Moskau unter Beschuss: Wie eine ukrainische Superw...

Moskau unter Beschuss: Wie eine ukrainische Superwaffe die Luftabwehr aushebelt

In der vergangenen Nacht erlebte Moskau einen der bisher schwersten Luftangriffe des gesamten Krieges. Was mit dem Beginn der russischen Vollinvasion am 24. Februar 2022 seinen Lauf nahm, hat nun eine neue, technologische Dimension erreicht: Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Taktik radikal verschärft und Moskau direkt ins Fadenkreuz genommen. Mit einem massiven koordinierten Einsatz von weit über 180 Drohnen – Experten schätzen die tatsächliche Zahl der eingesetzten Fluggeräte sogar auf bis zu 250 – wurde die russische Hauptstadt über Stunden hinweg in Atem gehalten.

Die Auswirkungen waren verheerend. Überall in der Stadt und im Umland kam es zu kritischen Treffern. Besonders schwerwiegend ist der Angriff auf eine der größten Ölraffinerien Russlands, die nach ukrainischen Angaben in helle Flammen aufging. Augenzeugenberichte und Videomaterial aus sozialen Netzwerken zeichnen ein Bild, das fast schon apokalyptische Züge annimmt: Berichte von „Ölregen“, der über der Hauptstadt niederging, verdunkelten den Himmel und sorgten für blankes Entsetzen. Selbst der internationale Flughafen Moskau-Scheremetjewo musste aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt werden, Passagiere suchten in Schutzräumen Zuflucht.

Die „Palianytsia“-Superwaffe: Ein hybrider Gamechanger

Der Erfolg dieses Angriffs ist jedoch nicht allein der schieren Masse der eingesetzten Drohnen geschuldet. Die Ukraine hat eine neue Klasse von Waffensystemen in den Einsatz gebracht, die russische Strategen zunehmend vor unlösbare Probleme stellt. Es handelt sich um sogenannte „Drohnen-Raketen“ oder Marschflugkörper-Hybride, die unter dem Namen „Palianytsia“ (ukrainisch für eine Brotlaib-Spezialität) bekannt sind. Diese Hybridklasse vereint das Beste aus zwei Welten: Sie trägt das leistungsstarke Turbojet-Triebwerk eines klassischen Marschflugkörpers, besitzt aber die kompakte, schwer zu erfassende Struktur einer Drohne.

Die technischen Vorteile dieser neuen Waffe sind eklatant. Erstens ist sie deutlich schneller als herkömmliche Propeller-Drohnen, was die Reaktionszeit der russischen Flugabwehr massiv verkürzt. Zweitens fliegt sie extrem niedrig, was es dem gegnerischen Radar erschwert, sie frühzeitig zu detektieren. Drittens besitzt sie einen minimalen Radarquerschnitt. Das System wird von der russischen Abwehr oft erst wahrgenommen, wenn es bereits zu spät ist, da die Flugabwehr sie fälschlicherweise als „normale“ Drohne einstuft und ihr deshalb keine hohe Priorität zuweist. In der Kombination mit einem Gefechtskopf von 50 bis 100 Kilogramm entfaltet sie eine Zerstörungskraft, die in der Lage ist, strategische Industrieanlagen wie Ölraffinerien oder Munitionsdepots präzise auszuschalten.

Eine strategische Eskalation

Dass die Ukraine neben den Raffinerien nun vermehrt auch Rüstungsfabriken, Lagerhallen und Munitionsdepots tief in russischem Hinterland angreift, verdeutlicht die neue Strategie der ukrainischen Führung: Das Ziel ist es, die industrielle Basis und den Nachschub der russischen Armee an ihrem verwundbarsten Punkt zu treffen. Die Zerstörung von Munitionsdepots, die in den sozialen Medien eindrucksvoll dokumentiert wurde, gleicht in ihrer Wucht oft kleinen atomaren Explosionen und zeigt, wie effektiv diese hybriden Waffensysteme bei kritischen Zielen arbeiten.

Doch der Preis für diesen militärischen Erfolg ist hoch. Die russische Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Wladimir Putin und sein Außenminister Sergei Lawrow kommentierten den Angriff mit ungewohnter Deutlichkeit. Lawrow kündigte bereits „weitere massive Angriffe gegen die Ukraine“ als Vergeltung an. Dass der Kreml die ukrainischen Schläge derart explizit kommentiert, ist bemerkenswert, da Moskau Angriffe auf eigenes Territorium sonst oft herunterspielt oder komplett ignoriert. Diese Drohgebärde wird von Militärexperten als Vorbote eines baldigen, sehr groß angelegten russischen Gegenschlags gedeutet.

Ein Wendepunkt für den Krieg?

Selenskyj bietet direkte Friedensgespräche an: Putin gibt sich siegesgewiss  und beharrt auf Kriegszielen

Die Situation ist damit so angespannt wie selten zuvor. Der Luftkrieg hat sich von einem lokalen Grenzkonflikt zu einer technologischen Auseinandersetzung entwickelt, die direkt in die russische Machtzentrale hineinreicht. Die ukrainische Fähigkeit, mit selbst entwickelten Hybridwaffen russische Schutzschilde zu durchbrechen, entzieht Putin ein wichtiges Instrument der psychologischen Kriegsführung: das Gefühl der Unantastbarkeit des russischen Hinterlandes.

Während die Ukraine versucht, durch diese präzisen Schläge den logistischen Druck auf die russische Armee zu erhöhen, stellt sich die Frage, wie lange das russische System die Übersättigung seiner Flugabwehr durch die massenhaften „Palianytsia“-Einsätze noch kompensieren kann. Die kommenden Tage und Wochen werden entscheiden, ob dieser ukrainische Großangriff ein nachhaltiger strategischer Erfolg war oder ob Russland mit einer bisher nicht gekannten Eskalation antworten wird. Eines ist sicher: Mit dem Einsatz der neuen Superwaffe hat Selenskyj die Spielregeln in der Luft ein weiteres Mal entscheidend zu seinen Gunsten verschoben – doch die Antwort aus Moskau steht noch aus und könnte das gesamte Land mit unerwarteter Wucht treffen.

 

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