Die Stimmung in Deutschland kippt. Auf den Straßen, in den Bäckereien und an den Esstischen der hart arbeitenden Mitte der Gesellschaft macht sich zunehmend eine Mischung aus Resignation und nackter Wut breit. Es ist das bittere Gefühl, dass die politische Elite den Kontakt zur Lebensrealität der Bürger völlig verloren hat. Ein aktueller Schlagabtausch, der sich kürzlich in den Hallen eines deutschen Landtags abspielte und seither massiv im Netz kursiert, bringt diese toxische Atmosphäre nun mit einer Deutlichkeit auf den Punkt, die selbst langjährige politische Beobachter aufhorchen lässt. Im Zentrum des Sturms: Eine schonungslose Abrechnung mit der offenkundigen Doppelmoral etablierter Politiker und einem Sozialsystem, das nach Ansicht vieler Kritiker aus allen Nähten platzt, systematisch ausgenutzt wird und die völlig falschen Anreize setzt.

Beginnen wir mit einem Thema, das den Bürgern besonders sauer aufstößt: Die Heuchelei am Rednerpult. In der besagten hitzigen Debatte wurde der Grünen-Politiker Sebastian Striegel direkt und frontal angegriffen. Der Vorwurf wiegt schwer und offenbart ein tiefes Problem in der politischen Kommunikation unserer Zeit. Während Politiker wie Striegel der Bevölkerung drastische Einschränkungen im Namen des Klimaschutzes predigen und am liebsten das private Autofahren massiv regulieren oder gar verbieten wollen, sieht ihre eigene Lebensrealität oft ganz anders aus. Der Vorwurf lautet, dass Herr Striegel nach getaner Arbeit im Landtag völlig ungeniert in einen “dicken Dieselbus” steigt und davonbraust. Diese eklatante Diskrepanz zwischen dem, was man den Wählern aufzwingen möchte, und dem eigenen Lebensstil, ist der Nährboden für eine tiefe Politikverdrossenheit. Wer Wasser predigt, aber Wein trinkt, darf sich nicht wundern, wenn ihm das Vertrauen der Menschen in Scharen davonläuft.

Doch die Kritik geht weit über das Verhalten einzelner Abgeordneter hinaus. Sie trifft ins Herz des deutschen Sozialstaates, der sich nach Ansicht der Kritiker zunehmend zu einem Selbstbedienungsladen entwickelt hat. Ein Bild prägt sich derzeit in die Köpfe vieler Bürger ein: Dicke, hochpreisige SUVs mit ukrainischen Kennzeichen, die ganz selbstverständlich vor unseren Behörden parken. Drinnen sitzen die Halter dieser Fahrzeuge und beantragen Bürgergeld – finanziert durch den deutschen Steuerzahler. Derzeit befinden sich über 700.000 Ukrainer im Bürgergeldbezug. Es ist eine Situation, die den Gerechtigkeitssinn vieler Menschen massiv verletzt. Wie kann es sein, dass offensichtlicher Reichtum, manifestiert in teuren Karossen, bei der Vergabe von staatlichen Transferleistungen einfach ignoriert wird?

Die Antwort auf diese Frage liefert eine parlamentarische Anfrage, deren Ergebnis einem politischen Erdbeben gleicht. Auf die Frage, wie oft seit dem Jahr 2022 bei entsprechenden Anträgen Eigenmittel herangezogen oder Leistungen aufgrund von falschen Angaben und Betrug eingestellt wurden, lautete die unfassbare Antwort der Landesregierung: Null. In keinem einzigen Fall wurden Gelder eingefroren oder Eigenmittel verwertet. Bei hunderttausenden von Anträgen ist eine Fehlerquote von exakt null Prozent statistisch schlichtweg unmöglich. Für Beobachter ist dies der endgültige Beweis, dass es hier nicht um behördliche Überlastung geht, sondern um einen bewussten politischen Willen. Ein Wegschauen mit System, das den deutschen Steuerzahler Milliarden kostet.

Ulrich Simon | AC | RWTH Aachen University | EN

Hinzu kommt ein eklatantes Kontrolldefizit. Schätzungen zufolge besitzen rund 80 Prozent der Menschen aus der Ukraine Wohneigentum in ihrer Heimat. Doch deutsche Behörden haben faktisch keine Möglichkeit, dies zu überprüfen. Die Antragsteller machen Angaben, die blind geglaubt werden müssen. Es gibt keine funktionierende internationale Zusammenarbeit, um Vermögenswerte im Ausland abzugleichen. Wer profitiert von diesem System der systematischen Intransparenz? Gewiss nicht die Verkäuferin oder der Handwerker, die hierzulande jeden Tag aufstehen, um mit ihren Steuern diesen ausufernden Apparat zu finanzieren.

Die Rufe nach einem radikalen Kurswechsel werden daher lauter. Gefordert wird ein konkreter Fünf-Punkte-Plan, der endlich wieder Vernunft und Kontrolle in das System bringen soll. Erstens muss eine bindende internationale Behördenzusammenarbeit etabliert werden, um Eigentum im Ausland lückenlos zu erfassen. Zweitens bedarf es einer messerscharfen Definition des Begriffs “verwertbares Vermögen”. Ein Luxus-SUV darf nicht länger als “angemessenes Fahrzeug” durchgewunken werden. Wer ein solches Auto besitzt, muss es veräußern, bevor er staatliche Hilfen beansprucht. Drittens müssen Sozialleistungen so lange ausschließlich als Darlehen gewährt werden, bis die Vermögensverhältnisse zweifelsfrei und behördlich geklärt sind. Stellt sich im Nachhinein ein Betrug heraus, muss jeder Cent zurückgezahlt werden. Viertens: Bei vorsätzlichen Falschangaben muss das Aufenthaltsrecht umgehend widerrufen und die Heimreise angeordnet werden. Und fünftens fordern Kritiker maximale Kontrollbefugnisse für die Behörden, einschließlich unangemeldeter Hausbesuche, um das tatsächliche Lebensumfeld und verborgenes Vermögen der Antragsteller überprüfen zu können.

Die internationale Perspektive zeigt, dass Deutschland mit seiner bedingungslosen Großzügigkeit weitgehend isoliert dasteht. Während hierzulande nur ein Bruchteil der arbeitsfähigen ukrainischen Flüchtlinge einer geregelten Beschäftigung nachgeht, liegen die Quoten in Nachbarländern wie den Niederlanden oder Polen bei beeindruckenden 75 bis 80 Prozent. Der Grund dafür ist so simpel wie effektiv: Dort fließen staatliche Hilfen nur für eine kurze Übergangszeit. Wer danach keine Arbeit vorweisen kann, fällt aus dem sozialen Netz. Ein System von Fördern und Fordern, das in Deutschland scheinbar komplett abhandengekommen ist.

Besonders brisant ist zudem ein juristisches Schlupfloch, das es Migranten faktisch ermöglicht, auf Kosten des deutschen Staates in Frührente zu gehen. Während Sogenannte “Faktenchecker” immer wieder betonen, dass Migranten keinen Anspruch auf die klassische deutsche Rente haben, sieht die Lebensrealität gravierend anders aus. Kommt eine Person mit 57 Jahren nach Deutschland und kann nachweisen, in der Heimat bereits eine Rente (egal wie gering) bezogen zu haben, wird sie hier in die sogenannte Grundsicherung übernommen. Das Resultat: Diese Person ist von jeglicher Pflicht, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, befreit. Sie erhält ein monatliches Einkommen aus Steuergeldern, ohne jemals in das System eingezahlt zu haben. Es ist ein staatlich finanzierter Ruhestand mit 57 Jahren – ein Schlag ins Gesicht für jeden deutschen Arbeitnehmer, der sich auf ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren oder mehr einstellen muss.

Sebastian Striegel

Die Konsequenzen dieses Systems spüren wir alle hautnah vor Ort, in unseren eigenen Städten und Gemeinden. Die kommunalen Haushalte stehen kurz vor dem Kollaps. Landkreise wissen nicht mehr, wie sie die horrenden Gesundheitskosten für jene Gruppe von Migranten stemmen sollen, die nicht über die regulären Kassen abgerechnet werden. Während in Berlin Milliarden mit vollen Händen in alle Welt verteilt werden, müssen Kommunalpolitiker vor Ort um jeden Euro für die Sanierung einer Parkbank oder eines Spielplatzes betteln. Bei den Haushaltsverhandlungen wird der Rotstift dann zielsicher bei der Kinderbetreuung oder der lokalen Infrastruktur angesetzt. Die einheimische Bevölkerung wird weiter belastet, um ein globales Wohlfahrtsprojekt zu finanzieren.

Es ist ein Zustand, der sich für viele Bürger nur noch als Wahnsinn beschreiben lässt. Deutschland wird ausgenommen, weil die Politik nicht mehr zwischen denjenigen unterscheidet, die wirklich unsere Hilfe benötigen, und jenen, die unser großzügiges System kaltblütig missbrauchen. Die Forderungen nach einem Paradigmenwechsel sind nicht länger zu überhören: Keine Leistung ohne Gegenleistung, die flächendeckende Umstellung von Geld- auf Sachleistungen und der Abbau von sozialen Pull-Faktoren, die Menschen aus aller Welt in unsere Sozialsysteme locken. Es bedarf eines grundlegenden Neustarts, um dieses Land wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Das Vertrauen der Bevölkerung ist ein zerbrechliches Gut. Wenn die Politik nicht rasch und entschlossen handelt, um Gerechtigkeit und Kontrolle wiederherzustellen, drohen die gesellschaftlichen Fliehkräfte dieses Land auf eine Weise zu zerreißen, die wir uns heute kaum vorstellen können. Es ist fünf vor zwölf für den deutschen Sozialstaat.