Seit über einem Jahrzehnt sind sie das Gesicht des deutschen Jetsets: Robert und Carmen Geiss. In ihrer RTL-2-Doku „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“ lassen sie die Zuschauer an einem Leben teilhaben, von dem die meisten nur träumen können. Immobilien in Saint-Tropez, Luxusautos, Privatjets und die obligatorische 38-Meter-Yacht „Indigo Star“. Doch hinter der glitzernden Fassade aus Champagner und Designer-Mode mehren sich nun die Zeichen, dass das Luxus-Märchen der Geissens womöglich auf einem wackeligen Fundament aus Schulden und geschickten Werbetricks erbaut wurde.
Besonders Robert Geiss gibt sich gerne als der selfmade Millionär, der ausgesorgt hat. Erst kürzlich tönte er in einem Podcast, dass er die 100-Millionen-Euro-Marke geknackt habe – eine Basis, die ihm ein ruhiges Leben bis ins hohe Alter garantieren soll. Doch Recherchen von „Business Insider“ zeichnen ein deutlich düstereres Bild. Mehrere Firmen des Paares sollen in den letzten Jahren keine Gewinne erzielt, sondern teilweise herbe Verluste eingefahren haben. So soll die in Luxemburg ansässige Holding des Unternehmers allein vor drei Jahren Verluste im fünfstelligen Bereich verzeichnet haben, und das bei Umsätzen in Millionenhöhe. Es scheint, als würden sich die ikonischen Totenkopf-Shirts seiner Modemarke Roberto Geissini längst nicht mehr so gut verkaufen wie zu den Glanzzeiten.

Noch pikanter wird es beim Thema Immobilien und Fuhrpark. Während die Geissens im Fernsehen den Eindruck erwecken, Besitzer zahlreicher Luxusgüter zu sein, deuten Insider-Berichte darauf hin, dass ein Großteil dieses Wohlstands lediglich gemietet oder geleast ist. Villen, Autos und sogar Helikopter werden angeblich nur für die Dreharbeiten angemietet, wobei die Kosten dafür steuerlich geschickt abgeschrieben werden sollen. Sogar das Herzstück ihres maritimen Lifestyles, die „Indigo Star“, steht im Zentrum der Spekulationen. Laut Informationen der „Bild“-Zeitung gehört das Schiff gar nicht Robert persönlich, sondern einer Firma in einem Steuerparadies. Geiss darf das Boot zwar nutzen, doch ob er tatsächlich der Eigentümer ist, bleibt fraglich. Fakt ist jedoch: Die Präsenz der Yacht im Fernsehen dient als perfekter Werbeeffekt, da das Schiff von Privatpersonen für stolze 15.000 Euro pro Tag gechartert werden kann.
Dies wirft die Frage auf: Ist das Leben der Geissens in Wahrheit ein einziges, riesiges Marketing-Konstrukt? Nutzen sie die TV-Show, um einen Status vorzugaukeln, der ihnen Türen öffnet und Geschäfte ermöglicht, die sie sich privat gar nicht mehr leisten könnten? Der Druck ist groß, denn nicht nur Robert und Carmen sind an den Luxus gewöhnt. Auch ihre Töchter Shania und Davina kennen seit ihrer Kindheit nichts anderes als ein Leben in der High Society und fordern diesen Standard konsequent ein. Ein finanzieller Abstieg wäre für die Marke „Die Geissens“ der absolute Super-GAU.

Sollten die Enthüllungen über die Schulden und die miesen Firmenbilanzen stimmen, könnte es im Hause Geiss bald ungemütlich werden. Ein Leben auf Pump funktioniert nur so lange, wie die Werbeeinnahmen sprudeln und das öffentliche Interesse hoch bleibt. Doch die kritischen Stimmen werden lauter, und die Zuschauer beginnen zu hinterfragen, wie viel „Realität“ in ihrer Reality-Show tatsächlich noch steckt. Ob Robert und Carmen den Karren noch einmal aus dem Dreck ziehen können oder ob die Luxus-Lüge endgültig platzt, werden die nächsten Monate zeigen. Eines ist jedoch sicher: Die schillernde Fassade der bekanntesten Millionärsfamilie Deutschlands hat tiefere Risse bekommen, als Robert Geiss vermutlich zugeben möchte.
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