Es ist ein Bild, das mittlerweile symptomatisch für die aktuelle Lage im Land geworden ist: Lange Schlangen deutscher Autos, die sich geduldig vor den Zapfsäulen im benachbarten Ausland einreihen. Vor allem in Tschechien und Polen spielen sich tagtäglich Szenen ab, die man noch vor wenigen Jahren für völlig absurd gehalten hätte. Immer mehr deutsche Autofahrer fliehen regelrecht vor den heimischen Benzinpreisen. Was einst als vereinzelter Tank-Tourismus begann, hat sich längst zu einem echten Massenexodus an der Zapfsäule ausgewachsen. Doch hinter diesem Phänomen steckt weitaus mehr als nur der simple Wunsch, ein paar Euro beim Tanken zu sparen. Es ist der sichtbare, nicht mehr zu übersehende Ausdruck einer tiefen gesellschaftlichen und politischen Krise. Die Bürger unseres Landes sind frustriert, bitter enttäuscht und zunehmend wütend über eine Politik, die sie offensichtlich und vollkommen schamlos im Stich lässt.

Wer an den grenznahen Tankstellen in Tschechien das Gespräch mit den deutschen Fahrern sucht, spürt sofort die ungeschönte emotionale Wucht dieser dramatischen Situation. Es herrscht eine explosive Mischung aus purer Verzweiflung, Resignation und eiskalter Wut. Die Menschen berichten davon, dass sie die horrenden Preise in der Heimat schlichtweg nicht mehr bezahlen können. Sie stehen kurz vor dem finanziellen Ruin. Es geht hierbei schon lange nicht mehr um Luxusfahrten oder Sonntagsausflüge, sondern um den bitteren Ernst der bloßen Existenzsicherung. Der Weg zur Arbeit, das tägliche Pendeln, der Lebensmitteleinkauf – all das wird für den durchschnittlichen Arbeitnehmer zunehmend zu einer finanziellen und unüberwindbaren Hürde. Die Autofahrer fühlen sich abgezockt und bis auf den allerletzten Cent ausgenommen. Für viele ist der weite Gang über die Grenze der einzige und letzte Ausweg, um überhaupt noch mobil und arbeitsfähig bleiben zu können. Die Preise in Deutschland, so lautet der einhellige Tenor an den Tankschläuchen, sind nicht einfach nur hoch, sie sind eine absolute Frechheit und eine gezielte, bösartige Strafe für all jene, die zwingend auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen sind.
Ein genauerer Blick auf die Preisstruktur offenbart die wahren treibenden Kräfte hinter diesem alltäglichen Wahnsinn. Es sind eben nicht nur die schwankenden Launen des globalen Ölmarktes, die den Bürgern das Geld erbarmungslos aus der Tasche ziehen. Es ist vor allem der Staat selbst, der als der größte Profiteur an der Zapfsäule steht. Die fatale Kombination aus Mineralölsteuer und der kontinuierlich steigenden CO2-Steuer treibt die Literpreise in völlig ungeahnte und realitätsferne Höhen. Während das Benzin aus genau denselben Raffinerien stammt, macht die massive staatliche Besteuerung den entscheidenden Unterschied zwischen einem bezahlbaren Gebrauchsgut im Ausland und einem unerreichbaren Luxusartikel im eigenen Land. Das besonders Perfide daran ist das berechtigte Gefühl vieler hart arbeitender Bürger, dass ihre Notlage schamlos ausgenutzt wird. Unter dem glänzenden Deckmantel des Klimaschutzes werden Rekordeinnahmen erzielt, während der einfache Arbeiter am Ende des Monats nicht mehr weiß, wie er seinen Lebensunterhalt bestreiten soll. Wie ein Betroffener es in bestechender Logik formulierte: Man kann das Klima nur dann schützen, wenn man auch noch etwas hat, das schützenswert ist. Wer existenziell und finanziell ruiniert wird, verliert verständlicherweise jedes Verständnis für hehre ideologische Ziele und grüne Wunschträume.
Doch der gewaltige Frust richtet sich nicht nur gegen die nackten, erschreckenden Zahlen an der Preistafel. Die massive Enttäuschung gilt einer elitären politischen Führung in Berlin, die in den Augen der überwältigenden Mehrheit vollkommen tatenlos zuschaut, wie das eigene Volk ausblutet. Die Regierung debattiert, diskutiert endlos in Talkshows und formuliert unverbindliche Absichtserklärungen, doch an der Zapfsäule beim einfachen Mann kommt keinerlei spürbare Entlastung an. Halbherzige Vorschläge, wie etwa die Begrenzung von Preisänderungen an den Tankstellen auf einmal pro Tag, werden von Experten und Bürgern gleichermaßen als absolute Augenwischerei und pure Veräppelung entlarvt. Ein österreichischer Staatsbürger, der die Misere an der tschechischen Tankstelle mit ansah, brachte es schmerzhaft auf den Punkt: Österreich habe genau diese Regelungen längst eingeführt – vollkommen ohne jeden Erfolg. Solche rein symbolischen Maßnahmen sind nichts weiter als politische Nebelkerzen, die das fundamentale Kernproblem der massiven Überbesteuerung nicht im Geringsten antasten oder lösen wollen.
Die fehlende Bodenhaftung der Politik wird an den Tankstellen gnadenlos abgerechnet und schonungslos bewertet. Ein zunehmend verbreitetes und tief sitzendes Gefühl ist, dass die traditionellen Volksparteien – insbesondere die CDU und die SPD – den Kontakt zum normalen Bürger und dessen Lebensrealität vollständig und unwiederbringlich verloren haben. Einst verstanden sich diese Parteien als starke Fürsprecher der hart arbeitenden Bevölkerung, als treue Vertreter der Arbeiter und des Mittelstandes. Heute jedoch fühlen sich genau diese tragenden Säulen der Gesellschaft von ihnen verraten, verkauft und völlig allein gelassen. Der Staat wird von sehr vielen nur noch als eine übermächtige Instanz wahrgenommen, die unerbittlich nimmt, aber absolut nichts mehr zurückgibt. Die unerträgliche Steuerlast frisst die hart erarbeiteten Löhne restlos auf, und das Vertrauen in die staatlichen Institutionen schwindet mit jedem gefahrenen Kilometer dramatisch.

Die Bürger sehen mittlerweile ganz genau, was mit ihren hart erarbeiteten Steuergeldern passiert, während sie selbst den Gürtel immer enger schnallen müssen. Der Unmut wächst täglich, wenn das Gefühl zur Gewissheit wird, dass das mühsam abgepresste Geld in alle Welt verschenkt wird, während die eigene Infrastruktur marode ist und die eigenen Leute am Rande des Ruins balancieren. Wer mit offenen Augen durch das Land geht, so die spürbare Stimmungslage, der braucht wahrlich kein Verschwörungstheoretiker zu sein, um klar zu erkennen, dass die Prioritäten der aktuellen politischen Kaste völlig falsch und zulasten der eigenen Bevölkerung gesetzt sind.
Auch die extrem ambitionierten Energiewende-Projekte der Regierung werden an den Zapfsäulen mit einer explosiven Mischung aus Skepsis und offener Ablehnung betrachtet. Die megalomanen Pläne, gigantische Windparks in der stürmischen Nordsee zu errichten und den produzierten Strom über landschaftszerstörende, massive Trassen quer durch die gesamte Republik bis tief nach Bayern zu leiten, stoßen bei den Autofahrern auf völliges Unverständnis. Diese milliardenschweren Mammutprojekte verschlingen unvorstellbare Unsummen an Steuergeldern, während die so dringend benötigte direkte Entlastung des Einzelnen konsequent ignoriert wird. Man fragt sich ernsthaft und völlig zu Recht, ob das alles noch irgendeinen Sinn ergibt, wenn die grundlegendste Mobilität der fleißigen Bürger dabei völlig auf der Strecke bleibt. Diese Unzufriedenheit bündelt sich in einer fundamentalen, tiefgreifenden Regierungskritik, die längst alle staatlichen Ebenen erfasst hat.
Diese tiefe Entfremdung führt völlig zwangsläufig zu radikaleren politischen Schlussfolgerungen. Wenn die weichgespülten, etablierten Parteien keinerlei Lösungen mehr anbieten wollen, wenden sich die Wähler logischerweise neuen Alternativen zu. Immer häufiger wird an den Zapfsäulen ganz offen darüber gesprochen, alte, auferlegte Denkverbote endlich fallen zu lassen. Die viel zitierte und künstlich aufrechterhaltene Brandmauer zur AfD wird von vielen Frustrierten mittlerweile nur noch als kindischer Kindergarten-Politik empfunden. In der wachsenden Verzweiflung fordern Bürger vehement, neue Allianzen zu wagen und endlich eine pragmatische Politik der greifbaren Ergebnisse statt der blinden Ideologien zu betreiben. Es ist ein extrem lauter, nicht mehr zu überhörender Weckruf an das völlig abgehobene politische Establishment: Wer die realen, existenziellen Nöte seiner Bevölkerung so ignorant beiseite wischt, der darf sich über drastische, tektonische Veränderungen an den Wahlurnen nicht im Geringsten wundern.
Neben der brisanten innenpolitischen Dimension gibt es jedoch noch eine weitere, weitaus schmerzhaftere Erkenntnis, die von den Tankenden formuliert wird. Es ist das verheerende Bild, das Deutschland und die Europäische Union derzeit in der ganzen Welt abgeben. Die schonungslose Diagnose der Befragten lautet ganz einfach, dass die ganze Welt über uns lacht. Wir sonnen uns in einer unfassbar gefährlichen moralischen Überheblichkeit und glauben in unserem Wahn tatsächlich, der Nabel der Welt zu sein. Wir demontieren mutwillig unsere einst so stolze und starke Industrie, wir verteuern die Mobilität ins absolute Unermessliche und wir treiben unsere eigenen Bürger in die nackte Verzweiflung, während andere aufstrebende Nationen kopfschüttelnd und belustigt beobachten, wie ein ehemaliges wirtschaftliches Kraftzentrum sich freiwillig selbst abschafft. Diese derart arrogante und, wie der Österreicher es treffend ausdrückte, „präpotente“ Haltung isoliert uns nicht nur wirtschaftlich zusehends, sondern macht uns global zu einem bedauernswerten, bemitleidenswerten Vorbild des grandiosen Scheiterns.

Es ist nicht nur fünf vor zwölf für die Entscheidungsträger in diesem Land, die Uhr ist längst abgelaufen. Die hart arbeitenden Menschen lassen sich nicht unendlich lange mit leeren Versprechungen, Durchhalteparolen und heuchlerischen moralischen Appellen abspeisen. Wenn der völlig normale Gang zur nächsten Tankstelle zur existenziellen Bedrohung für Familien und Arbeitnehmer wird, ist die rote Linie längst meilenweit überschritten. Die Bürger fordern absolut keine Almosen, sie fordern lediglich Fairness, Respekt für ihre Lebensleistung und eine Politik, die das eigene Volk nicht permanent als einen bodenlosen, endlosen Geldautomaten betrachtet. Es müssen sofortige, sofort greifbare und massive Entlastungen her – sei es durch die drastische Senkung der Mineralölsteuer oder die sofortige Abschaffung der rein ideologisch getriebenen CO2-Besteuerung.
Der große, anhaltende Zapfsäulen-Exodus ins rettende Ausland ist weit mehr als nur ein kurzes wirtschaftliches Phänomen. Er ist ein wütender, lautstarker Protestmarsch auf vier Rädern, der das Land erschüttert. Wenn die verantwortliche Politik jetzt nicht endlich aus ihrem Tiefschlaf aufwacht und die Nöte der Menschen ernst nimmt, wird sich die enorme Wut, die heute an den grenznahen Tankstellen brodelt, schon sehr bald mit voller Wucht entladen. Die bequeme Zeit der Ausflüchte ist endgültig vorbei. Es ist allerhöchste Zeit für eine Politik, die endlich wieder für die eigenen Menschen da ist, bevor das letzte kleine bisschen Vertrauen in diesem Land vollends verspielt ist und die Gesellschaft endgültig zerreißt. Die deutschen Autofahrer haben ihre klare, unmissverständliche Botschaft formuliert. Jetzt liegt es allein an der Regierung, schnellstens zu beweisen, dass sie diese Stimmen überhaupt noch hören will.
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