Es ist der absolute Albtraum für jeden ehrlichen Sparer, der Jahr für Jahr einen Teil seines hart verdienten Geldes in die vermeintliche Sicherheit einer Altersvorsorge steckt: Der eigene Versicherungsanbieter meldet unerwartet Insolvenz an. Genau dieses Horrorszenario ist nun für zehntausende Kunden bittere Realität geworden. Die Pleite des luxemburgischen Lebensversicherers FWU Life Insurance Lux, der auch in Deutschland massiv über Tochtergesellschaften Verträge vertrieben hat, erschüttert aktuell die Finanzwelt. Doch wer glaubt, dass der bloße Verlust eines Teils des eingezahlten Kapitals durch die Insolvenz bereits der Gipfel der Ungerechtigkeit ist, der irrt sich gewaltig. Auf die geschädigten Kunden wartet ein handfester politischer und steuerlicher Skandal, der schonungslos offenlegt, warum staatlich geförderte Finanzprodukte oftmals eine tickende Zeitbombe für das eigene Vermögen sind.

Die Chronologie dieser Pleite ist ein Lehrstück über die Gefahren eines intransparenten Finanzsystems. Die FWU, einst ein mittelgroßer und aggressiv wachsender Player am Markt für fondsgebundene Lebensversicherungen, musste die Segel streichen. Die Luxemburger Versicherungsaufsicht hatte zuvor vergeblich eine finanzielle Besserstellung der Kunden mit Altverträgen gefordert – die liquiden Mittel reichten schlichtweg nicht mehr aus. In Ländern wie Italien oder Deutschland waren hunderttausende Sparer betroffen, die oftmals erst vor wenigen Jahren teure Neuverträge abgeschlossen hatten. Und genau hier schnappt die erste, brutale Falle zu: Gerade in den Anfangsjahren von fondsgebundenen Lebensversicherungen werden die immensen Abschluss- und Verwaltungskosten von den Einzahlungen abgezogen. Wer also erst seit kurzem dabei ist, dessen Rückkaufwert ist oftmals erschreckend gering. Geht der Anbieter nun insolvent und die Verträge müssen vorzeitig abgewickelt werden, verpufft ein Großteil der Ersparnisse in einem tiefen schwarzen Loch.

Doch das eigentliche, unfassbare Desaster für deutsche Kunden lauert im Kleingedruckten unseres Steuerrechts. Nehmen wir an, der Kunde hat über die Jahre staatliche Förderungen für seine Altersvorsorge erhalten – ähnlich dem Prinzip der stark in der Kritik stehenden Riester-Rente. Kommt es nun durch die Insolvenz zu einer vorzeitigen Auszahlung der verbliebenen Gelder, greift plötzlich der berüchtigte Paragraf 93 des Einkommensteuergesetzes. Der Staat, der diese Produkte einst als sicheren Hafen für das Alter gepriesen hat, bezeichnet diese durch die Pleite erzwungene Auszahlung nun allen Ernstes als “schädliche Verwendung”. Das bedeutet im Klartext: Das Finanzamt fordert sämtliche gewährten staatlichen Zulagen und Steuervorteile gnadenlos und in voller Höhe zurück! Der ohnehin schon geschädigte Anleger, der gerade durch eine unverschuldete Insolvenz Geld verloren hat, wird vom Staat noch ein zweites Mal zur Kasse gebeten. Ein Vorgang, der bei vielen Beobachtern für blankes Entsetzen und ohnmächtige Wut sorgt.

Es gibt zwar theoretisch ein juristisches Schlupfloch aus dieser Steuerfalle, doch dieses gleicht in der Praxis eher einem perfiden Hürdenlauf. Die drohende Rückzahlung ließe sich verhindern, wenn der geschädigte Kunde den ausgezahlten Betrag innerhalb eines einzigen Jahres vollständig in einen neuen, zertifizierten Altersvorsorgevertrag (etwa bei einem anderen Riester-Anbieter) reinvestiert. Doch die Realität wirft hier gleich drei gigantische Probleme auf. Erstens weigern sich viele Anbieter strikt, solche hochkomplexen Übertragungen aus Insolvenzmassen überhaupt anzunehmen. Zweitens ist in einem laufenden, zähen Insolvenzverfahren völlig unklar, ob der Kunde sein restliches Geld überhaupt in einer Summe innerhalb dieser engen Einjahresfrist erhält – viel wahrscheinlicher sind über Jahre gestreckte Teilzahlungen des Insolvenzverwalters. Und drittens – der wohl absurdeste Punkt – würden beim Abschluss eines neuen Vertrages bei einem anderen Anbieter sofort wieder neue, horrend hohe Abschlusskosten und Provisionen anfallen. Das Kapital des Sparers wird also von einer bürokratischen Mühle in die nächste geschoben, während Banken und Vermittler jedes Mal fleißig die Hand aufhalten.

Mehrheit mit AfD-Stimmen: Historischer Tabubruch richtig?

Dieser eklatante Fall wirft ein extrem kritisches Licht auf die aktuellen politischen Debatten in Berlin. Führende Politiker wie Lars Klingbeil (SPD) oder Friedrich Merz (CDU) kündigen derzeit vollmundig neue Konzepte für eine reformierte, staatlich geförderte Altersvorsorge an. Man gesteht zwar hinter vorgehaltener Hand ein, dass alte Modelle wie die Riester-Rente für die Bürger viel zu teuer, unflexibel und ineffizient waren und vor allem die Versicherungslobby reich gemacht haben. Doch die neuen Pläne scheinen sich in der grundlegenden Mechanik kaum zu unterscheiden: Wieder soll das Geld der Bürger in stark regulierte, unflexible Konstrukte mit staatlichen Zulagen fließen. Es droht ein historisches Déjà-vu. Sobald der Sparer – sei es durch eine private Notlage oder eine erneute Anbieterpleite – gezwungen ist, an sein eigenes Geld heranzukommen, wird der Staat wieder gnadenlos zuschlagen und die Auszahlung als “schädliche Verwendung” bestrafen. Man macht sich als freier Bürger freiwillig und ohne Not absolut abhängig von den bürokratischen und steuerrechtlichen Launen der Politik.

Dabei gibt es längst eine weitaus intelligentere, kostengünstigere und vor allem selbstbestimmte Alternative, die jeder Bürger für sich selbst nutzen kann. Der Schlüssel zu einem sorgenfreien Vermögensaufbau liegt in der absoluten Eigenverantwortung. Warum sollte man jedes Jahr weiterhin Millionen dieser extrem teuren, fondsgebundenen Lebensversicherungen abschließen? Diese Gesellschaften investieren das Geld ihrer Kunden letztlich auch nur in den globalen Kapitalmarkt – in einfache Staatsanleihen, Aktien und gängige ETFs (Exchange Traded Funds). Der fundamentale Unterschied ist nur: Die Versicherungsgesellschaft verlangt für diesen simplen Vorgang fürstliche Gebühren.

Ein leicht verständlicher Vergleich bringt den Wahnsinn auf den Punkt: Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihren wöchentlichen Lebensmitteleinkauf erledigen. Sie könnten selbst mit Ihrem Auto zum Supermarkt fahren, Milch, Butter, Käse und Gemüse einpacken und nach Hause fahren. Die Kosten beschränken sich auf die Waren und ein wenig Benzin. Eine fondsgebundene Lebensversicherung ist hingegen so, als würden Sie ein sündhaft teures Taxi rufen, einen völlig fremden Dienstleister auf dem Beifahrersitz platzieren, der dann mit dem Taxi zum Supermarkt fährt, um exakt denselben Käse und dieselbe Milch für Sie einzukaufen. Sie haben am Ende genau dieselben Produkte im Kühlschrank – haben dafür aber den vielfachen Preis für Provisionen, Taxameter und Verwaltung bezahlt. Genau das passiert mit dem hart erarbeiteten Geld in diesen völlig überholten Finanzkonstrukten.

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Wer seine Finanzen wirklich im Griff haben will, eröffnet heute in wenigen Minuten online ein kostenloses Wertpapierdepot bei einem Broker seiner Wahl. Nach der einfachen Legitimierung kann man sofort und absolut kostenschlank in globale, breit gestreute ETFs und Anleihen investieren. Man profitiert vom sogenannten Zinseszins, zahlt keine horrenden Abschlussgebühren an windige Strukturvertriebe und – das ist der allerwichtigste Punkt – man behält die 100-prozentige, souveräne Kontrolle über sein eigenes Kapital. Man kann jederzeit über die App einsehen, wie sich das Vermögen entwickelt, welche Dividenden geflossen sind und wie hoch die steuerliche Belastung ist. Es bedarf keiner kryptischen, jährlich zugesandten Papierstapel von einer Versicherungszentrale, die ohnehin kaum ein Laie versteht.

Die bittere Pleite der FWU Life Insurance Lux muss für jeden Bürger in diesem Land ein lauter und endgültiger Weckruf sein. Der Staat hat in der Praxis nichts zu verschenken. Wenn wir unsere Altersvorsorge weiterhin blind in die Hände von stark subventionierten, bürokratischen Moloch-Produkten und intransparenten Versicherungsgesellschaften legen, zahlen wir am Ende immer die Zeche – notfalls sogar doppelt, wenn das Finanzamt nach einer Insolvenz unerbittlich zuschlägt. Wahre finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit im Alter erreicht man nur durch Eigenverantwortung, finanzielle Bildung und schlanke, transparente Investitionen. Es ist höchste Zeit, das Ruder selbst in die Hand zu nehmen, bevor der nächste vermeintlich todsichere Renten-Deal der Politik uns teuer zu stehen kommt. Wer diesen Schritt in die finanzielle Eigenständigkeit jetzt nicht geht, bestraft sich am Ende nur selbst.