf ihre gewohnten Privilegien hätte verzichten müssen. Darüber hinaus soll Nora, in den Augen der Anklage aber auch ein finanzielles Motiv für die Tat gehabt haben, eine Erbschaft von 1,5 Millionen Dollar und auch die Lebensversicherung von Jennifer, bei der Nora die begünstigte gewesen ist.

Jennifers Bruder Eric Sherwood sagt im Zeugenstand aus, dass er mitbekommen haben will, dass Nora immer wieder über Geld gesprochen hat und dass sie genauere Informationen über die Lebensversicherung ihrer Mutter erfahren wollte. Darüber hinaus aber stützt sich die Anklage auf Noras Timeline für die Nacht von 4. auf 5.

 Uni auf die Tatsache, dass sie kein Alibi vorweisen kann, auf die Verletzung an ihrer Hand und darauf, dass Nora bei ihrer ersten Aussage gegenüber der Polizei den Besuch bei Walgreens verschwiegen hat und dazu kommen die Spuren am Tatort selbst. Die Stelle, an der die Scheibe an der Eingangstür der Jacksons eingeschlagen war, befindet sich an einer Stelle sehr weit oben an der Glastür.

 Einbrecher, der von außen in dieses Haus hätte eindringen wollen, so die Argumentation der Staatsanwaltschaft, hätte die Scheibe aber weiter unten einschlagen müssen, um von außen nach innen hinunter zur Türklinke greifen und die Tür von außen öffnen zu können. Die Tatsache, dass die Scheibe so weit oben eingeschlagen war, spricht dafür, dass derjenige, der das getan hat, bereits im Haus war und dass es sich hier schlicht und ergreifend um eine Inszenierung gehandelt hat.

 Es sollte eben einfach nur so aussehen, als habe es einen Einbruch gegeben. Und die Art und Weise, wie Jennifer Jackson ermordet wurde, lässt auch darauf schließen, dass es sich eben nicht um einen Fremden gehandelt hat, z.B. einen Einbrecher, sondern stattdessen um jemand, der eine Beziehung zu Jennifer Jackson hatte, der ihr sehr nahe stand, wenn man die 50 Messerstiche bedenkt, der unbeschreiblich großen Hass auf sie gehabt haben muss.

 Und ein Einbrecher, der noch dazu nichts stielt, kommt dafür eher weniger in Frage. Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft gleich mehrere Zeugen im Zeugenstand sitzen, die über die unterschiedlichen Versionen, die Nora bezüglich ihrer Schnittverletzung an der Hand erzählt hat, Auskunft geben können. Nora selbst hatte gegenüber den Ermittlern immer geäußert, dass sie sich an den Scherben einer zerbrochenen Bierflasche geschnitten hätte, während sie am Abend zuvor mit ihren Freunden auf diesem Musikfestival gewesen ist. Dabei soll

eine Bierflasche zu Bruch gegangen sein und daran hätte sie sich dann geschnitten. Allerdings soll Nora laut den Zeugen, die jetzt für die Anklage im Zeugenstand sitzen, genau darüber im Nachhinein vier verschiedene Versionen erzählt haben. Einmal soll es tatsächlich die Bierflasche auf dem Festival gewesen sein, an der sie sich verletzt hat.

 Dann will sie sich den Schnitt zugezogen haben, als sie ihre kleine Katze zu Hause einfangen wollte. ihrer Tante, der Schwester ihrer Mutter hatte sie erzählt, dass die Verletzung bei der Zubereitung von Essen entstanden ist und einem Bekannten wiederum hat sie gesagt, dass sie sich an der Hand an einem Stacheldraht geschnitten hat und all diese Zeugen, denen Nora diese unterschiedlichen Versionen erzählt hat, sitzen jetzt wie gesagt für die Staatsanwaltschaft im Zeugenstand und geben ganz genau darüber Auskunft.

 Norra selbst hatte später immer wieder beteuert und tut das im übrigen auch heute noch. dass sie in Bezug auf ihre Schnittverletzung an der Hand immer nur eine Version erzählt hat und das war die mit der zerbrochenen Bierflasche auf dem Festival. Und das kann natürlich auch ganz genauso gewesen sein. Doch wie gesagt, es sind gleich vier Zeugen, die während dieses Gerichtsprozesses dahingehend widersprechen.

 Ein weiterer wichtiger Zeuge auf Seiten der Staatsanwaltschaft ist Mayo Kork. Der Nachbar, wir erinnern uns zurück, zu dem Nora hinüber gelaufen ist. nachdem sie ihre Mutter tot im Haus fand. Mr. Kork sagt im Zeugenstand aus, dass er tief und fest in seinem Bett geschlafen hat, als er plötzlich ein lautes Klopfen an seiner Haustür gehört hat.

 Er sei sofort aus dem Bett gesprungen, hinuntergelaufen, habe die Tür aufgerissen und draußen stand eine vollkommen panische, aufgelöste Nora Jackson, die ihm erzählt hat, dass sie gerade ihre Mutter tot im Schlafzimmer gefunden hat. Mayo Kork hat sich daraufhin seinen geladenen Revolver geschnappt und ist gemeinsam mit Nora die kurze Strecke hinüber zum Haus gelaufen.

 Allerdings sagt Mayo Kork jetzt im Zeugenstand auch aus, dass ihm etwas seltsam an Noras Verhalten vorgekommen ist, nämlich die Tatsache, dass sie vor ihm in dieses Haus hineingelaufen ist und das, obwohl sie gegenüber ihm den Verdacht geäußert hat, dass jemand eingebrochen ist und ihre Mutter umgebracht hat. Sie konnte zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, ob der Einbrecher noch im Haus ist.

 Darum kam es, Mr. Cork, auch sehr seltsam vor, dass Nora zielgerichtet ins Haus hineinlief und er mit der geladenen Waffe hinter ihr herlief. Normalerweise, das ist die Annahme der Staatsanwaltschaft, hätte es genau anders herum sein müssen, dann hätte sie doch eigentlich den Mann mit der Waffe vorher hineingehen lassen müssen, aber anstattdessen ist sie vorausgelaufen.

 Und die Anklage ist der Ansicht, dass Nora das deswegen getan hat, weil sie ganz genau wusste, dass niemand mehr im Haus ist, weil sie selbst die Täterin war. Darüber hinaus aber hat die Anklage in ihren Augen noch ein weiteres starkes Indiz dafür, dass Nora ganz genau wusste, dass es keinen Einbrecher gegeben hat und dass sie auch ganz genau wusste, was wirklich in diesem Schlafzimmer passiert ist.

 Denn ihrem Anruf bei der 911 war sie panisch, aufgebracht, sie schrie und war teilweise nur schlecht zu verstehen. Doch als die 911 Nora gefragt hat, ob ihre Mutter erschossen worden ist, hat sie klar und deutlich mit nein geantwortet, was im Übrigen auch in diesem aufgezeichneten Notruf deutlich zu hören ist.

 Die Frage ist also, woher wusste sie das eigentlich so genau? Jennifer Jackson lag über und über voll mit Blut in ihrem Schlafzimmer. Nicht einmal die Polizei, die sich beim Eintreffen kurz einen Überblick verschafft hat, war in der Lage dazu, direkt zu sagen, wie und vor allen Dingen wodurch Jennifer Jackson eigentlich ums Leben gekommen ist.

 Woher also nahm Nora in ihrem Anruf bei dem Notruf die Gewissheit, dass ihre Mutter definitiv nicht erschossen worden ist. Wie man sich denken kann, war die Staatsanwaltschaft davon überzeugt, dass Nora deswegen das so genau wusste, weil sie Jennifer getötet hat und zwar nicht mit einer Schusswaffe, sondern mit einem Messer.

 Und darum konnte sie auch auf die Frage, ist ihre Mutter erschossen worden? So schnell und klar und deutlich mit Nein antworten, weil sie das Wissen über den Warnthergang hatte. Ein weiterer wichtiger Zeuge, der für die Staatsanwaltschaft in diesem Prozess aussagt, ist ein Freund von Nora. Der 19 Jahre alte Clark Shivani sagt aus und das konnte später auch aufgrund der Telefondatenauswertung bestätigt werden, dass er in der Nacht von 4. auf 5.

 Juni um kurz vor 1 Uhr morgens einen Anruf vom Festnetztelefon der Jacksons erhalten hat. Er hatte es jedoch nicht geschafft, ans Telefon zu gehen, weswegen der Anruf direkt auf seine Mailbox übertragen wurde. Nur Sekunden später, dass es die Aussage von Clark Shivani jetzt im Zeugen stand, klingelte sein Handy allerdings noch einmal.

 Diesmal war es die Nummer von Noras Handy. Da Clark aber offenbar keine Lust hatte, so spät nachts um 1 Uhr morgens noch mit Nora zu telefonieren, ist er nicht rangegangen, weswegen auch ihr Anruf, den sie vom Handy ausgemacht hat, wieder zu seiner Mailbox ging. hat Jennifer Jackson Clark Shivani wohl, wenn überhaupt nur flüchtig als Bekannter ihrer Tochter kannte und ihn auch zuvor offenbar noch nie angerufen hat, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Nora diejenige war, die Klag von ihrem Festnetztelefon aus ihrem Haus heraus in dieser Nacht angerufen hat,

als ihr auffiel, so die Annahme der Anklage, dass es keine gute Idee ist mit dem Festnetz Telefon zu telefonieren, weil man das ja nachweisen kann, hat sie, nachdem sie ein paar mal bei Clarc hat anläuten lassen mit dem Festnetz aufgelegt und hat ihn nur Sekunden später von ihrem Handy aus angerufen. Allerdings, wie gesagt, da ging Clark auch nicht dran, weswegen es zu keinem Gespräch zwischen den beiden gekommen ist.

 Allerdings ist das für die Anklage ein starkes Indiz dafür, dass Nora um 1 Uhr morgens zu Hause gewesen ist. Und wir erinnern uns zurück, Jennifer Jackson wurde zwischen 1 und 3 Uhr umgebracht. Auch wenn es nach all dem, was die Staatsanwaltschaft bisher in dieser Gerichtsverhandlung vorgebracht hat, alles andere als gut aussieht für Nora, so muss man trotzdem festhalten, dass es sich bei diesem Verfahren, indem über einen Zeitrahmen von 2 Wochen mehr als 40 Zeugen gehört werden, um einen reinen Indizienprozess handelt.

Und ganz genau darauf zieltt jetzt auch die Verteidigung ab, die ihrerseits ebenfalls einige durchaus starke Indizien dafür hat, dass Nora eben nicht die Täterin gewesen sein kann. Jennifer Jackson wurde mit über 50 Messerstichen umgebracht. Derjenige, der diese Tat begangen hat, muss Spuren genau davon überall an seinem Körper gehabt haben.

Als die Ermittler nach dem Anruf von Nora um kurz nach 5 Uhr morgens ins Haus gekommen sind, haben sie sie direkt mit aufs Polizeirevier genommen, um sie dort zu befragen. Es konnte nachgewiesen werden, dass Nora nach wie vor bei ihrer Vernehmung auf dem Polizeirevier dieselbe Kleidung getragen hat, die sie im Verlauf des ganzen Abends zuvor trug.

Sowohl auf dem Festival mit ihren Freunden als auch später auf den Partys, auf denen sie war, als auch auf der Aufnahme bei Walgreens hatte sie genau die Kleidung an, die sie anhatte, als die Polizei sie vom Haus aus mit aufs Revier genommen hat. An ihrer Kleidung jedoch befand sich nicht der Hauch einer Blutspur, genauso wenig an ihren Haaren, an ihrer Haut, an ihren Händen oder auch unter ihren Fingernägeln.

 Wenn Nora über 50 mal mit einem Messer außer sich vor Wut und Rage auf ihre Mutter eingestochen hätte, wie die Staatsanwaltschaft behauptet, müssten sich Spuren davon an ihrer Kleidung und auch an ihren Händen zeigen. eventuell blaue Flecken, Abschirfungen, Blut, Abriebstellen in ihren Handflächen, die entstehen, wenn jemand 50 mal mit einem Messer auf eine andere Person einsticht, da das Messer in der Hand dann hin und her rutscht und einen gewissen Abrieb an der Haut hinterlässt.

 Jedoch das alles gab es eben nicht. Die Schnittverletzung, die Nora an ihrer Hand hatte, befand sich nicht an ihrer Hand Innenfläche oder an ihren Fingern. Sie war an der Oberseite ihrer Hand, was in den Augen der Verteidigung nicht zu einem Messer angriff, sondern viel mehr zu Noras Aussage, sie hätte sich an einer zerbrochenen Bierflasche auf dem Festival Stunden zuvor geschnitten passt.

 In der Gerichtsmedizin wurde wohl festgestellt und das war auch die Ansicht der Ermittler, dass Jennifer sich gegen ihren Angreifer zur Weh setzte, ja, dass ein Kampf in diesem Schlafzimmer stattgefunden hat, bevor sie starb. Nora hatte aber abgesehen von ihrem Schnitt an der Hand keinerlei Verletzungen an ihrem Körper, keine Häatome, keine blauen Flecken, keine Abschirfungen, keine Kratzer, nichts, was auch nur im Ansatz darauf hindeutet, dass sie im Laufe der Nacht von 4.

 auf 5. Juni in einen Kampf verwickelt gewesen ist. Aber weil wir ohnehin gerade schon bei Spuren sind, weder am Tarort im Schlafzimmer, noch sonst irgendwo in diesem gesamten Haus wurde Noras Blut gefunden. Wenn sie, wie die Staatsanwaltschaft behauptet hat, sich ihre Verletzung, ihre Schnittverletzung an der Hand beim Kampf mit ihrer Mutter oder aber beim Einschlagen der Scheibe an der Eingangstür zugezogen hat, um alles nach einem Einbruch aussehen zu lassen, dann hätte man Spuren, Blutspuren von Nora irgendwo in diesem

Haus finden müssen. Blutspuren von ihr im Schlafzimmer, Blutspuren im Bereich der Köche oder der Eingangstür, wo das zerbrochene Glas gefunden worden ist, Blut an der zerbrochenen Scheibe selbst oder auch an der Tür oder auf den Scherben. Doch es gab eben exakt nichts davon und darüber hinaus gibt es auch keine Tatwaffe, die aufgefunden werden konnte.

 Das Messer, mit dem Jennifer Jackson getötet wurde, konnte nie gefunden werden. Die Staatsanwaltschaft war zwar davon überzeugt, dass Nora das Messer, mit dem sie ihre Mutter umbrachte, auf den Weg zu Wallgreens, also auf den Weg in die Apotheke, wo sie sich dann Pflaster und Verband und Desinfektionsmittel für die blutende Wunde gekauft hat, irgendwo auf dem Weg weggeworfen, entsorgt hat.

Jedoch, und das ist das Argument der Verteidigung, hätte man dann ja auch davon Spuren finden müssen, z.B. in Noras Auto, mit dem sie ja überhaupt zu Wallgreens gefahren ist. Doch weder auf den Sitzen, noch auf dem Lenkrad, noch an der Gangschaltung, noch sonst irgendwo im Auto wurde auch nur ein Hauch von Blut gefunden.

 Zusammenfassen kann man also festhalten, ganz genau das macht die Verteidigung auch, dass es keinen einzigen forensischen Beweis dafür gab, dass Nora Jackson in der Nacht, in der ihre Mutter getötet wurde, am Tatort in diesem Schlafzimmer war. Und auch die Behauptung der Staatsanwaltschaft, Nora hätte in den Tagen nach dem Mord an ihrer Mutter ganz bewusst langärmlige Kleidung, langärmlige Pullover getragen, die sie sich auch immer so über die Handflächen so drüber gezogen hat, um ihre Schnittverletzung zu verdecken, kann in

gewisser Weise oder wird zumindest versucht von der Verteidigung zu entkräften, denn es stellt sich heraus und das wurde eben auch durch Befragungen von Noras Umfeld Welt ermittelt, dass sie starke Armbeharung hatte und sich deswegen schämte, dass sie immer schon in der Vergangenheit versucht hat, ihre starke Armbeharung zu verdecken mit langärmligen Oberteilen, die sie trug, auch wenn diese nicht zum Wetter gepasst haben.

 Weiterhin argumentiert die Verteidigung, dass Noras Verhalten im Allgemeinen, nachdem sie ihre Mutter tot im Schlafzimmer gefunden hat, schlicht und ergreifend auf ihren Schock zurückzuführen ist. Die Staatsanwaltschaft hatte ja ein großes Ding daraus gemacht, dass Nora vor ihrem Nachbarn Mayo K, der ja bewaffnet war, ins Haus zurückgelaufen ist und dass sie das einfach deswegen gemacht hat, weil sie ohnehin wusste, dass da kein Einbrecher wartet, weil es überhaupt gar keinen Einbruch gegeben hat.

 Doch die Verteidigung sagt, dass Menschen in so einer extremen Ausnahmesituation oftmals nicht mehr rational in der Lage sind zu handeln und dass Nora ihren Nachbarn zwar um Hilfe gerufen hat, der auch mit ihr bewaffnet hinüberlief, aber dass sie dann einfach nicht mehr dran gedacht hat, den Nachbarn mit der Waffe vorher ins Haus zu lassen, sondern dass sie einfach nur reingelaufen ist.

 Und das gleiche Argument nimmt die Verteidigung jetzt auch in Bezug auf Noras Aussage im Notruf bei der 911, wo sie auf die Frage, ob ihre Mutter erschossen worden ist, mit Nein geantwortet hat. Auch da argumentiert Verteidigerin Valerie Corder, dass Nora in diesem Anruf einfach vollkommen panisch war, außer sich aufgrund dessen, was sie gerade im Schlafzimmer gesehen hat und dass sie deswegen einfach auf die Frage, ist ihre Mutter erschossen worden mit nein geantwortet hat.

 Aber daran kann man doch um Gottes Willen nicht ableiten, dass sie diese Tat begangen hat. Am Ende allerdings hat die Verteidigung in diesem Prozess gleich zwei, wenn man es so ausdrücken möchte, Asse im Ärmel, die die Staatsanwaltschaft auf der anderen Seite durchaus mit heruntergelassenen Hosen dastehen lässt und die aufzeigen, dass bei den Ermittlungen durch die Polizei im Vorfeld grobe Fehler gemacht worden sind.

Sowohl auf dem blutgetränkten Bettlagen von Jennifer Jackson als auch an einem der Bettpfosten im Schlafzimmer konnten zwei unterschiedliche Fremd DNA Spuren gesichert werden. Beide Spuren wurden dort offenbar von weiblichen Personen hinterlassen. Jedoch passte keine der beiden Spuren zu Nora, die ja hier wegen Mordes auf der Anklagebank sitzt.

 damit nicht genug konnte die Spurensicherung in Jennifer Jacksons rechter Hand mehrere blonde Haare sicherstellen, die weder von ihr selbst noch von Nora stammten. Die Struktur und die Beschaffenheit dieser gefundenen Haare in Jennifer Jacksons rechter Hand wiesen darauf hin, dass sie sie ihr Mörder offenbar ausgerissen hat, während sie sich versucht hat gegen ihn zu verteidigen.

 Und ganz genau darum befanden sich die Haare ja auch in ihrer rechten Hand. Das Unfassbare daran war, dass die Haare nie weiter untersucht worden sind. Abgesehen davon, dass man sicher sagen konnte, dass diese Haare nicht zu Jennifer und auch nicht zu Nora gehört haben, wurde damit nichts Weiteres getan. Und ganz genauso verhielt es sich auch mit den beiden fremden DNA-Spuren, die direkt am Tatort im Schlafzimmer ausfindig gemacht werden konnten.

 Niemand weiß, zu wem diese Haare gehören. Niemand weiß, zu wem die beiden DNA Spuren gehört haben. Aber eins weiß man, weder das eine noch das andere stammte von Nura Jackson. Darüber hinaus kritisiert die Verteidigung aber ohnehin, dass sich die Ermittlungen der Polizei von Anfang an in der Hauptsache nur auf Nora konzentriert.

 Und weder andere Personen aus Jennifer Jacksons Umfeld oder auch andere mögliche Szenarien und Motive, die tat betreffend, gar nicht erst oder nur halbherzig in Betracht gezogen worden sind. Nur 15 Monate vor dem Mord an Jennifer Jackson wurde ihr Ex-Mann und Vater von Noura, Nasmi Hassani, an seinem Arbeitsplatz an einer Tankstelle im Südwesten von Memphis von einem Unbekannten erschossen.

 Die Tat konnte nie aufgeklärt werden und die Verteidigung gibt zu bedenken, dass die beiden Taten durchaus im Zusammenhang stehen könnten, zumal die Polizei nach dem Mord an Nasmi Hinweise darauf bekommen hat, dass er in Prostitutions- und Drogenhandel verwickelt gewesen sein könnte. Und auch wenn es am Ende keine Indizien oder Beweise dafür gab, dass die beiden Taten zusammenhängen könnten oder auch irgendwie in Verbindung miteinander stehen könnten, so bestand die Möglichkeit alle mal.

 Die Verteidigung macht darüber hinaus klar, dass Jennifer Freund, ein Mann namens Mark Irvin, mit dem sie in den Wochen und Monaten vor ihrem Tod immer mal wieder ausging, kein Alibi für die Tatnacht hat. Die Polizei hatte nach dem Mord an Jennifer mit Mark Irvin gesprochen. Dieser hatte behauptet und tut es auch jetzt im Prozess erneut im Zeugenstand, dass er in der Tatnacht in seinem Haus in Jackson 86 Meilen außerhalb vom Memphis war und dort tief und fest in seinem Bett geschlafen hat.

 Zeugen dafür muss man sagen gab es jedoch nicht und die Verteidigung argumentiert, dass man genau darum am Ende nicht ausschließen kann, ob nicht Mark Irvin der Täter gewesen ist, ob er in dieser Nacht nicht im Schlafzimmer von Jennifer Jackson gewesen ist und sie umbrachte. Am Ende muss man aber trotzdem sagen, dass es auch dafür keinen Beweis und kein einziges Indiz gegeben hat.

 Niemand hat Mark Irvin in seinem Schlafzimmer in Jackson beim Schlafen zugeschaut. Das ist richtig. Aber es gibt eben auch andersrum kein Indiz oder keinen Beweis dafür, dass er etwas mit der Tat zu tun hatte, denn auch von ihm wurden nirgendwo in diesem Haus irgendwelche Blutspuren, DNA oder sonst irgendetwas gefunden, was darauf hindeutet, dass er dort war.

 Am Ende poch die Verteidigung aber noch einmal darauf, daß Nora ihre Mutter sehr geliebt hat, dass sich die beiden trotz gelegentlicher Schwierigkeiten, Streitereien und Auseinandersetzungen, die es durchaus gab, immer nahe gestanden haben, dass Nora ihre Mutter respektiert hat und ihr Gegenüber stets offen war, anzunehmen, dass die damals 18-Jährige vom Feiern nach Hause fährt, ihre Mutter mit 50 Messerstichen umbringt, den Tatort im Anschluss daran zu einem Einbruchsszenario hinzeniert, dann zum Kameraüberwachten Walgreens Pferd, um sich ihre kurz zuvor

zugezogene Schnittverletzung zu behandeln. Dann einfach tankt, als wäre nichts gewesen, zurück zum Tatort, fährt einen Nachbarn alarmiert, zum Haus geht und die 911 anruft, ist in den Augen der Verteidigung schlichtweg nicht das, was wirklich passiert ist und überhaupt gebe all das ohnehin keinen einzigen Beweis.

Die Geschworen allerdings sahen das offenbar am Ende doch etwas anders, denn am Ende des zweiwöchigen Prozesses verurteilen sie die inzwischen 22 Jahre alte Nora Jackson wegen Mor des zweiten Grades an ihrer Mutter Jennifer zu 20 Jahren und 9 Monaten haft am 22. August 2014, also 5 Jahre nach Noras Verurteilung allerdings hebt dann der oberste Gerichtshof von Tennessee das Urteil gegen Nora auf.

Der Grund. Im Prozess gegen Nora hatte ein Bekannter von ihr, ein junger Mann namens Andrew Hamcock im Zeugenstand behauptet, Nora habe ihn in der Nacht, in der ihre Mutter ermordet wurde, gegen 3 Uhr morgens angerufen und ihn zum Haus gebeten. Für die Staatsanwaltschaft war diese Aussage von Andrew Hamcock damals im Prozess sehr wichtig, weil sie eben gezeigt hat, vermeintlich gezeigt hat, dass Nora um 3 Uhr zu Hause war.

 Denn warum sollte sie Andrew sonst anrufen und ihn fragen, ob er zu ihr nach Hause kommt, wenn sie dort gar nicht ist? Allerdings hat sich dann herausgestellt, dass dieser Andrew Hamcock in der Nacht von 4. auf 5. Juni verschiedene Drogen genommen hat, unter anderem Ecstasy und darum überhaupt nicht wirklich in der Lage dazu war, selbst nachzuvollziehen, wann er was gesagt, wann er was gesehen und vor allen Dingen mit wem er wann eigentlich überhaupt telefoniert hat.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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