Hey, Mr. President, sie haben doch   gesagt, ich soll Thank you sagen. Thank   you.   Oh, wen habe ich den jetzt noch gekillt?   Ach, das war Deutschland. Ist okay. W   habe ich jetzt noch gekillt?   Ach, das war Deutschland ist okay.   Ach, ich habe doch nur Deutschland   gekillt, sagt Frau Bosetti. Einige im   Publikum lachen.

 

 Ihre Reaktion? Ach, ist   schon okay. Genau diese Haltung spiegelt   das Denken vieler stark   linksorientierter Menschen über   Deutschland wieder. Zynisch,   überheblich, gleichgültig. Ganz ehrlich,   ich muss mich emotional zusammenreißen,   denn derjenige, der da im Publikum über   diesen Satz gelacht hat, zahlt diesen   Irrsinn auch noch mit.

 

 Eintrittskarte,   GEZ Gebühren, alles dabei. Und dann   macht sich Busetti auch noch über ihn   lustig, während sie für ein öffentlich   rechtliches Format auf der Bühne steht.   Natürlich geht es in dem Video auch um   Krieg und Frieden. Also legen wir los.   Sie   überall sind nur diese kriegslüsterndnen   Männer und wenn ein paar Frauen dabei   sind, dann mischen die sich noch noch   härter mit ein.

 

 Wir müssen einfach   stärker werden. Es sind unsere Kinder,   die da erschossen werden.   Was ist der Gegenentwurf? Also was wäre   ihre Lösung dafür?   Ja, ich kann ja selbst wenig bewirken.   Ich habe schon in meiner Umgebung zu   tun. Äh, ich renne schon und werde   belächelt mit meiner Friedenstaube rum,   weil die Macht bei den Geldleuten ist   und nicht bei den kleinen Leuten.

 

 Gucken   Sie sich die ganzen Irren da oben an,   die haben so viel so viel Geld und so   viel Macht Hunger. Äh, da kommt man gar   nicht gegen an.   Was müsste denn die europäische Antwort   sein?   Ja, ich kann ihn nur ich kann Ihnen ja   nur meine Antwort sagen. Dialog, Dialog.   Und da passiert mir wenig. Bei uns wird   immer mehr werden immer mehr Leute   beschnitten, die können nicht mehr   richtig ihre Meinung sagen.

 

 Äh äh dann   oh ja, Menschenskinder, wenn man wenn   man was sagt, dann ist man gleich ein   Putin Versteher oder man ist gleich ein   Rassist. Ich bin in der DDR groß   geworden. Ich bin einiges gewöhnt, aber   so wie es jetzt ist, ist es nicht   weniger schlimm.   Es ist wie in der DDR mit der   Meinungsfreiheit in Deutschland aktuell.

 

  Es ist der Weg dahin.   Mhm. Ui. Okay.   Mhm.   Ui, okay.   Natürlich geht Frau Bosetti auf diese   Aussage nicht ernsthaft ein. Es bleibt   bei einem flachen Okay. Und weiter   geht’s. Jetzt sitzt ein Studiogast bei   ihr, ein junger Mann, der offen sagt,   dass er nicht für Deutschland kämpfen   würde.

 

 Und was passiert? Frau Bosetti   und ein Teil des Publikums versuchen mit   aller Kraft ihn umzustimmen, fast schon   mit missionarischem Eifer. Es wirkt als   müsse dieser junge Mann unbedingt   kriegsbereit gemacht werden, als wäre es   unanständig sich dem zu verweigern.   Statt seine Haltung zu respektieren,   wird versucht sie zu brechen.   Ole Nymon, Journalist, Podcaster und   nicht zuletzt dadurch bekannt geworden,   dass du letztes Jahr auf Zeit online   oder in der Zeit, ich weiß es nicht   genau, einen Artikel darüber geschrieben   hast, dass du nicht für den deutschen   Staat in den Krieg ziehen möchtest und   würdest. Warum denn nicht? Erzähl doch   mal.   Nun, es ist ja so, dass eine Mehrheit   der Bevölkerung das so sieht. Also eine   Mehrheit ist zwar für die   Wiedereinführung der Werkpflicht, aber   wiederum ist auch eine Mehrheit dagegen   selbst mit der Waffe in der Hand in den   Krieg zu ziehen. Und ich glaube, da   haben die meisten erstmal recht ähnliche   Argumente wie ich. Man will nicht   sterben, man will nicht versehrt sein,   man will auch nicht dadurch   traumatisiert werden. Aber was   vielleicht für mich noch entscheidender

 

  ist, ist, ich möchte nicht auf Menschen   schießen, von denen mich ja eigentlich   nichts trennt, außer dass sie eben in   anderen Staaten geboren worden sind. Die   rennen ja nicht aus JS und Dollerei   aufeinander rum, sondern weil die   jeweiligen Lenker ihrer Staaten der   Meinung sind, ich muss jetzt meine   Souveränität ausbauen oder halt dann in   dem anderen Fall, ich muss meine   Souveränität um jeden Preis erhalten und   dafür spannen die ihre Soldaten ein und   das möchte ich nicht mit mir machen   lassen, weil ich persönlich glaube von   diesen Soldaten auf der anderen Seite   trennt mich deutlich weniger als von   denen, die mich befehligen.   Marina,   nur ist es ja so, dass jetzt gerade auch   innerhalb der ukrainischen Gesellschaft   sich immer weniger Menschen finden, die   bereit sind, neu an die Front zu gehen.   Ja, es gibt zwar noch an der Front   Leute, die dazu bereit sind, aber es   verstecken sich mittlerweile einfach   hunderttausende Männer in ihren   Wohnungen, weil sie wissen, dass sie   ansonsten auf offener Straße entführt   und in Wenz gezehrt werden. Die werden

 

  paar Wochen ausgebildet, sind sechs   Wochen später dann an der Front und eine   Stunde später tot. Und offenkundig ist   es für diese jungen Männer so, dass sie   sagen, die Differenz ist mir mein Leben   nicht wert und sie werden von ihrem   Staat dazu gezwungen. Ich mach schon die   Unterscheidung zwischen dem   Angreifenden.

 

 Also natürlich gibt’s ein   Unterschied zwischen dem Staat, der   angreift und einem, der verteidigt. Nur   der Zugriff auf die Bürger ist ja   derselbe. Der fragt ja nicht, wärt ihr   bereit eher zu kapitulieren? Bin ich   euch eigentlich so wichtig?   Identifiziert ihr euch mit mir als Staat   eigentlich genug, dass ihr für mich   sterben wollt? Diese Frage macht kein   Staatsin Bürgern auf.

 

 Der muss immer   bereit sein, auch dann in der Defensive   über die Leichen seiner zumeist   männlichen Bürger zu gehen und die an   die Front zu zwingen.   Das ist ein zentraler, oft übersehener   Punkt. Der Staat fragt uns nie, ob wir   überhaupt hinter dem stehen, was er tut   und ob wir vor allem als Männer bereit   sein sollen, dafür unser Leben zu geben.

 

  Es wird einfach vorausgesetzt. Die   Ukraine zeigt auf drastische Weise,   wohin das führen kann. Dort werden   Männer nicht mehr gefragt, ob sie   kämpfen wollen. Sie werden auf offener   Straße in Wens gezehrt und   zwangsrekrutiert. Ein Szenario, das   erschreckend nah wirkt und dass niemand   hier ernsthaft diskutieren will.

  Okay, wir wollen kein Blut vergießen,   wir kapitulieren. Hier habt ihr die   Krim, hier habt ihr den Herz, Rohansk,   wir haben den Aggressor schon belohnt.   Sind wir jetzt im Frieden? Ist jetzt   Frieden?   Nein, jetzt ist offenkundig nicht   Frieden. Ich bin ja aber auch gar nicht   in der Position zu sagen, wie soll jetzt   dieser Frieden hergestellt werden? Ich   frage mich nur, also du hast jetzt eben   gesagt, na Umfragen zufolge sind immer   noch die Mehrheit der Ukrainer zum   Kämpfen bereit und sind dessen auch   Willens. Ist es jetzt eine Sache, die   wird über Mehrheitsbeschluss gefasst?   Also, solange mehr als 50% der Meinung   sind, es soll weitergekämpft werden,   muss dann auch jeder Mann sich äh auf   der Straße wegzerren lassen und äh wird   an die Front gekart oder was heißt das   dann? Also ich weiß nicht, was das jetzt   mit Umfragen groß zu tun hat.   Grenze, also ich bin mir dessen vol   völlig bewusst, dass ich mich sozusagen   zwischen zwei unmoralischen   ähm Möglichkeiten entscheiden muss. Und   bei dir habe ich das Gefühl, du bist zu   eindeutig, ja, ich erschieß keine Leute,   bum, fertig und dann bin ich damit   durch. Verstehst du, was ich meine?   Ja, aber da bin ich eindeutig. Also, ich

 

  erschieß keine anderen Leute bum durch.   Also äh da werde ich versuchen zu   fliehen oder wenn mich der Staat nicht   fliehen lässt äh was ja relativ   wahrscheinlich ist und die Feldjäger auf   mich losschickt, dann werde ich sagen,   ich möchte höchstens Zivil dienen.   Bislang darf man das ja noch. Es gab   kürzlich ein BGH- Urteil, was es auch   schon wieder zur Disposition gestellt   hat, dieses grundgesetzlich gewährte   Recht auf Kriegsdienstverweigerung.

 

 Aber   ich würde in jedem Fall versuchen, zivil   zu dienen oder zu fliegen.   Ab diesem Punkt wird es richtig absurd.   Frau Bosetti scheint zumindest meiner   Meinung nach selbst den Faden verloren   zu haben. Ihre Fragen werden zunehmend   wir und abgehoben, sodass selbst Olenyon   ihr kaum noch folgen kann.

 

 Man spürt   förmlich, wie er versucht, höflich zu   bleiben, während das Gespräch komplett   ins Absurde abdriftet.   Wenn es jetzt eine Gruppe von fremden   Kindern ist, schießt du dann auch. Wenn   es nur Gruppe von nicht unbedingt   Kindern, aber erwachsenen Menschen ist,   die aber in dem Moment bedroht werden,   schießt du dann auch in dem, also wo   kommt der Wo kommt der Punkt, wo du   sagst, das ist mir jetzt zu abstrakt, da   hört meine Solidarität auf.

 

  Wieer hört die Solidarität auf? Mit wem?   Mit den Menschen, für die du kämpfen   würdest.   Das Ich verstehe wirklich die Fragen,   nicht?   Okay, ich versu es anders. Nein, ich   versuch ich versuch es anders zu sagen,   aber ich weiß gar nicht, warum du mich   so erschüttern magst. Also, ich meine,   du hast ja selbst gesagt, du wärst dazu   nicht bereit.

 

 Äh äh so habe ich das   zumindest verstanden. Du findest es auch   unvorstellbar, das zu tun. Und jetzt   willst du die ganze Zeit irgend so ein   Punkt bei mir herausführen, wo ich sagen   würde, na da würde ich dann doch zur   Waffe greifen und für Deutschland   kämpfen und vielleicht kommt gar nicht.   Ich möchte zwei der einzige Grund zur   Waffe zu greifen,   weil es könnte ja auch sein, dass   wirklich einfach Menschen dann in   Unterdrückung leben.

 

 Wäre das schon   Grund zur Waffe zu greifen?   Also für mich nicht. Ich muss ganz   ehrlich sagen, ich möchte lieber   Unterdrückung Ich möchte lieber in   Unterdrückung leben, als tot zu sein.   Ich habe das Gefühl, du bist in einer   ziemlich privilegierten Position. Das   einzige, was dich bedrohen würde, ist   deine Meinung.   Und deine Meinung kannst du wegstecken,   aber wenn du was bist, was nicht erlaubt   ist, weil du   ja egal ja behindert oder schwarz oder   lesbisch oder was auch immer bist, das   kannst du nicht einfach abschalten. Und   da finde ich fängt so ein Punkt an, wo   ich sagen würde, es macht ein   Unterschied, in welchem in welchem Land   lebe ich.   Also, ich habe auch keine Lust Leute zu   erschießen, aber ich merke, es gibt ein   Punkt, wo ich sagen würde, es ist mir   wichtiger diese Demokratie, so

 

  sehr ich mich dauernd drüber aufrege,   dass alles nicht so läuft, wie ich es   gerne hätte, äh zu verteidigen als unter   Putin zu leben. Das würde ich nicht   wollen.   Kannst du den den Punkt, der gerade so   ein bisschen von allen Seiten gemacht   wird, nachvollziehen?   Ja, klar. Aber sie ist ja auch selbst   gesagt, sie würde selbst trotzdem auch   nicht zur Waffe greifen wollen.

 

 Also das   ist ja das bemerkenswerte.   Ich glaube, das hat sie so direkt nicht   gesagt, ne? Sie hat gesagt, sie würde   nicht wollen, aber also ich habe auch   keine Lust Leute zu erschießen, aber es   gibt   also können wir tun oder Söhne dafür   dann hergeben, z.B.   das ist ja eine Frage, die muss man sich   dann gefallen lassen.

 

  Würde versuchen etwas zu tun. Ja,   was denn?   kann ich ich kann ich kann nicht   schießen, aber ich würde es vielleicht   lernen. Ich würde gucken, was ich lernen   kann.   Ja, da können wahrscheinlich dann alle   praktischerweise gerade nicht am besten   schließen. Aber also   abschließend kann ich nur sagen, ich   glaube, er hat es im Nachhinein bereut,   überhaupt in dieser Sendung gewesen zu   sein.

 

 Und ganz ehrlich, kennst du den   Spruch bellende Hunde beißen nicht?   Genau diesen Eindruck hatte ich von der   älteren Dame im Publikum. Laut,   aufdringlich, kriegsbereit in Worten,   aber im Ernstfall, da wird sie ganz   sicher nicht zur Waffe greifen.