Tödliche Weihnachten | Der Fall Dana Ireland T
Tödliche Weihnachten | Der Fall Dana Ireland

Wir schreiben das Jahr 1991. Es ist Heiligabend auf Hawaii. Die 23-jährige Dana fährt schnell noch einmal mit dem Fahrrad zu einem Freund, um ihn zum Abendessen einzuladen. eine Tour, von der sie nicht mehr zurückkehrt. [Musik] Ich begrüße euch zu einer neuen Reise ohne Wiederkehr. Ich habe heute einen Fall für euch, über den bin ich gestolpert, als ich den Fall von Heidi und Obern recherchiert habe.
Und ihr werdet im Laufe des Falls sicherlich verstehen, wie ich darauf gekommen bin. Ich habe lange daran gesessen. Ich habe mehrere Pausen einlegen müssen und alle, die sich an den Fall von Rebecca Middleton erinnern oder auch Becky auf Bermuda, die können sich vorstellen, was heute in dem Fall auf sie zukommt.
Also das ein Fall, der mich sehr beschäftigt hat. Wir steigen auch direkt ein. Ich will mich nur ganz kurz bedanken für den ganzen Support nach dem letzten Video. Das war für mich wirklich unerwartet. Vielen Dank, dass ihr noch da seid. Das wird sicherlich ein sehr langer Fall. Ich habe mich entschieden, das nicht aufzuteilen, weil ich immer denke, ja, selbst wenn das Video über eine Stunde geht, entscheidet ja ihr selber, wann ihr die Pause macht und dann können einfach die, die weiterhören wollen, müssen die nicht eine Woche oder so
warten, bis der zweite Teil kommt. Deswegen also als gesamtes laut meinen Aufzeichnung dauert’s heute wieder ein bisschen länger. Das heißt, ich werde lange hier sitzen. Und eine Sache noch, eine Neuerung. Ich lade die Videos jetzt auch bei Spotify hoch. Das heißt, ihr könnt euch dort aussuchen, ob ihr es als Audio oder Video konsumiert.
Dann noch der Disclaimer, dass alle Informationen in diesem Video aus frei zugänglichen Quellen im Internet sind und diese Quellen findet ihr alle unter dem Link in der Videobeschreibung. Und jetzt lasst uns mit dem heutigen Fall starten. Unsere Reise führt uns heute nach Hawaii, den 50. Bundesstaat der USA. Es gibt wenige Ortsnamen, die man sofort mit dem Begriff Urlaub assoziiert, wenn man sie hört. Hawaii ist einer davon.
Bestehend aus acht einzelnen Inseln ist die Inselkette im Pazifik der einzige Bundesstaat mit zwei offiziellen Amtsprachen, nämlich Hawaiiisch oder auch Hawaiianisch und natürlich Englisch. Die Hauptstadt Honolulu liegt auf der drittgrößten Insel Oahu. Ein Funfekt noch, bevor wir uns mitten im Fall befinden.
Die Hawaiianer sind mit die letzten, die das neue Jahr begrüßen. Ich verdeutliche das mal anhand einer Karte, denn während Samoa bereits das neue Jahr einläutet, dauert es auf Hawaii noch 23 Stunden bis Mitternacht. Wir begeben uns heute auf die größte Insel Hawaiis, die von den Bewohnern auch wortwörtlich die große Insel, also The Big Island genannt wird.
Die Insel ist nicht nur groß, sie wird auch ständig größer, denn durch den dort aktiven Vulkan Kiloa ist sie ständig im Wandel. Ein Fakt, der später in unserer Geschichte noch eine Rolle spielen wird. Auf dieser größten Insel jedenfalls lebt im Jahr 1991 diejährige Sandra Ireland von allen Sandy genannt. Sandy ist 1977 nach Hawaii gezogen und lebt dort mit ihrem Ehemann.
Eigentlich stammt sie aber aus Springfield, Virginia, im Speckgürtel von Washington DC, wo auch ihre Eltern und ihre jüngere Schwester Dana leben. Dana Marie Ireland ist 13 Jahre jünger als Sandy und seit sie 9 Jahre alt ist, besucht Dana ihre große Schwester regelmäßig auf Hawaii. In den Sommerferien auch gerne mal einen ganzen Monat lang.
Sandy hat im Laufe der Jahre sogar einen eigenen Bereich für Dana Haus angebaut. Der Tagebucheintrag einer damals elfjährigen Dana Verrat: “Ich bin gerade aus Hawaii zurückgekommen, nachdem ich einen Monat lang dort verbracht habe. Ich habe es gehasst, gehen zu müssen, vor allem wegen meiner Schwester. Ich liebe sie so sehr und verbringe so gerne Zeit mit ihr.
Ich würde gerne eines Tages bei ihr leben.” Zitat: Ende. Jetzt ist es Herbst. 1991. Dener ist mittlerweile Jahre alt und hat gerade ihr Sportstudium abgeschlossen. Der perfekte Zeitpunkt, um eine Weile bei Sandy zu leben, ist endlich gekommen. Sie legt sich nicht fest, wie lange sie insgesamt bleiben will, verspricht einer Freundin in Springfield aber, rechtzeitig vor deren Hochzeit im Juli 1992 wieder zurückzu sein.
Schließlich will sie als Trauzeugin ihre volle Unterstützung anbieten. Am 15. Oktober 1991 steigt Dana ins Flugzeug nach Hilo, der Hauptstadt der Big Island. Dana wird von ihrer Schwester Sandy als extrem schüchtern beschrieben, die sich durch die Reise nach Hawaii das erste Mal so ein bisschen von ihren Eltern abnabeln will.
Durch ihre Schwester lernt Dana dann Mitte November 91 denjährigen Zimmermann Mark kennen. Die beiden verstehen sich gut und verbringen viel Zeit miteinander. Von Mark aus dürfte es gern Richtung Beziehung gehen, aber für Dana ist es rein freundschaftlich, denn zu Hause in Springfield wartet ihr 1,98 m großer Basketballer, der sie kurz nach Neuer auf Hawaii besuchen kommen will.
Denas Lieblingssport ist das Fahrradfahren. Seit ihrer Kindheit fährt sie leidenschaftlich gern und spätestens seit ihrer Jugend legt sie regelmäßig Strecken von minimum 50 km zurück. Auch auf Hawaii ist sie dementsprechend lieber mit dem Fahrrad als mit dem Auto unterwegs. Es gehört einfach mit zu ihren Trainingseinheiten.
Schließlich hat sie auch Sport studiert. Sie und Sandy sind fast täglich zusammen mit dem Fahrrad unterwegs. Am 10. Dezember 91 reisen dann auch Danas Eltern an. Mittlerweile in Rente freuen sie sich, die Zeit von Denasers Geburtstag bis nach Weihnachten zusammen mit ihren Töchtern zu verbringen. Dafür mieten sie sich eine eigene Ferienunterkunft, die aber nicht weit entfernt von Sandys Haus liegt.
Und passenderweise liegt die Ferienwohnung in einem Ort namens Vacationland, sprich Urlaubsland. Deer, die ja seit Oktober bei Sandy wohnt, zieht, während ihre Eltern da sind, mit zu ihnen in diese Ferienwohnung. Zwei Tage später, am 12. Dezember, feiert Dana im kleinen Kreis ihren 23. Geburtstag.
Mark ist natürlich auch eingeladen. Weitere 12 Tage später ist dann auch schon Weihnachten. Am Morgen des 24. besorgt die Familie gemeinsam die letzten Weihnachtsgeschenke in der 30 Minuten entfernten Stadt Hilo, also dort, wo auch der Flughafen ist. Deinas Mutter kauft Deer einen Spiegel für das Badezimmer in ihrem eigens angebauten Bereich sowie Regale aus Ratan.
Dann geht es auch schon an die Vorbereitungen fürs Weihnachtsessen. Da die gesamte Familie plant, direkt am nächsten Morgen früh in den Nordwesten der Insel aufzubrechen, um dort ein paar Tage zu verbringen und die Gegend zu erkunden, verlegen Sie das traditionelle Turkey Dinner auf den Abend des 24. Dana möchte gern ihren Kumpel Mark einladen, denn der wohnt ganz allein und ohne Familienangehörige auf der Insel.
Da Marx Haus kein Strom und somit kein Telefon hat, muß sie persönlich bei ihm vorbeifahren. Ein Weg, der pro Strecke ca. 30 Minuten dauert und den Dana in den letzten Wochen häufig zurückgelegt hat. Sandy will Deana begleiten, denn auch sie hat ihre täglichen Kilometer noch nicht zurückgelegt. Als beide zusammen aufbrechen wollen, stellen sie fest, dass deas Reifen einen Platten hat.
Dana bugt sich also Sandys Fahrrad und fährt allein los. Es ist der 24. Dezember, 15 Uhr, Ortszeit. Sie macht sich auf den idyllischen Weg entlang der Küste. Bei lauwarmem Wetter fährt sie zwischen Palmen auf dem roten Schotterweg entlang, auf dem überall Schilder stehen, die vor herunterfallenden Kokosnüssen warnen.
Gegen 15:30 Uhr erreicht sie Marks Haus in der Ortschaft Opikao. Mark freut sich über die Einladung, die er dankend annimmt. Er bietet Dana, das Fahrrad auf seinen Truck zu packen und sie zurückzufahren. Doch Deer möchte nach den letzten zwölf Regentagen noch etwas die Sonne und die warme Luft auf ihrer Haut genießen.
Es ist außerdem noch lang genug hell und wird es in zwei Stunden dunkel. Sie verabschiedet sich also kurz nach 16 Uhr von Mark und Radelt zurück. Sie nimmt den gleichen Weg, den sie gekommen ist. Kurzer Einschub von mir für alle, die das Video schauen und nicht nur Audio hören.
Wie ich im letzten Video schon gesagt habe, schaue ich mir die Gegenen ja immer an und messe die Entfernungen und so weiter. Das war bei diesem Fall nicht möglich, weil einen Vulkanausbruch 2018 die gesamte Gegend zerstört hat, also die Ortschaft Vacationland, wo Daners Eltern Urlaub gemacht haben, Sandys Haus und die Strecke zu Mark ist alles weg, wie hier auf den Bildern gut zu sehen ist.
Ich habe es dennoch irgendwann geschafft, alte Karten zu finden, sodass ich zumindest einige Sachen für euch skizzieren kann. Dana ist also auf dem Weg zurück nach Vacationland und auch Sandy und ihr Ehemann machen sich am späteren Nachmittag mit dem Auto auf den Weg zur Ferienkunft ihrer Eltern. Als sie gegen 17:15 Uhr an der Kreuzung Iliani Road und Capoho Street ankommen, fällt ihnen eine Gruppe Menschen auf.
die einen Bereich auf der Straße absperren. Sie bilden quasi eine Menschenkette, um die alle Autofahrer herumfahren müssen. Zwischen den einzelnen Menschen sieht man ein komplett verbogenes Fahrrad am Straßenrand. Vorder und Hinterreifen sind zerbeult und auch der Sattel fehlt. Sandy erkennt sofort, dass es ihr Fahrrad ist.
Das Fahrrad, das sie vor zwei Stunden ihrer Schwester Deer ausgeliehen hat. Panisch springen sie und ihr Ehemann aus dem Auto, um nach Deer zu sehen. Doch von Deer fehlt jede Spur. Offensichtlich handelt es sich hier um einen Unfall. Jemand hat sie bestimmt direkt ins Krankenhaus gefahren. So Sandys Gedankengang. Um sicherzugehen, dass Dana nicht doch aber zu Hause ist, fahren sie weiter zu den Eltern, deren Unterkunft sich keine 500 m weit entfernt von dieser Kreuzung befindet.
Doch auch dort ist sie nicht. Zusammen mit den Eltern geht es zurück zum Unfallort und erst jetzt wird ihnen die ganze Szenerie vor ihnen bewusst, denn da liegt nicht nur das kaputte Fahrrad, auch Deersas zerrissene Armandohr, ein langes blondes Haarbüschel sowie Danas linker weißer Tennisschuh liegen auf dem roten Schotterweg.
Eine Frau, die als erstes an der Stelle vorbeikam, hat all diese Dinge zur Seite getragen, damit niemand drüber fährt. Und auch offensichtliche Reifenspuren, die darauf hindeuten, dass ein Auto quer über die Straße in das Fahrrad hineingefahren ist, lassen sich vor Ort finden. Ein anderer Anwohner fotografiert diese Spuren, bevor sie zerstört werden.
Also kurzum. Die Anwohner, die alle zufällig dort vorbeikommen, verhalten sich irgendwie wie die Polizei und denken sehr gut mit, falls diese Dinge einmal relevant werden sollten. Eine der Zeuginnen fährt nach Hause, um den Notruf zu wählen. Dieser geht 17:25 Uhr bei der Polizei ein. Weitere Zeugen fahren Denas Familie ins Krankenhaus nach Hilo, denn sie stehen unter Schock und sind nicht in der Lage selbst zu fahren.
Nur deiners Vater bleibt zurück, falls sich jemand bei ihm in der Unterkunft meldet. Er selbst wählt den Notruf um 17:26 Uhr. Ortswechsel. Die 56jährige Iris steht in der Küche ihrer kleinen Fischerhütte am Strand im 8 km entfernten Waa waa und bereitet ihr Abendessen vor. Es ist 16:45 Uhr, als sie Geräusche hört.
Erst hält sie es für Laute der Vögel, dann für das Weinen von Kindern. Iris hält inne. Was für Kinder? Sie ist weit und breit allein in dieser Gegend. Genau der Grund, warum sie sich diese Fischerhütte als Ferienort ausgesucht hat. Sie verläßt das Haus und folgt der mittlerweile deutlich zu hörenden weiblichen Stimme.
Schritt für Schritt wird die Stimme klarer. Sie sagt immer wieder: “Hel mir.” Iris ruft ihr zu. “Ich finde dich. Hör nicht auf zu sprechen.” Die Stimme kippt in Schluchzen um. Iris folgt dem Fischerpfad, der über Lava Gestein zum Meer führt. Etwa 100 von ihrem Grundstück entfernt findet sie eine junge, schwer verletzte Frau.
Sie hat lange Haare, aber die Haarfarbe kann sie kaum erkennen, so blutgetränkt sind sie. Sie trägt einen weißen Tennisschuh am rechten Fuß, aber ihr linker Schuh fehlt. Ihr schwarzes Trägerschirt ist nach oben geschoben. Ihre Jeans Shorts hängen an den Knöcheln. Sie hat Schrammen am ganzen Körper und blutet stark aus Kopf und Unterleib.
Iris packt ihre Hand und sagt: “Ich bin hier. Ich bin jetzt hier. Wie heißt du?” “Ich bin Dana”, antwortet sie. Dana bittetis ihr auf die Beine zu helfen. Doch schon beim ersten Versuch sich aufrecht zu setzen, sagt sie schreien zu Boden. Sie bittet Iris ihr die Hose von den Knöcheln zu ziehen, da sie sich wie gefesselt damit fühlt.
Iris versucht nicht in Panik zu geraten, denn sieht, dass deinera dringend medizinische Hilfe braucht, hat aber keinen Schimmer, wie sie Hilfe holen soll. Denner selbst ins Krankenhaus zu fahren, kommt nach dem Versuch ihr aufrecht zu helfen nicht in Frage. Viel zu groß ist die Sorge, sie könnte ihr noch schlimmere Verletzungen zufügen.
Auch Anrufen ist keine Option, da Iris kein Telefon in ihrer Hütte hat. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als zu warten, bis hoffentlich ein Auto die Straße am Ende des Pfades entlang fährt. Sie nimmt deinas Hand und beginnt zu beten. Endlich, nach gefühlt einer halben Ewigkeit hört sie ein Auto in der Ferne.
Sie sprintet den Pfad entlang bis zur Straße. Straße in Anführung Strichen, denn es sind einfach vulkaneformte Schotterwege. Sie reißt die Arme in die Luft und zwingt das Auto zum Anhalten. Die Insassin verspricht sofort die Polizei zu rufen, sobald sie zu Hause ankommt. Der entsprechende Anruf geht 17:47 Uhr ein, also eine Stunde, nachdem Iris Daners Stimme zum ersten Mal wahrgenommen hat und 20 Minuten nach dem Notruf von Danas Vater.
Kurze Info noch am Rande. Die Frau heißt nicht Iris, sondern Eida. Aber da sich Eida und Dana so ähnlich sind, habe ich das kurzerhand in Iris umbenannt. Nur falls er in den Quellen nachlest und feststellt, warum sagt denn Iris? Deshalb. Was die Anruferin nicht weiß, ist, dass die Polizei zur damaligen Zeit nicht automatisch den Rettungsdienst ruft.
Dieser muss unter einer anderen siebenstelligen Nummer separat angerufen werden. Überhaupt ist die Situation denkbar ungünstig. Es ist Heiligabend. Polizei- und Rettungskräfte sind auf ein Minimum reduziert und außerdem für die gesamte Insel zuständig, die ja, wie wir bereits wissen, flächenmäßig zudem die größte der acht Inseln ist.
Die Anruferin beschreibt den Polizisten am Telefon den Weg in der Annahme, die Polizei kennt sich in der Gegend aus. Währenddessen versucht Iris deer wach zu halten, die immer wieder das Bewusstsein verliert. Nicht wissend, ob die Fahrerin des Autos wirklich die Polizei gerufen hat, stoppt sie das nächste vorbeifahrende Auto.
Es ist jetzt 18 Uhr. Auch die Insassen des zweiten Autos versprechen, Hilfe zu rufen. Deren Anruf geht 18:07 Uhr in der Zentrale ein. Außerdem kehren sie mit einer befreundeten Krankenschwester zurück, die Denas Kopfwunde behandelt und versucht, den Blutverlust zu stoppen. Außerdem wird Dana mit Hilfe von Decken, die Iris zwischenzeitlich immer wieder aus ihrer Hütte geholt hat, näher an den Straßenrand und auf weicheren Untergrund getragen, damit sie nicht mehr auf den harten Lavasteinen liegen muss.
Mittlerweile ist die erste Polizeistreife bei Deer eingetroffen und verlangt sofort nach der Ambulanz. Das Polizeiauto selbst ist nicht mal mit einem Ersteh Hilfekasten ausgestattet. Die Polizei hat auch keinen direkten Funkkanal zur Ambulanz und so muss die Zentrale zwischen Ambulanz und Polizei vermitteln.
Leider sind die Anweisungen der Personen in der Zentrale Fehler und lückenhaft, so dass weitere wertvolle Minuten verstreichen. 18:35 Uhr. Es ist mittlerweile dunkel draußen. Funkt die Ambulanz, daß sie glauben, daß sie in der richtigen Gegend angekommen sind, das Opfer aber nicht finden können.
Kurz darauf treffen sie auf Menschen, die ihn sagen: “Nein, sie müssen 3,5 km weiterfahren.” Die Ambulanz fung zurück. Wir können hier nicht weiterfahren. Die Straße ist viel zu eng. Da bleiben wir stecken. Die Verletzte muss von der Polizeistreife rausgebracht werden. Das geht nicht. Sie ist zu schwer verletzt, funkes zurück.
Okay, dann brauchen wir einen Spezialtransport. Nein, der wäre schnellstens in erst 40 Minuten da. Nach 10 Minuten, komplettem Stillstand und telefonischem Hin und Her, also über Funk, entschließt sich die Ambulanz dann doch noch, die Straße zumindest so weit zu fahren, wie es möglich ist. Sie erreichen Dana um 18:5 Uhr, ganze zwei Stunden, nachdem Iris sie gefunden hat.
Der Notarzt fühlt keinen Puls, nur sein Monitor verrätt ihm, dass den Herz noch schlägt. Es dauert 15 Minuten lang, sie zu stabilisieren, bis es endlich ins Krankenhaus nach Hilo geht. Eine weitere Stunde später, 19:56 Uhr, wird Dana eingeliefert. Ihre Familienangehörigen stehen seit Stunden im Warteraum und rufen De, dass sie hier ganz nah bei ihr sind, während Dea in den Operationssaal transportiert wird.
Sie sind sich nicht sicher, ob deiner sie wahrgenommen hat. Dana wird gerönscht und anschließend notoperiert. Ihr Becken ist an zwei Stellen gebrochen. Einer der Knochen hat sich zudem in ihre Blase gerammt. Außerdem hat ihr Kopf diese große klaffende Wunde. Stundenlang versuchen die Ärzte Leben zu retten, doch es ist vergebens.
Dana verstirbt sieben Minuten nach Mitternacht an ihren inneren Blutungen. Der Notarzt unterschreibt den Todesschein um 0:25 Uhr. Anschließend spricht Deinas Familie sein Beileid aus und sagt, er ist sicher, er hätte sie retten können, wäre nicht so viel Zeit bis zur Einlieferung vergangen. Mittwoch, 25. Dezember 1991.
Während die Mehrheit der US-Amerikaner an diesem Weihnachtstag erwacht, um zum Weihnachtsbaum oder den Socken am Kamin zu stürmen, um nachzuschauen, was Santa ihnen über Nacht vorbeigebracht hat, ist Familie Eierland damit beschäftigt, Verwandte und Freunde von Dana anzurufen, um sie darüber zu informieren, dass Dea bei einem Fahrradunfall ums Leben gekommen ist.
Was die Ärzte der Familie bisher verschwiegen haben, wahrscheinlich um ihnen nicht noch mehr Schmerz zuumuten, erfahren Sie an diesem Mittwochmorgen aus dem Radio. Die Stimme im Radio sagt, dass eine junge Frau gestern absichtlich von einem Auto angefahren wurde, als sie auf dem Fahrrad unterwegs war. Anschließend wurde sie an einen anderen Ort verschleppt und vergewaltigt.
Sie ist noch in der Nacht verstorben. Zu dieser Schlagzeile gibt es eine Hotline für Tipps, die mehrfach wiederholt wird. Auch für die Polizei beginnen an jenem 25. Dezember die Ermittlungen im Mordfall Dana, die sie, ohne dass sie es zu diesem Zeitpunkt wissen, jahrzehntelang beschäftigen werden. Kurze Anmerkung von mir, ohne jetzt schon so viel vom Fall zu verraten.
Wir werden am Ende des Falls wissen, wer es war. Sie beginnen ihre Ermittlungen mit den ersten Zeugen an Tatort 1 und Tatort 2. Tatort 1 ist die Straßenecke, an der Adena angefahren wurde und Tatort 2, der abgelegene Fischerpfahrt, 8 km entfernt. Die Frau, die als erstes am vermeintlichen Unfallort war, erklärt den Ermittlern, sie sei zunächst auf den weißen Tennischuh aufmerksam geworden, der mitten auf der Straße lag.
Das war zwar kein ungewohnter Anblick für sie, denn sie kannte es, daß Dinge auf der Straße liegen. Leute haben ständig auf dem Weg vom Strand nach Hause Sachen verloren, aber da der Schuh so weiß und neu aussah, stieg sie aus ihrem Fahrzeug, um den anderen Schuh zu finden. Und erst da fiel ihr am Straßenrand zusammengequetschtes Blech auf.
Drei Gedankengänge später realisiert sie, dass das kein Spermel ist, sondern ein komplett verbogenes Fahrrad. Sie sucht nun nicht mehr nach dem Schuh, sondern nach einer möglicherweise schwer verletzten Person, die in die Büsche geschleudert worden sein könnte. Doch sie findet weder den anderen Schuh noch Deer.
Ihr fallen weitere Dinge auf der Straße auf, die sie sorgsam zur Seite trägt, da sich ein weiteres Fahrzeug nähert und sie nicht möchte, dass drüber gefahren wird. Sie erklärt den Ermittlern genau, wo deiners Schuh, ihr Haarbüschel, der Fahrradgriff, die Armbandhr und der Sportschuhlagen. Es ist natürlich durchaus möglich, dass sie gar nicht die erste Person einer Unfallstelle war, sondern vor ihr bereits ein anderes Auto drüber gefahren ist und diese Dinge mitgeschleift und somit auf der Straße verteilt hat, was
jedoch wiederum bedeuten würde, dass diese Person dann achtlos an einer Unfallstelle vorbeigefahren ist. Die Polizei geht nicht davon aus, zumal bei Tageslicht und gutem Wetter klare Sichtverhältnisse herrschten. Komplett ausgeschlossen ist es jedoch nicht. Ich habe auf einer Karte illustriert, wo die Dinge auf der Straße lagen.
Für alle, die nur zuhören, stellt euch vor, sie lagen der Reihe nach auf einer Strecke von ungefähr 20 m in Fahrtrichtung verteilt. Im zweiten Fahrzeug, das sich nähert, sitzt ein Mann, der gerade Fotos am Strand geschossen hat. Er nutzt sofort seine Kamera, um alle Gegenstände und die Straße mit den Spuren zu fotografieren.
Man sieht ganz deutlich, wie das Fahrzeug beschleunigt hat und dann quer über die Straße gefahren ist, zielstrebig mitten in das Fahrrad hinein. Die Ermittler nehmen Abdrücke der Reifenspuren. Weitere Zeugen an Tatort 1 geben zu Protokoll, dass sie einen tanrünen Datzen Pickup Truck gesehen haben, der mitten auf der Kreuzung stand.
Diese Zeugen, ein Pärchen, standen an der Einfahrt ihres Grundstücks in der Iliani Road und haben aus ca. 50 m Entfernung einen Mann beobachtet, der eine hellhäutige Person trug und auf die Ladefläche des Pickup Trucks legte. Aufgefallen ist den Zeugen dabei vor allem, dass die Person, die getragen wurde, nur einen Schuh anhatte.
Der Mann selbst hatte kein Oberteil. Außerdem rannte ein kleiner Junge, maximal zehn Jahre alt um das Auto herum und stieg zur Beifahrerseite ein. Sie sagen, dass der Mann die Zeugen bemerkt hat und sich ihre Blicke kreuzten. Wie lange können Sie nicht genau sagen, aber es fühlte sich an wie 2 Minuten. Der Mann war ca.
1,80 m groß und hatte einen dunklen Ton und schwarzes Haar. An Tatort Z wird Denners Kleidung sichergestellt. Die Hose und der Schuh, die ihr von Iris ausgezogen wurden. Aber da liegt noch etwas, etwas nicht deiner gehört. Ein schwarzer linker Kindersportschuh, in den Socken gestopft sind, sowie ein blaues Jimmy Z T-Shirt. Dieses T-Shirt ist voller Blut und liegt zusammengeknüllt im Gebüsch.
Noch ist nicht klar, ob beide Gegenstände zum Täter gehören oder von anderen Strandgängern dort zurückgelassen wurden. Auch an Tor 2 werden Reifenspuren gesichert. Iris erinnert sich im Gespräch mit den Ermittlern daran, daß sie, noch bevor sie Daners Stimme wahrnahm, hörte, wie ein Fahrzeug aufbrausend davon fuhr.
Sie hielt das für nichts ungewöhnliches, denn Fahrzeuge bleiben oft auf den Seitenwegen stecken und versuchen dann wieder aus dem Schlamm bzw. unwegsamen Boden herauszukommen. Gesehen hat sie das Auto zwar nicht, aber dem Sound nach war es ein größeres Auto, mindestens ein Pickup Truck. Ein späterer Abgleich der Reifenspuren an beiden Tatorten ergibt, sie stimmen überein.
Währenddessen wird Denas Leiche obdiert. Sie hat mehrere Wunden am Kopf. Ihr Schädel ist nicht gebrochen und auch ihr Gehirn ist nicht beschädigt. Ihre Haare sind blutgetränkt. Außerdem läßt sich Motoröl an ihren Haaren finden. Ihr linkes Schlüsselbein ist gebrochen, die rechte Schulter und die rechte Seite des Halses haben tiefe Schirfunden.
Auf ihrem gesamten Oberkörper, also vorn und hinten, befinden sich Blutergüsse, Schirfwunden und Schnitte. Außerdem gibt es einen beinah kompletten Zahnabdruck auf ihrer linken Brust. Wie schon erwähnt, ist ihr Becken zweimal gebrochen und die Blase eingerissen. Sie hat starke Blutungen in Lunge, Herz und Bauchbereich.
Ihre Arme und Beine sind aufgerissen, aber nicht gebrochen. Der zuständige Arzt stellt fest, dass deer an allen wichtigen Körperstellen schwere Verletzungen hat und innerlich genauso zerrissen wurde, wie sie auch von außen erscheint. Des weiteren können Spermaspuren an ihrer Unterhose und von einem Vaginalabstrich gewonnen werden.
Zusammen mit den Erkenntnissen von Tatort 1 deutet also alles darauf hin, dass dener nicht nur angefahren, sondern überfahren und mehrere Meter unter dem Fahrzeug mitgeschleift wurde. Danach wurde sie offenbar schwer verletzt, auf einen Pickup Truck geladen, an einen abgelegenen Ort gebracht, vergewaltigt. geschlagen und zum Sterben zurückgelassen.
Die Ermittler konzentrieren sich auf die Suche nach dem Fahrzeug. Wochenlang werden alle Pickup Trucks auf der Insel angehalten und überprüft. Auch werden etliche Personen überprüft. Allen voran natürlich Menschen, die Dana kannten, sowie Mark, der ja auch der letzte war, der Dana lebend gesehen hat. Aber auch bekannte Sexualstraftäter und Personen, die von Tippgebern bezichtigt werden, werden vernommen und lügendetektortests unterzogen.
Viele dieser Tippgeber haben ihre Informationen jedoch nur von dritten. Typischer Fall von ich kenne jemanden, der jemanden kennt, der weiß, was passiert ist. Aber jedwede Spur, egal aus welcher Richtung, verläuft im Nichts, was in Hinblick auf das Fahrzeug erstaunlich ist, denn dieses kann ja nicht von heute auf morgen einfach so von einer Insel verschwinden.
Den selbst wird am 28. Dezember 1991 kremiert. Am 2. Januar 1992 findete ein Trauergottesdienst in der Kirche statt, in der ihre Eltern 40 Jahre zuvor geheiratet haben. Ein Teil ihrer Asche wird in einer Urne im Familiengrab in Shipman, Virginia bestattet. Mit dem anderen Teil kehrt Danas Schwester Sandy nach Hawaii zurück, um bei einer zweiten Zeremonie ihre Asche im Meer zu verstreuen, ganz so wie Dana es gewollt hätte.
Denn Jahre nach ihrem ersten Besuch auf Hawaii hat Dea in ihr Tagebuch geschrieben, dass sie gern auf Hawaii beerdigt werden würde, wenn sie einmal stirbt, weil es da so schön und friedlich ist. Daß ihr Leben dort auch beendet werden würde, konnte niemand ahnen. Einen Bewohner der Insel hat Danas Schicksal so berührt, dass er in Gedenken an sie eine Steinfigur geschnitzt und an ihrem Fundort aufgestellt hat.
Kurze Zeit später wurde diese Steinfigur mutwillig zerschlagen. War es die Polizei oder andere Bewohner, die keine Touristen damit verschrecken wollten? oder war es vielleicht sogar ihr Mörder? Mehrere Jahre vergehen, ohne dass die Ermittler dem oder den Tätern ein Stück näher kommen. Das ändert sich im Mai 1994.
Ein wegen Drogeninhaftierter Mann meldet sich bei der Polizei und sagt, er habe Information über den Fall Dana Eierland. Im Gegenzug für diese Informationen möchte er natürlich einen Deal. Aber nicht nur für sich, sondern auch für seine Mutter, die im gleichen Boot sitzt, denn beide sollen am größten Drogenimport der Insel beteiligt gewesen sein.
Mehr Informationen als dass sein Halbruder Frank Paulin in den Fall verwickelt sei, hat er für die Ermittler jedoch gar nicht. Aber dieser Name Frank Pauline ist den Ermittlern nicht unbekannt, denn er wurde bereits während der ersten Ermittlungen als anonymer Tipp genannt, war für die Ermittler damals aber nur einer unter Tausenden.
Außerdem hat Frank Paulin eine lange Akte, die bis zu seinem zehnten Lebensjahr zurückreicht. Angefangen mit kleinen Diebstehlen zählen Einbruch, Raubüberfälle, Drogenhandel und Unfall mit Fahrerflucht zu seinen Straftaten. Aktuell, also im Jahr 1994, sitzt er eine zehnjährige Haftstrafe im Gefängnis von Oahu ab.
Er hat eine dreifache Mutter zu Oralsext gezwungen, während ihre drei Kinder auf der Rückbank im Auto saßen. Als die Frau sich weigerte, hat er sie aus dem Auto gezerrt und vergewaltigt. Die Ermittler trauen ihm also durchaus zu, mit der Tat an Dana etwas zu tun zu haben. Auch Frank will einen Deal, nicht nur für sich, sondern auch für seinen Halbbruder und seine Mutter, die ja, wie gesagt ebenfalls hinter Gittern sitzen.
Er erklärt den Ermittlern, dass er dabei war, als Dana umgebracht wurde. Die eigentlichen Täter seien jedoch die Brüder Ien und Sean Schweizer, Nachbarsjungen, die zur Tatzeit 20 und 16 Jahre alt waren. Frank selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Am Abend des 24. Dezember 1991 seien alle drei zusammen mit dem VW.
Käfer von ihren Schweizer durch die Gegend gefahren, alle unter Drogeneinfluss natürlich, als sie Dana Fahrrad sichten. Plötzlich schwenkt Een aus, überfährt Deer und packt sie in seinen Kofferraum. Zusammen sind sie dann nach Waa Waa gefahren, wo ih vergewaltigt haben soll und Frank befiehlt, einen harten Gegenstand zu finden.
Frank kommt mit einer Brechstange zurück und schlägt auf Danas Kopf ein. Dann geht er zurück zum Auto und wartet auf die beiden Brüder. Als diese kurze Zeit später zum Auto zurückkommen, fahren sie nach Hause. Die drei wohnen in der Siedlung Hawaiian Beaches sind dort auch direkte Nachbarn in schräg gegenüberliegenden Häusern.
Frank ändert seine Aussage mehrmals im Laufe der Zeit. Ich erspare uns allen das hin und her. Wichtig ist aber, daß er und die Polizei jegliche Widersprüche mit vorherigen Aussagen stets mit seinem Drogeneinfluß erklären. Die Ermittler fordern einen Lügendetektortest, bei dem Frank alle drei der folgenden Fragen mit Nein beantwortet.
Haben Sie das Mädchen angefasst? Haben Sie aktiv versucht, das Mädchen zu vergewaltigen? Haben Sie sich die ganze Geschichte ausgedacht? Der Test ergibt, daß er bei Frage ein gelogen hat, worauf Frank zugibt, Danas Hose heruntergezogen zu haben, bevor I sich an ihr vergangen hat. Den Ermittlern reicht das vorerst.
Sie haben endlich eine vielversprechende Spur. Es sind zu viele Details, die er weiß, die ein Unbeteiligter nicht wissen kann. Vor allem überzeugt sie, dass Frank von einem VW Käfer spricht. Jahrelang haben sie nach Pickup Trucks gesucht, deren Stoßstangen aber viel zu hoch sind, um das Fahrrad dort zu treffen, wo es verbogen ist.
Die von Experten errechnete Aufprallhöhe von 30 cm passt viel besser zu einem VW-Käfer. Frank unterschreibt sein Geständnis am 19. Juni 1994 und wird im Gegenzug in ein anderes Gefängnis verlegt, weil er im jetzigen um seine Sicherheit fürchtet. Schon eine Woche später, am 26. Juni stehen die Ermittler mit einem Durchsuchungsbefehl vom Hause Schweizer.
Die Schweizers sind das komplette Gegenteil von Frank Paulin Familie. Alle haben regelmäßige Jobs und keine Vorstrafen. Die Schweizers haben die Paulines in der Vergangenheit mehrfach wegen lauten Partys und Marihuanaan Anbaus im Garten angezeigt. Laut den Schweizers haben sie nichts mit ihren Nachbarn zu tun, schon gar keine Freundschaft.
Der VW Käfer jedoch hat einst einem der Brüder von Frank gehört. Der hat ihn verkauft und der Käufer des Autos hat es kurze Zeit später zufällig an ihren Schweizer verkauft. Also kein direkter Verkauf zwischen den Nachbarn, aber zufällig ist der VW Käfer vom Besitz der gehassten Nachbarn in den Besitz von ihr in Schweizer gewechselt.
Bei ihrem Durchsuchungsbeschluss beschlagnahmen die Ermittler den VW-Käfer. Sie stellen fest, daß der vordere Kurtflügel und die vordere Stoßstange ausgetauscht wurden und das Fahrzeug mit gelber Farbe neu gestrichen wurde. Eigentlich war der Wagen Auberginfarben. Sie finden jedoch kein Blut von Dener am Kofferraum oder Rest des Autos und auch keine Haare oder andere Spuren.
Bis auf das Geständnis von einem bekannten Lügner haben die Ermittler nichts in der Hand. Sie nehmen Zahnabdrücke von den drei Verdächtigen und lassen diese mit dem Gebissabdruck auf Deersas linker Brust abgleichen. Keiner der drei passt. Die Spermaspuren, die auf Daners Kleidung und aus dem Vaginalabstrich gewonnen werden konnten, sind zu gering, um ein vollständiges DNA-Pil zu erstellen.
Die Ermittler haben einfach nichts, das ein Prozess standhalten würde. Die Suche nach handfesten Beweisen geht also weiter. Jahre später, Sommer 1997. Der Staatsanwaltschaft läuft langsam die Zeit davon. Während Mord wie hier bei uns nicht verjährt, endet die Strafverfolgung für Entführung und Vergewaltigung sechs Jahre nach der Tat, also am 24.
Dezember 1997. Es muss gehandelt werden. Zunächst wird erst einmal Frank Pauline am 30. Juli 97 wegen Entführung sexueller Nötigung ersten Grades sowie Mord zweiten Grades an Dana Eierland angeklagt. Geschockt von dieser Anklage wiederruft Frank sein Geständnis. Er habe sich alles nur ausgedacht, weil er dringend aus dem Gefängnis in Oahu verlegt werden wollte und wusste, wenn es um den Fall deiner Eierland geht, kommt er sicherlich zurück auf die große Insel.
Außerdem habe sein Halbbruder ihn gebeten, ihm und der gemeinsamen Mutter zu helfen. Er soll einfach irgendjemand beschuldigen, damit alle für ihre Aussagen einen Deal kriegen und aus dem Gefängnis kommen. Da Frank seine Nachbarn Ian und Shan Eni leiden konnte und die Paulins mehrfach von den Schweizers angezeigt wurden, war die Beschuldigung der Brüder, die logische Schlussfolgerung für ihn und seine Rache.
Er behauptet jetzt, er habe weder etwas mit dem Mord an Deana zu tun, noch Zeit mit ihren und Shan verbracht. Außerdem hat sein Halbbruder ihm gesagt, dass er ohne Strafe davon kommen wird, schon allein, weil es ja keine Beweise gegen Frank gibt, weil er es nicht wahr. Doch es ist zu spät.
Keiner glaubt ihm mehr. Sein Prozess soll im Januar 98 beginnen. Am 9. Oktober 97 werden dann auch die Schweizer Brüder in den gleichen Punkten wie Frank Pauline angeklagt. Ihr Prozess soll im April 98 starten. Im Gegensatz zu Frank Paulin können die Eltern von ihren und Shan ihre Jungs aber auf Kortion rausholen, indem sie eine Hypothek auf ihr Haus aufnehmen und pro Sohn 70.000 US-Dollar zahlen.
Sie erhalten folgende Kautionsflagen. Kein Drogen oder Alkoholkonsum, Ausgangssperrer am Abend und sie dürfen vor allem mit niemandem über den Fall sprechen, schon gar nicht mit den Medien. Beide verstoßen gegen diese Kautionsauflagen durch Alkohol und Marihuana Konsum und werden im Mai 98 inhaftiert. Beide Prozesse werden mehrmals aus verschiedenen Gründen verschoben.
Außerdem wird festgelegt, dass auch die Brüder Ien und Shan ein getrenntes Verfahren erhalten. Iens Prozess soll im Oktober 98 beginnen. Doch statt Prozessbeginn lässt die Staatsanwaltschaft überraschend für die Bevölkerung und die Medien am 20. Oktober 98 die Anklagen gegen I und Shan fallen. Während ich also an jenem Tag meinen 16.
Geburtstag gefeiert habe, hatten auch Ien und Shan etwas zu feiern, nämlich ihre Freilassung. Die Gerichtsdokumente geben Aufschluss über den Grund der Freilassung. Die DNA Technologie hat sich im Laufe der letzten Jahre rasant weiterentwickelt und einem unabhängigen Labor in Kalifornien ist es gelungen, aus dem bisschen Spermer des Vaginalabstrichs ein vollständiges Profil zu erstellen.
Außerdem konnten auch auf dem Lagen, auf dem Dana ins Krankenhaus transportiert wurde, Spermpuren gesichert werden, die vorher nicht erkennbar waren. Auch diese ergeben ein vollständiges Profil, das mit dem des Vaginalabstrichs übereinstimmt. Das erstellte DNA Profil passt jedoch weder zu ihren noch zu Sean und auch nicht zu Frank.
Im übrigen auch nicht zu 13 weiteren Personen, die irgendwann unter Verdacht geraten sind, sowie Mark, der Dana ja als letztes gesehen hat. Die DNA wird als unbekannter Nummer 1 im System abgespeichert. Der Staatsanwaltschaft bleibt nichts anderes übrig, als Ien und Sean freizulassen. Frank bleibt aufgrund seiner anderen Verbrechen weiterhin im Gefängnis.
Ein herber Rückschlag für die Staatsanwaltschaft, aber aufgeschoben ist er nicht aufgehoben, oder? Denn statt sich endlich auf die Spur der DNA zu begeben und somit auf die Person, die definitiv etwas mit dem Verbrechen an den zu tun hat, fixiert sich die Staatsanwaltschaft weiter auf Frank und die Brüder.
Dann war halt noch eine vierte Person dabei. Das Verbrechen ist viel zu grausam, als dass es eine Person alleine war. Es müssen mehrere gewesen sein. So die Theorie der Staatsanwaltschaft. Am f Mai 199 werden beide erneut in denselben Punkten wie zuvor angeklagt, lediglich mit dem Zusatz zusammen mit anderen. Doch zunächst beginnt der Prozess gegen Frank Pauline am 21. Juli 1999.
Die drei Angeklagten werden wie gesagt getrennt voneinander vor Gericht gezerrt, was nicht untypisch ist, gerade in Fällen, bei denen die Beweislast dünn ist. Weil man so bessere Chancen hat, zumindest einen zu verurteilen, sollte bei den anderen Prozessen was schiefgehen. Im Umkehrschluss kann man die Verurteilung einer beteiligten Person im Verfahren gegen die anderen als juristische Tatsache nutzen.
Würden alle drei in einem Prozess vorgericht stehen, ist es Hob oder top, also das größere Wagnis. Die Staatsanwaltschaft hat dafür gesorgt, dass auf der potenziellen Zeugenliste 400 Personen stehen. Der Grund dafür ist simpel. In den USA darf nicht jeder Anwalt in jedem Bundesland praktizieren. Entschuldigung, Bundesstaat.
Heißt, die Auswahl an guten Verteidigern, die sich mit Prozessen dieser Größenordnung auskennen, ist im kleinen Bundesstaat Hawaii nicht groß. Wenn man jetzt vier potentielle Zeugen auf diese Liste setzt, ist das ein cleverer Schachzug der Staatsanwaltschaft, damit etliche Verteidiger wegen Interessenskonflikten dann weder Frank, Shan noch ihren verteidigen dürfen.
Es ist wohl klar, dass niemals alle 400 Personen aufgerufen werden und man darf auch unterstellen, dass die Staatsanwaltschaft genau wusste, wen davon sie aufrufen wird. Aber wie gesagt, haben sie das einfach als Taktik benutzt und es hat funktioniert. Alle drei Angeklagten verlieren aufgrund dessen mehrmals ihre selbst ausgesuchten Verteidiger und enden letztendlich mit vom Staat ausgewählten Pflichtverteidigern, die in Sachen Mordfall kaum bis keine Erfahrungen haben.
Das gilt für alle drei Prozesse und Angeklagten. Deswegen nehme ich das an dieser Stelle vorweg und ich verrate euch an dieser Stelle auch schon alle Zeugen von der Liste, wegen denen, die von den Angeklagten selbst ausgesuchten Anwälte zurücktreten mussten, werden alle nicht in den Prozessen aufgerufen. Ich finde das absolut schäbig, denn es heißt ja immer, jeder soll einen gerechten Prozess erhalten, was für mich wiederum bedeutet, jeder sollte die bestmögliche Verteidigung erhalten.
Und zudem, wenn ich mir als Staatsanwaltschaft so sicher bin, den bzw. die richtigen zu haben, wären solche Praktiken gar nicht nötig. Widmen wir uns nun dem Prozess von Frank Paulin, der 1999 mittlerweile 26 Jahre alt ist. Dazu will ich euch zunächst die allgemeine Lage zu dieser Zeit skizzieren, denn das mit den ausgemusterten Anwälten ist nicht das einzige.
Ihr müsst euch vorstellen, der Danafall war und ist bisher der größte Fall, den Hawaii, also die große Insel, erlebt hat. Deners Schicksal hat das ganze Jahrzehnt geprägt, eben auch, weil alles zick verschoben wurde. Die Menschen dort haben sich durch die Medien alle bereits ein Bild davon gemacht, wer schuldig ist.
Deswegen stellt Frank auch den Antrag, den Prozess woanders hinzu verlegen, denn er bringt vor, dass es 859 Artikel über den Fall gibt und in den meisten davon wird sein Name genannt. Es ist quasi unmöglich, auf der Insel Juroren zu finden, die noch nie etwas von dem Fall gehört haben und die somit unvoreingenommen urteilen können.
Kurzer Einschub. Das gleiche ist übrigens im Fall der vier Eideho Studenten geschehen. Der Angeklagte bzw. seine Verteidigung hat beantragt, den Prozess vom Bezirk, in dem der Tatort liegt, in einen größeren Bezirk zu verlegen, weil aufgrund der geringen Einwohnerzahl nicht genug Personen für die Jurye zur Auswahl gestanden hätten, die potenziell noch nie was über den Fall gehört haben.
Im Eiderhof Fall wurde dem Antrag stattgegeben und der Prozess örtlich wie zeitlich verlegt. Das Ganze hat sich ja aber mittlerweile erledigt, da der Angeklagte die Morde an den vier Studenten gestanden hat und es somit zu keinem Prozess kommt. Im Fall von Frank Paulin hat die Richterin sich gegen den Antrag entschieden und den Prozess vor Ort fortsetzen lassen.
Weiterhin wurde der deiner Eierlindfall unter allen Inhaftierten als das heiße Eisen gehandelt. Wer irgendwelche Informationen darüber hat, hat gute Chancen, seine eigene Strafe zu reduzieren. Behaltet diese Aspekte im Hinterkopf, während ich fortfahre. Daß die DNA und der Zahnabdruck nicht passen, haben wir alles besprochen.
Die Staatsanwälte haben es bis zum Prozess aber geschafft, den Zahnexperten dazu zu bringen, auszusagen, dass die Abdrücke zwar nicht übereinstimmen, aber definitiv ausschließen kann er die Angeklagten auch nicht. Zudem sagt eine frühere Freundin von Frank aus, daß er sie einst an der gleichen Stelle gebissen hat, wo Dana den Gebissabdruck hat.
Bezüglich der DNA hält der Staatsanwalt einen eindringlichen Monolog, daß diese Wissenschaft nicht nur der Verteidigung zugute kommt, sondern auch der Staatsanwaltschaft. Denn das blaue Jimmy Z T-Shirt, das neben Dener auf dem Fischerpfad gefunden wurde, ist laut DNA-Analyse komplett von ihrem Blut getränkt.
Mit anderen Worten, dieses T-Shirt, das im Prozess auch ausgiebig gezeigt und hochgehalten wird, wird zum wichtigsten Beweismittel gegen Frank Paulin, denn die Staatsanwaltschaft erklärt der Jury, dieses T-Shirt gehört zweifelsfrei Frank Paulin. Dafür hat sie auch gleich mehrere Zeugen. Wie glaubwürdig die sind, sei mal dahingestellt, denn es handelt sich lediglich um irgendwelche Nachbarn oder Ladenbesitzer, die Frank irgendwann mal in diesem T-Shirt gesehen haben wollen.
Aber auch Franks damalige Freundin, mit der er zwei Kinder hat, sagt vor Gericht aus. Da sie diejenige ist, die immer seine Wäsche gewaschen hat, weiß sie ganz sicher, dass es sein T-Shirt ist. Die Verteidigung hingegen erklärt der Jury, daß das T-Shirt Massenbare ist und die Marke zu der Zeit sehr populär war.
Dieses T-Shirt ist definitiv kein Unikat. Viel wichtiger aber noch, es ist nicht mal Franks Größe. Sie sagen, das T-Shirt passt ihm gar nicht. Warum haben sie ihn das T-Shirt nicht einfach anziehen lassen, fragt ihr euch? Das habe ich mich auch gefragt. Denn ist OJ Simpson nicht unter anderem freigesprochen worden, weil der Handschuh vom Tatort nicht gepasßt hat? Ich weiß es nicht mehr so genau.
Ich weiß nur, der Handschuh war wichtig. So wie das T-Shirt hier. Jetzt ist halt die Frage, macht es Sinn mehr als 8 Jahre nach der Tat den Verdächtigen das T-Shirt anprobieren zu lassen? Welche Aussagekraft soll das für die Jury haben? Sie sehen den Mann von 199 vor sich, nicht den Jahre jüngeren von 1991. Da wir gerade bei Bekleidung sind, die Strategie der Verteidigung ist klar.
Lassen wir Frank so unauffällig wie möglich aussehen mit weißem Hemd, dessen Kragen und Ärmel seine ganzen Tattoos verdecken. Außerdem einer Krawatte und eine Brille. Ein Typ, der keiner Fliege was zu Leide tun kann. Das scheint auch ganz gut zu funktionieren, denn erstens erzählt eine der Jurorinnen später, dass man dachte, Frank Paulin gehört in seiner Kleidung mit zu dem Anwaltsteam.
Und zweitens verhält sich Frank die ersten zwei Wochen des Prozesses komplett ruhig, sieht friedlich und gelassen aus. Aber dieser Eindruck kippt, als Franks Cous in den Zeugenstand tritt. Denn als der aussagt, dass Frank ihm den Mord gestanden hat, springt Frank auf. zeigt ihm seine drohende Faust und schreit ihn an, er soll aufhören zu lügen.
Die Jury bekommt also erstmalig einen Eindruck davon, wie schnell Frank wütend wird und seine bedrohliche Körpersprache dazu. Neben weiteren Zeugen mit Häftlingen, denen gegenüber Frank die Tat gestanden haben soll und die alle durch ihre Aussage ihre Haftstrafe reduzieren können, hat die Staatsanwaltschaft aber noch ihren wichtigsten Zeugen im Ärmel.

Ich lasse euch kurz zwei Sekunden, um zu erraten, wer das wohl sein mag. Es ist sein Halbbruder. Der Halbbruder, der wegen Drogen verknackt wurde und der einen Deal von der Staatsanwaltschaft wollte, indem er gesagt hat, mein Bruder Frank weiß was darüber. Frank hat sich also nur in den Fall verstrickt, weil er seinen Bruder helfen wollte und Brudi hat jetzt nichts besseres zu tun, als Hauptbelastungszeuge gegen ihn auszusagen.
Kannst du dir nicht ausdenken. Äh, apropos Ausdenken, der interessanteste Zeuge ist ein ehemaliger Nachbar von Frank, dem Frank einen Tag nach der Tat, also am Dezember von der Tat vorgepralt haben soll. Interessant sage ich deshalb, weil dieser Nachbar nicht mal weiß, wer Frank Paulin ist. Ihr kennt das ja vielleicht von anderen Gerichtsprozessen, dass die Zeugen im Zeugenstand dann immer auf den Verdächtigen zeigen müssen, was an sich ja nicht so schwer ist, da die Angeklagten direkt vorne in der ersten Reihe neben ihren Anwälten
sitzen. Aber der Nachbar zeigt eben gar nicht auf Frank. Verwirrt dadurch soll er Frank daraufhin mit seinen eigenen Worten beschreiben, aber auch da beschreibt er den Mann, der hinter Frank Paulin sitzt, nämlich ein Gefängniswerter, der in Zivilkleidung dort ist, um auf den Angeklagten aufzupassen. Während Frank dazu nur ungläubig den Kopf schütteln kann, setzt der Staatsanwalt fort.
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