Es gibt Ankündigungen auf der großen politischen Weltbühne, die mit ohrenbetäubendem Lärm, gigantischen Pressekonferenzen und einem tagelangen medialen Trommelfeuer begleitet werden. Und dann gibt es jene Momente, in denen die weitreichendsten und gefährlichsten Entscheidungen beinahe lautlos, versteckt hinter dem dichten Nebel anderer Großereignisse, stillschweigend durchgewinkt werden. Wer in diesen Tagen aufmerksam die Verlautbarungen aus Brüssel verfolgt hat, dem dürfte sprichwörtlich ein eiskalter Schauer über den Rücken gelaufen sein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen trat vor die Presse und verkündete einen weitreichenden Plan, der es in sich hat und der das immense Potenzial birgt, das Leben von Millionen europäischen Bürgern grundlegend und für immer zu verändern. Doch die ganz große Empörung in den etablierten Leitmedien blieb völlig aus. Es herrschte vielerorts ein beklemmendes, beinahe unwirkliches Schweigen. Warum? Weil die europäische Öffentlichkeit in genau diesem kritischen Moment gebannt auf ein völlig anderes politisches Ereignis blickte.

Der ungeheure Verdacht, der nun wie ein dunkler Schatten schwer im Raum steht, lautet: Die jüngsten historischen Wahlen in Ungarn wurden als perfektes und maßgeschneidertes mediales Ablenkungsmanöver genutzt, um einen tiefgreifenden digitalen Überwachungsplan weit unter dem Radar der arglosen Bürger zu implementieren. Während alle Welt hochgespannt nach Budapest schaute, wo sich ein massiver politischer Umschwung vollzog, und Ursula von der Leyen höchstpersönlich Bilder in sozialen Netzwerken teilte, auf denen sie den Wahlausgang feierte und triumphierend verkündete, Ungarn sei nun “wieder zurück in Europa”, lief im verborgenen Hintergrund die eigentliche Agenda der Europäischen Kommission wie ein Schweizer Uhrwerk reibungslos weiter. Dieser meisterhafte strategische Schachzug erlaubte es der abgehobenen EU-Spitze, einen hochbrisanten, freiheitsfeindlichen Plan ohne bohrende kritische Rückfragen und ohne den ansonsten unvermeidlichen, lautstarken öffentlichen Aufschrei voranzutreiben.

Doch worum geht es bei diesem vermeintlichen Geheimplan der Kommission eigentlich ganz konkret? Aus dem Mund von Ursula von der Leyen klang es zunächst fast schon erschreckend harmlos, technokratisch steril und fürsorglich. Sie verkündete mit einem unübersehbaren Stolz, dass die “europäische Altersverifizierungs-App” technisch vollumfänglich bereit sei. Es sei schließlich nicht das erste Mal, so die mächtige Kommissionspräsidentin, dass die Kommission eine innovative und schnelle Lösung für ein völlig neues Problem vorstelle. Dann jedoch fiel ein Vergleich, der bei vielen kritischen Beobachtern sofort alle Alarmglocken schrillen ließ und tief blicken lässt: Sie erinnerte an die beispiellose Zeit der COVID-Pandemie, die digitalen Impfzertifikate und erklärte unverblümt, dass man nun exakt diesen vermeintlichen Erfolg nehme und ihn direkt auf die neue Altersverifizierungs-App anwende.

Was auf den ersten, flüchtigen Blick wie eine lobenswerte, notwendige und fürsorgliche Maßnahme zum Jugendschutz im Internet wirken mag, entpuppt sich bei etwas genauerer Betrachtung als ein potenzielles digitales Gefängnis für jeden mündigen, erwachsenen Bürger. Wenn eine solche gewaltige Infrastruktur erst einmal flächendeckend in ganz Europa etabliert und durch neue Verordnungen zur zwingenden Norm erhoben wird, bedeutet dies das unwiderrufliche und endgültige Ende jeglicher Anonymität im weltweiten Netz. Die grafischen Darstellungen und Erklärungen, die nun langsam, aber sicher nach und nach ans Licht der Öffentlichkeit dringen, zeichnen ein überaus beängstigendes Bild unserer direkten zukünftigen Realität. Alles, was wir im Internet tun – angefangen beim harmlosen Lesen von tagesaktuellen Nachrichten über das Schreiben sensibler privater Chat-Nachrichten bis hin zum Bestellen von Büchern, Kleidung oder gar Lebensmitteln –, könnte schon sehr bald nur noch über diese eine, zentrale EU-App möglich sein. Eine App, die logischerweise untrennbar mit unserem offiziellen Ausweis und unserer eindeutigen Identität legitimiert und verknüpft ist.

Von der Leyen führt EU mit klarem Kompass durch geopolitische Spannungen

Wir steuern damit geradewegs und ohne funktionierende Bremsen auf eine absolut gläserne Gesellschaft zu. Der Gedanke daran, dass jeder Klick, jede intime Suchanfrage, jede politische Meinungsäußerung in einem öffentlichen Forum und jede noch so kleine finanzielle Transaktion fein säuberlich in gigantischen Datenbanken registriert und einer realen Person zugeordnet werden kann, ist ein massiver Frontalangriff auf unsere hart erkämpften bürgerlichen Freiheiten und unser im Grundgesetz verankertes Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Wenn die ethischen und rechtlichen Schranken erst einmal gefallen sind und die Technologie unter dem stets funktionierenden Deckmantel der Sicherheit installiert wurde, ist der Weg zur totalen, lückenlosen Überwachung der Bürger nicht mehr weit. Die beklemmenden Erinnerungen an die weitreichenden und oft übergriffigen Einschränkungen der Pandemie-Jahre sind bei vielen Menschen noch allgegenwärtig. Dass nun ausgerechnet diese beispiellose Ausnahmesituation von der Politik als leuchtendes Vorbild für eine dauerhafte digitale Infrastruktur im Alltag herangezogen wird, spricht Bände über das wahre Demokratieverständnis in den gläsernen Korridoren der Brüsseler Machtzentrale.

Besonders perfide und für den hart arbeitenden Steuerzahler, der diese Systeme am Ende finanzieren muss, kaum noch zu ertragen, ist die himmelschreiende Doppelmoral, die dieses brisante Vorgehen tagtäglich begleitet. Während wir, die normalen, rechtschaffenen Bürger, im Netz zunehmend gegängelt, kontrolliert, überwacht und unserer elementarsten Freiheitsrechte beraubt werden sollen, pflegt die europäische Elite in Brüssel unbeirrt einen Lebensstil, der jeglichen Bezug zur realen Lebenswirklichkeit der einfachen Menschen längst verloren hat. Es scheint, als leiste sich die gute Dame an der Spitze der mächtigen EU-Kommission eine üppige Gehaltserhöhung nach der anderen – Berichten zufolge handelte es sich unlängst bereits um die siebte Anpassung in ihrer laufenden Amtszeit. Und als wäre das nicht schon Provokation genug, tauchen immer wieder Bilder und investigative Berichte auf, die schonungslos zeigen, wie absolut selbstverständlich teure und extrem klimaschädliche Privatjet-Reisen für die Führungsriege geworden sind, selbst für lächerlich kurze Distanzen. Diese luxuriösen Privilegien werden selbstverständlich komplett und ohne rote Ohren auf die Schultern der europäischen Steuerzahler abgewälzt. Es ist die Perfektion eines Systems der Maßlosigkeit für die kleine Elite da oben und der strikten, unerbittlichen Kontrolle für die breite Masse da unten.

Diese eklatante demokratische Schieflage wird auch von namhaften Oppositionspolitikern schonungslos angeprangert und seziert. Die Fraktionsvorsitzende Alice Weidel brachte die bittere Ironie der aktuellen, verfahrenen Situation unlängst mit einem messerscharfen, treffenden Satz auf den Punkt, als sie treffend kommentierte: “Viktor Orban konnte man abwählen, Ursula von der Leyen können wir nicht abwählen.” Dieser Satz trifft genau in den wunden Punkt der Europäischen Union und ihres enormen strukturellen Demokratiedefizits. Während in souveränen Nationalstaaten die Bürger immerhin noch die theoretische Möglichkeit besitzen, unliebsame, übergriffige oder schlichtweg unfähige Regierungschefs nach einer gewissen Zeit an der Wahlurne abzustrafen und aus dem Amt zu jagen, agiert die EU-Kommission weitgehend autark und abgekoppelt vom direkten, unmittelbaren Wählerwillen der europäischen Bevölkerung. Sie gleicht einer übermächtigen, bürokratischen Festung, deren Führungspersonal durch intransparente Hinterzimmerdeals der nationalen Regierungen bestimmt wird und die sich der direkten demokratischen Rechenschaftspflicht elegant entzieht.

Präsidentin von der Leyen zu den Entwicklungen im Nahen Osten - Vertretung  in Österreich

Wir stehen an einem historischen und gefährlichen Scheideweg unserer digitalen Epoche. Die fertigen Pläne zur lückenlosen digitalen Erfassung und Überwachung liegen ausgearbeitet auf dem Tisch. Sie sind nicht länger düstere Zukunftsmusik oder der Stoff für spannende dystopische Romane, sondern sie sind, wie Ursula von der Leyen selbst vor der Presse so stolz betonte, “technisch bereit” für den Einsatz. Die einzige verbleibende Frage, die sich nun jedem Einzelnen noch stellt, lautet: Werden wir als freie, mündige Bürger diese schleichende Entmündigung und den massiven, staatlichen Eingriff in unsere intimste Privatsphäre weiterhin stillschweigend hinnehmen? Es reicht definitiv nicht mehr aus, nur noch auf die großen, offensichtlichen Krisen zu schauen, die uns mundgerecht und täglich in den Abendnachrichten präsentiert werden. Wir müssen den eigenen Blick schärfen für jene dramatischen Entwicklungen, die bewusst im Schatten der ganz großen Schlagzeilen passieren. Wir müssen hartnäckig und kritisch hinterfragen, welche drastischen Werkzeuge der Kontrolle uns unter dem gefälligen Vorwand von Sicherheit und Jugendschutz in Wahrheit aufgedrängt werden sollen.

Eine echte Demokratie lebt maßgeblich von der Freiheit ihrer Bürger, sich ungehindert, unbeobachtet und vollkommen ohne ständige staatliche Kontrolle informieren, bewegen und austauschen zu können. Fällt die Anonymität im Netz, so stirbt parallel auch ein wesentlicher, unabdingbarer Teil dieser fundamentalen Freiheit. Es liegt nun allein an jedem Einzelnen von uns, diese verborgenen Informationen zu teilen, Netzwerke des Widerstands zu bilden und lautstark, sowie argumentativ gegen diesen schleichend drohenden Überwachungsstaat aufzubegehren. Nur wenn wir absolut wachsam bleiben, die komplexen politischen Zusammenhänge durchschauen und uns solidarisch gemeinsam gegen diese übergriffigen, elitären Pläne wehren, haben wir eine echte Chance, das harte Fundament unserer bürgerlichen Freiheit für künftige Generationen intakt zu bewahren. Das Internet darf nicht zu einem goldenen Käfig der EU-Bürokratie werden.