Keiner will mehr zum Bund. Welch   Überraschung. Alle haben es längst   begriffen, nur diese Runde hier nicht.   Statt Klartext wird weiter rumgedruckst.   Und kriegstüchtig nicht das Volk will   das werden, sondern die Politiker. Doch   einer von ihnen wird sie alle noch mit   einer Ansprache eiskalt sprachlos   machen.

 

 Ja, Herr Puschner, wie bewerten   Sie denn dieses Ziel, dass Deutschland   so eine starke Armee werden will? Gegen   das Ziel der Verteidigungsbereitschaft   sagen, glaube ich, die allerwenigsten   hier in der Republik etwas. äh Wüsten   gerade gesagt hat, aber das was   ausgerufen wurde vom alten und auch   neuen Bundesverteidigungsminister ist ja   die Kriegstüchtigkeit und ich glaube,   dass äh es eine doch auch große Skepsis   im Land gegenüber nicht nur dieser   Begrifflichkeit, sondern der Aufrüstung   insgesamt auch gibt und dass die Ziele,   die man sich steckt, gerade beim Bericht   der Weberbeauftragten heute kam das ja   raus, nämlich 200, ich glaube 3000   Soldaten bis 2031 soll die Bundeswehr   haben, dass es dabei stockt und das ist   natürlich eine der großen   Herausforderungen für März ist, an denen   er durchaus scheitern kann, weil nicht   erst seit gestern versucht man ja die   Bundeswehr personell äh sozusagen zu   stärken und äh faktisch ist sie aber gut   um eine niedrigstellige dreistellige   niedrige dreistellige Zahl äh in ihrer

 

  Personalstärke gesunken. Äh, aber jeder   vierte oder jede vierte, die bei der   Bundeswehr anfängt, hört auch nach   spätestens einem halben Jahr wieder auf,   wiederruft ihre Dienst Verpflichtung,   Verpflichtungserklärung und geht wieder.   Und ich glaube tatsächlich, dass diesem   Umstand äh ja eben eine nicht wirklich   äh große Werwilligkeit spricht.

 

 Also,   dass wir zwar im öffentlichen Raum viel   darüber reden, verteidigungs oder   kriegstüchtig zu werden und so weiter,   aber das eigentlich wirklich diese   Vorstellung auch von gerade von   denjenigen, die beispielsweise sich sehr   deutlich für Waffenlieferung äh   aussprechen oder die sehr deutlich äh   für Aufrüstung pläieren, dass da, wenn   es dann darum geht, ob z.B.

 

 weiß nicht,   die eigenen Kinder zur Bundeswehr gehen,   da dann schon das ganz anders wird.   Also, man kann das an den Grünen ganz   gut sehen, deren ich glaube   verteidigungspolitische Sprecherin erst   zuletzt sich wieder sozusagen gegen eine   Wehrpflicht, denn das wäre der nächste   Schritt zur Personalgewinnung   ausgesprochen hat und gesagt, das würde   unter anderem den Familienfrieden   gefährden.

 

 Und das ist ja eine gewisse   Schizophrenie, die glaube ich äh dann   auch in diesen Zahlen mündet. Ja. Wie   wie sehen Sie es, Frau Siebold? Also,   wie erklären Sie das, dass so viele dann   wieder aufhören?   Ähm, ich denke, es wird eine   Unzufriedenheit äh mit den äh vielleicht   auch mit der Ausrüstung sein. Ich kann   Ihnen jetzt die konkreten Gründe nicht   sagen, aber wir wissen, die Bundeswehr   ist noch nicht voll ausgestattet und ich   stelle mir das dann natürlich auch   frustrierend vor, wenn ich da jetzt   anfange und womöglich eben keinen Panzer   habe oder keine die Ausrüstung, die ich   eigentlich brauche, um irgendwo   hinzugehen damit. Ähm, das ist glaube   ich eines der Dinge. Ich weiß nicht, ob   Andrew Wüst da mehr dazu sagen kann.   Alle in der Runde drucksen ein bisschen   herum. Wie gesagt, keiner möchte mehr zu   Bundeswehr und das ist auch kein Wunder.   Zeigst du auch nur ein wenig Stolz auf   dein Land, stehst du ja schon fast   direkt im Visier des   Verfassungsschutzes. Sorry, aber so   läuft das nicht. Die Deutschlandflagge

 

  oder so gut wie alles, was mit diesem   Land zu tun hat, ist mittlerweile   verpöhnt und gilt sofort als rechts. Und   wem haben wir das zu verdanken? Einer   aktuell sehr, sehr linkslastigen   Politik. Für genau diese Regierung, die   ihre eigenen Bürger anzeigt und vor   Gerichtsrt, will niemand in den Krieg   ziehen.

 

 Und genau dieses Argument hat   mir in dieser Debatte natürlich gefehlt.   Sag, was wäre das Wichtigste, um mehr   ja, um mehr Soldatinnen und Soldaten zu   bekommen?   Das ist also ich glaube um eine   Wehrpflicht wird man nicht rumkommen.   Dafür muss aber auch die Vollausstattung   da sein. Dafür muss die Infrastruktur da   sein, dafür muss die Musterung da sein.

 

  Also das ist so ein ganzer   Rattenschwanz, wo ich nicht sehe, dass   innerhalb von drei oder vier Jahren das   erledigt werden kann. Was aber dann ja   was aber die Zeit haben wir ja   eigentlich nicht. Ja, das ist ja genau   das zeitliche Problem. Bei sprechen wir   nachher bei der Rüstungsindustrie   vielleicht ja auch noch mal drüber.

 

 Das   soll ja alles ganz schnell gehen, weil   es gibt ja Prophezeiungen, die davon   ausgehen, dass der russische Präsident   seine Armee von 2029 Gen Westeuropa   marschieren lässt und bis 2031 soll   jetzt diese alte Personalziel äh Größe   erreicht werden. Ich weiß nicht, aber   ich stell es mir kein Experte, aber ich   stell es mir durchaus als einen sehr   langen Prozess vor, überhaupt die   Kasernen und überhaupt die   Rekrutierungskapazitäten   zu schaffen, um wieder eine   Werbeppflicht zu aktivieren.

 

 Und darüber   da haben wir noch gar nicht über die   nötige zwei Drittel Mehrheit im   Bundestag geredet, wenn sie denn   tatsächlich auch im Zuge der   Gleichberechtigung auf Frauen   ausgeweitet werden soll. Also ähm wir   wollen das unheimlich schnell alles oder   die Regierung möchte das unheimlich   schnell, aber es scheitert an der Macht   des faktisch mir das ist definitiv ein   Problem und hätte man so wie es Frau   Merkel im Vorwort des Weißbuchs 2016   beschrieben hat 2016 angefangen, werden   wir jetzt natürlich weiter, aber der   Punkt ist der zeitlich ist es wie es   ist, die Bedrohungslage ist wie es ist   und deswegen können wir nicht sagen wie   ein kleines Kind, ich ma halt mir die   Augen zu und wird schon alles irgendwie   gut werden. Bedrohungslage gerade   beschreiben und es wird die ehrlich   kommuniziert gegenüber der Gesellschaft.   Also ich muss ehrlich sagen, Boispistos   ist da schon relativ klar. Übergreifend   könnte ich mir noch mehr wünschen, dass   die Dinge erklärt und eingeordnet   werden. Ich meine, er hat im Parlament   öffentlich gemacht, dass ähm Putin durch

  seine Kriegswirtschaft ähm in ähm einem   Jahr mehr produziert als ganz Europa in   äh in einem Jahr. Ja, er hat   beschrieben, dass nämlich jetzt mal ein   Beispiel, Russland 1000 bis 1500 Panzer   im Jahr produziert. in Europa sind bei   rund 100, wenn man hört, dass die Russen   im Jahr 1500 Panzer bauen und wir gerade   mal 100. Na dann, gute Nacht, Marie.

 

  Viel Spaß an der Front, wenn es   überhaupt dazu kommt. Am Ende wird die   Werbeppflicht zurückkommen. Das kann ich   dir jetzt schon versprechen. Man   bereitet uns längst unterschwellig auf   alles vor, damit es am Ende nicht allzu   überraschend wirkt. Herr Puschner, wie   empfinden Sie diese Diskussion? Ist das   ist es Angstmacherei oder ist das ein   Realismus, der viel oder der eigentlich   auch viel stärker kommuniziert werden   müsste und ehrlicherweise na ja, die   Debatte ist auf jeden Fall wahnsinnig   eindimensional, denn wie Sie gesagt   haben, wir wissen es nicht, aber wir   gehen da wir tun so, als ob wir es   wissen würden und diskutieren auch gar   nicht oft die Frage gar nicht die Frage,   wie rational oder zu welchem Zwecke äh   oder aus welchen Gründen denn ein   Angriff auf Natoterritorium, eine   Eroberung von westeuropäischen zwischen   oder anderen sozusagen EU und NATO   Staaten überhaupt. Welchen Sinn soll das   denn erfüllen? Also ich glaube, die   eindimensionale Antwort, die wir auf   diese Lage finden, nämlich vor allem   eine militärische, eine der Aufrüstung,

 

  die ist gefährlich, weil man sollte   vielleicht doch auch auf andere   Dimensionen des Denkens beispielsweise   äh die Diplomatie setzen, um das ganze   große im im Blick zu haben. Sie haben   gerade gesagt, Friedensverhandlung kann   man es nicht nennen, während weiter   bombardiert wird. Also, das ist in der   Geschichte äh oft der Fall gewesen, dass   Friedensverhandlungen geführt wurden,   während Kriege weiter blutig gekämpft   wurden im Kore, im Vietnamkrieg.

 

 Das   würde ich jetzt nicht als Anlass nehmen   zu sagen, das ist völlig perspektivlos   und da passiert gar nichts. Faktisch   aber agieren die Europäer als würde das   gar nicht passieren und tatsächlich ist   es ja im Grunde genommen eine eine   Sache, die zwischen Donald Trump und   Wladimir Putin im Moment ausgemühen sich   doch gerade darum, dass diese Gespräche   fortgesetzt werden, trotz obwohl Putin   ja diese die   die eben nicht aufgehört hat und sich   nicht an Absprachen gehalten hat.

 

 Aber   wenn man z.B. in den Raum stellt, dass   eine Waffen, ein Waffenstillstand in   diesem Krieg eine Vorbedingung ist,   damit substantielle Verhandlungen äh   fest   äh stattfinden sollen, dann ist es   äußerst ungünstig, wenn diverse   europäische Regierungsvertreter dann   gleich ganz offen sagen, dass man einen   solchen Waffenstillstand natürlich dazu   nutzen würde, die Ukraine aufzurüsten   und wieder sozusagen zu mobilisieren und   wieder in der Lage zu versetzen, dass   sie sich gegen den russischen Angriff äh   tatkräftiger wehen kann. Also so äh   tatsächlich darauf daran ein primäres   Interesse tatsächlich diesen Krieg in   absehbarer Zeit auf diplomatischen Wege   beizulegen erkenne ich nicht wirklich.   Das ist jetzt nicht unser Hauptthema.   Darüber reden wir ganz oft auch in   dieser Runde. Aber ging eben tun ist dir   aufgefallen, wie still die Runde   plötzlich war? Keine Wiederworte, rein   gar nichts. Die einzige, die überhaupt   versucht hat, dagegenzuhalten, war die   Moderatorin. Aber selbst sie hatte keine   echten Argumente dafür, warum wir nicht   einfach mehr auf Diplomatie setzen,

 

  statt auf Aufrüstung. Herr Pushchner hat   in dieser Kriegsrunde richtig geglänzt   und spricht Millionen Deutschen aus der   Seele. Der öffentlichrechtliche Rundfunk   könnte ruhig mal eine Sondersendung   machen für den Frieden und vor allem   darüber, warum niemand in diesen Krieg   will.

 

 Aber dann bitte auch mit   Talkgästen aus dem rechten und   konservativen Lager, sonst ist es wieder   nur eine halbe Debatte. Was brauchen wir   mehr Panzer, mehr Drohnen. Was brauchen   wir mehr Panzer, mehr Drohnen? Was wir   brauchen ist mehr Frieden und mehr   Diplomatie, nichts anderes.