Tödliche Weihnachten | Der Fall Dana Ireland T – Part 2
Zitat: “Da sehen Sie mal, wie sehr sich Frank in den letzten Jahren verändert hat. Zitatende. Zu guter Letzt tritt Frank Paulin selbst in den Zeugenstand und erklärt, er habe damals gelogen, jetzt ist aber die Zeit für die Wahrheit. Er habe seinem Halbruder damals um Geld gebeten, da er im Gefängnis bedroht wurde.
Also zur Erinnerung, beide Halbbrüder saßen zu der Zeit in unterschiedlichen Gefängnissen. Brudi hat gesagt, Frank, ich gebe dir das Geld, dafür musst du aber auch was für mich tun. Daraufhin hat sich Frank alle Informationen rangeschafft, die er in Zeitungen und TV finden konnte und hat zudem zwei Nachbarn beschuldigt, die er eh nicht leiden kann, nämlich die Schweizer Brüder.
Es spricht wirklich viel dafür, daß er sich das alles ausgedacht hat, denn als die Ermittler damals kurz nach seinem Geständnis 94 mit Frank durch die Gegend gefahren sind, damit er ihn zeigt, wo was stattgefunden hat, hat Frank weder an Tatort 1 noch an Tatort 2 die richtigen Stellen indiziert, sondern nur ungefähr irgendwo in der Nähe.
Bei Tatot 1 hat er z.B. in der Höhe von irgendwelchen Briefkästen gesagt, dass Dener hier angefahren wurde. Das stimmt gar nicht, aber genau diese Briefkästen waren auf der Titelseite einer Zeitung. Außerdem wurde er natürlich gefragt, wie die Frau also Dena aussah. Er konnte nicht mal ihre Haarfarbe nennen. Was haben wir also? Wir haben das vermeintliche und wiederrufende Geständnis von Frank Pauline und eine Menge Zeugen, die entweder behaupten, Frank habe ihnen im Laufe der Zeit die Tat gestanden und Zeugen, die da waren, um ihm das T-Shirt
zuzuweisen. Fast alle dieser Zeugen sitzen selbst im Gefängnis und können ihre Haftstrafe durch ihre Aussage erheblich reduzieren. Manche von 15 auf 10 Jahre, manche von 10 auf 3 Jahre und Brudi bekommt seine Haftstrafe sogar komplett erlassen. Wir haben keine DNA, also doch, wir haben DNA, aber eben keine, die Frank Pauline an Tatort 1 noch an Tatort 2 mit dem Verbrechen in Verbindung bringt.
Und dennoch, nach nur 14 Stunden Beratung befindet die Jury Frank Paulin am 27. August 1999 schuldig in allen drei Anklagepunkten. Er wird zu 180 Jahren Gefängnis verurteilt. Bereits 15 Minuten, nachdem für Frank Pauline desaströsen Urteil gibt die Juryvorsitzende der Presse die Gründe für ihr Urteilpreis. Erstens, wir glauben nicht, daß jemand, der unschuldig ist, ein Mord gestehen würde.
Zweitens, das T-Shirt war für uns ausschlaggebend, denn obwohl sich nur Danas Blut auf dem T-Shirt befindet, heißt das lediglich, dass Frank keine Spuren hinterlassen hat und die Zeugen haben es eindeutig als sein T-Shirt identifiziert. Drittens, zudem die Aussagen von den engsten Familienangehörigen. Uns hat überzeugt, dass sie alle gegen ihn ausgesagt haben.
Welchen Grund sollte es geben, dass ihn alle ins Gefängnis bringen wollen? Man muss dazu sagen, dass DNA als Beweismittel zu der Zeit zwar schon in den Gerichtseelen angekommen ist, aber die Beweislast bzw. Diese Kraft so wie es heutzutage ist, war in den Köpfen vieler Menschen noch gar nicht so im Bewusstsein.
Das behaupte nicht ich. So steht es in unzähligen Artikeln zu dem Fall. Frank Pauline ist also verurteilt und sein Halbbruder, der Mann, der zusammen mit seiner Mutter einen bis damals größten Drogenimport orchestriert hat, darf das Gefängnis einfach so verlassen. Doch damit nicht genug. Er schreibt den Eltern von Dana sogar einen Brief und verlangt die Belohnung.
Zur Erklärung, Denners Eltern hatten irgendwann im Laufe der Jahre eine Belohnung von 25 000 US-Dollar ausgelobt und die fordert er jetzt ein, denn ohne ihn wären die Täter ja nicht entdeckt worden. Damit es nicht komisch aussieht, sollen die Eierlens das Geld aber an seine Tante überweisen. Der Brief landet unbeantwortet beim Gericht.
Das nur zur Vollständigkeit. Als nächstes steht der Prozess von ihren Schweizer an, der am Januar 2000 beginnt. Ien wird zuvor ein Deal vorgeschlagen. Im Gegenzug für sein Geständnis bekommt er 20 Jahre auf Bewährung. Ian lehnt ab, denn er ist unschuldig und er will nicht zugeben, was er nicht getan hat. Außerdem ist er der Meinung, daß sie mit Frank Pauline entweder den richtigen Täter oder eben zumindest einen Sündenbock gefunden haben.
Mitleid mit Frank hat er nicht. Schließlich hat dieser sich selbst und vor allem ih sowie sein Bruder Shan überhaupt erst in diese Situation gebracht. Eine Woche später werden 10 Jahre Auf Bewährung angeboten. Auch das lehnt er ab. Er ist sicher, daß Vorgericht zweifelsfrei klar wird, dass er unschuldig ist, weil er zum einen Vertrauen in das System hat und es außerdem absolut keine Beweise gegen ihn gibt.
Doch ihen hat nicht mit irgendwelchen Zeugen gerechnet, fremde Menschen, die etwas anderes behaupten. Es läuft also im Prinzip alles so ab wie beim Prozess von Frank Paulin. Fragwürdige Zeugen sprießen aus dem Boden, die selbst im Knast sitzen und denen ihr in alles gestanden haben soll. Der wichtigste Zeuge heißt Orti.
Das Interessante daran ist, Orti ist ein alter Bekannter von Brudi. Konkret der Halbbruder von Frank Pauline ist verheiratet und zwar mit der Frau, mit der Ortis, also der neu aufgetauchte Zeuge, ein gemeinsames Kind hat aus früheren Zeiten. Und das Kind lebt natürlich bei seiner Mutter. Logisch, Orti sitzt auch im Gefängnis.
Das Kind wächst also bei Brudi auf. Und ausgerechnet ihm, was für ein Zufall soll ihren im Gefängnis die Tat gestanden haben. Was im Prozess von Frank Paulin das T-Shirt war, also an Beweismittel und Tragweite für den Fall, wird in ihrens Prozess das Auto der VW Käfer. Dafür hat die Staatsanwaltschaft Experten rangeholt, die der Jury erklären, dass die Höhe der Stoßstange exakt die Höhe ist, an der das Fahrrad verbogen ist.
Daß die genommenen Reifenabdrücke von Tatort 1 und 2 nicht zum Auto passen, hört die Jury nicht. Der Verteidiger kann dem Experten zumindest entlocken, dass er die Reifen nicht mit den Reifenspuren verglichen hat. Zitat vom Experten: “Ich hätte nach den Reifen Abmessungen fragen sollen. Zitat Ende. Nächster Punkt.
Der VW Käfer war im Original Auberginfarben. Mittlerweile ist er gelb. Nun gibt es Zeugen, die behaupten, Ien hätte das Auto kurz nach der Tat umlackiert, innen auch alles ausgewechselt, um alle Blutspuren zu entfernen und so weiter. Ien sagt aber, dass er das Auto einfach nur gelb lackiert hat, weil er ein auberginfarbenes Auto hässlich fand.
Tatsächlich wurde das Auto forensisch untersucht und es wurde nichts, aber auch gar nichts gefunden, was darauf hindeutet, dass deiner von diesem Auto angefahren noch darin transportiert wurde. Es gibt auch keinerlei Transferspuren von Farben oder Lacken, weder am Auto noch am Fahrrad. Der Verteidiger zeigt der Jury anhand von Illustrationen, dass das Auto viel zu klein ist für drei so kräftige Männer wie Ian, Shan und Frank.
Und wenn noch der vierte Unbekannte mit dem Auto gesessen haben soll, wird es platztechnisch ganz wild. Wo soll Dana dann gewesen sein? Die Jury darf das Auto besichtigen und kommt zu dem Schluss, dass deer sehr wohl in den Kofferraum gepasß hätte. Es gibt eben einfach keine Spuren mehr. die darauf hinläuten. Der wichtigste Punkt aber, nämlich dass Ien mit Papieren vorweisen kann, dass er das Auto zur Tatzeit noch gar nicht besessen hat, sondern erst Wochen später gekauft hat, wird entweder verschwiegen oder ignoriert.
Die Jury sieht es als erwiesen an, so später die Juryvorsitzende im Interview, dass Dana mit diesem Auto angefahren wurde und sie finden es verdächtig, dass ihr in das Auto umlackiert hat. Sie glauben außerdem den Aussagen des Unfallanalyseexperten, dem der nicht mal die Reifenspuren mit dem Auto abgeglichen hat.
Ihr erinnert euch noch an die Zeugen von Tatot 1, das Pärchen, das den Pickup Truck auf der Kreuzung gesehen hat, bei dem ein oberkörperfreier Mann jemanden auf die Ladefläche gelegt hat. Auch das wird verschwiegen und vor allem werden diese Zeugen nicht mal vorgeladen. Die Frau des Pärchens war sogar mit Frank Pauline in derselben Klasse und kannte zumindest vom Sehen auch Ien, der zwei Jahre über ihr war.
Hätte sie Frank oder Ian auf der Kreuzung gesehen, hätte sie nicht einen fremden, obfreien Mann beschreiben müssen, aber sie wurde nicht als Zeugin für die Verteidigung geladen. Woran das liegt, habe ich erst schon versucht zu erklären. Ein Pflichtverteidiger, der einem Mordprozess einfach nicht gewachsen ist. Ehen sagt spitter auch, daß sein Verteidiger neben ihm im Gerichtssal weggenickt ist und der ihn mit dem Ellbogen angestoßen hat, damit er nicht schlafen vom Stuhl fällt.
Das ist schon sehr abenteuerlich alles. Hat aber in seiner Gesamtheit zurfolge, dass auch ihen von der Jury schuldig gesprochen wird und zwar genauso schnell wie Frank Paulin nach nur knapp 8 Stunden Beratungszeit. Er wird im April 2000 zu dreig Jahren Haft verurteilt. Fehlt also nur noch der Dritte im Bunde, Iens Bruder Scha, der zur Tatzeit erst 16 Jahre alt war.
Auch ihm wird noch imselben Monat, also im April 2000, ein Deal angeboten. Er soll sich des Totschlags und der Freiheitsberaubung schuldig bekennen. Er soll ihren und Frank belasten und kommt dafür direkt auf freien Fuß. Sean weigert sich seinen Bruder zu belasten und will es ebenfalls im Prozess darauf ankommen lassen.
Jedoch reden seine Eltern und ihnen auf ihn ein, dass niemandem geholfen ist, auch er sein Leben im Gefängnis verbringt. Es ist schon genug, dass ihen seinen Säugling nie aufwachsen sehen wird. Er will nicht, dass sein jüngerer Bruder, der mittlerweile drei kleine Kinder hat, nicht für sie da sein kann. Also stimmt Shan dem Deal letztendlich zu.
Dieser Deal beinhaltet aber auch einen Lügendetektortest, um sicherzugehen, dass Shan die Wahrheit sagt. Und ratet? Ja, ich weiß schon wieder raten, aber ratet. Er besteht den Test nicht. Sein Geständnis, dass er Iren und Frank beobachtet hat, wie sie Dana angefahren, vergewaltigt und umgebracht haben, ist also gelogen.
Der Staatsanwalt braucht aber eine handfeste Aussage, damit er auch in Zukunft bei etweiligen Einsprüchen und Wiederaufnahmeverfahren etwas Konkretes in der Hand hat. Also bittet er den Durchführenden des Tests inconclusive einzutragen, sprich nicht eindeutig. Denn das kann er viel besser vor Gericht verteidigen.
Gesagt getan. Im Mai 2000 verläsßt Shan als freier Mann das Gefängnis. Ich fasse das noch mal zusammen. Die Reifenspuren passen nicht zum VWK Käfer bzw. wurde das Vorgericht gar nicht vorgebracht. Die Zahnabdrücke von allen dreien passen nicht zum Abdruck auf Deners Brust. Es gibt keinerlei Spuren, die auf Frank, Ien oder Shan hindeuten.
Das beinhaltet jegliche DNA-spuren wie Blut, Bärmer, Haare, Hautschuppen etc. und es finden sich weder an Tatort 1 noch an Tatort 2 Fingerabdrücke oder Fasern von Kleidung oder sonstiges. Alle gesicherten forensischen Spuren sind von Dea und von einer männlichen unbekannten Person. Es gibt keine Lackspuren am Fahrrad vom VW Käfer. und andersrum auch nicht.
Den VW Käfer hat ihn zur Tatzeit noch gar nicht besessen. Das Jimmy Z T-Shirt ist eigentlich nicht Franks Größe und die T-Shirt Marke selbst eine sehr beliebte und trendige Marke zu der Zeit. Demgegen steht das Geständnis von Frank Pauline von 1994. etliche Zeugenaussagen, die die drei belasten.
Aber diese Zeugen sind keine Augenzeugen, die dabei waren oder etwas gesehen haben. Es sind Zeugen, denen die Tat angeblich gebeichtet wurde und andere, die den Verdächtigen das Auto und das T-Shirt zuordnen. Und letztendlich, aber das kam erst nach der Verurteilung der beiden anderen, das Geständnis von Shan, indem er die beiden anderen belastet.
Wie hättest du an dieser Stelle als Jurymitglied entschieden? Nicht mal ein halbes Jahr später, am 31. Oktober 2000 stirbt Daners Vater im Alter von 74 Jahren. Einem Freund soll er kurz vor seinem Tod per E-Mail geschrieben haben, dass er nach 9 Jahren Kampf ausgebrannt ist und jetzt, nachdem die Prozesse vorbei sind, er gar nicht mehr weiß, wofür er kämpfen soll.
Es scheint so, als hätte er so lange durchgehalten, bis Dana vermeintlich Gerechtigkeit wiederfahren ist. F Jahre später Ian und Frank befinden sich im Gefängnis, beide auf dem Festland im Bundestadt Arizona, als Ien einen Brief von Frank erhält, indem sich Frank dafür entschuldigt, dass er I und Sean bezichtigt und somit in alles hineingezogen hat und dass er natürlich weiß, dass beide so wie er selbst auch unschuldig sind.
Imselben Jahr 2005 wendet sich ihren an das Innocenzprojekt auf Deutsch Unschuld mit der Bitte, sich seinem Fall anzunehmen. Das Innozprojekt befasst sich mit Personen, die unschuldig im Gefängnis sitzen. Sie nehmen aber nur die Fälle an, zu derzeit zumindest, wo es DNA Material gibt. Da laut Schätzungen zwischen 2 und 5% aller Verurteilten in den USA unschuldig sind, kann das Innocence Project natürlich nur ein Bruchteil der Anträge annehmen.
Zum besseren Verständnis, bei einer Quote von nur einem Prozente sind das allein schon 20.000 unschuldige Personen. Wir reden hier aber sogar von 2 bis 5%. Aber Ien hat Glück. 2010 wird sein Fall angenommen. Jedoch malen die Mühlen langsam und so dauert es weitere fünf Jahre, bis es ausrechnend Erkenntnisse gibt, um damit publik zu gehen.
Am 26. April 2015 verkündet das Innocence Project der Presse, dass Sie versuchen werden, nicht nur, sondern auch Sean und Frank zu entlasten. Einen Tag später, es ist der 27. April 2015, als Frank Paulin seine Runden im Hof des Gefängnisses von Las Cuses, New Mexico zieht, dass er drei Jahre zuvor verlegt wurde.
Sein Zellengenosse greift ihn plötzlich auf dem Hof von hinten an und schlägt dreimal mit einem Stein auf seinen Kopf ein. Frank Pauline ist sofort tot. Er stirbt an seinem 42. Geburtstag. Ob es einen Zusammenhang mit der Pressemitteilung vom Vortag gibt, bleibt weiterhin unklar. Der Täter selbst hat zu dem Mord lediglich gesagt: Frank war ein Verräter und hat es verdient.
Jedenfalls beauftragt das Innocence Project unabhängige Experten mit der Analyse der Reifenspuren, mit dem Zahnabdruck und den Kleidungsstücken, denn die Techniken haben sich enorm weiterentwickelt seit der Jahrtausendwende. Das Jimmy Set T-Shirt wird erneut auf Spuren untersucht. Vor und während der Prozesse hieß es ja, dass nur Danas DNA auf dem T-Shirt gefunden wurde.
Das lag daran, dass es so voller Blut war. Mittlerweile kann man aber geringste andere Spuren voneinander trennen. Sollte sich also unter dem Blut auf dem T-Shirt noch andere DNA befinden bzw. diese mit Deners Blut vermischt sein, kann man diese nun extrahieren. Außerdem werden die Achselhöhlen des T-Shirts untersucht. Das Ergebnis lässt drei Jahre auf sich warten, ist jedoch eindeutig.
Es konnte Sperma auf dem Schirt gefunden werden und auch der Schweiß der Achselhöhlen ergibt ein Profil. Beide so vom T-Shirt gewonnen DNA Profile weisen auf ein und dieselbe Person hin. Unbekannter Nummer 1. Es ist das DNA-Pil der gleichen Person, von der auch die Spermaspuren des Vaginalabstrichs und des Lakens aus dem Krankenwagen stammen.
Und das wird euch jetzt überraschen. Das Jimmy Z. T-Shirt gehört also nicht Frank Pauline, wie von etlichen Zeugen vor Gericht ausgesagt wurde. Ein Fakt, den Frank selbst natürlich immer wusste. Doch nun entlastet ihn auch die Wissenschaft. Ich kann euch leider nicht sagen, warum immer etliche Jahre ins Land gehen, bis juristisch etwas vorangeht, denn wir machen einen erneuten Sprung ins Jahr 2023, als ihr in Schweizer am 23.
Januar zu einer Anhörung vor Gericht erscheint. Im Beiseihin seiner Familie und des Innocenpjects soll ein Richter über die neuen Erkenntnisse urteilen. Die Anhörung, bei der verschiedene Experten aussagen, dauert mehr als 7 Stunden. Einer der Experten erklärt dem Gericht die Erkenntnisse der T-Shirtuntersuchung, also das, was ich euch gerade erzählt habe.
Ein zweiter Experte zeigt anhand von Fakten, Bildern und Markierungen, dass die hinterlassenen Reifenspuren an Tatot 1 und 2 keinesfalls von einem VW Käfer stammen können. Und ein Zahnexperte sagt aus, dass der Gebissabdruck auf Daners Brust gar kein Gebissabdruck ist. Was die Markierungen auf der Brust verursacht hat, kann nicht final geklärt werden, aber ein Biss bzw.
Zahnabdruck ist es definitiv nicht. Er sagt sogar, daß die Identifizierung des Abdrucks als Zahnabdruck ein Musterbeispiel für schlechte Wissenschaft ist. Des weiteren wird erklärt, dass Shan sein Geständnis mittlerweile wiederrufen hat. Noch am selben Tag kommt der Richter zu dem Urteil, dass ihren aufgrund der neuen Beweise bei einem neuen Prozess niemals von einer Jury schuldig gesprochen werden würde und erklärt das Urteil von April 2000 für nichtig.
Ihen, der noch in Handschellen in den Gerichtssal geführt wurde, verlässt Selbigen als freier Mann, 25 Jahre, nachdem er festgenommen wurde. Hier ein kurzer Clip vom Urteilspruch und den Reaktionen. Mr. Schweiter immediately. Ien kann nach 23 Jahren endlich seinen Sohn in den Arm nehmen. Er hat seine Familie, seine Eltern und seinen Bruder nur ein einziges Mal gesehen.
Er war über 4000 km weit weg im Gefängnis und er wollte nicht, dass sie kommen. Zum einen, weil er den Abschied nicht gut ertragen konnte und aus finanziellen Gründen, aber auch aus gesundheitlichen, denn seine Mutter hatte Brustkrebs, den sie bekämpfen konnte. Mittlerweile ist sie an Lungenkrebs erkrankt mit dem Unterschied, dass ihr Sohn Ian jetzt für sie da sein kann.
Ian ist also frei und auch Sean wird zehn Monate später freigesprochen. Das bedeutet übrigens nicht, dass sie nicht erneut angeklagt werden können, aber vorerst ist in dieser Hinsicht erstmal alles geklärt. Was aber immer noch offen ist, zu wem gehörte nun eigentlich die DNA? Um das herauszufinden, lässt das Innocence Project die DNA von unbekannter Nummer 1 mit der Codesdatenbank vom FBI abgleichen.
Doch es gibt keinen Treffer. Bedeutet, der Täter ist nie wieder straffällig geworden bzw. nie erwischt worden. Vielleicht ist er auch schon lange verstorben. Aber damit gibt sich das Innocenzprojekt nicht zufrieden und sie wenden sich an den Mann, der mit seiner neuen Technologie der genetischen Ahnenforschung auf Englisch Genetic Geneology, das wiederhole ich nicht noch mal, den Golden State Killer im Jahr 2018 ausfindig machen konnte.
Besagter Mann namens Steve Kramer ist ein ehemaliger FBI-Anwalt, der 2021 seine eigene Firma gegründet hat, um mit genetischer Ahnenforschung Verbrechen aufzuklären. Wie funktioniert diese Ahnenforschung? Nun, es gibt ja große Plattformen online, wo jeder Mensch nach seinen Vorfahren forschen kann oder man rausfinden kann, zu wie viel Prozent man Europäer, Deutscher oder was auch immer ist.
Und dazu schickt man zuerst seine eigene DNA per Stäbchenprobe ein. Diese Datenbanken, ich nenne wegen Werbung keine Namen, ihr habt sicherlich schon ein paar davon gesehen, sind mittlerweile so groß, weil so viele Menschen sie nutzen, dass man deren DNA mit unbekannten Straftätern abgleichen kann. Steve Kramer hat mit seiner Firma also Zugriff auf einige dieser Datenbanken und außerdem seine eigene Datenbank, also Software, in die er zusätzlich verschiedene Parameter eingeben kann.
Kommen wir gleich noch dazu. Grundsätzlich ist zu wissen, dass jeder Mensch zu 50% die DNA der Mutter und zu 50% die vom Vater hat. Dementsprechend dann von jedem Großelternteil und so weiter. Bedeutet, sie geben die DNA vom Täter ein, schauen auf die Treffermenge mit einer anderen Person und je nachdem, wie groß der gemeinsame Anteil dergleichen DNA ist, manchmal nur 2 %, soweit müssen sie dann den Stammbaum zurückverfolgen, um die richtige Familienlinie zu finden.
Steve Kramer erklärt es in einem Interview ganz anschaulich. Er sagt, Zitat: “Stellen Sie sich ein Feld voller Heuballen vor, indem Sie die Nadel finden müssen. Wir sagen Ihnen mit dieser Technologie, in welchen dieser Heuballen Sie suchen müssen.” Zitatende. Mit genetischer Ahnenforschung bestimmt man also die Ahnenlinie und da können dann xbeliebige Personen in Frage kommen, die alle einzeln überprüft werden müssen.
Aber sie können damit zumindest einen Personenkreis enorm eingrenzen. Beim Täter von Dana Eierland mussten sie jedoch noch einen anderen Weg einschlagen, da niemand aus dessen Ahnenlinie in diesen Datenbanken war. Dennoch kann man anhand der DNA eben die Herkunft bestimmen. Steve Kramer bekommt am 7.
Februar 2024 vom Innocence Project die DNA von unbekannter Nummer 1. Er bestimmt die ethnische Herkunft der DNA auf 80% philippinisch. Heißt drei von vier Großeltern sind zu 100% philippinischer Herkunft. Zusätzlich geben sie in Ihre eigene Datenbank die Parameter Alter zum Tatzeitpunkt sowie den Wohnort an. Die Parameter basieren natürlich erstmal nur auf Vermutungen, die zur Tat passen, denn sie vermuten jemanden in Deiners Alter und einen Ortskundigen, also keinen Touristen.
Insgesamt kommen sie auf zwölf Personen, auf die das erste Profil passt. Von denen können einige durch unterschiedliche Kriterien ausgeschlossen werden. War jemand zur Tatzeit erst 5 Jahre alt, kann die Person natürlich ausgeschlossen werden. Andere haben Vorstrafen, die können es nicht sein, denn sie wären im Codesprogramm des FBI verzeichnet und es hätte bei der Abfrage zuvor bereits einen Treffer gegeben.
Auch die wahrscheinliche Körpergröße kann anhand von DNA bestimmt werden. heißt, ist eine der Personen 1,65 m, die DNA sagt aber ca. 180, können auch diese Personen ausgeschlossen werden. Am Ende bleiben von den z drei Personen übrig. Sie schauen sich die Social Media Profile von den drei verbliebenen Personen an und bleiben bei einem hängen.
Ein Fischer, der sich auf etlichen Fotos beim Angeln zeigt. Wir erinnern uns, Dana wurde auf einem Fischerpfad gefunden. Und besonders gruselig, manche Fotos sehen aus wie die Gegend vom Tatort. Am 26. Februar 2024. Nurunzehn Tage, nachdem Steve Kramer mit der Suche begonnen hat, meldet er sich beim Innocen Project und sagt: “Wir haben zwar noch zwei andere mögliche Treffer, aber wir würden uns an eurer Stelle zuerst auf diesen Mann hier konzentrieren.
” Aus unbekannter Nummer 1 wird Albert Laurell Junior, ein 57-jähriger Familienvater, zur Tatzeit 24 Jahre alt, der damals 3 km weit entfernt vom Fischerpfad in Hawaiian Beaches lebte, dergleichen Siedlung wie die Schweizer Brüder und Frank Paulin. Wichtig, es gibt noch kein DNA Mitch. Die genetische Ahnenforschung dient nur dazu, um es mit den Worten von Steve Kramer zu sagen, die Nadel im richtigen Heuhaufen zu suchen.
Das Innocen Project besteht aus ehemaligen Ermittlern, FBI-Agenten, Anwälten im Ruhestand, kurzum einer Gruppe von ehemals professionellen Verbrechensbekämpfern, die sich der guten Sache angeschlossen haben. Es gibt also Kontakte in alle möglichen Richtungen, sodass das FBI beauftragt wird, Albert Lauro Junior zu beschatten, um abzuwarten, bis er etwas wegwirft, was Sie auf seine DNA untersuchen können.
Nach einiger Zeit sind sie erfolgreich und können eine von Albert Lauro weggeworfene Plastikgabel sicherstellen. Dann heißt es abwarten. Endlich. Am. Juli kommt das Ergebnis, auf das Sie so lange gewartet haben. Die DNA der Gabel stimmt mit allen vom Tatort gesicherten DNA-Sporen überein. It’s a match. Jahre nach dem Mord an Dana steht endlich fest, zu wem die damals gefundene DNA eigentlich gehört.
Und zur Überraschung aller ist er nie auf irgendeiner Verdächtigen Liste gelandet, wurde nie von irgendwem angezählt. Er ist komplett unter dem Radar geflogen. Bis jetzt muss er ja nur noch festgenommen werden, oder? Doch was jetzt folgt, ist genauso unterirdisch. wie alles, was ihr bisher über diesen Fall gehört habt.
Um zu erklären, was passiert ist und vor allem wie, muss ich euch kurz wieder die Rahmenbedingungen schaffen. Also, das Innocen Project hat sich ja hauptsächlich um die Freilassung von ihren gekümmert, was ja auch im Januar 2023 gelungen ist. Als Sie ein Jahr später feststellen, dass die Polizei offensichtlich immer noch nichts mit der DNA gemacht hat, beauftragen sie selbst Steve Kramer.
Gerade alles gehört. Aber das Innocen Project ist kein offizielles Organ. Sie können niemanden festnehmen, verhören. Das muss die Polizei machen. Also müssen Sie zusammenarbeiten. Die Polizei bekommt also das Ergebnis vom DNA-Test von der Gabel und entsprechend den Namen des Verdächtigen. Dieser DNA-Test wurde von einem unabhängigen Labor in Kalifornien durchgeführt.
Mit dem Labor wurde vereinbart, dass fort an immer beide Seiten informiert werden, also die Polizei auf Hawaii und das Innocence Project. Okay, es ist also Mittwoch, der 24. Juli 2024. Da bekommt das Innocence Project plötzlich eine Mehl vom Labor. Darin steht: “Der Speichelabstrich, der am 19. Juli von Albert Lauro Junior genommen wurde und am 23.
Juli von uns getestet wurde, ist ein Match. Für das Innocenproject heißt das nichts anderes, als daß die Polizei von Hawaii mit Albert Lauro Junior gesprochen und einen Speichelabstrich von ihm genommen hat. Eine Info, die sie bisher nicht hatten. Also müsste er ja jetzt in Untersuchungshaft sitzen. Sie fragen entsprechend bei der Polizei nach, wo der Verdächtige sich aufhält, doch bekommen keine Antwort.
Sie schreiben dem Staatsanwalt und dem Richter, dass hier irgendwas nicht stimmt, weil sie keine Antwort von der Polizei erhalten. Und auch die Abfrage beim Gefängnis, ob sich der Verdächtige dort aufhält, ist negativ. Der Richter beruft daher direkt für den nächsten Tag, den 25. Juli 24, ein Meeting mit allen Beteiligten ein.
Nach langem Hin und Her, bei dem die Polizei sagt, sie könne wegen laufenden Ermittlungen nichts dazu sagen, kommt heraus. Achtung, dass Albert Lauro Junior am Juli tot in seinem Haus aufgefunden wurde. Selbstmord. Die Leute vom Innocen Project können es nicht fassen. Ihr habt ihn konfrontiert, ihr habt einen Speichelabstrich genommen und ihn dann wieder gehen lassen.
Den gleichen Fragen muss ich die Polizei auch vor der Presse stellen. Ich spiele euch zwei, drei Ausschnitte aus der Pressekonferenz ein, damit ihr es aus erster Hand hört und somit quasi die gleiche Erfahrung macht wie ich bei der Recherche, als ich mir das Video zum ersten Mal angesehen habe. Da ich wirklich nicht abschätzen kann, wer von euch das alles problemlos versteht, gerade wenn man nur das Audio hört, werde ich es natürlich übersetzen, aber sinngemäß, also nicht wortwörtlich, weil das sonst komisch klingt.
Er ist unsere Einladung zu einem einvernehmlichen Gespräch gefolgt. Wir haben uns gemeinsam hingesetzt, sprachen etwa eine Stunde lang mit ihm und nahmen gegen Ende der Stunde eine gerichtlich angeordnete DNA-Pe, um sie mit den uns bereits vorliegenden Proben zu vergleichen. Zum Zeitpunkt, als Mr.
Lauro angab gehen zu wollen, mussten wir eine Entscheidung treffen. Entweder wir verhaften an Lauro auf Grundlage dessen, was wir wissen, oder wir verhaften ihn nicht. Wir haben uns entschieden, nicht zu verhaften, weil wie gesagt die Beweise unserer Meinung nach nicht ausreichten, um zu beweisen, dass er den Tod von Dana Eind vorsätzlich oder wissentlich verursacht hat.
Wir hatten gehofft, dass es sich, nachdem er gegangen ist, weiterhin kooperativ zeigen würde, dass er weiterhin mit uns kommunizieren würde und dass wir an diese Information herankommen würden, die unserer Meinung nach die beste Informationsquelle waren, nämlich seine Erinnerung an die Geschehnisse. Es stellt sich also die Frage, warum wir Lauro am 19.
Juli nicht verhaftet haben, als wir mit ihm gesprochen haben. Die Antwort ist, dass die Beweise, die wir zu diesem Zeitpunkt hatten, sicherlich darauf hingedeutet haben, dass er eine sexuelle Begegnung mit dem Opfer rund um den Zeitpunkt des Mordes hatte. Das ist ziemlich wahrscheinlich. Um aber jemanden zu verhaften oder anzuklagen oder wegen Mordes zu verurteilen, müssen wir zweifelsfrei beweisen können, dass die Person vorsätzlich oder wissentlich gehandelt und den Tod einer anderen Person verursacht hat.
De in Irelin starb vor fast 33 Jahren, aber wir waren damals der Meinung und sind es auch heute noch, dass das vorhanden sein von Lauros DNA am Tatort an und für sich kein ausreichender Beweis dafür ist, dass Lauro ihren Tod vorsätzlich oder wissentlich verursacht hat. Wow, also wirklich, ich habe mir das ja gefühlt schon 130 mal angehört, aber es macht mich jedes Mal wieder sauer.
Wollt ihr mich veräppeln? Jahre lang ist klar, dass die Person, zu der die DNA gehört, mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch der Täter ist. Und sobald ihr die passende Person zur DNA habt, gibt es auf einmal keinen ausreichenden Verdacht, ihn festzuhalten. Und ihr habt noch auf seine freiwillige Kooperation gehofft, nachdem ihr ihn nach so lange Zeit mit der Wahrheit konfrontiert? Ihr habt zwei Menschen sogar verurteilt, von denen es keine einzige Spur an beiden Tatorten gab.
Er habt sie aufgrund von irgendwelchen Behauptungen verhaftet, obwohl ihr nichts nichts in der Hand hattet. Nicht mal als im Laufe der Zeit die kriminalistischen Techniken immer besser wurden, hat sich eine Spur von Ien Shan oder Frank ergeben, sondern immer nur die von Albert Lauro Junior. Und genau bei ihm, zu dem alle DNA Spuren gehören, sagt er auf einmal: “Es gibt keinen ausreichend Verdacht, ihn festzunehmen.
Also, ich habe eventesfalls eh schon vor lauter Kopfschütteln fast eine Gehirnerschütterung bekommen, aber aber das hier schlägt echt dem fast den Boden aus. Ich habe mich, ich muss gerade husten, weil ich mich so aufgeregt habe. Nee, ich habe mich verschluckt. Aber z.B. dieser Golden State Killer. Ja, da hatte man auch nichts außer die DNA und hat die passende Person gesucht.
Die wurden alle festgenommen. Darum geht’s ja letztendlich. Ich versuche ruhig weiterzusprechen. Ich habe mir einen Podcast von zwei ehemaligen Polizisten aus New York über den Fall angehört und die haben auch gesagt, passende DNA ist der Innbegriff für ausreichender Verdacht. Vor allem, sie hatten ja schon die passende DNA von der Gabel und haben ihn dann trotzdem direkt mit einer Speichelprobe konfrontiert.
Es kommt später noch raus, daß das FBI die Polizei sogar vor einem Selbstmord gewarnt hat. Weil es für Täter, die nach so vielen Jahren auf einmal damit konfrontiert werden und überrascht werden, der einzige Ausweg ist und die einzige Alternative zum Gefängnis. Und für mich ist der Freitod in dem Fall auch ein Geständnis, weil warum wählst du drei Tage später diesen Weg, wenn du unschuldig bist? Das ist genauso, also für mich zumindest, wie der Freitod von Brian Laundry im Gabby Petito Fall, der ja aber noch einen Abschiedsbrief
hinterlassen hat. Über den Tod von Albert Laurell Junior wissen wir bisher gar nichts. Wir kennen den Modus Operanni nicht. Wir wissen nicht, ob er einen Brief oder ähnliches hinterlassen hat. Man weiß nur, daß er von einem Familienmitglied in seinem Haus tod aufgefunden wurde. Albert Lauro Junior ist seit seines Lebens nie straffällig geworden, zumindest ist es nie aufgefallen, außer einmal 1987 wegen eines Ladendiebstahls, bei dem dieses Polizeifoto von ihm gemacht wurde.
Da war so um die 20 Jahre alt. Ich habe mich auf seinem Facebookpfil umgesehen, um irgendwas über ihn zu erfahren und habe gesehen, dass er mit drei älteren Schwestern aufgewachsen ist, dass er irgendwann nach der Tat geheiratet hat und einen Sohn hat. Außerdem habe ich ein Foto entdeckt, auf dem er mit einem kleinen Jungen drauf ist und wo er vom Alter her verglichen mit dem Polizeifoto Mitte 20 sein könnte, also so alt wie zu der Tatzeit.
Sein Sohn ist es nicht, denn der wurde erst 199 in dem Drehrum geboren. Und warum ich das anspreche, ihr erinnert euch noch an den schwarzen Kinderschuh, der an Tatort 2, dem Fischerpfad gefunden wurde. Da steckten ja Socken drin. Die kann man doch bestimmt auch auf DNA testen. Natürlich muss der Schuh überhaupt keinen Zusammenhang mit der Tat haben, sondern könnte von jedem anderen Kind tagsüber verloren gegangen sein.
Was mich aber nicht in Ruhe lässt, ist, dass das Pärchen an Tatort 1, die das Auto auf der Kreuzung gesehen haben, beide unabhängig voneinander ausgesagt haben, dass ein Kind, ein Junge im Alter von 8 bis 10 Jahren um das Auto rumgelaufen und eingestiegen ist. Und dann wird auch genau ein Kinderschuh neben dem blutigen T-Shirt an Tatort 2 gefunden und nicht etwa bei der vorn oder hinten auf dem Weg, sondern genau neben dem T-Shirt.
Ich halte sowas immer für zu viel Zufall und ich würde mich an der Stelle von der Polizei umschauen, wer 1991 in Albert Lauro Juniors Familie um die 8 bis 10 Jahre alt war und da mal nachfragen, denn das Kind muss er irgendwas mitbekommen haben, was übrigens eine schlimme Vorstellung ist. Es ist jetzt über ein Jahr vergangen seit seinem Freitod und seitdem versucht das Innocen Project per Gerichtsbeschluss an das einstündige Polizeiinterview zu kommen.
Dass die Polizei und die Leute vom Innocen Project sich nicht mehr viel zu sagen haben nach dem ganzen ist wohl selbstredend und deswegen ist es auch so schwer an die Information zu kommen. Würde mich nicht wundern, wenn das Video plötzlich verschwindet oder durch einen Wasserrohrbruch zu nichte gemacht wird.
Aber vielleicht schaue ich einfach nur zu viele Serien. Die letzte Referenz war aus Prison Break für alle Serien Junkies unter euch. Wir sind am Ende des Falls angekommen, aber ich habe noch einiges zu sagen, denn mich hat der Fall in vielerlei Hinsicht beschäftigt. Nicht nur die Tat selbst, die ich für abgrundtief bösartig halte, denn wie kann man eine Frau, die schwer verletzt ist, die einen Beckenbruch hat, wie kann man da überhaupt Erregung empfinden? Und wie kann bei diesem Anblick der Drang nach der eigenen Befriedigung größer
sein, als ihr zu helfen? Ich werde sowas niemals niemals nachvollziehen können, zumal der Täter zu dem Zeitpunkt selbst drei Schwestern hatte, den er sowas sicherlich auch niemals wünschen würde. Ich frage mich sowieso immer, wie Täter das Ausblenden, dass andere Frauen auch die Tochter, Mutter, Schwester von irgendwem sind und eben keine frei zugänglichen Objekte.
Dann das Thema mit den falschen Verurteilungen. Wir haben ja ein Grundvertrauen, dass die Justiz, also die Menschen, die da arbeiten, ihren Job ordentlich machen und dass die richtigen hintergittern sitzen. Dass das nicht immer so ist, sieht man am heutigen Fall. Und jedem können Fehler passieren, keine Frage.
Wenn ich in meinem Job einen Fehler mache, hat das aber keine schlimmeren Auswirkungen auf andere. Dann kriege ich einen auf den Deckel und das war’s. Heißt, solche Berufe stehen unter einem ganz anderen Druck. Aber gerade da sollte man sich tausendprozent sicher sein mit dem, was man da macht und vor allem zugeben können, wenn man einen Fehler gemacht hat.
Das Schlimme ist nämlich, dass sie ja jetzt immer noch, also der letzte Stand ist von 2024, dass sie behaupten, es sei möglich, daßen, Sean und Frank etwas mit der Tat zu tun haben. Die vier Personentheorie der Staatsanwaltschaft kennen wir ja schon, aber die ist total absurd, denn einerseits, warum sollte Frank Ian und Shan anschwerzen, aber Person Nummer 4 nicht? Und andererseits, warum sollten Sha und Ien, wenn es um ihren eigenen Hintern geht, den eigentlichen Täter geheim halten? Mittlerweile lautet die vier
Personentheorie aber ein bisschen anders. Sie haben jetzt nicht mehr gemeinsame Sache gemacht, sondern die Brüder könnten Dener ja angefahren und Fahrerflucht begangen haben. Und danach erst kam Albert Lauro Junior vorbei und hat sie mitgenommen und vergewaltigt. Und das sagen neue Staatsanwälte, die sich mit dem Fall beschäftigen, nicht mehr die von damals.
Also noch schlimmer, dass Leute, die das Ganze nicht mal verbockt haben, trotzdem ins gleiche Horn blasen. Zurück in Freiheit wird ih in einem Interview gefragt, wie es ihm im Gefängnis ergangen ist, ob er Probleme mit den anderen Häftlingen hatte und so weiter und er antwortet, Zitat: ” Umständen entsprechend: “Gut, die anderen waren alle nett zu mir, denn sie wussten, ich bin unschuldig.
” Woher wussten sie das denn? Lautet die Folgefrage ihren antwortet: gesunder Menschenverstand. Richtig, gesunder Menschenverstand. Ein Tipp. den man vielleicht mal der Staatsanwaltschaft geben sollte, denn das Auto, die Reifenspuren, die DNA, die Gebissspuren, die noch nicht mal welche waren, passen ja immer noch nicht.
Also bei manchen Leuten fragt man sich, wie sie überhaupt ihr Staatsexamen bestanden haben. Und natürlich ist das im Nachhinein immer leichter gesagt, wenn man mehr Infos hat. Aber erstens habe ich euch deswegen erst an entsprechender Stelle gefragt, wie würdet ihr hier entscheiden? zumal das oberste Gebot gilt im Zweifel für den Angeklagten.
Zweitens wusste man seit 1998, also vor den Prozessen, dass die DNA Spuren zu keinem der Angeklagten passen. Das war ja auch der Grund, warum die erste Anklage gegen Ien und Schhan am 20. Oktober überhaupt fallen gelassen wurde. Vielleicht gibt es aber auch einen ganz anderen Grund dafür, dass sie ihr nicht für unschuldig erklären wollen.
Der Grund heißt 1,15 Millionen US-Dollar. Das ist nämlich die Summe, die ihren nach 23 Jahren falscher Inhaftierung zustehen. 50.000 US-Dollar pro Jahr. Geld, dass er gebrauchen kann, denn wäre er nicht verurteilt worden, stünde er kurz vor der Rente. So ist er auf dem Arbeitsmarkt aber nicht mehr einsetzbar und auch nicht rentenberechtigt.
Derzeit kämpfen ins Anwälte darum, dass er für unschuldig erklärt wird. Nicht nur, weil es ihm zusteht, sondern weil er vom Staat keine Entschädigung bekommt, solange er nicht als unschuldig gilt. Im Englischen sind die Urteile not guilty oder innocent semantisch klar voneinander trennbar. Auf Deutsch ist die Übersetzung nicht schuldig oder unschuldig, was im Deutschen ziemlich synonymisch verwendbar klingt, aber einen klaren Unterschied in der Rechtssprechung hat.
Nicht schuldig bedeutet, die Schuld kann nicht bewiesen werden. Es gibt keine ausreichenden Beweise. Unschuldig wiederum ist, wenn bewiesen werden kann, dass die Person keine Schuld trifft. Was außerdem interessant ist, und das wusste ich vorher auch nicht, die Beweislast liegt komplett beim Verurteilen.
Zur Erklärung, während eines Prozesses liegt die Beweislast ja bei der Staatsanwaltschaft. Der oder die Angeklagte muß ich nicht äußern, muß nichts vorlegen und so weiter. Sobald eine Person aber verurteilt wurde und später wie ihren freigesprochen wird, liegt die Beweislast, dass er wirklich unschuldig ist, aber bei ihm. Nur wie will er das beweisen, wenn alles, was ihn entlastet, nicht genug ist? Er braucht mehr Beweise, die für die alleinige Täterschaft von Albert Lauro Junior sprechen, denn dass die DNA auf Lauro passt, hilft ihren nicht,
denn das wussten alle schon während seines Prozesses, also dass die DNA nicht zu ihren gehört und dennoch wurde er verurteilt. Also, ich habe hier gelernt, dass es ihm gar nicht hilft, dass jetzt der richtige Täter gefasst wurde. Das doch krass, oder nicht? Und genau deswegen wollen sie an die Akten der Polizei.
Die Staatsanwaltschaft sagt, das geht nicht, es sind laufende Ermittlungen. Und da ist das letzte, also der letzte Clip, den ich dazu gesehen habe von vor einem Jahr und da hat einer der Richter gesagt: “Sagen Sie mal, Frau Staatsanwältin, wie lange will die Polizei denn noch ermitteln? Sie hatten über 30 Jahre Zeit.
Offensichtlich hat die Staatsanwaltschaft letztendlich aber doch recht bekommen, sonst würde es würde schon Neuigkeiten vom Innocence Project geben. Ien kann bisher immer nur wieder beteuern, dass er es nicht war. Und wisst ihr an wen mich das erinnert? Und jetzt wisst ihr auch, was ich am Anfang damit meinte, wie ich auf den Fall gekommen bin an David Tamhi im Fall von Heidi und Urban.
Zugegeben, David hatte zumindest nachweislich was mit dem Auto von Heidi und Urban zu tun, aber war das genug, um ihn des zweifachen Mordes zu verurteilen? Spätestens dann, wenn ominöse Zeugen plötzlich aus dem Boden sprießen, konkret andere Häftlinge, die auch noch etwas für ihre Aussage bekommen, werde zumindest ich sehr, sehr skeptisch.
Ich finde, sowas sollte ein für alle mal verboten werden. Sobald jemand einen Vorteil durch seine Aussage bekommt, hat es für mich nichts mehr mit der Suche nach der Wahrheit zu tun. Tamy Hiri hat den Nachteil, dass es keine DNA vom Tatort gibt, die ihn entlasten könnte, zumindest keine, von der wir die Öffentlichkeit wüssten.
Und bevor wir uns missverstehen, ich bin mir nicht sicher, ob Tamahiri was mit dem Mord an Heidi und Urban zu tun hat. Ich sage nicht, dass das nicht war. Ich sage nur, es gibt berechtigte Zweifel. Er kann also wie ihren nur immer wieder behaupten, ich war das nicht. Und das wiederum erinnert mich an die Sendung die Verräter.
Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Da geht’s darum, dass minimum zwei Verräter, also ist ein Spiel, ja, dass jede Nacht zwei Verräter jemanden ermorden. Das ist wie das Spiel Werwölfe. Und der Rest der Gruppe muss rausfinden tagsüber, wer die Verräter sind. Und es ist egal, welche Staffel ich bisher geschaut habe, ob in Deutschland, äh in Großbritannien, in Neuseeland.
Es ist immer dieselbe Gruppendynamik und deswegen ist es auch so spannend, das zu schauen. Jemand behauptet, Person X ist der Verräter. Viele andere springen auf den Zug auf und es ist ganz egal, wie Person X sich verhält. Er oder sie kann gar nichts mehr richtig machen. Entweder die Leute sagen, Person X rechtfertigt sich zu viel oder sie meinen Person X verteidigt sich nicht genug und deshalb sind die Personen schuldig, also sind die Verräter.
Ich habe es noch nie erlebt, dass ich jemand in dieser Sendung vom Verdacht befreien konnte, wenn man sich komplett auf die Person eingeschossen hatte. Und Person X beteuert dann, dass er oder sie kein Verräter ist. Und dann, wenn die Auflösung kommt, dass sie es wirklich nicht sind, schauen alle geschockt um die Ecke und wundern sich, wie sie sich nur so täuschen konnten.
Was ich damit sagen will, die Sendung zeigt so gut, wie schnell man sich unfreiwillig verdächtig machen kann und durch die Gruppendynamik da auch einfach nicht mehr rauskommt. Dort ist es jedoch nur ein Spiel. Für ihn hat sich nicht nur sein ganzes Leben verändert, sondern auch das seiner gesamten Familie. Auch ein Punkt, über den man nie nachdenkt, wenn man nicht selbst betroffen ist.
Er ist zwar derjenige, der weggesperrt ist, aber auch seine Angehörigen bekommen den Hass und das Misstrauen ihrer Umgebung ab. Shan, der ja einen Deal angenommen hat, um für seine Familie zu sorgen, hat jahrelang keinen Job bekommen, weil ihn niemand einstellen wollte. Seine Zwillingstöchter wurden in der Schule ausgegrenzt, da ihr Vater und ihr Onkel ja Mörder seien.
Niemand wollte mit ihnen befreundet sein. Sie waren nirgendwo zum Geburtstag eingeladen. Ein Lehrer hat eine der Töchter sogar vor der ganzen Klasse aus einem Buch vorlesen lassen, wo es um den Mordfall deiner Eierlind geht. Und als die Tochter sich weigerte und ihren Vater verteidigt hat, wurde sie von der Schule suspendiert.
Und nur solche Sachen. Ich finde, selbst in Fällen, wo die Täter wirklich schuldig sind, geht sowas nicht, weil was haben denn die Kinder mit den Taten ihrer Eltern zu tun? Oder andersrum? Übrigens, da wir gerade bei dem Thema sind und dann muss ich das nicht am Ende noch mal extra ansprechen, hat sich noch jemand das Leben im Gefängnis genommen? Das ist quasi jetzt ein Update zu einem anderen Fall, nämlich David Knesewich, der ja im Gefängnis in Miami saß wegen des Verdachts, dass er seiner Ex-Frau Anna Maria Knesewitch was angetan hat.
Er hat nichts hinterlassen. Es gibt auch keine Updates. Ich glaube, es war Ende April. Ich bin mir gerade nicht ganz sicher. Ich hatte es auf jeden Fall auf meiner Instagramseite am Tag danach gepostet. Ja, es war im Frühajahr dieses Jahr hatte sich das Leben genommen und jetzt kann man nur hoffen, dass sein Bruder irgendwas weiß über das Verbleiben von Anna Maria, sonst wird sie wahrscheinlich nie gefunden werden.
Genau. Zurück zum heutigen Fall, was ich auch so erschreckend finde, wie schnell man selbst da reingeraten kann. Stellt euch einfach mal vor, euer Nachbar wird tot zu Hause aufgefunden. Ihr seid die einzige Partei im Haus, die zu Hause war und schon rückt ihr in den Verdacht. Dann kommen noch ein paar andere Nachbarn, die euch vielleicht nicht leiden können, behaupten irgendwas und schon landet ihr hinter Gittern.
Klingt absurd, ja, weil man eben drauf vertraut, dass die Justiz die Wahrheit rausfindet, so wie ihr ja auch darauf vertraut hat. Deswegen hat er den Prozess auch auf sich zukommen lassen und den Deal nicht angenommen. Und Ien warzig Jahre im Gefängnis, ohne dass er überhaupt nur in der Nähe von Dana war, sie noch nicht mal kannte.
Im übrigen hätte das, was ihren passiert ist, alles genauso mag passieren können. Denas Kumpel. Er war immerhin der letzte, der sie lebend gesehen hat. Er hatte nachweislich Interesse an ihr, er fuhr einen Pickup Truck und er hat kein Alibi. Ich glaube, wäre er damals irgendwie in Drogen verwickelt gewesen oder in Kriminalität verwickelt, hätten sie sich auf ihn gestürzt.
Die DNA hat ihn zwar entlastet, denn er wurde ja auch getestet, aber die DNA hat ihren auch nichts geholfen. Ich denke bei solchen Fällen immer, das liegt alles an der Zeit damals, also dass es früher noch keine ausgereifte kriminalwissenschaftliche Technik gab und alle Standards, die wir heute so haben, auch nicht.
| Continue reading…. | ||
| « Prev | Part 1 of 3Part 2 of 3Part 3 of 3 | Next » |