Die goldene Ära des Actionkinos hat eine ganz besondere Art von unvergesslichen Helden hervorgebracht. In den achtziger und neunziger Jahren dominierten Männer die Leinwand, die schier unbesiegbar schienen. Sie sprangen aus explodierenden Hubschraubern, besiegten im Alleingang ganze Armeen, retteten die Welt vor dem sicheren Untergang und hatten nach der wildesten Verfolgungsjagd immer noch den perfekten One-Liner auf den Lippen. Diese Legenden haben eine ganze Generation geprägt und die Art und Weise, wie wir Popkultur und Kino erleben, für immer verändert. Doch was passiert, wenn die Zeit unwiderruflich voranschreitet? Wenn die gewaltigen Muskeln weicher werden, die Haare grau erstrahlen und das Leben seine unverkennbaren Spuren in den Gesichtern der einstigen Unsterblichen hinterlässt? Eine emotionale und faszinierende Zeitreise in Videoform zeigt uns nun das „Damals und Heute“ der bekanntesten Actionstars der Filmgeschichte. Es ist ein Blick zurück voller Nostalgie, der uns aber gleichzeitig eindrucksvoll lehrt, dass wahre Präsenz, Charisma und Ausstrahlung absolut kein Verfallsdatum kennen.

Wenn man an bahnbrechende Actionfilme denkt, fallen unweigerlich sofort zwei alles überstrahlende Namen: Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone. Die beiden ewigen Konkurrenten, die sich in den glorreichen Achtzigern ein unerbittliches Duell um den Thron des Action-Olymps lieferten, sind heute bekanntermaßen enge Freunde. Arnold, der einst als emotionsloser Cyborg im „Terminator“ Kinogeschichte schrieb, präsentiert sich heute als weiser, engagierter Mann in seinen späten Siebzigern. Sein legendäres, breites Lächeln hat er definitiv behalten, doch die harte, unnahbare Ausstrahlung von damals ist einer warmen, fast schon großväterlichen Aura gewichen. Stallone, der unvergessene Underdog Rocky Balboa und der traumatisierte Krieger John Rambo, zeigt sich heute mit ergrautem Bart, aber immer noch mit jenem unverkennbaren, leicht melancholischen Blick, der seine ikonischen Figuren stets so wunderbar menschlich und greifbar machte.
Doch die beiden Titanen waren natürlich nicht allein in dieser Liga der außergewöhnlichen Action-Gentlemen. Dolph Lundgren, der schwedische Hüne, der einst als Ivan Drago das weltweite Publikum das Fürchten lehrte, blickt heute auf ein bewegtes Leben zurück. Die Spuren gesundheitlicher Kämpfe und gewonnener persönlicher Schlachten im echten Leben haben sein markantes Gesicht noch profilierter gemacht, ihm aber rein gar nichts von seiner nordischen, aufrechten Würde genommen. Jean-Claude Van Damme, die legendären „Muscles from Brussels“, besticht noch immer durch seine unglaubliche physische Fitness. Doch auch bei ihm hat mittlerweile eine deutlich spürbare Gelassenheit Einzug gehalten. Wenn er heute selbstbewusst in die Kamera lächelt, erkennt man den Mann wieder, der im berühmten epischen Spagat glänzte, aber man sieht auch jemanden, der die krassen Exzesse Hollywoods überlebt hat und nun vollständig in sich ruht.
Ein komplett anderes, aber nicht minder wichtiges Kapitel der Action-Historie gehört zweifellos den großen Meistern der asiatischen und amerikanischen Kampfkünste. Chuck Norris, der Mann, über den das Internet Tausende von unbesiegbaren Witzen kreiert hat, scheint tatsächlich in der Realität ein magisches Geheimnis für ewige Jugend gefunden zu haben. Auch mit deutlich über achtzig Jahren strahlt er in seinem charakteristischen und geliebten Denim-Look eine beneidenswerte Vitalität aus. Jackie Chan, der asiatische Superstar, der stets alle seine lebensgefährlichen Stunts selbst ausführte und uns damit immer wieder den Atem raubte, begrüßt uns heute immer noch mit seinem unverwüstlichen, herzlichen Lächeln. Seine unzähligen, schmerzhaften Knochenbrüche sieht man ihm auf den ersten Blick nicht an; er wirkt vielmehr wie ein weiser Lehrmeister, der im Reinen mit sich und der Welt ist. Steven Seagal, einst der Inbegriff des stoischen, knochenbrechenden Aikido-Kämpfers, hat sich optisch im Laufe der Jahrzehnte naturgemäß stark gewandelt, bleibt aber mit seinem extrem strengen Blick und dem fast durchgängig schwarzen Outfit einer gewissen, unverwechselbaren Linie treu.
Neben den unbesiegbaren Muskelbergen und Martial-Arts-Kämpfern gab es glücklicherweise immer auch die Actionhelden, die eher wie ganz normale Typen wirkten – Typen, die eigentlich nur zur völlig falschen Zeit am denkbar schlechtesten Ort waren. Bruce Willis definierte als zynischer Cop John McClane den verletzlichen, blutenden Helden, der trotz aussichtsloser Lage niemals aufgab. Die Gegenüberstellung seines jungen, schelmischen und frechen Ichs mit seiner heutigen, reiferen Erscheinung ist besonders emotional, gerade wenn man an seinen tragischen gesundheitlichen Rückzug aus der Öffentlichkeit denkt. Sein massiver Beitrag zur Filmgeschichte bleibt für immer unantastbar.

Keanu Reeves, der durch wegweisende Blockbuster wie „Speed“, „Matrix“ oder die „John Wick“-Reihe zu einer zeitlosen Ikone avancierte, scheint sich rein äußerlich dem Älterwerden extrem lange und erfolgreich widersetzt zu haben. Doch der direkte Kontrast zwischen dem glattrasierten, jungenhaften Gesicht der wilden Neunziger und dem vollbärtigen, langhaarigen Reeves von heute unterstreicht seine Wandlung zu einem der tiefgründigsten und beliebtesten Stars in ganz Hollywood. Mel Gibson und Kurt Russell, die beide sehr oft den rebellischen, unkontrollierbaren Außenseiter mit lockeren Sprüchen spielten, präsentieren sich heute als absolut würdevolle Charakterköpfe. Russells markantes Lächeln und Gibsons silberner Bart erzählen tiefgründige Geschichten von jahrzehntelanger, unschätzbarer Erfahrung vor und auch hinter der Kamera.
Diese packende Zeitreise durch die Jahrzehnte bringt jedoch nicht nur wunderschöne Erinnerungen zurück, sondern weckt auch tiefe Wehmut. Wir werden unweigerlich daran erinnert, dass selbst unsere stärksten Helden sterblich sind. Der Verlust von Carl Weathers, der als Apollo Creed in „Rocky“ oder im Dschungel-Hit „Predator“ für die Ewigkeit unsterblich wurde, hat eine große schmerzhafte Lücke hinterlassen. Die Vorher-Nachher-Bilder zeigen ihn kurz vor seinem Tod im Jahr 2024 als einen unglaublich würdevollen, warmherzigen Mann, dessen Lachen immer noch extrem ansteckend wirkte. Ebenso schockierend und berührend ist die visuelle Erinnerung an das Schicksal von Val Kilmer. Die faszinierende Gegenüberstellung seines blendenden, geradezu makellosen Aussehens in Filmen wie „Top Gun“ und seinen letzten Jahren verdeutlicht schonungslos den harten Tribut, den das Leben und schwere Krankheiten einfordern können. Solche intimen Bilder machen uns sehr demütig und deutlich, dass hinter dem strahlenden Glanz und dem lauten Glamour der riesigen Kinoleinwand reale, verletzliche Menschen stehen.
Es gibt zudem Schauspieler, die im Laufe ihrer Karriere weit über das reine Action-Genre hinausgewachsen sind, aber dennoch einige der besten und prägendsten Action-Momente der gesamten Kinogeschichte geliefert haben. Harrison Ford, der legendäre Indiana Jones und charmante Schmuggler Han Solo, hat mittlerweile die stolze Achtzig überschritten. Doch wenn er schelmisch in die Linse schaut, blitzt in seinen Augen immer noch exakt jener abenteuerlustige, respektlose Funke auf, der uns schon vor über vierzig Jahren vollends verzauberte. Russell Crowe, einst der durchtrainierte, bittere Gladiator, hat die schwere Rüstung schon lange gegen feine maßgeschneiderte Anzüge getauscht und besticht heute primär durch seine schiere physische Präsenz und eine dunkle, fast schon gravitätische Ausstrahlung. Nicolas Cage, der in Filmen wie „Con-Air“ oder „The Rock“ zum absoluten Kult-Actionstar der späten Neunziger aufstieg, hat sich im Laufe der Jahre kreativ völlig neu erfunden. Seine exzentrische, unverwechselbare Energie ist zweifellos geblieben. Kevin Costner wiederum verkörpert im Alter den klassischen, unaufgeregten amerikanischen Patriarchen – entspannt, tief verwurzelt bodenständig und absolut authentisch.

Zu guter Letzt dürfen wir keinesfalls diejenigen vergessen, die harte Action immer mit einer gewaltigen Portion Eleganz und Coolness verbanden. Antonio Banderas brachte das absolute hispanische Feuer nach Hollywood. Heute sieht man ihm seine Reife an, doch sein feuriger, fokussierter Blick hat absolut nichts an Intensität eingebüßt. Wesley Snipes posiert heute immer noch mit jenem unverkennbaren Selbstbewusstsein, das ihn einst zur absoluten Kultfigur machte. John Travolta hat sich nach einer wahren Achterbahnfahrt der Karriere vom Lederjacken-Rebellen zu einem stilvollen Gentleman gewandelt. Und dann ist da noch Tom Cruise, das nicht alternde Phänomen Hollywoods. Er stürzt sich auch mit über sechzig Jahren noch immer aus Flugzeugen und rast auf Motorrädern an Abgründen entlang. Seine Aufnahmen beweisen eine fast unheimliche Beständigkeit – ein Beweis für eiserne Disziplin. Eric Roberts und Jean Reno runden diese Galerie ab; besonders Reno zeigt in seinen aktuellen Aufnahmen vor malerischer Kulisse, wie wunderschön und befreiend das Älterwerden sein kann.
Wenn wir in diese 50 Gesichter blicken, sehen wir unsere eigene Lebensgeschichte, gespiegelt auf der Leinwand. Die Falten in ihren Gesichtern sind keine Zeichen von Schwäche, sondern Trophäen eines enorm intensiv gelebten Lebens. Die Ära der klassischen, unverwüstlichen Actionhelden mag sich gewandelt haben, doch das Vermächtnis dieser Männer ist unsterblich. Solange wir ihre Meisterwerke ansehen, werden auch diese Männer niemals wirklich altern. Wir dürfen extrem gespannt sein auf den zweiten Teil dieser Retrospektive!
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