In der deutschen Wirtschaft brodelt es gewaltig. Was lange Zeit nur hinter verschlossenen Türen in den Führungsetagen der großen Konzerne diskutiert wurde, bricht sich nun bahn: Eine offene Rebellion der Wirtschaftsbosse gegen die aktuelle Politik unter Bundeskanzler Friedrich Merz und den bürokratischen Apparat der Europäischen Union. Führende Köpfe traditionsreicher Unternehmen wie Stefan Dräger, Chef des Sicherheits- und Technikkonzerns Drägerwerk, und Peter Harf, Spitzenmanager der JAB Holding, erheben schwerste Vorwürfe. Sie warnen vor einem schleichenden, aber unaufhaltsamen Verlust des Wissens darüber, wie Wohlstand in einer modernen Gesellschaft überhaupt entsteht. Die zentrale Sorge: Die Politik scheint zu glauben, dass Wohlstand vom Staat generiert wird, während er in Wahrheit ausschließlich durch unternehmerisches Handeln geschaffen wird.
Stefan Dräger rechnet in einem vielbeachteten Interview mit der schwarz-roten Regierung und den Entscheidungsträgern in Brüssel ab. Er konstatiert eine gefährliche Entfremdung zwischen Politik und Wirtschaft. Viele Mandatsträger hätten in ihrem Leben noch nie einen einzigen Tag in der freien Wirtschaft gearbeitet und besäßen daher kein Verständnis für die komplexen Prozesse unternehmerischer Wertschöpfung. Besonders alarmiert zeigt sich Dräger über das geplante EU-Verbot von sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS). Diese Stoffe sind für 80 Prozent der Produkte seines Unternehmens essenziell. Ein solches Verbot wäre für Drägerwerk nicht nur umsatzschädigend, sondern existenzbedrohend. Es ist das Bild von “Sesselpupern” in Brüssel, die ohne Sachverstand über das Schicksal ganzer Industriezweige entscheiden, das Dräger und viele seiner Kollegen umtreibt.

Doch die Kritik beschränkt sich nicht nur auf bürokratische Hürden. Peter Harf von der JAB Holding greift die Diskussionskultur und den Zustand der “demokratischen Mitte” in Deutschland frontal an. Er sieht das Land in einer Sackgasse, in der viel Vertrauen verspielt wurde. Besonders brisant sind seine Äußerungen zur Meinungsfreiheit. Harf beobachtet eine “Meinungsverengung”, durch die sich viele Menschen bevormundet fühlen. Die Angst vor beruflichen Konsequenzen bei abweichenden politischen Meinungen – etwa Sympathien für die Opposition – sei in Deutschland mittlerweile eine bittere Realität. Er verweist zudem auf die fehlende nationale Strategie in Kernbereichen wie Verteidigung und Energieversorgung, wo man sich über Jahre hinweg fatal auf das Ausland verlassen habe.
Ein weiterer wunder Punkt ist die Zerstörung deutscher Kernkompetenzen. Harf kritisiert, dass Deutschland seine technologische Spitzenposition beim Verbrennungsmotor durch eine ideologisch getriebene grüne Politik leichtfertig aufgegeben habe. Während Hersteller wie Toyota den Verbrenner und den Diesel weltweit erfolgreich weiterentwickeln, habe sich die deutsche Industrie durch den Fokus auf die E-Mobilität und EU-Regulierungen wie das Verbrennerverbot ins eigene Knie geschossen. Deutschland sei heute “Meister im Verhindern” neuer Technologien geworden, anstatt Innovationen voranzutreiben.
Sogar innerhalb der Regierung werden Stimmen laut, die diesen Mangel an Orientierung beklagen. Arbeitsministerin Bärbel Bas gab kürzlich unumwunden zu, dass ihr eine klare Strategie für die Zukunft der deutschen Wirtschaft fehle. Sie könne nicht erkennen, auf welche Wirtschaftszweige das Land in den kommenden Jahren setzen wolle. Dass eine amtierende Ministerin ein solches Eingeständnis macht, verdeutlicht das Ausmaß der Orientierungslosigkeit im Kanzleramt. Während die AfD in Umfragen Rekordwerte erzielt, scheinen die etablierten Parteien kein Rezept gegen den drohenden wirtschaftlichen Niedergang zu finden. Die Botschaft der Wirtschaftsbosse ist klar: Ohne eine radikale Rückbesinnung auf unternehmerische Freiheit und den Abbau des EU-Bürokratie-Monsters steht das gesamte System vor dem Zusammenbruch. Die Zeit für hohle Phrasen ist abgelaufen – es braucht Taten, bevor der Wohlstand, den frühere Generationen aufgebaut haben, endgültig verspielt ist.
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