10 Schwule & Lesbische Stars aus Deutschlands goldener Showbiz-Ära Damals vs. Heute 2026
München, 1990. Einer der beliebtesten Volksschauspieler Bayerns, wird tot in seiner Wohnung gefunden. Das Land trauert um ein vertrautes Gesicht und erfährt im selben Moment etwas, worüber zu Lebzeiten niemand offen sprechen durfte, dass Walter Sedelmay ein schwuler Mann war. Erst der gewaltsame Tod machte seine Wahrheit öffentlich.
Nicht ein Interview, nicht ein freier Entschluss, ein Verbrechen. Das ist der Punkt, an dem dieser Film beginnt, denn dahinter [musik] steht ein kalter juristischer Hintergrund. In Deutschland war Liebe zwischen Männern nicht nur ein Tabu, sie war ein Straftatbestand. Der berüchtigte Paragraph 175 stellte sie unter Strafe.
Von den Nazis verschärft blieb er in der Bundesrepublik noch [musik] Jahrzehntelang in Kraft und wurde erst 1994 vollständig abgeschafft. In einer solchen Welt war Schweigen kein Charakterfehler. Es war eine Überlebensstrategie. Und genau deshalb ist das, was die folgenden Zehn Stars taten, so bemerkenswert. [musik] Sie brachen das Schweigen freiwillig oder gezwungen und veränderten damit, wie ein ganzes Land über Liebe spricht.
Bevor wir beginnen, schreibt uns in die Kommentare, woher ihr zuschaut und wie spät es bei euch gerade ist. Dirk Bach. Dirk Bacher war das Lachen selbst rund, schnell, herzlich, ein Gesicht, das ganz Deutschland kannte, vom Dschungelcamp bis zur Sesamstraße. Damals in einer Branche, die Queeren Stars riet, sich zu verstecken, tat Dirk Bach etwas Radikales.
Er versteckte sich nie. Er gehörte zu den ersten off offenschwulen Prominenten im deutschen Fernsehen, zu einer Zeit, in der dieser Schritt echten Mut verlangte. Er sammelte Spenden gegen Aids, engagierte sich für Gleichberechtigung [musik] und in der Serie Verbotene Liebe spielte er sogar die erste im Deutschen. Fernsehen gezeigte kirchliche Trauung zweier Männer. Heute am 1.
Oktober 2012 starb Dirk Bach völlig unerwartet mit nur 51 Jahren. Doch er ist nicht vergessen. 2022 beschloss die Stadt Köln einen Platz nach ihm zu benennen. Genau dort, wo er einst auf der Bühne stand. Sein Kapitel steht zuerst, weil es den Mythosos umdreht. Bach musste keine Maske zerbrechen. Er hatte nie eine getragen [musik] und bewies, dass Offenheit kein Karriere sein muss, sondern ein Vermächtnis sein kann.
Georg Öcker. [musik] Georg Öcker manchmal entscheidet einziger Kuss über eine ganze Debatte. Damals seit den 1988 spielte Öcker in der Lindenstraße [musik] den Arzt Karsten Flöter, eine der ersten offenschwulen Hauptfiguren im deutschen Fernsehen. 1987 küsste seine Figur einen Mann. Es war der erste schwule Kuss in einer deutschen Abendserie.
Ein zweiter Kuss, 1990 ging noch weiter und die Reaktion war brutal. [musik] Öcker und sein Kollege erhielten Morddrohnungen. Er stand zeitweise unter Polizeischutz. Du schwule Sau”, hieß es in den Briefen. Später sagte er über jenen Tabubruch. Man habe einfach zeigen wollen, wie normal die Liebe zwischen zwei Männern sei.
Heute Öer lebt seit 1993 offen mit HIV. In einer Zeit, in der viele aus Angst schwiegen, sprach er irgendwann öffentlich darüber. [musik] Für sein jahrzehntelanges Engagement wurde er zuletzt mit dem Verdienstorden des Landes Nordreinwestfalen ausgezeichnet. [musik] Über seinen historischen Kuss sagt er heute schlicht: “Ich glaube, das haben wir geschafft.
” Sein Kapitel zeigt den Preis der Sichtbarkeit und den langen Weg von der Morddrohung bis zum Verdienstorden. Matthias Freihof. Matthias Freiof manchmal fällt eine Mauer im Land und im Kino in genau derselben Nacht. Damals Freihof spielte die Hauptrolle in Coming Out, dem ersten Defaspielfilm, der offen vom schwulen Leben in der DDR erzählte.
Gedreht an echten queeren Treffpunkten Ostberlins war der Film schon als Idee ein Wagnis. Die Premiere fand am 9. November 1989 statt in der Nacht, in der die Berliner Mauer fiel. Die Schauspieler erfuhren noch während der Vorstellung vom Mauerfall. Kurz darauf bekannte sich Freihof auch selbst öffentlich als Schwul.

Heute [musik] Coming Out gewann auf der Berlinale den silbernen Bären und einen Teddy Award und gilt als historischer Meilenstein des queeren deutschen Kinos. Ein Film, der einer ganzen Community ein Gesicht gab. Freihof steht bis heute für diesen Moment, in dem Sichtbarkeit zum Statement wurde. Geschichte schreibt man nicht nur mit Politik.
Manchmal genügt ein Gesicht auf der Leinwand, das sich nicht länger versteckt. Maren Kräumern. Maren Kräumern. Sie hatte alles Talent, Beliebtheit, eine eigene Show und sie riskierte es damals. 1993 gehörte Maren Kreumann zu den ersten deutschen Schauspielerinnen, die sich öffentlich als lesbisch auteten mit einer Titelgeschichte im Stern.
Sie wurde als Vorreiterin gefeiert, doch der Preis kam schnell. Die ARD war nicht amused, erinnert sie sich. Rollenangebote wurden rah. Es gab, wie sie sagt, hämische und niedermachende Reaktionen auch von Kolleginnen und Kollegen. Den letzten [musik] Anstoß hatte ihr ausgerechnet eine Tragödie gegeben, der Mord an Walter Sedelm und die Art, wie danach über dessen verborgenes Leben geredet wurde.
Heute mehr als 30 Jahre später ist Kumann gefragter den je. Ihre Sat Cumann ist ein klares lautes Bekenntnis zum Quer sein. “Ich bin eh ich bin jenseits von gut und böse”, sagt sie heute [musik] befreit. “Ich kann machen, was ich will. Ihr Kapitel ist die andere Seite des Mutes, nicht die Belohnung, sondern der Preis [musik] und die späte verdiente Genugtung. Heller von Sinnen.
Heller von Sinnen, laut, schlagfertig, unübersehbar und genau deshalb ein Vorbild. Damals Hella von Sinnen war die erste prominente Frau im Land, die sich öffentlich autete und sich mit ihrer Partnerin Cornelia Schel zeigte, ebenfalls 1993 ebenfalls im Stern. In einer Zeit, in der die meisten Schwulen und Läpen im Verborgenen lebten, machte sie ihre Liebe zur Schlagzeile.
1992 kämpfte das Paar mit der Aktion Standesamt sogar früh für die Öffnung der Ehe. Sie selbst lebte [musik] nicht gern verdrckst, wie sie sagte. und übernahm so eine Pionierrolle heute. Sie ist bis heute ein vertrautes Gesicht im deutschen Fernsehen, etwa aus Genial daneben. Und sie war die engste Vertraute von Dirk Bach ein lebender Faden, der diese ganze Generation Queer Stars miteinander verbindet.
Ihr Kapitel erinnert daran: Sichtbarkeit [musik] war nie nur eine Männergeschichte. Auch Frauen mussten den ersten Schritt wagen und sie taten es laut: Alfred Biolek. Alfred Biolek. Er war einer der einflussreichsten Köpfe des deutschen Fernsehens. Bios Bahnhof, Boulevard, Bio, Alfredissimo. Sendungen, die Generationen prägten.
Damals über sein Privatleben sprach Biolec lange nicht. Er stammte aus einer Generation, die es nicht gewohnt war, persönliches öffentlich zu machen. Dann am 10. Dezember 1991 geschah es ohne seine Zustimmung. In einer RTL Talkshowoutete ihn der Aktivist Rosa vonheim live vor der Kamera. Es war ein erzwungenes Outing, ein harter Schlag.
Doch Biolex sagte später etwas Bemerkenswertes. Der Schlag habe weh getan, aber zugleich eine Verspannung gelöst, die danach verschwunden war. Heute Biole lebte fortan offen, ohne sich je zur Schau zu stellen. 2014 adoptierte er seinen langjährigen Partner [musik] Scott. 2021 starb er mit 87 Jahren als großer Pionier des deutschen Fernsehens.
Menschen erzählten ihm noch Jahre später. wie befreiend gerade sein Outing für ihr eigenes Leben gewesen war. Sein Kapitel zeigt eine unbequeme Wahrheit. Nicht jede Befreiung beginnt freiwillig, [musik] aber manche enden trotzdem in Frieden. Hape Kerkeling. Hape Kerkeling. Er war der Mann, der eine ganze Nation zum Lachen brachte. Total normal.
Horst Schlemmer, [musik] der Pilgerbestseller. Ich bin dann mal weg. Damals in genau derselben RTL-Sendung von 1991 in der Biolec geoutet wurde, [musik] fiel auch Kerelings Name. Auch er wurde gegen seinen Willen öffentlich gemacht. Es dauerte Jahre, [musik] bis er die Geschichte zwar seiner eigenen machte. 2004 sprach er schließlich selbst und souverän über seine Homosexualität mit der Wärme und dem Humor, die ihn ausmachten.
Heute 2017 heiratete er seinen Partner Dirk Henning. Die beiden leben bewusst zurückgezogen zwischen Köln und Berlin und schützen ihre Privatsphäre. Kein Skandal, kein Karriereknick, nur ein Leben, das endlich ihm gehört. Bei Kerkeling sieht man, wie weit Deutschland gekommen ist. [musik] Aus einem erzwungenen Geheimnis von 1991 wurde am Ende eine selbstverständliche, glückliche Ehe.
Rosa von Braunheim. Rosa von Braunheim. Jeder Wandel braucht jemanden, der zuerst [musik] laut wird, auch wenn er aneckt. Damals Rosa von Braunheim war genau dieser Mann. Schon 1971 löste sein Film über schwules Leben in Westdeutschland eine Welle aus, die als Geburtsstunde der modernen deutschen Schwulenbewegung gilt.
Er war es auch, der 1991 Bioleck und Kerkeling im Fernsehen autete, eine bis heute umstrittene Tat. Seine Haltung damals: Sichtbarkeit sei eine Pflicht, kein Privileg. Prominente, die schwiegen schadeten aus seiner Sicht allen anderen. Heute über Jahrzehnte hat von Praunheim weiter Filme gemacht und provoziert.
Er gehört zu den ältesten und unbeugsamsten, queren [musik] Stimmen des Landes. Eine lebende Verbindung zwischen der Zeit des Verbots und der Gegenwart. Sein Kapitel ist das umstrittenste dieses Films. Es stellt eine harte Frage. Wo endet der Mut zur Sichtbarkeit und wo beginnt das Recht des Einzelnen auf sein eigenes Schweigen? Udo Samel.
Udo Samel, ein Gesicht aus 100 Rollen. Die stille Größe des echten Charakterschauspielers. Damals. Samuel war über Jahrzehnte eine feste Größe auf den bedeutendsten deutschen Bühnen und im Kino zuletzt einem breiten Publikum aus Babylon Berlin vertraut. Ausgerechnet einer Serie über die schillernde [musik] Freiheit der Weimerer Zeit.
Wie so viele seiner Generation hielt er das eigene Privatleben sorgfältig im Hintergrund. Heute im Februar 2021 war er Teil der Aktion Actout, jenes historischen Moments, in dem sich 185 Schauspielerinnen und Schauspieler gemeinsam auteten. Veteranen, die ein ganzes Berufsleben lang vorsichtig gewesen waren, traten plötzlich gemeinsam ans Licht.
Sein Kapitel erinnert daran, der Schritt ins Offene gehört nicht nur den Jungen. Manchmal ist es nie zu spät, sich der Wahrheit anzuschließen. Ulrich Matthes. Ulrich Matthes. Und am Ende steht eine Stimme, die niemand in Frage stellt. Damals über Jahrzehnte zählte Ulrich Matthes zu den angesehensten Charakterdarstellern des Landes.
Präzise, ernst, unbestechlich auf der Bühne wie im Film. Über sein Privatleben sprach er kaum. Er gehörte einer Generation an, die gelernt hatte, eine klare Linie zwischen Beruf und Person zu ziehen. Heute im Februar 2021 setzte er ein deutliches Zeichen. Als Präsident der deutschen Filmakademie gehörte er zu den 185 Stars der Aktion Act out.
Mit Mitte 60 setzte er seinen Namen unter ein gemeinsames Manifest für mehr Akzeptanz. Sein Kapitel hat eine eigene Würde. Es sagt mit ruhiger Stimme, es ist nie zu spät, sichtbar zu werden. Und wenn die Stimme der höchsten Instanz selbst hervortritt, dann ist eine ganze Era endgültig zu Ende. Wir begannen mit einem Mann, dessen Wahrheit erst der Tod ans Licht brachte.
Wir enden mit einer Generation, die diese Wahrheit selbst in die Hand nahm. Zwischen beidem [musik] liegt ein langer Weg. 1994 wurde der Paragraph 175 endlich vollständig abgeschafft. Liebe zwischen Männern war kein Verbrechen mehr. Und am 5. Februar 2021 auteten sich 185 quiere Schauspielerinnen und Schauspieler gemeinsam in der Süddeutschen Zeitung und forderten mehr Vielfalt, mehr Rollen, mehr Wahrheit.
Aus Bleib unsichtbar wurde Wir sind schon da. Das ist das Eigentliche damals versus heute. Kein Aufdecken von [musik] Geheimnissen, sondern der lange, mutige Weg ins Licht gegangen von Menschen, die nicht länger schweigen wollten. Welche dieser Geschichten berührt euch am meisten? Schreibt es uns in die Kommentare.
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