Düsseldorf, Stadtteil Niederkassel. Es ist der 1. April 1991, kurz vor Mitternacht. In einem ruhigen, unauffälligen Wohnhaus an der Kaiser-Friedrich-Rings-Gegend brennt noch Licht. Detlev Rohwedder sitzt an seinem Schreibtisch, vertieft in Akten, die das Schicksal von Millionen Menschen besiegeln. Er schläft in diesen Monaten kaum, trägt die Last der mächtigsten Wirtschaftsbehörde, die die Bundesrepublik je gesehen hat: der Treuhandanstalt. Plötzlich zerreißen drei Schüsse aus dem Dunkel des Gartens die Stille der Nacht. Präzise. Kalt. Tödlich. Der 58-jährige Rohwedder stirbt noch am Tatort. Ein Bekennerschreiben der Roten Armee Fraktion (RAF) taucht auf. Doch werfen die Indizien bis heute drängende Fragen auf: War es wirklich die RAF? Oder musste ein Mann sterben, weil er den größten Ausverkauf der deutschen Geschichte bremsen wollte?

Um dieses tiefgreifende Trauma der deutschen Einheit zu begreifen, müssen wir in den Sommer 1990 zurückkehren. Die Treuhandanstalt erbte nicht einfach nur eine marode Wirtschaft. Sie erbte eine völlig andere Welt. Erich Honecker hatte die DDR jahrelang in Statistiken als die zehntgrößte Industrienation der Welt inszeniert. Selbst westdeutsche Banker hatten dem Glauben geschenkt und großzügig Kredite vergeben. Als jedoch nach dem Fall der Mauer westdeutsche Wirtschaftsprüfer mit ihren Aktenkoffern und einer kalten, marktwirtschaftlichen Sprache in die ostdeutschen Kombinate strömten, fanden sie keine glänzenden Bilanzen. Sie fanden Maschinen aus den 1950er Jahren und ein System, das nach völlig anderen Maßstäben funktionierte.
Das Volkseigene Betriebs-System (VEB) war nämlich weitaus mehr als nur ein Arbeitsplatz. Es war das Herzschlagnetzwerk einer ganzen Gesellschaft. Ein Betrieb wie das Kombinat Carl Zeiss in Jena mit seinen 69.000 Beschäftigten war nicht einfach nur ein Hersteller von Linsen und Mikroskopen, die an Bord sowjetischer Satelliten flogen. Zeiss versorgte eine ganze Stadt: mit Wohnungen, eigenen Kindergärten, Ferienheimen und Polikliniken. Der Betrieb war das soziale Zentrum, die Identität der Menschen. Fiel der Betrieb, fiel das gesamte Leben in sich zusammen. Genau das sollte bald grausame Realität werden.
Am 1. Juli 1990, dem Tag der Währungsunion, änderte sich alles. Mit der Einführung der D-Mark wurden die volkseigenen Betriebe über Nacht auf den gnadenlosen Weltmarkt geworfen. Plötzlich waren die Kosten zu hoch, die alten Anlagen unrentabel, die traditionellen Absatzmärkte in Osteuropa schlagartig weggebrochen. Vier Millionen Menschen zitterten um ihre Existenz. Genau an diesem Tag trat Bundeskanzler Helmut Kohl vor die Kameras und gab sein historisches Versprechen: Er sprach von “blühenden Landschaften”. Niemand müsse sich Sorgen machen, es werde keinen sozialen Kahlschlag geben. Nur drei Jahre später las man exakt diese Worte als zynisches Graffiti an den verrosteten Toren stillgelegter Fabrikhallen.
Die Treuhandanstalt, ursprünglich noch von der scheidenden DDR-Regierung gegründet, um das Volkseigentum in “Volksaktien” umzuwandeln, bekam nach einer drastischen Gesetzesänderung im Juni 1990 einen neuen, eisigen Auftrag: Privatisieren. So schnell wie möglich, so gewinnbringend wie möglich. In der Zentrale in Berlin – ausgerechnet im riesigen ehemaligen Reichsluftfahrtministerium von Hermann Göring – saßen fortan überwiegend westdeutsche Manager. Sie brachten Erfahrung mit, aber viele brachten auch eine erschreckende Arroganz. Auf den Fluren flüsterte man abfällig von der “Buschzulage” – einer satten Gehaltsprämie für westdeutsche Berater, die sich “herabließen”, in den Osten zu gehen. Ein Begriff aus der Kolonialzeit, der tiefe Gräben aufriß.

Detlev Rohwedder, der im Sommer 1990 das Ruder übernahm, war anders. Als erfahrener Industriemanager wusste er um den menschlichen Preis von Werksschließungen. Seine eiserne Regel lautete: „Schnell privatisieren, entschlossen sanieren, behutsam stilllegen.“ Er wollte den ostdeutschen Betrieben eine echte Überlebenschance geben. Doch die Uhr tickte, und die unerbittliche Logik des Marktes, gepaart mit den Interessen westdeutscher Konzerne, ließ keinen Raum für Behutsamkeit.
Es begann ein gigantischer Ausverkauf, der viele Ostdeutsche noch heute mit unbändiger Wut erfüllt. Betriebe wurden für eine symbolische Mark verscherbelt. Die Begründung der Treuhand klang logisch: Wer den Betrieb nimmt, übernimmt auch die immensen Schulden und investiert. Doch die bittere Realität sah oft anders aus. Über 80 Prozent der ostdeutschen Unternehmen gingen an westdeutsche Käufer. Ostdeutsche Interessenten scheiterten schlichtweg am Eigenkapital – wer 40 Jahre in einem System ohne Privatbesitz gelebt hatte, besaß nichts. Was dann geschah, glich oft einem Raubzug. Westdeutsche Konzerne kauften ihre direkten Konkurrenten im Osten auf, nicht um sie zu sanieren, sondern um sie brutal vom Markt zu fegen. Strategische Akquisition zur Marktbereinigung. Man kaufte die Konkurrenz, um sie für immer verschwinden zu lassen.
Der Gipfel der Skrupellosigkeit offenbarte sich im Skandal um die Leuna-Werke. Das gigantische Chemiewerk in Sachsen-Anhalt wurde 1992 an den französischen Ölkonzern Elf Aquitaine verkauft. Der deutsche Steuerzahler übernahm großzügig die Altlasten und pumpte Milliarden an Subventionen in das Projekt. Doch hinter den Kulissen flossen gigantische Schmiergelder. Gelder, die über dunkle Kanäle in den schwarzen Kassen der CDU gelandet sein sollen. Helmut Kohl gestand später die Existenz dieser illegalen Konten ein, nahm das Geheimnis um die Herkunft der Millionen jedoch mit ins Grab. Beweise verschwanden, Akten blieben unter Verschluss, niemand wurde ernsthaft zur Rechenschaft gezogen. Die Treuhand agierte fernab jeder parlamentarischen Kontrolle – und verbrannte Unsummen.
Während in Berliner Hinterzimmern über Milliarden gedealt wurde, zerbrach auf den Straßen Ostdeutschlands das Leben von Millionen. In Jena schrumpfte Carl Zeiss von 69.000 auf kümmerliche 4.000 Mitarbeiter. Für die Entlassenen verschwand nicht nur das Einkommen. Die Kindergärten schlossen, die Betriebskliniken machten dicht. Psychologen stellten fest, dass die Menschen nicht nur arbeitslos wurden; sie erlitten einen kompletten Identitätsverlust. Männer und Frauen, die jahrelang stolz in ihrem Beruf standen, wurden plötzlich als völlig wertlos abgestempelt, weil ihre Zeugnisse den falschen Stempel trugen. Die Jungen flohen in Scharen in den Westen, die Älteren blieben in der Perspektivlosigkeit zurück. Von den 4 Millionen Arbeitsplätzen wurden 2,5 Millionen unwiederbringlich vernichtet. Das geflügelte Wort jener Zeit war “Abwicklung”. Es klang nach Bürokratie, bedeutete aber den Tod ganzer Regionen.
Detlev Rohwedder erlebte diesen endgültigen Kollaps nicht mehr. Sein Mord im April 1991 bleibt eines der größten Mysterien der Republik. Zwar hinterließ die RAF Bekennerschreiben, doch die Organisation war damals bereits ein Schatten ihrer selbst. Hatten ehemalige Stasi-Netzwerke geholfen? Eine bis heute unbekannte weibliche DNA-Spur wirft weiterhin ungelöste Fragen auf. Wem nützte sein Tod wirklich? Unter seiner Nachfolgerin Birgit Breuel drückte die Treuhand gnadenlos aufs Gaspedal. Ende 1994 schloss die Behörde ihre Türen und hinterließ einen gigantischen Schuldenberg von 250 Milliarden D-Mark – getragen von allen deutschen Steuerzahlern.
Heute heißt das ehemalige Gebäude der Treuhandanstalt “Detlev-Rohwedder-Haus”. Es ist das Sitz des Bundesfinanzministeriums. Eine kleine Bronzetafel erinnert an den Mann, der die Zerstörung drosseln wollte und dafür mit seinem Leben bezahlte. Doch für die Opfer dieser beispiellosen Deindustrialisierung bleibt es ein schwacher Trost. Die Frage, ob die Treuhandanstalt ein notwendiges Übel oder der systematische Ausverkauf einer ganzen Nation war, wird die deutsche Gesellschaft wohl noch über Generationen hinweg spalten. Fest steht: Die Wunden der “Abwicklung” bluten bis heute.
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