Reiche gibt zu: Wirtschaftswachstum schrumpft auf 0,5 Prozent | NIUS Live am Abend vom 22.04.2026 

Und wir starten mit keinen guten Nachrichten aus der Wirtschaft. Die Bundesregierung hat ihre Konjunkturerwartung nach unten korrigiert. Nach der neuen Frühjahrs Projektion, so nennt sich das, des Bundeswirtschaftsministeriums, unter der Leitung von Katharina Reiche wird für das laufende Jahr nur noch ein Wachstum des Brutto Innlandsproduktes, das nennt man kurz BIP, von 0,5% erwartet. Das ist wirklich nicht viel.

Das ist eigentlich gar nicht. Für 2026 erwartet die Bundesregierung ein reales Wirtschaftswachstum von 1,0%. Jetzt nach 4 Monaten musste Reiche die ohnehin schon mickrige Prognose halbieren. Über die düsteren Wirtschaftsaussichten sprechen wir jetzt bei Newslive am Abend. Als Hauptgrund nennt das Ministerium die verschärfte geopolitische Lage.

 Das wird ja immer gerne benutzt. Würdest du dem einfach mal so zustimmen, Julia? Na ja, also ich finde, das ist an dieser Stelle doch ein bisschen kurz gesprungen und auch ein bisschen die eigenen Probleme, die man über, na ja, nun schon paar Jahre geschafft geschaffen hat, ähm wegverlagert und die man aber auch nicht äh bereit war anzugehen mit aller Energie.

 Ähm, denn Frau Reiche ist ja jetzt auch schon seit anderthalb Jahren im Amt. Ähm, insofern jetzt zu sagen, äh, da kam der Krieg gerade recht, haben wir schon eine Ausrede gefunden, ist vielleicht ein bisschen gemein, aber wenn man es jetzt sehr kritisch sehen möchte, kann man schon ein bisschen in diese Richtung werten, würde ich denken.

Ähm, denn es gibt diverse Gründe einfach, die die zu dem führten, wo wir jetzt sind, an der Stelle, wo wir jetzt stehen. Und sicherlich ist Frau Reiche und die Kollegen der Bundesregierung von ihr nicht alleine Schuld daran, denn die Vorregierungen haben da sicherlich auch schon erheblichen Anteil dazu beigetragen.

 Nichtsdestotrotz ähm sind die Bestrebungen da einen Umlenken zu erreichen doch eher überschaubar, würde ich denken. Ja, überschaubar ist natürlich insgesamt die Wirtschaftskompetenz in der Politik. Das merkt man leider immer wieder. Wie kommt denn Frau Reiche auf 0,5%? Da gab es in den vergangenen Monaten offensichtlich starke Schwankungen, oder Jens? Na ja, sie erklärt es ja hauptsächlich äh erstmal damit, dass äh die Prognose um 0,3 %, wenn ich es jetzt richtig ähäh habe, äh im Vergleich zur Prognose von vor den Krieg gesunken ist.

Also, das ist einfach mal ein Grund der Irankrieg. Und dann äh erklärt sie das mit langfristigen Faktoren und dabei kommt sie immer auf wieder auf Demografie zu sprechen. Ähm was sehr interessant ist und was es ihr dann auch gewissermaßen so ein bisschen äh äh einfach macht, weil Demokratie, das ist so ein langfristiger Faktor, den kann sie in äh ein einem Jahr Regierung überhaupt nicht beeinflussen.

 Und können wir Demografie kurz noch mal erklären? Nein, na ja, sie sie kommt darauf zu sprechen, also sie meint da meint damit, dass wir eine überalzerte Gesellschaft sind. Ja, das heißt, wir haben mehr Leute, die Rente beziehen, weniger Leute, die arbeiten, weniger Leute, die ins Sozialsystem sozusagen äh einzahlen und und dafür arbeiten.

 Und das ist das Hauptproblem, was Sie mit Demokratie meint. Aus der Sicht der Bundesregierung gibt es noch weitere Gründe, die natürlich außerhalb unserer Landesgrenzen liegen. So sind lautreiche Protektionstechnische Maßnahmen. Auch wieder so ein komisches Wort, was kein Mensch versteht. einzelner Nationen eine zusätzliche Belastung.

 Die Exportwirtschaft bleibt also schwach. Schaut man bei der Suche nach den Wirtschaftsproblemen eventuell an der falschen Stelle nach Jens? Das das weiß ich jetzt nicht, ob grundsätzlich, also ich glaube so in in groben Zügen würde ich sagen, skizziert sie das schon, also erfasst sie das grundsätzlich schon. Das ist einerseits der Irankrieg, andererseits langfristige Probleme wie z.B.

 Demokratie und auch den Reformstrau spricht sie halt an. Äh wo ich das Problem sehe ist, dass sie überhaupt gar keine Handlungsmacht hat. Also sie sagt dann auch in der in der Konferenz kommt sie immer wieder darauf zu sprechen, na jetzt muss erstmal die Rentenkommission tagen, jetzt muss erstmal die Sozial Kommission tagen, jetzt muss muss erstmal Nina Wen ihre Reformvorschläge machen fürs Gesundheitssystem und erst dann können sie überhaupt irgendwas machen.

 Also diese Pressekonferenz, die wir heute gesehen haben, ist eigentlich ein totales Eingeständnis ihrer Machtlosigkeit, weil sie eigentlich sagt, na, wir müssen langfristige Reformen machen, aber die müssen halt jetzt gemacht werden. Ja, Machtlosigkeit zum einen, genau. finde ich äh finde ich einen ganz wichtigen und richtigen Punkt.

 Äh, aber auch hier haben wir wieder zuerst sagt sie Irankrieg, kann man sicherlich nicht wegleugnen und äh protektionistische Maßnahmen, das heißt ja geht ja in Richtung USA und Donald Trump, ganz klar. Äh, also das der der Schuldige wird auch wieder ausgelagert. Wir haben quasi die zwei zwei Punkte, die für die sie nichts kann oder für die Bundesregierung nichts kann, die von woanders kommen und die ähm ähm von außen auf uns her niederfallen, was sicherlich zu teilen stimmt.

 Jedoch nichtsdestotrotz fehlt’s einfach an anderen Stellen. Und wenn man auch mal, man muss auch sagen, wenn man ähm diese beiden Probleme, die haben ja alle Staaten, jetzt sind wir in Exportland ähm und haben deswegen natürlich sind deswegen vielleicht von der von der protektionistischen Politik von Donald Trump, wenn man das jetzt so sagen möchte, etwas mehr getroffen als andere.

 Aber ähm es gibt ja auch, wenn man im europäischen Ausland schaut, ähm beispielsweise Polen ähm hat ganz andere ganz andere Wachstumszahlen als wir. Also nur die Schuld nach außen zu schieben greift einfach zu kurz. Ja. Ja. Fast jedes osteuropäische Land bis auf Bulgarien könnte man noch ergänzen. Also Wirtschaftsministerin Reiche muss ihre eigenen Prognosen korrigieren.

 Die Wirtschaftsministerin schlug bei der Präsentation Ihrer Prognose aber auch, ja, ich sag jetzt mal ehrliche Töne an. Hören Sie mal rein. Auch am Arbeitsmarkt, in den beschäftigten Zahlen, in den Arbeitslosen Zahlen ähm sehen Sie das schwache Wachstum und die strukturellen Umbriche. In den vergangenen 3 Jahren sind über 300.

000 1000 Jobs verloren gegangen. Im verarbeitenden Gewerbe wird abgebaut und dieser Trend hält leider an. Und danach gibt Reiche noch zu. Zitat: “Von vielen Unternehmensaufgaben nimmt man gar nicht Notiz, sie geschehen einfach, ne?” Gut, so kann man das natürlich auch sehen, also Unternehmensaufgaben ohne das jetzt näher zu definieren.

 Wo sind denn die ganzen Jobs hin? Etwas, nehmen wir mal den Maschinenbau. Julia, da fällt mir jetzt zunächst ein die immer noch herausragende und grandiose Aussage von Robert Hab in der Sache, der der doch da mal sagte, Unternehmen sind nicht insolvent, sie hören nur auf zu verkaufen.

 Also insofern äh wir sehen jetzt das Ergebnis der des grünen Wirtschaftswunders, wenn man es mal so formulieren möchte. Ähm, es sind äh Julian Reicheld hat äh hat hier gestartet mit dem unter der Domain Pleiteticker. Man könnte das eigentlich wieder reaktivieren, leider. Ähm und man sieht einfach, dass das, was jetzt alle prognostiziert haben, die sich einfach an wirtschaftliche Daten halten und mit einem vernünftigen Verstand da einfach ähm prognostizieren.

Ähm es ist eingetreten und es war e keine Schwarzmalerei, sondern wir sind ganz weit weg vom grünen Wirtschaftswunder und äh von Wind und Sonne zahlen ä stellen keine Rechnung und so weiter und so fort. Also es zeigt sich jetzt, was alle vernünftigen vorher gesagt haben. Und wenn ich genau, wenn ich ganz kurz hier einhacken darf, das ist eben genau das Themafeld, wo man was erreichen könnte als Regierung, nämlich diese Energiewende zurückzudrehen und das ist genau der Bereich, wo man überhaupt nichts tut. Beispiel jetzt spontan CO2

Preise, die man hätte senken können im Zuge des Irankriegs, was man nicht gemacht hat und äh das ist eigentlich das, was man der Regierung angreifen. Über die Periouetten des Bundeskanzlers werden wir nachher noch mal sprechen. Wir haben [gelächter] noch eine ganze Menge hier vor. Länger als eine Stunde dauerte die Pressekonferenz von Katharina Reiche heute.

 Ihre Worte deuten auf schmerzhafte Reformen hin, die noch kommen könnten. Hören [räuspern] wir mal rein. Wir können nur das wiedergeben an Bürgerinnen und Bürger Entlastung, was vorher erwirtschaftet wurde und somit führen an strukturellen Reformen kein Weg vorbei. Die Erwerbsbevölkerung wird in den nächsten Jahren deutlich sinken.

An der Demografie ist auch wenig bis gar nichts zu drehen. Tja, da fragt man sich natürlich so als Bürger, sage ich jetzt mal, als Bürger, der ja auch unsere Politiker bezahlt, welche Konsequenzen werden denn gezogen und welche sollte man, wenn schon keine gezogen werden, jetzt demnächst ziehen? Julia? Ja, also sie spricht ja richtigerweise schon schon die hohe Steuern und Abgabenlast an und die überbordende äh Demokratie sage ich schon, die überbordende Bürokratie.

 Äh, dafür hat man ja nun auch ein eigenes Ministerium geschaffen, bei dem man irgendwie auch nicht so ganz genau weiß, was da äh was da so vor sich geht. Ähm und das allergrößte Problem sind, glaube ich, einfach die massiven Energiekosten, die wir hier in Deutschland haben, die der Wirtschaft und der Industrie äh enormen Schaden zufügt.

 Und ähm nach wie vor weigert sich die CDU konsistent die den Rückkehr zur Atomkraft zu zu fordern und sich und sich dafür gerade zu machen und sich mit dem Koalitionspartner anzulegen. Und das ist, glaube ich, im Ergebnis auch das große Problem, dass die CDU sicherlich die eine oder andere vernünftige Idee hätte, die vielleicht auch noch gar nicht weit genug greift, aber jedenfalls in eine richtige Richtung geht.

 Ähm und dann sitzt er aber die die SPD und bremst jeden jeden natürlichen und wirtschaftlichen Sachverstand direkt wieder aus. Sagt Julia Weißhaupt News Kommentatorin hier bei Newslive am Abend. Es ist 18:12 Minuten. Wir müssen die im internationalen Vergleich viel zu hohe Steuer und Abgabenlast angehen, die Energiekosten senken und Bürokratie abbauen.

 Das haben wir eben ganz klar auch hier gesagt und eingeordnet, wie es so schön heißt. Z.B. beim Spiegel oder bei der ARD, aber jetzt mal by the way, da kommen wir auch noch dazu. Zum Spiegel kommen wir nachher noch hier bei Newsli am Abend. Also, welche Prognose hast du für die Wirtschaft in den kommenden Jahren jetzt? keine gute. Es wird es es kann kaum besser werden.

 Mit dieser Regierung ist keine Besserung in Sicht, weil mit dem Koalitionspartner es nicht möglich ist, tiefgreifende Reformen zu machen, wie beim Bürokratieabbau, wie bei der Senkung der Abgaben und Steuern, ähm wie bei der Streichung der Sozialsysteme. Deshalb ähm ja, keine guten Aussichten. Jens Winter war das Newsreporter hier bei Newslive am Abend.

 Für 2027, also für das nächste Jahr, rechnet die Bundesregierung mit einem realen BIPzuwachs von 0,9%. Das ist natürlich eine Zahl. Mal gucken, was in einem Jahr da los ist, ob man die belegen kann. Die Inflationsrate soll in diesem Jahr bei 2,7 % und im kommenden Jahr bei 2,8% liegen. Auch am Arbeitsmarkt rechnet die Wirtschaftsministerin nicht mehr mit einer spürbaren Entspannung.

 Die Arbeitslosenquote soll 2026 wie 2027 bei 6,3% liegen. Katharina Reiche spricht in ihrem Fazit übrigens weiter von einem Kurs der Erholung lediglich von etwas Gegenwind. Meine Damen und Herren, ich darf zusammenfassen, die deutsche Wirtschaft befindet sich auf einem kleinen Erholungskurs, aber der Gegenwind hat zugenommen.

Siehst du das genauso, Julia? Ja, ich verstehe irgendwie nicht so ganz, woher sie das nimmt, insbesondere äh wenn man davor anhört, was sie was sie sagt, wie sie dann jetzt dazu kommt. Ähm, aber insofern ja, also es ist äh es ist irgendwie komisch, dass dass sich die Wirtschaftsministerin da so hinstellt und da doch relativ nicht sagend mit ernster Miene vorträgt und nicht direkt einfach ein Maßnahmenpaket in der in der Schublade hat und sagt so und so und so stellen wir uns das vor.

 Und äh dazu passend ganz ganz lustig hat einen einen Zuhörer, unser Zuhörer Thorsten geschrieben, wir können kein Wahl retten und auch nicht die deutsche Wirtschaft. äh ja, so traurig und so witzig es ist, aber ein bisschen was scheint da dran zu sein. Und das Schlimme ist ja, wir haben ja wir haben ja herausragende Ökonomen in diesem Land äh die sehr gute Vorstellung davon hätten, wie man wie man vorgehen kann und wahrscheinlich hat auch Katharina Reicher relativ gute Vorstellungen oder wird könnte sich gut beraten lassen und würde das dann auch

umsetzen. Ähm aber sie sie stößt ja in den letzten Wochen schon innerparteilich gerne mal an Grenzen. Äh und umso mehr stößt sie dann natürlich beim eigenen Koalitionspartner an Grenzen. Ich habe auch schon den richtigen Spruch für Sie, den sie dann sagen kann, nämlich wir hatten keine Wahl, ne? Okay, Grüße an Thorsten für diesen Spruch.

 Also, ich fasse noch mal zusammen. Die selbst vor Monaten schon verhaltenen Wirtschaftsprognosen wurden heute von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche von der CDU gestutzt. [japst] 300.000 Menschen haben in den vergangenen drei Jahren ihren Job verloren. Die Regierung spricht von Konsequenzen, die man ziehen müsste.

 Ja, strukturelle Reformen seien nötig. Doch wann kommen die die? Ja, sind sie schon da? Um eine Ecke irgendwo? Nein, unklar ist es alles. Alle Details zur Reiches Wirtschaftsprognose inklusive zahlreicher Grafiken können Sie noch mal nachlesen und zwar in unserer News App. [musik]