Wahre Verbrechen I Die Leiche im Koffer I True Crime Dokumentation T
Wahre Verbrechen I Die Leiche im Koffer I True Crime Dokumentation

Maret war homosexuell und hatte eine Vorliebe für ja große blonde Männer und insofern passte der geschädigte Matthäus Agenau in sein Beuteschema. Im Januar 2020, also 4 Monate nach dem Verschwinden von Matthäusch A, hat man dann die Leiche bereits mumifiziert unter der Matratze gefunden. Nebenan hat er ganz normal weiter sein Leben geführt.
Er hat sogar weiterhin Gäste empfangen und äh mit Leuten im Wohnzimmer gesessen, denen das natürlich auch aufgefallen ist und dann Ausreden gefunden, warum das denn so riecht und äh das sei der Kühlschrank. Er habe dort einen besonders äh geruchsintensiven Käse aufbewahrt. In der Schwurgerichtskammer haben wir natürlich häufig auch mit vollendeten Tötungsdelikten zu tun, dass nun aber tatsächlich eine Leiche in der eigenen Wohnung aufbewahrt wird und man quasi mit so einer mumifizierten Leiche unter erheblichen Geruchsentwicklung zusammenlebt über mehrere Monate. Das
ist schon ungewöhnlich. Am 22. September 2019 verschwindet der 29-jährige IT-Spezialist Matthus A. in Hamburg. Der gewürtige Brasilianer war 3 Jahre zuvor in die Hansestadt gekommen. Richterin Jessica Körner wird vier Jahre später den Mord an dem jungen Mann verhandeln. Im Jahre 2016 entschloss er sich nach Deutschland zu kommen, wo bereits seine ältere Schwester mit ihrer Familie in Hannover lebte.
Hintergrund dieser Entscheidung war, dass er in Brasilien zweimal Opfer eines Raubüberfalls geworden war und diese unsicheren Lebensumstände eigentlich nicht mehr mitmachen wollte und deswegen gedacht hat, ach jetzt gehe ich nach Deutschland. Dennis Grünert vertritt als Anwalt die Nebenklage, Schwester und Mutter von Matthäus A.
Der Matthäus war ein, mir beschrieben wird fröhlicher, aufgeschlossener junger Mann. Er war charmant, er war auch gut aussehend, kam gut bei Frauen an, hatte sehr viele Kontakte und Freunde, war also allseits beliebt. Äh, unter seinen Arbeitskollegen äh hat man wirklich nur positives über ihn gehört. Matthus A war ähm nicht mehr zur Arbeit erschienen und das war ungewöhnlich für ihn.
Das war ein ganz zuverlässiger Mitarbeiter und der war wie vom Erdbun verschwunden und da hat man umfangreiche Suchaktionen gestartet, man hat Plakataktion gemacht, die Mutter ist eigens aus Brasilien angereist, hat mit der Schwester hier zusammen mehrere Wochen lang ihn gesucht. Die Beamten finden heraus, Matthäus A wurde zuletzt auf der Reperbahn gesehen.
Polizeitaucher waren im Einsatz, weil man vielleicht gedacht hat, na ja, nahe der Reerbahn, da ist auch gleich die Elbe, nicht, dass er da im alkoholisierten Zustand vielleicht ins ins Wasser gefallen ist. Auch das passiert ja ab und zu, aber alle diese Aktionen waren erfolglos. Und dann kam es irgendwann zu einem telefonischen Hinweis äh durch eine Person, der die im Hamburger Abendblatt vermissten Anzeige gelesen hat äh über den ähm über die vermisste Person.
und das Foto wieder erkannt hat und dann bei der Polizei sich gemeldet hat, äh dass er diese Person auf einer Party gesehen habe. Infolgessen hat die Polizei dann die Partygäste vernommen und ist so dann auch auf den eigentlichen Täter gekommen. Einige Partygäste sagen aus, dass Matthus A die Party mit Marco T.
verlassen habe, einem 45-jährigen Italiener, ledig und gerne im Nachtleben unterwegs. Er wurde von denjenigen, die ihn kannten, so beschrieben, dass er ähm sehr charmant war, sehr gewinde Persönlichkeit hatte, dass er immer lustig war, gerne auch im Mittelpunkt stand äh und die anderen Menschen um ihn rum unterhalten hab.
So soll es auch auf dieser Party übrigens gewesen sein. Am 19. Januar 2020, vier Monate nach dem Verschwinden von Matthäus A, erwirken die Ermittler einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung von Marco T. Es war eine Dreizimmerwohnung, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, das hat man durchsucht, hat ja Rauschgift gefunden.
Der Angeklagter hat Drogen konsumiert, aber ansonsten erstmal keine Hinweise auf Matthäus. erst als man dann schließlich in das Gästezimmer vordringen wollte, was abgeklebt war, auch ähm an den Türzagen und äh dort hat man dann schließlich unter der Matratze die Leiche von Matthäus A im mumifizierten Zustand schon gefunden. Und ähm ja, nebenan hat er ganz normal weiter sein Leben geführt, als dann die Gerüche natürlich zu intensiv wurden.
So konnte man das auch der Akte entnehmen. wurde dann mit Klebeband die Tür verklebt, um da ein bisschen dem entgegenzuwirken. Der Angeklagte Marco hat weiter mit der Leiche im Nebenzimmer gewohnt, hatte auch teilweise sogar noch Besuch. Er hat nämlich äh ab und zu Zimmer oder mit Schlafgelegenheiten an Gäste vermietet, sogenanntes Couch Surfing und auch da hatte er noch Gäste da.
Auch Silvester 2019 hatte er noch Nachbarn bei sich, die ähm dort mit ihm auf Silvester auf dem Glasck haben sie mit ihm angestoßen mit einem Glas und auch die haben aber nichts bemerkt. Also diese Geruchsbelästigung hat er versucht zu übertünchen, indem er überall so Geruchsdiffuser aufgestellt hat. Er hat Ausreden gefunden, warum das denn so riecht und äh das sei der Kühlschrank, er habe dort einen besonders geruchsintensiven Käse aufbewahrt.
Das ist zugegeben eine wirklich bizarre Situation, die sich da dargeboten hat. Und natürlich fragt man sich dann, warum hat er sich der Leiche nicht entledigt? Marco T. Rechtsmediziner untersuchen die Leiche. Es bleibt unklar, woran Matthäus A genau gestorben ist. Man kann nur einige Dinge ausschließen. Jedenfalls gab es keine scharfe Gewalteinwirkung gegen den Körper des Geschädigten.
An einer Überdosis Drogen ist er auch nicht gestorben. Da konnte man noch gewisse Intoxikation nachweisen durch chemisch toxikologische Untersuchung und da gab es halt also in auch in den Haaren und so weiter zu wenig auch in den Organen des Geschädigten zu wenig Drogensubstanz als dass man sagen konnte der ist jetzt an einer Überdosis gestorben.
Muss ganz ehrlich sagen, ich habe schon viele solche Bilder auch in Akten gesehen, auch von Leichen, aber diese Bilder gehen einem doch schwer aus dem Kopf. Das war schon sehr speziell, um es mal vorsichtig zu sagen. Und ähm Gott sei Dank musste die Familie nicht den Leichnamen in der Form identifizieren, wie man das vielleicht so kennt.
Ähm das wäre auch gar nicht möglich gewesen, denn man hätte die Person nicht mehr als solche erkennen können. Die Identifizierung hat letztlich dann über ähm über die Zähne stattgefunden, über das Gebiss. Die Ermittler rekonstruieren, dass sich die beiden Männer kurz vor der Tat auf der Reerbahn in der Schlange vor einer Pizzeria kennengelernt haben müssen.
Das war reiner Zufall, dass das Opfer und der Täter sich getroffen haben auf der Reerbahn. Unter Hunderten von Menschen stand man zufällig äh hintereinander an einer Schlange, um sich eine Pizza zu bestellen und kam so ins Gespräch. Margoté war homosexuell und hatte eine Vorliebe für ja große blonde Männer und insofern passte der geschädigte Matthäus Agenau in sein Beuteschema.
da sah nicht brasilianisch aus, sondern eher Norddeutsch tatsächlich und er hegte dann wohl ein Interesse an dem Geschädigten. Dann soll der Täter das Opfer eingeladen haben auf eine Party äh unter dem Motto Käse und Wein. Und so ist man zusammen dann ein paar Tage später am 21.09.2019 2019 auf diese Party gemeinsam gegangen soll, diese dann auch gemeinsam verlassen haben äh gegen 0 Uhr, 0:30 Uhr.
Und eigentlich wollten beide noch weiterziehen an dem Abend in so Hamburger Clubs in der Nähe dieser Feier, aber man kam dann überein, dass man noch einen kurzen Abstecher in die Wohnung des Angeklagten Markot machen wollte, um sich dort durch äh die Einnahme von Drogen, Kokain, Extasie weiter in Partystimmung zu bringen. Und in der Wohnung angekommen nahmen beide eben auch Drogen ein.
Doch was passierte anschließend? Wie ist Matthäus A zu Tode gekommen? Marco T. hatte ähm eine Aussage gemacht relativ zeitnah nach der Festnahme. Man habe dann in seiner Wohnung, also in der Wohnung des Angeklagten auch zusammen Drogen genommen und plötzlich sei der Geschädigte ähm ausfällig geworden und ähm habe mit dem Angeklagten sexuell verkehren wollen und der Geschädigte sei dann wie ein Tier, wie eine Bestie, eine Stunde lang schreiend durch die Wohnung gerannt.
habe den Angeklagten gefesselt mit einem Bettbezug und habe dann schließlich sich aber urplötzlich ins Bett gelegt und sei ruhig eingeschlafen. Der Angeklagte selbst habe sich dann ebenfalls immer noch gefesselt, neben den Geschädigten gelegt und sei am nächsten Morgen aufgewacht und habe festgestellt, dass der Geschädigte einen Bettbezug im Mund gehabt habe und verstorben sei, blau angelaufen sei.
Im ersten Prozess kann nicht genau geklärt werden, wie Matthäus A zu Tode gekommen ist. Marco T wird am 22. April 2021 dennoch zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Kammer nimmt an, dass er sein Opfer zum Sex zwingen wollte und ihn entweder durch Drogen tötete, die Atmung abschnürte oder auf ihn einprügelte.
In allen drei Möglichkeiten sieht das Landgericht Mordmerkmale erfüllt, sodass eine Verurteilung wegen Mordes möglich wird. Marco T geht in Revision. Das Bundesverfassungsgericht hebt das Urteil auf. sieht in der Prügelvariante kein Mordmerkmal. Eine andere Schwurgerichtskammer muss den Fall neu verhandeln mit Jessica Körner als Vorsitzender.
Da haben wir die gesamte Beweisaufnahme noch mal neu durchgeführt, auch alle Zeugen noch mal geladen. Und in diesem Fall haben wir uns natürlich besondere Mühe gegeben. Das machen wir immer, aber hier war es tatsächlich wichtig, dass es diesmal rechtskräftig wird, da wir hier Auslandszeugen hatten.
Also es sind Zeugen aus Polen gekommen, aus Finnland und die noch mal anreisen zu lassen, die ja nun immerhin schon das zweite Mal kam. Also, da werden wir ja eine dritte Anmarreise möglichst vermeiden. Der Zeuge aus Polen hatte den angeklagten Marcoot zuvor selbst verklagt. Wir hatten ja einen Zeugen aus Polen, der im Rahmen eines Couchsurfings bei dem Angeklagten mal zuvor übernachtet hatte und mit dem am Abend auch auf der Reerbahn unterwegs gewesen war, mit ihm Alkohol konsumiert hat.
Das war für ihn eigentlich ein lustiger Abend. Der fand das sogar nett, dass sein Gastgeber mit ihm was trinken geht und ihn dann nicht alleine lässt und dann bekam der plötzlich ein Filmriss und konnte sich an den Rest des Abends eigentlich nicht mehr erinnern und wachte auf in der Wohnung des Angeklagten nackt und der Angeklagte manipulierte an seinem Geschlechtsteil.
Marco T hatte seinem Gast Kot Tropfen ins Getränk gemischt. Hatte er das auch im Fall von Matthäus A gemacht? Außerdem wichtig für das Gericht. die Zeugenaussage einer Nachbarin. Sie sei in der Tatnacht um von animalischen Schreien aus der Wohnung von Marco T. Und ähm daraus konnten wir rekonstruieren, dass es der Geschädigte war, der dort so geschrienen hat, allerdings nicht so wie es der Angeklagte gesagt hat, weil er sehr wie ein Tier durch die Wohnung gerannt ist, um sich sexuell an dem Angeklagten zu vergehen, sondern eben, weil der
Angeklagte an ihm die sexuellen Handlung vorgenommen hat, gegen die er sich zur Weh setzen wollte und aber dann eben geknebelt war. Das Gericht verurteilt Marco T. im zweiten Prozess zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Doch Richterin Körner und ihre Kammer legen sich auf eine Tatvariante fest.
Ersticken zur Verdeckung des vorangegangenen sexuellen Übergriffs. Der Mord konnte quasi nachgewiesen werden aus einer Gesamtschau von verschiedenen Beweismitteln und Indizien. Da ist zum einen die Einlassung des Angeklagten selbst, der eben gewisse Hinweise darauf geliefert hat, wie sich das hier abgespielt hat. sprich der Bettbezug im Mund des Geschädigten, dann eben die anderen Zeugenaussagen, die ein gewisses Verhaltensmuster des Angeklagten offenbarten, wie der sich eben verhält, wenn er Interesse an heterosexuellen
Männern hat, also die Gabe von sidierenden Mitteln, um sexuelle Handlung durchzuführen, dann den Anruf der Nachbarin, die diese animalischen Geräusche wahrgenommen hat und dann letztendlich auch die rechtsmedizinischen chemisch toxikologischen Untersuchung. Also, das ist eine Gesamtschau aus mehreren Indizien gewesen.
Sind Puzzelteilchen, die sich nachher zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Das Urteil wurde dann ja gehalten und ähm so ist der Fall dann auch abgeschlossen und so kann die Familie dann auch damit abschließen. Ob man damit ganz abschließen kann, das wage ich nicht zu prophezeien. Ich kann es mir kaum vorstellen, ja, wenn das Kind unter solchen Umständen zu Tode gekommen ist, äh das verfolgt ein sicherlich ein Leben lang.
Dieser Fall war besonders tragisch, weil ja der Matthäusch A extra aus Brasilien nach Deutschland gekommen ist, weil er dort zweimal Opfer eines Raubüberfalls geworden war und hier quasi sicher leben wollte und dann schicksalshaft hier Opfer eines Mordes wird. Das ist natürlich also furchtbar. Sie müssen sich das vorstellen.
Sie kommen an den Tatort. Sie gehen in jedes Zimmer. In jedem Zimmer liegt eine Leiche. Es mussten Zeugen beseitigt werden. Und das führte dazu, dass nach dem Tod äh des Bordellbetreibers äh auch seine Ehefrau und die äh vier weiteren Damen, die noch gefesselt, geknebelt waren, äh dann zu Tode gebracht wurden. Errosselt, erwirkt.
Und dann kam der Befund, dass wir am Tat dort an den Opfern wirklich sehr auffällige Faserspuren gefunden haben und diese Faserspuren konnten eindeutig dieser Radlerhose zugeordnet werden. So hatten wir jetzt einen Link zwischen den Opfern und dieser Radlerhose. Jetzt war die ganz große Frage, ja, wer hat denn möglicherweise diese Radlerhose oder diese Maske zum Tatzeitpunkt getragen? Das hatte schon ein Jahr sehr makaberen Beigeschmack, muss man schon sagen natürlich, aber es war halt ein ja etwas einmaliges, was wir seitdem
eigentlich nie mehr hatten. Der Kettenhofweg im Frankfurter Westend. Eine ruhige Wohngegend mit prächtigen Altbauten. Mittendrin ein Edelbordell. 1994 werden hier sechs Menschen brutal getötet. Ein Fall, der Harald Schneider vor eine seiner größten Herausforderungen stellt. Seit fast 27 Jahren jagt der gefragte Spezialist Schwerverbrecher in ganz Deutschland.
Harald Schneider arbeitet beim häischen Landeskriminalamt. Er kann Spuren an Tatorten sichtbar machen, an die zuvor niemand gedacht hat. Also, ich kann ja jetzt zurückblicken auf fast 27 Jahre in dem Bereich, in dem ich tätig bin und auch schwerpunktmäßig immer mit Tötungsdelen, sexualverbrechen, aber dieser Sexfachmord war schon was Besonderes.
Ich meine, sind mit sechs Leichen an einem Tatort, sie müssen sich das vorstellen, sie kommen an den Tatort, sie gehen in jedes Zimmer, in jedem Zimmer liegt eine Leiche. Das hatte schon ein ja sehr makaberen Beigeschmack, muss man schon sagen, natürlich, aber es war halt ein ja etwas einmaliges, was wir seitdem eigentlich nie mehr hatten.
In der Wohngegend kleben vor allem gut situierte Frankfurter, Bänker, Ärzte, Prominenz. Mittendrin das Edelbordell. Im Keller des Hauses, dem Saunabereich, liegt der Betreiber des Bordells, der 55-jährige Gabor B. Nur ein paar Meter von ihm entfernt wird seine Ehefrau Ingrid gefunden. Beide brutal ermordet.
In den Etagen darüber werden beinah in jedem Zimmer weitere Leichen entdeckt. Vier Frauen. Sie alle wurden offensichtlich brutal erwirkt. Keines der Mädchen ist älter als 30, die jüngste gerade mal 21. Es sind die Prostituierten, die im Kettenhoff gearbeitet haben. Sie alle kommen aus Osteuropa. Oberstaatsanwalt Peter Köhler leitete damals die Ermittlungen.
Das Bordell war der Polizei schon vor dem Mord bestens bekannt. Zunächst dachte man wohl auch daran, äh dass ein Konkurrent äh des Betreiberhears nun da mal für Ordnung sagen äh wollte, um eventuell auch ein paar Frauen äh aus dem Bordell rauszunehmen, um dasen eigenen Bordell unterzubringen. Äh, wir wissen ja äh schon seit Jahr Jahrzehnten, dass äh Frauen in diesem Milieu als Ware behandelt werden, versteigert werden und so weiter, sodass es auch äh eine Bordellbetreiber Auseinandersetzung gewesen sein könnte.
Wegen des Verdachts des Menschenhandels wurde das Bordell bereits vor den Morden von Ermittlern überwacht. Sie wollten wissen, mit wem der Betreiber Gabor Bakt hatte. Akribisch protokollieren die Polizisten deshalb z.B. auch welche Autos im Kettenhofweg rund um das Bordell abgestellt waren. Die Polizei hatte dann nun zwecks Abklärung sich die Autonummern der hier geparkten Kraftfahrzeuge, meistens Fahrzeuge der Oberklasse notiert und da fiel dann den Beamten bei der Nachschau nach der Tat ein Kraftfahrzeug auf, was
hier gar nicht reinpasste. Es ist das Auto von Eugenb, ein älterer Kleinwagen mit Allguer Kennzeichen. ist mit einer Prostituierten, die hier arbeitet, verheiratet. Sie ist nicht unter den getöteten und beide sind nach dem Mord verschwunden. Die Polizei spürt das Pärchen kurz darauf in Rettenbach im Allgäu auf und nimmt es fest.
Im Kofferraum finden Sie unter anderem abgeschnittene Stromkabel, die wie sich später herausstellt zu den Elektrogeräten im Bordell gehören. Mit ihnen wurden die Prostituierten und das Betreiberehepaar erwirkt. Doch Eugen bestreitet den Mord. Er sagt aus, dass er die Sachen im Auftrag seines Freundes, eines gewissen Alexanders beseitigen sollte und der sei auch der Mörder.
Gab auch zu, dass er im Hause gewesen sei mit seiner Frau, die er besucht habe. Äh er sagte dann weiterhin, er sei in dem Hause mit diesem Alexander gewesen. Er habe erst später durch die Polizei äh bzw. auch besser erfahren, dass es dort zur Tötung gekommen sei. Als Eugen das Bordell im Kettenhofweg verlassen habe, seinen alle noch am Leben gewesen.
Die Frankfurter Polizei sucht fieberhaft nach diesem Alexander. Gefunden wird er aber nicht. Köhler glaubt an eine Schutzbehauptung. Er ist sicher, dass Eugen und Sophia, die zum Tatzeitpunkt im Bordell gearbeitet hat, den Besitzer ausrauben wollten. Dabei muss die Situation eskaliert sein. Ich mutmaße, dass in den späten Abendstunden Samstag hier die Sopia ihren Mann, den Eugen, eingelassen hat, der sich zunächst mal im Haus versteckt hat äh mit seiner Frau zusammen.
Er musste abwarten. Im Haus war nämlich noch Bewegung. Remy Demmy, es wurde ein Geburtstag gefeiert und als dann alles ruhig war im Haus, äh dann schritt äh der Eugen zu seinem Plan die Beraubung der Frauen. Für diese Theorie spricht auch ein von Hand gezeichneter Grundriss, den Eugen von seiner Frau Sophia zur Orientierung bekommen hat.
Und so könnte sich laut Köhler die Tat abgespielt haben. Eugen geht durch das Haus und fesselt eine Prostituierte nach der anderen. Danach versteckt er sich im Saunabereich und wartet auf den Betreiber, der gerade spazieren ist. Als Gabor B zurückkommt, will Eugen ihn fesseln, doch es kommt unerwartet zum Kampf, bei dem der 58-jährige getötet wird.
Aus Angst wiedererkannt zu werden, bringt er nun auch Gabors Frau und die Prostituierten um. Weil Eugen zu den Vorwürfen schweigt, braucht die Staatsanwaltschaft jetzt Beweise. Die Hoffnungen ruhen auf den Mitarbeitern des Hessischen Landeskriminalamts in Wiesbaden. Hier arbeitet unter anderem der renommierte DNA Spezialist Harald Schneider.
Er sichtet mit seinem Team zunächst die Beweisstücke. Dabei fällt ihm eine Radlerhose auf. An dieser Radelhose war im Bereich des linken Beins waren zwei kreisrunde Ausschnitte, so dass man schon die Idee hatte, möglicherweise ist diese Ratlose als Maske verwendet worden. Und jetzt war die große Frage, warum macht man das? Wenn man so eine Maske präpariert, ähm dann will man die auch tragen.
Und unsere Idee war, diese Maske hat irgendwas mit der Tat zu tun. Und dann kam parallel zu unseren ganzen kriminaltechniken Untersuchung auch der Befund, dass wir am Tat dort an den Opfern wirklich sehr auffällige Faserspuren gefunden haben und diese Faserspuren konnten eindeutig dieser Radlerhose zugeordnet werden.
Doch wer hat die Maske getragen? 1994 zur Tatzeit gibt es noch keine Methode, um das herauszufinden. Schneider und sein Team suchen nach einem Weg. Wenn so eine Radelhose getragen wird als Maske, dann hinterlässt derjenige, der diese Maske trägt, entweder Speichelspuren oder auch Nasensekret in bestimmten Bereichen, aber in solchen Mengen, die wir damals eigentlich noch routinemäßig noch gar nicht untersuchen konnen.
Deshalb war es für uns wichtig, eine Methode zu entwickeln, die genau die Bereiche lokalisiert, an denen die größte Intensität an Sekretspuren vorhanden ist. Nach tagelanger Arbeit im Labor schaffen die Experten das Unmögliche. Sie entwickeln ein bis dahin nicht gekanntes Verfahren, mit dem sie den Speichel sichtbar machen. Der Mund und der Nasenbereich sind nun deutlich zu erkennen.
Jetzt ist sicher, die Radlerhose wurde als Maske getragen. Doch wer hatte sie auf dem Kopf? Dadurch, dass wir jetzt ganz spezifisch an dieser Maske punktuell Speichel nachweisen konnen, konnten wir auch punktuell Spuren analysieren. Äh sie müssen sich das so vorstellen, dass man dann unter mikroskopischer Kontrolle kleinste Bereiche von dieser Maske heraustrennt, da wo man die größte Speichelaktivität oder Amyasaaktivität nachweist, dass man diese Bereiche rausschneidet.
Man überführt dann diesen dieses dieses mikroskopisch kleine Stoffteil in ein Reaktionsgefäß und wächt nachträglich alle Zellen, die auf der Oberfläche dieses kleinen textilenstückes haften, wächt man raus und kann dann diese Zellen weiter analysieren. Die Zellen werden aufgebrochen, das DNA Molekül wird aus dem Zellner rausgelöst und dann kann in einem nächsten Schritt ein klassischer genetischer Fingerabdruck durchgeführt werden.
Und tatsächlich Schneider und seinem Team gelingt es eine DNA zu sichern. Sie gehört Eugenb ein erster schwerwiegender Beweis, dass er der Täter ist. Doch Schneider will noch mehr Beweise. Bei Eugens Festnahme wurde eine Jeansweste sichergestellt. An ihr finden sich Blutspuren von ihm. Hat Eugen die Weste im Kampf mit den Opfern getragen und sich dabei verletzt? Für uns war entscheidend, dass wir uns dann natürlich die Jeansweste mal bisschen genauer angeguckt haben und das müssen sich so vorstellen, als ob sie auf einem
Fußballfeld nach einer Stecknadel suchen. Ja, das heißt, diese Fläche wird irre groß unter Mikroskop durch diese starke Vergrößerung, so dass es wirklich ein Zeitproblem ist, diese Spuren auch zu finden. Kommt noch dazu, dass man damals einfach auch noch nicht die Techniken hatten, um mit diesen mikroskop kleinen Blutspuren äh arbeiten zu können, weil die DNA-Technologie steckte eigentlich noch in den Kinderschuhen.
Und trotzdem Schneider und sein Team entdecken winzige Blutspritzer auf der Jacke. Blut, das mit bloßem Auge nicht zu sehen ist. Es kann zwei Opfern zugeordnet werden. Und Schneider geht noch einen Schritt weiter. Er weiß, dass die Opfer erdrosselt wurden und deshalb will er auch noch die Fingernagelproben untersuchen. An den Fingernagelproben erwartet man dann eigentlich Fremdspuren, weil was passiert, wenn jemand erwirkt wird, derjenige versucht sich irgendwie zu befreien.
Dabei wissen wir, dass äh die Opfer dem Täter dabei in Mund und Nase fassen, äh sich möglicherweise auch Hautzellen unter die Fingernägel ähm sag mal antragen und diese Fingernagelproben wurden dann auch analysiert und an zweite Opfer konnten wir an den Fingernagelproben männliche DNA-Spuren finden und diese männlichen DNA Spuren auch ein dem Beschuldigten zuordnen.
Speichelreste von Eugenb an der Radlerhose, die zweifelsfrei vom Täter getragen wurde. Blutspuren an Eugens Jeansweste, die von den Opfern stammen und seine DNA Spuren unter den Fingernägeln der Opfer. Genug Beweise für eine Anklage. Und tatsächlich, Eugenb wird vom Landgericht Frankfurt zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Seine Frau Sophia, die die Tat mit ihm geplant hatte, muss für 12 Jahre hinter Gitter. Die Methoden, die Harald Schneider und sein Team vom Landeskriminalamt in Hessen für die Überprüfung von Eugenbelt haben, etablieren sich in den Folgejahren und helfen seither bei der Aufklärung von Straftaten. Er war vollschuldfähig, er war ohne Substanzbeeinflussung und hat vorsätzlich bewusst und sehenden Auges hier diese sieben Vergewaltigungen begangen.
Für die 14-jährige war es tatsächlich die erste sexuelle Erfahrung im Leben. entsprechend traumatisierend war das Ganze. Nach zwei, drei Taten war relativ klar, dass es sich um denselben Täter handeln muss. Er hat das Fahrrad dann weggeworfen und hat die Flucht angetreten ähm mit einem wohl irsinnigen Tempo. Also selbst die beiden sportlich trainierten Polizeibeamten konnten ihn dann nicht einholen.
Die Besonderheit hier, was jetzt diese Serienvergewaltigung dann tatsächlich betraf, war, dass es eben in wirklich extrem enger Frequenz war. Am 12. Juni 2020 wird in Berlin Wannsee ein junges Mädchen vergewaltigt. Die 14jährige ist gerade auf dem nach Hauseweg, als sie plötzlich von einem Unbekannten angegriffen und überwältigt wird.
Der Täter hat eine 14-jährige, die auf dem Rückweg vom Baden am Schlachtsee war, auf ihrem Fahrrad unterwegs war, mit dem Fahrrad überholt, abgedrängt, dann in das nahgelegene angrenzende Waldstück direkt hineingezogen, dort mit einem Schraubentreher bedroht und dann tatsächlich eben zweimal vergewaltigt.
Das Mädchen vertraut sich zu Hause seinen Eltern an. Die verständigen umgehend die Berliner Polizei. Die Beamten nehmen die Ermittlungen auf, stehen jedoch vor einer Herausforderung. Wir hatten eine schwerraumatisierte Zeug ähm die auch noch nicht so ganz aussagefähig war äh zu diesem Zeitpunkt und letztlich sozusagen keine konkreten Anhaltspunkte auf einen Täter.
Für die 14-jährige war es tatsächlich die erste sexuelle Erfahrung im Leben. Entsprechend traumatisierend war das Ganze ist eine junge Norwegerin gewesen, die mit ihren Eltern in Berlin war. und die dann auch innerhalb von einer Woche in Berlin die Zelte quasi wieder abgebrochen haben und nach Norwegen zurückgegangen sind, wo sie sich dann auch in psychologische Behandlung begeben musste.
Die Berliner Polizei hat nach der Tat keine brauchbaren Hinweise auf den Täter. Das 14-jährige Opfer ist schwer traumatisiert und kann den Unbekannten kaum beschreiben. Die Beamten hoffen auf die Ergebnisse der Spurensicherung. Das heißt eben insbesondere DNA Spuren an der Kleidung ähm des Opfers, äh an der Haut des Opfers, im Körper äh des Opfers ähm dann auch da gab’s eine ganze Reihe von Spuren, die man hatte, die dann auch zeitnah tatsächlich ausgewertet worden sind.
Das dauert allerdings aber auch äh aufgrund entsprechender biochemischer Prozesse äh durchaus einige Zeit, bis so eine DNA dann ausgewertet ist. Das geht nicht irgendwie als Schnelltest innerhalb von ein paar Sekunden oder etwas in dieser Richtung. Führte auch noch nicht zur Namhaftung eines Täters, denn die DNA lag einfach in der DNA Datenbank noch nicht ein.
Wir hatten also keine Vergleichsmöglichkeit. Dann zu der Spurensicherung gehört auch ähm, dass da eine Tartarbeit stattfindet einfach deshalb bei natürlich auch es immer sein kann dass der Täter irgendwie auch etwas am Tatort zurückgelassen hat. auch da können Spuren sein, er kann etwas verloren haben. Es können irgendwie noch Kleidungsstücke übrig sein und ähnliches.
Und natürlich ging es auch darum, den Tatort insgesamt zu sichten und dann auch die Öffentlichkeit mit einzubeziehen und zu fragen, hat irgendjemand irgendetwas bemerkt? Also sei es eben eine männliche Person, die flüchtet, die sich irgendwie aufferfällig verhält oder im Vorhinein der Tat jemand, der da schon irgendwie suchend äh durch das Waldgrundstück streift und da dadurch irgendwie einen auffälligen Eindruck macht.
Die Beamten befragen Badegäste und sprechen mit Anwohnern. Doch entscheidende Hinweise bleiben aus. Niemand hat etwas beobachtet. Was die Ermittler zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, der Überfall auf die 14-jährige wird kein Einzelfall bleiben. In der Zeit vom 12. Juni bis zum 14. Juli äh 2020 kam es insgesamt zu sieben Vergewaltigungen da im Umfeld rund um den Wannsee.
Nach zwei drei Taten war relativ klar, dass es sich um denselben Täter handeln mussten, dass wir es hier also mit einem Serientäter zu tun hatten und damit wurden natürlich die polizeilichen Ermittlungen noch mal mit sehr viel mehr Nachdruck geführt, weil eben auch ähm aufgrund der Frequenz der ersten drei Taten, die man zu diesem Zeitpunkt hatte, auch damit zu rechnen war.
dass sich das so fortsetzt, dass also quasi alle 4 f Tage es erneut zu einem Vergewaltigungsvorfall kommt. Innerhalb weniger Tage schlägt der Serienvergewaltiger mehrfach zu. Seine Opfer sind meist zielliche junge Frauen, die rund um den Wsee spazieren, gehen oder joggen. Jedes Mal geht der Täter ähnlich vor.
Es waren alles junge Frauen um die 20, der sich da ausgesucht hat und er war quasi rund um die Sehen im Berliner Südwesten unterwegs. hat dann seine Opfer da ausgeguckt und entweder sozusagen irgendwie angesprochen ähm scheinheilig nach dem Weg gefragt, wie komme ich hier eigentlich zum Wannsee und das hat er dann meistens genutzt, um dann relativ schnell Gewalt anzuwenden, die Opfer auch zu würgen, vom Fahrrad zu holen und dann eben in das Waldgebiet zu ziehen und dann dort auf unterschiedliche Arten und Weisen zu
vergewaltigen. Besonders auffällig erscheint den Ermittlern das Verhalten des Mannes nach seinen Taten. Die Opfer berichten von einem fast liebevollen Umgang. Also der Täter ist nicht irgendwie einfach nach der Vergewaltigung ähm abgehauen, sondern hat sich um die Opfer dann noch ein bisschen gekümmert, fast fürsorglich irgendwie Haare gereinigt, ähm äh Schmutz von der Kleidung irgendwie abgezupft, hat die Zeitweise auch noch wieder bis zu den Waldwegen, wo er sie ursprünglich überfallen hatte, dann zurückbegleitet, hat sein Fahrrad
äh einer Geschädigten zur Verfügung gestellt, hat auch tatsächlich in zwei Fällen noch versucht Telefonnummern auszutauschen äh auf dass man sich irgendwie am nächsten Tag wieder treffe. Ähm das sind alles schon wirklich ungewöhnliche Verhaltensweisen. Um wen es sich bei dem Unbekannten handelt, ist für die Beamten weiterhin völlig unklar.
Doch sein Verhalten und die Häufigkeit seiner Taten versetzen die Berliner Polizei in absolute Alarmbereitschaft. Die Ermittler gehen mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Es gab wirklich Unmengen von Hinweisen aus der Bevölkerung, was auch zeigt, wie sehr dieser Fall insgesamt aufgewüt hat. Also mehr als 600 äh Einzelhinweise einfach auf Auffälligkeiten.
Da habe ich etwas bemerkt, das könnte damit im Zusammenhang stehen. Da habe ich jemanden gesehen, der hat sich auffällig verhalten und natürlich setzt das die Mittler dann noch mal besonders unter Druck, weil natürlich zum einen wir die öffentliche Aufmerksamkeit haben, wir zum anderen aber natürlich eben auch die weiteren Taten verhindern wollen und gerade wenn das eben in einer solchen Frequenz geschieht, ähm zählt dann ja nicht nur jeder Tag, sondern im Endeffekt jede Stunde und jede Minute.
ähm die man da verstreichen lässt, weil man nicht weiß, wann er wieder zuschlägt, aber letztlich davon ausgehen muss, dass es nicht lange auf sich warten lassen wird. Die Ermittler prüfen Hunderte von Hinweisen. Polizeibeamte laufen Streife durch die Wälder rund um den Wandsee, doch ohne Erfolg. Die Ermittlungen nehmen erst Fahrt auf, als es einem der Opfer gelingt, den Täter genauer zu beschreiben.
Nach der dritten Tat war es dann auch möglich, ein Phantombild zu erstellen. Damit wurde auch wieder die Bevölkerung mit einbezogen. Dann gab es den nächsten Schritt, dass quasi auch anhand des Phantombilds dann Videoaufnahmen aufgefunden werden konnten, auf denen der Täter dann auch zu sehen war bei Geschäften im Umfeld.
ähm sod, dass dann auch man relativ bald von dem Phantombild wegkam und dann sagen konnte, okay, das ist die Person, nach der wir fahren und da haben wir jetzt auch ein tatsächliches Bild von ihm. Für die Beamten ein erster Erfolg. Endlich haben sie ein Bild, mit dem Sie nach dem Täter fahnen können. Und dann passiert etwas Unerwartetes.
Während die Ermittlungen laufen, begeht der Täter eine weitere Straftat in der Nähe des Wannsees. Im Sommer 2020 kam es neben den Vergewaltigung auch dazu, dass sich in einer Laube unbefugt eingquartiert hatte, da also quasi eingebrochen war, entdeckt wurde und dann da geflohen ist und bei dieser Flucht hat er seinen Rucksack zurückgelassen.
An diesem Rucksack. Zum einen war der relativ auffällig als orangener Rucksack, der dann auch schon so ein bisschen mit den Vergewaltigungen und den Schilderung der Geschädigten irgendwie in Verbindung gebracht werden konnte. Ähm zum anderen aber fanden sie an dem Rucksack Fingerabdruckspuren als auch DNA Spuren, denn in dem Rucksack selbst waren eben auch Rasierzeug und entsprechend über die Bartstoppeln und so weiter konnte man das dann zuordnen.
Die Fingerabdrücke an dem Rucksack aus der Laube ergeben tatsächlich einen Treffer in der polizeilichen Datenbank. Sie gehören zu einem Mann, der schon einmal wegen eines Ladendiebstahls festgenommen worden war. Sinisa K. Der Täter war damals 30 Jahre alt, war wohl 2019 aus Serbien nach Deutschland gekommen.
In Serbien war bereits durchaus mit zunächst kleineren Taten strafrechtlich auffällig, hat mittleren Schulabschluss gemacht, hat eine Lehrer als Elektromechaniker gemacht. ähm wollte sich dann allerdings in Deutschland ähm als Hilfsarbeiter auf Baustellen verdienen, hatte da auch ab und zu so ein paar Gelegenheitsjobs dass er nach Deutschland gewechselt ist.
Brohte wohl auch darauf, dass er in Serbien noch 2012 wegen einer Vergewaltigung auch verurteilt worden ist und da erst 2018 aus der Haft entlassen wurde. Dann also ein Jahr später kam er nach Deutschland und 2020 kam es dann zu den Taten hier. Die Ermittler wissen ab diesem Zeitpunkt, mit wem sie es zu tun haben.
Doch festnehmen können sie Sinisaka erst einmal nicht. Der Serbe hat keinen festen Wohnsitz und es gibt keine Anhaltspunkte, wo er sich aufhält. Doch dann schlägt sie Nisa K ein weiteres Mal zu. Am 14. Juli war es dann die letzte Tat, bis er festgenommen werden konnte. Ähm da war es auf einem in einem Waldstück zwischen Pozdam und der A115.
wo er einer Joggerin aufgelauert hat und diese dann quasi äh ins Gebüsch gezogen hat und nord vergewaltigt hat. Äh, die Frau ist dann von zwei Spaziergängerinnen kurze Zeit danach äh angetroffen worden, die auch sofort die Polizei verständigt haben. Die war ohnehin schon grundsätzlich ähm natürlich mit verstärkter Präsenz vor Ort und ähm das führt dann noch dazu, dass er tatsächlich kurze Zeit danach, 45 Minuten nach der Tat erstmal von zwei Polizeibeamten festgestellt werden konnte ähm auf die Entfernung hinweg mit
seinem blauen Fahrrad. Er hat das Fahrrad dann weggeworfen und hat die Flucht angetreten ähm mit einem wohl irsinnigen Tempo. Also selbst die beiden ähm sportlich trainierten Polizeibeamten konnten die da nicht einholen. Er hat sich auch durch zwei Warnschüsse ähm die die Polizeibeamten abgegeben haben, nicht von seiner Flucht äh abhalten lassen und dann quasi wirklich äh kreuz und quer dadurch.
Aber jetzt hatte man war man zumindest schon mal so ungefähr in seiner Nähe. Es waren Hubschrauber im Einsatz, die das ganze Gebiet von oben überwacht haben und versucht haben, ihn auf die Art und Weise ähm zu finden. Es waren Mentrailerhunde, also Polizeihunde im Einsatz. Die Beamten sehen endlich eine Chance, Sinisa K festzunehmen.
Schließlich erhalten sie von zwei Anwohnern den entscheidenden Hinweis. Let Plend des selben Tages allerdings doch der Hinweis von zwei Joggern, die gesagt haben, wir haben da eine Person gesehen, die sich irgendwie auffällig im Gebüsch versteckt, dass er dann festgenommen werden konnte. ist und hat dann auch da noch mal versucht sich der Festnahme zu entziehen, konnte dann aber eingeholt werden und dann ähm mittels eines sogenannten Blendschlags äh gestoppt werden.
Das ist also ein so massiver Schlag, der also normalerweise gegen den Kopf gegen die zwischen die beiden Augen oder ähnliches durchgeführt wird, dass man einen sofortigen Moment der Konfusion und des Schocks hat und damit irgendwie erstmal nicht mehr wertfähig ist und das führt dann eben dann auch zu seiner Festnahme. Nach vier Wochen wird sie naka.
Juli 2020 von den Polizeibeamten festgenommen. Er kommt in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen schweigt der 30-jährige. Der Saffverständige in der Hauptverhandlung hat ihm dem Machttypus des Vergewaltigers zugeordnet. Es hat sich also quasi herausgestellt, er hat eine bestimmte sexuelle Fantasie äh die er versucht hat ähm zunächst irgendwie mit durch den Konsum von Pornos und so weiter ähm äh anzufüttern und die er dann jetzt quasi irgendwie im realen Leben ausleben wollte durch diese Vergewaltigung. Und diese Fantasie des
Machttypus sieht eben vor, dass er zwar eine Frau vergewaltigt, aber dann quasi während der Vergewaltigung die Frau so von äh seinem Auftritt äh seinem sexuellen Gebaren und so weiter überzeugt ist, äh dass sie sich dann quasi ähm umentscheidet und dann quasi ihm hingibt. Das Gericht stuft den 30-jährigen aufgrund dieser Fantasien als äußerst gefährlich ein und ordnet eine Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung an.
Das Gericht muss erstmal für jede einzelne Tat entscheiden. Was hält es für Tat und Schuld angemessen? Da spielen dann hier auch unterschiedliche Aspekte eine Rolle. eben, wenn noch eine Waffe oder ein anderes gefähliches Werkzeug wie etwa der Schraubentreher mit dabei waren, ähm dann natürlich die Tatfolgen und äh ähnliches, das dann damit ähm zu berücksichtigen ist und daraus hat man dann eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren gebildet, die setzt da auch nach wie vor noch ab und weil eben der Sachverständige auch zu dem Schluss
gekommen ist, dass er dann sobald er wieder auf freiem Fuß ist weitere Sexualdelikte begehen wird, hat das Gerät auch die Sicherungsverwahrung angeordnet. Die Opfer haben nach wie vor ähm äh psychologische Erkrankungen, Panikstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen mussten sich in intensive Behandlungen geben.
Nicht nur eben wegen der körperlichen Verletzung, die sie erlitten haben, sondern auch wegen der psychischen Verletzungen. Es sind ähm Umstände dabei, dass einfach das Leben sich von einer Sekunde auf die andere ändert. Also ähm die überfallene Joggerin beispielsweise ähm war leidenschaftliche Sportlerin, seitdem geht sie nicht mehr joggen.
Andere trauen sich über Monate mindestens hinweg nicht mehr irgendwie alleine vor die Tür. Es gibt ähm ganz viele kleine Impulse, die einfach quasi wieder die Erinnerung wach werden lassen können. Also insofern ist das eine Belastung, die mit einer solchen Straft einhergeht, die immens ist und die schlechtestenfalls ähm das gesamte weitere Leben äh dann bestimmen kann.
Die Betroffenen werden nach wie vor intensiv therapeutisch betreut. Sinisa K wurde als voll schuldfähig eingestuft. Einsicht zeigt er bis heute nicht. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.
Feuer. Die moderne Menschheit hat das Feuer genommen und in ein Werkzeug verwandelt. Aber oft vergessen wir, das Feuer eine der zerstörerischten Kräfte auf diesem Planeten sein kann. Ein einziges Streichholz kann einen Grill anzünden oder ein Haus niederbrennen. Ein einziger Funke kann zu einem Flächenbrand werden, der durch die Landschaft fegt, Wälder zerstört und alles, was darin lebt, vernichtet.
Diese Flammen können sich auch im Menschen manifestieren. Zorn, Wut, Macht, Gewalt, Lust. Manchmal machen Menschen Feuer nur um es brennen zu sehen. Ein Mann ging vom Verbrennen von Holz zum Verbrennen von Menschen über. Dieser Mann hieß Odys Tool und die Flammen in seinem Geist wurden später zu den Flammen, die seine Opfer verzehrten.
Hi, ich bin Diane Helscher, Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten erscheint jeden Donnerstag mit einer neuen Folge auf Spotify, Apple, Amazon Music und überall dort, wo ihr Podcasts hören könnt. Am besten abonniert ihr uns direkt, um keine neue Folge zu verpassen. Und ich bin Max Spalleck.
Ja, und heute tauchen wir tief in das Leben von Odys Tool ein, auch als der Kannibalenjunge bekannt. Odes Tool tötete sein erstes Opfer 1961 und setzte seine Morde bis zu seiner Festnahme 1983 fort. Er wurde wegen sechs verschiedener Morde verurteilt, gestand aber über 100. Es ist klar, dass die meisten seiner Geständnisse lügen waren, aber die genaue Anzahl der Menschen, die er tötete, ist bis heute unbekannt.
Tool war ein Landstreicher und beging viele Verbrechen in den gesamten USA, hauptsächlich in den südlichen Staaten. Seine berüchtigsten Taten fanden in seiner Heimatstadt Jacksonville, Florida statt. Er behauptete auf fast jede erdenkliche Weise getötet zu haben. Anschließlich satanischer Rituale, obwohl sein erster verurteilter Mord durch Brandstiftung geschah.
Er wurde vor allem für seine Zusammenarbeit mit dem Serienmörder Henry Lee Lucas und sein Geständnis der Entführung und Ermordung des Sechsjährigen Adam Walsh bekannt. Odis Alwood Tool wurde am 5. März 1947 in Jacksonville, Florida als Sohn von William Bill Henry Tool und Sarah Lorine Harley geboren. Betrachtet man, wie Odys Eltern ihn behandelten, ist es leicht zu erkennen, wie sein Geist so verdreht werden konnte.
Bill Tool war ein Alkoholiker, der sich nicht um die Gesundheit seines Sohnes kümmerte. Als Odys erst 5 Jahre alt war und unschuldig zu Hause mit einem Spielzeug spielte, kam einer der Freunde seines Vaters zu Besuch. Sein Vater und der Freund wechselten erst ein paar Worte und dann gab der Freund dem Vater Geld.
Bill Tool befahl Odys mit seinem Freund in das andere Zimmer zu gehen. Odys zerbrechlicher junger Geist war nicht auf das vorbereitet, was in diesem Zimmer geschehen würde. Bill Tool, Odys eigener Vater, verkaufte den fünfjährigen Körper seines Sohnes an einen Freund. Mindestens einer der Freunde von Odys Vater vergewaltigte ihn, aber Odys glaubt, dass er an mehrere verkauft wurde.
Laut der psychologischen Studie Impact of Child Sexual Abuse a Review of the Research kann sexueller Missbrauch viele langfristige negative Auswirkungen auf die Psyche eines Kindes haben, einschließlich gestörter sexueller Funktionen als Erwachsener. Diese Auswirkungen verschlimmern sich, wenn der Missbrauch durch eine Vaterfigur erfolgt, häufig oder über einen langen Zeitraum hinweg passiert, Penetration beinhaltet oder unter Anwendung oder Androhung von Gewalt geschieht.
In Ordesfall traf all dies zu. Bill verließ später die Familie, aber die Schrecken von Odys Kindheit gingen weiter. Seine Mutter Sarah Harley, war eine grausame Frau und religiöse Extremistin. Sie misshandelte ihren Sohn auf verschiedene Arten und Odys erinnerte sich deutlich daran, dass sie ihn in Mädchenkleidung steckte und ihn spöttisch Susan nannte.
Sarah Harley ist nicht die einzige Frau, die ihren Sohn zwang, Mädchenkleidung zu tragen und jede Frau scheint ihre eigenen Gründe dafür zu haben. Manche zwingen ihre Söhne Kleider zu tragen, weil sie sich eine Tochter und keinen Sohn wünschten. Sarah KH, eine britische Fernsehpersönlichkeit, sorgte im April 2018 für Kontroversen, als sie ihren Sohn zwang, ein Kleid in der Schule zu tragen, damit er weiß, dass es in Ordnung ist, anders zu sein.
Laud Odysse zog seine Mutter ihm Mädchenkleidung als Strafe an. Sie nannte ihn Susan, um ihn zu demütigen und wegen seines feminin wirkenden Verhaltens herabzusetzen, was nur zu seiner weiteren Verwirrung beitrug. Sarah Harley war nicht die einzige in der Familie, die Odys gerne ein Kleid anzog.
Druzilla, seine ältere Schwester, liebte es ihn in einem Kleid zu sehen, weil sie immer eine jüngere Schwester haben wollte. Sie spielte mit Odys und nannte ihn ebenfalls Susan. Dann führte sie Odys in ein anderes Zimmer und ihre Spiele wurden sexuell und inzestuös. Kinder lernen Verhalten durch ihre Umgebung und von den Personen, die sie erziehen.
Angesichts Odysseellen Missbrauch von klein auf erscheint es nur logisch, dass Drilla und seine vier anderen Brüder ebenfalls darunter litten. Albert Banduras sozialer Lerntheorie der Aggression agierte Drusilla gegenüber ihrem jüngeren Bruder auf dieselbe Weise, wie die Erwachsenen in ihrem Leben sie behandelten. Missbräuchlich und incestuös behauptete, dass ihn auch andere Mitglieder der erweiterten Familie, vergewaltigten und sexuell missbrauchten und Nachbarn aus der Gegend an dem Missbrauch teilnahmen.
Es scheint, dass selbst nachdem sein Vater gegangen war, die Täter weiterhin anklopften. Odes sagte, dass sich der Missbrauch noch verschlimmerte, als er sich im Alter von 10 Jahren gegenüber seiner Familie als homosexuell autete. Odysse beschrieb seine Kindheit als Albtraum, aus dem er nicht entkommen konnte. Er war verwirrt und verängstigt.
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