Es ist ein Gefühl, das wir alle in den letzten Monaten nur zu gut kennengelernt haben. Du stehst an der Zapfsäule und starrst fassungslos auf die rasant kletternden Zahlen. Du öffnest die Post und hältst zögerlich die neue Abschlagszahlung für deinen Strom- oder Gasanbieter in den Händen. Der Wocheneinkauf im Supermarkt reißt plötzlich Löcher in die Haushaltskasse, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Doch wenn du glaubst, dass wir aktuell lediglich eine kleine wirtschaftliche Durststrecke durchmachen, dann musst du dich jetzt anschnallen. Was sich derzeit hinter den Kulissen der globalen Weltpolitik und Energieversorgung zusammenbraut, ist nichts Geringeres als der perfekte Sturm.

Die Warnsignale sind ohrenbetäubend, doch in der breiten Öffentlichkeit kommen sie oft nur als gedämpftes Rauschen an. Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), wählt Worte, die uns das Blut in den Adern gefrieren lassen sollten: Er warnt vor einer Energiekrise mit historischem Ausmaß und sieht die Welt vor der größten Bedrohung der Energiesicherheit in der gesamten Geschichte der Menschheit. Das ist kein reißerischer Alarmismus, das ist die kühle, berechnende Einschätzung des wohl wichtigsten Energieexperten unseres Planeten. Doch was genau passiert dort draußen, das unser Leben hier in Deutschland so massiv bedroht?

Ein globaler Schock, der alles in den Schatten stellt

Um die Tragweite zu verstehen, müssen wir einen Blick auf die globalen Handelsrouten werfen. Durch die Teilsperrung der Straße von Hormus – eines der wichtigsten Nadelöhre des Welthandels – wurde das globale Angebot an Öl und Gas drastisch reduziert. Wir sprechen hier nicht von marginalen Schwankungen. Die IEA spricht von zwei Ölkrisen und einem Gaskollaps, die gleichzeitig über uns hereinbrechen. Aktuell fehlen weltweit unglaubliche 11 Millionen Barrel Öl – pro Tag! Um diese Zahl in einen Kontext zu setzen: Das ist mehr als bei den verheerenden Ölkrisen der Jahre 1973 und 1979 zusammen, als insgesamt “nur” 10 Millionen Barrel fehlten und die Weltwirtschaft ins Wanken geriet.

Noch dramatischer sieht es im Gassektor aus. Die Verluste liegen bei 140 Milliarden Kubikmetern. Das entspricht fast dem Doppelten der Einbrüche, die wir nach dem Ausbruch des Ukrainekrieges erlebt haben. Rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Flüssigerdgases (LNG) wird durch die Straße von Hormus verschifft, zusammen mit unersetzlichen Gütern wie Dünger, Schwefel und Helium.

Die Infrastruktur, die unsere moderne Zivilisation antreibt, ist hochgradig fragil. In Katar, einem der wichtigsten Energielieferanten, wird die Reparatur der weltgrößten LNG-Anlage in Ras Laffan (die 77 Millionen Tonnen pro Jahr produziert) voraussichtlich bis zu fünf Jahre dauern. Gleichzeitig ist ein Krieg gegen die Energieinfrastruktur entbrannt, der mit dem Angriff auf das iranische South Pars-Gasfeld begonnen hat. Selbst wenn die Waffen heute schweigen würden, könnten stillgelegte Förderfelder laut IEA erst nach bis zu sechs Monaten überhaupt wieder ans Netz gehen. Die internationale Energieagentur musste bereits in einer beispiellosen Notmaßnahme 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freigeben – das sind rund 20 Prozent der gesamten globalen Notbestände. Wir leben buchstäblich von der Substanz.

Die Erpressbarkeit Europas

Währenddessen wird die geopolitische Lage immer unübersichtlicher. US-Präsident Donald Trump droht der Europäischen Union völlig offen mit einem Lieferstopp für amerikanisches Flüssiggas, sollte die EU bestimmte Zollabkommen nicht ratifizieren. Das ist keine verlässliche Partnerschaft mehr, das erinnert an Erpressung und zeigt schonungslos, wie fatal die europäische Abhängigkeit von externen Mächten geworden ist.

Die Auswirkungen dieser globalen Verwerfungen werden wir in Europa und ganz speziell in Deutschland mit voller Härte zu spüren bekommen. Wir sprechen nicht nur von höheren Preisen an der Zapfsäule. Es geht um massive Preissteigerungen bei Heiz- und Transportkosten, bei Maschinen, bei Düngemitteln für unsere Landwirtschaft und letztendlich bei unseren Lebensmitteln.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen sind verheerend. Der IMK-Inflationsmonitor der Hans-Böckler-Stiftung warnt, dass eine erhöhte Inflation von 2,5 Prozent im ersten Halbjahr 2026 vor allem Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen hart treffen wird. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen: Das RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung schlägt Alarm und prognostiziert einen Anstieg der Inflationsrate auf bis zu 6 Prozent, sollte der Konflikt andauern. Wie der Konjunkturchef des Instituts, Torsten Schmidt, treffend anmerkt: Hohe Energie- und Ölpreise treiben unweigerlich die Verbraucherpreise. Es ist das kleine Einmaleins der Wirtschaft, das in der aktuellen Politik scheinbar völlig vergessen wurde. Ein viertes Jahr der Rezession droht, und das ohnehin winzige, durch Sonderschulden erkaufte Wirtschaftswachstum der Regierung droht im Keim zu ersticken.

Hausgemachtes Leid: Wie Deutschland seine Resilienz verspielte

Man könnte nun argumentieren, dass dies alles externe Schocks sind, für die niemand im Land etwas kann. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Deutschland ist auf diesen Sturm katastrophal schlecht vorbereitet. Über Jahre hinweg haben aufeinanderfolgende Regierungen – von CDU und SPD über Grüne bis hin zur FDP – die vielbeschworene Resilienz unseres Landes systematisch abgebaut.

Energie wurde ohne Notwendigkeit verknappt und künstlich verteuert. Der überstürzte Ausstieg aus der Kernkraft unter Kanzlerin Merkel und die dogmatisch durchgedrückte sogenannte Energiewende haben den Boden für die aktuelle Krise bereitet und unserer Industrie den Rest gegeben. Dass wir überhaupt so lange funktioniert haben, verdanken wir lediglich den günstigen Lieferungen aus dem Nahen Osten und den Pipelines aus Russland. Jetzt, wo genau diese Lebensadern durchschnitten sind, stehen wir mit leeren Händen da. Wir haben uns freiwillig und mutwillig von der sicheren Kernkraft verabschiedet und unsere Abhängigkeit vom Ausland damit auf ein Level geschraubt, das weit über dem anderer Industrienationen liegt.

Dazu gesellt sich eine überbordende Steuerbelastung, eine erdrückende Bürokratie und explodierende Lohnnebenkosten, angetrieben von zerrütteten Sozialsystemen, die kaum noch zu finanzieren sind. Die Wirtschaft ächzt, die Löcher im Bundeshaushalt werden von Tag zu Tag größer, und wichtige Reformen bleiben schlichtweg aus. Der Reformnotstand war noch nie so groß wie heute.

Der Gipfel der Absurdität: Das Heizungsgesetz

Nichts zeigt die fehlgeleitete Politik deutlicher als die aktuelle Situation auf dem Wärmemarkt. Durch das vieldiskutierte Heizungsgesetz sind wir in eine völlig absurde und widersprüchliche Lage geraten. Auf der einen Seite wird Privathaushalten faktisch verboten, neue Gasheizungen einzubauen, oder sie werden sogar gedrängt, funktionierende Systeme herauszureißen. Auf der anderen Seite plant der Staat den Bau von gigantischen neuen Gaskraftwerken – insgesamt sollen 60 neue Anlagen entstehen. Einem normalen Bürger ist dieses Vorgehen nicht mehr zu erklären. Es ist unseriös und untergräbt das letzte bisschen Vertrauen in politische Entscheidungen.

Der Ausweg: Ein Neustart für Vernunft und Wohlstand

Doch wir sind diesem Schicksal nicht schutzlos ausgeliefert. Es gibt klare, pragmatische Lösungsansätze, die sofortige Entlastung bringen würden. Führende Oppositionspolitiker der AfD, wie Tino Chrupalla und Alice Weidel, haben in einer Sondersitzung weitreichende Forderungen gestellt, um das Ruder herumzureißen.

Erstens braucht es geopolitische Vernunft: Wir müssen uns für eine stabile Friedensordnung im Nahen und Mittleren Osten einsetzen und dürfen die Beziehungen zu wichtigen internationalen Akteuren nicht einfach abbrechen lassen. Strategische Eigenständigkeit bedeutet auch, das Verhältnis zu Ländern wie Russland neu zu definieren und Gesprächsfäden für zukünftige Energielieferungen wieder aufzunehmen, um wieder eine Verhandlungsbasis zu haben. Zudem müssen Partnerschaften mit aufstrebenden Mächten wie Brasilien oder der Türkei gestärkt werden.

Zweitens muss im Inland sofort gehandelt werden. Ein echtes Sofortprogramm zur Entlastung der Bürger und Unternehmen würde bedeuten: Die CO2-Abgabe muss unverzüglich abgeschafft werden. Energiesteuern gehören auf ein absolutes Minimum reduziert oder komplett gestrichen. Es kann nicht sein, dass der Staat an der Not der Bürger durch Steuereinnahmen auf exorbitant hohe Energiepreise auch noch kräftig mitverdient.

Drittens brauchen wir eine ideologiefreie Rückkehr zur Marktwirtschaft. Die gescheiterte Energiewende, die enorme Ressourcenverschwendung und die milliardenschweren Subventionen für sogenannte erneuerbare Energien müssen auf den Prüfstand und gestoppt werden. Technologien sollen sich nur dann durchsetzen, wenn sie am freien Markt, durch Angebot und Nachfrage, bestehen können. Wir brauchen einen breiten Energiemix, der Kernenergie, Kohle, Gas und erneuerbare Energien gleichermaßen einschließt, um günstige und verlässliche Energie zu garantieren. Von einigen Seiten wird die Klimapolitik mittlerweile sogar als Vorwand – oder wie es zitiert wird, als “Hoax” – gesehen, um die deutsche Industrie systematisch abzubauen.

Viertens muss die Wahlfreiheit der Bürger wiederhergestellt werden. Das unsinnige Verbrennerverbot gehört abgeschafft. Der Verbraucher muss frei entscheiden dürfen, welches Auto er kauft und fährt. Ebenso müssen die Produzenten frei entscheiden können, was sie herstellen. Und ganz entscheidend: Der Bürger muss selbst entscheiden dürfen, welche Heizung er in sein eigenes Haus einbaut.

Wir stehen an einem historischen Scheideweg. Akzeptieren wir weiterhin Spritrationierungen, drohende Unternehmensinsolvenzen und einen schleichenden Verlust unseres Wohlstandes? Oder fordern wir eine Politik ein, die im Interesse der Bürger handelt, die auf Technologieoffenheit, friedlichen Handel und Marktwirtschaft setzt? Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Lösungen sind greifbar. Es ist an der Zeit, dass wir aufwachen, diese Themen kritisch diskutieren und den Kurs korrigieren, bevor der perfekte Sturm unser Land endgültig erfasst. Informiere dich, teile diese Erkenntnisse und bilde dir dein eigenes Urteil – denn es geht um nichts Geringeres als um deine Zukunft und die Zukunft unserer Wirtschaft.