Wahre Verbrechen I Das Haus des Killers I True Cri...

Wahre Verbrechen I Das Haus des Killers I True Crime Dokumentation T – Part 2

 Manchmal verschafft die Botschaft dem Täter einen zusätzlichen Kick. In anderen Fällen handelt es sich um einen Appell Aufmerksamkeit der Medien. Seltener, aber in der Popkultur häufiger, kann die Nachricht Teil eines Hinweisspiels sein, zu dem die Ermittler eingeladen werden. Oder sie signalisiert, dass der Täter noch nicht am Ende ist.

 Er will der Welt zeigen, daß weitere Taten folgen werden. Es sollte nicht die letzte Botschaft des Ged Rose Steppers an die Polizei bleiben und José Cortez sollte nicht sein letztes Opfer bleiben. Im Herbst 1978 zerbrachen sich die Beamten des LAAPD den Kopf über zwei Messermorde in Skidro. In den Medien fanden die Verbrechen jedoch kaum Beachtung.

Am 30. Oktober schenkten die meisten Einwohner von Los Angeles, dem neuen Mörder in der Innenstadt kaum Beachtung. Sie waren damit beschäftigt, gruselige Kostüme zu kaufen oder ins Kino zu strömen, wo der neueste Horrorfilm Halloween lief. Die Bewohner von Skid Row hingegen waren mehr damit beschäftigt, einen warmen Schlafplatz zu finden und dem sehr realen Killer zu entkommen, der ihr Viertel terrorisierte.

und der war schon auf der Suche nach dem nächsten Opfer. Der Skidro Stabber forderte am 30. Oktober sein drittes Opfer. Der 46-jährige Bruce Drake wurde erstochen in einer Gasse im Block 600 der South Cola Street aufgefunden. Bruce war ein langjähriger Bewohner des Stadtzentrums. Bekannte berichteten, dass sein Lieblingsschmuckstück von der Leiche gestohlen worden war.

 Das war zwar kein großer Hinweis, aber immerhin ein Detail, dass die Ermittler im Auge behalten konnten. Doch es blieb keine Zeit, den Fall Bruce aufzuklären. Nur 5 Tage später, am 4. November wurde der 65-jährige JP Henderson nur wenige Straßen vom Fundort der letzten Leiche entfernt entdeckt. Er lag mit einer ähnlichen tödlichen Verletzung am Oberkörper ausgestreckt auf einem Gehweg.

Trotz steigender Opferzahlen tappten die Ermittler im Dunkeln. Überforderte Einsatzkräfte und mangelnde Medienaufmerksamkeit machten die Situation nicht einfacher. Doch am Abend des 9. November änderte sich alles. In dieser Nacht versammelten sich drei obdachlose Männer vor der Zentralbibliothek von Los Angeles auf der Suche nach einem bequemen und sicheren Schlafplatz.

Als sie sich einrichten wollten, bemerkten sie einen großen schwarzen Mann, der auf sie zukam. Seine langsam, bedrohlichen Bewegungen machten sie nervös. Da sie sich aber in der Gruppe sicher wähnten, blieben sie stehen und warteten, bis der Fremde näher kam. Der Mann stand schweigend und sehr einschüchternd vor ihnen.

 Es wirkte wie ein Showdown aus dem wilden Westen. Die angespannte Stille wurde erst durchbrochen, als einer der Obdachlosen fragte: “Wer bist du?” Die Zeugen berichteten später, dass die Stimme des Unbekannten tief und unheimlich gewesen sei. Außerdem habe er einen starken karibischen oder spanischen Akzent gehabt.

 Nach einigen Sekunden undeutlich in Gemurmels rief er: “Ich bin Luther. Ich bin der Friedensstifter. Ich töte Winos.” Winos meint in diesem Kontext womöglich Obdachlose. Allerdings wird der Begriff auch umgangssprachlich für Alkoholiker oder betrunkene Menschen verwendet. Im folgenden werden wir den Begriff mit Obdachlose übersetzen.

Mit einem letzten drohenden Blick wandte er sich ab. Die Männer atmeten erleichtert auf. Doch nur wenige Augenblicke später hörten sie einen markerschütternden Schrei aus der nächsten Ecke. Instinktiv rannten die verängstigten Männer dem Geräusch entgegen. Wenige Meter entfernt fanden sie den 39-jährigen David Martin Jones.

 Er lag mit Stichwunden auf dem Bürgersteig. Wie seine Entdecker hatte er nur einen Schlafplatz gesucht. Die schockierte Gruppe kannte David als Stammgast in Skidro gut und alarmierte sofort Hilfe. Als die Beamten eintrafen, lehnte David stöhnend an einer Wand. Er hob sein durchnästes Hemd und zeigte den Polizisten die Stichwunden.

Dann ließ er das Hemd fallen und starb. Die Ermittler erkannten sofort die typischen Merkmale des Skidrobers. David war jedoch das erste Opfer, das lebend am Tatort gefunden wurde. Obwohl seine Verletzungen tödlich waren, stellte dies einen bedeutenden Unterschied zu früheren Verbrechen dar. Noch wichtiger waren die Aussagen der Augenzeugen, die kurz vor Davids Überfall bedroht worden waren.

 Die Ermittler hatten nun nicht nur eine Personenbeschreibung des Verdächtigen, sondern auch ein mögliches Motiv, seine erklärte Absicht, Obdachlose zu töten. Mit diesen neuen Informationen intensivierte das LAPD schließlich die Suche nach dem Täter. Mit fast 50 Häuserblocks war das Gebiet Skidro jedoch zu groß.

 um rund um die Uhr vollständig überwacht zu werden. So starben weitere Menschen durch die Hand des Stabbers, bevor der nächste brauchbare Hinweis auftauchte. Am 11. November wurde der 57-jährige Francisco Rodriguez erstochen auf einem Parkplatz in Skidro aufgefunden. Nur 24 Stunden später wurden der 36-jährige Frank Reed und der 49-jährige Augustin Luna auf nahgelegenen Parkplätzen mit ähnlichen Stichwunden Tod aufgefunden.

Einer von Frank Reeds wenigen Besitztümern eine besondere Gedenkmünze war gestohlen worden, vermutlich vom Mörder. Am 17. November schlug der Mörder erneut zu. Derjährige Aboriginy Malford Fletcher, auch bekannt als Jimmy White Buffalo, wurde erstochen auf einem Parkplatz in der Mainstreet aufgefunden. Frank Garcia, das zehnte Opfer des Stebbers, wurde am Thanksgiving Tag 1978 im Rathaus ermordet.

 Wie die anderen Opfer wurde auch erstochen. Doch diesmal fand die Polizei einen blutigen Handabdruck am Tatort. Ein wichtiges Beweisstück, aber ohne ein Verdächtigen, mit dem es verglichen werden konnte, weitgehend nutzlos. Es scheint unverständlich, dass das LAAPD nach zehn fast identischen Morden in einem so kleinen Gebiet keine großen Fortschritte gemacht hatte.

 Es gibt jedoch einige mögliche Erklärungen für die schleppenden Ermittlungen. Zum einen ist unklar, ob Angehörige oder Bekannte die Fälle der Opfer weiter verfolgten. Zum anderen werden Gewaltverbrechen an Obdachlosen wie bereits erwähnt von den Behörden und der Öffentlichkeit weniger beachtet. Der Morton Frank half den Ermittlern jedoch ein Opferprofil zu erstellen.

 Der Steber hat es offensichtlich auf meist obdachlose Männer ähnlichen Alters abgesehen, griff spät in der Nacht an und benutzte immer die gleiche Art von Messer. Bei einigen Opfern waren die Hosen heruntergezogen worden. Dies deutete daraufhin, dass der Stabber Erinnerungsstücke aus den Taschen der Opfer entwendete und möglicherweise einen sexuellen Fetisch für die Erniedrigung seiner Opfer an den Tatorten hatte.

 Belegt ist das aber nicht. Der Mord an Garcia im Rathaus ereignete sich nur wenige Meter vom LAPD Parker Center entfernt. Der Mörder schien sich über die Ermittler lustig zu machen. Dann hörten die Morde plötzlich auf. Für ganze zwei Monate. Zumindest wurden in dieser Zeit keine weiteren Todesfälle mit dem Stabber in Verbindung gebracht.

Der Mörder schien verschwunden. Während dies für die wehrlosen Bewohner von Skidro eine große Erleichterung bedeutete, terrorisierten zu dieser Zeit mindestens zwei weitere Serienmörder die Stadt. Im Januar 1979 hatten die Einwohner von Los Angeles die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht. In Südkalifornien brach Panik aus.

 Die anhaltende Gewalt wurde zu einem nationalen Ärgernis und die Medien übten massiven Druck auf die Behörden aus, die Straßen sicherer zu machen. Die Polizei arbeitete nun mit neuem Eifer, bildete Sonderkommission und trieb die Ermittlung voran. Während der Ermittlung zu den Messerstechereien in Skid Rose stießen die Beamten auf einen weiteren rätselhaften, aber nützlichen Hinweis.

Am 3. Januar 1979 wurde ein mysteriöses Graffiti auf einer Toilettentür im Greyhound Busbahnhof in der Innenstadt von Los Angeles entdeckt. Die beunruhigende Botschaft lautete: “Mein Name ist Luther. Ich töte die Obdachlosen. Ich erlöse sie von ihrem Elend. Dies ähnte auf unheimliche Weise der rätselhaften Botschaft, die vor der Ermordung von David Martin Jones vor der Bibliothek gerufen wurde.

Die Polizei vermutete, dass Luther eine Abkürzung für den gefallenen Engel Luzifer sein könnte. Aufgrund dieser Überlegung und der früheren Botschaft auf der Brust von José Cortez schien es fast sicher, dass der gesuchte Mörder ein Satanist war. Der klinische Psychologe Gavin Ivy aus Australien, der die Psychologie satanischer Verehrung erforscht, definiert Satanismus als einen spezifischen religiösen Kult, der durch die Umkehrung christlicher Normen und Ideologien gekennzeichnet ist.

Ivi argumentiert, dass satanistische Aktivitäten stark mit harten sozioökonomischen Realitäten und sozialer Instabilität korrelieren. Einige selbsternte Satanisten drücken ihre Überzeugungen durch Rituale aus, die sich in besonders schädlichen Formen kriminellen Verhaltens wie Schändung, Vergewaltigung oder Mord manifestieren können.

 Einige Anhänger Luzifers sehen in ihm ein Vorbild der Erleuchtung. Die Botschaft am Busbahnhof schien dieses Glaubenssystem zu bestätigen. Mein Name ist Luther. Ich töte die Obdachlosen. Ich erlöse sie von ihrem Elend. Die Ermittler waren fast sofort davon überzeugt, dass die Nachricht vom Skid Rose Dapper stammte. Wenn Sie recht hatten, hatte sich der Mörder nun zweimal Luther genannt.

 Doch während sie versuchten, dieses neue Puzzleteil zu verstehen, forderte der Stepper ein weiteres Opfer. Sein erstes seit zwei Monaten. Der 26-jährige Luis Alvarez wurde am 21. Januar 1979 erstochen am Harlem Place 415 in Downtown Los Angeles gefunden. Obwohl die Vorgehensweise mit den anderen zehn Opfern übereinstimmte, wichen andere Aspekte von dem bekannten Muster ab.

Erstens war Lis jüngste Opfer des Sterbers und vor allem war er kein Obdachloser aus Gid Rose, sondern lebte im etwa 16 km entfernten Calver City. Zunächst war die Polizei ratlos. War vielleicht ein weiterer Serienmörder in Downtown LA unterwegs? Oder war Louis nur ein weiteres Opfer des Stabbers? Doch nicht nur das verwirrte die Ermittler.

Der Mort an Louis geschah nach einer zweimonatigen Pause des Mörders im Oktober. Auf dem Höhepunkt der Mordjäer lagen nie mehr als sechs Tage zwischen den Messerstichen. Dann ab Dezember nichts mehr. Das Timing war merkwürdig. Und einige Ermittler fragten sich, was der Grund für die Pause war.

 Bis zur Ermordung von Louis schien es möglich, dass der Steber gestorben oder aus Los Angeles weggezogen war. Jetzt schien es wahrscheinlicher, dass er für ein paar Monate verhindert war. Vielleicht, nur vielleicht war er im Gefängnis. Der ehemalige Detectiv Tom Lang berichtete ABC News, dass zwischen dem 23. November 1978 und Mitte Januar 1979 rund 43 000 Menschen in Los Angeles verhaftet wurden.

 Angesichts dieser enormen Zahl beschloss das LAPD die Suche einzugrenzen. Man konzentrierte sich auf Männer, die dem Profil entsprachen, dass die drei Obdachlosen nach ihrer Begegnung in der Nähe der Bibliothek beschrieben hatten. Mit diesem Vorfall im Hinterkopf suchten die Beamten nach einem schwarzen Mann in den 30ern, der möglicherweise mit einem Messer festgenommen worden war, das zur Tatwaffe passt.

 Sie durchforsteten tausende von Festnahmeakten. Nach mehreren Wochen hatten sie Erfolg. Die spezifischen Suchkriterien führten sie zu dem 29-jährigen Bobby Joe Maxwell. Er war im Dezember dabei beobachtet worden, wie er über einen betrunkenen Obdachlosen stand. Bei seiner Festnahme trug Maxwell eine versteckte Waffe bei sich, ein zweischneidiges Messer aus rostfreiem Stahl.

 Für die Behörden schien die Übereinstimmung perfekt. Sie glaubten, den Täter gefunden zu haben. Nun musste der Fall nur noch zu den Akten gelegt werden. Anfang 1979 konzentrierten sich die Ermittler von Los Angeles auf einen Mann, den sie für den Skid Roseber hielten. Zu diesem Zeitpunkt wurden ihm bereits elf Tötungsdelikte in dem für seine obdachlosen Population bekannten Innenstadtbezirk zugeschrieben.

Die Ermittlungen führten die Polizei zu dem 29-jährigen Bobby Joe Maxwell. Doch bevor wir uns mit den Vorwürfen gegen ihn beschäftigen, werfen wir einen Blick auf seine Person und was ihn nach Skid Row geführt hat. Bobby Joe Maxwell wurde im Januar 1950 in Columbia, Tennessee, geboren. Seine jüngere Schwester beschrieb ihn als gutherzigen Menschen.

Er war vorbestraft, unter anderem wegen bewaffneten Raubüberfalls, bei dem er einen Supermarktangestellten mit einem Messer bedroht hatte. Nach seiner Bewährung zog Maxwell 1977 mit seinen beiden Schwestern nach Los Angeles. Und so wie viele andere kam er mit Träumen in die Stadt. Er wollte Karatelehrer werden.

Leider kam seine Karriere nie richtig in Schwung und Maxwell landete kurz nach seiner Ankunft in Kalifornien als Obdachloser auf den Straßen von Skid. Er fand jedoch Arbeit als Hilfsarbeiter und konnte zwischen den Wohnungen seiner Schwestern in South Los Angeles pendeln. Doch das entsprach kaum seinem Traum und schon bald rutschte er wieder in die Kriminalität ab mit einer neuen gewalttätigen Wendung.

Maxwell wurde zum ersten Mal im August 1978 in Los Angeles wegen Körperverletzung mit einer gefährlichen Waffe verhaftet. Er verbrachte etwa zwei Monate im Gefängnis. Dies bedeutete, dass er etwa zu Beginn der Skidro Morde im Oktober entlassen wurde. Im Dezember wurde Maxwell ein zweites Mal verhaftet und bei ihm wurde ein Messer gefunden, das bei den Skid Rose Stabber Morden verwendet worden sein könnte.

 Etwa zur gleichen Zeit hörten die Morde plötzlich auf. Maxwell wurde am 18. Januar 1979 aus dem Gefängnis entlassen und nur drei Tage später forderte der Skidroepper sein letztes Opfer. Kurz darauf begannen die Ermittler Maxwell genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Timing war zu perfekt, um es zu ignorieren. Der Mord an Luis Alvarez entsprach zwar nicht genau der Vorgehensweise des Skid Roosabers, aber es ist möglich, dass er nach seiner Zeit hinter Gittern von seinem üblichen Muster abgewichen ist.

In der Hoffnung auf einen Durchbruch begann die Polizei Maxwell zu überwachen. Inzwischen verglich das Labor des LPD seine Fingerabdrücke mit dem blutigen Handabdruck, der auf der Bank neben Frank As vor dem Rathaus gefunden worden war. Tatsächlich stimmten die Fingerabdrücke überein.

 Obwohl Bobby Joe Maxwell im Frühjahr 1979 noch auf freiem Fuß war, sollte dies nicht lange so bleiben. Mit diesem Durchbruch glaubten die Ermittler genügend Beweise für seine Verhaftung zu haben. Mit zunehmender polizeilicher Überwachung bemerkten die Ermittler ein seltsames Muster, das sie in ihrem Verdacht bestärkte. Maxwell kehrte häufig nach Skidro zurück und verbrachte täglich Stunden damit, ziellos durch das Viertel zu streifen. Am Abend des 4.

April 1979 verfolgten die Ermittler Maxwell auf seinem nächtlichen Spaziergang. Er hielt an, um mit mehreren Anwohnern zu sprechen, fragte nach Zigaretten und unterhielt sich mit ihnen. Den Beamten fiel auf, dass Maxwell mit seinem langsamen Schritt eine Art Mörderkarte zu zeichnen schien. Er besuchte alle Tatorte, an denen der Skidroepper seine Opfer verstümmelt und abgelegt hatte.

Maxwell beendete seine Tour in einem Kino an der Mainstreet in Downtown LA. Er betrat es allein und setzte sich in die erste Reihe. Die Polizei wusste, das war ihre Chance. Sie schlichen sich leise hinter Maxwins Kino, während er von der Leinwand abgelenkt war. Als er merkte, was vor sich ging, gab es für ihn kein Entkommen mehr.

Da er keine Fluchtmöglichkeit sah, ergab er sich widerstandslos. Er wurde in Handschellen abgeführt. Damit war es amtlich. Der Skidroepper war endlich gefasst. So schien es zumindest. In Polizeigewahrsam blieb Maxwell ungerührt. Er legte kein Geständnis ab und bestritt von den Messerstechereien in Skidro gewußt zu haben.

 Das bedeutete, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die ganze Beweislast für eine Verurteilung tragen mussten. Glücklicherweise fanden sie jeden Tag neue Indizien. Am Tag seiner Verhaftung fanden die Beamten bei Maxwell und in der Wohnung seiner Schwester zwei Souvenirs. Eines davon wurde von Frank Garciaas Frau als das Feuerzeug ihres Mannes identifiziert, das in der Nacht seiner Ermordung von der Bank vor dem Rathaus gestohlen worden war.

Der ehemalige Detective Lang berichtete, dass sie auch eine seltene Gedenkmünze in Maxwells Tasche gefunden hätten, genau wie die, die Frank Reed gehört hatte. Doch damit war die Spurensuche noch nicht beendet. In der Wohnung fanden die Ermittler auch dicke lange Messer, die zur Tatwaffe des Stebers passten.

Bücher und Tagebücher in der Wohnung lieferten weitere belastende Beweise. Sie enthielten mehrere satanische Verweise, die der offensichtlichen Vorliebe des Stebbers für das Okkulte entsprachen. Den letzten Beweis lieferte eine Schriftanalyse. Experten stellten fest, dass Maxwells Handschrift in Briefen und Tagebüchern mit der Schrift auf der Pappbotschaft und dem Graffiti am Busbahnhof übereinstimmte.

Für die Ermittler des Lapd war klar, sie hatten den Skidroepper gefasst. Doch obwohl Maxwell bereits Haftstrafen wegen Raubes um Körperverletzung verbüst hatte, erschien die brutale Mordserie wie ein großer Sprung. Die Behörden fragten sich, was könnte ihn zu diesem Schritt getrieben haben? Eine 2013 in dem Journal Procedia veröffentlichte Konferenzstudie untersuchte die psychologischen und Umweltfaktoren, die dazu führen können, dass jemand plötzlich zum Serienmörder wird.

 Die Präsentation legte nah, daß einige Täter durch das Gefühl motiviert werden, sich nicht verteidigen zu können oder keine Kontrolle über ihr eigenes Leben zu haben. Dies gilt insbesondere nach längeren Phasen der Erfolglosigkeit. Diese unerwarteten Täter gewinnen ihr Gefühl der Kontrolle zurück, indem sie Macht über ihre Opfer ausüben.

 Solche Täter kommen häufig aus Umfeldern, in denen sie aufgrund ihres Status als schwach wahrgenommen werden. Beispielsweise kann das Abrutschen in die Obdachlosigkeit nach gescheiterten Zielen Wut erzeugen, von der sich die Täter zu befreien versuchten. Nach den Erkenntnissen der LAPD Ermittler schien all dies auf Maxwell zuzutreffen.

 Nach außen hin schien also eine Verurteilung möglich. Doch juristische Querelen verzögerten den Prozess um 5 Jahre. Anfang 1984 sollte er endlich beginnen, doch da war einer der wichtigsten Zeugen des Mordes vor der Public Library bereits verstorben. Dieser Rückschlag bedeutete, dass die Anklage nun auf noch wackeligeren Beinen stand.

Maxwells Handabdruck war der einzig physische Beweis in dem Fall. Die Messer und Tagebücher aus seiner Wohnung galten nur als Indizienbeweise. Hinzukam, daß Maxwell jahrelang seine Unschuld beteuert hatte. Doch dann meldete sich jemand zu Wort, der etwas anderes gehört haben wollte. Im Januar 1984 betrat der 37-jährige Häftling und Berufsverbrecher Sydney Storch als Hauptzeuge der Anklage gegen Maxwell den Gerichtssaal in Los Angeles.

Storge hatte im Jahr zuvor drei Wochen lang seine Zelle mit Maxwell geteilt. Während dieser Zeit sei Maxwell sehr gesprächig gewesen. Laut Storage sagte Maxwell, es sei ein Fehler gewesen bei den Messerstichen keine Handschuhe getragen zu haben, da der blutige Handabdruck ein wichtiges Beweisstück gegen ihn sei.

In den Augen der Staatsanwaltschaft kam dies einem Geständen des Maxwells so nahe wie nur möglich. Trotz der belastenden Aussagen Storge war es aufgrund unzuverlässiger Zeugenaussagen und Indizien unmöglich, zumindest die Hälfte der Morde Maxwell zuzuordnen. Dennoch wurde er für einige der Skid Rober Angriffe verurteilt.

Im Juni 1984 wurde Bobby Joe Maxwell wegen der Morde an Frank und David Martin Jones zu lebenslange Haft ohne Bewährung verurteilt. Fast sofort legte Maxwell gegen seine Verurteilungen Berufung ein. In manchen Fällen kann das Berufungsverfahren Jahrzehnte dauern, aber er musste nicht so lange warten, bis sich das Blatt wendete.

1988, vier Jahre nach Maxwells Prozess, wurde Sydney Storage als notorischer Lügner entlaft. Er hatte seine Position als Informant missbraucht und in mehreren Prozessen meine geleistet, um einen Deal zu erzielen, der seine eigene Haftzeit verkürzte. Storage gab später zu, daß er Einzelheiten über die Verbrechen des Skid Rosebers aus Medien und Zeitungsberichten zusammengetragen und diese Informationen dann verwendet hatte, um angebliche Geständnisse zu konstruieren.

 Seine Aussagen wurden in mindestens fünf weiteren Fällen sowie im Fall Maxwell als unzuverlässig eingestuft. Dennoch wurde Maxwellsfall erst Anfang der 2000er Jahre wieder aufgerollt und erst 2010 wurde seine Verurteilung wegen Mordes aufgehoben. Das bedeutete aber nicht, dass er freigelassen wurde, schon gar nicht, wenn es nach den Staatsanwälten ginge.

Die Ermittler waren nach wie vor davon überzeugt, den richtigen Mann gefasst zu haben. Das Tauziehen zwischen der Staatsanwaltschaft und einer Reihe von Verteidigern und Rechtsorganisationen dauerte bis Ende 2017. Dann erlitt Maxwell einen Herzinfarkt und fiel ins Koma. Weniger als ein Jahr später wurden schließlich alle Anklagen gegen Maxwell fallen gelassen.

 Seine Anwälte hatten Berichten zufolge die Stadt Los Angeles auf Entschädigung verklagt, aber Maxwille starb im April 2019, 40 Jahre nach seiner Verhaftung und bevor eine Einigung erzielt werden konnte. Während des gesamten Verfahrens beharrten die Ermittler, die an Maxwells Fall arbeiteten, darauf den Skid Roseber gefasst zu haben.

 Kirk Malacker, ein pensionierter Ermittler, der dazu beigetragen hatte, ihn hinter Gitter zu bringen, sagte 2017 gegenüber Daily Beast: “Es gibt keinen Zweifel, dass Maxwell all diese Menschen getötet hat. Trotz der Beweise, die manche immer noch gegen Maxwell sehen, ist die wahre Identität des Skidrow Stappers zumindest offiziell unbekannt.

Vielen Dank, dass ihr auch in dieser Folge wieder dabei wart. Ihr könnt Serienkiller Mörder und ihre Geschichten überall dort hören, wo es Podcasts gibt. Jeden Donnerstag erscheint eine neue Folge. Kostenlos. Abonniert uns am besten gleich, damit ihr keine Episode verpasst. Über eine Bewertung würden wir uns natürlich wie immer sehr freuen.

Mein Name ist Max Spalle und ich bin Diane Helscher. Bis zum nächsten Mal hier bei Serienkiller. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bose Park Productions basierend auf einem Spotify Original. Deutsche Produktion und Redaktion. Mick, Fabio Lautenschläger, Luca Kaduck, Alexander von Bargen, Julia Ilan Zuholder und Chris Gus.

So, Sportsfreunde und Sportsfreundinnen, so langsam wird’s ja knapp mit den Karten. Also, hier jetzt noch mal einen Hinweis. Wer von euch in Berlin wohnt oder aber zum Jahresende mal ins schöne Berlin reisen möchte, es lohnt sich doppelt, weil am 18. Dezember erlebt ihr Serienkiller live im Kino Babylon mitten in Berlin und Max Spallik, wenn ich mich hier mal dazwischen schalten dürfte, mein Name ist Sebastian Kaufmanne.

 Es wird nicht nur eine Serienkiller Live Folge für euch geben, sondern auch eine Folge Sekten und Kulte live. Das wird ein richtiger True Crime Podcast Spezialabend. Denn doppelt hält besser. Wow. Ach ja. doppelt hält besser. Diane Hilcher, vielen Dank. Der Link zum Kartenvorkauf, den findet ihr in den Showbeschreibungen oder wie das heißt.

 Wir freuen uns sehr, wenn ihr dabei seid. Ich soll Sie schön grüßen von Max Spalle. Diane, jetzt mal unter uns. Kann es sein, dass dir diese Vorfreude vor diesem Live Event so ein bisschen zu Kopfe gestiegen ist? Kann es sein? Kann es sein? Der Satz heißt außerdem und grüßt mir den Max Spalleck. Ich grüße dich gleich. Na, das wird wohl ein ganz besonderer Abend mit uns drein, was? Ich freue mich auf den 18.12.

 mit euch, mit Max Kaufmane und Sebastian Sparek. Oh oh ja, ja, den habe ich jetzt gerade nicht kommen sehen. Top. Sebastian Kaufmane. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mont, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung retraumatisierend wirken.

 Dieser Podcast ist nicht für Kinder unter 14 Jahren geeignet. Jugendliche sollten von ihren Eltern begleitet werden. In einer Juni nach des Jahres 2001 herrschte im Senioren und Pflegeheim eine angespannte Stille. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Station A schliefen längst, doch der Nachtdienst war noch nicht vorbei. Roger Andermatt, ein 32-jähriger Krankenpfleger, ging durch die schwach beleuchteten Flure.

 Seine Schritte waren leise, seine Bewegungen routiniert. Er kannte jeden Zentimeter dieser Station. In Zimmer Z lag eine 76-jährige Bewohnerin. Erst vor einer Woche hatte sie hier im Heimen Geburtstag gefeiert, umgeben von ihrer Familie. Niemand ahnte, dass es ihr letzter sein sollte. Anderamat betrat das Zimmer und schloss leise die Tür hinter sich.

 Was in dieser Nacht geschah, durfte niemand mitbekommen. Doch dieses Mal würde es anders enden. Denn draußen vor dem Pflegeheim warteten bereits Zivilpolizisten. Sie beobachteten das Gebäude, bereit einzugreifen. Auf gut Glück, ohne einen einzigen Beweis in der Hand. Hallo, ich bin Diane Helcher. Das ist Serienkiller Mörder und ihre Geschichten.

 Ein Podcast von Bose Park Productions nach einem Spotify Original. In jeder Folge tauchen wir ein in den Wahnsinn und die Abgründe von Serienmördern. Heute erzählen wir euch die Geschichte von Roger Andermat, dem Todespfleger von Luzern. Und mein Name ist Match Balek. Bevor wir heute starten, vielen Dank für euer Feedback.

 Egal, ob bei Spotify oder auf Instagram, wir lieben eure Kommentare und freuen uns wirklich über eure Nachrichten, dass euch dieser Podcast so gut gefällt. Falls ihr diesen Podcast noch nicht abonniert habt, dann macht das jetzt am besten gleich an dieser Stelle. Ihr findet Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten jede Woche kostenlos auf allen Plattformen bei Spotify, Apple oder Amazon Music.

Auf Instagram unter Serienkiller_Podcast bekommt ihr jede Woche das Bild der neuen Folge und die aktuellen Ankündigungen. In dieser Folge über Roger Andermat schauen wir uns zunächst an, wie aus einem beliebten DJ und Tanzlehrer ein kaltblütiger Mörder wurde, der systematisch pflegebedürftige Menschen tötete.

 Danach werfen wir einen Blick auf die Ermittlungen, die zu seiner Verhaftung führten und auf die Sicherheitslücken, die ihm beim Morden in die Hände spielten. Roger Andermat wurde 1969 in Luzern in der Zentralschweiz geboren. Seine Kindheit verlief zunächst unauffällig, doch die Ehe seiner Eltern zerbrach früh. Die Trennung der Eltern könnte ihn negativ geprägt haben.

 Über auffälliges Verhalten oder frühe Warnensignale ist jedoch nichts bekannt. 1990 mit etwa 21 Jahren entschied sich Andat für einen Beruf der Empathie und Verantwortungsbewusstsein erforderte, die Altenpflege. Zunächst arbeitete er ohne formale Ausbildung in einem Seniorenheim. Er kümmerte sich um alte kranke Menschen, Menschen, die auf ihn angewiesen waren.

Ander Matt machte eine Ausbildung zum Krankenpflegehelfer. Es war keine volle Krankenpflegerausbildung, sondern eine kürzere, weniger qualifizierte Variante, eine kurze praktische Schulung im Heim. Trotz dieser begrenzten Qualifikation stieg er schnell auf. Er wurde zum stellvertretenden Stationsleiter ernannt. Man vertraute ihm.

 Er schien perfekt für diesen Beruf geeignet. Neben dem Pflegerjob widmete sich Ander der Musik. Er war als ROG als DJ aktiv und legte in der Penthouse Bar in Luzern und im Downtown in Sachseln auf. In der Penthous Bar kannte ihn jeder. Die Gäste liebten seine Musikauswahl, seine Energie und sein Lächeln. Wenn die Bäse durch den Raum dröhnten, tanzte er manchmal selbst hinter dem DJ Pult mit Freunde aus der Clubszene beschrieben ihn als lebenslustig, kontaktfreudig und immer gut gelaunt.

 Er war der Typ, der die Party am Laufen hielt, der die Stimmung anhob, wenn sie zu Kippen drohte. Auch andermals Leidenschaft für Tanz war legendär. Etwa 10 Jahre vor seiner Verhaftung hatte er einen bedeutenden Titel beim Standardtanz gewonnen. Walzer Tango Foxtrot. Er beherrschte sie alle. Er gab auch professionell Tanzunterricht.

 Seine Schülerinnen und Schüler schwärmten von ihm. Eine ehemalige Tanzpartnerin sagte, er ist ein sehr musikalischer Mensch, der Musik durch Tanz körperlich ausdrücken kann, wie fast kein anderer Schweizer. Wenn Anderm tanzte, war er vollkommen im Moment. Jede Bewegung saß perfekt. Jeder Schritt war kalkuliert. Die Kontrolle über seinen Körper, über die Bewegung, über den Raum, das war es, was ihn faszinierte.

Doch niemand in der Clubszene wusste, was er tagsüber tat, und seine Kollegen im Pflegeheim wussten nichts von seinem Leben als DJ und Tänzer. Andamat hielt beide Welten strickt getrennt. Diese Trennung war kein Zufall. Es war eine bewusste Strategie. Niemand sollte das große Ganze sehen. Niemand sollte verstehen, wer Roger Andermat wirklich war.

In der Psychologie nennt man das Kompartmentalisierung, die Fähigkeit verschiedene Aspekte des eigenen Lebens in verschiedenen mentalen Schubladen zu halten. Für Menschen ohne Empathie ist das besonders einfach. Anderamat konnte abends ausgelassen tanzen, ohne an seinen Pflegejob zu denken und an die Verbrechen, die er dort beging.

 Beide Welten existierten parallel, ohne sich jemals zu berühren. Und in beiden Welten wirkte Roger Andermat wie ein Mann, der das Leben genoss. Niemand ahnte, welche Gewalt in ihm schlummerte. Doch es gab Situationen, die rückblickend aufhorchen lassen, die damals aber nicht als Zeichen gewertet wurden, dass etwas nicht bei ihm stimmte.

Eine ehemalige Kollegin sagte später, dass Andermat ihr immer unheimlich gewesen sei. Sie erinnerte sich an Momente, in denen er plötzlich abwesend gewirkt habe. Das habe ihr Angst gemacht. Andermart hatte auch sehr spezielle Vorlieben bei der Arbeit. Er soll darauf bestanden haben, nur weibliche Patienten zu pflegen.

 Ein ungewöhnlicher Wunsch, der häufig Dienstplanänderungen erforderte. Seine bevorzugte Schicht war die Nachtschicht. Dort war er oft allein und es war weniger Personal im Haus. In diesen stillen Stunden hatte er freie Hand. Bei Teamdiskussion über aktive Sterbehilfe, einem sehr kontroversen Thema in der Pflege, vertrat Andermat laut Kollegen die extremsten Ansichten.

Seine Position, warum nicht? Äußerungen wie diese beunruhigten manche Kollegen, doch niemand maß ihnen mehr Gewicht bei. Schließlich war Andermat ein beliebter und gewissenhafter Mitarbeiter. Man hielt seine Ansichten für provokant, aber nicht für gefährlich. Später sollte in fünf psychiatrischen Gutachten eine Persönlichkeitsstörung mit dissozialen Zügen diagnostiziert werden.

 Die Gutachter attestierten Anderamat dabei volle Zurechnungsfähigkeit. Er hatte also immer genau gewusst, was er tat. Menschen mit dissozialen Persönlichkeitsstörungen wirken äußerlich meist angepasst, souverän. Gleichzeitig fehlt ihnen die Fähigkeit zu echter Empathie und emotionaler Bindung. In der Psychologie wird dieses Spannungsverhältnis auch als Doppelleben bezeichnet.

Diese Menschen können soziale Regeln lernen und nachahmen, ohne sie jemals zu verinnerlichen. Sie verstehen zwar, was andere von ihnen erwarten, aber sie fühlen es nicht, warum es so wichtig ist. Genau das machte Andermat vielleicht so gefährlich. Er konnte perfekt vortäuschen, ein fürsorglicher Pfleger zu sein.

Und dann im September 1995 überschritt Roger Andermat eine Grenze, hinter der es keinen zurückgab. Sein erstes Opfer war eine hochbetagte, pflegebedürftige Frau. Sie war dement und konnte sich nicht wehren. Sie konnte niemanden sagen, was ihr wiederfuhr. Andermat nutzte seine Position im Pflegeheim aus.

 Er hatte Zugang zu starken Medikamenten, zu Beruhigungsmitteln, Schmerzmitteln und Schlafmitteln. Er verabreichte der Frau eine tödliche Überdosis. Sie schlief ein und wachte nie wieder auf. Als man sie am nächsten Morgen fand, ging man von einem natürlichen Tod aus. Warum blieb dieser Mord unentdeckt? Die Antwort ist einfach: Todesfälle in Pflegeheimen galten als normal.

 Die Bewohnerin war alt. krank und pflegebedürftig. Ihr Tod überraschte niemanden. Es wurde auch keine Obduktion angeordnet. Der Heimarzt stellte einen Totenschein aus und darauf stand: “Natürlicher Tod durch Alter und Krankheit.” Andamt war mit der Tat durchgekommen. Dieser erste Erfolg machte ihn mutiger. Zwischen 1995 und 2000 tötete Andat mindestens 12 Menschen.

Er entwickelte dabei drei verschiedene Methoden, die er je nach Situation einsetzte. Neun Menschen tötete er mit einer Medikamentenüberdosis. Er spritzte ihn tödliche Mengen Beruhigungsmittel oder Schmerzmittel. Acht Menschen erstickte er mit Plastiktüten, die er auf ihre Gesichter preßste.

 Diese Methode war brutaler und direkter und sie hinterließ keine Spuren im Blut. Bei anderen Opfern kombinierte er beide Methoden. Erst sedierte er sie bis zur Bewusstlosigkeit und dann erstickte er sie mit Plastiktüten oder Tüchern über Mund und Nase. Ander arbeitete nicht nur in einem Seniorenheim. Der Grund dafür waren Personalengpässe in der alten Pflege.

 Er wurde als Springer eingesetzt. In der Schweiz war das nicht ungewöhnlich. Seine Mordserie beschränkte sich daher nicht nur auf einen Ort. Es war der häufige Wechsel zwischen verschiedenen Einrichtungen, der es seinen Kollegen und den Heimleitungen schwer machte, ein Muster bei den Todesfällen zu erkennen. Niemand stellte eine Verbindung her.

Niemand bemerkte, dass überall, wo Andermatt arbeitete, die Sterberate anstieg. Die Opfer waren zwischen und 95 Jahre alt. In diesem Alter stirbt man eben, dachte man sich. Alle Opfer waren schwer pflegebedürftig und viele litten an Demenz oder Alzheimer. Sie konnten sich nicht wehren oder jemanden alarmieren.

Im Jahr 2015 erschien im New England Journal eine Studie von Marklax und Carl Piller. Dieser zufolge haben ältere Menschen mit Demenz ein deutlich erhöhtes Risiko, Opfer von Misshandlungen oder Vernachlässigung zu werden. Analysen zeigen, dass das Risiko sogar bis zu zehn mal höher sein kann als bei kognitiv gesunden älteren Menschen.

 Menschen mit Demenz können nicht mehr kommunizieren, was ihnen geschieht. Sie können keine Beschwerden äußern, keine Anzeige erstatten und nicht um Hilfe rufen. Ihre Erinnerung ist fragmentiert. Selbst wenn Sie verstehen, dass Ihnen Unrecht geschieht, können Sie es niemandem mitteilen. Genau diese Wehrlosigkeit machte sie zu leichten Opfern für Andermat.

 Er wußte, diese Menschen würden niemals aussagen können, und die Wahrscheinlichkeit, daß jemand ein Tötungsdelikt in Betracht zog, war jedes Mal gering. Der überwiegend weibliche Opferkreis passt zu Andermats Wunsch, ausschließlich Frauen betreuen zu wollen. 18 seiner bestätigten Mordopfer waren Frauen. 5 Jahre lang tötete Andat in verschiedenen Einrichtungen in der Zentralschweiz.

 f Jahre, in denen er tagsüber der fürsorgliche Pfleger und abends der gut gelaunte DJ war. Im Dezember 2000 wechselte der 31-jährige Roger Andermart erneut die Arbeitsstelle, doch es sollte seine letzte Station sein. Im Januar 2001 trat er seinen Dienst offiziell an. Fast sofort begann eine Todesserie, die selbst für ein Pflegeheim außergewöhnlich war.

Zwischen Dezember 2000 und Juni 2001, in nur 6 Monaten, tötete Andat mehrere Menschen. In frühen Ermittlungsunterlagen ist von neuen Opfern die Rede. Zur genauen Zahl gibt es aber abschließend keine Angaben. Die Sterberate auf Station A des Heimes stieg dramatisch an. Kolleginnen und Kollegen bemerkten die Häufung, doch zunächst wagte niemand einen Verdacht auszusprechen.

Doch dann fiel dem Pflegepersonal ein Muster auf. Immer wenn Andermt Nachtdienst hatte, starben Bewohnerinnen und Bewohner. Die Korrelation war zu offensichtlich, um Zufall zu sein. Auch der Abteilungsleiter wurde misstrauisch. Er begann die Dienstpläne mit den Todeszeitpunkten abzugleichen. Das Ergebnis war eindeutig und erschreckend.

Mitte Juni 2001 fsten sich Heimarzt und Heimleitung ein Herz. Sie wandten sich an die Luzerner Kriminalpolizei. Ihr Verdacht: Roger Andermt tötet unsere Bewohnerin und Bewohner. Doch die Polizei stand vor einem massiven Problem. Alle Todesfälle waren als natürlich zertifiziert worden. Es gab keine Beweise, keine Obduktionen und keine forensischen Spuren.

Wie sollte man einen Mann verhaften, wenn alle seine mutmaßlichen Opfer offiziell eines natürlichen Todes gestorben waren? Die Ermittler begannen daher Andermat verdeckt zu observieren. Sie hofften, dass Andermat einen Fehler machte. Sie hofften auf einen Hinweis, auf irgendetwas greifbares. Doch Ander war zu vorsichtig. Er blieb unauffällig.

Am Morgen des 28. Juni 2001 geschah, was die Polizei befürchtet hatte. Eine weitere Bewohnerin starb, die 76-jährige Mutter von Charles Ansi. Erst eine Woche zuvor hatte die Familie ihren Geburtstag im Heim gefeiert. Sie hatte gelacht, war bei guter Laune gewesen. Niemand hatte mit ihrem Tod gerechnet. Die Nachricht erreichte die Polizei sofort.

 Die Ermittler standen vor einer Entscheidung. Sollten Sie weiter abwarten, auf weitere Indizien hoffen oder sofort zuschlagen? Der Chef der Luzerner Kriminalpolizei traf eine Entscheidung, die er später so beschrieb. eine groß angelegte Intervention auf, ich muss es betonen, gut Glück. Am Morgen des 28. Juni 2001 erschien 12 Zivilpolizisten am Pflegeheim Eichhof.

Sie kamen ohne Vorwarnung, ohne Haftbefehl und ohne einzigen Beweis. Die Beamten befragten alle Mitarbeitenden. Sie durchsuchten Andars Wohnung und dann verhafteten sie ihn. Sie hofften, er würde von sich ausgestehen. Die Strategie war riskant. Wenn Anderamat schwieg, hatten sie nichts in der Hand.

 Alle Spuren waren längst beseitigt worden. Doch die Ermittler hatten Anderammats Persönlichkeit richtig eingeschätzt. Noch am selben Abend, am 28. Juni 2001, brach er zusammen. Er gestand neun Morde am Eichhof. Detailliert erklärte er, wie er die Bewohnerin und Bewohner getötet hatte. Die Polizisten konnten es kaum fassen. Aber das war erst der Anfang. Am 11.

September 2001, dem Tag der Terroranschläge in den USA, erweiterte Andermat sein Geständnis. Er gestand 22 Tötungen, über 6 Jahre in drei bis vier verschiedenen Einrichtungen. Er beschrieb Opfer, Methoden und Umstände. Die Behörden ordneten sofort Exhumierungen an. Im Jahr 2001 wurden zunächst fünf Leichen ausgegraben und obdiert.

Die Rechtsmediziner suchten nach Beweisen und tatsächlich. Bei manchen Opfern fanden sie Hinweise auf Erstickung. Bei anderen gab es Spuren von Beruhigungsmittel Überdosen. Doch die forensische Beweislage blieb schwach. Die Opfer waren zwischen 66 und 95 Jahre alt gewesen. Sie hatten zahlreiche Vorerkrankungen.

War der Tod durch ersticken? oder durch Herzversagen eingetreten. War die Medikamentenmenge tödlich oder einfach nur hoch? Bei den sehr alten und schwachen Menschen war das kaum zu beweisen. Hinzukam: Einige Opfer waren bereits kremiert worden, womit alle Beweise vernichtet waren. Der Fall Andermat offenbarte ein erschreckendes systemisches Versagen im Schweizer Gesundheitswesen der 1990er Jahre.

 Es waren nicht nur die Taten eines einzelnen Mannes, es war ein System, das ihm ermöglichte, jahrelang ungestört zu töten. Die Medikamentenkontrolle in Pflegeheimen war damals Lachs. Es gab keine digitalen Erfassungssysteme, keine doppelte Kontrolle, keine regelmäßigen Überprüfungen der Bestände. Pflegekräfte hatten Zugang zu großen Mengen starker Medikamente, zu Morphin, Benzodiaip, Schlafmittel.

 Niemand kontrollierte, ob die Dosen, die an Patienten ausgegeben wurden, tatsächlich den ärztlichen Anordnung entsprachen. Die Dokumentation war handschriftlich und lückenhaft. Wenn ein Patient starb, wurden die Unterlagen oft nicht genau überprüft. Hinzu kam die Personalsituation. In den 1990er Jahren herrschte chronischer Pflegenotstand, also zu wenig Personal für zu viele Patienten.

Stress, Überforderung und Burnout waren an der Tagesordnung. Pflegeheime waren unterbesetzt, überfordert und unterfinanziert. In diesem Chaos konnte Anderamat 6 Jahre lang unentdeckt bleiben. Auch die ärztliche Aufsicht war unzureichend. Heimärzte verließen sich auf die Einschätzung des Pflegepersonals. Wenn also Andermat sagte, ein Patient habe friedlich im Schlaf aufgehört zu atmen, dann wurde das nicht hinterfragt.

Es gab keine routinemäßigen Autopsien bei Pflegeheimtoten. Das wäre auch schwierig gewesen. Bei hunderttausenden Todesfällen pro Jahr in Schweizer Pflegeheim kann man nicht jeden Menschen obdieren. Genau dieser Umstand machte Pflegeheime zur idealen Umgebung für Serienmörder. Alte Menschen sterben, das ist normal.

Niemand stellt Fragen und niemand schöpft Verdacht. Ohne Andermat Geständnis wären die Morde vielleicht niemals aufgeklärt worden. Alle Todesfälle waren ursprünglich als natürlich attestiert worden. Die Korrelation zwischen seinen Dienstzeiten und den Todesfällen war offensichtlich, aber erst das Geständnis machte eine Anklage möglich.

Während der Verhöre und später vor Gericht wurde Anderamat immer wieder nach seinen Motiven gefragt. Also, warum hat er all die wehrlosen Menschen getötet? Zunächst behauptete er aus Mitleid gehandelt zu haben. Er habe einen Todeswunsch bei den Opfern gespürt. Sie hätten leiden müssen. Er habe ihr Leiden beenden wollen.

Doch diese Erklärung hatte einen entscheidenden Haken. Anderamat räumte selbst ein, dass ihn niemand um den Tod gebeten habe. Keines seiner Opfer wollte von ihm getötet werden. Später änderte Anderat seine Aussage. Er gab zu, manchmal aus Wut getötet zu haben, z.B. wenn Bewohnerinnen und Bewohner ihn kritisierten oder ihm widersprachen.

“Er und sein Team seien von der Pflegelast völlig überfordert gewesen,” behauptete er. Die Morde hätten ihm Erleichterung verschafft. Weniger Patienten bedeuteten weniger Arbeit. Das Gericht verwarf die Mitleidsargumentation daraufhin vollständig. Auch die Beweise sprachen eine andere Sprache. Viele Opfer waren nicht sterbenskrank gewesen.

 Sie hätten auch Monate oder Jahre leben können und manche zeigten Anzeichen von Widerstand. Ja, sie hatten sich gewährt. Es war offensichtlich, dass sie leben wollten. Andermats Behauptung, er habe ihnen einen gefallen getan, war eine Lüge oder zumindest eine extreme Selbsttäuschung. Vielleicht ging es ihm auch einfach nur um Kontrolle, um Macht.

 Vielleicht um das Gefühl über Leben und Tod zu entscheiden. Die Menschen waren ihm ausgeliefert und das nutzte er aus. Das Kriminologenteam Bertres Yorker, Kenneth Kaiser und Pamela Lamp untersuchten im Jahr 2006 das Phänomen der sogenannten Angels of Death, Pflegekräfte, die ihre Patienten töten. Sie identifizierten 90 solcher Fälle weltweit zwischen 1970 und 2006.

Die Studie zeigt, diese Mörder nutzen ihre medizinischen Kenntnisse, um Morde als natürliche Todesfälle zu tanen. Sie bleiben durchschnittlich drei bis vier Jahre unentdeckt, weil niemand Verdacht schöpft. Die Opfer sind fast immer besonders wehrlos und abhängig, wie beispielsweise alte, kranke oder dementschen.

Andermt passt perfekt in dieses Profil. Er blieb sogar 6 Jahre unentdeckt, also deutlich länger als der Durchschnitt. Das zeigt, wie systematisch und vorsichtig er vorging. Der Prozess gegen Roger Andermat begann am 17. Januar 2005 vor dem Kantonsicht Luzern. Der 35-Jährige stand wegen 27 Tötungsdelikten vor Gericht.

Fünf Fälle wurden fallen gelassen, entweder wegen fehlender Beweise oder weil die Opfer kremiert wurden. Die Staatsanwaltschaft forderte 20 Jahre Gefängnis. eine hohe Strafe, aber nicht das Maximum, das Schweizer Gesetz erlaubt. Andermts Verteidigung brachte das Mitleidsmotiv vor. Er habe alte leidende Menschen von ihren Schmerzen erlöst.

 Er sei kein Monster, sondern ein überarbeiteter Pfleger gewesen. Das Gericht sah das anders. Am 28. Januar 2005 wurde das Urteil verkündet. Lebenslange Freiheitsstrafe. Das Höchstmaß. Das Gericht verurteilte Anderamat wegen 22fachen Mordes, dreifachen Mordversuchs und zweifachen unvollendeten Mordversuchs. Dazu kamen 75 000 Schweizer Franken Schadensersatz an vier Opferfamilien und 191 000 Franken Gerichtskosten.

Anderamat wurde zunächst wegen 22er vorsätzlicher Tötung verurteilt. 2006 qualifizierte die Berufungsinstanz sieben der Fälle als Mord. Mord erfordert im Schweizer Recht besondere Skrupellosigkeit und genau das sah das Gericht. Es beschrieb Andermatz vorgehensweise als erschreckend routinemäßig und als grupelose systematische Beseitigung schwerpflegebedürftiger Menschen.

Viele Opfer waren nicht sterbenskrank. Andat missbrauchte ihr Vertrauen, handelte aus egoistischen Motiven und nutzte seine medizinischen Kenntnisse zur Vertuschung seiner Taten. Roger Andermt ist seit Juni 2001 inhaft, mittlerweile also über 24 Jahre. Nach Schweizer Recht bedeutet lebenslang, aber nicht zwingend Haft bis zum Tod.

Die durchschnittliche Haftdauer bei lebenslanger Strafe liegt in der Schweiz bei 18 Jahren. Nach 15 Jahren kann eine bedingte Entlassung geprüft werden. Für Anderamat war dies erstmals 2016 möglich. Seitdem prüfen die Behörden jährlich, ob er entlassen werden kann. Seine Haftbedingungen änderten sich mehrfach.

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