Wenn die Fassade einstürzt … DIE MURDAUGH MORDE Teil II T – Part 2
Und dass Alex die beiden Tatwaffen so eventuell transportiert haben könnte, dafür gab es auch noch einen weiteren Anhaltspunkt, denn die Pflegekraft seiner Mutter Shelly Smith, zu der wir später ebenfalls noch ein weiteres Mal kommen werden, sagte im Zeugenstand aus, dass Alex etwa eine Woche nach den Morden zum Haus seiner Eltern kam und etwas Blaues in der Hand hatte, dass sie zunächst für eine Plane hielt.
Und mit diesem blauen Etwas ging er dann nach oben in den ersten Stock des Hauses und genau dort wurde der Regenmantel ja dann später von der Polizei auch gefunden. Die Staatsanwaltschaft führt aber neben Pauls Handyvideo, den gefundenen Patronenhülsen, Alex Kleidung in der Tatnacht und den Schießpulverrückständen, aber auch ein Bewegungsprofil und die Auswertung aller Mobilfunkdaten an.
Experten der South Carolina Law Enforcement Division und des FBI legten dazu ein miniziöses Timeline Protokoll vor, aus dem hervorging, dass sich Alex eigene Darstellung der Ereignisse nicht mit den gefundenen digitalen Spuren gedeckt haben. die Auswertungen von Maggie Murdocks iPhone ergab, dass es um 21:6 Uhr einen Orientierungs, einen Bewegungswechsel gegeben hat.
Ich hatte euch ja vorher gesagt, dass man im Prinzip schon ab 20:44 Uhr weder auf Maggys noch auf Pauls Handy irgendeine Aktivität feststellen konnte und das war auch der Fall. Trotzdem hat das Handy von Maggie einen Bewegungswechsel, einen Orientierungswechsel registriert, weil um 21:6 Uhr jemand an der Seite das Licht des Handys sozusagen angemacht hat, den Bildschirm kurz dazu gebracht hat, aufzuleuchten und dann hat das Handy sich bewegt.
Das konnte man trotzdem nachvollziehen anhand digitaler Daten. Und ganz genau das deutet eben darauf hin, dass Maggys Handy vom Tatort woanders hingebracht wurde, sich bewegt hat. Die Staatsanwaltschaft ging fest davon aus, dass Maggie zu diesem Zeitpunkt aber bereits tot war und daraus folgt, dass jemand anders ihr Handy an sich und mitgenommen hat.
Und das erstaunliche war, Maggie Murdocks Handy wurde einen Tag nach ihrem Tod mehrere hundert Meter vom Grundstück in Moiselle entfernt am Straßenrand gefunden. Die Anklage war der Ansicht, dass Alex das iPhone seiner Frau nach dem Mord an ihr mitnahm, um es später so aussehen zu lassen, als hätte der wahre Täter es gestohlen, dass am Ende er selbst jedoch derjenige war, der es auf der Fahrt vom Haus seiner Eltern zurück nach Hause an einer bestimmten Stelle aus dem Autofenster hinaus auf die Straße warf. Und diese Annahme wird von
den Fahrzeugdaten aus Alex Chevrolet Suburban, mit dem er ja an diesem Abend unterwegs war, in gewisser Weise auch gestützt, denn die Daten zeigen, dass sich sein Auto um 21:52 Uhr, also nur 8 Minuten, bevor er seine Frau und seinen Sohn Tod bei den Zwingern aufgefunden hat, ganz in der Nähe des späteren Fundorts von Maggys iPhone aufhielt.
Sein Wagen fuhr also an dieser Stelle vorbei, an der man Maggys Handy fand und erstaunlich war auch, dass die Fahrzeugdaten auch gezeigt haben, dass Alex zu dem Zeitpunkt, als er an dieser Stelle vorbeifuhr, die Geschwindigkeit seines Fahrzeugs gedrosselt hat. Eine zentrale Rolle auf Seiten der Staatsanwaltschaft spielte die Aussage der Pflegekraft von Alex Mutter Shelly Smith. Denn als Alex am Abend dieses 7.
Juni gegen 21:20 am Haus seiner Eltern ankam, habe sich laut Shelly, die ja dort war, sehr merkwürdig verhalten. Alex wirkte anscheinend fahrig, nervös und unruhig und Shelly sagte auch im Zeugenstand, dass er gerade einmal 15 bis 20 Minuten da war und dann auch schon wieder fuhr. Doch das widerspricht erneut Alex eigener Darstellung, denn er hatte ja stets behauptet, mindestens 30 bis 40 Minuten im Haus seiner Eltern gewesen zu sein.
Und was dazu kam war, dass die Geschworenen von Shelly Smith jetzt im Zeugenstand auch noch zu hören bekommen, dass Alex sie nur einen Tag nach dem Mord an seiner Frau und seinem Sohn darum gebeten haben soll, der Polizei zu sagen, er sei tatsächlich 40 Minuten da gewesen, womit er eben in den Augen der Anklage erneut versucht hat, die Dauer seines Aufenthalts bei seinen Eltern nachträglich zu verlängern, um sein Alibi zu stärken.
Und über all diesen Punkten, die die Staatsanwaltschaft jetzt also aufführt, stellen Sie auch noch mal das Motiv heraus, dass Alex Murdock ihrer Ansicht nach für diesen Doppelmord gehabt hat. Die jahrelange Veruntreuung und Unterschlagung von Mandantengeldern und Versicherungsleistungen in Millionenhöhe. Die Angst vor Kontrollverlust und dem vollständigen Absturz, denn am Tag dieses Doppelmordes, am 7.
Juni 2021 wurde Alex von der Finanzchefin seiner Kanzlei damit konfrontiert, dass Gelder verschwunden sind und dass der Verdacht im Raum steht, dass er diese Gelder veruntreut hat. Das war am Tattag. Der berufliche, gesellschaftliche und persönliche Zusammenbruch stand praktisch vor der Tür und ließ sich auch nicht mehr aufhalten und das nur wenige Stunden, bevor Paul und Maggie getötet worden sind.
Mit dem Mord an seiner Frau und auch an seinem Sohn wollte Alex aus der Sicht der Anklage Zeit gewinnen, Druck reduzieren und die Aufmerksamkeit von sich selbst und sein Finanzverbrechen ablenken. Und auch wenn man am Ende klar festhalten muss, dass die Staatsanwaltschaft trotz dieser starken Indizienkette keinen für sich alleinstehenden starken Be
weis wie z.B. einen Augenzeugen oder Videoaufnahmen von der Tat an sich gehabt hat. Das Argument der Anklage war, dass es eben gar nicht um so einen für sich alleinstehenden starken Beweis gehen würde, sondern viel mehr um das Zusammenspiel aus Motiv, Gelegenheit, widersprüchlichen Aussagen und digitalen Spuren, die in ihrer Gesamtheit zeigen würden, wer Paul und Maggie getötet hat.
Die Ansage der Finanzchefin in Alex Kanzlei nur Stunden vor dem Doppelmord. Pauls Handyvideo um 20:44 Uhr, auf dem Alex Stimme am Tatort zu hören ist. Ein enger Tatzeitraum zwischen 20:45 Uhr und 21 Uhr, der in den Augen der Anklage gestützt wird von digitalen Daten. Maggys Handy, das mutmaßlich, nachdem sie bereits tot war, einen Orientierungswechsel gezeigt und später am Straßenrand gefunden wurde.
Fahrzeugdaten, die Alex Auto nahe an diesem späteren Fundort von Maggys Handy gezeigt haben. Ein offensichtlicher Kleidungswechsel von Alex am Tatabend, Schießpulverrückstände auf Alex Händen und auch in seinem Wagen. Der blaue Regenmantel ebenfalls mit Schießpulverpartikeln, der später im Haus seiner Eltern in Almida gefunden wurde.
die entdeckten Patronenhülsen auf dem Gelände, die Monate zuvor auf dem Mördock Anwesen bei Schießübungen abgefeuert worden sind und die mit den Hülsen am Tatort über Einstimmungen aufwiesen, die gefundenen Boxen mit Munition, die zu den jeweiligen Waffentypen gepasst haben, mit denen Maggie und Paul erschossen wurden.
der ungewöhnlich kurze Besuch am Tatabend bei seiner Mutter in Almida und der Versuch seinen Aufenthalt dort sein Alibi zu verlängern, indem er die Pflegekraft Shelly Miss darum bat, bei der Polizei falsche Angaben zu machen. Und dann ist da noch etwas. Die Polizei hat bei ihren Ermittlungen herausgefunden, dass Alex derjenige war, der wollte, dass Maggie am Abend dieses 7. Juni nach Moselle kommt.
Ich hatte euch im ersten Teil bereits erzählt, dass es um die Ehe von Alex und Maggie nicht zum besten gestanden hat. Dafür gab es durchaus Indizien. Maggie hatte im Sommer 2021 die meiste Zeit im Strandhaus der Familie in Edesto Beach verbracht und dort auch sehr oft übernachtet. Aber an diesem 7.
Juni sollte sie nach Hause kommen, denn Alex wollte mit ihr und Paul gemeinsam Abendessen. Das war also auf seine Initiative hin, dass die beiden gemeinsam mit ihm dort waren. Doch wo eine Anklage ist, das wissen wir. Da ist in der Regel auch immer eine Verteidigung und die macht jetzt genau das, was die Aufgabe einer Verteidigung ist, nämlich die Argumente der Staatsanwaltschaft zu entkräften, eigene Experten und Zeugen in den Zeugenstand setzen, Zweifelsähen und alternative Erklärungen für die Geschworen liefern.
Und Alex Anwalt Dick Potlien hat durchaus auch einige gewichtige Punkte auf der Hand, die er in seinem Eröffnungsplädier und auch im weiteren Verlauf des Prozesses darlegt. Die Ermittlungen der Polizei hätten sich laut Verteidigung von Beginn an ausschließlich auf Alex Murdock konzentriert, wodurch alternative Tätertheorien zu früh verworfen oder gar nicht erst konsequent verfolgt worden sind.
Darüber hinaus wirft die Verteidigung der Polizei bei den Ermittlungen auch unsauberes Arbeiten vor. Am Tatort selbst z.B. durften sich bereits stunden nach dem Doppelmord am frühen nächsten Morgen Angehörige frei bewegen, ohne dass der Tatort zu dieser Zeit vollständig gesichert war. Außerdem habe es die Nacht hindurch stark geregnet, deswegen wichtige Spuren zerstört worden sein könnten, die eben auf einen alternativen Täter hätten hindeuten können.
Die Verteidigung führt in diesem Zusammenhang jetzt auch den Bootsunfall und den Tod von Mallery Beach ins Feld. Paul hatte sich dadurch, was passiert ist, dass er den Unfall verursacht hat, viele Feinde gemacht und er wurde laut Verteidigung auch nach dem Tod von Mallery Beach bedroht. Deswegen könnte auch nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem Mord an Paul und seiner Mutter um eine Form der Rache im Zusammenhang mit diesem Bootsunfall gehandelt hat.
Und der Vorwurf ist, dass eben in diese Richtung erst gar nicht ermittelt wurde. Darüber hinaus argumentiert die Verteidigung, dass der Todeszeitpunkt von Maggie und Paul nicht genau feststellbar war. Die Zeitangabe aus der Gerichtsmedizin zwischen 21 und 21:30 Uhr wurde unter anderem anhand der Körpertemperatur beider Opfer geschätzt.
Was bedeutet, dass diese enge Timeline und vor allen Dingen auch die Behauptung der Staatsanwaltschaft, die Morde hätten sich zwischen 20:5 Uhr und 21 Uhr ereignet, durchaus in Frage gestellt werden kann, denn die Auswertungen von Handy und Fahrzeugdaten lassen aus Sicht der Verteidigung viel zu viel Interpretationsspielraum.
Zeitstempel, Schrittzähler, Bildschirmaktivierungen. Das alles können nicht zweifelsfrei belegen, wann genau die Tat stattgefunden hat. Und auch die Bewegungen von Maggie Murdocks Handy können nicht eindeutig einem Täter Klammer auf Alex zugeordnet werden. Die enge zeitliche Rekonstruktion der Staatsanwaltschaft basiert daher laut Verteidigung auf Annahmen und nicht etwa aus unumstößlichen Fakten.
Nächstes Argument von Dicker Potlian Alex Anwalt. Maggie und Paul wurden mit zwei unterschiedlichen Waffen erschossen, weswegen durchaus die Möglichkeit besteht, dass es auch zwei unterschiedliche Schützen gegeben hat. Der Blutspurenexperte Tim Palmbach z.B. sagte im Zeugenstand aus, dass der Einsatz einer Schrotflinte und eines Gewehrs in so kurzer Abfolge nicht eindeutig einem Einzeltäter zugeordnet werden kann.
Und darüber hinaus macht Verteidiger Dicker Potlien auch klar, dass ein Täter, der aus nächster Nähe auf Paul und Maggie geschossen hat, Blut an seinem Körper und auch an seiner Kleidung hätte haben müssen. Doch als die Polizei nach 22 Uhr am Tatortart auf Moiselle eintraf, wies die Kleidung, die Alex Murdock trug, keinerlei sichtbare Blutspuren auf und auch an seinem Körper war nichts davon zu sehen.
Und auch für die vorhandenen Schießpulverrückstände auf Alex, an seinen Händen und auch für die in seinem Wagen hat die Verteidigung ein Argument bei der Hand. Die Mördogs hatten einen ganzen Schrank voller Schusswaffen. Man ging regelmäßig auf die Jagd. Alex hatte seit Jahren Umgang mit Waffen. Auf dem Gelände wurde regelmäßig geschossen.
Und darüber hinaus hat Alex ja auch, als er Maggie und Paul um 22 Uhr bei den Zwingern gefunden hat, Kontakt zu ihnen. Er hat sich über Paul gebeugt. Er hat wohl auch versucht Maggys Puls zu tasten und dabei könnte natürlich auch eine dementsprechende Übertragung stattgefunden haben. Darüber hinaus greift die Verteidigung jetzt aber auch das von der Staatsanwaltschaft angeführte Motiv für die Tat scharf an.
Warum sollte Alex Mdock, selbst wenn seine jahrelangen finanziellen Verfehlungen kurz vorm Aufliegen standen, ausgerechnet seinen Sohn und seine Frau erschießen? Die These der Staatsanwaltschaft, der Doppelmord sei ein Ablenkungsmanöver gewesen, wies Alex Verteidiger Jim Griffin als reine Spekulation zurück, denn selbst ein drohender finanzieller Zusammenbruch erklärt nicht, warum jemand deswegen die Menschen töten sollte, die ihm am nächsten stehen.
Und um dieses Argument zu stützen, zeichnet die Verteidigung ein Bild von Alex Murdock als Familienmensch, als liebender Vater seiner beiden Söhne, Bastor und Paul, und als Ehemann von Maggie, mit der er im Jahr 2021 seit 28 Jahren verheiratet war. Dicka Potlian sagt den Geschworen, dass E-Mail und Textnachrichten zwischen Maggie und Alex zeigen würden, dass die beiden nach wie vor eine harmonische Ehe geführt haben.
Ja, Maggie hatte sich in den letzten Wochen vor ihrem Tod immer wieder im Strandhaus in Edesto Beach aufgehalten, aber sie war eben nun mal gerne dort. Das bedeutet nicht, dass die beiden kurz vor der Trennung gestanden haben und auch mehrere Zeugen. Darunter Alex Bruder John Marvin Mdock schilderte ihn als fürsorglichen Vater, liebevollen Ehemann und als jemanden, der eine extrem starke Bindung zu seinem jüngsten Sohn Paul und auch zu seiner Frau Maggie gehabt hat.
Genauso auch B, der von der Verteidigung ebenfalls in den Zeugenstand gesetzt wird, wo er seinen Vater als jemand beschreibt, der seine Familie liebte und sich gekümmert hat. Das Snapchat Video, wir erinnern uns zurück, dass Paul am Tag seines Todes aufgenommen und dann später am Abend an eine seiner Freunde weitergeschickt hat und dass die Staatsanwaltschaft dazu genutzt hat, den Geschworenen zu zeigen, dass Alex möglicherweise nach der Tat umgezogen hat, wird jetzt auch von der Verteidigung genutzt, allerdings anders als es die Anklage
tut. Denn dieses Video wurde ja von Paul aufgenommen und darauf ist eben nicht nur zu sehen, dass Alex nur wenige Stunden vor dem Doppelmord andere Kleidung trägt. Die Verteidigung nutzt es dazu, um den Geschworenen die Interaktion zwischen Vater und Sohn aufzuzeigen. Beide lachen nämlich auf der Aufnahme.
Alex und Paul scherzen miteinander. Alles wirkt harmonisch, normal und in keiner Weise angespannt. Trotzdem sollen die Geschworenen also jetzt glauben, dass Alex Murdock nur wenige Stunden nach dieser Aufnahme seinem Sohn aus kurzer Distanz mit einer Schrotflinte in die Brust und auch in den Kopf geschossen hat. Ich will an dieser Stelle nicht zu grafisch werden, aber dicker Potlien vorgericht wurde es sehr wohl.
Er hat der Jur gegenüber genau geschildert und die Geschworenen haben ohnehin auch Fotos vom Tatort gesehen, wie Paul aussah, als er gefunden wurde. Und ich glaube, man kann sich ja vorstellen, was das für einen massiven Schaden anrichtet, wenn eine Person aus kurzer Distanz mit einer Schrotflinde in den Kopf geschossen wird.
Da muss ich nicht genauer drauf eingehen. Die Geschworenen haben das alles gesehen und Dicker Potlien stellt eben die Frage, ob die Jury wirklich glaubt, dass Alex kurz zuvor mit seinem Sohn noch lacht und Scherze macht und Paul ein Video aufnimmt, ein Snapchat Video und dann soll das passiert sein, dann soll er vor Paul gestanden und ihm mit dieser Schrotflinte den Kopf weggeschossen haben.
Für die Verteidigung ist das absolut unglaubwürdig und das sagen sie auch vor Gericht. Ein zentrales Problem für die Verteidigung in diesem gesamten Gerichtsprozess war jedoch das Video von Paul, das um 20:44 Uhr bei den Hundezwingern aufgenommen worden ist, denn darauf hört man Alex Stimme. Alex, der stets behauptet hat, niemals dort gewesen zu sein.
Dieses Video zeigt, dass er lügt, weswegen man wohl auch jetzt den durchaus riskanten Schritt ging, Alex in den Zeugenstand zu setzen. Ein großes Wagnis, wie wir wissen. Denn ein Angeklagter, der sich dazu entschließt, sich selbst in den Zeugenstand zu setzen, der wird nicht nur von seinen eigenen Anwälten befragt, sondern auch von der Staatsanwaltschaft ins Kreuz verhörer genommen, was unter Umständen fatale Folgen haben kann.
Jedoch war es der Verteidigung oder sehr wahrscheinlich auch Alex Murdock selbst wichtig darüber auszusagen, was es mit seiner Anwesenheit bei den Zwingern auf sich gehabt hat. Am 23. Februar sitzt er unter anderem darum, also jetzt im Zeugenstand und sagt mit Tränen in den Augen Unterid aus, dass er seine Frau und seinen Sohn nicht getötet hat.
Gleichzeitig räumt Alex jedoch ein, die Polizei in Bezug auf seine Anwesenheit bei den Zwingern belogen zu haben, aus Angst als Täter abgestempelt zu werden und darüber hinaus habe seine jahrelange Abhängigkeit von Schmerzmitteln auch sein Denken beeinflusst. Alex gibt also im Zeugenstand jetzt Unterid zu tatsächlich am Tatabend um 20:44 Uhr bei den Hundezwingern gewesen zu sein und er gibt auch zu, dass es seine Stimme ist, die auf Pauls Video zu hören ist.
Doch Alex sagt gleichzeitig, daß er sich nur ganz kurz dort aufgehalten hat und dass er danach, wie er es stets gegenüber der Polizei ausgesagt hat, um 21 Uhr zu seinen Eltern nach Almida gefahren ist. Er hat Maggie und Paul nicht erschossen. Er hat sie erst bei seiner Rückkehr um 22 Uhr gefunden und danach die 911 gewählt.
Nach einem 6 Wochen andauernden Prozess, in dem mehr als 75 Zeugen gehört worden sind, ziehen sich die 12 Geschworen am 2. März 2023 zur Beratung zurück. Und aufgrund der Vielzahl an Beweisen und der durchaus komplexen Indizienlage, die es gegeben hat, gingen sehr viele Prozessbeobachter wohl von einer langen Beratungszeit der Jury auf, umso erstaunlicher war, dass diese gerade einmal 3 Stunden später, nachdem sie den Gerichtssal verlassen haben, schon wieder da waren, weil sie sich einstimmig auf ein Urteil einigen konnten.
Alex Murdock wird wegen dem Mord an seinem Sohn Paul und dem Mord an seiner Ehefrau Margaret und wegen des Besitzes einer Schusswaffe bei der Begehung eines Gewaltverbrechens in zwei Fällen schuldig gesprochen und zu zweimal lebenslanger Haft ohne die Chance auf Bewährung verurteilt. Während im Gerichtssal nach der Urteilsverkündung laut Prozessbeobachtern wohl einzelne Angehörige in Tränen ausbrachen, wirkte Alex selbst zumindest äußerlich gefasst.
Und das, obwohl dieses Urteil de facto bedeutet, dass er den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen wird. Doch wer dachte, meine Lieben, dass das jetzt der Abschluss, das Ende dieses unfassbaren Fall ist, der glaubt es oder nicht, irrt sich. Denn noch im März 2023 legen Alex Anwälte Berufung gegen das Urteil ein und 6 Monate später im September beantragen sie dann auch einen neuen Prozess.
Unter anderem stand wohl der Vorwurf im Raum, dass eine Gerichtsangestellte, eine Frau namens Becky Hill, noch während dem laufenden Verfahren Einfluss auf die Jury genommen haben soll. Ob diese Vorwürfe allerdings ausreichen, um einen neuen Prozess zu bekommen, das wird derzeit geprüft und anscheinend steht bis jetzt auch noch eine Entscheidung dahingehend aus.
Aber das bedeutet, meine Lieben, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass wir in Zukunft auf diesem Kanal noch ein weiteres Mal über Alex Murdock sprechen werden. Glaube ich persönlich, dass Alex seine Frau Maggie und seinen Sohn Paul am Abend des 7. Juni 2021 getötet hat. Ja, das glaube ich allerdings und ich möchte euch gerne auch erklären, warum.
Und dazu ziehe ich jetzt etwas heran, was für den einen oder anderen wahrscheinlich ohnehin logisch ist, aber was ich sehr beeindruckend im Gerichtsprozess fand, denn Oberstaatsanwalt Crayton Waters hat genau das der Jury auch beschrieben, um zu erklären, was eine starke Indizienkette eigentlich ist.
Stellt euch einfach mal vor, ihr seid an einem ganz normalen Tag draußen spazieren und plötzlich zieht ein Gewitter auf. Wenn man selbst draußen ist, dann bekommt man das mit, denn man sieht die dunklen Wolken aufziehen, man sieht Regenfallen, man hört Donner und man wird auch selbst von oben bis unten pitchnass.
In diesem Fall gibt es also keinen Zweifel, dass ein Gewitter stattgefunden hat, denn man war mittendrin, man hat es selbst erlebt und gesehen. Anders ist es aber, wenn man sich vorstellt, dass ein Gewitter tobt. Doch man ist zu Hause in seiner Wohnung. Man geht nicht hinaus, man schaut nicht aus dem Fenster und sieht weder Wolken noch Regen.
Trotzdem nimmt man ja wahr, dass ein Gewitter stattfindet, denn man hört den Donner in der Ferne. Man hört den Regen, der gegen die Fensterscheibe und auch auf das Dach prasselt. Und wenn man am nächsten Morgen dann hinausgeht, sind die Straßen nass, das Gras ist feucht und überall sind Regenpfützen zu sehen.
Auch wenn man das Gewitter also in diesem Fall nicht persönlich miterlebt hat, man weiß trotzdem mit Sicherheit, dass es stattgefunden hat, weil alle Anzeichen eindeutig darauf hindeuten. Und genauso verhält es sich eben oftmals mit Indizienprozessen, wie es dieser einer war. Zumindest ist das meine persönliche Meinung.
Niemand hat gesehen, dass Alex Murdock seine Frau und seinen Sohn erschossen hat. Es gab keinen Augenzeugen, es gab keine Videoaufnahmen davon, aber die starke Ingizienkette spricht für mich ganz klar dafür, dass es so war. Und diese war in meiner Wahrnehmung auch stark genug, um mir eine Meinung bilden zu können.
Und diese ist, dass ich Alex für schuldig halte. Aber es ist selbstverständlich immer etwas anderes und viel leichter, wenn man das zu Hause privat auf seiner Couch tut, als wenn man das in einem Gerichtsprozess als Geschwor tun muss. Trotzdem hat die Jury ja nach all dem, was sie innerhalb dieses sechs Wochen lang andauernden Prozesses gehört hat, nur 3 Stunden gebraucht, um zu einem einstimmigen Urteil zu kommen, was ich durchaus auch sehr aussagekräftig fand.
Ich habe es am Anfang von Teil 1 gesagt und ich glaube die schiere Länge dieses Videos, ich will gar nicht wissen, wie lang es am Ende wird und auch die Flut an Informationen, die ich euch hier in Teil 2 mitgegeben habe, beweist es auch. Dieser Fall ist in der Art und Weise, wie er sich darstellt, aufgrund seiner Komplexität einer, der mehr Irrungen, Wirrungen und Wendungen hat, als wahrscheinlich jeder andere, den ich auf meinem Kanal besprochen habe.
Wobei, wenn ich so drüber nachdenke, der Fall zum Tod von Kayleie Anthony kommt den im Umfang und auch wie gesagt, was den Indizienprozess und so weiter angeht, auch wenn man es nicht vergleichen kann, sehr nahe. Aber trotzdem hoffe ich, dass ihr bis zum Schluss jetzt mit dran geblieben seid, dass ihr den roten Faden nicht verloren habt und dass ihr mir darum jetzt auch eure ganz persönliche Meinung zu Teil 1, tut zu Teil 2 oder zu allem gemeinsam unten in den Kommentaren hinterlassen werdet. Ich bin unheimlich gespannt
darauf, wie ihr diesen Fall einschätzt. Also schreibt es mir gerne in die Kommentare. Bevor ich mich jetzt aber endgültig von euch verabschiede, meine Lieben, habe ich noch eine andere Bitte an euch. Wenn ihr mir eure Meinung zu diesem Fall unten in den Kommentaren hinterlasst, dann schreibt mir doch gerne auch mal, was ihr davon halten würdet, wenn wir ab 2026 ab Januar hier auf diesem Kanal auch über Fälle sprechen würden, über die ich in der Vergangenheit schon einmal gesprochen habe. Ich habe da eigentlich nie
wirklich Sinn dahinter gesehen, weil ich immer dachte, du hast den Fall recherchiert, du hast ihnen besprochen, wieso also noch mal? Aber ich muss sagen, dass die Recherche zum Fall Murdog mir da wirklich die Augen geöffnet hat, denn es hat sich gezeigt, wie unheimlich viele neue Informationen in so einem Fall noch stecken können, wenn er schon eine ganze Zeit lang her ist.
Und ich habe sehr viele Fälle hier auf diesem Kanal, die bereits Jahre zurückliegen, wo ich mir vorstellen könnte, dass ich eine neue frische Recherche wirklich lohnen würde. Beispiele wären hier z.B. Der Fall zum Tod von Travis Alexander, also Jod Arias oder auch Jessica Jambers. Ein Fall, der mich damals schon wirklich sehr lange beschäftigt hat, aber mit dem ich mich gerne noch einmal neu und auch mit der Gerichtsverhandlung beschäftigen würde.
Kayleie Anthony habe ich gerade schon angesprochen, auch so ein Fall. La Peterson, Johnny Gosh und viele mehr. Ich würde da gerne eure Meinung dazu hören. Selbstverständlich wird es auch nach wie vor wie immer neue Fälle auf diesem Kanal geben, die ich bespreche, aber mich reizt es einfach ein wenig, alte Fälle noch mal ganz neu aufzuarbeiten, größer, mit mehr Informationen und vielleicht auch wieder mit einem oder zwei Teilen, vielleicht aber auch in einem langen großen XXL Video.
Schreibt mir gerne eure Meinung dazu in die Kommentare, denn es ist mir natürlich wichtig, bevor ich das mache, meine Community dazu zu hören. Damit verabschiede ich mich jetzt aber endgültig von euch, meine Lieben. Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Tag und hoffe, wir sehen uns ganz bald im nächsten Video wieder.
Bis dahin macht’s gut. Yeah.
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