News

Diese Sportstars waren queer – und kaum jemand wusste es. Einer ging dafür ins Gefängnis

Der Sport verkauft ein Bild. Harte Männer, klare Siege, keine Schwäche, keine Zweifel. Über ein Jahrhundert lang galt dieses Bild [musik] als unantastbar und über genauso lange Zeit gab es darin keinen Platz für eine bestimmte Wahrheit. Denn in Deutschland war Liebe zwischen Männern nicht nur ein Tabu, sie war ein Straftatbestand.

Der berüchtigte Paragraph 175 stellte sie unter Strafe. Von den Nazis verschärft blieb er in der Bundesrepublik noch jahrzehntelang in Kraft und wurde erst 1994 vollständig abgeschafft. In einer solchen Welt war Schweigen für Sportler kein Charakterfehler. Es war Überlebensstrategie. Dieses Video erzählt fünf deutsche Sportgeschichten von einem Tennisbaron, der für seine Liebe ins Gefängnis [musik] ging, bis zu einem Formel 1 Star, der im Jahr 2024 endlich frei sprechen konnte.

 Es ist die Geschichte eines langen Weges vom Verbot zur Freiheit. Bevor wir beginnen, schreibt uns in die Kommentare, woher ihr zuschaut und wie spät es bei euch gerade ist. Gottfried von Kram. Er war der eleganteste Sportler, den Deutschland je hervorgebracht hat. Ein Baron, ein Gentleman, ein Weltstar des Tennis in den 1930er Jahren.

 Damals gewann er zweimal die French Championships und stand dreimal im Finale von Wimbledon. Sein Davis Cup Duell gegen den Amerikaner Don Budch 1937 gilt bis heute als eines der größten Tennisspieler aller Zeiten. Er war berühmt für seine Fairness und für etwas, das damals lebensgefährlich war. Er weigerte sich in die NSDAP einzutreten.

Adolf Hitler wollte ihn als Aushängeschild des arischen Sports. [musik] Von Kram verweigerte sich. Die Rache kam. Er wurde verhaftet und nach Paragraph 175 verurteilt wegen einer Beziehung zu einem Mann. Der Star, den eben noch das ganze Land bewunderte, wanderte ins Gefängnis. Viele Historiker sind sich einig.

 Die Anklage war auch ein politisches Mittel, um den unbequemen antinationalsozialistischen [musik] Champion zu brechen. Von Kram hat sich nie freiwillig geautet. In seiner Zeit war das undenkbar. Seine Wahrheit wurde ihm gewaltsam aus der Hand genommen vor einem Gericht, das Liebe zum Verbrechen erklärte.

 Er starb 1976 bei einem Autounfall in Ägypten. Sein Kapitel steht zuerst, weil es den dunkelsten Punkt markiert. Hier sieht man, was damals wirklich bedeutete. Nicht ein Geheimnis, das man hütete, sondern ein Staat, der die Liebe selbst unter Strafe stellte. Markus Urban. Manche Karrieren enden nicht an einer Verletzung, sondern an einer Lüge, die man nicht länger leben will.

 Damals galt Markus Urban in der DDR als großes [musik] Talent. Ein technisch begabter Fußballer, dem viele eine Profikarriere voraussagten. Doch Urban trug ein Geheimnis, [musik] das im Fußball jener Zeit in Ost wie West als das absolute Tabu galt. Er war schwul. Tag für Tag spielte er eine Rolle in der Kabine, auf dem Platz, im ganzen Leben, bis der Druck so groß wurde, dass er eine radikale Entscheidung traf.

 Er gab den Leistungsfußball auf. Lieber kein Profi als ein Leben in ständiger Tarmung. Jahre später fand Urban die Kraft, seine Geschichte öffentlich zu machen. Er wurde zu einer der bekanntesten deutschen Stimmen gegen Homophobie im Fußball, sprach offen über das, was so viele Sportler bis heute verschweigen und ermutigte andere, sich nicht selbst zu verleugnen.

Aus dem stillen Versteckspieler wurde ein lauter Aufklärer. Sein Kapitel zeigt den Preis des Schweigens ganz konkret. Ein Talent, das der Fußball verlor, weil der Fußball keinen Platz für die ganze Wahrheit eines Menschen hatte. Und es zeigt, dass es nie zu spät ist, sie doch noch auszusprechen. Balian Buschbaum.

Manchmal ist die größte sportliche Leistung die, sich selbst endlich zu werden. Damals gehörte er unter dem Namen Yvon Buschbaum zu den besten Stabhochspringerinnen Deutschlands. Deutsche Meisterin, deutsche Rekordhalterin, ehemalige Junioren, Weltrekordlerin. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney sprang er auf einen starken sechsten Platz, damals noch [musik] im Frauenwettbewerb.

Nach außen Erfolg. Im Inneren ein tiefes Gefühl im falschen Körper zu leben. 2007 beendete Buschbaum wegen einer hartnäckigen Verletzung seine Karriere und traf zugleich die mutigste Entscheidung seines Lebens. Er bekannte sich öffentlich als Transmann, nahm den Namen Balian an und ließ eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen.

 Heute ist er Autor, Coach und ein gefragter öffentlicher Sprecher, der vielen Menschen Mut macht, zu sich selbst zu stehen. Sein Kapitel erweitert die Geschichte, denn der Kampf um Sichtbarkeit war nie nur ein schwuler oder lesbischer. Auch Transmenschen mussten und müssen, um das Rechtingen einfach die Person sein zu dürfen, die sie wirklich sind. Thomas Hitzelsberger.

Er hatte den härtesten linken Fuß der Bundesliga. Den Spitznamen der Hammer trug er zurecht. Damals spielte Thomas Hitzelsberger für die deutsche Nationalmannschaft, wurde mit dem VfB Stuttgart [musik] deutscher Meister und sammelte in England bei Ason Villa, Westham [musik] und Everton wertvolle Erfahrung. In der Männerdomäne Profifußball aber blieb ein Teil von ihm unsichtbar.

Über seine Homosexualität sprach er während seiner aktiven Zeit mit niemandem öffentlich. Der Druck in dieser Welt der echten Kerle zu funktionieren war zu groß. Anfang 2014, wenige Monate nach seinem Karriereende, sagte er den Satz, auf den viele [musik] gewartet hatten. Er sei schwul.

 Hitzelsberger wurde damit zum prominentesten deutschen Fußballer mit Bundesliga und Premier League Erfahrung, der sich je geautet hat. Sein Schritt löste eine bundesweite Debatte aus und brachte das Thema endlich aus der Tabuzone ins [musik] Zentrum. Später kehrte er als Funktionär in den Fußball zurück, jetzt offen und sichtbar. Sein Kapitel ist der Wendepunkt.

Es zeigt, wie ein einziger ehrlicher Satz eines bekannten Sportlers mehr bewegen kann als 1000 Appelle und wie lange selbst ein starker Mann warten musste, um ihn auszusprechen. Ralf Schumacher. Und am Ende dieses langen Weges steht einer der größten Namen des deutschen Sports. Damals fuhr Ralf Schumacher jahrelang in der Formel 1, gewann sechs Grand Prix Rennen und trug einen Namen, der für deutsche Motorsportgeschichte steht.

 als Bruder des siebenfachen Weltmeisters Michael Schumacher. Die Formel 1 ist bis heute eine extrem männlich geprägte Welt aus Geschwindigkeit, Risiko und Glammer. Über sein Privatleben sprach Schumacher lange nicht. Wie so viele vor ihm zog er eine klare Grenze zwischen dem öffentlichen Star und dem privaten Menschen. 2024 machte er diese Grenze schließlich durchlässig.

 Öffentlich machte er seine Beziehung zu seinem Partner bekannt und wurde damit zu einem der bekanntesten deutschen Sportler überhaupt, der zu einer gleichgeschlechtlichen Liebe steht. Die Reaktionen waren überwiegend von Respekt und Unterstützung geprägt. [musik] Sein Kapitel schließt den Kreis dieses Films.

 Wo Gottfried von Kram für seine Liebe einst Gefängnis musste, kann Ralf Schumacher fast ein Jahrhundert später dieselbe Liebe einfach zeigen. Öffentlich, frei und ohne Angst. Genau das ist der ganze Abstand zwischen damals und heute. Wir begannen mit einem Mann, dem ein Gericht die Liebe verbot. Wir enden mit einem Mann, der sie [musik] der ganzen Welt zeigen darf.

 Zwischen beidem liegt ein langer, harter Weg. 1994 wurde der Paragraph [musik] 175 endlich vollständig abgeschafft. Liebe zwischen Männern war kein Verbrechen mehr und Schritt für Schritt, coming out für coming [musik] out wurde der Sport ein Stück ehrlicher. Aus Bleib unsichtbar wurde, ich stehe zu dem was ich bin.

 Das ist das eigentliche damals gegen heute. kein Aufdecken von Geheimnissen, sondern der lange Weg von der Angst zur Freiheit. Welche dieser Geschichten berührt euch am meisten? Schreibt es uns in die Kommentare. Danke fürs Zuschauen. Lasst ein Like da, abonniert den Kanal und aktiviert die Glocke für mehr Geschichten, die viel zu lange ungehört blieben.

 

You Might Also Enjoy