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„Zwischen Tüll und Tränen“-Star Uwe Herrmann über sein Leben nach dem Krebs-Schock
Vor einem Monat wurde bekannt, dass „Zwischen Tüll und Tränen“-Star Uwe Herrmann an einer sehr aggressiven Form von Hautkrebs erkrankt ist. BUNTE.de erzählt er, wie es ihm aktuell geht.
Im Februar stand das Leben von Uwe Herrmann von einem Tag auf den anderen Kopf. Der beliebte Brautausstatter, der seit Jahren aus der VOX-Show „Zwischen Tüll und Tränen“ bekannt ist und den die Fans für seine lockeren Sprüche lieben, erhielt eine Schock-Diagnose.
Eine kleine Beule über seinem rechten Ellbogen, die plötzlich gewachsen war, erwies sich als ein so genanntes Merkelzellkarzinom. Dabei handelt es sich um eine seltene und besonders aggressive Form von Hautkrebs, die dafür bekannt ist, sich schnell auszubreiten und Metastasen zu bilden. Weil der Krebs bei Uwe Herrmann früh entdeckt wurde, konnte schnell reagiert werden.
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Uwe Herrmann über Krebs-Schock: „Der Selbstbetrug ist in solchen Situationen groß”
Nach einer ersten Operation in einem Dresdner Krankenhaus, folgte der nächste Tiefschlag. In einem Lymphknoten wurde eine Metastase entdeckt. Der „Brautmoden-Papst“ ließ sich auch während seiner Zeit im Krankenhaus von VOX-Kameras begleiten
Eine zweite Operation, wieder über mehrere Stunden, folgte. Zwölf weitere Lymphknoten wurden dabei entnommen, und die große Wunde an Herrmanns Arm wurde von einem Plastischen Chirurgen auch per Hauttransplantation geschlossen.
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„Zwischen Tüll und Tränen”-Star muss nach Krebs-OP zur Bestrahlung
Danach dann die gute Nachricht: Keine weiteren Metastasen – bis auf die erste „Mikrometastase“ – wurden gefunden. „Der Chefarzt sagte mir, ‚Sie sind jetzt faktisch krebsfrei‘. Solche Fälle sieht er im Jahr vielleicht zwei, drei Mal“, betont Herrmann.
Trotzdem stehen für den Brautausstatter weitere Krebs-Behandlungen an. Der 63-Jährige zu BUNTE.de: „Ich muss jetzt noch zur Bestrahlung. Und es wird eventuell noch eine Immuntherapie gemacht, dazu brauche ich noch eine weitere Meinung.“ Er erklärt: „Mit der Bestrahlung wollen die Ärzte sichergehen, dass sich keine Mikrometastase irgendwo festgesetzt hat. Die sagen, das Rezidiv, also die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs zurückkehrt, ist beim Merkelzellkarzinom sehr, sehr hoch. Darum die Bestrahlung.“
, kämpfte dabei auch mit den Tränen.
Im Interview mit BUNTE.de sagt er über diese schwere Zeit: „Ich hatte im Krankenhaus, gedacht, dass ich bei der Diagnose, dass eine Metastase gefunden wurde, cool geblieben bin. Aber in der Ausstrahlung hat man gesehen: Ich war nicht cool. Der Mann, den ich im Fernsehen dort im Krankenhaus habe liegen sehen, von dem hätte ich nicht gedacht, dass ich das bin. Man reflektiert sich selbst völlig anders. Der Selbstbetrug ist in solchen Situationen groß, um sich selbst zu schützen.“
Uwe Herrmann erzählt im BUNTE.de-Interview, wie es ihm nach Krebs-Diagnose geht
Künftig muss Uwe Herrmann jedes Vierteljahr zur Kontrolle, einmal im Monat werden seine Blutwerte untersucht. Bereits in der Sonderausgabe von „Zwischen Tüll und Tränen“ hatte sein Chirurg klargemacht, dass der Krebs „wiederkommen könnte“. „Man wird immer Krebspatient bleiben und mit diesem, sagen wir mal, Damoklesschwert muss man auch lernen, als Patient umzugehen“, so der Mediziner.
Wie geht Uwe Herrmann damit um? „Angst ist die beste Triebkraft, wieder krank zu werden“, hebt er hervor. „Angst ist das, was man überhaupt nicht braucht. Man muss damit rechnen, dass etwas passiert, aber man sollte sich damit nicht verrückt machen. Das ist ähnlich, wie wenn man auf der Autobahn fährt. Man sollte vorsichtig fahren, auch wenn die Fahrbahn frei ist. Aber wenn man sich verrückt macht, kann man gleich zuhause bleiben.“
„Wehtun ist schöner als Sterben”
Auch mit der Frage, welche Nebenwirkungen durch die Bestrahlung auftreten könnten, wolle er sich nicht zu viel vorab befassen. „Die Nebenwirkungen sind sehr unterschiedlich. Das muss man dann sehen, wenn sie da sind“, meint er.
Nach seiner ersten Operation hatte Uwe Herrmann ein großes Loch im Arm, weil der Tumor mit Sicherheitsabstand entfernt wurde. Sogar die Sorge vor einer Amputation hatte im Raum gestanden. Wie geht es seinem Arm nach den Eingriffen heute? „Es tut ein bisschen weh. Aber Wehtun ist schöner als Sterben“, sagt er auf seine typische, verschmitzte Art.
Nur vier Monate vor Uwe Herrmanns Diagnose starb seine Mutter an Krebs
Nach seiner Krebsdiagnose hatte Uwe Herrmann sofort sein Testament erneuert und eine Geschäftsübergabe für seinen Brautmodenladen „Weißes Gewölbe“ in Dresden an seinen Sohn Philipp organisiert. „Es hätte ja bei der Vollnarkose etwas schiefgehen können. Ich habe auch noch einen Stent am Herzen. Es ist einzigartig, in einer Situation zu sein, in der man weiß, man steht vielleicht nicht mehr auf“, erinnert sich der Opa eines Enkelsohns.
Einschneidend war dabei auch, dass er kurz zuvor erst seine Mutter verloren hatte. „Meine Mutti ist vier Monate davor an Magen-Darm-Krebs gestorben. Zwischen Diagnose und Tod lagen bei ihr nur drei Wochen. Als der Chefarzt ihre Diagnose gesehen hat, hat er nur noch mit dem Kopf geschüttelt, das hat mich schwer beeindruckt, muss ich sagen.“ Weil auch schon seine Oma und auch deren Schwester an dieser Krebsart starben, sei er immer regelmäßig zur Vorsorge gegangen.
„Ich bin immer noch traumatisiert”
Seine eigenen Erfahrungen in der Klinik und auch die erleichternde Nachricht nach der zweiten Krebs-Operation hat Uwe Herrmann noch nicht wirklich verarbeitet: „Diese Diagnose, ‚Sie haben Glück gehabt‘, ist bei mir im Stammhirn noch nicht angekommen. Ich habe mich so sehr damit auseinandergesetzt, dass es zu Ende geht, dass ich dafür noch keinen Platz gefunden habe und noch keinen Frieden. Ich bin immer noch traumatisiert“, sagt er.
Sein Leben nach der Krebs-Diagnose beschreibt der Brautmoden-Experte und Designer, der auch wöchentlich eine Radiosendung präsentiert, so: „Ich bin heute noch schneller und noch effektiver. Ich mache jetzt noch viel mehr. Aber ich mache jetzt nur noch Sachen, die mir gefallen.“ Den Rest müssten sein Sohn Philipp und seine Assistentin und Ex-Freundin Winnie übernehmen, schmunzelt er.
Termineinbrüche im Brautmoden-Geschäft von Uwe Herrmann: „Leute dachten, ich sterbe”
Leider habe seine Krebsdiagnose auch Auswirkungen auf das Geschäft gehabt. „Das Problem ist, viele Leute denken, ich gehe nicht mehr zur Arbeit und das Geschäft ist zu. Wir haben massiv Termineinbrüche gehabt, weil die Leute nur die Schlagzeilen lesen, Krebs sehen und dachten, ich sterbe jetzt.“ Tatsächlich läuft der Betrieb im „Weißen Gewölbe“ aber weiter wie gewohnt, auch mit Beratungen durch Publikumsliebling Uwe Herrmann.
VOX-Star will sich für Erhalt der Hautkrebsvorsorge stark machen
Seine Prominenz will er nach seinen Erfahrungen auch in einer wichtigen Angelegenheit nutzen: „Ich will dafür kämpfen, dass jeder Mensch weiterhin ein Recht auf eine Hautkrebsvorsorge hat, die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird“, so Herrmann mit Blick auf Überlegungen, diese Leistung zu streichen. „Vorsorge spart dem Gesundheitssystem enorm Kosten. Das sieht man auch an mir: Die Geschwindigkeit der Diagnose war bei mir der Hauptfaktor“, sagt er über seinen glimpflichen Krankheitsverlauf.