Wahre Verbrechen I Ein Treffen mit Folgen I True C...

Wahre Verbrechen I Ein Treffen mit Folgen I True Crime Dokumentation T – Part 3

Travis war nicht nachlässig, aber zu dieser Zeit gingen Menschen allgemein davon aus, dass ihre Aktivitäten im Internet genauso privat sein wie ein Telefonat. Viele glaubten, dass das Löschen ihres Browserverlaufs ausreichte, um ihre Aktivitäten zu verbergen. Sobald die Ermittler den Namen Ma Travis hatten, fanden Polizei und FBI seine Adresse in Ferguson, Missouri, schnell heraus und stellten ihn unter 24 Stunden Überwachung, während sie einen Durchsuchungsbefehl beantragten.

3 Tage später, am 7. Juni 2002 um 7 Uhr morgens wurde Mor Travis von einem Klopfen an der Tür geweckt. Er öffnete die Tür verschlafen in Unterwäsche. Dort warteten die Ermittler der Mordkommission aus St. Louis, FBI-Agenten und ein Spurensicherungsteam mit Durchsuchungsbefehl. Travis schien unbeeindruckt.

 Er fragte, warum Sie so früh dort sein. Daraufhin sagten sie zu ihm: “Sie wissen, warum wir hier sind. Travis zog sich an und ging ins Wohnzimmer, wo die Polizei ihn befragte. Sergeant Tim Sax, der seit 22 Jahren beim St. Lis Police Department diente und die Ermittlungen geleitet hatte, sagte, er wollte alles kontrollieren.

 Er wollte bestimmen, wo wir saßen. Er versuchte mehrmals das Gespräch an sich zu reißen. Serent Sax erinnerte sich, wie Travis Katze durch den Raum spazierte und jedes Mal, wenn ein Ermittler sich zu ihr herunterbeugte, um sie zu streicheln, versteifte sich Travis und rückte an den Rand seines Sitzes. Sax sagte, das gefiel ihm überhaupt nicht.

Schließlich nahm Travis die Katze hoch und setzte sie neben sich außer Reichweite der Ermittler. Wir haben schon in früheren Episoden besprochen, dass Tierquälerei ein häufiges Warnzeichen für psychopathische Verhaltensweisen ist. Es mag deswegen seltsam erscheinen, dass jemand, der unfähig ist, Liebe zu empfinden, ein Haustier zur Gesellschaft halten würde.

Im ersten Teil hatten wir ja auch schon erzählt, dass Travis Freundinnen hatte, um ein normales Leben vorzutäuschen. Seine Katze war wahrscheinlich eine weitere Form der Tarnung. Travis Bedürfnis nach Kontrolle und Dominanz erklärt sein besitzergreifendes Verhalten gegenüber der Katze. Es missfiel ihm, dass etwas, das ihm gehörte, einen eigenen Willen zeigte und mit anderen interagierte.

Travis und die Polizei saßen die nächsten zwei Stunden im Wohnzimmer, während die Ermittler versuchten Travis in ein Gespräch zu verwickeln, aber Travis wich jeder Frage aus. “Wo sind Sie aufgewachsen?”, fragten sie ihn. Travis stellte eine Gegenfrage. “Was haben Sie als Kind gemacht?”, fragten sie. “Nichts”, sagte er.

 “Bin zur Schule gegangen. Was haben Sie gemacht?” Serent Sach sagte, er versuchte immer wieder vom Thema abzulenken, bei jeder Frage auszuweichen. Er wollte die Kontrolle haben. Mit der Polizei in seinem Wohnzimmer musste Travis klar sein, dass er auf dünnem Eis stand. Da er sich bedroht fühlte, versuchte er weiterhin seine Dominanz auszuüben.

 Ein verzweifelter Versuch, die Kontrolle über die Situation zu behalten. Travis fragte die Polizei nicht, warum sie gekommen waren oder warum sie in seinem Haus saßen. Er gab kein Fehlverhalten zu, bestritt aber auch nichts. Travis versuchte herauszufinden, wie viel die Polizei wusste und wie viele Beweise sie gegen ihn hatten.

Vor allem schien ihnen zu interessieren, wie die Polizei ihn überhaupt hatte finden können. Schließlich erzählten ihm die Ermittler von der Karte. Sie sagten, sie wüssten, dass sie von seinem Computer stammte und dass FBI-agenten gerade sein Haus nach weiteren Beweisen durchsuchten. Endlich ließ Travis einen Teil seiner aufgestauten wutfien Lauf.

 Er fluchte über seinen Computer und das Internet, während zwei Mitglieder des FBI Beweissicherungsteams begannen, seinen Keller zu durchsuchen. Die Ermittler waren überrascht, den Keller so unordentlich vorzufinden, verglichen zum sauberen Obergeschoss. FBAS Spezialagent Robert Morton sagte: Natürlich hatte das Untergeschoss einen völlig anderen Zweck.

Das FBI Beweissicherungsteam fand Blutspuren auf dem Boden und an den Wänden und begann Proben zu sammeln, während Sergeant Sax und Agent Morton Travis weiter verhörten. Sie zeigten Travis mehrere Bilder von Frauen, die er ihres Erachtens getötet hatte. Auf den Bildern lächelten die Frauen.

 Sie waren noch ahnungslos, welche Tragödie ihnen bevorstehen sollte. Die Ermittler fragten also Travis, ob er jemanden von ihnen kenne. Er verneinte. Etwa 10 Minuten später fragte Travis, ob er sich die Bilder von diesen toten Mädchen noch einmal ansehen könne. Sergeant Sex sagte: “Mory, wir haben ihnen nie gesagt, dass diese Mädchen ermordet wurden.

 Wir haben nur gefragt, ob sie eine von ihnen jemals gekannt haben.” Dies ist eine gängige Verhörtechnik. Die Ermittler halten wichtige Informationen zum Fall zurück und prüfen damit, ob ihr Verdächtiger zusätzliches Wissen Preis gibt, dass er eigentlich gar nicht haben könnte. So clever Travis auch war, sie hatten ihn kalt erwischt.

 Agent Morton und Sergeant Sax verhielten sich Travis gegenüber höflich und nicht anklagend und gaben sich alle Mühe, das Verhöher eher wie ein Gespräch wirken zu lassen. Dies ist eine Strategie, die oft angewendet wird, um den Verdächtigen in Sicherheit zu wiegen. Travis fühlte sich durch ihre Freundlichkeit wahrscheinlich nicht bedroht.

 Die Tatsache, dass er nicht sofort festgenommen wurde, ließ ihn möglicherweise glauben, dass es noch einen Ausweg für ihn geben könnte. Nachdem Travis sich verplappert hatte, verstummte er und ließ den Kopf hängen. Zum ersten Mal wirkte er verletzlich. Schließlich sah Travis die Ermittler an und sagte: “Kommen Sie mit, ich bringe Sie hin.

” Als sie fragten wohin, sagte er, sie wissen doch wohin. Es ist das, wonach sie die ganze Zeit gefragt haben und ich werde Ihnen geben, was Sie wollen. In der Arbeit The Psychology of Confession von 1956 schreibt Milton W Horrorwitz: “Damit die Person das Geständnis als Weg zur Freiheit wahrnimmt, muss sie sich ihrer Verwundbarkeit und Schwäche bewusst sein.

” Das FBI und die Polizei hatten deutlich gemacht, dass die Beweise gegen ihn erdrückend waren und Travis glaubte ihn wahrscheinlich zurecht. Viele Kriminelle kooperieren mit der Polizei in der Hoffnung auf ein milderes Urteil oder eine Absprache mit der Staatsanwaltschaft. Das Verhör von Sergeant Sax und Agent Morton war strategisch auf Freundlichkeit ausgelegt und vermiet jede Konfrontation, was Travis möglicherweise als Verhandlungsbereitschaft auffasste.

Die Ermittler bestätigten, dass Travis sie zum Fundort eines weiteren Opfers bringen wollte. Sie stiegen ins Auto und Travis sagte ihn, sie sollten nach East St. Louis fahren. Aber als sie sich der Brücke näherten, die über den Mississippi von Missouri nach Illinois führt, änderte Travis seine Meinung. Er sagte den Ermittlern plötzlich, dass er es sich anders überlegt habe und sie ihn ins Gefängnis bringen sollten.

 Er begann sie anzuschreien und wiederholte immer wieder: “Bringt mich ins Gefängnis.” Während des Gesprächs versuchte Travis wahrscheinlich die Situation zu manipulieren und das bestmögliche Ergebnis für sich herauszuholen. Er wusste, dass sie die Speicherkarte zu seinem Computer zurückverfolgt hatten und dass sie sein Haus durchsuchten.

Aber als sie über die Brücke nach East St. Louis fuhren, muss Travis das volle Ausmaß seiner Verbrechen bewusst geworden sein. Die Todesstrafe war und ist in Missouri legal. Der Bundesstaat führt 17zehn erschwerende Umstände auf, die Mord ersten Grades mit der Todesstrafe ahnten. Damit steuerte Travis eindeutig auf die Todesstrafe zu.

Es ist möglich, dass Travis erkannte, dass er nichts zu gewinnen hatte, wenn er den Ermittlern half. Kriminelle kooperieren in der Regel erst mit den Strafverfolgungsbehörden, nachdem ein Anwalt eine Absprache ausgehandelt hat. In Travisfall war ihm für seine Unterstützung noch keine Gegenleistung in Aussicht gestellt worden.

Aus welchem Grund auch immer Travis seine Meinung änderte. Sergent Sachs und Agent Morton lenkten ihren Streifenwagen um und brachten Travis zur Polizeizentrale der Innenstadt von St. Louis. Sie ging wahrscheinlich davon aus, dass es später noch mehr Gelegenheiten geben würde, Informationen über den Verbleib weiterer Opfer zu bekommen.

 Die Ermittler verhörten Travis weiter in der Polizeizentrale. Sie sagten ihm, sie bräuchten seine Hilfe, um den Familien der Opfer Klarheit zu verschaffen. Travis verzog das Gesicht zu einem Grinsen, als er das Wort Opfer mit Verachtung wiederholte. Sex sagte, für ihn zählten diese Frauen nicht einmal als Menschen. Sie befragten Travis weitere Dreistunden.

 Dabei versuchten sie ihn in eine Debatte darüber zu verwickeln, ob der Wunsch zu töten eine angeborene Eigenschaft oder ein erlerntes Verhalten sei. Travis sagte Sax, er würde es nie verstehen und dass er schon so sei, seit er sich erinnern könne. Wiederholt zeigte sich Maay Travis ungewöhnlich nervös und besorgt um seine Mutter. Er sagte während eines Verhörs immer wieder: “Was soll ich meiner Mutter sagen?” Es ist schwierig, einen kaltblütigen Psychopathen zu verstehen, der Anzeichen von Sorge zeigt.

 Obwohl Travis Beziehung zu seiner Mutter auf den ersten Blick normal erschien, war sie wahrscheinlich weitaus gestörter und komplizierter. Der allgemeine Konsens unter psychiatrischen Fachleuten ist, daß Psychopathen unfähig sind, Empathie und Liebe zu empfinden. Doch laut Willam HJ Martins Arbeit, The Hidden suffering of the Psychopath bedeutet das nicht, dass Psychopathen nicht das Mitgefühl bekommen wollen, dass sie nicht fühlen können.

 Er schreibt: “Wie bei jedem anderen haben auch Psychopathen einen tiefen Wunsch geliebt und umsorgt zu werden. Dieser Wunsch bleibt jedoch häufig unerfüllt, weil es nicht einfach ist, einer Person mit solch abstoßenden Persönlichkeitsmerkmalen nahezukommen.” Viele Serienmörder hatten turbulente und unerfüllte Beziehungen zu ihren Müttern.

Zelda Knight schrieb in einer Studie von 2006, dass die Mütter der meisten Serienmörder dominant, strafend und ablehnend sind. Ihren Kindern Wärme und Zuneigung zu entziehen, führt zu einem pathologischen Mangel an Selbstwertgefühl. Während einige Menschen in Selbsthasweilen, entwickeln andere eine natürliche Abwehr in Form von kompensatorischer Grandiosität.

Dieser Antrieb und Wunsch nach Aufmerksamkeit sind Merkmale eines potentiellen Narzissten. Dennoch wissen wir nicht viel über Travis Beziehung zu seiner Mutter, nur dass ihm sehr wichtig war, was sie von ihm hielt. Es ist auch möglich, dass Travis die einzig positive Aufmerksamkeit vor allem von seiner Mutter bekam.

 Er beschrieb, dass er sich schon in jungen Jahren einsam und von seinen Altersgenossen isoliert fühlte. Wendy Sgrolnik beschreibt die intensiven Bindungen zwischen Eltern und Kind in ihrem Buch The Psychology of Parental Control. So, Kinder wachsen natürlicherweise mit dem Wunsch auf, ihre Eltern zufrieden zu stellen und entwickeln den Wunsch nach Autonomie in ihrer Adoleszenz, wenn sie sich außerhalb ihrer Familie sozialisieren.

Ohne diese Sozialisation wird die Autonomie eingeschränkt. Wenn Travis Zuneigung und soziale Kontakte ausschließlich von seiner Mutter erfuhr, konnte er sich nie von dem Bedürfnis lösen, ihr gefallen zu wollen. Und sein Verlangen nach ihrer Zuneigung wurde zu einer ungesunden Fixierung. Sandra Travis hat sich weitgehend zurückhaltend zu den angeblichen Verbrechen ihres Sohnes geäußert und nur sehr wenige öffentliche Statements abgegeben.

 Sie hat gegenüber der Presse nicht ihre Beziehung zu ihrem Sohn erklärt. Während Sergeant Sax und Agent Morton weiter versuchten, ein Geständnis von Travis zu erhalten, stellte die Spurensicherung des FBI Beweise aus seinem Keller zusammen. Die Polizei beschlagnahmte seinen Computer. Fesseln, Seile und Gürtel mit mutmaßlichen Blutspritzern.

 Sie fanden Damenunterwäsche, Perücken und eine umfangreiche Sammlung schriftlicher Materialien über Bondage und sexuelle Sklaverei. Sie sammelten Proben von Travis DNA und stellten fest, dass die Reifen seines geliebten Mitsubishi Eclips mit Reifenspuren übereinstimmten, die an der Kleidung eines anderen Opfers gefunden wurde.

 Er hatte Materialien und Pläne für den Bau einer Betonblockzelle in seinem Keller gesammelt, die als seine persönliche Folterkammer dienen sollte. Bei der Durchsuchung seines Kellers entdeckten Ermittler eine geheime Wand. Dahinter fanden sie eines von Travis VHS-Bändern mit der Aufschrift Hochzeitsvideo. Nach einer Stunde und 26 Minuten Hochzeitsaufnahmen als Tarnung enthielt der Rest des Bandes Videos, auf denen Travis zu sehen war, wie er eine junge unbekannte Frau folterte und erwirkte, bis sie tot war.

Die Aufnahme zeigte im weiteren Verlauf eine Reihe von Szenen, in denen Travis andere Frauen folterte, von denen einige von der Polizei identifiziert werden konnten. Das Video war so verstörend, dass die Polizei kostenlose Beratung für diejenigen anbot, die es ansehen mussten. Die Ermittler erzählten Travis von dem Videoband und fragten ihn: “Sie wissen, was wir in ihrem Keller gefunden haben? Travis antwortete einfach: “Ja, ich wußte, daß sie es finden würden.

” Mehrmals während Travis Gesprächen mit dem FBI und der Polizei schien ihm die volle Tragweite dessen, was mit ihm geschah, bewusst zu werden. Er [räuspern] ließ den Kopf hängen und wiederholte immer wieder: “Ich bin am Ende.” Und zu den Ermittlern sagte er, ich gehe nicht zurück ins Gefängnis. Travis war von den Zuständen im Gefängnis während seiner ersten Inhaftierung schockiert gewesen.

 Er beschrieb sein Entsetzen über die Gewalt und sexuellen Übergriffe, die er hinter Gittern miterlebte. Die Angst, die Travis vor dem Gefängnis hatte, war jedoch nicht groß genug, um seine Sucht nach Crack zu überwinden. Nach 8 Stunden Verhör übergab Sergeant Sax die Befragung an den Illinois Date Police Special Agent James Walker und Roy Douglas von der Mordkommission St.

Louis. Da viele von Travis Opfern auf der anderen Seite des Mississippisipi in Illinois gefunden wurden, hatten sich die Ermittlung zu einer Bundesstaatenübergreifenden Zusammenarbeit ausgeweitet. Agent Walker und Detective Douglas gingen deutlich härter vor. 19 Minuten nach Beginn des Verhörs verlangte Travis nach einem Anwalt und die Befragung wurde abgebrochen.

 Travis kam in eine Hochsicherheitseinzelzelle im achten Stock des St. County Justice Center. Am Tag seiner Verhaftung wurde Travis wegen zweifacher Entführung auf Bundesebene angeklagt, weil er die Opfer Eissa Greenweight und Betty James angeblich über Staatsgrenzen hinweg transportiert hatte. Die Strafverfolgungsbehörden planten weitere Anklagen und warteten auf die Ergebnisse seines DNA Tests.

 Doch Mauray Travis hatte noch ein letztes Asrel. Letztendlich sollte er den Opfern die Gerechtigkeit vorenthalten, die ihnen zustand, und bis zu zehn Frauen in unbekannten Gräbern verwesen lassen. Mit der Verhaftung von Morit Travis gelang den Strafverfolgungsbehörden ein großer Erfolg. Sie hatten mehr als ein Jahr lang seine Morde untersucht und der Fall war ins Stocken geraten.

 Und sie waren sich nicht sicher, ob sie den Mörder jemals finden würden. Die Beweise gegen Travis verdichteten sich und alles deutete auf einen kurzen Prozess hin. Doch am Abend des 10. Juli 2002, nur drei Tage nach seiner Verhaftung, erhängte sich Ma Travis in seiner Zelle. Die Polizei war fassungslos. Psychiater hatten Travis erst zwei Tage zuvor untersucht und einen Plan zur Suizidprävention erstellt.

 Ein Sicherheitsbeamter musste ihn alle 15 Minuten kontrollieren. [räuspern] Ein Mithäftling war vor Travis Zellentür postiert, um ihn kontinuierlich zu beobachten. Einem anderen Häftling die Überwachung eines mutmaßlichen Serienmörders zu übertragen ist häufiger als man denken würde. Eine Studie des Federal Bureau of Prison von 2005 ergab, dass geschulte Häftlinge als Beobachter die Zeit reduzieren können, die suizidgefährdete Gefangene unter Beobachtung bleiben müssen.

 Diese Peerwatch Systeme schaffen ein Gefühl der Gemeinschaft und Verantwortung für Insassen. Im Falle von Maury Travis hielt sich der zuständige Insasse genau an das Protokoll. Der Suizidpräventionsbeobachter beobachtete Travis durch das Fenster bis 19 Uhr, als Travis Zelle für eine Stunde automatisch entriegelt wurde.

Während dieser Stunde durfte Travis sich in einem Vorraum direkt vor seiner Zelle frei bewegen. Der Werter musste den Vorraum verlassen, um die beiden Insassen getrennt zu halten. Von seinem Posten außerhalb konnte er durch ein Fenster beobachten, wie Travis duschte. Travis kehrte gegen 19:15 Uhr in seine Zelle zurück.

 Von außen konnte der Beobachter nicht in den hinteren Teil der Zelle sehen. Die Zelle blieb noch weitere 45 Minuten entriegelt, weshalb der Beobachter draußen blieb. Während dieser 45 Minuten schrieb Travis einen Abschiedsbrief. Er zog eine Schlinge aus Bettlaken durch die Maschenlüftungsschlitze in seiner Zelle und befestigte sie über der Toilette.

Er stopfte sich Toilettenpapier in die Nasenlöcher und steckte sich einen Waschlappen als Knebel in den Mund. Er zog sich ein Kissenbezug über den Kopf und fesselte sich die Hände auf dem Rücken. Als Uhr Travis Zellentür automatisch verriegelt wurde, fand der Beobachter ihn an der Lüftung hängend vor. Ein Sicherheitsbeamter führte an diesem Montagabend zwei geplante Kontrollen nicht durch und zwar um 19:30 Uhr und 19:45 Uhr, was Travis genau das Zeitfenster verschaffte, dass er brauchte, um sich das Leben zu nehmen.

Es war der erste Suizid in der Einrichtung seit ihrer Eröffnung vier Jahre zuvor. Die Polizei gab nie den Namen des Beamten bekannt, der das Protokoll nicht befolgte und erklärte nicht, warum er seine Routinekontrollen nicht durchführte. Ergebnisse der internen Untersuchung wurden nicht veröffentlicht. Obwohl seine Handgelenke hinter seinem Rücken gefesselt waren, hatten Polizei und Gerichtsmedizin keinen Zweifel daran, dass Travis Suizid begangen hatte.

 Es gab keine weiteren Verletzung außer den Fesselspuren um seinen Hals und seine Handgelenke. Travis ergriff diese Vorsichtsmaßnahmen, um sicherzustellen, dass der Suizid gelingen würde. Er wollte verhindern, dass sein Körper dem natürlichen Überlebensinstinkt folgte. Tom Burn, der kommissarische Polizeichef in Clayton County, sagte, wir werden nicht darüber spekulieren, wie er es getan hat.

 Er kannte sich mit Fesselungstechniken aus, offenbar sehr umfassend. Travis Abschiedsbrief war an seine Mutter gerichtet. Er sagte ihr, daß sie die beste Mutter war, die ein Sohn haben konnte und entschuldigte sich dafür, nicht ganz richtig im Kopf zu sein. Er sagte, er habe zu keiner Zeit in seinem Leben normal oder glücklich gefühlt.

Er schrieb: “Ich denke über das Leben nach, dass ich führe und was vor mir liegt. Das scheint die beste Lösung für alle Beteiligten zu sein. Besonders für mich, weil ich nicht den Rest meines Lebens eingesperrt verbringen will oder noch schlimmer mir von ihnen die Giftspritze geben lassen werde. Dies zeigt, dass Maury Travis die Todesstrafe fürchtete.

 Angesichts des Ausmaßes seiner Verbrechen hätte die Staatsanwaltschaft sehr wahrscheinlich die Höchstrafe gefordert. In Thomas Joiners Buch Why People Die by Suicide beschreibt er ein Gefühl der Gefangenschaft als Ursache für suizidales Verhalten. Er schreibt: “Suboptimale Bewältigungsfähigkeiten führen dazu, dass eine Person das Gefühl hat, keine Option zu haben.

 Um diesen Gefühlen der Gefangenschaft zu entkommen, zeigt die Person suizidales Verhalten.” Travis war überzeugt, dass der Tod für ihn unvermeintlich war. Anstatt monatelanger Prozesse durchzustehen, entzog er sich seinem Gefühl der Ausweglosigkeit, indem er sich erhängte. In seinem Abschiedsbrief bat Travis seine Mutter, seiner Familie zu sagen, dass er sie von Herzen liebte und schrieb: “Ich liebe dich am meisten, aber das weißt du.

” Obwohl es für die Polizei kein Zweifel gab, dass Travis Tod ein Suizid war, wies sein Pflichtverteidiger Lee Lawless daraufhin, dass es doch ungewöhnlich sei, dass Travis Zugang zu lagen hatte, wenn er angeblich unter Beobachtung stand. Drei von Travis Cousins sagten, sie würden der offiziellen Darstellung seines Todes nicht glauben.

 Seine Cousine Stephanie Ty sagte: “Es ergibt einfach keinen Sinn. Ich bin in meinem Herzen wirklich nicht überzeugt, dass sein Tod ein Suizid war. Tolle sagte, Travis sei eine liebenswerte Person gewesen, obwohl sie wahrscheinlich von seiner Fähigkeit getäuscht wurde, sich als normaler Mensch auszugeben.

 Sie behauptete, wenn er sich hätte umbringen wollen, hätte er es getan, als die Polizei ihn zum ersten Mal festnahm. Die Polizei informierte Travismutter Sandra nicht über seinen Tod, bevor dieser am Montagabend im Fernsehen bekannt gegeben wurde. Dies kann sicherlich als respektlos gegenüber der Familie gesehen werden. Menschen mit psychopathischen Merkmalen sind geschickte Manipulatoren und haben zwischenmenschliche Codes erlernt, um ihr wahres Verhalten zu verbergen.

Deshalb fällt es Freunden und Familien auch häufig so schwer zu verstehen, wie sie zu Vergewaltigung und Mord fähig sein können. Obwohl Travis gewahrsam eindeutig fehlerhaft war, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Fremdeinwirkung vorlag. Die Ermittler konnten keine andere plausible Todesursache als Suizid feststellen.

Der St. Lewis Police Captain Harry Hagger sagte, die Polizei sah enttäuscht, dass Travis sich vor dem Prozess das Leben nahm. Er sagte, letztendlich hofften wir mit ihm sprechen zu können, um mehr darüber zu erfahren, was in einem Serienmörder vorgeht. Die Polizei hatte allen Grund, Travis Fall vor Gericht zu bringen.

 Seine DNA stimmte mit der überein, die bei zwei der Opfer gefunden wurden. Es wäre einfacher Fall und ein großer Erfolg für die Strafverfolgung geworden. Die Behörden hofften auch, dass Travis weitere Informationen liefern würde, die ihnen helfen könnte, mehr Mordfälle zu lösen. Travis hatte behauptet, mindestens 17 Opfer auf dem Gewissen zu haben und die Polizei hatte aber nur zehn aufklären können.

 Möglicherweise beging Travis Suizid, um die Polizei daran zu hindern, eben diese Leichen zu finden. Als Travis an seinem Tiefpunkt angelangt war, blieb ihm nur noch eine Form von Kontrolle, das Wissen um den Verbleib seiner weiteren Opfer. Indem er sich selbst tötete, konnte er sich diesen letzten Rest an Kontrolle bewahren.

 Es ist auch möglich, dass Travis versuchte, eine Lüge über die Anzahl seiner Opfer aufrecht zu erhalten. Wir wissen, dass er gierig nach Medienaufmerksamkeit war und die Enthüllung, dass er weniger Frauen getötet hatte, als behauptet, hätte sein Ruf zerstört. Indem er sich selbst tötete, hoffte Travis möglicherweise sich und seine Verbrechen in eine Legende zu verwandeln.

Freunde und Familie von Travis Opfern waren fassungslos über die Nachricht von seinem Tod und fühlten sich um die Antworten betrogen, die sie verdienten. Melinda Greenweight, die Schwester von Travis Opfer Alissa Greenweight sagte: “Ich wollte mit ihm sprechen. Ich wollte ihn fragen, warum? Leider werden wir nie die vollständige Geschichte darüber haben, warum Maury Travis seine Morde beging.

 Wir werden nie genau wissen, wie viele Frauen er in sein Haus lockte und in seinem Keller gefangen hielt, obwohl einige Schätzungen von bis zu 20 Frauen ausgehen. Und dennoch sollten wir über die Antworten dankbar sein, die wir haben. Das Timing bei Travis Ermittlung war nichts weniger als erstaunlich. Genau vier Monate, nachdem er die Karte von Expedia.

com ausgedruckt hatte, wurde das Torprojekt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Tor ist eine kostenlose Software, die die IP-Adresse ihrer Nutzer vor Netzwerküberwachung verbirgt. Obwohl Tor für illegale Aktivitäten genutzt wird, betont das Torprojekt, dass seine Nutzer normale Menschen einschließen, die ihre Internetaktivitäten privat halten möchten, sowie Aktivisten, Journalisten und Militärprofis.

Hätte Travis schon damals beim Erstellen seiner Karte Zugang zu dieser Technologie gehabt, hätte die Polizei ihn sehr wahrscheinlich nicht aufspüren können. Hätte Bill Smith seinen Artikel nur vier Monate später geschrieben, wäre Travis möglicherweise nie gefasst worden und hätte weitere Frauen foltern und erwirgen können.

 Obwohl Travis Suizid die Mordermittlung beendete, wirkten die Folgen seiner Verbrechen fort. Im Sommer 2014 geriet Katrina Mcgore in einen Albtraum, als sie herausfand, dass sie in Ma Travis Haus in Ferguson lebte. Sie sah in der Dokumentation über Serienmörder, als sie den Bungalo wieder erkannte, in den sie erst Monate zuvor eingezogen war.

 Katrina war entsetzt zu erfahren, daß bis zu 17zeh Frauen in ihrem Keller gefoltert, vergewaltigt und getötet worden waren. Katrina rief sofort ihre Vermieterin an und bat inständig darum, aus dem Mietvertrag entlassen zu werden, war aber bestürzt, als sie erfuhr, dass ihre Vermieterin Sandra Travis war. Selbstwölf Jahre nach Mor Travis Tod blieb Sandra schweigsam über die Verbrechen ihres Sohnes.

Obwohl Missouri von Vermietern nicht verlangt, Morde und Gewaltverbrechen offen zu legen, die auf ihren Grundstücken passiert sind, gelang es der St. Housing Authority Katrinas Mietvertrag aufzulösen. Wer weiß, welche weiteren Folgen Travis Verbrechen haben werden. Vielleicht ist der tragischste Aspekt seiner Geschichte, dass viele von Moray Travis Opfern nie identifiziert wurden.

 Die Familien dieser Frauen werden nie mit Sicherheit wissen, was mit ihnen geschah. Wenn eine Geschichte unvollständig ist, wird es noch wichtiger, die fehlenden Teile ans Licht zu bringen. Bill Smith hatte keine Angst vor den unbeantworteten Fragen rund um die Tode der Sexarbeiterin von St. Louis. Ohne seine Suche nach Gerechtigkeit hätten die Behörden den St.

 Louis Viderangler möglicherweise nie gefasst. Vielen Dank, dass ihr auch in dieser Folge wieder dabei wart. In der nächsten Episode hörte die Geschichte von Joseph Naso, einem Mann, der jahrzehntelang ein Doppelleben führte. Familienvater und Fotograf auf der einen Seite, skupeloser Vergewaltiger und Mörder auf der anderen.

 Seine Opfer waren Frauen, die er mit Fotoshootings lockte. Und was als harmlose Modelarbeit begann, endete meist in einem Albtraum aus Fesslung, Gewalt und Tod. Neu dokumentierte jedes Detail seiner Verbrechen akribisch in Tagebüchern durch tausende Fotos und Zeitungsausschnitte. Über dreßig Jahre lang blieb er unentdeckt, bis ein Bewährungshelfer eine verstörende Entdeckung in seinem Haus machte.

 Bilder toter Frauen und eine mysteriöse Liste mit zehn Namen. War dies eine Trophäensammlung oder eine To-Do Liste des Todes? Wenn ihr das nicht verpassen wollt, dann abonniert uns doch am besten jetzt gleich, wenn ihr das noch nicht getan habt. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten gibt es jeden Donnerstag mit einer neuen Folge.

 Ihr könnt uns überall kostenlos hören und abonnieren, um keine Folge zu verpassen. Und wenn euch der Podcast gefällt, freuen wir uns sehr über eure Bewertung. Mein Name ist Max Spalleck und mein Name ist Diane Hilcher. Bis zum nächsten Mal hier bei Serienkiller. Dieser Podcast ist werbefinanziert und kann deswegen kostenlos auf allen Plattformen angeboten werden.

 Wenn Sie also in diesem Podcast Werbung schalten wollen, dann schreiben Sie uns gerne. Die Adresse lautet [email protected]. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bose Park Productions basierend auf einem Spotify Original. Folge wurde im amerikanischen Original geschrieben von Carolyn Clercky.

Deutsche Produktion und Redaktion Mickey Sitch, Fabio Lautenschläger, Sebastian Schäfer, Alexander von Bagen, Julia Ilan, Suholder und Chris Guse. Ja.

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