Jetzt scheint es tatsächlich, unaufhaltsam und in voller Härte zu beginnen. Während einige hochrangige Politiker der sogenannten Altparteien vor den Fernsehkameras immer noch gebetsmühlenartig beschwichtigen, die Lage schönreden und mit einem fast schon provozierend gelassenen „So schlimm ist es doch gar nicht, wir schaffen das schon“ die drängenden Sorgen der Bevölkerung beiseite wischen, braut sich im Hintergrund längst eine gigantische Katastrophe zusammen. Es ist die nächste große Krise, die sich wie ein dunkler, unheilvoller Schatten über unseren Alltag legt. Diesmal trifft es keinen abstrakten Wirtschaftszweig, den wir ohnehin kaum verstehen, sondern etwas, das uns allen zutiefst am Herzen liegt, worauf wir uns das ganze Jahr über freuen und wofür wir jeden Tag hart arbeiten: unseren Urlaub. Der internationale Tourismus steht vor einem beispiellosen Kollaps, und die Vorboten dieses Zusammenbruchs sind mittlerweile so extrem, dass sie einem regelrecht den Atem rauben.

Ein topaktuelles, absolut schockierendes Beispiel aus der Reisebranche sorgt in diesen Tagen für massives Aufsehen und ungläubiges Kopfschütteln. Wer sich heute den Traum von fernen Stränden, exotischem Essen und tropischer Sonne erfüllen möchte, erlebt bei der Buchung sein blaues Wunder. Ein handelsüblicher Urlaubsflug nach Thailand – einst das unangefochtene, erschwingliche Traumziel der Deutschen – kostet inzwischen unglaubliche, geradezu absurde 3.200 Euro. Und um das in aller Deutlichkeit zu betonen: Wir sprechen hier nicht von einem luxuriösen All-Inclusive-Paket. Wir sprechen nicht von einem mehrwöchigen Aufenthalt in einem Fünf-Sterne-Resort inklusive Wellness und Vollpension. Nein! Diese 3.200 Euro sind ausschließlich für das pure Flugticket fällig. Es ist nur der nackte Transport, nur der Weg dorthin. Das Hotel, die Verpflegung vor Ort, die Ausflüge und das Taschengeld für den Urlaub selbst kommen auf diese gigantische Summe noch obendrauf.

Große, namhafte Airlines wie beispielsweise Lufthansa und etliche andere Fluggesellschaften haben ihre Ticketpreise für Verbindungen nach Asien massiv, geradezu explosionsartig in die Höhe geschraubt. Thailand, das über viele Jahrzehnte hinweg das Sinnbild für den bezahlbaren Exotik-Urlaub war, das Traumziel für Millionen von ganz normalen Normalverdienern, Familien und Rucksacktouristen, droht plötzlich und ohne Vorwarnung zu einem elitären Luxusurlaub für einige wenige Privilegierte zu verkommen. Das Land des Lächelns wird zu einer Festung der Reichen, deren Pforten für den hart arbeitenden Durchschnittsbürger fest und unerbittlich verschlossen bleiben.

Doch dieser Preisschock an der Buchungskasse ist nur die sichtbare Spitze eines gewaltigen, hochgefährlichen Eisbergs. Genau an diesem Punkt beginnt nämlich eine verheerende, wirtschaftliche Kettenreaktion, die das Potenzial hat, weltweite Strukturen zu vernichten. Die Mathematik dahinter ist so simpel wie grausam: Wenn sich immer weniger Menschen diesen völlig überteuerten Flug auch nur ansatzweise leisten können, dann brechen völlig zwangsläufig, fast schon physikalisch bedingt, die Urlauberzahlen dramatisch ein. Weniger Touristen im Flugzeug bedeuten im direkten Umkehrschluss massiv weniger Einnahmen auf der gesamten Linie. Und dieser brutale Einbruch trifft nicht nur die ohnehin krisengebeutelten Airlines. Er trifft wie ein Tsunami die Reiseveranstalter, die unzähligen Reisebüros an unseren Straßenkreuzungen, die um ihr Überleben kämpfen.

Noch viel schlimmer und existenzieller trifft es jedoch die Menschen und die Wirtschaft am Zielort. In Ländern wie Thailand wurden über die vergangenen Jahrzehnte riesige, atemberaubende Hotelanlagen aus dem Boden gestampft. Ganze florierende Regionen, unzählige Küstenabschnitte und Millionen von Menschen leben dort heute praktisch ausschließlich und zu hundert Prozent vom Tourismus. Vom Zimmermädchen über den Koch, vom kleinen Souvenirhändler am Strand bis zum Taxifahrer – sie alle hängen am seidenen Faden der internationalen Reiseströme. Doch was um alles in der Welt passiert mit diesen Menschen, mit diesen gigantischen Infrastrukturen, wenn die Gäste aus Europa einfach nicht mehr kommen? Wenn die Liegestühle leer bleiben, die Hotelbetten verwaist sind und die Restaurants ihre Türen für immer schließen müssen? Es droht ein wirtschaftlicher Flächenbrand ungeahnten Ausmaßes.

Früher, in einer Zeit, die uns heute fast schon wie eine längst vergangene, goldene Ära vorkommt, funktionierte dieses globale System wie ein absolut perfekt eingespielter, verlässlicher Kreislauf. Touristen aus Deutschland, voller Vorfreude und mit erspartem Geld in der Tasche, flogen nach Thailand. Die Airlines verdienten gutes Geld mit voll besetzten Maschinen, die Reiseunternehmen waren zufrieden mit ihren Margen, und vor Ort in Asien profitierten die Hotels, die lokalen Händler und die unzähligen Restaurants. Es war eine klassische, weltweite Win-Win-Situation. Alle hatten etwas davon, der Wohlstand wurde verteilt, Kulturen rückten näher zusammen. Doch genau dieses sensible, über Jahrzehnte gewachsene Gleichgewicht scheint jetzt, in diesen Tagen, langsam, aber sicher mit einem lauten Knirschen in tausend Stücke zu zerbrechen.

Bei all den großen volkswirtschaftlichen Betrachtungen darf man das Wichtigste jedoch niemals aus den Augen verlieren: die ganz normalen Menschen hier bei uns. Die Rentner, die ihr Leben lang hart im Büro oder in der Fabrik gearbeitet haben, um sich im Alter endlich die Welt anzusehen. Die Familien, die jeden Monat tapfer Geld beiseitelegen, um ihren Kindern einmal das Meer und fremde Kulturen zu zeigen. Oder die jungen Leute, die vielleicht jahrelang eisern gespart haben, um nach dem Abschluss einmal diese berühmten, weißen Strände Asiens mit eigenen Augen zu sehen. Für Millionen dieser Menschen wird genau dieser Traum bei Preisen von 3.200 Euro pro Flugticket schlicht und ergreifend für immer unerreichbar. Er wird brutal ausgelöscht.

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Dieser Umstand wiegt umso schwerer, wenn man sich die bittere Realität unseres aktuellen Alltags ansieht. Während gleichzeitig im eigenen Land die ganz banalen Dinge des Lebens explodieren – Lebensmittel an der Supermarktkasse kaum noch bezahlbar sind, die Mieten ins Unermessliche steigen und die Energiepreise regelrecht durch die Decke schießen – wirken Flugpreise von mehreren tausend Euro wie der nächste, brutale und fast schon zynische Schlag ins Gesicht der gesellschaftlichen Mittelschicht. Die hart arbeitende Mitte dieses Landes wird immer weiter in die Enge getrieben. Der Ausgleich, die Erholung, das kurze Entfliehen aus dem stressigen Alltag, das alles wird ihnen nun auch noch genommen. Es bleibt am Ende nur noch harte Arbeit und der tägliche Kampf um die Existenz, ohne die Aussicht auf eine verdiente Belohnung unter Palmen.

Und so bleibt am Ende diese eine, alles überschattende und beklemmende große Frage völlig unbeantwortet im Raum stehen: Wo soll das alles eigentlich noch hinführen? Denn eines fällt bei der genauen Betrachtung dieser Misere massiv auf: Die großen Fluggesellschaften warnen nicht erst seit gestern. Seit Jahren weisen sie geradezu verzweifelt auf die extrem steigenden Kosten hin, die sie erdrücken. Kosten, die nicht vom Himmel fallen, sondern durch ausufernde, politische Bürokratie, durch völlig überzogene staatliche Gebühren, Klima-Steuern und eine nicht enden wollende Flut an neuen Abgaben künstlich erzeugt werden. Doch statt dass die Politik hier endlich gegensteuert, statt dass wir eine spürbare Entlastung und Deregulierung sehen, erleben wir nur eines: immer höhere Kosten, die eins zu eins an den wehrlosen Kunden weitergegeben werden.

Wenn dieser fatale Trend, diese toxische Mischung aus politischem Versagen und explodierenden Preisen, ungebremst anhält, dann stehen wir vor einem historischen Wendepunkt. Dann könnte der Massentourismus, dieses großartige Konzept, das einst Millionen von Menschen die Welt öffnete und Brücken zwischen den Völkern baute, wie wir ihn kennen und lieben gelernt haben, schon sehr bald endgültig und unwiederbringlich Geschichte sein. Ein Relikt aus besseren Tagen, von dem wir unseren Enkeln nur noch wehmütig erzählen können. Die Welt schrumpft wieder, und sie wird erneut zu einem Ort, den nur noch die Reichsten der Reichen bereisen und genießen dürfen. Ein schmerzhafter Verlust, der weit über einen verpassten Strandurlaub hinausgeht.